Hilfe-mein Sohn kifft

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schnurri
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Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von schnurri » 28. Juni 2012 09:10

Hallo zusammen,

ich fasse mich mal kurz.Ich habe bei meinem Sohn Gras gefunden und erfahren das er mehr oder weniger regelmäßig kifft !!!!

Oh mein Gott ich bin schockiert  :icon_eek: :icon_eek: :icon_eek:
Was soll ich nun tun??? Ich habe ihn noch nicht darauf angesprochen und weiß nun auch nicht was ich machen soll!!!
Wie soll ich damit umgehen? Tolerieren kann ich es auf gar keinen Fall!!!!

Er wird dieses Jahr 16.Die Schule läuft eh schon schlecht und nun das noch......
Für sein ADHS ist er eigentlich optimal eingestellt.

Für hilfreiche Tips wäre ich dankbar

schnurri
greentown
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von greentown » 28. Juni 2012 13:56

Hallo,

du kannst dich an eine Drogenberatungstelle wenden.
Am besten über das Internet googlen.

greentown
Was manche für Unachtsamkeit halten, ist in Wirklichkeit das Ergründen des Unergründlichen.
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ripley
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von ripley » 28. Juni 2012 15:05

Die beste Antwort auf die Frage "Was tun, wenn das Kind ...?" habe ich vor einem Jahr etwa gehört: "Es fragen, was ihm das gibt. Im Gespräch bleiben." (Damals ging es um einen 13jährigen - nicht meiner - der Affinität zu Alkohol zeigte).

Klar, Du bist erst mal von den Socken. Wäre ich auch. Jetzt aber das Riesenfass aufmachen und panisch werden nützt nichts. Wende Dich an Leute, die Dir guten und besonnenen (!) Rat geben können. Städtische Drogenberatung wurde schon genannt, finde ich auch eine gute Anlaufstelle.
Zuletzt geändert von ripley am 28. Juni 2012 15:06, insgesamt 1-mal geändert.
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randre
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von randre » 13. Juli 2012 19:51

Hallo,
ich bin eigentlich für das legalisieren von Grass, also das hängt davon ab wie häufig er kifft.
Also es wurde in den USA bewiesen, das kleine Mengen Grass bei ADHS beruhigend und sortierend wirken.
Hab/ Hatte selber eine solche Erfahrungen gemacht, das wichtige ist aber das er das Grass nicht mit Tabak mischt sondern, mit einer Kräutermischung oder pur.
Aber, wenn das für dich nicht in Frage kommt würde ich versuchen erstmal offen zu reden und dir das erklären zu lassen.
Wenn es hilfreich ist, würde ich das respektieren.

Gruß
randre
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Falschparker
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von Falschparker » 13. Juli 2012 21:06

Hallo,

also es geht hier nicht darum ob Gras freigegeben werden soll oder nicht. Wenn, dann würde es freigegeben für Erwachsene die wissen was sie tun. (Oder sich das einbilden...)

Hier geht es um einen 15-jährigen ADHS-ler, der auch noch Medikamente nimmt. Und das sind schon drei Gründe, kein Gras zu rauchen. (Abgesehen vom vierten- dass man es gar nicht machen sollte.)

Das Gehirn befindet sich noch in der Entwicklung, und die kann vom Kiffen gestört werden. ADHS-Gehirne seien besonders anfällig, sagt jedenfalls Martin Winkler. Und es verträgt sich nicht mit ADHS-Medis.

Kiffen wirkt bei ADHS-lern beruhigend und sortierend? Das ist ja das Problem. ADHS-ler kiffen häufiger, sie fangen früher an und manche hören eben nicht nach kurzer Zeit wieder auf. Ich habe zwei persönlich kennengelernt, die sich schon mit 25 durch intensiven Konsum das Gehirn, eventuell irreversibel, geschädigt haben. Mit 12, 13 angefangen und bald täglich.

Schnurri, du schreibst, dein Sohn sei optimal eingestellt. Auch zeitlich gesehen über den ganzen Tag bis abends? Reicht die Dosis, nicht nur in der Schule, sondern auch in der Freizeit?

Oft ist Kiffen ja Selbstmedikation. Es kann aber auch sein, es ist bei deinem Sohn eher Neugier oder Gruppenverhalten. ADHS-Medis sollen die ADHS-Symptome ausgleichen, aber natürlich nicht in einen Rauschzustand versetzen.

Nicht panisch werden okay (ich würde allerdings ziemlich panisch werden, lässt sich wohl kaum vermeiden), aber auf keinen Fall verharmlosen. Drogenberatung ist gut, aber manche Drogenberater spielen Kiffen auch herunter oder berücksichtigen nicht die besondere Anfälligkeit von ADHS-lern.

Hier der Text von Martin:
http://web4health.info/de/answers/adhd- ... kiffen.htm

Viele Grüße und alles Gute
Falschparker
Zuletzt geändert von Falschparker am 13. Juli 2012 21:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von randre » 14. Juli 2012 12:05

Hallo,
also ich kenn halt einen ADHSler der kifft halt, stat Methylphenidat zu nehmen.
Er hat auch mal zu mir gesagt, das halt kiffen viel besser wäre.
Es hätte bei ihm eine ähnliche Wirkung, mit weniger Nebenwirkungen.

Dann halt die Sache, das Methylphenidat Chemie ist und Grass halt natürlich.
Ich meine bei jedem wirkt das anderes und was Wechselwirkungen angeht auch.

Gruß
randre
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von Falschparker » 14. Juli 2012 12:26

[quote="randre"]
Dann halt die Sache, das Methylphenidat Chemie ist und Grass halt natürlich.[/quote]

:ablach:
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frank26
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von frank26 » 14. Juli 2012 12:49

Hallo,

da ich als EX-KIFFER aus dem Nähkästchen plaudern kann sag ich dir, bei einem psychisch noch nicht gefestigten Jugendlichen kann kiffen zu ernsthaften Problemen führen. Das sind unkontrollierbare Versuche eines unwissenden. Ich hab selber damals auch mit 16 damit angefangen. Ja, damals hab ich von den Folgeschäden nichts gemerkt, da war's mir auch egal. Aber als ich 30 jahre später selber gemerkt habe wie sehr einen das von seinem "normalen" Weg abbringt und wie sehr einen das kiffen beeinflußt habe ich mich selbst in eine Klinik eingewiesen. Das Kiffen lasse ich sein. Ich war damals auch der Meinung das macht mir nichts wenn ich kiffe, aber das stimmt nicht. Ich kann dir nur Raten mit deinem Sohn ein offenes Gespräch zu führen und ihm deutlich zu machen was er sich damit antut. Wenn du magst kannst du mich gerne kontaktieren :ja1:, ich helf gern wenn du mehr infos brauchst. Selbstwertgefühl, soziale Bindungen(Freundschaften), Erfolg in der Schule etc. bekommt man nicht vom kiffen, das kannst du deinem Sohn sagen + einen Gruß von mir.
Gruß Frank
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von ripley » 14. Juli 2012 13:14

[quote="randre"] Dann halt die Sache, das Methylphenidat Chemie ist und Grass halt natürlich.[/quote]

Ja, dieser Denke folgend empfehle ich Opium, Fingerhut oder Eisenhut zu inkorporieren - in welcher Form auch immer. Löst alle Probleme ...

Nein, ich KANN dieses "hach, ist doch so natürlich!" einfach nicht mehr hören!
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von maerenthaler » 14. Juli 2012 13:59

[quote="ripley"]
[quote="randre"] Dann halt die Sache, das Methylphenidat Chemie ist und Grass halt natürlich.[/quote]

Ja, dieser Denke folgend empfehle ich Opium, Fingerhut oder Eisenhut zu inkorporieren - in welcher Form auch immer. Löst alle Probleme ...

Nein, ich KANN dieses "hach, ist doch so natürlich!" einfach nicht mehr hören!  [/quote]

Dieser Denke folgend frage ich mich,
ob (weil "vom Menschen geschaffen und damit "unnatürlich")
eine Knarre am Kopf,
der Griff in die Steckdose
oder ein Sprung vom Hochhaus schädlicher ist
als ein Sprung von einer Klippe oder ein Sterben in einem Fluß?

Was ist eigentlich an einem Schaden,
den man sich selbst antut,
egal ob durch Suff, andere Drogen oder nur durch Selbstbetrug
unterscheidbar in gut oder schlecht?
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von frank26 » 14. Juli 2012 16:18

Joh,
Was ist eigentlich an einem Schaden,
den man sich selbst antut,
egal ob durch Suff, andere Drogen oder nur durch Selbstbetrug
unterscheidbar in gut oder schlecht?
--> richtig !
...ich hab so das Gefühl das hier so mancher das Wort Selbsthilfegruppe nicht richtig verstanden hat !!!

Wenn schon so Sachen wie Opium etc. von einem User dieses Forums erwähnt werden, dann sollte man sich Fragen ob es nicht besser wäre solche inkompetenten Vorschläge zur Selbstbehandlung von anscheinend geistig verwirrten Mitgliedern die sich hier aufhalten zu löschen. Wer hilfesuchenden Menschen den Tipp gibt sich Opium rein zu pfeiffen hat offensichtlich den Knall nicht gehört.
Ihr habt keine Ahnung was ihr damit anrichten könnt !!!

Einen respektvollen Gruß, Frank
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von Falschparker » 14. Juli 2012 17:16

Frank, lies nochmal Ripleys Beitrag, dann verstehst du sicher was er meint.
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Sandiris
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von Sandiris » 14. Juli 2012 17:34

Ich habe es auch als ironisch gemeinten Beitrag gewertet. Ich denke, jedem ist klar, dass Drogenkonsum keine Probleme löst.  :zwink:
Unsere Gesellschaft ist aufgeklärt genug, um über Wirkung und Risiken von berauschenden Mitteln angemessen im Bild zu sein.

Das heißt jedoch noch lange nicht, dass sich jeder auch daran hält. Dem gegenüber stehen andere Bedüfnisse und Sehnsüchte, und in dem konkreten Fall kommt auch der jugendliche Leichtsinn zum Tragen.

Ich persönlich bin kein Freund davon, alles berauschende zu verteufeln. Insbesondere bei Jugendlichen beißt man da gewaltig auf Granit- Menschen in dem Alter wissen sowieso alles besser!  :breitgrinse1:

Darum würde ich zu folgendem raten:

1. Ruhe bewahren!
2. dem jungen Menschen erläutern, warum man das nicht möchte (Sorgen usw.)
3. ich persönlich würde meinem minderjährigen Kind den Konsum verbieten.
4. Die Einhaltung des Verbotes würde ich mittels freikäuflicher Drogentests (Apotheke) kontrollieren.
5. Bei positivem Testergebnis: Sanktionen!
6. Ist der Mensch 18, ist es seine Entscheidung

Wichtig finde ich eine klare Haltung. Die würde ich weniger damit begründen, wie kacke Drogen sind (für den jungen Konsumer nichts als blah-blah, da rein, da raus), sondern schlicht und ergreifend damit, dass es verboten ist. Sowohl das Rauchen als solches (Zigaretten, Shisha), alas auch das Kiffen. Verboten, Ende, keine Diskussion.

Nicht jeder, der kifft, tut dies, weil er Probleme hat oder auf der Flucht ist oder Mitläufer oder was auch immer. Alkohol und THC gehören mittelerweile zu unserer Lebenswelt dazu. Das Kiffen, und das ist meine ganz persönliche Meinung, halte ich für weniger riskant als das Saufen. Einziger Unterschied: Marihuana & Co. gibt es i.d.R. nur illegal in Deutschland, Alkohol kann ich sogar in unserem kleinen ländlichen Ort 24 Stunden am Tag legal kaufen.

:winken:
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von ripley » 14. Juli 2012 18:04

Gut, hier nun der HInweis für die Leute, die es mit Toxikolgie oder auch nur "Natur-Kunde" nicht so sehr haben (so wie ein User weiter oben):

Opium, Fingerhut, Eisenhut sind völlig "natürliche" pflanzliche Substanzen, dummerweise aber (in jeweils unterschiedlichen Dosierungen) TÖDLICH GIFTIG.

Wie übrigens der allergrößte Teil der Pflanzen (nur sehr wenige Pflanzen profitieren davon, gefressen zu werden, der Rest schützt sich davor - u.a. über Toxine ...)

Und nein, das war kein ernstgemeinter Tipp, das war nur Ausdruck meines andauernden Frustes über die ebenso unausrottbare wie vollkommen falsche Annahme, Natürliches" / "Pflanzliches"  sei immer gut, industriell / "chemisch" Synthetisiertes hingegen immer böse.
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von frank26 » 14. Juli 2012 19:15

OK,

hab's verstanden :eusa_doh:, ich finde das Thema jedoch zu ernst für jegliche 2-deutigkeiten und Schnurri ist damit auch nicht geholfen.
Schnurri, schließe mich der Meinung der Leute an, das Gespräch suchen und sich selber zu informieren.
:smt023: Frank
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von caithlin » 14. Juli 2012 20:58

Ich war damals auch der Meinung das macht mir nichts wenn ich kiffe, aber das stimmt nicht.

Bei uns in der Klinik wird Neurofeedback angeboten im Rahmen einer Gruppe von Jugendlichen die Probleme mit Marihuana haben. Interessant daran ist, daß es nicht die Therapeuten sind die sagen  'Guck mal wie anders du drauf bist wenn du gekifft hast', sondern der 'unabhängige' PC der die EEG Werte zeigt.

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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von Sandiris » 15. Juli 2012 09:33

Caithlin,

das klingt interessant! Was genau macht ihr da und was "sagt" dann der Computer?

Liebe Grüße! :winken:
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von caithlin » 17. Juli 2012 21:10

@Sandiris
Guck doch mal bei meine andere NF-Beitrage. Mit der Suchfunktion hier findet man auch einiges. Unsere Tochter macht Neurofeedback um zu lernen ihre Aufmerksamkeit besser zu steuern, indem sie ihre Gehirnwellen ändert. Dazu guckt sie eine Film mit ein paar Elektroden auf dem Kopf (wie beim EEG, nur weniger) und das PCbild ändert sich, je nachdem welche Gehirnwellen gerade 'laufen'. Kleiner wenn es nicht die richtige sind, größer wenn es gut läuft. Mein Sohn hat es auch gemacht, allerdings war das eine andere Variation wo er ein Raumschiff u.Ä. langsamer oder schneller lenken konnte in einem Art Computerspiel.

Habe gehört, daß NF mittlerweile auch schon bei Migräne und Epilepsie eingesetzt wird. Aber wir machen es für das ADS.

Caithlin
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von gel.ice » 17. Juli 2012 23:12

macht mal bitte nicht so eine panik wegen dem kiffen. natürlich ist es nicht ratsam mit 15 zu kiffen, aber es gibt schlimmeres.
ich kenne viele kiffer und ex-kiffer. davon sind einige AD(H)Sler - auch ich habe mich fast 10 jahre (mit 16 angefangen) damit selbstmedikamentiert. es hat mir auf jeden fall geholfen nicht an mir selbst zu verzweifeln, innerlich ruhiger zu werden und mich zu sortieren. ich hatte keine ahnung von AD(H)S und das war damals die einzige möglichkeit für mich mit mir selbst klar zu kommen ohne an meinen defiziten zu zerbrechen.
der preis dafür ist, dass ich mich an viele erlebnisse meiner jugend nur bruchstückhaft erinnern kann und vieles wie in einem film an mir vorbei lief.

ich denke ohne selbstmedikation wäre manches anders verlaufen, aber nicht unbedingt besser, denn durch das kiffen erweiterte sich auch zum teil mein bewusstsein in der hinsicht dass ich zu mir selbst gefunden habe. ob es mir geschadet hat kann ich nicht beurteilen- ich weiß nur es hat mich nicht schwächer gemacht. heute komm ich sehr gut klar- ebenfalls seit fast 10 jahren ohne selbstmedikation. das zigarettten rauchen abzugewöhnen fiel sehr viel schwerer!

ich weiß von einigen die es genauso handhabten wie ich denen es gut geht und leider sah ich auch ein paar tiefer sinken und schaden davon nehmen... man kann nicht verleugnen, dass kiffen unter umständen einem sich noch in der entwicklung befindenden gehirn schaden kann - aber nicht muss.

rede mit deinem sohn, frag ihn was es ihm gibt und suche gemeinsam mit ihm nach alternativen, aber setz ihn nicht unter druck und mach keine panik. das würde es nur schlimmer machen.

lg
nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.
(erich kästner)
ripley
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Re: Hilfe-mein Sohn kifft

Beitrag von ripley » 18. Juli 2012 08:54

gel.ice, nun bich selbst diesbezüglich nicht ganz ohne - inzwischen lang verjährte - "Sünde"  :ichboss:, aber es gibt zwei Punkte, in denen ich Dein Posting denn doch relativieren möchte.

ad 1) Stichwort "Selbstmedikation": Man kann sich vieles schönreden, aber im Falle eines Jugendlichen, der kifft, von "Medikation" zu reden, halte ich für einen sehr unangebrachten Euphemismus. Die wenigsten Jugendlichen dürften kiffen, um "normaler" oder angepasster zu werden. Da sind GANz andere Motivationen im Spiel, egal wie im Nachhinein die Rechtfertigung aussieht.

ad 2) Potenzielle Gefahren: Soweit mir bekannt, ist das Zeug, das HEUTE erhältlich ist, aufgrund erheblich höherer THC-Konzentration auch erheblich gefährlicher als das, was zu unserer Zeit (meiner! über 25 Jahre her) durch Parks und Konzerthallen gewabert ist. Schädigungen treten schneller und massiver ein.

Überdramatisieren ist nicht sinnvoll, richtig.
Sich die - rechtswidrige und potenziell gesundheits- und ausbildungsgefährdende - Sache schönreden ist ebenfalls nicht sinnvoll.
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