Die Sucht des bläulichen Dunstes

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viridis eyes
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Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von viridis eyes » 28. Mai 2011 21:09

Hallo meine lieben Artgenossen :ja:!

Das Rauchen von Zigaretten ist eine unwahrscheinliiche Sucht, die uns AD(H)S'lern fast in die Wiege gelegt wurde...
Dopamin- Erhöhung ist gerade zu berauschend...

Gibt es Foris, die dieses Lasta aufgeben konnten, oder niemals Verlangen nach ihm verspürten?????  :fr:

Bin offen für Tipp's und Beiträge jeder Art  :ja:!

Ich sag nur,-"Rauchen ist uncool"l wie ein harmloses "Blatt" meiner "Kommune" kund tut:
Ist wohl war, - aber wie hört der Dopamin-Abhängigie AD(H)S'ler im besten besten Falle damit auf, sofern es sich nur um diese Abhängigkeit handelt????? :icon_rolleyes:

Schreibt mir Eure Erfahrungen, LG viridis eyes
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Hanghuhn
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Hanghuhn » 28. Mai 2011 23:18

Die Schwierigkeit ist nicht, die Hände allgemein von Zigaretten zu lassen. Sie besteht vielmehr darin, wieder aufzuhören, wenn man erstmal angefangen hat. Deshalb slltest Du eher die ehemaligen Raucher ansprechen.

Ich hatte früher eine Freundin, deren beide Eltern sehr starke Raucher waren. Sie hatte es auch mal ausprobiert, weil es ja für sie sehr einfach war, an Zigaretten zu kommen. Trotzdem hat sie nie wirklich geraucht, weil sie es schon nicht mehr ersehen konnte, wie ihre Eltern nach einer Zigarette "zitterten".

Selbst komme ich aus einem Nichtraucherhaushalt, was das Nichtanfangen schon mal sehr viel leichter macht. Zu einer Zeit, in der die meisten Jugendlichen mit dem Rauchen beginnen, war ich ein ziemlicher Außenseiter. Mich nervte es einfach, wie die anderen ihr angebliches Erwachsensein zelebrierten, indem sie sich einen Glimmstengel nach dem anderen in den Mund schoben. Mir war auch irgendwie klar, dass mich das Mitrauchen auch nicht von meiner Einsamkeit befreit hätte. Also hab' ich es gelassen.

Ich kenne aber auch einige ehemalige Raucher. Einer hat wegen seiner Freundin aufgehört. Einer hat gesagt, dass er jetzt durchhalten muss; weil er schon soooo oft aufgehört hat, sei das jetzt seine letzte Chance. Ich kenne niemanden, der ohne einen für ihn wichtigen Grund aufgehört hat. Wer einfach so sagte, er wolle jetzt mit Rauchen aufhören, hat irgendwann doch wieder damit angefangen. Frauen lügen sich dabei gern in die Taschen,  es helfe ihnen abzunehmen oder wenigstens ihr Gewicht zu halten.
LG Hanghuhn
Arni
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Arni » 8. Juli 2011 21:46

ich hab im Oktober 2010 ganz aufgehört, davor hatte ich etwa 2 Jahre lang Phasen, wo ich mal mehr, mal weniger, mal garnicht geraucht hatte. Und davor eigentlich ständig etwa eine Schachtel pro Tag...

Einen besonderen Auslöser hatte ich nicht, es wird nur immer teurer und außerdem hat es mir nichts gebracht außer etwas Beruhigung.

Nach dem Aufhören ist man ein paar Wochen noch nervöser und sollte auf die Ernährung achten. Wers kann sollte sich viel bewegen, abends nicht Essen (setzt an). Möglichst nicht fettig essen, usw...
Geht jedenfalls alles ohne Kippen.....  :up_to_something:

MfG

PS: Ich hab die Umfrage nicht verstanden?  :schäm:
Ich bin nicht geboren worden, um es allen recht zu machen. :mopp:

Notorischer Radfahrer :2415282:
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Hanghuhn
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Hanghuhn » 14. August 2011 16:04

Herzlichen Glückwunsch, Arni! Wahrscheinlich warst Du 100%ig davon überzeugt, dass Rauchen in Zukunft nichts mehr für Dich sein soll. Ich glaube aber doch, dass Du damit, dass Du keinen besonderen Anlass zum Aufhören hattest, eine Ausnahme unter den ehemaligen Rauchern bist. Dazu kenne ich einfach zu viele Leute, die nicht durchhalten konnten.

Ich als ADSler hätte Angst davor, einfach zu vergessen, dass ich aufhören will. Es gibt ja so typische Situationen, die schon mehr ein Ritual sind, in denen jeder Raucher nahezu zwangsläufig zur Zigarette greift. Noch schlimmer wird es in der Kneipe an der Ecke, wo man mit ein paar Freunden sein Bierchen trinkt. Im angeheiterten Zustand vergisst man das doch erst recht, oder?
LG Hanghuhn
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von BlackLady » 14. August 2011 21:07

Ich bin eine von denen, die außer passivrauchen noch nicht damit in Berührung gekommen ist.

Ich hatte weder als Jugendliche jemals das Verlangen nach Zigaretten, noch hatte ich das in der Zwichenzeit irgendwann.

Aber ich hatte noch nie ne Beziehung mit nem Nichtraucher......mich stört es also auch nicht so wirklich.


Auch sonst bin ich was so "Selbstmedikation" angeht eben "anders".

Keine Zigaretten, nur sehr seltenst Alkohol, kein Kaffee, kein Cola, keine Energy-Drinks, kein Drogenkonsum etc.

Dafür Suchtähnliches Verhalten was Sex angeht...... :upsi:

Und Adipositas, wo ja auch ein Zusammenhang mit dem Dopamin hergestellt werden kann.
Ich habe ein Motivationsproblem - solange bis ich ein Zeitproblem hab....


Wer mich für KOMPLIZIERT hält,
hat nur keine Lust
sich mit meiner EINZIGARTIGKEIT
auseinander zu setzen
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kleiner Hypie
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von kleiner Hypie » 14. August 2011 21:35

Hallo,

ich gehöre zu den AD(H)Slern, die noch nie geraucht haben. Ich reiße mich auch zusammen, denn ich fürchte, wenn ich es probieren würde, würde ich dabei bleiben und das will ich nicht.

lg, kH
Ohne michael ist Forum doof.
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von wuseline » 21. August 2011 17:21

Hallo,

ich habe kein AD(H)S und rauche trotzdem. Ich denke mal nicht das das wirklich was mit ADHS zu tun hat. Mir fällt es nämlich auch sehr schwer wieder aufzuhören. Aber ich will eigentlich gar nicht rauchen, aber ....

Gruss wuseline
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Emily04 » 21. August 2011 17:43

Meine Elter waren beidde Nichtraucher und ich habe mit 18 angefangen zu rauchen. hatte mal ne Zeit aufgehört...klar war es schwer aber ich denke das geht allen rauchern so. Egal ob nun mit oder ohne ads......das ist glaube ich echt eine reine Kopfsache
Liebe Grüße aus dem Norden von Emily & Steffi
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von EmmaGSLehrerin » 21. August 2011 18:02

Ich bin zwar ein StiNo, senfe aber trotzdem mal.

Ich habe aus dem schönsten Grund der Welt aufgehört.  :babyporsche: 
Und fand es erstaunlich leicht. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich ein "Abendsraucher" war. Hat sich irgendwie so ergeben, als ich im Schuldienst anfing. Ich hielt es für ein No-Go, in der Klasse nach Zigaretten zu stinken und hab erst vormittags nicht geraucht. Mit der Zeit kam die erste Zigarette immer später, irgendwann erst rituell nach dem Abendessen. Und dabei blieb es.

Ich hab echt gerne geraucht und ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist. Ich hatte keine Entzugserscheinungen oder sonstwas. Mag an der "geringen Dosis" gelegen haben, allerdings hab ich immerhin 18 Jahre lang geraucht - "nur abends" hin oder her. Danach habe ich mich gefragt, ob das mit dem "abartig hohen Suchtpotential" nicht nur eine Erfindung der Zigarettenindustrie ist, damit die Leute sich gar nicht erst trauen, aufzuhören. Kein Witz.

Ich habe aber auch mal gehört, dass manche Menschen - oh weia, nagelt mich nicht auf wissenschaftliche Fakten fest - irgendwie bestimmte Rezeptoren (?) im Gehirn nicht haben, um nikotinabhängig zu werden. Vielleicht bin ich eine davon?

Natürlich machts einem so eine Schwangerschaft auch leichter - die Zigarette kommt einfach nicht in Frage, fertig. Wobei es ja auch Mütter gibt, die den Absprung nicht schaffen. Und ich bezweifle erstens, dass die ihr Kind weniger lieben als ich und zweitens, dass die auch nur eine einzige Zigarette genießen, die sie während der Schwangerschaft rauchen. Muss also schon was dran sein an dem heftigen Suchtpotential.

Naja, weshalb ich hier poste: Dieses Buch hat mir sehr geholfen. Für jeden, der aufhören möchte meine warme Empfehlung.

http://www.amazon.de/sanfte-Weg-zum-Nicht-Rauchen-kämpfen/dp/3426872455/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1313942378&sr=1-1

LG  :winken:
“Those who dance are considered insane by those who cannot hear the music.”
- George Carlin -
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von KleineFeder » 21. August 2011 18:24

[quote="Emily04"]
Egal ob nun mit oder ohne ads......das ist glaube ich echt eine reine Kopfsache
[/quote]

für ADHSler ist Rauchen oft auch Selbstmedikation......
Lass dich nicht verunsichern.
Tempo kann manchmal von Vorteil sein,
zum Erfolg führt allein die Ausdauer.
(Verfasser unbekannt)
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Angie
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Angie » 21. August 2011 18:32

[quote="KleineFeder"]
[quote="Emily04"]
Egal ob nun mit oder ohne ads......das ist glaube ich echt eine reine Kopfsache
[/quote]

für ADHSler ist Rauchen oft auch Selbstmedikation......
[/quote]

Und schon kramt Angie in ihr Lesezeichen herum und hat auch dafür eine Erklärung  :breitgrinse1:
Mein Lesezeichen ist schon ein wandelndes Lexikon.

Nikotin, eines der stärksten pflanzlichen Gifte, wirkt wie Acetylcholin an den selben Rezeptoren. (LD50 in Ratten : 50-60 mg/kg, beim Mensch liegt die tödliche Dosis bei 50-100mg)

Geringe Dosen bewirken Stimulierung bestimmter Neuronen, sodaß neben Acetylcholin auch Dopamin, Noradrenalin und Serotonin ausgeschüttet wird. (u.a. Erhöhung des Blutdrucks und Herztätigkeit). In hohen Dosen bewirkt Nikotin Dauerdepolarisation und damit Muskelerschlaffung (Zittern, Krämpfe). Eine amerikanische Zigarette enthält ca. 9 mg Nikotin, 90% verbrennen, ca. 1 mg wird aufgenommen und ist nach ca. 8 Sekunden im Gehirn.


http://www.zum.de/Faecher/Materialien/b ... s12-32.htm

:winken:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Emily04 » 21. August 2011 18:48

:breitgrinse1: okayyyyyyyyyyy
Liebe Grüße aus dem Norden von Emily & Steffi
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Dalek
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Re: Die Sucht des bläulichen Dunstes

Beitrag von Dalek » 20. Januar 2012 09:53

Ich habe erst Mitte 20 angefangen, zu rauchen.  :eusa_doh: Davor hatte ich noch nicht einmal einen Zug probiert! Dann aber gleich mit 1 Packung/Tag voll eingestiegen.

Es folgten 18 Jahre Kettenraucherkarriere unter dem sarkastischen Motto "Liberté, toujours". Die Dosis wurde nicht bzw. nur selten erhöht. Ans Aufhören wollte ich jahrelang gar nicht erst denken. Darauf angesprochen, reagierte ich abweisend bis unhöflich.

Aufgehört "hat es sich" einerseits nach und nach. Zuerst hörte ich im Auto auf zu rauchen, als wir uns endlich etwas Schöneres in dieser Hinsicht gegönnt haben als die früheren abgenudelten Kisten. Da war das schöne Interieur einfach zu schade. Am Anfang war's fies schwer… vor allem auf längeren Strecken. Aber die liebste Beifahrerin der Welt musste endlich nicht mehr passiv rauchen.

Dann sind wir umgezogen - die offene Architektur des neuen Hauses machte das Rauchen im Hause de facto unmöglich. Es würde sonst überall stinken. Also raus vor die Tür mit der Kippe… sommers wie winters.

Irgendwann dann gab es Einschränkungen @ work: nur in der Raucherecke, dann überhaupt nicht mehr im Hause, sondern nur noch in diesem "Beam me up, Scotty"-Käfig. Das war mir dann zu blöde. Also rauchte ich nur noch draußen in der Mittagspause. Bald habe ich aber gemerkt, dass draußen auf der Straße vorwiegend uninteressante Typen (Typ "Präkariat" am häufigsten) mit Zigarette im Mund herumlaufen.

Irgendwann stand ich dann in der Apotheke und kaufte mir eine Packung Nikotinpflaster. Die hübsche Apothekerin hat mich ausführlich beraten und wünschte mir viel Erfolg. Ihrem Wunsch wurde entsprochen. Ich habe das Ausschleichen mit Pflaster exakt nach Anleitung komplett durchgemacht und bin nun seit bald sieben Jahren rauchfrei - werde es auch bleiben.

Nach dem Rauchstopp kamen aber Wehwehchen zutage, du meine Gute…  :icon_rolleyes: Da waren die verstärkten Konzentrationsprobleme und Wutausbrüche noch das Geringste. Von wegen sich toll und superfit fühlen, nichts dergleichen… Gleich nach dem Rauchstopp ging's nach Jotunheimen, da dachte ich mir: die Strecke hier hast du letztes Jahr geschafft, jetzt schaffst du sie aber mit links. Denkste! Nach einer Viertelstunde Aufstieg war ich außer Atem, klitschnass geschwitzt, schwarze Flecken vor den Augen. Die ganzen Ursachen hier aufzuschlüsseln wäre mir zu weit für ein Forum, aber irgendwie habe ich dieses oder jenes nach und nach wieder in Ordnung bringen lassen. Trotzdem - hätte ich gewusst, wie fies es mir nach dem Rauchstopp geht, ich hätte niemals aufgehört.
Dalek: I… feel… humanity. I feel everything we wanted from mankind, which is… ambition, hatred, aggression and war… such a genius for war.
The Doctor: No. That's not what humanity means-
Dalek: I think it does! At heart this species is so very… Dalek!
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