Plötzlicher Cannabis-Konsum

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Crios
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Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon Crios » 9. Mai 2011 01:37

Tach erstmal, is ewig her das ich hier mal wieder was beitrage kurze zusammenfassung:
Bin 20, wurde mal ADHS diagonstiziert, mache Ausbildung zurzeit

So ich fang mal an
Ich hab öfters mit Drogen zu tun, durch mein Umfeld begründet, bin aber selbst jemand der nur ab und zu Dinge konsumiert.
Seit ich Ausbildung mache hab ich allerdings gemerkt, das ich recht oft Alkohol zu mir nehme, was mich aber bis jez  nicht weiter gestört hatte
Ich neige öfters zu deppressiven Zuständen, und weil ich schlechte Erfahrungen gemacht hab mit Alkohol bin ich in dieser Stimmung komplett Drogenarm.
Seit meinem 19 Geburstag fall ich jedesmal an meinem Geburtstag in ein tiefes Loch, was ich mir bis heute nicht so richtig erklären konnte.
Nun mein 20. ist Jetzt ca 8 Tage her. Ich hab ihn zwar betrunken eingeleitet, um Mitternacht, aber am nächsten Morgen keinen Tropfen angerührt, weil ich bereits wusste, das ich in ein Loch fallen werde. Und so war es auch. Nebeinbei gemerkt hab ich ab und zu mal gekifft, so vllt 1-2 mal im Monat, meist wenn ich bereits betrunken war, und dann aber richtig.
An meinem 20. Geburtstag ist dann ein guter Freund vorbeigekommen, und ich hab mir schon lange mal vorgenommen mit ihm einen zu kiffen. Ich hab mich also an diesem Tag, obwohl es mir kacke ging, zugekifft und naja es wurde nicht besser aber auch nicht schlimmer. Am nächsten Tag hatte ich noch Zeug zuhause, also habe ich mir gedacht, ich dreh mir ne Zigarette mit ein wenig Gras drinne. Seitdem mache ich das jeden Tag, das ich mir so einen kleinen Cannabisspiegel lege. Dafür hab ich mit Trinken aufgehört. (Hab mittlerweilen echt fast jeden Tag getrunken). Mein Psychologe meint, das sei okey, da ich es als eine Art Antidepressivum nehmen würde.
Und wirklich, die Gefühle werden ein bisschen stumpfer und ich kann Lachen.

Problem nummer 1 das ich sehe: Kiffen ist wie gesagt eigentlich garnicht mal so mein Ding, weil ich kein Typ bin, der gerne ruhig und entspannt ist  :breitgrinse1:  ab und zu war es cool, aber jeden Tag?  Ich kenne genug THC-Süchtige, die einfach nur in den Tag leben, ständig gechillt sind und langsam reden. Das regt mich auf und ich will verdammtnochmal nicht so werden. Und ich hab nun schon von einigen gehört das das bei denen so angefangen hat wie bei mir.

Zweites Ding: Meine Mum, der ich wirklich vertraue, hat viel mit Psychisch Behinderten zu tun (Heilerziehungpflegerin). Voralldingen Schizophrenen. Sie meint ständig, das sie auf Arbeit mich sieht, da es anscheinend verdammt viel Paralellen gibt. Sie selbst findet Marijuhana eine tolle Sache, hat aber bei mir Angst, da ich eh schon psysisch wackelig bin, bei mir ein Schalter umlegt und ich Schizo oder was weis ich werde. Ich glaube das nicht, aber es hat mir schon ein bisschen Sorgen bereitet. Sie beschäftigt sich viel mit dem Thema, sieht das ganze aber halt auch sehr persönlich, und ich weis nicht ob es wahr ist. (Wenn jemand sich damit auskennt, bitte sagen)

Problem Nummer 3: Ich war bei meinen bisherigen Abstürzen immer sehr drogenarm, (sieht man mal von dem Methylphenidatspiegel ab) und kann damit umgehen. Der Alltag wird zwar verdammt schwierig, aber ich kenne halt die Situation. Aber ich hab Angst, das ich verlerne, damit umzugehen. Die Drogenkonsumenten die ich kenne, die versuchen, von Drogen wegzukommen, bekommen es nicht immer hin weil sie nicht wissen mit Situationen umzugehen, wenn sie nicht high sind. Ich hab das bisher einigermaßen in den Griff bekommen, und hab nun Angst das ich das verliere.

Ich hab jetzt keine konkrete Frage gestellt, will aber mal wissen ob sich jemand damit auskennt und mir was darüber erzählen kann.
Danke für evt Antworten
Gruß
Crios
Zuletzt geändert von Crios am 9. Mai 2011 01:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon califax » 9. Mai 2011 01:52

Wenn Du das Gras statt des Alkohols nimmst und nicht nebenbei, hast Du Dich schon mal verbessert.
Aber wegen der möglichen Triggerfunktion bei Psychosen solltest Du wirklich schauen, ob Du nicht beim Arzt ein geeigneteres Beruhigungsmittel findest.

Was zur Sucht: Geht nicht so schnell wie viele glauben. THC-Sucht läuft über den Way of Life und die lahmarschigen Kiffertypen waren i.d.R. schon vor dem Kiffen blöd und lahm. Die sind nicht vom THC so geworden, die haben angefangen zu kiffen, weil sie so sind.
Man kann Joints und Pfeifchen einfach prima als Ausrede benutzen. Ich hab oft was mitgeraucht, damit ich dann in Ruhe Beethoven hören und träumen konnte, ohne das jemand blöd guckt. (Der ist nicht seltsam, der ist nur grau.)

Heute frag ich mich, wer eigentlich irre ist: Jemand, der gerne bei 'ner Sinphonie wegträumt oder die Mehrheit, die alles außer Umpfumpf-Trullala unnormal findet.
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Re: Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon hypocampus » 10. Mai 2011 00:40

Ich antworte dir mal als ehemaliger chronischer Cannabiskonsument.

Die Suchtgefahr bei Cannabis ist rein psychisch. Bei mir war es so, dass ich seit mehreren Jahren gekifft habe (zum Schluss etwa zwischen einem halben und einem Gramm am Tag), dann habe ich aufgehört weil ich gemerkt habe, dass ich in meiner momentanen Stellung wegen Konzentrationsproblemen nicht zurecht komme. Ich habe dann feststellen müssen, dass das Kiffen NICHT der Auslöser war und das Aufhören nichts diesbezüglich verändert hat bzw. eher noch etwas verschlimmert hat. Diese Beobachtung trieb mich letztendlich zum Arzt und nun habe auch ich eine Diagnose für ADHS (unaufmerksamer Typus). Der Konsum war vielleicht nicht extrem im Vergleich zu dem was ich so kenne aber für meine Begriffe schon stark. Und ich hatte rein garkeine Probleme damit aufzuhören, als ich einen Grund dazu hatte. Geblieben ist die Nikotinsucht. Ich kiffe nach etwa einem halben Jahr kompletter Abstinenz inzwischen auch gelegentlich mal wieder, bin aber nie zum alten Level zurückgekehrt und habe auch das Gefühl das jederzeit beliebig komplett abbrechen zu können wenn ich darin einen Sinn sehe. Das ist jetzt nur eine persönliche Erfahrung von mir. Ich schätze das Suchtpotential als gemäßigt ein, bestimmte Umgebungsvorraussetzungen miteinbezogen. Wenn dein ganzer Freundeskreis kifft ist es schon schwerer immer Nein zu sagen. Du solltest den übermäßigen Konsum vermeiden und auch nicht in der Häufigkeit anziehen - es sind die Kleinigkeiten die dich zum gehäuften Konsum bringen, eher Gewohnheiten, wie immer nach dem Essen einen rauchen, immer wenn du etwas gutes erlebt hast oder wenn du etwas schlechtes erlebt hast. Du trainierst dir so nämlich den vermehrten Konsum an, ich habe einen Freund, der sich bei jeder Kleinigkeit mit einem Joint "belohnt" ganz nach dem Motto "Ich hab ne gute Note, yeah, darauf bau ich erstmal einen". Das ist genau das falsche Verhalten und das wird dein Konsumverhalten verstärken.

Ich sehe nicht wirklich die Problematik, wenn es bei einem kleinen Joint am Tag bleibt und finde es vernünftig von deinem Arzt, wenn er da so offen ist, dass er es als etwas mit positiven Nebeneffekten betrachten kann. Jedoch frage ich mich auch, wieso du nicht bereits gezielte Medikation gegen deine Depressionen erhälst, die sicherlich sehr viel besser auf deine Problematik zugeschnitten ist, als das Marihuana sein kann. Und deine Mutter hat nicht ganz Unrecht, die Indizien sprechen eindeutig dafür, dass Cannabis den Verlauf von psychischen Erkrankungen negativ beeinflussen kann. Die Substanz THC ist einfach viel zu wenig erforscht, um eine sinnvolle Aussage zum Nutzen bzw. Risiko zu machen, deswegen wäre es wohl tatsächlich besser wenn gezielter medikamentiert werden würde. Die Sucht sehe ich jetzt mal als kleineres Problem, die Frage ist, ob es deinem Problem längerfristig Abhilfe verschafft oder eher verdrängt und evtl sogar verschlimmern könnte. Ich kann diese Bedenken durchaus nachvollziehen.
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Re: Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon boralmar » 11. Mai 2011 13:21

also ob beruhigungsmittel da wirklich der bessere weg sind, das will ich mal sehr in frage stellen. das führt wieder zur alten leier von illegalen und legalen drogen, und ist im grunde müssig, reine formsache.

bei mir ists so, dass mir ein minimer täglicher konsum tatsächlich gut tut, soweit ich das beurteilen kann, was antrieb, konzentration und dergleichen angeht. alles was über das erwähnte persönliche minimum drüber hinausgeht, kostet mich auf dauer zu viel kraft, und der positive effekt kehrt sich ins gegenteil.
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Re: Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon hypocampus » 11. Mai 2011 15:07

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also ob beruhigungsmittel da wirklich der bessere weg sind, das will ich mal sehr in frage stellen. das führt wieder zur alten leier von illegalen und legalen drogen, und ist im grunde müssig, reine formsache.
[/quote]

Ich bin der letzte der ein Mittel daran misst, wie sein legaler Status ist. Jedoch muss man auch sagen, dass gerade dieser Grund dafür verantworlich ist, dass man über das THC eigentlich noch garnicht wirklich etwas weiß.

Es geht auch nicht um Beruhigungsmittel. Es gibt inzwischen viele moderne auf das jeweilige Anwendungsgebiet optimierte Psychopharmaka. Einen kompetenten Arzt und eine korrekte Diagnose vorrausgesetzt ist man sicherlich meist besser beraten, sich mit der Schulmedizin behandeln zu lassen als sich irgendwelche natürlichen und dementsprechend unkalkulierbaren Drogen zu geben, die vielleicht sogar die Probleme verschlimmern könnten. Gerade wenn es um speziellere Probleme psychischer Art geht.
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Re: Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon boralmar » 11. Mai 2011 15:52

mhm.. gutes Argument.
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Re: Plötzlicher Cannabis-Konsum

Beitragvon Crios » 12. Mai 2011 00:13

Mh bestimmt könnte ich mir was verschreiben lassen, bin aber gegenüber Medikamenten sehr ablehnend (durch Vergangenheit begründet). Zudem ich bei den Psychotherapeuten oder was er ist ursprünglich deswegen bin, damit ich bei meiner jetztigen Abstinenz von 10 Jahren Medikamenteneinnahme beraten bin. Will nicht wieder Tabletten nehmen müssen.
Außerdem ist es nicht kontinuierlich. Meine Abstürze dauern unterschiedlich, gehen aber auch wieder weg, werden manchmal aber sogar manisch. Vielleicht bräucht ich einfach was für die Stoßzeiten, wo garnichts mehr gut läuft.
Bin auch zusätzlich gestresst durch meinen excessiven Lebenswandel, den ich zwar sehr begrüße, aber doch sehr stressig ist wie gesagt. Und das Gras hat in den letzten Tagen geholfen ein wenig entspannter zu sein. Das geben mir die Tabletten nicht.
Naja ich will mal gucken ob es nächste Woche besser geht und ich vllt mal ne Drogenpause wenigstens unter der Woche machen.

Danke für die Antworten, hat geholfen  :ja:

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