Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

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claire24
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Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

Beitragvon claire24 » 29. Mai 2009 04:59

Ich bin mitten in der Diagnosephase.
Auf meinen Fragebögen sind auch einige Fragen zum Thema Drogen.
Die weniger eindeutigen habe ich ehrlich beantwortet - allerdings bin ich mir ziemlich unsicher bei den anderen.

Ich kenne den Arzt nicht gut. Er macht einen sympathischen, aber eher konservativen Eindruck - aber in einer weniger als einer Stunde Gespräch kann - zumindest für mich - kein so ein Vertrauensverhältnis entstehen, dass ich über so etwas ehrlich sein kann.
Ich habe nicht das Gefühl, als könnte ich mit dem Thema zu ihm kommen, ohne sofort in eine Schublade gesteckt zu werden.

Ja, ich habe Dummheiten gemacht, aber nein, ich habe nie die Kontrolle verloren, ich habe Sachen probiert - was sehr, sehr blöd war, aber das High ist nicht gekommen, weder von Speed noch von anderen Uppern, und deswegen ist es bei ausprobieren geblieben.
Leute in meinem Umfeld sind nacheinander abgestürzt, und es hat mich erschüttert und beängstigt - und im Endeffekt davon weggebracht. (Schon mal mitgekriegt, was Crystal aus Menschen macht?)
Ich war dann Dauerkonsument von Ephe - eine konstante, niedrige Dosis (durch die Caps ja gut möglich), unter der ich klar denken und in der Schule aufpassen konnte, aber ich habe das Ganze - aus Angst vor Kontrollverlust und weil ich das Gefühl hatte, nichts mehr ohne auf die Reihe zu bringen - selbst aufgegeben.

Das ist 3-4 Jahre her. Seitdem habe ich nichts auch nur berührt, hätte kein Problem, dem Arzt einen garantiert sauberen Bluttest - oder sogar Haartest vorzuweisen  - also es ist wirklich vorbei.
Trotzdem, ich habe Angst, dass mich der Arzt nicht mehr ernst nimmt, und glaubt ich will nur Medis. Ich will Medis, zugegeben, aber ich will auch unbedingt eine VT oder zumindest einen Coach.
Außerdem will ich nicht unbedingt darüber reden - es ist eben ein sehr schwieriges Thema für mich, und diese Seite von mir macht mir Angst, und ist ein Grund, warum ich mich überwunden habe, zum Psychiater zu gehen, um meine Probleme in den Griff zu kriegen.

Mir ist klar, dass dies relevant für die Diagnose wäre. Aber ich kann mich nicht dazu überwinden, Ja oder Nein anzukreuzen, und wenn ich es leer lasse, ist das ein Ja, bei dem extra nachgebohrt wird..
Was würdet ihr tun?
Und wenn ihr ehrlich wärt - was ist, wenn er sagt: Keine Medis? (wie im Forum gelesen?)

Danke für euren Input

(Verdammt, die Sonne geht auf, und ich hab noch nicht geschlafen.. Erst ma Kaffee kochen, und ab ins Bett..)
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melinamaus
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Re: Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

Beitragvon melinamaus » 29. Mai 2009 05:19

Ich war beim Ausfüllen ehrlich. Was hat es für einen Sinn, wenn du es verschweigst?

Es steht sicher im Bogen - haben sie probiert, warum nicht ja ankreuzen? Probieren tun viele.

Also nur Mut. Ärzte sind auch nur Menschen, halt mit weißem Kittel.  :icon_mrgreen:

LG Dunja
Auf meinem Grabstein soll stehen: "Schau nicht so doof, ich läg jetzt auch lieber am Strand."

Wenn Gott gewollt hätte, dass ich arschkrieche, wäre ich ein Zäpfchen geworden.
pyroxeno
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Re: Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

Beitragvon pyroxeno » 8. Juni 2009 16:39

Ich würde ehrlich sein an deiner Stelle.
Hab auch ne ziemlich harte Zeit vor 5 jahren durch gemacht und alles mögliche ausprobiert.
Wenn ein Arzt dich auf grund dessen in eine Schublade steckt, wäre er meines erachtens eh nicht das richtige. Entweder du kannst bei ihm zu allem was du getan hast und was du bist stehn, oder eben nicht.
Ich bin nicht vergesslich!
Ich bin nur .... um was gings grad?
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Angie
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Re: Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

Beitragvon Angie » 8. Juni 2009 17:59

Bei mir im Fragebogen stand: Nehmen Sie Drogen?

Was soll man da Antworten ? Nicht mehr. Eigentlich z.Z. richtig ist :Nein  :fr:

Also stände da, haben sie Drogen genommen oder nehmen Sie noch, dann wäre es was anderes.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

Beitragvon agathe » 9. Juni 2009 16:47

hmmm... ich glaube, ich würde nicht ehrlich sein..
arzt bleibt arzt, und die akten gehen zur kasse..
und mir ist viel zu klar, was alles in akten kleben bleibt und das es mich beruflich den kopf kosten könnte...
I generally avoid temptation ----------- unless I can`t resist it..... (Mae West)
Raphael

Re: Wie viel Ehrlichkeit beim Arzt?

Beitragvon Raphael » 9. Juni 2009 18:16

[quote="agathe"]
hmmm... ich glaube, ich würde nicht ehrlich sein..
arzt bleibt arzt, und die akten gehen zur kasse..
und mir ist viel zu klar, was alles in akten kleben bleibt und das es mich beruflich den kopf kosten könnte...
[/quote]

Erstens: Ich würde ehrlich sein. Wenn der Arzt dann negativ reagiert, ist es der falsche Arzt. Zu einem Arzt sollte man eine Vertrauensbeziehung haben.

Zweitens: Ärzte haben eine Schweigepflicht. Und wenn auch die Diagnose "Drogenabhängigkeit" dabei rundkommen sollte: Krankenkassen haben *auch* eine Schweigepflicht. Polizeillich hat man also nichts zu befürchten.

LG Raphael

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