Ritalin, Sucht??

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Teleri

Ritalin, Sucht??

Beitrag von Teleri » 26. Februar 2006 12:39

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Hallo Michael,

Wie ist es dann wenn man irgendwann mal kein Ritalin mehr nehmen soll.


Meine Ärztin sprach irgendwann im vorletzten Jahr von einem Auslassversuch. Ich habe darauf etwas panisch reagiert und habe, um nicht plötzlich ganz ohne Medis dazustehen, die Dosis reduziert. Das hätte mich dann beinahe meinen Job gekostet.

Das habe ich meiner Ärztin berichtet und wir kamen dann darauf, dass Medis zu reduzieren oder ganz abzusetzen erst dann geht, wenn man selbst das Gefühl hat, sie nicht mehr unbedingt zu brauchen. Auf Medis zu verzichten, weil jemand anderes meint, dass man das machen sollte, ist sinnlos und kontraproduktiv.

Aber alleine das wissen kein Ritalin genommen zu haben hat mich schon verunsichert. Ist das bei euch auch so??


Ja, das Gefühl kenne ich durchaus.

ich denke jetzt nich das sich daraus eine sehr schlimme sucht rausstellen kann ich bin mir ziemlaich sicher das man davon psychisch abhängig werden kann.


Diese Sorge teile ich nicht. Inzwischen gerate ich bei der verschriebenen Dosis immer öfter in eine Überdosierung, und das Gefühl ist ziemlich ätzend und zieht nach sich, dass man eine Überdosierung vermeiden möchte. Man reduziert dann die Medis von selbst - habe ich in der jüngsten Vergangenheit öfter gemacht und es zeichnet sich ab, dass sich das fortsetzt.

Wichtig bei der Einnahme der Medis ist m.E., dass man genau in sich reinfühlt, wie es einem geht. Wenn ich schon spüre, dass ein fetter Rebound im Anmarsch ist, dosiere ich dementsprechend. Wenn ich mich zum Ende der Wirkzeit (ich nehme das "normale" Medikenet, also kein Langzeitpräperat) dennoch gesammelt und wohl fühle, reduziere ich die Dosis oder lasse sie ggf. ganz weg. Am besten "übt" man das mal an den Wochenenden zuhause, da ist es nicht so schlimm, wenn es dann mal nicht so gut läuft.

Vor allem sollte man aber gerade im privaten Bereich einfach auch damit rechnen, dass Dinge nicht so glatt laufen, und nicht sofort in Panik verfallen und den Rückschluss ziehen, dass es ohne eben doch nicht geht. Man dosiert die Medis nach der Erstverschreibung langsam ein - ich spreche mich sehr dafür aus, sie ebenso vorsichtig wieder auszuschleichen, und vor allem individuell.

Gestern hab ich meine Medis vergessen zu nehmen und auch keine mitgenommen zur abreit.


Vielleicht warst du auch nur deshalb so unsicher, weil du dich selbst der Möglichkeit beraubt hast, dich nachzudosieren? Vielleicht wärst du gar nicht so unsicher gewesen, wenn du gewusst hättest, dass du dein symbolisches Auffangnetz dabei gehabt hättest?

Selbst wenn du diese Fragen mit "ja" beantworten kannst, würde ich noch nicht an eine psychische Abhängigkeit denken. Mir scheint eher, dass das ein ganz normaler Entwicklungsschritt ist, den du vermutlich in ein paar Monaten hinter dir gelassen haben wirst.

Ich denke auch, dass eine psychische Sucht dafür sorgen würde, dass du deine Medis nicht vergisst ein- oder mitzunehmen.

Don´t panic :smile: .

Lieben Gruß, Teleri
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Händchen » 26. Februar 2006 17:39

Hallo Timo,

Mein Psychopath meinte sogar, wenn ich ihm sage, daß ich ab und zu mal kiffe, dann kriege ich kein MPH

als der Gute dieses sagte, hatte ich ihm schon längst mitgeteilt, daß ich nichts rauche. Urin und Blut habe ich auch da gelassen.

Mich hat das eigentlich wenig aufgeregt.

Es ist nicht illegal, MPH an ehemals Abhängige zu verschreiben, jedenfalls nicht daß ich wüßte. Es ist halt mit einem Risiko verbunden, daß es erneut zu Abhängigkeit kommt. Und deshalb wird es nicht gerade empfohlen.
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Timothy
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Timothy » 26. Februar 2006 19:23

"Es ist nicht illegal, MPH an ehemals Abhängige zu verschreiben, jedenfalls nicht daß ich wüßte. "

Sucht um mal den 'Umgangssprachlichen' begriff zu nehmen ist ja nix was sich verflüchtigt.

Der Doc käme aber dem Gesetz gegenüber in Erklärungsnöte wenn er weiss das jemand 'süchtig' ist und z.B. bei einer Verkehrskontrolle beide Stoffe gefunden werden und die Frage aufkommt woher das MPH stammt.

Ein trocknener Alkoholiker, bleibt trotzdem Alkoholiker.
Und du meinst wenn dieser MPH bekäme besteht die Gefahr das er davon abhängig dann würde?
Oder ist dies evtl. nur eine Agumentation der Pharmaindustrie, für den Fall das es dazu kommen könnte?

Ich meine hier nur süchtige ADDler...
Morphin das zur Schmerzbekämpfung genutzt wird, macht nur dann süchtig wenn es zweckentfremdet wird. (nicht auf meinem Mist gewachsen, Aussage eines Arztes für Schmerztherapie)

LG Timo
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Simone » 26. Februar 2006 21:13

Ich denke auch, dass eine psychische Sucht dafür sorgen würde, dass du deine Medis nicht vergisst ein- oder mitzunehmen.


Da denke ich anders.

Eine pyhsische Sucht würde das bewirken aber die Psyche geht doch einen ganz anderen Weg.

Bin ich frisch verliebt und gehe auf Wolke sieben spazieren ist das ein enormes Hochgefühl. Es geht mir dann auch körperlich besser so das ich z.B. Schmerzen nicht oder nicht so stark wahr nehme wie üblich. Ich bin dann wie aufgepuscht.

Geht dann das "Verliebssein" weg oder reduziert sich, nehme ich auch andere Dinge wieder stärker war. Ich fange an mir die Zeit des "Verliebsseins" zurückzuwünschen. Ich bin abhängig weil ich den schönen, angenehmen Zustand wiederhaben möchte. Mit der Zeit gewöhne ich mich allerdings auch wieder daran.

So ist das, so denke ich, mit den Medis auch: Ich wünsche mir einen bestimmten Zustand zurück und es dauert eine Weile bis ich das akzeptieren kann.

Wie gesagt: So denke ich und spiegelt meine eigene Denkweise wieder.

Hoffentlich habe ich mich nicht zu kompliziert ausgedrückt ;)

LG
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von michael » 26. Februar 2006 21:38

Aber alles was ihr schreibt, erinnert mich hier an eine Psychische Sucht.
Ich denek auch das man von Ritalin nich Körperlich abhängig wird, aber das eine Psychische Sucht enstehen kann, klingt für mich durchaus Logisch.
Zumal ihr alle Punkte erwähnt in denen sich für mich eine Psychische Sucht wiedrspiegelt.
Man muss sich daran gewöhnen mit einem mal kein Ritalin mehr zu nehmen, und dieser Gedanke einem dann erstmal Angst udn es dauert bis man sich sich auch ohne wohlfühlt. Das ist das was ihier von eonzelnen beschrieben wurde.
Aber was ist denn dass, in meinen Augen eine Psychische Sucht.
Vom Rauchen werde ich in erster Linie auch nur Psychsich abhängig.
Wenn ich aber aufhören will, was ist dann das größte Problem. Für mich der Gedanke, das ich mich ohne unwohl fühle irgendetwas sagt mir innerlich das ich weiter Rauchen will und Angst vor veränderung habe.
Die erste Zeit ist es anstrengent aber wnen man merkt das es auch ohne geht, dann kommt man damit klar. Wie bei MPH.
Ich habe Angst das die dinge die jetzt mir einem mal so gut klappen, dann nicht mehr so gut klappen.
Ich würde zwar sgaen diese Psychische abhängigkeit ist nicht so schlimm wie die von z.B. Nikotin, aber trotzdem würde ich da von einer Abhängigkeit reden.
Sicherlich würde man bei eienr Sucht die einnahme nicht so schnell vergessen, aber das denke ich kann auch wieder ADS bedingt sein. Morgens man ist spät dran und muss los, schnell fertig machen udn ab ins Auto. Geht mir bei den Medis wie bei meinen Zigaretten ab und zu so das die dann vergessen werden.
Genau wie das Argument, das jeder irgendwann MPH nicht mehr nehmen will.
Geht den meisten beim Rauche auch so, nur das es beim rauchen wiederum etwas schwerer ist durchzuhalten. Aber wenn der Punkt da ist dass ma es Satt hat zu Rauchen dann schafft man es davon auch loszukommen.
Bei den Medis wiederum kann ich nicht sagen wie es ganu ist wenn man die Satt hat, denn ich nheme Medis erst ca ein 3/4 Jahr und hab ediese bis jetzt noch nicht Satt.
Nur was ist wen ich die nicht mehr nehmen will. Warum schaffe ich denn dann wohl leichter als beim Rauchen. Ich denke es spielt auch ganz einfahc ne Rolle dass die Beschaffung wesentlich schwerer ist. Wenn mein Arzt mir keine aufschreibt komme ich auch an keine ran.

Also ich bin da noch rehct skeptisch was eine Psychische Abhängigkeit angeht.

lg michael
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Simone » 26. Februar 2006 21:59

Lieber Michael,

ich wollte dich nicht noch zusätzlich verunsichern!

Du selbst merkst wenn du auf deine Medis verzichten kannst. Das ist wie beim Hustensaft.... geht der Husten weg und du kannst wieder durchatmen dann läßt du ihn ja auch wieder weg. Da hast du auch keine Angst das er wiederkommen könnte, oder?

Wenn du wirklich soweit bist dann wirst du das merken, glaub mir und das braucht dir auch keine Angst machen.

Ich habe mir damals gesagt das ich jederzeit wieder auf die Medis zurückgreifen kann wenn ich das möchte und das kannst du, das kann jeder der Medis nimmt.

Weißt du, da habe ich weitaus mehr Bedenken was das rauchen betrifft. Bei mir ist der Geist wohl willig aufzuhören aber mein Fleisch ist schwach. Beim Nikotin handelt es sich eben nicht nur um eine psychische Sucht sondern ich reagiere sehr extrem physisch.

Hoffentlich konnte ich dich jetzt ein wenig beruhigen!

LG
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von michael » 26. Februar 2006 22:04

ich bin ja nicht direkt beunruhig, ich sehe es nur durchaus für realistisch an davon abhängig zu werden.
Heisst ja nicht gleich das dies eine schwere und gefährliche Sucht ist.
Aber das es durchaus möglich ist denke ich schon.
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Händchen
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Händchen » 26. Februar 2006 22:24

Zur Suchtproblematik:

Stellt euch vor, ein Ex-Alkoholiker glaubt, daß er Alkohol zu sich genommen hat, etwa in der Soße oder in der Schokolade. Selbst wenn das gar nicht der Fall ist, könnte er in seine alte Sucht zurückfallen. Wenn er also glaubt, daß MPH süchtig macht....

Nun, nach meinen Infos kann MPH tatsächlich süchtig machen. Und zwar kommt es darauf an, wie es verabreicht wird. Diese Information habe ich sowohl bei Martin Winkler(ADS-Arzt) gelesen, als auch bei der Firma Medice (Medikinet).

Bei sachgemäßer Anwendung der MPH-Medikamente (richtige Dosis, orale Einnahme, das Zeug ist in Pillen verpackt) besteht normal keine Gefahr. Doch man kann ein Medikament auch anders als sachgemäß anwenden, etwa die ganze Packung auf einmal einnehmen, oder eben, die Pille knacken und sonstwie zubereiten.
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Simone » 6. März 2006 12:59

Puhhh, hab lange überlegt noch einmal zu diesem Thema zu posten oder ob ich es lieber sein lasse.

Ich möchte auf keinen Fall anecken :neutral:

Als erstes möchte ich bemerken das es keine EX Alkoholiker gibt . Es gibt nur aktiver Alkoholiker und trockener Alkoholiker... war aber sicher was du meintest @Händchen.
Ein Alkoholiker kann glauben und denken ob irgendwo Alkohol drin ist wie er möchte doch der Glaube oder Gedanke allein bringt ihn nicht wieder drauf wenn er es nicht will.

Fakt ist wenn tatsächlich nur ein winzig kleines Bisschen irgendwo drin ist reagiert der Körper sofort und in den allermeisten Fällen trinkt der A. wieder.

Ok, es geht nicht um Alkoholiker. War mir nur wichtig weil mein Mann wegen dieser verfluchten Sucht gestorben ist.

Im Prinzip kann man von ALLEM süchtig werden, von Schokolade übers Koffein bis hin zur Partnersucht. Und manchmal ist es eben sehr schwierig psychische und physische Süchte auseinanderzuhalten weil die Grenzen schwimmig werden.

Beispiel: Ich behaupte immer ich sei von Kaffee b.z.w. dem Koffein abhängig und ohne meine morgendlichen 2 Tassen Kaffee ginge garnichts mehr. Das ist aber ein Irrglaube denn wenn ich
a) irgendwo eingeladen bin und dort entkoffeenierten Kaffee bekomme merke ich davon absolut nichts.
b) ich im Krankenhaus von jetzt auf gleich gänzlich auf Kaffee verzichten konnte ohne mich anders wie sonst zu fühlen
Ich bin also "lediglich" psychisch vom Koffein abhängig! Es wäre somit für mich ein leichtes auf dieses Laster zu verzichten... tu ich aber nicht :kaffee:
Der Kaffee am Morgen heißt nämlich für mich die erste halbe Stunde am Morgen gehört mir ganz allein und da stört mich auch keins meiner Kids. Eine psychische Sucht der ich gerne fröhne ;-)

Als ich vor ein paar Jahren mit dem rauchen aufhörte fiel es mir komischerweise sehr leicht. Ich hatte von jetzt auf gleich aufgehört und vermisste es in keinster Weise obwohl ich Entzugserscheinungen befürchtet hatte.

Ok, ich fing nach einem Jahr wieder damit an aber weil ich das wollte!

Als ich 1 1/2 Jahre später wieder den Rappel bekam aufzuhören dachte ich das es doch ganz einfach sei. Irrtum denn ich war mit einem Mal physisch abhängig. Diesmal bekam ich regelrechte Entzugserscheinungen und es ist mir leider bis heute nicht wieder gelungen aufzuhören obwohl der Wille da ist.

Psychische Süchte bekommt man "einfach" in den Griff wenn man soweit ist , wenn man sich stark genug fühlt denn es tut nicht weh, was bei physischen Süchten jedoch anders ist.

Na toll, kurz abgelenkt und schon hab ich vergessen was ich noch schreiben wollte. Ich denke aber das reicht erstmal, vielleicht fällt mir der Rest ja doch noch ein ;)

LG
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von michael » 6. März 2006 16:11

Ich glaube ich kann mir aber vorstellen worauf du hinaus wolltest.
Du wolltest sagen das man von so ziemlich allem abhängig werden kann und dem entsprechen interepretiere jetzt mal das dies für Ritalin deiner Meinung nach genau so gilt. Aber in erster Linie Psychisch.
Genau das was ich denke, eine Psychische Abhängigkeit, kann ich mir sehr gut bei Ritalin vorstellen.
Das man irgendwann damit aufhöhrt ist ja wie bei dir beim Rauchen. Du hast ohne Probleme beim ersten mal aufgehöhrt weil der Wille da war.
Was aber nun wenn im falle von Ritalin der Wille nicht da ist, weil ich ja in erster Linie nur Positiv davon profitiere.
Ich will nicht weil ich evtl. Angst habe danach könnte alles so werden wie zuvor und die alten probleme kommen wieder.
In dem Fall würde ich gar nicht erst auf die Idee kommen aufzuhören, aber eine Sucht in dem Sinne würde ich auch nicht sehen, oder nicht sehen wollen.
Und dann geh ich nicht von einer Sucht aus und bin der Überzeugung MPH macht nicht abhängig.
Ich will jetzt MPH nicht verteufeln oder so. ich will lediglich daraufhinweisen das ich mir sehr wohl vorstellen kann, bzw. davon überzeugt bin, das es abhängig macht. Aber dies in erster Linie Psychisch und nicht Physisch.


lg michael
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Ritalin, Sucht??

Beitrag von Simone » 6. März 2006 16:19

Genau das meinte ich damit!

Gut das hier noch andere sind die mich verstehen können ;)

LG
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von dasich » 3. Dezember 2006 00:41

Hallo,

selbstverständlich hat Ritalin ein Suchtpotential. Ich habe es, während meiner jahrelangen Medikamentensucht missbraucht. Ich habe es in Wasser aufgelöst und in rauhen Mengen i.v. appliziert.
Besteht eine Disposition hinsichtlich Sucht, und keiner kann wissen, bei wem eine besteht und bei wem nicht, kann es sehr leicht zu einer Abhängigkeit kommen. Man muss einfach nur mal und ich empfehle es keinem, bereichte ausschließlich aus meinen eigenen Erfahrungen, 40 oder 50 mg geballt zu sich nehmen und die Euphorie ist gigantisch. Da ist dann nix mit ruhig und des ADDlers himmlischer Ruh, da ist man druff und der glücklichste Mensch der Welt. Das Arzneimittel unterliegt nicht umsont der BVO. Ich habe mich heute Abend hier ein bisschen belesen und muss sagen, dass ich nicht selten das Gefühl hatte, das einige hier wirklich sehr leichtsinnig mit dieser Droge, die ich bei einem Selbstversuch von Cocain nicht unterscheiden konnte, einzig der Geschmack verriet, was das zerriebene Ritalin war, umgegangen wird.

Ich nehme sehr wenig und bin sehr vorsichtig. Deswegen klingeln alle meine Alarmglocken wenn ich lese, "Ritalin hat kein Suchtpotenzial".


Gruß

das zappelnde ich
Zuletzt geändert von dasich am 3. Dezember 2006 00:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von johanna » 3. Dezember 2006 01:06

du hast es dir aber gespritzt.
die wirkung ist nur dann mit kokain vergleichbar (oder zerkleinern und durch die nase ziehen)
und die wirkdauer müßte auch wesentlich kürzer gewesen sein als bei kokain.
"süchtig werden" kann man im prinzip von allem.
gerade medikamente sind immer kritisch zu betrachten,aber ritalin verantwortungsvoll
angewendet ist ein segen und verhindert in vielen fällen auch das es erst zu einer sucht kommt (selbstmedikation)
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Timothy
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von Timothy » 3. Dezember 2006 01:21

Ich nehme sehr wenig und bin sehr vorsichtig.


Meinst du ich und andere schieben die Tabletten Kiloweise ein?

40 oder 50 mg geballt zu sich nehmen und die Euphorie ist gigantisch.


das ist zum einen Missbrauch, zum anderen war es von dir nicht dazu gedacht als Medikament, aber als Droge genutzt zu werden.

Viele Medikamente, die dazu gedacht sind zu helfen, können bei Überdosierung und Missbrauch Effekte haben, wenn mensch es drauf anlegt.

Das ist aber nicht die Frage.

Ich habe es in Wasser aufgelöst und in rauhen Mengen i.v. appliziert.


Das ist ebenfalls Missbrauch und weder bestimmungsgemäß genutzt noch appliziert.
Dieses ist auch mit anderen Stoffen möglich. Ich kann mir auch Alkohol injizieren, turnt bestimmt auch...

Auch das ist nicht die Frage.

Es geht um Hilfe und damit auch um einen Bestimmungsgemäßen und verantwortungsvollen Gebrauch.

Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch kann ich bestätigen hat es bei  mir kein Suchtpotenzial. Ich vergesse es oft auch, besonders am WE.... ein Süchtiger täte dies sicherlich nicht.
By the way, habe einige Therapien gemacht....wegen Sucht (Selbstmedikation).

Ich behaupte, das kein ADSler ein Medikament das ihm hilft zerstossen und sich durch die Nase ziehen oder injizieren wird. Wozu auch?

Genau dieser von dir beschriebene Missbrauch trägt dazu bei, das ADDler immer wieder vor die Frage gestellt werden, ob sie süchtig seien oder gar als Drogenabhängig o.ä. bezeichnet werden.

Von Insulin kann ich sterben wenn ich kein Diabetiker bin.

Du bist als AD(H)Sler diagnostiziert?

gruss
Timothy
Zuletzt geändert von Timothy am 3. Dezember 2006 01:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von dasich » 3. Dezember 2006 09:27

Da hast Du recht, ich meine, ich vergesse das Mittel nicht, das liegt sicherlich und hier gebe ich Dir recht, an meiner Suchterkrankung, aber es ist in meiner kleinen, verantwortungsbewussten Einnahme tatsächlich ein Segen. Das ist auch der Grund, warum ich heute denke, dass ich es nicht mehr missbrauchen werde. Ich gebe Dir auch recht, wenn Du sagst, "Wieso missbrauchen, was mit hilft". Ich würde mir bei meinem Doc und für mich selber eine großartige Chance verbauen.

Trotzdem möchte ich, der im Suchtbereich mittlerweile beruflich tätig ist sagen, Ritalin hat immer und bei jedem ein Suchtpotenzial. Keiner kann wissen, auch nicht bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, bei wem sich eine Sucht entwickelt und bei wem nicht. Medikamentensucht entsteht ja oft auch durch niedrige Dosen, die als gut erlebt werden und dann entweder beibehalten werden (Low-Dose Depen.) oder gesteigert werden. Hierzu benötigt es oft auch externe Auslöser, aber es kann immer und jedem passieren. Mehr wollte ich garnicht sagen.

Meine Aussage hinsichtlich der merkwürdigen Einnahmepolitik einiger User bezog sich nicht auf diesen Thread hier, sondern auf unzähilge andere hier im Forum. Aber das ist meine, höchstsubjektive Meinung, die ich in keinster Weise zur Empirie erheben möchte. :)


Ich jedenfalls bin froh, dass ich auch ein Forum gefunden habe, in dem ich mit Menschen reden kann, die ähnlich drauf sind wie ich. Es gibt so wenige ADDler, die ich kenne und die sich damit befassen.


Gruß und einen schönen Sonntag wünscht

das zappelnde ich.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von dasich » 3. Dezember 2006 09:30

[quote="Timothy"]
Du bist als AD(H)Sler diagnostiziert?

gruss
Timothy



[/quote]

Ich bin ein ADDler im Quadrat. :D


Bei mir ist es auch keine Restsymptomatik, ich habe es immernoch volle Pulle und habe deswegen erst vor einigen Wochen meinen Job verlornen. Deswegen auch das Ritalin, eigentlich wollte ich es nicht, aber mein ADS hindert mich an so vielen Dingen.

Die Diagnose wurde bereits im Kindesalter gestellt. Inclusive einer linguistischen HB.



Frank T.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von sonnenschein » 4. Dezember 2006 10:52

Also, ich meiner Meinung nach kann man von allem psychisch abhängig werden.

Es kommt auch immer auf den Gemütszustand der jeweiligen Person an.
Zum Beispiel, wenn man sich super toll fühlt merkt man vielleicht gar nicht wirklich, dass man seine Medis nicht genommen hat. Handelt es sich aber um einen richtig blöden Tag ist der Gedanke sehr schnell bei den Medis.

Ich denke so verläuft jede psychische Sucht. Und man kann von allem abhängig werden.
Süchte sind so individuell, wie die Menschen selbst.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von Timothy » 4. Dezember 2006 11:33

Und man kann von allem abhängig werden.


Und wenn Joggen dabei geholfen hat das es mir besser geht, und ich einen Tag nicht jogge und es mir dann schlechter geht, und ich sofort Joggen muss.
Dann bin ich danach süchtig. Auch nach Joggen....

OK, kommen wir zu der Frage, was ist Sucht?
Und ab wann ist eine Sucht eine Sucht?

m.E. ist Sucht etwas anderes als Abhängigkeit.
Wenn ich vom MPH abhängig bin, weil ich dann in dieser Gesellschaft besser
funktioniere, bin ich deshalb süchtig???

Wenn ich bestimmte Dinge besser kann, oder erst erträglich werden mit Ritalin und ich dadurch abhängig bin bzw. mich abhängig mache, bin ich deshalb süchtig??

Zum Beispiel, wenn man sich super toll fühlt merkt man vielleicht gar nicht wirklich, dass man seine Medis nicht genommen hat. Handelt es sich aber um einen richtig blöden Tag ist der Gedanke sehr schnell bei den Medis.


Das ist auch mit anderen Medikamenten so, in dem Moment wo die Symtome wieder anfangen, wird mensch daran erinnert, die Medikation zu nehmen.
Deshalb ist Mensch süchtig???

Also d.h. ein Mensch der sich mit Medis besser konzentrieren kann und deshalb bei nachlassender Konzentration zu Medis greift ist süchtig??

Ich kann mich super fühlen, der Tag läuft klasse, aber trotzdem nehme ich die Medis...hiesse dann eigentlich brauche ich sie nicht? und bin deshalb süchtig???

Denn das hiesse in der Konsequenz, das auch ein Diabetiker süchtig ist nach Insulin.
Nein, er ist davon abhängig, weill er sonst ziemlich sicher irgendwann so krank wird das er stirbt. Denn auch bei den Diabektikern gibt es abstufungen wie bei den ADDlern.

Ich behaupte es gibt ADDler bei denen das auch so ist....auch diese werden u.U. irgendwann so krank das sie sterben (und sei es das sie sich die Kugel geben, weill sie es nicht mehr ertragen).

Sorry, folks, aber da ist was schräg mit der Definition der Begrifflichkeiten.

lg
timothy
Zuletzt geändert von Timothy am 4. Dezember 2006 11:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von sonnenschein » 4. Dezember 2006 12:17

Aber genau darum geht es ja....wo fängt die psychische Abhängigkeit an? Nicht die körperliche.

Das ist halt bei jedem individuell. Und da spielen schon äußere Faktoren, wie Befinden, Umfeld etc. eine große Rolle.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von Timothy » 4. Dezember 2006 12:22

Die Frage hier ist nach SUCHT, nicht abhängigkeit...

denn abhängig ist jeder der eine Medikament braucht, also auch besagte Diabetiker...

Was ist der Unterschied zwischen abhängigkeit und Sucht...?

http://de.wikipedia.org/wiki/Sucht

und

http://de.wikipedia.org/wiki/Abh%C3%A4ngigkeit_%28Medizin%29

lg
timothy
Zuletzt geändert von Timothy am 4. Dezember 2006 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitrag von Edson » 22. März 2013 11:36

Guten tag, bin ganz neu hier und habe ein ernsthaftes problem, bei mir wurde das im alter von 13 diagnostiziert, inzwischen bin 26 und habe mein studium abgeschlossen und starte gerade in den beruf. Während meines studiums und auch schon in der letzten schulzeit bin ich von ritalin auf medikinet retard umgestiegen von der cih zwei tabletten  pro tag genommen habe. Als das studium immer stressiger wurde habe ich auch angefangen und die kapsel geöffnet um halbe portionen extra zu nehmen. Inzwischen bin ich so weit das ich das medikament weg lassen möchte und das auch schon getan habe, dies führt aber dazu das ich ernsthafte depressionen bekomme was vorher noch nie der fall gewesen ist und auch absolut unbegründet ist denn es ging mir eigentlich noch nie so gut wie zur Zeit. Wenn ich das medikament dann wieder nehme ist das gefühl auch wieder weg. Ich habe echte bedenken das ich in eine abhängigkeit gerutscht bin. Hat jemand ähnliche erfahrungen gemacht bzw. kann mir einen rat geben was zu tun ist? Ich wäre echt so dankbar denn es fällt mir unglaublich schwer mit der situation umzugehen. Lg edson
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