Ritalin, Sucht??

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michael
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon michael » 29. November 2005 15:38

Offiziel heisst es zwar das Ritalin bei ADSlern nicht süchtig macht. Aber ich bin mir da gar nicht so sicher ob sich daraus nicht eine Psychische Sucht entwickeln kann.
Denn wenn man so merkt wie plötzlich alles besser klappt und wie man viel besser klar kommt. Wie ist es dann wenn man irgendwann mal kein Ritalin mehr nehmen soll.
Ich denke dieser gedanke das man von dann an ohne klar kommen muss wird sich ähnlich auswirken wie von nun an nicht mehr zu Rauchen.
Gestern hab ich meine Medis vergessen zu nehmen und auch keine mitgenommen zur abreit.
Das Resultat daraus, ich war mir die ganze Zeit unsicher was falcshc machen zu können, na gut vergessen hab ich hier und da schon amhr als sonst, denke ich, ist aber nciht so wild da im moment nur Winterreifen angesagt sind und das sowas von Routine ist das man nicht viele schlimmer Fehrler mahcen kann. Für Dinge wie Reifen fest ziehen hab ich eh mehrere Eselbrücken, das ich das nciht vergesse.
Aber alleine das wissen kein Ritalin genommen zu haben hat mich schon verunsichert. Ist das bei euch auch so??
An die jenigen die lange zeit medis genommen haben und dies nicht mehr mahcen. Hattet ihr Probleme keine zu nehmen. Hattet ihr zwischendurch das gefgühl ihr müsstet jetzt was nehmen?
So ähnlich wie z.B. Rauchen.

Was denkt ihr machen Medis mit MPH Psychisch wohl Süchtig oder eher nicht??

lg michael
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eire
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon eire » 29. November 2005 18:39

Hi Micha,

ich nehme ja noch nicht so lange Medis, und manchmal fühle ich mich auch unsicher wenn ich mal vergessen habe welche mitzunehmen. Habe dann auch Angst Fehler zu machen.

Aber ich denke für mich, dass es halt Zeit braucht um zu lernen und zu sehen das man irgendwann ohne gut klar kommt. Da ist ne Menge Selbsteobachtung notwendig, Tagebuch führen wäre da ne gute Möglichkeit. Und wichtig Rückkopplung mit Therapeuten, Freunden und Familie.

Wäre ein gutes Thema für die nächste SHG.

LG

Klaus
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michael
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon michael » 29. November 2005 18:47

Ja gut aber am Anfang denkt auch niemand das er schon vom Rauchen süchtig ist das glaubt amn erts wenn es schon zu spät ist
ich denke jetzt nich das sich daraus eine sehr schlimme sucht rausstellen kann ich bin mir ziemlaich sicher das man davon psychisch abhängig werden kann.
Ich will jetzt niemandem seine Medis malig machen, ich nehme ja selbst ritalin und werde es auch weiterhin tun aber ich denke mal sollte über alle Folgen davon bescheid wissen. Alle Eventualitäten(na ob das richtig geschrieben is) die soch daraus ergeben könnten sollte bekannt sein.
Mich würden mal die leute hier interessieren die es mal ne zweit lang genommen haben und jetzt nicht mehr oder nur noch selten.

lg michael
brandy

Ritalin, Sucht??

Beitragvon brandy » 29. November 2005 21:42

Hallo Michael,

also ich kann es nicht bestätigen, da ich oft genug den Saft vergesse, allerdings fahre ich dann Auto, nehme ich wieder die Bürgersteigkannten mit, oder hier im Haus Ecken, Kanten und Türrahmen, u.v.m.

Im Grunde so wie es vor der Medikation auch war, und das heißt nicht , das der nächsten Griff zum Saft geht.

Ich hatte ihn heute z.B. vergessen, ich war im Krankenhaus, meiner Mutter fiel es direkt auf, leider kann ich dann meine Knochen nicht stillhalten.

lg brandy
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Eva
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Eva » 30. November 2005 08:19

Hallo Michael. Ich nehme Ritalin nun seid vier Jahren. Die ersten zwei Jahre fast durchgängig, danach mit größeren Pausen, heute sporadisch.
Ein Suchtverhalten konnte ich bei mir nie feststellen. Im Gegenteil, mir ging es so wie viele die ich kennenlernte. Nach einer Weile tritt bei mir immer ein Widerwille gegen die tägliche Medieinnahme auf und ich höre dann meist sofort auf und lege eine Pause ein.
Meine längste Pause dauerte über 6 Monate. In diesen Pausen kann ich immer sehr gut feststellen, ob die Medis bei mir und meinem Verhalten/Denken schon gefestigte Veränderung bewirkt haben.
Auch bei meinen Kindern konnte ich keine psychische Abhängigkeit feststellen, Körperliche ohnehin nicht. LG Eva
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
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Pitt
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Pitt » 30. November 2005 08:38

....
Ich möchte auch Wolle abgeben und blöken können!
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Fred Freese
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Psychische Abhängigkeit ist denkbar

Beitragvon Fred Freese » 25. Februar 2006 20:06

Hallo Michael,


eine psychische Abhängigkeit ist denkbar.
Wenn ich meinem Kind ständig erzähle, dass ich ihn nur lieb habe wenn er sein Medikament genommen hat, oder die Lehrerin ständig sagt "mit deinen Medikamenten bist Du mir viel lieber und du kannst besser mitarbeiten". Aber das läßt sich nicht verallgemeinern. Wenn man als Eltern oder Selbstbetroffener verantwortungsvoll mit den Medikamenten umgehe ist eine Abhängigkeit nicht möglich.

Liebe Grüße
Fred
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Händchen
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Händchen » 25. Februar 2006 20:20

Nun, ich denke mal, daß man da unterscheiden muß.

Ich trage eine Brille. Seitdem ich sie habe, klappt es viel besser. Wie ist es wohl, wenn ich eines Tages mir keine Brille mehr leisten kann? Ich bin von meiner Brille abhängig.

Ich habe einen Husten. Dagegen gibts ein Medikament. Seitdem ist es besser. Wenn ich das Mittel nicht mehr nehme, kommt der Husten wieder. Macht dieses Medikament abhängig?

Ein Kind kann ohne seinem Kuschelteddy nicht einschlafen. Machen Kuschelteddys süchtig?
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Fred Freese
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Fred Freese » 25. Februar 2006 21:05

Hallo Händchen,

da hast Du vollkommen Recht.
Eine psychische Abhängigkeit kannst Du aber nicht mit einer Brille, Husten oderr gar einem Kuscheltier vergleichen. Ich habe Kinder und Jugendliche kennengelernt, die das Gefühl hatten nur geliebt zu werden wenn sie das Medikament genommen haben. Schnell ist eine schwere Depression da. Das ging bishin zu Soizitgedanken. Es ist verdammt schwer diese Kinder dort rauszuholen.
Ich organisiere seit 4 Jahren Ferienlager für ADHS-Kinder. 2 mal hatte ich einen Jugendlichen dabei mit genau diesen Gedanken. Sein familieres Umfeld war sehr schwierig. Wir haben uns nach den Ferienlager immer wieder Briefe geschrieben. Wenn es seine Privatsphäre nicht verletzen würde, hätte ich sie Dir mal zeigen können. Ich habe ihm nach und nach das Gefühl gegeben, dass er auch ohne Medikamente liebenswert ist, aber es war ein schwerer Weg, seine Psyche war ganz schön angegriffen.
Leider ist er jetzt zu alt für das Ferienlager und ich habe leider den Kontakt zu ihm verloren.

Das mit der psychischen Abhängigkeit sollte man nicht immer auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt viele schwache Kinder die schnell darein geraten können.

Lieben Gruß
Fred
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Händchen
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Händchen » 25. Februar 2006 21:36

Hallo Fred,!


Ich habe Kinder und Jugendliche kennengelernt, die das Gefühl hatten nur geliebt zu werden wenn sie das Medikament genommen haben...


Es gibt auch Kinder, die glauben nur geliebt zu werden, wenn sie brav sind. Das muß also nicht mit einem Medikament zu tun haben.

Hat der Stoff MPH ein Abhängigkeitspotential?
Haben MPH-Medikamente, bei richtiger Anwendung ein Abhänigkeitspotential?
Liegen die Reaktionen, die du bei den Jugendlichen beobachtet hast an dem Stoff MPH, oder sind sie unabhängig vom Medikament.
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Fred Freese
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Fred Freese » 25. Februar 2006 21:59

Hallo Händchen,


nein MPH hat kein Abhängigkeitspotenzial.
Die Kinder merken aber, wenn Sie Medikamente nehmen werden Sie gemocht und wenn sie keine nehmen werden sie abgelehnt. Es hängt nicht direkt mit dem Medikament zusammen, aber diese Kinder glauben dies. Manch eine Magersucht kommt auch durch das Gefühl nur geliebt zu werden, wenn man schlank ist. Sie verlieren den Blick für ihren Körper.
Kinder können auch eine Psychose aufbauen, nur mit dem Medikament geliebt zu werden.

Liebe Grüße
Fred
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Händchen
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Händchen » 25. Februar 2006 22:25

Demnach wäre die Eingangsfrage von michael klar mit Nein zu beantworten.

Offiziel heisst es zwar das Ritalin bei ADSlern nicht süchtig macht. Aber ich bin mir da gar nicht so sicher ob sich daraus nicht eine Psychische Sucht entwickeln kann.


Trotzdem ist da ein unerwünschter Effekt. Dieser Effekt ist ein Grund dafür, daß ehemahlige Drogen- und Alkoholabhängige kein MPH bekommen sollen.

Der Stoff MPH hat kein Abhängigkeitspotential, wenn man ihn als Tablette einnimmt. Ein ehemaliger Abhängiger könnte allerdings auf die Idee kommen, sich aus dem Mittel eine Droge zu basteln, mit tatsächlichem Suchtrisiko.

Aber was kann man machen gegen diesen unerwünschten Effekt?
Ich denke, da kommt es sehr auf die richtige psychische Betreuung an. Die Kinder müssen spüren, daß sie auch geliebt werden, wenn sie nicht so sind wie die anderen, wenn sie nicht das Mittel nehmen. Die Kinder sollten ihre persönlichen Stärken kennen usw. Das ist jetzt etwas theoretisch.

Es ist eben nicht genug, einfach ein Medikament zu geben und schwuppdiwupp, alles wird gut. Da sollte man sich im Kopfe behalten.

Lieben Gruß

Händchen
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Timothy
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Timothy » 25. Februar 2006 22:50

@Händchen, ich bin süchtig und behaupte ADDler zu sein.
Das hiesse ich bekäme kein MPH, weil ich süchtig bin?
Auch wenn es hilft?

Wie gut das mein Arzt anders denkt...

LG Timo
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Re: Ritalin, Sucht??

Beitragvon Simone » 25. Februar 2006 23:34

[quote=""michael""]
An die jenigen die lange zeit medis genommen haben und dies nicht mehr mahcen. Hattet ihr Probleme keine zu nehmen. Hattet ihr zwischendurch das gefgühl ihr müsstet jetzt was nehmen?
So ähnlich wie z.B. Rauchen.

Was denkt ihr machen Medis mit MPH Psychisch wohl Süchtig oder eher nicht??

lg michael[/quote]

Hallo Michael,

ich habe drei Jahre lang Ritalin genommen und seit einem Jahr nicht mehr und es hat mir keinerlei Probleme gemacht.

Ich denke es liegt daran das ich mir von Anfang an bewußt gemacht habe das es mir nicht in allen Lebensbereichen helfen wird. Ich habe Prioritäten setzen müssen und nach anfänglichen Schwierigkeiten ist es mir auch gelungen.

Ich habe soviel verautomatisiert das ich mit der Zeit merkte auch ohne Rita auskommen zu können.

Bei meinem ersten Auslassversuch jedoch kriegte ich Panik weil ich sehr wohl wahr nahm das ich in gewissen Bereichen in mein altes Muster verfiel. Die Tatsache aber das ich das selbst bemerkte und ich auch mit meiner dazu parallel laufende VT vorankam, machte mir bewußt das sehr wohl eine psychische Abhängigkeit entstanden war. Hinzu kam das ich meine permanente Müdig- und Schlaflosigkeit auf das weglassen schob.

<<Im Nachhinein erwies es sich das ich unter einem gewaltigen Burnout litt weshalb ich ein AD von meinem Doc. bekam. Heute kann ich sogar großteils auf das AD verzichten das ich ohnehin nur nach Bedarf nehmen kann und darf.>>

Ich nahm für mich diese Tatsache so an und nahm die Medis weiter, verringerte Jedoch die Dosis allmählich. Anfangs ließ ich sie an den WE`s weg, nachher auch dann wenn ich ganz etspannt war.

Im laufe der Zeit vergaß ich sie auch immer häufiger, so das ich irgendwann bemerkte das ich sie garnicht mehr brauche. So ließ ich sie dann ganz weg!

Sicher ist auch ausschlaggebend das sich mein Leben an sich auch grundlegend geändert hat. Es ist viel viel ruhiger und entspannter geworden.

LG
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Timothy
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Timothy » 25. Februar 2006 23:57

@Händchen, habe es nochmal gelesen und irgendwie habe ich das Gefühl ich habe was mistverstanden.
Da korrigieren nicht geht... also so...

liegt aber wohl auch daran, das ich immer wieder nirgends reinpasse, oder auf eins reduziert werde...sry

LG Timo
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Händchen » 26. Februar 2006 00:16

Hallo Timothy,

bei ehemalig Abhängigen besteht einfach ein höheres Risiko, daß sie wieder abhängig werden. Ein Arzt wird im Einzelfall immer abschätzen, ob Risiko und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen.

Mein Psychopath meinte sogar, wenn ich ihm sage, daß ich ab und zu mal kiffe, dann kriege ich kein MPH. Das wird wohl jeder etwas anders handhaben.
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Woodruf » 26. Februar 2006 00:37

[quote=&quot;"Händchen"&quot;]
Mein Psychopath meinte sogar, wenn ich ihm sage, daß ich ab und zu mal kiffe, dann kriege ich kein MPH[/quote]

Wenigstens mit ankündigung, gibt ärtzte das glaubt man kaum*g*
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Timothy » 26. Februar 2006 09:02

Psychopath? das passt dann ja....

nee,echt wie bringe ich Patienten dazu nicht ehrlich zu sein...

und einem Diabetiker, kein Insulin weil er ab und an Zucker isst...
mich machen solche Äusserungen von sogenannten Fachleuten einfach nur wütend.
Unfassbar...

LG Timo
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Ritalin, Sucht??

Beitragvon Timothy » 26. Februar 2006 12:12

"Mein Psychopath meinte sogar, wenn ich ihm sage, daß ich ab und zu mal kiffe, dann kriege ich kein MPH. "

Hast du ihn gefragt, warum?
Denn mir scheint die Betonung liegt hier auf einfach nicht sagen und das eröffnet die folgende Möglichkeit:

das ist die Sicherung der eigenen Exsistenz. Denn auch diese Droge ist illegal.
Und würdest du ihm das sagen, müsste er die Möglichkeit in Betracht ziehen das du Cannabis-user bist. Käme es zu einer Situation in der festgestellt wird, da sich C. und MPH im Blut befindet, käme er dem Gesetz gegenüber in Erklärungnöte und riskiert damit seine berufliche Exsistenz. Denn C. hält sich bei weitem länger im Körper und ist auch länger nachweissbar.

Sagst du es ihm nicht, kann er sich auf den Standpunkt stellen er habe es nicht gewusst.

Das ist so ähnlich, wie wenn ich zum Arzt gehe um eine AU (gelber Schein) zu bekommen. Sage ich dem Arzt einfach nur das ich eine Auszeit brauche und spiele nichts vor,so gebe ich die Verantwortung an ihn ab.
Sage ich es ihm nicht und spiele was vor, was evtl. auch nicht so leicht erkennbar ist, das ich dies tue, handelt er nach bessten Wissen und Gewissen wenn er dann eine AU ausstellt. Und kann nicht haftbar gemacht werden.

In der Konsequenz handelt er dann nicht in Patienten/ Klienten Interesse sondern im eigenen Interesse. Nur ich erwarte von einem Menschen in einer Funktion des "Behandlers", das er mir das auch so sagt.

Vielleicht ist mein Anspruch da zu hoch...
und ja der Vergleich mit Diabetis hinkt.

LG Timo
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Teleri

Ritalin, Sucht??

Beitragvon Teleri » 26. Februar 2006 12:39

Hallo Michael,

Wie ist es dann wenn man irgendwann mal kein Ritalin mehr nehmen soll.


Meine Ärztin sprach irgendwann im vorletzten Jahr von einem Auslassversuch. Ich habe darauf etwas panisch reagiert und habe, um nicht plötzlich ganz ohne Medis dazustehen, die Dosis reduziert. Das hätte mich dann beinahe meinen Job gekostet.

Das habe ich meiner Ärztin berichtet und wir kamen dann darauf, dass Medis zu reduzieren oder ganz abzusetzen erst dann geht, wenn man selbst das Gefühl hat, sie nicht mehr unbedingt zu brauchen. Auf Medis zu verzichten, weil jemand anderes meint, dass man das machen sollte, ist sinnlos und kontraproduktiv.

Aber alleine das wissen kein Ritalin genommen zu haben hat mich schon verunsichert. Ist das bei euch auch so??


Ja, das Gefühl kenne ich durchaus.

ich denke jetzt nich das sich daraus eine sehr schlimme sucht rausstellen kann ich bin mir ziemlaich sicher das man davon psychisch abhängig werden kann.


Diese Sorge teile ich nicht. Inzwischen gerate ich bei der verschriebenen Dosis immer öfter in eine Überdosierung, und das Gefühl ist ziemlich ätzend und zieht nach sich, dass man eine Überdosierung vermeiden möchte. Man reduziert dann die Medis von selbst - habe ich in der jüngsten Vergangenheit öfter gemacht und es zeichnet sich ab, dass sich das fortsetzt.

Wichtig bei der Einnahme der Medis ist m.E., dass man genau in sich reinfühlt, wie es einem geht. Wenn ich schon spüre, dass ein fetter Rebound im Anmarsch ist, dosiere ich dementsprechend. Wenn ich mich zum Ende der Wirkzeit (ich nehme das "normale" Medikenet, also kein Langzeitpräperat) dennoch gesammelt und wohl fühle, reduziere ich die Dosis oder lasse sie ggf. ganz weg. Am besten "übt" man das mal an den Wochenenden zuhause, da ist es nicht so schlimm, wenn es dann mal nicht so gut läuft.

Vor allem sollte man aber gerade im privaten Bereich einfach auch damit rechnen, dass Dinge nicht so glatt laufen, und nicht sofort in Panik verfallen und den Rückschluss ziehen, dass es ohne eben doch nicht geht. Man dosiert die Medis nach der Erstverschreibung langsam ein - ich spreche mich sehr dafür aus, sie ebenso vorsichtig wieder auszuschleichen, und vor allem individuell.

Gestern hab ich meine Medis vergessen zu nehmen und auch keine mitgenommen zur abreit.


Vielleicht warst du auch nur deshalb so unsicher, weil du dich selbst der Möglichkeit beraubt hast, dich nachzudosieren? Vielleicht wärst du gar nicht so unsicher gewesen, wenn du gewusst hättest, dass du dein symbolisches Auffangnetz dabei gehabt hättest?

Selbst wenn du diese Fragen mit "ja" beantworten kannst, würde ich noch nicht an eine psychische Abhängigkeit denken. Mir scheint eher, dass das ein ganz normaler Entwicklungsschritt ist, den du vermutlich in ein paar Monaten hinter dir gelassen haben wirst.

Ich denke auch, dass eine psychische Sucht dafür sorgen würde, dass du deine Medis nicht vergisst ein- oder mitzunehmen.

Don´t panic :smile: .

Lieben Gruß, Teleri

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