Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

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michael
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Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von michael » 13. Juni 2005 23:07

Kriterien für Drogen-Abhängigkeit
Kriterien im äußeren Verhalten 

Man setzt sich zunächst sinnvolle Grenzen und kann sie dann nicht einhalten...
Egal ob im Büro, bei sozialen Kontakten, bei Suchtstoffen oder beim Essen: überall müssen wir uns Grenzen setzen. Die chinesische Philosophie sagt zurecht: "In dem, was dem Menschen gefällt, ist er unersättlich". Wir müssen uns also Grenzen setzen. Stellen wir fest, dass wir prinzipiell ein Problem damit haben und Grenzen zu setzen und sie einzuhalten, dann können uns Drogen gefährlich werden. Haben wir uns oft vorgenommen das Rauchen einzudämmen - und es ist uns nicht gelungen? Wollen wir unseren Fernsehkonsum eindämmen - und wir sitzen bis in die tiefe Nacht vor der Flimmerkiste?
Vorsicht: Die Drogen kriegen Dich in den Griff und Du kannst dem keine Grenzen entgegensetzen...

Weltflucht als Selbstzweck...
Neigst Du dazu, der Welt zu entfliehen, indem wir uns mit schönen Dingen ablenken? Nutzt Du zum Beispiel den Sport, um täglich für einige Stunden den Frust des Alltags zu vergessen? Ist der abendliche Joint für Dein seelisches Gleichgewicht unerlässlich? Dann kann die Droge für Dich zur Problemverdrängung werden.
Vorsicht: Du willst der Welt entfliehen. Das macht Dich schwach und Du hast bald keine EIGENEN Abwehrkräfte mehr.

Die Welt wird ohne Drogen reizlos
Alles, was Spaß machte, wird langweilig. Die Welt erscheint ohne Drogen reizlos. Die Sexualität ohne Drogen ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
Vorsicht: Du verbiegst Deine Wahrnehmung und machst Deine Welt farblos.

Ersatz für soziale, warme Kontakte
Statt Deine Freundschaften zu pflegen weichst Du lieber auf einen Joint aus. Dann ist die Welt wieder warm und schön. Warum soviel Zeit in Menschen investieren? Es geht doch auch alleine...
Vorsicht: Du bugsierst Dich langsam ins soziale Abseits. So schnell kommt man da nicht raus. Freunde muss man pflegen.

Mischen von verschiedensten Drogen
Den ganzen Tag Kaffe und Nikotin, abends einen Joint und am Wochenende Ecstasy? Hier stimmt was nicht. Kannst Du Dein Leben gar nicht mehr ohne "Booster" leben? Bist Du so schwach, dass Dein Gehirn ständig geschubst werden muss? Traust Du Dir selbst denn gar nichts mehr zu?
Vorsicht: Du verlierst Dein Selbstwertgefühl und das Erkennen der eigenen Grenzen.
Vorsicht: Wer schon viel Kaffee trinkt und stark raucht, soll nicht auch noch z.B. mit Cannabis anfangen.

Soziales Umfeld ist drogenorientiert
Deine Freunde nehmen alle Drogen? Kaum vorstellbar, wie es wäre, wenn Du als einziger keine Drogen nehmen würdest? Sehr viele Entzugsversuche scheitern daran, dass der gerade Geheilte zurück in sein altes soziales Milieu kommt.
Vorsicht: Mache Dich nicht zum Spielball Deiner Mitmenschen. Sie sind es nicht wert....

Ständiges Rationalisieren des Konsums (immer gibt es Gründe....)
Merkst Du, wie Du Deinen Drogenkonsum ständig rechtfertigst? Denkst Du jedes mal Dinge, wie "das habe ich mir nach diesem anstrengenden Tag aber verdient..."? Oder "wenn ich mich heute Abend so richtig entspanne, dann bin ich morgen wieder topfit"?
Vorsicht: Du merkst gerade selber, dass Du etwas tust, was Du nicht tun solltest.

Droge als Motivator
Nutzt Du die Zigarette in der Pause als Motivator? Lässt Dich der Gedanke an den abendlichen Joint den Tag ertragen? Dann bist Du in Gefahr, denn das Belohnungssystem in unserem Kopf lässt sich so schnell nicht ändern. Und wenn Du erst einmal auf Belohnung getrimmt bist, dann kommst Du so schnell nicht mehr davon los. Mit dem Belohnungssystem soll man nicht spielen.
Vorsicht: Bald ist die Droge Deine einzige Belohnung... und dann gute Nacht.

Der Rat von Freunden wird überhört
Wenn Dir die Meinung Deiner Freunde immer etwas bedeutete, aber Du in der letzten Zeit meinst, dass sie Dir in Hinsicht auf Drogen keine guten Ratschläge geben, dann stimmt vielleicht etwas nicht in Deinem Verhalten. Arbeitest Du mit einem divinatorischen System (Tarot, I-Ging,...)? Und Du fühlst Dich bei Fragen bezüglich Drogen schlecht beraten?
Vorsicht: Vielleicht bist Du vom Weg abgekommen... 

Kriterien im inneren Wesen

Bist Du kein zwanghafter Mensch?
Ein zwanghafter Mensch setzt sich selbst viele Grenzen, will genau und pünktlich sein, will sein Verhalten (und möglichst seine Umwelt beherrschen). Bist Du zwanghaft? Oder eher das Gegenteil?
Wir nehmen an, dass zwanghafte Menschen wenig zur Abhängigkeit/Sucht neigen. Das würde dem Kontroll-Aspekt zu sehr widersprechen? Sollt er sich "gehen lassen", dann neigte er maximal zur Nikotin- und/oder Alkoholsucht.
Wenn Du Dich als das Gegenteil eines zwanghaften Menschen ansiehst (sozusagen ein 'Luftikus' bist), dann ist bei Dir die Gefahr einer Drogenabhängigkeit eher gegeben.

Ziellosigkeit, ethisches Desorientierung, Lebenslangeweile, Mangel an Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, keinen echten Lebensplan, Sinnleere
Dies alles sind sehr wichtige Kriterien für eine sich anbahnende Drogenabhängigkeit. Wenn eines oder gar mehrere Dinge bei Dir gegeben sind, dann ändere schleunigst etwas in Deinem Leben! Du hast kein ausreichendes geistiges 'Immunsystem' gegen viele Irrtümer in dieser Welt. Manche Menschen verprügeln Ausländer aus obigen Gründen (um sich selbst etwas Wert zu suggerieren). Andere flüchten in eine Drogenwelt, weil die wirkliche Welt ihnen scheinbar nichts bieten kann.
Es gibt so viel zu tun - beginne Dein Leben.

Verhärmte, kalte Menschen suchen nach Wärme
Wenn Dein Leben kalt ist - ohne Freunde und Beziehung -, dann darfst Du nicht in die Drogenwelt flüchten. Das Problem der Drogen ist, dass sie Dir nicht helfen, sondern nur die Probleme überdecken. Dabei nehmen die Probleme oft zu. Was tun? Noch mehr Drogen nehmen? Freunde verliert man sehr schnell und gewinnt man sehr langsam...

Hast Du echte Fähigkeiten, auf die Du stolz sein kannst? Hast Du ein gesundes Selbstwertgefühl?
Frage Dich selbst: Hast Du eine Eigenschaft, auf die Du stolz sein kannst? Etwas, was nicht jeder kann? Körperliche oder geistige Dinge?
Wenn nicht, dann bist Du in Gefahr. Ein gesundes Selbstbewusstsein und die Kenntnis der eigenen Fähigkeiten sind ein sehr guten Schutzpanzer gegen die Irrungen dieser Welt. Mit diesem eigenen Panzer kann Dir nichts und niemand auf der Welt etwas anhaben. Ohne ihn bist Du schutzlos ausgeliefert. Verwechsle diesen Panzer der eigenen Fähigkeiten nicht mit einem aufgesetzten Selbstbewusstsein, welches von Dir vorgespielt wird. Dieses Selbstbewusstsein ist mehr wie eine schusssichere Weste - und damit beliebig zu umgehen. Jeder Drogendealer kennt die Lücken dieser Westen...

Ein extrem wichtiger Punkt, der es wert ist, vertieft zu werden. Es gibt nämlich (mindestens) 3 Stufen des Selbstbewusstseins, die man postulieren kann. Die Wertigkeit der Reihenfolge wird vermutlich jeder Leser anders einschätzen.

1. Stufe: Klar nach außen sichtbare Zeichen. Das klingt zwar oberflächlich, ist aber menschlich: Gibt es klar nach außen sichtbare Zeichen, an denen Du Dein Selbstbewusstsein festmachen kannst? Hast Du ein Haus gebaut? Bist Du sehr sportlich? Hast Du eine eigene Firma/Abteilung aufgebaut?

2. Stufe: Versteckte Indikatoren. Hast Du beispielsweise eine eigene Homepage mit einer inhaltlichen Tiefe vergleichbar mit der Drogen-Aufklärung? Oder kannst Du ein gutes Zeugnis bzw. Diplom vorweisen? Bist Du auf bestimmten Sachgebieten außerordentlich kompetent?

3. Stufe: Hast Du versteckte Eigenschaften, auf die man stolz sein kann? Bist Du sehr intelligent? Oder sozial anerkannt? Bist Du sprachlich gebildet oder künstlerisch sehr begabt? Bist Du magisch weit fortgeschritten? Oder hast Du in Deiner Persönlichkeitsentwicklung bereits große Schritte gemacht?

Wenn Du in keiner der drei Stufen nennenswerte Erfolge vorweisen kannst, dann ist Vorsicht geboten. Statt mit Drogen solltest Du Dich lieber mit Dir selbst beschäftigen. Finde Deine Talente und fördere sie. Entwickle ein fundiertes Selbstbewusstsein!

Führst Du einen eher "hedonistischen" Lebensstil?
Liebst Du die Sinnengenüsse? Ist für Dich die tägliche Schokolade / der tägliche Wein / der tägliche Joint wichtig? Lebst Du mit Augen und Ohren und Haut und Nase und Mund? Fühlst Du Dich ohne Deine Sinne leer? Dann bist Du etwas mehr in Gefahr als der asketische Typ von Mensch. Denn Drogen steigern die Sinnenfreude und dafür bist Du empfänglich.

Lebst Du quasi "zwei Leben"?
Gibt es in Deinem Leben quasi zwei voneinander unabhängige Teile? In der Woche bist Du der normale Typ von nebenan und am Wochenende bist Du der Draufgänger/Partyfreak/Fußballfan? Wenn diese beiden Partitionen nichts miteinander zu tun haben, dann besteht die Gefahr, dass Du zwei parallele Leben führst, die sich gegenseitig nicht kontrollieren können. Abgesehen davon, dass dieses nicht-makellose Verhalten für eine weitentwickelte Persönlichkeit nicht angemessen ist, solltest Du Dich fragen, warum Du Dich splittest.


http://www.drogen-aufklaerung.de/texte/ ... ucht02.htm
Zuletzt geändert von michael am 12. Mai 2007 19:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fidelio » 11. April 2007 23:04

Ein Beitrag, der sehr nachdenklich macht und sämtlichen Nägeln auf den Kopf trifft.

Mir stellt sich persönlich gerade die Frage, ob der Mensch in seiner gesamten Unvollkommenheit - oben verblüffend konzentriert zusammengestellt -  letztendlich ergänzt.
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michael
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von michael » 11. April 2007 23:49

Fidelio, wie meinst du das?
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fidelio » 11. April 2007 23:53

dass ADHS aufgrund seiner Vielseitigkeit völlig menschlich ist und einander bedingt.
Adrian

Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Adrian » 12. Mai 2007 18:30

Hallo,

Ja, kann michael in allen punkten nur zustimmen.

ps: ist meine persöhnliche meinung.

LG Adrian
Zuletzt geändert von Adrian am 12. Mai 2007 18:31, insgesamt 1-mal geändert.
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michael
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von michael » 12. Mai 2007 19:48

Oh sehe dass jetzt erst. Habe vergessen den link da drunter zu setzen.
Denn der text ist nicht von mir  :)

Habe ihn jetzt mal beigefügt :icon_wink:
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Fast but not furious
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fast but not furious » 6. Oktober 2007 15:03

In dem Text stecken viele Wahrheiten, aber die haben mir vor meiner AD(H)S Diagnose und der anschließenden medikamentösen Behandlung im April diesen Jahres nicht wirklich etwas gebracht, obwohl sie mir durchaus bewusst waren.

Drogen haben genauso wie Sex, Essen, Sport und eigentlich alles was einem Freude macht Auswirkung auf das Belohnungssystem, genau so wie AD(H)S Medikamente. Und bei manchem ADSler kann das Belohnugssystem so gestört sein, dass er einfach Eines der oben genannten Dinge in hohem Maße braucht um überhaupt funktionieren zu können (Medikamente natürlich nicht in hohem Maße, sonder in der wirksamen Dosis, im Rahmen des bestimmungsgemäßen Gebrauchs).

Außerdem gefällt mir dass Schubladendenken in dem Artikel nicht:
Wenn Sie... dann sollten Sie...
Verdammt, Menschen werden nicht wie Autos hergestellt, man kann sagen ein Opel Admiral hat einen extrem hohen Spritverbrauch, aber Menschen in bestimmte Kategorien, wie asketische Menschen, schüchterne Menschen, zu stopfen, ist mir in einem solchen Zusammenhang zutiefst zu wieder. Ich habe jedenfalls in jeder dieser Schubladen einen Teil von mir gefunden.

Ich bin auf dem besten Weg mein Leben in den Griff zu bekommen, und ohne ADS Diagnose und Medikamentöse Behandlung wäre das unmöglich.
Der Gelassene nützt seine Chancen besser als der Getriebene.
Thornton Wilder

Das fertige Haus macht sich um das beseitigte Gerüst keine Sorgen.
Rabindranath Tagore

Bitter rächen sich die Gelegenheiten, die wir verschmähen.
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taurus66
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von taurus66 » 6. Oktober 2007 16:31

[quote="Fast but not furious"]
Verdammt, Menschen werden nicht wie Autos hergestellt...
[/quote]

Genau, deshalb gilt
[quote="Fast but not furious"]
Ich bin auf dem besten Weg mein Leben in den Griff zu bekommen, und ohne ADS Diagnose und Medikamentöse Behandlung wäre das unmöglich.[/quote]
auch nicht für alle adhs-ler.

Mich haben weder die Diagnose an sich noch die Medikamente nennenswert voran gebracht.

Im Text oben fehlt mir noch ein wichtiger Punkt:
Wenn du keine Drogen hast, bestimmt die Droge bzw. deren Beschaffung dein ganzes Denken. Daran habe ich bemerkt, dass ich (psychisch) abhängig bin.

lg
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Fast but not furious
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fast but not furious » 6. Oktober 2007 20:05

Damit wollte ich nicht sagen, dass es mit Medikamenten jeder schafft sein Leben in den griff zu bekommen, nur in meinem Fall weiß ich, dass es anders nicht möglich gewesen wäre. Habe auch schon oft gehört, dass es Betroffene gibt denen Medikamente keine Hilfe sind, aber auch, dass man erst das richtige für sich finden muss und das die Einstellung problematisch sein kann.

Mich hat es zwar ein gutes Stück weiter gebracht, aber ich sehe mich erst am Anfang eines Weges, die Diagnose und Medikation war das erste Verkehrsschild nach einem orientierungslosem Start in der Mitte einer Wüste und nun muss ich erst mal die Verkehrsregeln lernen. Schiebe es schon seit Monaten vor mir her eine Verhaltenstherapie zu beginnen, erhoffe mir dadurch weitere Fortschritte.

Die Medis schaffen die biochemische voraussetzung, nun muss ich lernen, die festgefahrenen Verhaltensweisen, die ich mir bisher angewöhnt habe, abzugewöhnen.

Ich bin immer noch psychisch abhängig, aber im Gegensatz zu früher bin ich davon überzeugt, dass ich das ändern oder zumindest lindern kann, wenn auch nicht ohne fremde Hilfe.

Das die Beschaffung dass Handeln bestimmt kenne ich auch nur zu gut, aber auch dass hat sich bei mir stark zum guten gewendet, es kommt wahrscheinlich auch auf die Drogen an die man nimmt, bei mir hat sich das immer auf Nikotin, Alkohol, Canabis und Koffein beschränkt.
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Timothy » 7. Oktober 2007 10:52

Die Drogen kriegen Dich in den Griff und Du kannst dem keine Grenzen entgegensetzen...


Grenzen schon, und doch wurden die irgendwann eingerannt oder verschoben, die dann wieder aufzubauen ist nahezu unmöglich....

Wenn du keine Drogen hast, bestimmt die Droge bzw. deren Beschaffung dein ganzes Denken. Daran habe ich bemerkt, dass ich (psychisch) abhängig bin.


Jepp, wenn mensch denn diese Beobachtung zulässt und nicht irgendwelche rationalen Gründe findet....nach dem Motto...
"was nicht sein darf, das nicht sein kann."

lg
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Zuletzt geändert von Timothy am 7. Oktober 2007 10:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von taurus66 » 7. Oktober 2007 18:15

[quote="Fast but not furious"]
Damit wollte ich nicht sagen, dass es mit Medikamenten jeder schafft sein Leben in den griff zu bekommen[/quote]

Und ich wollte damit sagen, dass ich auch und gerade ohne Medis mein Leben in den Griff bekommen habe.  :winken:

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Fast but not furious
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fast but not furious » 7. Oktober 2007 20:10

Das freut mich, ich ziehe später nach, wenn auch nicht ohne medikamentöse Hilfe  :icon_wink:
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von daSchäf » 23. März 2008 22:49

Erst mal muss ich sagen, dass der Text zwar zutrifft, wenn auch nicht in allen Punkten, aber mir persönlich ist das alles klargeworden. Dafür hab ich mich aber auch ne Zeit lang gut auf die Fresse gelegt  :00000285: Hätte ich mal aus den Fehlern anderer gelernt... Leider fehlt einem dazu gerade als ADSler wohl oft die Konzentration. Wir mögen zwar ein paar Grade empathischer sein als der "Otto-Normal-Mensch" aber deswegen können wir die Dinge auch nicht immer objektiver betrachten.

Mein Leben krieg ich auch ohne Medis klar. Ich kann verstehen, dass das nicht jeder schafft oder will, bei mir ist es halt ein State of Mind.
So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
- Schopenhauer
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fast but not furious » 2. April 2008 00:14

Nachdem einige Zeit ins Land gegangen ist, kann ich inzwischen für meinen Fall sagen, dass der Text einige Folgen von einem Hauptproblem von mir aufführt. Und zwar, dass mein Gehirn mich nicht von alleine in ausreichender form belohnen kann. Durch die Medikamente hat mein Gehirn eine Hilfestellung bekommen, die es mir ermöglicht hat, mich besser zu konzentrieren, dadurch meine berufliche Situation zu verbessern und ein Selbstwertgefühl aufzubauen. Dadurch war es mir möglich 2 Wochen lang fast ohne unnatürliche oder Schädliche von außen zugeführte Substanzen auszukommen und mich dabei wohl zu fühlen, dass heißt:

Ich hab jetzt seit über 4 Monaten nicht mehr gekifft, trinke nur selten und wenig Alkohol. Auf der Arbeit trink ich noch jede Menge Kaffe, und rauche umso mehr Zigaretten um so stressiger es ist. Hatte letztens 2 Wochen Urlaub, in denen ich mit den Medis ne Pause eingelegt habe (weil beim nichts tun muss man sich nicht konzentrieren können). In der Zeit habe ich teilweise nur 2 Zigaretten am Tag geraucht, an manchen Tagen sogar gar keine und null Kaffe getrunken, ohne damit Probleme zu haben. Mein einziger Ausgleich war der tägliche Besuch im Fitnessstudio und Nahrungsaufnahme.

Aber:
An meinem ersten Arbeitstag hatte ich direkt ne halbe Kanne Kaffe und mindest ne halbe Schachtel Kippen weg und abends ne Pulle Bier um den Frust runterzuspülen.
Nach meinem Urlaub habe ich sehr deutlich gespürt, dass es unter meinen momentanen Lebensumständen nicht ohne Medis geht.

Mein Fazit (was für mich jedenfalls zutrifft):

Du lebst in einer elitären Gesellschaft und versuchst den alltäglichen Anforderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden, in der man den ganzen Tag vor einem Computer sitzen muss, versucht den Sticheleien der Arbeitskollegen aus dem Weg zu gehen, man mehr Chancen hat weiter zu kommen, wenn man so tut als ob man etwas kann, als wenn man wirklich etwas kann, in der   
Ehrlichkeit eine Schwäche ist, man schief angeguckt wird, wenn man sich darüber freut, zum Fax laufen zu können, da man es genießt sich mal bewegen zu können, man schlecht bezahlt wird obwohl man intelligent und arbeitswillig ist, man sich aber nicht gut verkaufen kann und du hast AD(H)S?
Vorsicht: Da du für eine solche Welt nicht geschaffen bist, willst du der Welt entfliehen, tust alles um deine Wahrnehmung zu verbiegen, du wirst zum Spielball deiner Mitmenschen, du merkst das du etwas tust was du nicht tun willst, musst es aber tun, wenn du nicht bei HarzIV enden willst, du weist nicht wo der Weg ist, und du könntest merken, dass das alles mit Drogen sehr viel einfacher zu ertragen ist, die Menschen, die sich deine Freunde schimpfen, geben sich lieber mit dir ab, wenn du Drogen nimmst, da sie dir dann 1. die Drogensucht vorwerfen können und sie dich 2. nur wenn du regelmäßig Drogen nimmst ertragen können, wenn du dann aufhörst Drogen zu nehmen und du dich ständig über die miesen Filme beschwerst, die sie für den Videoabend ausleihen, wirst du halt irgendwann nicht mehr zu den Videoabenden eingeladen, und wenn du über deine Probleme reden willst anstatt sie zu verdrängen bist du sowieso ne Spaßbremse, und wenn du dann erzählst dass du glaubst, dass du AD(H)S hast, sagen erstmal alle (oder lassen durchblicken, dass sie dass denken) das es ne Ausrede ist, wenn du dich dann bis zur Diagnose von ihnen Distanzierst, weil sie keine wirkliche Hilfe für dich sind, sondern das Gegenteil, wird dir vorgeworfen deinen Freundeskreis nicht zu pflegen, und wenn du dann die Diagnose hast und erzählst das du Medikamente dafür nimmst, bekommt das ganze den Stempel Methadonprogramm für Kiffer und alle sind beleidigt, weil du nicht auf sie gehört hast indem du einfach so mit kiffen aufgehört hast.

Ich glaube wirklich, dass AD(H)S keine Krankheit ist, sondern ein Überbleibsel aus der Steinzeit. Als Jäger und Sammler wären heutige ADSler mit Sicherheit sehr erfolgreich und durch die vielseitige Bewegung wären wir absolut ausgeglichen und in keiner Weise Suchtgefährdet.

Jetzt könnte man dass Argument anbringen, dass es Jobs mit viel Bewegung gibt, aber die Fallen meistens unter die Bezeichnung 1€ Job, zumindest die, die für mich geeignet sind.

Für mich gibt es inzwischen nur noch ein Kriterium für Drogen-Abhängigkeit:
Zivilisation

Alle anderen Kriterien sind nur Unterpunkte
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Hans-Jürgen Quadbeck-Se
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von wimmy0853 » 24. April 2008 22:05

[quote="michael"]
Kriterien für Drogen-Abhängigkeit
Kriterien im äußeren Verhalten 

Man setzt sich zunächst sinnvolle Grenzen und kann sie dann nicht einhalten...
Egal ob im Büro, bei sozialen Kontakten, bei Suchtstoffen oder beim Essen: überall müssen wir uns Grenzen setzen. Die chinesische Philosophie sagt zurecht: "In dem, was dem Menschen gefällt, ist er unersättlich". Wir müssen uns also Grenzen setzen. Stellen wir fest, dass wir prinzipiell ein Problem damit haben und Grenzen zu setzen und sie einzuhalten, dann können uns Drogen gefährlich werden. Haben wir uns oft vorgenommen das Rauchen einzudämmen - und es ist uns nicht gelungen? Wollen wir unseren Fernsehkonsum eindämmen - und wir sitzen bis in die tiefe Nacht vor der Flimmerkiste?
Vorsicht: Die Drogen kriegen Dich in den Griff und Du kannst dem keine Grenzen entgegensetzen...

Weltflucht als Selbstzweck...
Neigst Du dazu, der Welt zu entfliehen, indem wir uns mit schönen Dingen ablenken? Nutzt Du zum Beispiel den Sport, um täglich für einige Stunden den Frust des Alltags zu vergessen? Ist der abendliche Joint für Dein seelisches Gleichgewicht unerlässlich? Dann kann die Droge für Dich zur Problemverdrängung werden.
Vorsicht: Du willst der Welt entfliehen. Das macht Dich schwach und Du hast bald keine EIGENEN Abwehrkräfte mehr.

Die Welt wird ohne Drogen reizlos
Alles, was Spaß machte, wird langweilig. Die Welt erscheint ohne Drogen reizlos. Die Sexualität ohne Drogen ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
Vorsicht: Du verbiegst Deine Wahrnehmung und machst Deine Welt farblos.

Ersatz für soziale, warme Kontakte
Statt Deine Freundschaften zu pflegen weichst Du lieber auf einen Joint aus. Dann ist die Welt wieder warm und schön. Warum soviel Zeit in Menschen investieren? Es geht doch auch alleine...
Vorsicht: Du bugsierst Dich langsam ins soziale Abseits. So schnell kommt man da nicht raus. Freunde muss man pflegen.

Mischen von verschiedensten Drogen
Den ganzen Tag Kaffe und Nikotin, abends einen Joint und am Wochenende Ecstasy? Hier stimmt was nicht. Kannst Du Dein Leben gar nicht mehr ohne "Booster" leben? Bist Du so schwach, dass Dein Gehirn ständig geschubst werden muss? Traust Du Dir selbst denn gar nichts mehr zu?
Vorsicht: Du verlierst Dein Selbstwertgefühl und das Erkennen der eigenen Grenzen.
Vorsicht: Wer schon viel Kaffee trinkt und stark raucht, soll nicht auch noch z.B. mit Cannabis anfangen.

Soziales Umfeld ist drogenorientiert
Deine Freunde nehmen alle Drogen? Kaum vorstellbar, wie es wäre, wenn Du als einziger keine Drogen nehmen würdest? Sehr viele Entzugsversuche scheitern daran, dass der gerade Geheilte zurück in sein altes soziales Milieu kommt.
Vorsicht: Mache Dich nicht zum Spielball Deiner Mitmenschen. Sie sind es nicht wert....

Ständiges Rationalisieren des Konsums (immer gibt es Gründe....)
Merkst Du, wie Du Deinen Drogenkonsum ständig rechtfertigst? Denkst Du jedes mal Dinge, wie "das habe ich mir nach diesem anstrengenden Tag aber verdient..."? Oder "wenn ich mich heute Abend so richtig entspanne, dann bin ich morgen wieder topfit"?
Vorsicht: Du merkst gerade selber, dass Du etwas tust, was Du nicht tun solltest.

Droge als Motivator
Nutzt Du die Zigarette in der Pause als Motivator? Lässt Dich der Gedanke an den abendlichen Joint den Tag ertragen? Dann bist Du in Gefahr, denn das Belohnungssystem in unserem Kopf lässt sich so schnell nicht ändern. Und wenn Du erst einmal auf Belohnung getrimmt bist, dann kommst Du so schnell nicht mehr davon los. Mit dem Belohnungssystem soll man nicht spielen.
Vorsicht: Bald ist die Droge Deine einzige Belohnung... und dann gute Nacht.

Der Rat von Freunden wird überhört
Wenn Dir die Meinung Deiner Freunde immer etwas bedeutete, aber Du in der letzten Zeit meinst, dass sie Dir in Hinsicht auf Drogen keine guten Ratschläge geben, dann stimmt vielleicht etwas nicht in Deinem Verhalten. Arbeitest Du mit einem divinatorischen System (Tarot, I-Ging,...)? Und Du fühlst Dich bei Fragen bezüglich Drogen schlecht beraten?
Vorsicht: Vielleicht bist Du vom Weg abgekommen... 

Kriterien im inneren Wesen

Bist Du kein zwanghafter Mensch?
Ein zwanghafter Mensch setzt sich selbst viele Grenzen, will genau und pünktlich sein, will sein Verhalten (und möglichst seine Umwelt beherrschen). Bist Du zwanghaft? Oder eher das Gegenteil?
Wir nehmen an, dass zwanghafte Menschen wenig zur Abhängigkeit/Sucht neigen. Das würde dem Kontroll-Aspekt zu sehr widersprechen? Sollt er sich "gehen lassen", dann neigte er maximal zur Nikotin- und/oder Alkoholsucht.
Wenn Du Dich als das Gegenteil eines zwanghaften Menschen ansiehst (sozusagen ein 'Luftikus' bist), dann ist bei Dir die Gefahr einer Drogenabhängigkeit eher gegeben.

Ziellosigkeit, ethisches Desorientierung, Lebenslangeweile, Mangel an Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, keinen echten Lebensplan, Sinnleere
Dies alles sind sehr wichtige Kriterien für eine sich anbahnende Drogenabhängigkeit. Wenn eines oder gar mehrere Dinge bei Dir gegeben sind, dann ändere schleunigst etwas in Deinem Leben! Du hast kein ausreichendes geistiges 'Immunsystem' gegen viele Irrtümer in dieser Welt. Manche Menschen verprügeln Ausländer aus obigen Gründen (um sich selbst etwas Wert zu suggerieren). Andere flüchten in eine Drogenwelt, weil die wirkliche Welt ihnen scheinbar nichts bieten kann.
Es gibt so viel zu tun - beginne Dein Leben.

Verhärmte, kalte Menschen suchen nach Wärme
Wenn Dein Leben kalt ist - ohne Freunde und Beziehung -, dann darfst Du nicht in die Drogenwelt flüchten. Das Problem der Drogen ist, dass sie Dir nicht helfen, sondern nur die Probleme überdecken. Dabei nehmen die Probleme oft zu. Was tun? Noch mehr Drogen nehmen? Freunde verliert man sehr schnell und gewinnt man sehr langsam...

Hast Du echte Fähigkeiten, auf die Du stolz sein kannst? Hast Du ein gesundes Selbstwertgefühl?
Frage Dich selbst: Hast Du eine Eigenschaft, auf die Du stolz sein kannst? Etwas, was nicht jeder kann? Körperliche oder geistige Dinge?
Wenn nicht, dann bist Du in Gefahr. Ein gesundes Selbstbewusstsein und die Kenntnis der eigenen Fähigkeiten sind ein sehr guten Schutzpanzer gegen die Irrungen dieser Welt. Mit diesem eigenen Panzer kann Dir nichts und niemand auf der Welt etwas anhaben. Ohne ihn bist Du schutzlos ausgeliefert. Verwechsle diesen Panzer der eigenen Fähigkeiten nicht mit einem aufgesetzten Selbstbewusstsein, welches von Dir vorgespielt wird. Dieses Selbstbewusstsein ist mehr wie eine schusssichere Weste - und damit beliebig zu umgehen. Jeder Drogendealer kennt die Lücken dieser Westen...

Ein extrem wichtiger Punkt, der es wert ist, vertieft zu werden. Es gibt nämlich (mindestens) 3 Stufen des Selbstbewusstseins, die man postulieren kann. Die Wertigkeit der Reihenfolge wird vermutlich jeder Leser anders einschätzen.

1. Stufe: Klar nach außen sichtbare Zeichen. Das klingt zwar oberflächlich, ist aber menschlich: Gibt es klar nach außen sichtbare Zeichen, an denen Du Dein Selbstbewusstsein festmachen kannst? Hast Du ein Haus gebaut? Bist Du sehr sportlich? Hast Du eine eigene Firma/Abteilung aufgebaut?

2. Stufe: Versteckte Indikatoren. Hast Du beispielsweise eine eigene Homepage mit einer inhaltlichen Tiefe vergleichbar mit der Drogen-Aufklärung? Oder kannst Du ein gutes Zeugnis bzw. Diplom vorweisen? Bist Du auf bestimmten Sachgebieten außerordentlich kompetent?

3. Stufe: Hast Du versteckte Eigenschaften, auf die man stolz sein kann? Bist Du sehr intelligent? Oder sozial anerkannt? Bist Du sprachlich gebildet oder künstlerisch sehr begabt? Bist Du magisch weit fortgeschritten? Oder hast Du in Deiner Persönlichkeitsentwicklung bereits große Schritte gemacht?

Wenn Du in keiner der drei Stufen nennenswerte Erfolge vorweisen kannst, dann ist Vorsicht geboten. Statt mit Drogen solltest Du Dich lieber mit Dir selbst beschäftigen. Finde Deine Talente und fördere sie. Entwickle ein fundiertes Selbstbewusstsein!

Führst Du einen eher "hedonistischen" Lebensstil?
Liebst Du die Sinnengenüsse? Ist für Dich die tägliche Schokolade / der tägliche Wein / der tägliche Joint wichtig? Lebst Du mit Augen und Ohren und Haut und Nase und Mund? Fühlst Du Dich ohne Deine Sinne leer? Dann bist Du etwas mehr in Gefahr als der asketische Typ von Mensch. Denn Drogen steigern die Sinnenfreude und dafür bist Du empfänglich.

Lebst Du quasi "zwei Leben"?
Gibt es in Deinem Leben quasi zwei voneinander unabhängige Teile? In der Woche bist Du der normale Typ von nebenan und am Wochenende bist Du der Draufgänger/Partyfreak/Fußballfan? Wenn diese beiden Partitionen nichts miteinander zu tun haben, dann besteht die Gefahr, dass Du zwei parallele Leben führst, die sich gegenseitig nicht kontrollieren können. Abgesehen davon, dass dieses nicht-makellose Verhalten für eine weitentwickelte Persönlichkeit nicht angemessen ist, solltest Du Dich fragen, warum Du Dich splittest.


http://www.drogen-aufklaerung.de/texte/ ... ucht02.htm
[/quote]

Hallo Michael,
nichts für ungut!
Aber sind Deine Ausführungen nichts anderes als eine verdeckte Polemik oder möchtest Du mit Deinen Statements klarstellen, dass für Dich alles abgehakt ist und Du das Leben mit all seinen Fallstricken gemeistert hast?
Wenn es so sein sollte, dann würde ich das mit Deinem jugendlichen Leichtsinn erklären.
Mit anderen Worten gesagt möchte ich Dir sagen, dass ich 16 Jahre mit Heroinabhängigen und psychisch kranken jungen Menschen verbracht habe.
Was mir bei Deinem Artikel aufgefallen ist, ist nichts anderes, als eine überhebliche Art und Weise Dinge zu betrachten, wie sie in unseren Medien täglich zutage tritt.
Sollte ich mit meiner Meinung völlig daneben liegen, so lass es mich wissen. Vielleicht habe ich es auch im falschen Hals bekommen.
Nichts desto trotz!
Mit freundlichem Gruß

wimmy
Fes
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fes » 25. April 2008 03:46

@wimmy: Ich glaub, du hast das etwas falsch verstanden - der von dir (unnützer Weise in voller Länge...) zitierte Text stammt eigentlich von der Seite Drogen-aufklaerung.de, und nicht ursprünglich vom User "michael".

Desweiteren fehlt mir eine konkrete, konstruktive, Kritik an dem Text - was genau findest du an ihm denn so schlecht?
Das würde mich wirklich interessieren, vor allem wenn du viel Erfahrung mit diesem Metiers hast.

Was meine eigene Meinung angeht, so geht die allerdings auch dahin, daß der Text etwas... "vereinfachend" verfasst ist.
Konkret gesagt geht er wohl an der Realität vorbei.
Wenn Leute sich für stabil genug halten, um Drogen zu nehmen, dann werden sie sich von diesem Text sicher nicht davon abhalten lassen.
Wenn Leute "kaputt" genug sind, um sich in Drogen flüchten zu müssen/wollen, dann werden sie sich von diesem Text sicher erst recht nicht davon abhalten lassen.

Ich finde solcher Art Pauschalisierungen, aus denen sich der Text zusammensetzt, in gewisser Weise sogar gefährlich, denn sie suggerieren eine einfache "Checkliste".
Treffen die dort präsentierten Kriterien nicht auf jemanden zu (bzw. denkt jemand, sie würden nicht auf ihn zutreffen), so fühlt sich dieser möglicherweise sogar noch ermuntert, Drogen zu probieren, bzw. darin bestätigt, sie weiter zu nehmen.
Bei oberflächlichem Betrachten der Seite, auf der dieser Text seinen Ursprung hat, habe ich sogar noch mehr diesen Eindruck bekommen - das Ganze hört sich etwas nach den gut gemeinten Tips eines Selbsterfahrungs-Gewohnheitsdrogenkonsumenten an, der die Leute nur vorbereiten möchte, bevor sie psychoaktiv auf die Reise gehen.

Zumal die Selbsteinschätzung da sowieso ziemlich schwierig ist - wenn man soweit ist, daß es für einen selber unabstreitbar ist, daß man ein Drogenproblem hat, und sich gegebenfalls mit hahnebüchenen Argumenten dafür rechtfertigt, dann gehört man eh schon nicht mehr zu den Adressaten des Textes.
Ansonsten wird man sich bei Drogen-Interesse wohl eher individuelle, für einen schlüssig klingende, Rechtfertigungen suchen, warum man es doch probieren sollte bzw. könnte.

Und letztlich macht es sich der Text etwas einfach, wenn er quasi suggeriert, Menschen mit gutem Selbstwertgefühl, gesundem sozialen Umfeld, tollen Fähigkeiten, und beruflichem oder sonstwie geartetem Erfolg würden den Drogen nur schwer erliegen.
Was ist denn mit der High Society Droge Kokain?
Was ist denn mit den Unmengen erfolgreicher Künstler/Musiker mit ernsthaften Drogenproblemen?
Selbst wenn es einem gut geht - Drogen können eben bewirken, daß es einem noch besser geht, zumindest zeitweise und subjektiv.

In dem Sinne habe ich ein wenig das Gefühl, daß der selbst ernannte "Psychonaut", der die Webseite eingerichtet hat von der dieser Text stammt, sich da selber etwas vor macht.
Zumal hier noch ein paar Zeilen fehlen - auf der Seite steht u.A. noch folgender Satz:

"Mit Abhängigkeiten kann man leben. Mitunter sogar gut leben. Wir sollten nur darauf achten, dass unsere Abhängigkeiten nicht
unser Leben beherrschen und unsere körperliche und geistige Substanz zerstören. "

Das stimmt natürlich, klingt dann aber doch auch wieder irgendwie wie eine Rechtfertigung bzw. Ausrede, oder?
Und macht die vorgestellten Kriterien irgendwie noch beliebiger.
Denn zu erkennen, wann Abhängigkeiten das eigene Leben beherrschen und einem schaden, das ist a) Auslegungssache, und b) ja gerade so schwer zu erkennen - auch mithilfe solcher Ratgeber.

Fazit: Net gemeint, als Übersicht sicher auch nicht schlecht, vermutlich für die meisten Leute aber mit wenig konkretem Nutzen.
Meiner Meinung nach.
Zuletzt geändert von Fes am 25. April 2008 03:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fidelio » 25. April 2008 10:14

Wer zu Drogen greift, betreibt meistens eine Art Selbstmedikation, bei Drogen allerdings oft mit verheerenden destruktiven Folgen. Wer das selber wohl dosieren kann und trotzdem seinen Platz in der Gesellschaft findet, Glückwunsch.

Dass die Anpassung in diese Konsum- und Leistungsgesellschaft wird zunehmend schwieriger wird, ist wohl lanbgsam nicht mehr von der Hand zu weisen. Davon wiederum profitiert die Tablettenindustrie bzw. Sondereinrichtungen umsomehr.

Hoffe, dass sich dieser Teufelskreis irgendwann einmal wieder zum Guten wendet. Lange kann dieser Leistungsdrill nicht mehr gut gehen. Es bleiben immer mehr regelrecht auf der Strecke - leider.

Übrigens zum Thema Förderschulen .... (vielleicht kann ein Mod das sonst in einen passenden Thread umkopieren)

http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtvextrakt.phtml?p=400&b=027&ex=5
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von daSchäf » 25. April 2008 14:36

[quote="Fidelio"]
Dass die Anpassung in diese Konsum- und Leistungsgesellschaft wird zunehmend schwieriger wird, ist wohl lanbgsam nicht mehr von der Hand zu weisen. Davon wiederum profitiert die Tablettenindustrie bzw. Sondereinrichtungen umsomehr.

Hoffe, dass sich dieser Teufelskreis irgendwann einmal wieder zum Guten wendet. Lange kann dieser Leistungsdrill nicht mehr gut gehen. Es bleiben immer mehr regelrecht auf der Strecke - leider.
[/quote]

Ich glaub ja, das nennt man Evolution. Gesetz des Stärkeren? Leistungsdrill, wie du so schön sagst, war schon immer vorhanden. Und es sind schon immer Leute auf der Strecke geblieben. Nennt mich nihilistisch, aber es gibt sowieso zuviele Menschen für diesen Planeten. Moment mal, ich bin scho wieder Off-Topic... -> *mal ganz schnell wieder rausschleich*
So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
- Schopenhauer
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von Fidelio » 19. Juli 2008 18:48

@ daSchäf

Die Frage nach dem Leistungsprinzip bzw. dass letztendlich Süchtige dabei auf der Strecke bleiben, liegt auf der Hand, könnte aber auch ein Hinweis darauf sein, dass nicht die Süchtigen nur "schwach" sind, sondern dass das System als solches krankt. Nur solange wir in diesem System gezwungen sind zu leben bzw.  gezwungen sind, uns zu integrieren, um zu überleben,  erübrigt sich jegliche Diskussion.

Zumindest ist ein süchtiger Mensch am wenigstens in der Lage, daran etwas zu ändern, könnte sich allerhöchstens verweigern.

Also weiterhin kontra Sucht ?  :aufsmaul_2: ? oder wenigstens Mittel zum Zweck, sprich "Bewusstseinserweiterung" .... ?

Aber um das Thema neu zu beleben - interessant, wie der STERN das Thema Sucht aufgegriffen und behandelt hat. Beeindruckend und hoffungsvoll auch die geschilderten Beispiele ehemaliger Süchtiger, die es geschafft haben, für ein "bewusstes , eigenbestimmtes Leben" von der Sucht loszukommen.

http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Zielscheibe-Gehirn-Wie-Sucht/608293.html?eid=607455
Zuletzt geändert von Fidelio am 19. Juli 2008 19:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kriterien für Drogen-Abhängigkeit

Beitrag von daSchäf » 19. Juli 2008 19:22

[quote="daSchäf"]
Und es sind schon immer Leute auf der Strecke geblieben. Nennt mich nihilistisch, aber es gibt sowieso zuviele Menschen für diesen Planeten.
[/quote]

Was für eine gequirlte Weihnachtskacke...
Manchmal bin ich aber auch komisch drauf...

Contra Sucht, ja.
Pro Bewusstseinserweiterung, ja.
Contra Leistungsgesellschaft.
Pro Freigeist.
Contra innere und äußere Zwänge.
Pro freie Entfaltung in einem gewissen Maß.
Contra übertriebene Maßregelung.
Pro Gedankenanstoß und Veränderung.
So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
- Schopenhauer
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