Zu spät?

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Timothy
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Re: Zu spät?

Beitrag von Timothy » 4. Januar 2007 16:32

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

der ist ja klasse...

wie, halb getroffen ist auch vorbei.

Ich habe meine Diagnose auch erst spät ü40 bekommen. Es war eine Entwicklung von
ca. 10 Jahren, in denen ich der evtl. Antwort meiner Fragen (warum bin ich wie ich bin? warum sind die anderen wie sie sind?)) etwas näher gekommen bin.

Erst als ich Wirkung des MPH verspürte, musste ich mir eingestehen, das doch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit bestand zu dieser "Spezies" zu gehören.
Aber es barg und birgt auch Chancen.
Zumal die Holperigkeit der "Wechseljahre" ein übriges tut.
Lange Zeit dachte ich auch, wozu? was habe ich davon eine Diagnose zu haben?
Für mich barg es die Chance auf Veränderungen, possitive Veränderungen.

Noch immer stehe ich der Sache manchmal zwiegespalten gegenüber, aber unter dem Strich war es für mich die richtige Entscheidung, auch wenn ich damit auch machmal noch so meine Schwierigkeiten habe. Sowohl mit der Diagnose wie auch mit den Medikamenten.

Aber zu spät? Nein, auch wenn ich mich das manchmal auch frage und das Gefühl habe mir läuft die Zeit weg.
Ich kann erst einmal aufhören zu suchen. Denn diese Suche hat mich ca. 20 J. und davon ca. 10 J. Therapie "gekostet". Das aufhören können zu suchen macht es ruhiger. Ich kann mich auf das Wesentliche konzentrieren und brauche nicht mehr nach einem Grund zu suchen.

Es ist dabei für mich unwesentlich wie ich das nenne oder andere dies benennen. Es ist stimmig und mit der Hilfe der "Krücke" MPH kann ich mich aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Überings weiss ich es seit ca. 1 Jahr oder so...
die Vermutung hatte ich schon ein paar Jahre länger, aber die Möglichkeit immer wieder negiert. Ohne die "Krücke" MPH täte ich es wohl immernoch.

lg
timothy
Zuletzt geändert von Timothy am 4. Januar 2007 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zu spät?

Beitrag von semperviva » 6. Januar 2007 15:27

@ timothy

deine Antwort gefällt mir, danke für deine ehrliche Art. Ist schön, so was zu lesen.

Macht Mut - irgendwie ist mein Anderssein auch eine Art von Flucht - was ist hinter den Mauern? (Alles so schön bunt hier) Eindrücke, bruchstückhaft..

lg

semperviva
jens
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Re: Zu spät?

Beitrag von jens » 6. Januar 2007 19:56

[quote="semperviva"]

Macht Mut - irgendwie ist mein Anderssein auch eine Art von Flucht - was ist hinter den Mauern?
[/quote]

Huhu zusammen,

ich habe auch eine lange zeit des suchens hinter mir. immer wieder suchen, probieren, fehlschläge wegstecken und wieder aufstehen.

mir gefällt als modell eine zwiebelschale besser. ich hab das gefühl, schale um schale nähere ich mich einem - vielleicht meinem - kern.

und auch wenn es sicher gradlinieger gegangen wäre - es war nicht umsonst. ich mag die kleinen schritte nicht - dazu fehlt es mir an geduld. vielleicht musste darum mein weg so lange dauern. außerdem denke ich, dass ich erst jetzt reif bin, diese schale zu öffnen. vorher hätte ich mich überfordert. ich musste überhaupt erst diese feine selbstironie entwickeln, um wieder aus diesen löchern zu kommen. sonst wär ich wohl irgendwann liegen geblieben.

und zu spät? nein, denke ich auch nicht. jetzt ist die chance da, etwas zu tun und ich will sie nutzen.

ich mache mir auch keine illusionen - das war nicht meine letzte schale. und ich würde es im moment auch nicht ohne medikamente schaffen.

aber ich habe hoffnung. ich habe stärken, nicht nur schwächen und ich werde einen weg finden, meine schwächen in stärken zu verwandeln - irgendwann auch ohne medikamente...und wenn ich dazu hundert jahre brauche!

lieber gruß
jens
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was er schon kann,
wird auch immer das bleiben,
was er schon ist.
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Re: Zu spät?

Beitrag von semperviva » 7. Januar 2007 14:11

@Jens, die Mauer ist sinnbildlich nicht um "mich" gezogen, sondern um die Anderen.
Manchmal kann man durchschlüpfen, um den anderen zu treffen, aber meistens ist es schwer, eine Tür zu finden.

lg semperviva
polomino
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Re: Zu spät?

Beitrag von polomino » 10. Januar 2007 11:28

Ich habe durch meine späte Diagnose zwar jetzt viele Erklärungen für meine Probleme und die Hoffnung das der nächste Akt durch die Medikamente einfacher wird, aber gefrustet bin ich trotzdem und Depressionen habe ich auch. Ich bin jetzt 47 Jahre hatte immer einen enormen Ergeiz etwas zu schaffen, was ich nätürlich nicht geschafft habe, aber wenigstens werden es meine Jungs einfacher haben (der ältere ist getestet und hat auch ADS und bei dem kleinen steht der Test demnächst an).

Aber....DANK dieser tollen Seite und den vielen Eindrücken und Erfahrungen der Leute hier, bin ich glaube ich jedenfalls schon wieder ein Stück aus diesem tiefen Loch in dem ich sitzte herausgekrabbelt.

lg polomino
Silvia
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Re: Zu spät?

Beitrag von Silvia » 7. Februar 2007 08:41

Zu spät?
Das ist eine Frage die mich seit der Diagnose meiner Tochter vor etwa einem halben Jahr beschäftigt.Da hab ich mich doch über 40 Jahre durchs Leben gemogelt,lohnt das jetzt was zu ändern?Kann ich was ändern?Ist Veränderung nicht zu anstrengend?

Aber was wäre wenn? Wenn ich mal ausprobieren könnte,wie das ist wenn denken auf einmal nicht mehr klemmt?Könnte ich mir dann merken wie der Videorekorder programiert wird?Könnte ich mir merken was ein Adjektiv ist?Oder sogar mit dem Auto auf die Autobahn?Da sind diese vielen Dinge die ich anders mache als Andere,die man irgendwie entschuldigt...

Morgen mach ich meinen ersten Schritt.Ich hab einen Termin bei meiner Hausärztin,ich werde ihr sagen das ich mich testen lassen will und sie um ihre Unterstützung bitten.Da verspreche ich mir nicht allzuviel von,aber sie ist nun mal das erste Glied in der Kette. Adressen von evtl. Fachärzten hab ich.Dennoch find ich den Schritt nur unangenehm.
Normal gibts nicht  :willi:
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lola57
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Re: Zu spät?

Beitrag von lola57 » 7. Februar 2007 08:44

Hallo Silvia,

es ist nie zu spät!

viel Glück und gute Nerven beim Diagnose-Marathon!  :smt023:

lg

lola
Nur weil etwas einfach ist, muss es noch lange nicht leicht sein.

Ich vergesse nur wichtige Dinge - Details merke ich mir ewig.
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Re: Zu spät?

Beitrag von Silvia » 8. Februar 2007 13:58

Hallo,
ich freu mich so,ich muss das loswerden auch wenn hier vielleicht nicht passt!
Ich war heute bei meiner Hausärztin,und sie hat mich sehr ernst genommen,hatte sich scheinbar mit dem Thema schon befasst und hat mir die gleiche Adresse genannt wie auch schon der behandelnde Kinderarzt.*freu*Erste Hürde geschafft.
Und dabei hatte ich son Schiss.
Normal gibts nicht  :willi:
depri
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Re: Zu spät?

Beitrag von depri » 11. Februar 2007 14:49

Hallo an Alle,

meine Güte, das gibt es doch nicht! Vieles, was hier steht, könnte glatt von mir sein.

Ich finde es wunderbar, Gleichgesinnte zu finden, großes Kompliment an dieses Forum.
Besonders dafür, daß es auf alle Altersgruppen ausgerichtet ist. Damit hätte ich beim
ersten Stöbern hier gar nicht gerechnet.

Ich fand es hier schon toll, aber dachte mir, für mich alte Schachtel (gerade 56 geworden) ist es eh zu spät. Und jetzt stelle ich fest, auch ich bin nicht alleine. Das ist ein gutes Gefühl.

Sorry, daß ich hier einfach so reinplatze. Ich weiß, daß man sich an anderer Stelle erst mal vorstellen sollte. Das hole ich noch nach (hoffentlich). Aber ich mußte jetzt einfach meinen Senf dazugeben, weil ich so erleichtert bin, hier soviele Übereinstimmungen zu finden.

Ich bin durch meine Tochter (die mittlere von 3 Töchtern, die immer schon so "anders "war) auf  die Erkenntnis gekommen., daß sie und höchstwahrscheinlich auch ich ADS ohne H haben.

Ich wußte sofort, das ist es!  Das ist endlich die Antwort auf alle meine Fragen. Aber man wird leider von der Außenwelt belächelt, wenn man wagt, dieses zu äußern. Deswegen finde ich es einfach spitzenmäßig, Euch gefunden zu haben.

Soviel erst einmal für heute.

Alles Liebe,
Depri
Chaos ist das Wort, das wir für eine Ordnung erfunden haben, die wir nicht verstehen (Henry Miller)

Man sieht nur mit dem Herzen gut; das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry )
ads mami
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Re: Zu spät?

Beitrag von ads mami » 13. Februar 2007 08:36

also ich habe meine diagnose auch erst seit 3 wochen ich bin 37

ich habe mich testen lassen als ich auf einem ads eltern kurs erfuhr das ads vererbbar ist ich habe 2 kids ads und junior adhs

und da ich in meinen kindern mich sah als kind dachte ok lass mich testen ich rechnete mit der der diagnose ads aber es war adhs ... ich hyperaktiv ...grübel

als kind hatte ich keine freunde
inder schule 3. klasse wiederholt ..wurde auf die scheidung meiner eltern zurückgeführt
ich fühlte mich nur unverstanden bekam zu hören warum machst du das ...
wieso immer ....
mehrere arbeitsplätze
mit meinem ex war ich 11 jahre verheiratet ....
aber glücklich hmm vielleicht am anfang
auch er sagte mit ständig mensch du kriegsr nichts geregelt .
vor 3 jahren schwere depresionen die ärztin meinte tabletten helfen vorübergehend ich müsse an mich denken und nicht nur mann und kinder
ich fing mit sport an erst joggen ..dann taichi ...und später fitnessstudio
es tat gut
im verein meiner tochter angagierte ich mich .....organisierte freizeitcamps von der resevierung bis hin zu den kosten essen etc.
zum ersten kmal bekam ich bestätigiung ..wurde gelobt ...mensch toll du bist ein organisationstalent ....freu es tat gut
mein ex kam mit meiner veränderung nicht klar er akzeptierte es nicht und rastete aus mit schläge und an die wand schmeisen in einemem seiner tobanfälle sagte er tzu mir du bist zu blöd zum fi... sorry ich und du bist nicht einfühlsam du nimmst wie dus magst ...na es war heftig ....
ich trnnte mich 2005 von ihm
halbes jahr später neue betiehung
für meinen partner ist es schwer mit ads klar zu kommen für ihn gibt es das nicht hat öfters probleme mit meinem junior warum muss man ihm alles 10 mal sagen und so ...
ich regde viel mit ihm versuch es ihm zu erklären
als ich meine diagnose bekam glaubte er es nicht swo recht
er fragte was ist jetzt anderst seit du medis nimmst ich versuchte es ihm zu erklären mit dem chaos im kopff und so er meinte nur du hast mir nie gesagt wie du dich fühlst ......
na ja ich versuchte meine unruhe impulsivität irgendwie zu vertuschen ..aber schon immer ichlernte wohl irgendwiemit meinem chaotischen verhalten umzugehen und wollte nicht das andere es nmerken
jetzt seit ich medis nehme ist auch die situation mit junior entspannter
da ich selbst ruhiger bin mich besser kontrolieren kann
ich gebe fehler zu
wenn was schief läuft versuche ich mit junior zu reden was war jetzt der auslöser....
manchmal schick ich ihn ins zimmer wenn nichts hilft
meine kids wissen das ich adhs habe
kürzlich sagte mein jüngster es ist gut das du tabletten nimmst bist mit deinen füssen am boden und nicht irgendwo in der luft ....
ich bin zur zeit in erziehungsberatung und habe regelmässig gesprächstermine bei beratungsstelle um meine kindheit aufzuarbeiten da meine mutter stark alkoholabhängoig war ich keine kindheit hatte verantwortung für meine jungere schwester übernehmen musste und das im alter von 4 -5 jahren meine schwester ist 3 jahre junger  na ja kindheit war es nicht kind sein heisst lachen spielen fröhlich sein .. nicht brote schmieren pampersmachen u.s.w...es ist schwer die gespräche bin hinter her ziemlich verwirrt
aber sire tun gut
ich bin froh das ich mich testen liess es hilft uns ungemein
mit meinem vater hab ich jetzt ein gutes verhältnis auch als ich mich scheiden liess er stand hinter mir und meinte nur er wusste nicht wie lang ich das aushalten konnte er hat damit gerechnet ..
meinen neuen partner akzeptiert er voll und ganz endlich einen schwiegersohn ..obwohl wir nicht verheiratet sind...
so das wars erst mal ist bissel lang geworden sorry
wollte eigentlich nur sagen wenn ihr den verdacht habt ads zu haben lasst euch testen und nehmt wenn nötig medikamente
ich dachte früher immer mensch wie halten das andere aus dieses chaos im kopf für mich war es normal ich kannte es nicht anderst ..
jetzt weiss ich wie es ist sich konzentrieren zu können es macht spass mit der grossen die hg zumachen und sie geht aufs gym. und ich hab grad mal hauptschulabschluss gepackt denke wenn ads früher schon erkannt worden wäre ich vielleicht die realschule hätte besuchen können ..

lg ads mami
Jasmin V
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Re: Zu spät?

Beitrag von Jasmin V » 7. April 2007 16:53

Ich bin 72 und erstmal nur glücklich erfahren zu haben, das ich nicht bescheuert bin und mit meinen merkwürdigen Reaktione meines Lebens nich alleine da stehe. Ich bin zufrieden  wenigsten bescheit zu wissen und nicht mein Lebenlang um sonst schuldig geweswen zu sein.
Für mich  ist es nicht zu spät weil ich nichts daran ändern kann, da mein zug schon abgefahren ist. Denoch bin ich erleichtert und zufrieden dieses Forum gefunden zu haben, zu wissen das ich persönlich richtig ticke

L.G. Jasy
Glücklich ist wer vergist was nun mal nicht zu ändern ist
Sulley
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Re: Zu spät?

Beitrag von Sulley » 25. Mai 2007 07:59

Guten Morgen,

spät ist relativ. Mit 36 ist es aber schon was anderes, als mit 6 oder 10. Davon ab, bin ich ja noch lange nicht diagnostiziert, sondern finde mich nur in vielem wieder. Für mich persönlich würde eine ziemlich qualvolle Suche aufhören, warum ich bin wie ich bin. Was hab ich mir schon den Kopf zermartert, warum ich als Kind schon immer so empfindlich war, alles auf mich bezogen hab ( O-Ton GS-Lehrerin ). Und dann liest man bei Symptomen "bezieht schon als Kind alles negative auf sich und fühlt sich schuldig".  Da weiß man garnicht ob man lachen oder weinen soll.

Ich finde es befreiend, zu wissen warum man tickt, wie man tickt. Allein das gibt schon wieder Luft zum atmen. Und das ist gut, egal in welchem Alter.


Liebe Grüße
Sulley
elina
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Re: Zu spät?

Beitrag von elina » 8. Juni 2007 13:32

HI,
spät ist besser als nie!!!
Meine Meinung!
Aber Wut habe ich auch, da bei mir es auch teilweise unterging, als ich in der Kinder und Jungendpsychiatrie war. meine damalige Therapeutin wollte unbedingt das ich Ritalin bekomme, doch die anderen aus dem Team(Ärzte, Oberarzt usw.) waren dagegen. Somit wurde ein Medikament nach den anderen ausprobiert, nur eben keins für AD(H)S. Keins dieser Medikament half.
Vor ein paar Monaten bin ich mit einer anderen Therapeutin nochmal darauf zu sprechen gekommen. Klar war ja das ich es hat, nur leider ist es all die Jahre untergegangen. Sie schickte mich sofort zum Neurologen, der kannte mich ja eh schon. Er stellte mir Fragen und ich musste so ein Bogenausfüllen. Seit dem nehme ich Methylphenidat und mir geht es voll gut damit, es ist echt der Hammer hoch zehn. ich hab es dann mit dder Therapeutin aus der Kinderund Jugendpsychiatrie nochmal besprochen. Teilweise glaub ich war die auch foh, dass sie damals schon recht hatte und mir es damals schon gegeben hätte müssen. Manchmal habe ich voll die Wut, auf die in der KJP, teilweise auch auf die Therapeutin weil sich die nicht durchgesetzt hatte.  :icon_twisted:Aber was soll man machen. Sicher wäre es besser gewesen die hätten mir das vor 4 1/2 Jahren schon gegeben. Aber später ist besser als NIE! :icon_wink:
Liebe Grüße
Elina
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papillonindigo
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Re: Zu spät?

Beitrag von papillonindigo » 16. Juli 2007 14:43

Für mich war es vielleicht der richtige Moment! Klar, es hätte besser gewesen wenn es mit 5 J. schon vesgestellt wäre (ich war wegen meine auffällige "andersein" zu psychologue gebracht!).... Aber damals hatte mann von dem noch nicht viel gewusst...

Aber wenn ich zurück schaue, alle diese Jahre wo ich probiert habe eine "normalos" zu sein, habe ich, auch wenn schmerzhaft und blöde war, einiges wichtig gelernt.

Und nun, war ich bereit mit 30 J endlich diese blödsinn von "normal zu werden" versuch verlassen... Und da, bin ich langsam bereit gewesen mich zu entdecken... Es ist schrittweise gekommen und die Endeckung von ADS (noch im vermutung) ist eine davon...

Ja, vielleicht war ich vor 2 Jahre nich bereit so etwas zu hören! Vielleicht auch als Angst, noch einmal stigmatisiert zu sein oder unverstanden zu werden...

Aber diese Endeckung ist auch jetzt eine Befreiung! Es geht naturlich sehr viel in meine  Kopf, aber in gute Art...
:vier: So geht es mir beim Rebound oder nach einem langen Stadtbummel
Dreamer32
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Re: Zu spät?

Beitrag von Dreamer32 » 10. August 2007 23:48

Hallo ich habe mich auch gerade erst angemeldet und bin froh, dass es festgestellt worden ist, auch wenn ich jetzt schon 32 Jahre alt bin, so es ist wenigstens endlich die Begründung für das "Versagen" im Lebenslauf.

Das ständige auf und ab in meinem Leben hat mich ziemlich fertig gemacht. Unverstanden, Faulheit, Lustlosigkeit, Egoismus, unfähig, dumm.... all dies waren dinge die im Bereich ADS vermutlich ein jeder erfahren hat... zumindest an Aussagen von außerhalb.

Ich nehme nun seit einigen Wochen die Medikamente und muß sagen... es ist wirklich gut, aber um einiges aufzuarbeiten würde ich auch die Psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen und dieses empfehlen.

Wut habe ich auch... vor allem meinen Eltern gegenüber die diese "Sache" ignorieren.. teilweise darüber lachen (mich auslachen) und dies als "Charakterschwäche" darstellen.

lg Dreamer32
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Karl Käferlein
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Re: Zu spät?

Beitrag von Karl Käferlein » 4. September 2007 23:51

:Obelix:  Hallo, liebe Forumsteilnehmer mit später AD(H)S-Diagnose: Ein echtes "ZU spät" gibt es für mein Empfinden nicht wirklich. Einen Neuanfang aber immer - jeden Tag !
Ich habe vor einigen Wochen mit fast 47 erfahren, was mir mein Leben streckenweise zur Hölle gemacht hat und bekam beim Lesen entsprechender Bücher einen Weinkrampf nach dem anderen.  :glas: Endlich Erklärungen !!!  :icon_eek:
Es war schwer, durch die Erfahrungsberichte anderer und ADHS-Beschreibungen viele verdrängt geglaubte Situationen wieder zu durchleben  :aaahh:, aber ich kann nicht sagen, welche Gebirge gleichzeitig von mir abfielen  :hüpf:, weil ich KEINE Schuld an Dingen trage, die mir oft vorgehalten wurden.
Jetzt kann ich endlich meine Fassade  :mopp: abbauen, die ich aus Angst, Unsicherheit und Scham wegen meiner "Fehler" mein ganzes bisheriges Leben lang zur Schau gestellt habe, um es anderen recht zu machen.
Mein früherer Beruf und ADHS haben mich krank gemacht. Aber das wird für mich kein Grund zum Aufgeben sein. Ich möchte Schritt für Schritt das Beste aus meinen Möglichkeiten machen und werde mich in Zukunft für nichts mehr rechtfertigen.  :323:
Jedes Lebewesen ist etwas Besonderes, und Leute mit AD(H)S sind  :hip: besonders besonders!
LG,
Käferlein
Gebe Gott mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden...!
carlos1956
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Re: Zu spät?

Beitrag von carlos1956 » 5. Oktober 2007 15:23

Hi ... Wieso zu spät ... und wieso soll die Kraft aufgebraucht sei??? Ich habe erst jetzt - mit 51 - von meinem ADS erfahren. Das hört sich womöglich völlig bescheuert an, aber ich war glücklich! Endlich habe ich die vielen, vielen Momente des Scheiterns, die vielen Seelenstrandungen und tragischen Liebesbeziehungen, die schreckliche Schulzeit ... aber auch die glücklichen, erfolgreichen und anregenden Augenblicke meines Lebens einordnen und verstehen können ... Nun bin ich voller Tatendrang und habe endlich meinen resignativen Standpunkt verlassen können ... Auch das schon immer vohanden gewesene Verständnis für das Verhalten meines 13-jährigen Sohnes (der ebenfalls ADSler ist) erklärt sich mir nun schlüssig ... (meine Ex-Frau hat mir dieses Verständnis immer als inkonsequenten Erziehungsstil vorgeworfen ...)

Also ich bin froh, dass ich es überhaupt erfahren habe ... und schließlich habe ich ja noch ein paar Jährchen vor mir, oder???

LG Carlos
Ich frage mich manchmal, warum Menschen so viel Angst vor neuen Ideen haben. Ich persönlich fürchte mich vor den alten ...
- John Cage -
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Re: Zu spät?

Beitrag von Silvia » 5. Oktober 2007 16:15

Zitat:
Wieso spät?

Hallo,
ich finde es für mich spät mit 41 weil ich einerseits gerne anders wäre und weil es mich andererseits total aus der Bahn wirft.

Ich fühle mich zur zeit nur noch doof,und hab zu nix mehr Lust.Da hilft es mir auch nicht wenn ich mir mantraartig vorbete das 41 Jahre ohne Medis zurechtgekomen bin,und was ich alles geschafft habe.Aber auch manche Selbstlüge platzt,zB habe ich keine Ausrede warum ich auf dem letzten Elternabend nur die Hälfte mitbekommen habe,warum ich 12x am Tag Nachrichten im Radio höhren kann und immer noch nicht alles mitbekommen hab.Das waren bisher immer die Umstände,zu laut,andere nerven...aber das liegt doch nicht an mir!Von wegen.

Ja und ich lebe auch viel Geweses noch mal durch und versuche mich im nachhinein zu trösten.

Dann kommt auch noch ein Familienstreit bei dem mir übelste Dinge nachgesagt werden, und mein Selbstvertrauen ist komplett den Bach runter.

Ich möcht mich zur Zeit nur verkriechen.Nach nem halben gelebten leben zu erkennen was man verpasst hat,welche Chancen man gehabt hätte,wie man sein könnte - ich finds  spät.



Das Einstellen der Medikamente dauert finde ich elend lange.Ja ich weiß ich hab das halbe Leben noch vor mir,es ist nicht zu spät,aber jetzt an diesem Punkt finde ich es einfach Sch...

Viele Grüße
Silvia
Normal gibts nicht  :willi:
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Missi
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Re: Zu spät?

Beitrag von Missi » 19. Oktober 2007 15:10

Ich habe die Diagnose erst seit drei Tagen.. und ich bin mittlerweile 42.

Zu spät?
Vielleicht wäre in meinem Leben einiges anders gelaufen, wenn ich die Diagnose früher gehabt hätte.. aber eben nur vielleicht.

Mag sein, dass ich nicht so stark betroffen war, um in Schule und Beruf zu versagen.. ich habe allerdings sicher auch nicht alle meine Fähigkeiten ausspielen können.

Die Diagnose hilft mir dabei, mich besser zu verstehen

- meine Impulsivität, die mich schon mehr als einmal in arge Bedrängnis gebracht hat
- meine Launenhaftigkeit
- mein programmiertes Chaos vor allem auf dem Schreibtisch, dass ich nie in den Griff bekommen werde
- mein ausgeprägtes Helfersyndrom, dass auf keine noch so stimmigen Argumente hört
- mein überausgeprägter Gerechtigkeitssinn, der immer wieder zu Streit führt
. meine chronische Unpünktlichkeit ( nur im Beruf nicht - da ist genügend Druck*g)
- meine Tendenz, 7 Sachen zu beginnen und nicht eine zu Ende zu bringen
- die Unfähigkeit, sich Dinge zu merken, die mich nicht  interessieren bei ansonsten hervorragendem Gedächtnis .. und vieles mehr

Jedenfalls halte ich mich jetzt nicht mehr für stellenweise "total bescheuert":-D

Ich wäre vermutlich nie auf die Idee gekommen, ADHS zu haben, wäre meine Tochter nicht betroffen.. Ich fand in so vielem, was ich darüber las, mich selber wieder. Meine Mutter, bei der ich mich mehr als einmal über die Sorgen mit meiner Tochter ausheulte, sagte mir immer wieder " kenn ich, war bei dir auch so". Das war für mich so eindeutig, dass ich die Gewissheit haben wollte.

Gruss Missi
Zuletzt geändert von Missi am 19. Oktober 2007 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben (Henry Miller)
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saidinho
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Re: Zu spät?

Beitrag von saidinho » 21. November 2007 20:29

Hallo zusammen,

ich bin 47 (seit kurzem), habe einen Sohn der genauso ist wie ich, nur einen Tick extremer: er ist chaotisch, sprunghaft, cholerisch, angeberisch (hat er wohl auch von mir, ist aber wohl eher nicht ads-typisch), leichtsinnig, hat Probleme mit den Mitschülern, Probleme mit manchen Lehrern, ihm geht die Schule so ziemlich ... vorbei, was zählt ist das hier und jetzt und hauptsache Spass. Vergesslich ohne Ende, unzuverlässig, manchmal in seinen Gedanken schwer verständlich (er lebt einfach in seiner Phantsiewelt), leicht zu begeistern, kann nichts durchhalten, kann nie sitzenbleiben, kann sich nie etwas merken (Verhaltensregeln), hat an jedem Arm 5 Ellbogen --> wirft daher ständig estwas um.

Damit hab ich mich selbst auch nicht ausführlich, aber denn einigermaßen, beschrieben. Ich bin mit ihm von Pontius zu Pilatus gelaufen, weil das Zusammenleben teilweise unerträglich war. Er hat Tests gemacht, einen nach dem andern, nach dem andern,....
Der arme hat mir unendlich Leid getan. Jeden Arzt, den wir befragt haben, hat etwas anderes gesagt. Letztendlich haben wir einen gefunden, der ihm Ritalin verschrieben hat.
Dennoch Zweifel sind immer gebleiebn und werden wohl auch immer bleiben: nämlich ob wir das Richtige tun. Das Ritalin haben wir wieder abgesetzt, weil wir nicht die Überzeugung and auch nicht die nötige Konsequenz hatten.

Aber es bleibt auch die Hoffnung endlich etwas Licht in zu sehen, auch für mich, weil ich, wenn ich ihn betrachte, mich immer wieder entdecke.

Ich hätte auch gerne Klarheit, habe auch erste Versuche gemacht, scheue aber den Frust und habe  auch Zweifel an der Diagnose, wie sie auch ausfällt. Ich habe eben wenig Vertrauen zu Halbgöttern in weiß. Ich weiß wirklich nicht was ich tun soll, kann. Ich bin schlicht und einfach ratlos.
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Sulamith
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Re: Zu spät?

Beitrag von Sulamith » 22. November 2007 08:47

Hallo Saidinho!

Ich versteh Dich.
Ich bin jetzt 48 und habe auch Jahre gebraucht,
bis ich mich dazu aufraffen konnte.

Jetzt hab' ich's gepackt und bin zufrieden.
Nur ein fahrendes Auto kann man lenken.

Aber richtig, ich würde nicht zu JEDEM Arzt gehen.

Das ist natürlich das Problem. Es gibt nicht soviele, die sich da auskennen.
Hier im Forum kannst Du aber nachfragen, nach Adressen von auf Erwachsenen-ADS spezialisierten Ärzten.

Ich hab hier eine bekommen und mich dann auf der Homepage informiert und das hörte sich dann soweit ganz gut an.Also hab ich mich dort angemeldet
Den ersten Termin hatte ich jetzt schon und mein erster Eindruck war gut.
Allerdings fahre ich ca 120 km. Für eine Therapie wird das auf Dauer wohl zu weit sein.
Aber die Diagnose...ein paar Termine...das geht jetzt schon mal.
Und wenn ich die Diagnose habe, dann seh ich weiter.
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