Wie war eure Schulzeit?

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Janie1975
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Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Janie1975 » 7. Mai 2016 19:46

Ich denke oft daran ... meine Grundschulzeit war ok, ich war lieb, verträumt, und immer unter der Fittiche von "größeren" Schülerinnen, sah auch kleiner und jünger aus als der Klassenschnitt. Ich kam im Unterricht gut mit, obwohl ich trotz Kurzsichtigkeit keine Brille hatte und oft verträumt war (das stand auch auf dem Zeugnis). Meine Schrift war so lala, eine 3, und in Mathe hatte ich ebenfalls eine 3, der Rest war besser.
Ich kam aufs Gymnasium und da wurde es irgendwann anstrengend. Ich war immer noch "hinterher" und wesentlich unreifer als die anderen. Ich war sehr still, habe mich mündlich so gut wie nie beteiligt, schreib gute Klausuren, aber wurde immer mehr zum Außenseiter. Jeans, schicke Oberteile etc., so wie bei den anderen gabs bei mir nicht, mir war egal, wie ich rumlief. Cordhosen, dicke Brille, unmögliche Frisur, oft ungekämmt, insgesamt sehr kindlich, fiel ich irgendwann sehr auf und begann, mich jüngeren Schülern zuzuwenden.
Schulisch gings ab der 7./8. bergab, Elternsprechtage waren immer ein Graus für meine Eltern, weil die Lehrer über mein Aussehen und meine Zurückhaltung schimpften. Regelmäßig vergaß ich Taschenrechner, Zirkel, etc. zu Klausuren, was dann die Noten drückte. Insgesamt 11 blaue Briefe bekam ich in der gesamten Schulzeit, in erster Linie in den naturwissenschaftlichen Fächern (Mathe, immer wieder Mathe, Physik, Chemie, auch Erdkunde und Sowi).
Mit Ach und Krach schaffte ich es in die Oberstufe, mittlerweile der totale Außenseiter. In der gesamten Oberstufe habe ich mich vielleicht 4x im Unterricht beteiligt. Ich wiederholte die 12 und machte einen Schnitt von 3,3. Studium dauerte etwas länger, aber wurde 2,3.
Insgesamt bin ich sehr, sehr stolz auf mich, da ich auch zuhause von meiner Mutter wenig Unterstützung und Struktur bekam.
Nun hoffe ich, für meine Tochter besser da sein zu können, die wahrscheinlich auch ADHS hat.

Wie war es bei euch?
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Hexe76
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Hexe76 » 11. Mai 2016 19:07

Mit einem Wort zu beschreiben:
Grausam.
Meine gesamte Schulzeit hindurch war ich der Aussenseiter, den man ungestraft mobben und terrorisieren konnte.
Kam ich nach Haus, ging der Terror da weiter.
Wenn ich zurück denke, schiessen mir heute noch manchmal die Tränen in die Augen, nach nunmehr 24 Jahren.
Diese Zeit hat viele, tiefe Wunden hinterlassen, die teilweise bis heute nicht verheilt sind und mein Verhalten immer noch prägen.
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon laetitia » 11. Mai 2016 20:47

Ich freute mich sehr auf die Schule. Ich freute mich, lesen und schreiben zu lernen. Ich war immer sehr neugierig. Ich habe von meinen Grosseltern im Urlaub "Hochdeutsch" gelernt, da war ich sechs...damit ich mich mit den neuen deutschen Bekannten, die sie eben kennen gelernt hatten, unterhalten konnte...ich konnte auch schon vor der Schule meinen Namen und andere Buchstaben schreiben.

Dann kam ich in die Schule...und ich habe ehrlich gesagt gar fast keine Erinnerung an die 1. Klasse. Nur, dass ich der Lehrerin auf den Wecker ging, weil ich ständig in der Nase bohrte. Und dass ich von den Nachbarsmädchen, die in derselben Klasse waren, auf dem Nachhauseweg oft provoziert wurde, bis ich ausrastete und mich wehrte...die eine, die für die Provokationen dann verantwortlich war, heulend nach Hause lief und da erzählte, dass ich sie abgeschlagen hätte...

An die Zweite Klasse habe ich auch fast keine Erinnerungen. Nur, dass wir einen neuen Lehrer hatten, da die Lehrerin der 1. Klasse Mutter wurde. Und dass ich fast jeden Tag nach dem Unterricht nochmals erklärt bekommen wollte, worum es bei dem Thema, ich glaube es war vorwiegend Mathe, genau geht. Ich weiss auch nicht mehr, ob ich es wirklich nicht verstand oder ob ich einfach etwas Aufmerksamkeit suchte. Das war eine schwierige Zeit für mich, zwischen Stuhl und Bank...hin und her zwischen Pflegeeltern und Grosseltern.
Was ich auch noch weiss ist, dass ich stundenlang an meinen Hausaufgaben sass. Das hat sich bis zur 5. Klasse so gehalten...

Dann wurde ich zurückversetzt und in eine Kleinklasse eingeteilt. So machte ich die 2. nochmals und dann die 3., bis wir umzogen. In der Zeit mochte ich die Schule nicht wirklich, hasste sie aber auch nicht. Ausserdem gab es einiges, woraus ich schliesse, dass es eben nicht die Schule war, die schwierig war oder so. Beispielsweise machte ich freiwillig Vorträge über Themen, die ich Spannend fand. Vor allem über Tiere. An die Zeit habe ich ganz wenig mehr Erinnerungen.
Vor etwa sechs Jahren traf ich mich mit der damaligen Lehrerin. Es nahm mich einfach wunder, wie sie mich in Erinnerung hatte. Sie meinte, sie hätte in mir nie ein Sonderschulkind gesehen, aber auch meine Geschichte nicht wirklich gekannt.

Dann zogen wir um. In ein kleines Dorf. Ohne Sonderschulen etc. Ich freute mich. Weil ich mich immer auf Neues freute. Auch darauf, wieder in eine Regelklasse zu dürfen. Mit den "normalen" Kindern. Wie sich herausstellte, waren wir nur zu viert in diesem Jahrgang. Dafür waren wir zwei Klassen, eine zweite und eine vierte. Mein Bruder war in der zweiten...somit hatten wir die gleiche Lehrerin. Ich fand das super, ich glaube mein Bruder nicht so...
Ich fand den Anschluss nicht im Dorf. Die Freundschaften waren irgendwie schon verteilt und ich war nicht selbstsicher genug, mich da einzubringen. Ausserdem waren einige Jungs in der klasse über mir, die mich nicht mochten und schon von der Jungschar kannten.
Ich hasste die Schule...fand sie mühsam, nervig, anstrengend und gleichzeitig langweilig. Ich dachte, warum muss ich noch so lange zur Schule, wenn ich ja jetzt alles kann, wofür man in die Schule muss...lesen, schreiben und rechnen...

Ich hätte dann die vierte Klasse repetieren und in die nächstgelegene Stadt zur Schule sollen (wo es Sonderklassen gab). Meine Eltern setzten sich aber dafür ein, dass dies nicht geschah und so ging ich mit einer Probezeit in die fünfte...und meine Eltern waren verantwortlich dafür, dass es klappte. Von da an musste ich meine Hausaufgaben ins Aufgabenheft schreiben und die Lehrerin schrieb dann dazu, wie lange ich dafür haben sollte. Schaffte ich die Aufgaben in der angegebenen Zeit, bekam ich von meiner Mutter einen Franken Taschengeld. Von da an verbesserten sich meine Leistungen und die Schule war nicht mehr ganz so schlimm. Aber ich brauchte trotzdem immer noch die Motivation der Fächer, die ich gerne hatte, wie Handarbeit, Turnen, Singen und Zeichnen...und die waren guterweise so über die Woche verteilt, dass ich doch fast jeden Tag einen Lichtblick hatte.

Dann kam ich in die Oberstufe. Die war ganz schlimm. Leider schaffte ich es nicht in die Sekundarschule, wie die meisten (bei uns war Gymnasium, Sekundarschule, Realschule und Oberschule das System, für's Gymnasium musste man so oder so eine Aufnahmeprüfungen machen, bei den anderen konnte man, aber man wurde grundsätzlich nach Noten und Empfehlung des Lehrers eingeteilt). Wie immer freute ich mich. Weil es etwas neues war und ich auch froh war, dass da noch Kinder aus dem Nachbarsdorf dabei waren und es neue Möglichkeiten gab, Freundschaften zu knüpfen. Das kam leider anders. Ich war sehr unsicher und musste rasch weinen. Daher wurde ich von der ganzen Schule gemobbt und verbrachte alle Pausen alleine. Gruppenarbeiten waren der Horror und Turnen erst recht...Eltern und Lehrer machten mich für das Mobbing verantwortlich und ich hatte keine Unterstützung, musste mit allem selber fertig werden. Heute weiss ich, dass diese Empfindlichkeit mit unverarbeiteten Ereignissen aus der Kindheit zu tun hatte. Damals war es einfach eine Reaktion, die ich nicht zu steuern wusste.

Von meiner Mutter wurde ich dann zu einer Ausbildung überredet, auf die ich selber denke ich nicht gekommen wäre. Detailhandelsangestellte (Einzelhandelskauffrau) in einer Papeterie (Papierwaren). Die Schnupperwoche da hatte mir aber spass gemacht, sehr wahrscheinlich auch, einfach weil es etwas neues für mich war. In der Lehre dann merkte ich schnell, dass mir das weder gefiel, noch dass ich besonders begabt dafür war. Ausserdem verwirrte es mich, dass die Leute solchen Schwachsinn labberten und fragte mich, ob die wirklich alle so dumm sind. In der Berufsschule erzielte ich ständig Bestnoten, ohne viel zu tun. Das verwirrte mich ebenfalls, weil andere, die aus der Sekundarschule kamen, sich beklagten, wie schwierig der Stoff sei. Ich wollte dann von der dreijährigen in die zweijährige Verkaufslehre wechseln, um nach der Ausbildung noch eine andere zu machen. Der Vertrag war schon geändert, als meine Mutter wieder auf mich einredete, dass es am Geschäft liege, dass es mir nicht gefalle. So habe ich dann den Betrieb gewechselt...geändert hat sich aber nicht viel. Nur dass ich dann am neuen Ort wie ein 1. Lehrjahr-Stift behandelt wurde...Kaffeewasser holen, Tassen abwaschen, Staubsaugen und vieles mehr...meine Mitstiftin im gleichen Lehrjahr nichts davon tun musste...und die Chefin dann angefangen hatte, miese Stimmung zu verbreiten, weil sie überfordert war (eine wichtige Mitarbeiterin ging für länger weg und wurde nicht ersetzt). In der Zeit liebte ich die Schule, weil ich dadurch weniger im Betrieb sein musste.

Was mich auch immer wieder verwirrte war, dass mein Bruder manchmal meinen Gedankengängen nicht folgen konnte, weil er ja der gescheite war und ich die dumme...drei meiner vier Brüder haben Gymnasium gemacht, was bei uns nicht die Regel ist. Der eine machte ebenfalls eine Ausbildung, zu der er von meiner Mutter überredet wurde. Er machte jedoch die Berufsmatura dazu und studierte im Anschluss an der Fachhochschule.

Das Studium in Grafik Design war ok...also die Schule, nur dass ich da den sozialen Anschluss auch nicht fand...und auch den Berufseinstieg nicht schaffte.

Tja...meine Schulzeit hätte durchaus erfolgreicher verlaufen können. Ich musste über 30 werden, um zu verstehen, dass ich nicht dumm bin...nicht "halt praktisch begabt", wie meine Mutter es immer ausdrückte. Wenn ich denke, was ich in den letzten Jahren intellektuell geschafft habe...mit bald vierzig...meine Mitstudenten oft darüber klagen, wie kompliziert eine Vorlesung sei, Leute, die 15 bis 20 Jahre jünger sind als ich...möchte ich nicht darüber nachdenken, was ich alles schon erreicht hätte...wenn...aber ja, wenn gibt es nicht und ich bin dankbar, dass ich endlich lerne, an mich zu glauben und nicht nur einfach so oberflächlich, sondern im Sinne von: Hey, ich habe etwas im Kopf und zwar wirklich! Einzig was mir ab und zu Sorgen macht ist, dass ich wegen der Finanzen nicht genug ins Studium investieren kann, weil ich halt ein Arbeitspensum halten muss, womit ich mir den Lebensunterhalt leisten kann. Das wäre eindeutig einfacher gewesen, wenn ich früher auf die Idee gekommen wäre, dass ich tatsächlich schlau genug bin, um zu studieren.

Die Zeit in der ich meine Uni-Zulassung nachholte, ging ich gerne zur Schule. Nur, dass es so viel Stoff war, in einem Tag und der Rest im Selbststudium bei 80% Arbeitstätigkeit und ich einige Male an den Rand eines Nervenzusammenbruchs kam.
Die Uni finde ich toll. Ich gehe gerne hin, habe aber auch gute Kurse gebucht, die interessant sind. Ausser im letzten Semester, da hatten wir eine Dozentin, die war schrecklich. Aber langsam habe ich den Rhythmus raus und fühle mich vorbereitet, für das was ich wirklich vor habe. Mit dem Ritalin weiss ich noch nicht so genau...bin am ausprobieren, nehme es zur Zeit vor Allem vor dem Lernen und für die Vorlesungen. In der Semesterpause werde ich schauen, ob es auch ohne geht. Irgendwie gibt es Faktoren, die ADHS-Symptome zu verstärken und solche, die sie zu verringern scheinen. Finde das immer noch sehr verwirrend. Aber ich bin gerade ganz viel am verarbeiten und es wird sich weiter zeigen und es ist auch nicht so, dass die Medis keine Wirkung haben.

Ich bin nach wie vor sehr neugierig und lerne gern neues. Lesen komplexer Texte finde ich befriedigend, vor allem, wenn ich diese auch zu verstehen glaube :mrgreen: . Es ist schön, auch mal etwas intellektuellere Gespräche zu führen als jene bei der Arbeit...viele Fremdwörter zu hören und immer besser zu verstehen...komplexe zusammenhänge zu diskutieren...
Manchmal kann ich fast nicht glauben, dass ich wirklich an der Uni bin...wenn ich an die Primarschulzeit denke...ich, die alle für dumm hielten...oder sagen wir mal so, meine Eltern taten das. Von den anderen hörte man eigentlich immer: Sie könnte es schon, wenn sie wollte...Ich ging sogar mal in die Nachhilfe. Die fand dann nach der vierten Stunde, warum ich in die Nachhilfe kommen würde, ich hätte das gar nicht nötig.
Einmal hatte mein Onkel einen behinderten Mann bei sich als Mitbewohner. Diesem mussten wir immer die Bettpfanne wechseln, wenn er bei uns anrief...natürlich immer genau dann, wenn eine spannende Sendung im fernsehen lief. Meine Mutter hat dann mit dem abgemacht, dass er mir Nachhilfe gäbe...also ging ich rüber und wir haben Mathe etc. angeschaut...und er fand ebenfalls, dass ich das ja kann.

Und...kurz zusammengefasst...meine Schulzeit war schwierig. Sehr schwierig. Sozial wie auch von der Leistung her. Einfach weil da zuviel auf mir lastete. Erinnerungen erdrücken mich manchmal. Mit den Medis scheinen diese Erinnerungen präsenter zu sein, was es nicht einfacher macht...dafür greifbarer und somit auch eine Möglichkeit eröffnet, zu verarbeiten.
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Jekaterina » 18. Mai 2016 12:31

Meine Schulzeit war ätzend, ich war ängstlich, schüchtern, unbeliebt und galt als "Träumerin". Das "Träumen" brachte mir viele Probleme ein und ich blieb, das sagten auch die Lehrer, hinter meinen Möglichkeiten zurück. An AD(H)S dachte damals bei mir niemand, sondern mein Verhalten wurde als meine eigene Schuld angesehen, also auch als Charakterfehler. Meine Eltern sagten auch, ich solle mich einfach besser konzentrieren und müsse doch nicht ängstlich sein. Tja, leider konnte ich all das alleine nicht abstellen. Aber es war ja meine Schuld...

Trotz meiner schlechten Konzentration und meiner Ängste schaffte ich das Abitur.

Auch wenn ADS und ADHS heute SEHR oft diagnostiziert werden - ich denke nicht, dass es eine erfundene Modekrankheit ist und bin froh, dass ich heute mehr Hilfsmöglichkeiten habe als früher.
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon coraeins » 18. Mai 2016 13:04

Ich könnte Hexes Beitrag 1:1 kopieren und ergänzen, dass ich immer die war, die sich für die Schwachen einsetzte, nur dummerweise grundsätzlich mit den falschen Worten und viel zu aggressiv, Klassenclown, immer laut und auffällig. Kaum wirklich Freunde, in der Klasse eigentlich immer der Arsch.
Auch daheim war es bei mir immer so, dass ICH schuld war, sämtliche negativen Beschreibungen/Beschimpfungen, die man im Duden finden kann, hab ich von meinen Eltern aber auch von meinen Tanten und ähnlichen Leuten zu hören bekommen.

Auch bei mir sind die Wunden heute noch deutlich vorhanden, bei allem, was man mir sagt (auch wenn es im Endeffekt vielleicht sogar ein Lob ist, zuck ich zusammen und warte mal wieder aufs zusammen gefaltet werden).
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Pittiplatsch » 11. Juni 2016 22:26

Auf einer Art war es gut. Grundschule besuchte ich die erste Klasse in meiner Geburtsstatt, wie ich schon in meinem vorstellungsbeitrag schrieb war es schrecklich. Mit dem verprügeln von den kurdischen Teenies, die soft zur Hauptschule gingen , da die Schule zusammengelegt war.
Dann als wir umzogen , hätte ich viele Freunde innerhalb der Klasse, wie vorher eben auch , aber auch das Schulleben an sich war äußerst angenehmerer. Nur, dass es so schrecklich war, dass ich eigentlich immer sehr neugierig war und gerne lernte , doch trotz all den die Stimme des Lehrers verlor. Ich hörte sie einfach noch mehr. Wenn die Stimme da war, schrieb ich sehr gute Noten. Wenn nicht, verpasste ich, was ich überhaupt tun sollte. Ich zitterte und hatte immer mehr Angst , weil ich wusste, ich werde es falsch machen , obwohl ich es kann.
Ich holte mein Abi mit viel Mühe nach, und hätte ich gewusst, dass es Hilfe gab, oder hätten mir meine Eltern bewusst geholfen hätte ich nicht diese schrecklichen Erfahrungen gemacht .
Ich bin ein ängstlicher Typ dadurch, und nun bin ich drauf und dran auch Medis zu nehmen.
Mir wurde klar , schon immer war ich wissbegierig, aber mit Angst , was mir oft zum Verhängnis wurde. Deshalb möchte ich all dieses meiner Tochter ersparen.
Entgleist
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Entgleist » 5. März 2018 18:50

Oh meine Güte, wenn ich daran zurückdenke. Stillsitzen ging nicht, ich störte von Beginn meiner Grundschulzeit an den Unterricht, an Regeln halten, ne das war nicht, fällt mir auch heute noch schwer. Mit "Opoabrille" auf der Nase saß ich ab Sommer 1967 in der ersten Klasse. Ich kam mit 7 in die Schule, bzw. einen Tag nach der Einschulung gwurde ich 7, wurde ein jahr zurückgestellt, weil ich körperlich zu schwach war. WEgen meines angeborenen Sehfehlers musste ich immer vorne sitzen, wurde so gleich zum Objekt der anderen, von denen ich gehänselt wurde wegen meiner Brille. Schnell merkten meine Mitschüler das ich mich nicht wehrte, ich solte es nicht wurde mir von meien strengen Eltern eingebläut, die Brille könnte zerbrechen und ich könnte Glassplitter ins Auge bekommen.

Es verging keine woche, wo meine Mutter nicht zur Schule kommen musste in der Grundschulzeit, wegen meines Verhaltens, ich war sozusagen der Klassenclown und lenkte andere ab, wiedersetze mich den Regeln und so weiter. Nach der vierten Klasse kam ich zur REalschule trotz nach ja mitelmäßiger Leistungen in einigen Fächern. Ab der 5. Klasse in der REalschule wurden meine Verhaltensauffälligkeiten zunehmend schlimmer, meine Leistungen brachen ein bis zum geht nicht mehr in allen Fächern. Nach der 6. Klasse wurde ich quasi von der Schule geworfen wegen meines Verhaltens und wegen mein vor fünfen und sechsen glänzenden Zeugnissen.

Besser wurde ich nicht auf der Hauptschule, meine Verhaltensauffälligkeiten bleiben, ich sollte sogar zur Hilfsschule, auch wegen der miesen Leistungen, gut sechsen hatte ich nicht mehr, aber ein fünfen in Hauptfächer waren noch dabei. Es kam wie es kommen musste, die 8. musste ich zweimal machen. Zur Hilfsschule kam ich nicht, schon einmal wurde bei mir zu zeitend er REalschule ein "Reifestest" gemacht von dem ich nie das Ergebnis erfuhr. Später gesellte sich noch ein Test wegen Legastenie hinzu, wo ich heut noch so meine Probleme habe, verdrehe e mit i oder schreibe kleine Wörter rückwärst, wie z.B ist (tsi). GEhänselt wurd ich die ganzen 10 jahre die ich zur Schule ging. aber irgendwie hatte ich es gebacken bekommen noch den qualifizierten hauptschulabschluss zu machen, aber verhaltensauffällig war ich weiterhin aquch mit dem Ende der Schulzeit.

Einmal wurde ich von einer Klassenfahrt nach Hause geschickt, weil ich trotz Verbotes ins Mädcehnzimmer gegangen war, ich hatte schon mit 12 eine Freundin, mit der ich so einiges auf die beine gestellt hatte, bevor ich 14 wurde. wie gesagt Regeln und ich, 2 Welten treffen aufeinander.

Die vorletzte Klassenfahrt beim Besuch der 8. Klasse, die erste fiel ganz für micha aus, ich hatte ich ein Mädchen auf dem Schulhof verprügelt, was nach meiner Attacke 2 blaue Augen hatte, heute schäme ich mich dafür und würde keine Frau schlagen. Die Konrektorin verdonerte mich zu einer gewaltigen Strafarbeit, ich glaue 250 Mal musste ich schreiben, ich darf keie Mädchen verprügeln, auch meine eltern mussten zur Schule kommen, allerdings verheimlichten die mir, das es eine meiner Cousinen war. Schlimmer noch erst viele jahre später erfuhr ich, das das Mädchen eine meiner Cousinen war, die ich nie kennenlernte, weil meine Eltern mit deren Eltern eine gerichtliche Auseinandersetzung hatten. Erst nach dem Jahr 2000 lernte ich meine Cousine kennen, im Nachhinein entschuldigte ich mich noch bei ihr für die beiden Veilchen aus der Schulzeit, doch sie konnte sich nur noch schwach dran erinnern und meinte, Schwamm drüber.

Die Krönung leistete ich mir in die 8. Klasse, die zweite, ich hatte mit einem Griff von hinten meinen Sportlehrer aufs kreuz gelegt. Schon in der dritten Klasse hatte ich einen anderen Sportlehrer als Arschloch tituliert, weil er mit meiner Leitung im Weitsprung unzufrieden war. Sportlich war ich ein Totalversager, machte mich wegen meiner Angst und Steiffheit zum Gespött aller.

Auch ein Musiklehrer war mit meinem Verhalten sehr unzufrieden, ich hatte sein Geigenstock mit Cola eingerieben und die Tafgel ebenfalls, damit er keine Noten anschreiben konnte. Er beschimpfte mich, weil ich von den anderen verraten wurde, als großen schwarzen Teufel. Ich hatte mal schwarze Haare, die ich leider immer kurz tragen musste, mein Vater war ein "Altnazi", er protzte damit das er in der HJ war und das uns Jungen der Schliff fehlte.
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Troglodyt87 » 15. März 2018 18:48

Von der Grundschule bis zum Ende der Mittelstufe war ich ein furchtbarer Schüler. Die Noten waren größtenteils mittelmäßig oder schlecht. Die 8. habe ich auch wegen einer 6 in Mathe wiederholt. Die größten Probleme hatte ich immer in Fächern die Konzentration (Mathe) und Koordination / Sorgfalt (Sport, Kunst, Schrift & Form) erfordern. Ich hatte auch oft Probleme mit Lehrern. Ich wurde auch öfter mal von diversen Lehrern vor versammelter Mannschaft runtergemacht und bloßgestellt, wenn ich mal was nicht wusste oder mich nicht konzentrieren konnte. Als Reaktion darauf war ich oft frustriert und wütend, habe Lehrer auch gerne mal zurück Beschimpft. Ich durfte zwischen der Grundschule und der Mittelstufe auch öfter mal zu diversen Schulpsychologen, einige Lehrer waren wohl der festen Überzeugung ich sei schwer Erziehbar und in meiner Entwicklung gestört. ADHS wurde damals aber nicht in Erwägung gezogen, getestet wurde ich nie. Lediglich die Intelligenz wurde öfter mal getestet. Raus kam immer, dass ich wohl doch nicht so blöd war, wie die Lehrer dachten. Bis ich sitzen geblieben bin war ich auch sozial ein ziemlicher Außenseiter, der wenig Anschluß hatte und oft gemobbt wurde. Bis zur Pubertät war ich ziemlich klein und schwach, also ein leichtes Opfer. Außerdem hatte ich schon immer eine sehr niedrige Frustrationsschwelle weshalb es sehr leicht war, mich emotional aus der Fassung zu bringen. Das Mobbing hat sich dann erledigt, als ich so mit 14/15 körperlich aufgeholt hatte und man mich mich auch mal effektiv wehren konnte. Am Ende habe ich dann mit Ach und Krach die mittlere Reife gepackt, ein paar Jahre Später sogar auf dem zweiten Bildungsweg Abitur gemacht. Auf dem Gymnasium hatte ich auch großes Glück damit, dass ich sehr gute und verständnisvolle Lehrer hatte. Außerdem war ich auch einfach schon etwas älter und reifer (so Anfang 20). Da habe ich dann auch den Spaß am Lernen wiedergefunden. Gemachte Hausaufgaben waren zwar immernoch eher die Ausnahme, aber insgesamt waren die Noten deutlich besser als davor. Ich hatte am Ende zwar kein 1er-Abi, gehörte aber letztendlich zum oberen Drittel in meinem Jahrgang. Eine Kopie meines Abiturzeugnisses und der Zusage für einen Studienplatz habe ich dann auch an meine alte Klassenlehrerin aus der Grundschule geschickt. Eine Reaktion habe ich leider nie erhalten. Vielleicht hat die alte Hexe ja einen Herzanfall bekommen oder so. Das Studium habe ich aber (nach langem Hin und Her) nach 3 Semestern wieder abgebrochen, weil ich einfach gemerkt habe, dass ich an der Uni nicht zurecht komme.

Besonders an die frühe Schulzeit (Grundschule, OS) denke ich nicht gerne zurück, vieles davon habe ich auch verdrängt.
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon chaoten-tom » 25. Juni 2018 16:35

Bin jetzt 53 und habe an meine Schulzeit noch seeehr rege Erinnerungen. 1. und 2. Klasse Grundschule begann damit, dass ich üblicherweise immer irgendwas vergessen oder verloren habe und mich am Unterricht kaum beteiligte, da die Vögel in den Bäumen vor dem Klassenzimmerfenster für mich eine wesentlich größere Anziehungskraft als die Lehrerin hatten. Es existiert noch die umfangreiche schriftliche Konversation zwischen meiner Mutter und der Klassleiterin via Merkheft, in dem alle meine täglichen Verfehlungen vermerkt wurden. Schon der Bereich über Hinweise und Konsequenzen bei anhaltender Nichtentfernung meiner unter der Schulbank gammelnden Pausenbrote umfasst mehrere Seiten. Diese Lehrerin drohte mir im Unterricht vor versammelter Klasse mehrfach damit, dass ich in eine Sonderschule müsste, wenn ich nicht besser mitmachen würde. Hausaufgaben dauerten in der Regel den ganzen restlichen Tag und endete häufig mit heulen meinerseits und meiner verzweifelten Mutter. Schreiben lernen durch endlose Reihen gleiche Buchstaben malen war eine nicht zu bewältigende Aufgabe. Ich kann bis heute nicht in einer vernünftigen Zeit leserlich schreiben und habe den Schreibprozess auch nie automatisiert. Meine letzten Heftführungen endete in der 6. Klasse. Danach gab`s nur noch geschmiere auf lose Blätter, die unbesehen als Bodensatz in der Schultasche endeten.
Ende der ersten Kasse war es dann soweit, dass ich in der kinderpsychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses einen IQ-Test absolvieren musste, um eine Schuleignung festzustellen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie nett und man dort zu mir war und welchen Spaß ich daran hatte. Das endete mit einem Schnitt von 128 und der Empfehlung der Junge sollte doch unbedingt eine höhere Schule besuchen. Das mit der höheren Schule war zwar eine heftige Fehleischätzung aber das ganze trotzdem ein gravierender Einschnitt, der mein Leben nachhaltig verändert hat, denn obwohl man mich aus allen weiterführenden Schulen rausgeworfen hat, hatte ich als Anker in meiner Verzweiflung immer die Gewissheit, dass ich zumindest nicht blöder war als die, die auf mir völlig unverständliche Weise das geforderte lernen und ihre arbeiten erledigen konnten. Ohne diese Wissen wäre ich einfach untergegangen.
Die 2. 3. Klasse war Aufgrund eines anderen Lehrers den ich sehr mochte ganz erträglich. Seine Reaktion auf meine Fehlleistungen war : "Der Thomas träumt halt ein bisschen, ist sonst aber ok ". Das fühlte sich deutlich besser an. Danach kamen die alljährlichen Probezeiten und Rauswürfe in weiterführenden Schulen, erst Gymnasien, dann Realschulen. Immerhin habe ich in letzten Realschule ein komplettes Jahr durchgehalten;-) Ein schlechter Tag dort schaute so aus, dass ich morgens den Schulbus verpasst habe, da ich mit der noch nicht erledigten Hausaufgabe für die erste Stunde nicht fertig wurde. In den nächsten Stunden im Unterricht heimlich versuchte die Aufgaben für die Folgestunden hinzukriegen, in der Pause ging`s dann weiter auf einer Schulbank die unter der Kellertreppe abgestellt war und im Idealfall dann noch eine ex in Algebra in der ich die Aufgaben angestarrt habe als wären es Bäume..Insgesamt war ich dann auch durch 2 Umzüge auf 7 verschiedenen Schulen, was aus mir als ursprünglich total introvertierten Träumer durch das ständige auseinandersetzen mit anderen Orten, neuen Mitschülern und Lehrern einen viel offeneren Menschen gemacht hat. Na wenigstens ein positiver Aspekt! Letztendlich bin ich dann in der Hauptschule gestrandet und konnte zumindest dort einen brauchbaren Abschluss erreichen, was wohl hauptsächlich daran lag, dass ich dafür nichts lernen musste.
Das war jetzt zwar nur ein oberflächlicher aber doch ganz repräsentativer Ausschnitt aus meiner Schulkarriere. Als ich vor ca. 15 Jahren einem Psychologen meine verbliebenen Schulunterlagen brachte und das ganze etwas ausführlicher schilderte, bekam ich dann die Diagnose ADS in schwerer Form. Ganz nett eine Erklärung zu haben woran das lag, dass alles sooo schief gelaufen ist, aber ändert dummerweise nachträglich auch nichts mehr....

Thomas
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Re: Wie war eure Schulzeit?

Beitragvon Stefan SRO » 26. Juni 2018 09:22

Ich könnte das Meiste aus den anderen Artikeln kopieren.
Außenseiter, "Stimme des Lehrers verloren", "Vögel auf dem Dach beobachtet", "Spätentwickler" usw. nur mit dem Mobbig war es nicht ganz so schlimm, da ich entweder die richtige Vermeidungstaktik hatte oder meine Statur Argument genug war.

Egal ob die Klasse laut oder leise war. Ich hörte immer alles andere als den Lehrer an der Tafel. Je mehr Konzentration desto lauter das schweben von Staub und das fallen von Haaren. Nur die Aufgaben waren ein Gewirr aus Buchstaben und Zahlen und hatte ich mal was zusammen gepuzzlet ging es in die falsche Richtung. Es gab mitunter aber auch Tage, da habe ich die Klassenkammeraden die heute Allgemeinmediziner, Neurologen, Bänker usw. sind, weit überflügelt. Die tanzenden Zahlen standen Still, zusammenhänge waren logisch und klar... TOLL. Doch am nächsten Tag war ich schon wieder die taube Nuß.

Die Hausaufgaben? Oh je, viele schlimme Erinnerungen...
Und genau da ging mit der ersten Klasse meines Sohnes das Verstehen los. Ich war plötzlich in der Rolle meiner Eltern und begann genauso zu werden. Wie Pittiplatsch in seinem Beitrag schon schrieb DAS WOLLTE ICH MEINEM KIND ERSPAREN.

(nun habe ich mit 45 meine die Diagnose, der Junior ist noch in der Anamnese und bald bekommen wir Hilfe)
####bis 01.08. im Urlaub####

Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
-
-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-

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