Habt ihr auch das Gefühl, dass ihr euch bis zu eurer Diagnose...

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RaffNix
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Habt ihr auch das Gefühl, dass ihr euch bis zu eurer Diagnose...

Beitrag von RaffNix » 11. Januar 2016 11:42

... nie selbst reflektiert habt?

Ihr Lieben,

ich versteh die Welt nicht mehr!

Meine Ärztin brachte mich darauf, dass ich evtl. AD(H)S haben könnte, weil ich bisher bei jeder Arbeitsstelle gemobbt wurde und ihr gesagt habe, dass ich glaube, dass das unter anderem an meiner überzogenen / rumhampelten Körpersprache liegt.

Seit Tagen lese und recherchiere ich zu dem Thema, finde mich bei vielen Sachen wieder (bei manchen aber auch nicht).

Jetzt überdenke ich mein ganzes Leben und nun wird mir klar, dass ich mich immer in den Mittelpunkt gestellt habe, obwohl ich das eigentlich nie wirklich wollte, oder es zumindest heute definitiv nicht möchte.

Für mich fühlt es sich so an, als hätte ich nie eine Verbidnung zu mir selbst gehabt. Als ob ich nie mein eigenes Verhalten reflektieren konnte.

Ist das typisch? Ging es euch auch so?

Mit Dank und Gruß
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Menolly
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Re: Habt ihr auch das Gefühl, dass ihr euch bis zu eurer Diagnose...

Beitrag von Menolly » 11. Januar 2016 13:31

Hallo RaffNix,
:w2:
Na ja, man kann sich auch nur selber Reflektieren, wenn von außen auch mal ein vernünftiges Feedback kommt.
Mobbing gehört da eher nicht zu.

In meinem Freundeskreis war es ganz normal sich auch mal die Meinung zu sagen, ohne das es zum Streit kam.
Vielleicht haben dir genau solche Freunde gefehlt? Die dir gesagt haben, wenn du gerade aufdrehst oder eben dein Verhalten nicht gut ankommt?

Liebe Grüße
Menolly
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Elbareth
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Re: Habt ihr auch das Gefühl, dass ihr euch bis zu eurer Diagnose...

Beitrag von Elbareth » 12. April 2016 10:57

Bei mir war es gerade andersherum. Ich habe eigentlich immer, ständig, nur über mich reflektiert und dachte, das ist Ausdruck meines lebhaften bzw. nie zur Ruhe kommenden Geistes. Aber jeder hat wohl andere Auswirkungen.
Wie gefällt es Dir denn nun, das Reflektieren?
Mir hängt es so zum Hals raus, ich wäre froh, ich könnte mal unbewusst und unbekümmert durchs Leben gehen.
Lieben Gruß
Elba
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Psychotic_Black_Rabbit
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Re: Habt ihr auch das Gefühl, dass ihr euch bis zu eurer Diagnose...

Beitrag von Psychotic_Black_Rabbit » 19. Mai 2016 03:36

Dadurch dass meine mutter der typ war und immernoch ist, der mit steinen wirft während sie im glashaus sitzt, hat sie mich seit frühster kindheit immer damit gegeißelt dass ich die fehler ausschließlich bei mir selbst zu suchen habe. Mal von "züchtigungen" durch stiefvater abgesehen.
Zusätzliches fehlen jeder therapie, medikation oder irgendwelcher informationen über ADHS allgemein, führte in meinem fall zu selbsthass, extremer depression beginnend mit etwa 8 jahren
aber eben auch zu einem neurotischen grad von abschottung, selbstreflektion, selbstachtsamkeit und ängstlich vermeidender persönlichkeits störung. (ausgelöst durch die hilflosigkeit und verzweiflung am impulsiv unüberlegtem handeln und sprechen)
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Alina Licht
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Re: Habt ihr auch das Gefühl, dass ihr euch bis zu eurer Diagnose...

Beitrag von Alina Licht » 14. Juni 2016 14:56

Ich habe eigentlich auch schon immer viel mein Verhalten usw reflektiert, nur lange Zeit unter dem Einfluss negativer Sichtweisen, die ich durch dauerndes Meckern bei Fehlern, das Unverständnis von Eltern und Lehrern für meine Schwierigkeiten und noch dazu das jahrelange Mobbing erlernt hatte. Dadurch folgten auf die Reflektion dann meist Scham, Wut, Resignation oder depressive Gedanken.
Nachdem Mobbing und Depressionen aufhörten und ich schließlich mit der Diagnose ADHS eine Erklärung für meine Probleme bekam, konnte ich anfangen, mein Verhalten zu reflektieren, ohne mir danach Vorwürfe oder andere negative Gedanken zu machen, sondern stattdessen Veränderungen zu sehen und das Ganze irgendwie konstruktiver zu bertrachten.
(Trotzdem nervt es mich manchmal, so oft über so etwas nachzudenken. Aber das ist dieses berühmte Gedankenkarussell, das einen daran hindert, in einem gesunden Maß über etwas nachzudenken und dann mit etwas anderem weiterzumachdn. Die Medis helfen mir allerdings, das besser in den Griff zu bekommen.)
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