ADHS - Meine Familie nimmt mich nicht ernst.

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Huepfhaft2015
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ADHS - Meine Familie nimmt mich nicht ernst.

Beitragvon Huepfhaft2015 » 22. Juli 2015 21:57

:baw:
Hallo,
SeitAnfang diesen Jahres wurde bei mir, 33, Frau, ADHS diagnostiziert. Sehr lange schon dachte ich mir, dass etwas bei mir nicht normal ist. Borderline war auch schon im Gespräch, und schon dieser zum Glück nicht bestätigte Verdacht hat bei meiner Familie kein Interesse geweckt.
Nun habe ich aber eine attestierte Diagnose und es interessiert keinen. Wenn ich davon anfange, wird schnell über etwas anderes gesprochen oder die Diagnose abgestritten à la "Das hätten wir oder die Lehrer doch merken müssen". Dass mein Sohn evtl. auch ADHS hat, halten sie ebenfalls für Humbug.
Was kann ich tun, dass sie mich ernst nehmen? Ich glaube, ich brauche das.

LG
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Hanghuhn
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Re: ADHS - Meine Familie nimmt mich nicht ernst.

Beitragvon Hanghuhn » 23. Juli 2015 00:17

Ich glaube, Du hast das Problem, dass Dich Deine Familie überhaupt nicht ernst nimmt. Dafür spricht, dass sie bei einem Dir wichtigen Thema einfach über etwas anderes reden. Für mich ist das dr Gipfel an Nichtachtung.

Ich weiß jetzt aber nicht, ob und wie Du das ändern kannst. Auf den Tisch huen? Kannst Du das, nachdem Du von denen in gleicher Weise, wie jetzt der Umgang mit Dir ist, erzogen wurdest?

Beschränk Deine Kontakte, soweit es irgend geht. Von denen kannst Du keine Anerkennung erwarten. Wenn Du Pech hast, verlierst Du noch die Achtng Deines Sohnes, weil er sieht, wie die Familie mit Dir umgeht.

Bist Du alleinerziehend? Wenn nein: Geht Dein Mann / Freund genauso mit Dir um?
Zuletzt geändert von Hanghuhn am 23. Juli 2015 00:17, insgesamt 1-mal geändert.
LG Hanghuhn
Elchi
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Re: ADHS - Meine Familie nimmt mich nicht ernst.

Beitragvon Elchi » 23. Juli 2015 00:23

Es ist immer traurig, zu lesen, dass man mit seinen Problemen in der Familie nicht ernst genommen wird. Wie Du das ändern könntest, kann ich Dir auch nicht sagen.
Vielleicht wäre es gut, wenn Du bei Dir in der Nähe eine Selbsthilfegruppe finden würdest? Dort gibt es "Gleichgesinnte", die die Probleme aus dem Alltag kennen und ernst nehmen. Dann wärst Du nicht mehr alleine.

Im Übrigen würde ich das Thema nicht mehr weiter mit nicht Betroffenen zu besprechen versuchen. Eigentlich geht diese Diagnose niemanden etwas an. Auch wenn Dein Sohn die Diagnose bekommt, wäre ich sehr sparsam mit Informationen der Umwelt gegenüber.

Letztlich erzählt man ja auch nicht den Nachbarn von seinem Fußpilz  :811:

LG
Elchi
laetitia
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Re: ADHS - Meine Familie nimmt mich nicht ernst.

Beitragvon laetitia » 23. Juli 2015 01:12

Hey, das kenn ich gut mit dem nicht ernst genommen werden. Ich habe mir darüber schon sehr oft den Kopf zerbrochen und bin zum Schluss gekommen, dass meine Eltern sich selbst nicht ernst nehmen. Das hat mir geholfen, den Wunsch los zu lassen, dass sie mich ernst nehmen würden. Meine Eltern sind für mich einfach Leute, die mich und meine Brüder ab und zu zum Essen einladen und bei denen wir jedes Jahr Weihnachten feiern...und ab und zu winke ich ihnen auf der Strasse zu. Aber bei ernsthaften Problemen habe ich schon mit 19 aufgehört, mit ihnen zu reden. Denn am Ende wurde das dann nur gegen mich verwendet. Bis jetzt war das eine sehr gute Strategie...

Ich habe meinen Eltern zwar den Fragebogen gegeben, den sie für die Diagnose ausfüllen sollten, da haben sie mich gefragt, warum ich das abklären wolle. Ich versuchte es dann möglichst neutral zu erklären und merkte, dass sie das nicht wirklich nachvollziehen konnten. Sie meinten einfach, dass das was ich ihnen Schilderte ja jeden in irgend einer Weise betreffen würde. Thema beendet. Sie haben mich seither auch nie wieder danach gefragt. Daher habe ich das Thema auch nicht mehr hervorgebracht. Die müssen das nicht wissen.

Bei mir ist es gerade umgekehrt. Ich war zur AD(H)S-Abklärung bei der Psychologin und habe jetzt eine DBT angefangen...bin mir zwar noch immer unsicher, welche Störung eher für meine Schwierigkeiten verantwortlich ist. Voll Borderliner bin ich eh nicht. Aber die ADS-Symptome sind auch nicht immer da und verstärken sich vor Allem dann, wenn sich mein emotionaler Stresslevel sich in der Skala der 70 nähert (von 0 bis 100).

Meine Eltern wissen auch davon nichts, weder von der ADS-, noch von der BL-Diagnose und solange sie nicht nachfragen, werde ich auch nichts sagen.

Ich kann mir vorstellen, dass meine Eltern sich nicht dafür interessieren, weil sie sich damals als ich noch zur Schule ging, bewusst gegen die psychologische Betreuung entschieden haben und die Abklärungen beim Schulpsychologen abgebrochen hatten. Würde sich jetzt bestätigen, dass ich an etwas leide, das genau damals bestätigt und sogar behandelt hätte werden können...würde das ja gegen ihre damalige Entscheidung sprechen. Meine Mutter ist da sehr empfindlich, wenn es um Sachen geht, die nicht so gut gewesen sind. Das streitet sie dann ab oder relativiert es durch die Aussage, dass ich schon immer (zu) sensibel gewesen sei. Ausserdem ist sie sehr gut im Schönreden. Sie stellt sich immer wieder als die Supermutter dar, weil ja alles so gut gekommen ist etc. Dass es mir mehrheitlich nicht so gut geht, bekommt sie nicht wirklich mit oder will sei nicht wirklich mitbekommen. Sie lebt in ihrer eigenen Welt.

Ich kenne deine Eltern nicht. Aber könnte es sein, dass die Annahme deiner Diagnose für sie eine schreckliche Sache wäre, weil sie dann zugeben müssten, nicht wirklich auf dich geachtet zu haben? Nicht ihr Bestes gegeben zu haben?

So oder so, du musst deinen Weg gehen. Lass die Leute, die das nicht verstehen, stehen, deren Verständnis brauchst du nicht. Der einzige Mensch, der dich verstehen muss bist du selbst. Wie andere schon erwähnten, behalte das mal für dich und weihe nur Leute ein, von denen du weisst, dass sie dich verstehen und ernst nehmen.
Zuletzt geändert von laetitia am 23. Juli 2015 01:17, insgesamt 1-mal geändert.
ADHDgoesto11
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Re: ADHS - Meine Familie nimmt mich nicht ernst.

Beitragvon ADHDgoesto11 » 23. Juli 2015 15:06

[quote="Huepfhaft2015"]
"Das hätten wir oder die Lehrer doch merken müssen".
[/quote]

Was steht denn in deinen Zeugnissen von damals?
"... muss sich mehr konzentrieren", "... könnte es besser.", "... nutzt sein Potenzial nicht aus.", "... muss sich mehr anstrengen." oder ähnliche Sprüche, die eigentlich besagen, dass der Lehrer zwar die Symptome von ADHS gesehen, sie aber nicht als solche erkannt hat?

[quote="Huepfhaft2015"]
Was kann ich tun, dass sie mich ernst nehmen?
[/quote]

Was sollen die anderen denn tun? Andere Leute kann man nur informieren, aber sie nicht zu einer Änderung ihrer Meinung zwingen.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus

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