ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

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Karris
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ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Karris » 5. Juli 2019 19:23

Hallo zusammen!

Meine letzte Therapeutin vor zwei Jahren war die Erste, die ADHS als mögliche Diagnose aufbrachte. Ich habe selbst schon lange versucht herauszufinden, was mit mir nicht stimmt, ADHS war mir aber absolut nie in den Sinn gekommen. Ich war mir schon ziemlich sicher, dass es Borderline war, und nach meinen Schilderungen in der ersten Sitzung mit ihr schien sie sehr verwundert gewesen zu sein, dass ich diese Diagnose nicht bereits hatte - sie wollte jedoch nie eine Diagnose stellen und umschiffte das Thema mit Aussagen wie, sie "wolle niemanden in eine Schublade stecken" und ähnlichem.
Kurz darauf hörte ich jedoch auf, zu ihr zu gehen, und damit war dieses Thema auch erstmal beendet.

Seit ein paar Jahren gehe ich zum Verschreiben bekommen von Antidepressiva auch zu einer Psychiaterin (die ebenfalls nie wirklich eine Diagnose gestellt hat). Ich erzählte ihr bei meinem letzten Besuch, dass mich mein Studium nach wie vor überfordert und ich einfach immer schlechter zurecht komme und sie fragte mich, ob ich schon mal Ritalin versucht hätte. Sie verschrieb es mir testweise und ich hatte tatsächlich das Gefühl, meine Tage damit seien ein wenig "leichter".
Jedenfalls: Diese Woche habe ich endlich einen ADHS-Test gemacht und es hieß, der Test "lege die Diagnose ADS nahe" und gleich darauf wurde über die Medikation gesprochen.

Einerseits freue ich mich irgendwie, endlich eine Diagnose bekommen zu haben und damit die Aussicht auf eine eventuelle Besserung meiner Zustände... andererseits kamen in den letzten Tagen so viele Zweifel und Fragen in mir auf.

Ich weiß grad einfach nicht wohin mit mir. Ja, ich habe Medikamente bekommen - aber das kann doch nicht alles sein? Ich weiß gar nicht richtig, was diese Diagnose jetzt für mich, mein Studium und mein restliches Leben bedeuten soll.
Ich bin furchtbar chaotisch und kriege nichts auf die Reihe... aber daran können Medikamente wohl kaum etwas ändern. Kann ich überhaupt irgendetwas daran ändern oder lernen, damit besser umzugehen?
Wenn ich die Symptome nachlese und die Berichte anderer lese, erkenne ich darin so viel selbst von mir wieder... aber da ist immer dieser Punkt, dass AD(H)S schon im Kindes- und Jugendalter bestanden haben muss - und ich bin mir unsicher. Ich erinnre mich selbst schlecht und kann es schlecht beurteilen.
Ich lese auch immer wieder von Komorbiditäten bei AD(H)S und dass Borderline öfters gleichzeitig auftritt, aber bei der Diagnose auch verwechselt werden kann... aber wer kann mir nun sagen, ob ich ebenfalls Borderline habe oder nicht doch was verwechselt wurde oder ADS tatsächlich die (einzige) richtige Diagnose ist?

Ich bin grad einfach total durch den Wind und bin für jede Hilfe und Richtungsweisung dankbar.

LG
Karris
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 5. Juli 2019 23:05

laut Studie von Prof. Bohus vom damals Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim hatten ca. 50% der Borderline-Patienten als Kinder oder Jugendliche rückblickend ADHS , leider finde ich gerade den Link nicht mehr
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 5. Juli 2019 23:08

da laut Prognosen und neueren Studien um die 50% der Patienten in der Psychiatrie ADHS als kausale oder komorbide Angelegenheit haben, auch hier das alles:

59% Häufigkeit von ADHS im Erwachsenenalter in der Psychiatrie laut Studie
letztes Jahr gab es dazu eine bemerkenswerte Studie mit 59% an verkapptem ADHS in der Psychiatrie https://adhsspektrum.wordpress.com/2018 ... ychiatrie/
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 5. Juli 2019 23:09

Jedenfalls gibt es Prognosen von namhaften ADHS-Wissenschaftlern wie Russel Barkley in dem Fall, wonach sich ADHS irgendwann als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird... entsprechende Studien wie die oben schlagen in dieselbe Kerbe
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 5. Juli 2019 23:10

der Link hat nicht funktioniert, hier der funktionierende: https://adhsspektrum.wordpress.com/2018 ... ychiatrie/
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 5. Juli 2019 23:16

"...60 Prozent der Borderline-Patienten sollen in ihrer Kindheit ADHS-Symptome zeigen – ein Hinweis darauf, dass sich in dieser Gruppe vermutlich etliche ADHS-Betroffene befinden (3)...." siehe hier: https://www.aerzteblatt.de/archiv/89284 ... -nicht-aus
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 5. Juli 2019 23:20

ich habe mir es vor einiger Zeit herausgenommen, das in meinen Augen Relevante zu ADHS kompakt zusammenzuschreiben, ich kopiere das als "Literaturempfehlung" :D hier ebenfalls herein:



ADHS als gesellschaftliche Chance statt als Problem
http://news.doccheck.com/de/blog/post/1 ... rtgerecht/
dieser Abschnitt in Martin Winklers Beitrag, den ich in der Zeile darüber verlinkt habe, "Hier ist der Größenwahn der Psychotherapeuten und Psychiater gesellschaftlich schädigend, weil uns gerade die Heranwachsenden auf der Strecke bleiben, die mit Kreativität und Einsatzbereitschaft in unserer Gesellschaft so dringend benötigt würden." , der kam mir heute in den Sinn , als ich heute einen Spiegel-Report zum Niedergang der Wirtschaftsmacht Japan gelesen habe http://www.spiegel.de/plus/japan-der-ni ... 0161577237 , beim dortigen Abschnitt über die soziophoben Hikikomori in Japan : "...ideenreiche, sensible Jugendliche..." , auch in Japan gibt es eine angepasste Mehrheitsgesellschaft und mehr oder weniger auffällige Minderheiten ,so etwa die soziophoben Hikikomori oder auch psychisch labile Schottenrock-Lolitas in Tokio , in Wahrheit ist beides verkapptes ADHS und auch Japan ist solch ein geographischer und ethnischer Hotspot von ADHS mit ca 20% ADHS in der Bevölkerung und der Abstieg von Japan sollte eine Warnung sein für die Noch-Wirtschaftsmacht Deutschland . Und auch in der Europa-Politik ist ADHS von Relevanz , das Land mit der wahrscheinlich höchsten Dichte bzw Prävalenz von ADHS in Europa ist Griechenland mit in Wahrheit bis zu 40% an ADHS dort in der Bevölkerung , bei Personen wie Varoufakis und bei Berichten über Archive in Griechenland und die dortige Ordnung oder Buchführung erkennt der selbst mit ADHS Betroffene mit über 20-jähriger Erfahrung mit dem Thema ADHS und , das maße ich mir an, einem entsprechend geschulten Blick bzw geschulter Wahrnehmung für ADHS , gewisse Aha-Effekte , die man als Nicht-Betroffener nicht in dem Ausmaß haben kann. Das bei so was natürlich ganz schnell das Totschlag-Argument des Rassismus kommt , das lässt sich natürlich nicht vermeiden. Zur hohen Prävalenz von ADHS in Griechenland (dass das in den ganz wenigen methodisch nicht ernst zu nehmenden Studien zur Prävalenz von ADHS in Griechenland nicht widergegeben wird, tut hier nichts zur Sache ) und übrigens auch den Sinti und Roma , auch überregional bekannte selbst betroffene Fachleute zu ADHS sehen das exakt genauso , werden aber den Teufel tun, sich dazu öffentlich zu äußern, da man angesichts von Rassismus-Vorwürfen und Nazi-Assoziationen dann ganz schnell einpacken könnte.

Abschließend sollte noch gesagt sein, dass das Reizthema ADHS sämtliche gesellschaftlichen und politischen Bereiche tangiert (das reicht von Familienpolitik über Justiz und Strafvollzug über Drogenpolitik bis zur EU-Politik , nebenbei ist es ein Irrtum, anzunehmen, ADHS sei in sämtlichen Ländern, Ethnien und Kulturen etwa gleich häufig vorhanden, auch in Europa gibt es gewisse geographische und ethnische Hotspots von ADHS und manchmal ist die Frage, was zuerst da war, die Kultur oder die Gene, nicht so ganz geklärt.. wahrscheinlich beeinflussen sich Kultur und Gene evolutionär betrachtet oft wechselseitig) , daher liegt es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, sich diesem Thema anzunehmen. https://www.theguardian.com/society/201 ... port-finds (und Nein, ADHS haben nicht nur 2,5% der Erwachsenen, sondern bei in Wahrheit ausgeglichenem Geschlechterverhältnis 8% bis 10% in Deutschland und mancherorts sogar ein Mehrfaches davon)

zu den gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten , die mit ADHS einhergehen: ADHS laut Kennern in der Versicherungsbranche die teuerste "Krankheit" überhaupt , allein schon wegen der hohen Quantität aber auch wegen den hohen Kosten durch das Individuum , so etwa der ungesunde Lebensstil aber auch die häufigen Unfälle im Kindes- aber auch Erwachsenenalter plus z.B. auch die hohe Rate an Teenager-Schwangerschaften bei ADHS : Häufig beobachtet ist ein früherer Beginn sexueller Aktivität im durchschnittlichen Alter von 15 bis 16 Jahren bei beiden betroffenen Geschlechtern. Studien von Barkley und Murphy weisen zudem auf dreimal häufiger wechselnde Sexualpartner (Promiskuität) hin.[10] https://www.adhspedia.de/wiki/Sexualit%C3%A4t und last but not least ADHS in der JVA : https://www.adhspedia.de/wiki/Kriminalität_und_ADHS , Expertenschätzungen gehen von einer ADHS-Quote von 30 % - 50 % in deutschen Jugendstrafanstalten und bis zu 30 % unter den erwachsenen Inhaftierten aus.[11]

https://www.presseportal.de/pm/133202/4148616 "Und wenn sich von rund 10.000 Fachärzten bei dem DGPPN-Kongress nur eine Handvoll überhaupt für das Problem ADHS-Transition interessiere" ,"sind mehr niedergelassene Psychiater notwendig, die bereit sind, sich mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen, die anerkennen, dass es ADHS überhaupt gibt und die deshalb motiviert sind, ADHS-Patienten weiter zu behandeln. Die Zusammenarbeit mit den vergleichsweise wenigen, proaktiv eingestellten Fachärzten in Berlin, so berichtete Greven, funktioniert hervorragend" , "Genau dies berichtete bei dem Symposium auch ein 21-jähriger ADHS-Patient, der - weil er lange keinen Weiterbehandler finden konnte - seinen bisherigen Kinder- und Jugendpsychiater hunderte Kilometer entfernt um die notwendige Weiterbehandlung bitten musste. Selbst in einer Großstadt wie Berlin dann einen behandlungsbereiten Psychiater zu finden, sei einer Odyssee gleichgekommen" ,"Psychiater müssen die Existenz von ADHS anerkennen"...

....die im Kommentar davor genannten Zitate aus https://www.presseportal.de/pm/133202/4148616 sind symptomatisch für die "Willingness" , Offenheit und Akzeptanz des ehrwürdigen Standes der Psychiater , sich mit dem Thema mit den 4 Großbuchstaben (ja, auch wenn das Wort ADHS ein Reizbegriff sein mag, rechtfertigt das nicht Ignoranz ) zu beschäftigen. Ein solch überheblicher Standesdünkel in etwa mit "wir wissen es besser und wir haben das schon immer so gemacht" (auch wenn diverse Studien und die wissenschaftliche Datenlage anderes belegen längst)... ein solcher Standesdünkel ist nicht nur unsympathisch , sondern auch gravierend unethisch und vor allem auch unwürdig. Ja, Anspruch an sich selbst bzw. an die Zollung von Respekt dem eigenen Stand gegenüber und diesem Anspruch in der Wirklichkeit gerecht werden... das driftet leider oft auseinander. Insbesondere bei der Zunft der Psychiater.

ADHS auch bei jüngeren Geschwistern in der Royal Family
https://www.dailymail.co.uk/news/articl ... ssion.html

" ... But it was only when, a year ago, I was also diagnosed with Attention Deficit Disorder (ADD) that all the quirks and foibles of my character started to make sense.

ADD, an adult variant of Attention Deficit Hyperactivity Disorder, which is associated with children, produces a range of symptoms.

And it was a revelation when I was told I had it. It explained so much. It is the reason I have trouble focusing; why my mind wanders off into extravagant daydreams; why simple tasks such as making my bed assume the same enormity as filing my tax return.

ADD explains other things, too: why I’m restless, energetic and impulsive; why I start tasks but can’t complete them; why sometimes I seem impatient and don’t listen because my mind is galloping off on some flight of fancy.

However, I also see my ADD as a gift: it accounts for my creativity and emotional intensity. It means that I come up with fantastic, original ideas — but it also explains why I have had difficulties with the minutiae of running a business. ..."

joa, und die Liste der Outings bzw nicht immer so vollständig freiwilligen Outings hinsichtlich ADHS , die wird ja immer länger , so etwa Jackie Chan vor einiger Zeit https://www.jaynestars.com/news/jaycee- ... -and-adhd/ , aber wo man als von ADHS Betroffener eben untergeht, das sind 9-to-5-Bürojobs (abhängig vom Schweregrad von ADHS ) und dort, wo man kontinuierlich Befehle von oben ausführen soll, man ist sozusagen mit ADHS entweder der Chef oder der Kloputzer , aber dazwischen wird es schwierig...

Kennedy soll übrigens auch ADHS (leichtgradig) gehabt haben, auf dem ADHS-Weltkongress in Glasgow 2015 gab es ein Theatherstück zur Kindheit und Jugend von J.F. Kennedy http://kolleg-dat.de/wp-content/uploads ... %20(3).pdf (S. 48 von 71: “Eine “Glanznummer” – Ein diagnostisches Interview des 21-jährigen JFK (gespielt durch einen jungen Wissenschaftler Ryan Kennedy) durch Prof. Thomas Brown (Yale University)”)

wovon der Krankheitswert von ADHS abhängig ist, habe ich im Kommentar darunter ausgeführt... jedenfalls gibt es eben auch bei ADHS mit Krankheitswert Stärken und Vorteile , nicht umsonst wird Hollywood in entsprechenden Kreisen bereits als ADHD City tituliert ( da haben sich auch in den letzten Jahren einige geoutet mit einer entsprechenden Diagnose ADHS auch, so Ryan Gosling , Channing Tatum , etc. ) …. man findet ADHS oft gerade in Künstlerischen Berufen aller Richtungen, nicht nur Schauspieler , auch Musiker ( Justin Timberlake mit entsprechendem Outing zu ADHS , aber auch Britney Spears ) … zu den zahllosen Künstlern mit ADHS hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_ ... n_mit_ADHS …. im Übrigen beschränkt sich die Thematisierung von ADHS schon längst nicht mehr nur auf die westliche Welt, das Land , in dem aktuell weltweit am meisten Forschung zu ADHS betrieben wird, ist die Türkei (bei einer in die Städte gezogenen Bevölkerung und gleichzeitiger sehr hoher Prävalenz von ADHS auch erklärbar ) und in Fernost ist dieses Thema längst existent.

Scham , gekränkter Stolz , mangelnde Fehlerkultur und der unschönen Wahrheit von jahrzehntelangen alltäglichen Irrtümern nicht ins Gesicht sehen können
Ich bitte um Verzeihung auch hier für die häufigen Kommentare, aber ist relevant , die Problematik von mangelnder Fehlerkultur in der Ärzteschaft her auszuführen:

neulich gab es eine Studie zur Häufigkeit von ADHS in der Psychiatrie mit Prof. Arno Deister , immerhin Präsident der DGPPN und damit ein absolutes Schwergewicht, als Co-Autor , die, falls tatsächlich zutreffend, in den Auswirkungen weitreichend sein muss (!!!) bzw. von der Psychiater-Zunft ein Handeln erzwingt!... laut dieser Studie haben 59% der Psychiatrie-Patienten Auffälligkeiten im Sinne von ADHS , 59% !!! , die ADHS als Komorbidität oder kausale Erkrankung dort haben:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/8 ... aben-adhs/ das Erbenis dieser Studie mit in dem Fall 59% ADHS in der Allgemeinpsychiatrie ist so brachial , dass die möglichen Konsequenzen vielleicht noch gar nicht durchgedrungen sind.
Mal angenommen, diese Studie mit 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie stimmt, das bedeutet, dass seit Anbeginn der modernen Geschichte der Psychiatrie die entsprechenden Patienten nur in ihren Begleit- und Folgeerkrankungen aber nicht ursächlich in ihrem ADHS therapiert wurden. Was das für die persönlichen Schicksale aber auch für die volkswirtschaftlichen Kosten bedeutet, dürfte ebenfalls in Quantität und Qualität brachial sein. Wie prognostiziert doch Russel Barkley , der weltweit renommierteste Wissenschaftler bezüglich ADHS, wonach ADHS sich irgendwann einmal als das “zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird”.

Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd
das Ergebnis war für viele Leute in der ADHS-Community nicht mal überraschend, von selbst betroffenen Fachleuten wird seit über 30 Jahren auf die extrem hohe Dichte an verkapptem ADHS in der Psychiatrie hingewiesen , und wenn dann mehr und mehr prominente Fälle von ADHS wie “Naddel” , Hirschhausen https://www.stern.de/gesundheit/gesund- ... 08736.html und viele bisher nicht öffentliche Fälle (einer macht gerade Schlagzeilen mit seiner Privatinsolvenz und spielte früher mal Tennis) an die Oberfläche treten, dann lässt das erahnen, dass da quantitativ noch viel mehr sein muss. 10% in Deutschland bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 (die betroffenen PatientINNEN kommen dann zum Psychiater wegen Depression, Angststörungen, Borderline, Essstörungen usw. nach dem zugrunde liegenden ADHS , das hat der Psychiater meist nicht auf dem Schirm) https://www.refinery29.de/2017/04/15106 ... t-auf-adhs
https://www.youtube.com/watch?v=HJ8BBUiwjVc


diese Studie mit Prof. Arno Deister zu den 59% verkapptem ADHS in der Psychiatrie , man liest gar nichts darüber, ob darüber unter Psychiatern geredet wird, man weiß es nicht... aber es wirkt so, als würde diese Studie totgeschwiegen und ihre bloße Existenz unter den Teppich gekehrt... der Grund dafür dürfte natürlich sein, dass damit die Zunft der Psychiater in Deutschland ins Mark getroffen wurde... man muss sich das mal vorstellen: ein Chefarzt , der jeden Tag ca. die Hälfte seiner Patienten mit verkapptem ADHS vor der Nase hat, aber jahrzehntelang bei quasi allen davon dieses ADHS nicht erkennt... dass so jemand mentale Schwierigkeiten hat, diese eigene Versagen zuzugeben, noch dazu vor der gesamten Klinik mit entsprechendem Gesichtsverlust … nachvollziehbar...

Spätere Generationen von Ärzten werden sich fragen warum neue Erkenntnisse jahrzehntelang ignoriert werden konnten. Wie bei Semmelweis . Siehe auch Semmelweis-Reflex. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Semmelweis-Reflex , ich habe das Gefühl , der nächste Fall oder das Pendant heute von Kindsbettfieber wie bei Semmelweis , das ist ADHS …

Sich pflichtbewusst und engagiert und im Wille, den Patienten zu dienen, nach oben gearbeitet zu haben bis zum Chefarzt oder Oberarzt , das hat etwas von Größe... jahrzehntelange Irrtümer und Fehler zuzugeben oder zumindest diese Fehler zukünftig zu korrigieren, das hat auch etwas von menschlicher Größe .

Blockadehaltung bei Psychiatern , sonstigen Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten auch aus materiellem Eigeninteresse :
...zum einen ist es natürlich schwer, sich jahrzehntelange Irrtümer einzugestehen, das Zugeben derer ist dann sogar nochmals schwerer... ans Eingemachte geht es natürlich auch, wenn der gesellschaftliche und öffentliche Durchbruch des Themas ADHS einhergehen kann mit materiellen Einbußen oder gar dem kompletten Verlust der materiellen Existenz:

"...verweigern sich immer noch zahlreiche therapeutisch relevante Berufsgruppen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Psychotherapie den aktuellen Erkenntnissen zur Genese und Symptomatik von ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen. Sie halten fest an überholten Konzepten, die letztlich ihre tiefenpsychologischen bzw. analytischen Kassensitze retten, aber die Patienten und ihre Familien ins Unglück treiben...." , nachzulesen hier:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/1 ... achsenden/

bei all der Offenheit, die im journalistischen Bereich mittlerweile zu dem Thema ADHS und anderen Hirnentwicklungsstörungen wie ASS herrscht, es ist doch immer wieder auffallend, dass die Ignoranz und ablehnende Haltung dazu von relevanten Teilen der Ärzteschaft und gerade auch der Psychiater nur sehr langsam zurückgeht... das hat zu tun mit mangelnder Fehlerkultur , mit insgeheim gekränktem Stolz und Scham, dass man es jahrzehntelang in der alltäglich medizinischen Praxis jeden Tag falsch gemacht hat.... wie soll ein Chefarzt , der jahrzehntelang ADHS als Modethema oder vorübergehende Erscheinung bezeichnet hat, der jahrzehntelang Patienten in seiner Klinik die ADHS-Diagnose abgesprochen hat und nicht ernst genommen hat. wie soll der jetzt sein kolossales Versagen vor der gesamten Klinik eingestehen... der Chefarzt, der hat doch ohnehin immer Recht... und der weiß es doch ohnehin am besten... Welch ein Gesichtsverlust , wenn sich herausstellt, dass es jahrzehntelang eben gerade nicht so war... Peinlichkeiten, (teils jahrzehntelange) Irrtümer und entsprechende Scham werden still und heimlich für sich behalten und unter den Teppich gekehrt... oder aber man hält in der entsprechenden Zunft weiter fest an diesen Irrtümern , weil man die Wahrheit gar nicht an sich heranlassen will. Stolz unter Ärzten und Chefärzten ist eine Schwäche , zulasten der Patienten...


Genetik der Neurodevelopmental Disorders / Hirnentwicklungsstörungen
Tja... die ADHS-Walze auf Ärzteblatt online rollt weiter :D …das dürfte dem einen oder anderen ADHS-Gegner insbesondere auch in der Ärzteschaft und der Psychiater-Zunft negativ aufstoßen... aber gemäß der Faktenlage und gemäß der riesigen Quantität von ADHS ist das Covern dieses Themas nur legitim...

zur Genetik der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen bzw Neurodevelopmental disorders :

Dass ADHS erblich und genetisch bedingt ist, kann ich als selbst davon betroffene Person bestätigen. Bei einer (nicht-professionellen)Stammbaumanalyse in meiner Familie kann ich ziemlich genau sagen, wer bei mir ADHS hat bzw, hatte. Ich Diagnose Mitte der 90er mit 9 , Mutti Diagnose vor 14 Jahren in der Burnout-Klinik mit Ende 40, Vater der Mutter ganz klarer Fall, Mutter der Mutter nur entsprechende Persönlichkeitsmerkmale, Bruder nicht betroffen, hat aber bestimmte Persönlichkeitsmerkmale in dieser Richtung, Vater ebenfalls nicht manifest betroffen, hat aber auch bestimmte entsprechende Persönlichkeitsmerkmale, Mutter des Vaters definitiv manifest von ADHS betroffen gewesen (plus Kriegstraumata und Vergewaltigung 1945 als negative Sozialisationsfaktoren dort), Vater des Vaters nicht betroffen gewesen, Bruder der Mutter definitiv manifest betroffen (lehnt eine Diagnostik jedoch ab, dessen Tochter jedoch auch wiederum klare Auffälligkeit hinsichtlich ADHS), Schwester des Vaters (Messi-Syndrom gehabt) definitiv betroffen gewesen und mit Mitte 50 recht verwahrlost gestorben, andere Schwester des Vaters nicht betroffen... solche ADHS-Stammbäume sind eher die Regel und nicht die Ausnahme bei ADHS …. im Übrigen bleiben von ADHS Betroffene in der Tendenz unter sich... sozial und auch was Partnerschaft und Beziehung angeht... und auch hier gilt wieder: nicht schwarz-weiß , nicht alles oder nichts, sondern "tendenziell"...und je ausgeprägter das ADHS , desto unwahrscheinlicher ist es, dass der oder die Partner/in gar kein ADHS hat. Mein Vater hat kein manifestes ADHS , aber Mutti hätte sich niemals mit jemandem einlassen können, der nicht entsprechende Persönlichkeitsmerkmale besitzt …. das läuft nach dem allgemein gültigen Prinzip: "gleich zu gleich gesellt sich gern" und auch sämtliche meiner echten Freunde haben ADHS oder zumindest entsprechende Persönlichkeitsmerkmale …. zur Genetik der ADHS wieder hier:

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html
Man muss ansonsten nur durch die Straßen einer durchschnittlichen deutschen Stadt laufen und es werden einem jeden Tag Personen mit ADHS über den Weg laufen, um zu erkennen, dass bei Person X ADHS vorliegt, da braucht es aber oftmals schon ein gewisses Gespür, was man vollumfänglich nur als selbst mit ADHS Betroffener hat. Man kann sehr wohl “spüren” , wenn das Gegenüber auch ADHS hat, Stichwort Wesensverwandtschaft , und mit ADHS Betroffene erkennen sich untereinander so wie in China ein Deutscher einen anderen Deutschen erkennt, am Habitus und an der Persönlichkeit . Jemand, der kein ADHS hat, der muss all das rein kognitiv kompensieren , allein schon aus diesem Grund besteht der harte Kern an ADHS-Therapeuten in Deutschland und weltweit überwiegend aus selbst mit ADHS betroffenen Ärzten , Psychotherapeuten etc. und man ist, so unfair das auch sein mag, als Nicht-Betroffener schon deswegen ein ADHS-Therapeut 2. Klasse.

ADHS ist deshalb so häufig, weil die ADHS verursachenden Gene evolutionär gesehen nicht nur Mist , sondern auch positive Aspekte , Stärken und Vorteile verursachen. ADHS als eine solche je nach Schweregrad Störung , Konstitution oder Persönlichkeitsvariante hat deshalb diese hohe Prävalenz – vergleiche dazu Prävalenz von ADHS in Deutschland von in Wahrheit etwa 8% bis 10% mit Autismus-Spektrum-Störungen mit Prävalenz von 1% bis maximal 2%. Ohne die Berücksichtigung der evolutionären Anthropologie psychischer Störungen wird man auch die jeweiligen teils gravierend unterschiedlichen Prävalenzen der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen (eben ADHS , Autismus aber auch Schizophrenie und Bipolare Störung und Unipolare Endogene Depression) nicht verstehen können.

Leider wird ADHS nach wie vor von weiten Teilen der Psychiater in Deutschland in der quantitativen Dimension nicht erfasst und akzeptiert, obwohl auch hier sich etwas tut, neulich gab es eine Studie zur Häufigkeit von ADHS in der Psychiatrie mit Prof. Arno Deister , immerhin Präsident der DGPPN , als Co-Autor , die, falls tatsächlich zutreffend, in den Auswirkungen weitreichend sein muss (!!!) bzw. von der Psychiater-Zunft ein Handeln erzwingt!... laut dieser Studie haben 59% der Psychiatrie-Patienten Auffälligkeiten im Sinne von ADHS , 59% !!! , die ADHS als Komorbidität oder kausale Erkrankung dort haben:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/8 ... aben-adhs/ das Erbenis dieser Studie mit in dem Fall 59% ADHS in der Allgemeinpsychiatrie ist so brachial , dass die möglichen Konsequenzen vielleicht noch gar nicht durchgedrungen sind.
Mal angenommen, diese Studie mit 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie stimmt, das bedeutet, dass seit Anbeginn der modernen Geschichte der Psychiatrie die entsprechenden Patienten nur in ihren Begleit- und Folgeerkrankungen aber nicht ursächlich in ihrem ADHS therapiert wurden. Was das für die persönlichen Schicksale aber auch für die volkswirtschaftlichen Kosten bedeutet, dürfte ebenfalls in Quantität und Qualität brachial sein. Wie prognostiziert doch Russel Barkley , der weltweit renommierteste Wissenschaftler bezüglich ADHS, wonach ADHS sich irgendwann einmal als das “zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird”.

Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd
das Ergebnis war für viele Leute in der ADHS-Community nicht mal überraschend, von selbst betroffenen Fachleuten wird seit über 30 Jahren auf die extrem hohe Dichte an verkapptem ADHS in der Psychiatrie hingewiesen , und wenn dann mehr und mehr prominente Fälle von ADHS wie “Naddel” , Hirschhausen https://www.stern.de/gesundheit/gesund- ... 08736.html und viele bisher nicht öffentliche Fälle (einer macht gerade Schlagzeilen mit seiner Privatinsolvenz und spielte mal Tennis) an die Oberfläche treten, dann lässt das erahnen, dass da quantitativ noch viel mehr sein muss. 10% in Deutschland bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 (die betroffenen PatientINNEN kommen dann zum Psychiater wegen Depression, Angststörungen, Borderline, Essstörungen usw. nach dem zugrunde liegenden ADHS , das hat der Psychiater meist nicht auf dem Schirm) https://www.refinery29.de/2017/04/15106 ... t-auf-adhs
https://www.youtube.com/watch?v=HJ8BBUiwjVc
und die leichtgradigen Fälle miteinbezogen bei einer Persistenz einer zumindest Restsymptomatik von quasi 100% an der Gesamtbevölkerung , das ist auch ein “Markt” , den auch seit einiger Zeit der Journalismus entdeckt hat.

Leider gibt es unzählige Psychiater in Deutschland, die solche Fakten nicht wahrhaben wollen, solche Erfahrungsberichte z.B.:

"Ja, das wäre sicher die ideale Lösung.
Mutter eines Sohnes mit ADHS, selbst betroffen (Diagnose allerdings erst mit 48 Jahren erhalten!!!), habe ich vor ein paar Jahren ein paar Monate in einer Mutter-Kur-Klinik gearbeitet.
In jeder Gruppe (ich betreute die Kinder) erkannte ich die ADHS Kinder sofort (ich wusste vorher nicht, welche Kinder betroffen waren, die Kollegin hat mir jedes Mal meine Ahnung bestätigt).
Die ADHS meines Freundes habe ich gewusst, bevor er die Diagnose erhalten hat.
Oft weiß ich, wer betroffen ist, aber meine Hinweise werden sehr oft in den Wind geschlagen (mein eigener Ex-Mann-mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit selbst betroffen-hat die Diagnose unseres Sohnes von Anfang abgelehnt, wie seine Schwester die Diagnose ihres Sohnes abgelehnt hat).
ADHS wird offensichtlich in der allgemeinen Bevölkerung als Stigma wahrgenommen (von vielen Ärzten als „Modediagnose“ oder „Möchte-Gerne-ADHS-Haben“-Krankheit).Man ist lieber „depressiv“ oder „ängstlich“ als ein ADHSler.
Zum Glück gibt es aber auch sehr kompetente Ärzte, die nicht betroffen sind, aber die Diagnose stellen können. Das ist der Fall für meinen Arzt, der gleichzeitig Arzt für Psychotherapie ist.
Die Suche nach diesem Arzt war aber steinig: als Betroffene mir in Foren sagten, ich sei sehr wahrscheinlich selber betroffen, habe ich vergeblich nach einem Arzt in meiner Nähe gesucht.
Bis ich auf die Idee kam, meinen Ex-Hausarzt darauf anzusprechen (die Praxis habe ich wegen seiner Frau verlassen.Er ist sehr gut, macht leider nur Hausbesuche). Er fand 2 Adressen „in meiner Nähe“. Ein Arzt ist 115 km von meinem Wohnort entfernt, der andere Arzt 70 km.
Da ich keinen Termin beim 1. Arzt bekam, habe ich den 2. angerufen. Und die Diagnose nach dem 3.Termin erhalten (Gespräche + 3 Fragebögen).
In der Psychiatrie wurde ich einige Wochen vorher wegen meines Verdachts regelrecht bei der Visite ausgelacht („Warum wollen Sie unbedingt die ADHS Diagnose erhalten?“).
Jetzt weiß ich, dass ein großer Teil meiner erheblichen Schwierigkeiten in meinem Leben an dieser Gehirnstoffwechselstörung lagen. Hätte man sie in jungen Jahren diagnostiziert und therapiert, hätte man mir viel Leid (darunter viele depressive Tiefe mit 4 Selbstmordversuchen!!!) erspart." zu finden hier: https://adhsspektrum.wordpress.com/2018 ... /#comments

zur Ignoranz und Inkompetenz der Ärzteschaft in Deutschland über ADHS auch das hier: http://news.doccheck.com/de/blog/post/5 ... sychiater/ …inwiefern sind solche vorurteilsbehafteten Einstellungen zu ADHS in der Ärzteschaft den vereinbar mit Hippokratischem Eid und Genfer Gelöbnis? Erst mal informieren und dann erst reden – das gilt erst recht für Ärzte.
ADHS wird – von männlichen, hyperaktiven Grundschülern, die im Klassenzimmer randalieren, abgesehen – nicht überdiagnostiziert, sondern nach wie vor massivst unterdiagnostiziert. Nach ADHS wird, so dicht und markant die Hinweise darauf auch sein mögen, von der deutlichen Mehrheit der Psychiater in Deutschland nicht einmal sondiert. Die Mär von der Kinderkrankheit, die hält sich gerade auch in der Ärzteschaft nach wie vor noch. Wie viele Schicksale man zum Positiven hätte beeinflussen können, wenn vom Psychiater zumindest einmal nach ADHS sondiert worden wäre und wieviele volkswirtschaftlichen Kosten man hätte sparen können, wenn nicht nur Begleit- und Folgeerkrankungen von ADHS bei unzähligen Psychiatrie-Patienten therapiert worden wären sondern die ursächliche ADHS , das ist nict auszudenken: das Geschlechterverhältnis bei ADHS ist übrigens bei 1:1 in Wahrheit , https://www.refinery29.de/2017/04/15106 ... t-auf-adhs

Ich sehe das so: mit ADHS in der Psychiatrie verhält es sich so wie mit der Nutzung von Pornoseiten im Internet. Beides ist der große, blaue Elefant mitten im Raum , den irgendwo jeder sieht bzw. dessen Präsenz fühlt, aber keiner redet darüber und will was damit zu tun haben.
Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater in Deutschland ignorant bezüglich ADHS. Unterdiagnostik und das Nicht-Erkennen von ADHS geschehen dort massenhaft. Die Anzahl tatsächlich kompetenter Spezialisten für ADHS (die in den meisten Fällen übrigens mehr oder weniger ausgeprägt selbst ADHS haben) ist leider mehr als überschaubar. Zusätzlich kommt nichts nach, um die alten Hasen und ADHS-Pioniere, die zusehends in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen, z.B. dem systematischen Mobbing gegen niedergelassene ADHS-Therapeuten durch die institutionalisierte ADHS-Gegnerschaft, aus der Versorgung der ADHS-Patienten ausscheiden, zu ersetzen.
Ich habe selbst Medizin studiert und habe in der Universitätspsychiatrie 4 Monate Praktisches Jahr absolviert. Der Oberarzt meiner Station sagte dort in einem Seminar gegenüber uns Studenten:”…Ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner…”…das war übrigens diejenige Universitäts-Psychiatrie, die ansonsten als das ADHS-Zentrum schlechthin in Deutschland gilt. Und selbst dort sieht sich ein Teil der Ärzte als “ADHS-Gegner”…die deutliche Mehrheit der Psychiater in Deutschland dürfte diese Einstellung zu ADHS haben. Bei ca. 4 Millionen Erwachsenen mit ADHS in Deutschland (und das noch gemäß der “konservativen Diagnosekriterien gemäß ICD-10) dürfte riesiger Bedarf für die fachärztliche Betreuung von ADHS-Patienten bestehen und die bisher (Stand 2018) mit ADHS diagnostizierten Erwachsenen dürften sicher nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Leider beißen die Betroffenen bei überwiegend ignoranten und übrigens unethisch (und zwar so gar nicht gemäß Hippokratischem Eid bzw. Genfer Gelöbnis) handelnden Ärzten meistens nur auf Granit und erfahren gerade von dieser gesellschaftliche Gruppe noch stärkere Ablehnung bis hin zu offener Feindschaft, als dies für die Gesellschaft insgesamt gilt. Zeit, mal ein bischen Radau zu machen.

Eine ehemalige Schulkameradin von mir war einst in der KJP gelandet. 0815-Diagnostik, Schema F , das wars. 10 Jahre später, keine Ausbildung, HartzIV, immer noch chronisch depressiv, das Leben nicht komplett, aber nicht unwesentlich verpfuscht (auch wenn es prinzipiell niemals zu spät ist). Nach diesen 10 Jahren sagt ihr der selbst betroffene ehemalige Schulkamerad: "Du hast ADHS " ...das wurde nach mittelfristig darauf folgender Diagnostik von fachlicher Seite dann auch bestätigt. Das hätte man auch schon vor 10 Jahren haben können in der KJP , aber die waren damals wahrscheinlich der Meinung, das sei ne Modediagnose und so. Ein solch fahrlässiges und unethisches , schlampiges Unterlassen zumindest einer Sondierung nach ADHS gehört bestraft !

Wie sagte doch mein Oberarzt einst: "ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner." Auch solch eine ignorante, arrogante und unethische Einstellung gehört bestraft! (Gruß an den "herausragenden" Fachmann für ADHS PD Dr. ... nach Würzburg)

Man muss dazu noch sagen, dass bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 und einer Persistenz von zumindest einer Restsymptomatik in in Wahrheit 100% der Fälle die Prävalenz von ADHS in Deutschland bis zu 10% der Bevölkerung beträgt.

Natürlich ist ADHS nicht Alles-oder-Nichts, sondern eine dimensionale wie auch eine kategoriale Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle und es gibt auch bei ca. gleichem Schweregrad Unterschiede auch in der Neurobiologie. Zudem KÖNNEN (nicht müssen) FAST alle anderen Störungen der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität vorkommen. Z.B. wird geschätzt, dass mehr als 1/3 der Patienten mit Schizoaffektiver Störung / Schizophrenie ebenfalls ADHS hat, bei Depression, “Burnout”, Borderline, Alkoholismus, Bipolare Störung ( Kurt Cobain hatte Bipolare Störung und parallel dazu ADHS ) etc. ist es ähnlich.

Der angeborene Part bei den multifaktoriellen Erklärungsmodellen zur Pathogenese Psychischer Erkrankungen geht auch mehr und mehr zu den Hirnentwicklungsstörungen und ADHS ist die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile, die ADHS-Gene bzw. mitunter auch phänotypisch manifestes ADHS haben können.

Zur überlappenden Genetik der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen gab es aktuell eine vielbeachtete Publikation:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29930110

bzw. hier ein Teil der journalistischen Berichterstattung darüber:

https://www.spektrum.de/news/psychische ... dt/1572184

der quantitative Champion unter diesen Hirnentwicklungsstörungen ist jedoch ADHS , eben aufgrund der evolutionären Vorteile , die mit ADHS-Genen bzw. mit etwas weniger auch phänotypisch manifestem ADHS einhergehen.

Der evolutive Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutiv begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan .
Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls.
So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
Was die Akzeptanz von ADHS erschwert, ist der sperrige Begriff aus 4 Großbuchstaben. Der Begriff “Autismus” (hier noch erwähnenswert: bis zu ca. 50% der Patienten mit Asperger sollen ebenfalls ADHS haben) z.B. ist viel weniger sperrig und flüssiger.
Es wird mitunter von ADHS-Gegnern diverser Couleur argumentiert, dass sich hinter ADHS diverse andere Psychische Störungen verbergen können und es ADHS somit quasi gar nicht gäbe. Die Wahrheit ist viel eher: Hinter FAST allen anderen Diagnosen in der Psychiatrie KANN sich ADHS als kausale oder komorbide Störung verbergen. So auch z.B. die Prognose von Russel Barkley , dem weltweit renommiertesten Wissenschaftler zu ADHS , dass sich das ADHS-Spektrum irgendwann einmal als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird.

Wenn nun argumentiert wird: “Patient X kann gar kein ADHS haben, der will nur Stoff zum Hirndoping” , so sei auf die hiermit ausgeführte hohe Relevanz von ADHS auch gerade quantitativ verwiesen.

Ein Vorwurf, der sich in weiten Kreisen , darunter leider auch Ärzte , leider immer noch hält, ist, ADHS sei eine westliche Wohlstandskrankheit im verweichlichten 21. Jahrhundert, dazu empfehle ich diese BBC-Dokumentation über ADHS in Ägypten:

https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg

nebenbei ist ADHS im arabischen Raum alles andere als selten:
http://english.alarabiya.net/en/life-st ... ADHD-.html

in der Türkei genau so wenig:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410
( “…Our results confirmed a substantially higher ADHD prevalence rate (more than double) than the suggested pooled worldwide prevalence…”)

ADHS ist also keineswegs ein westliches Wohlstandsproblem…

oder Thailand: http://englishnews.thaipbs.or.th/1-mill ... ffer-adhd/ etc. etc.

Und früher gab es keinen Elektrosmog, genau, da hat man die ungezogenen Kinder eben gezüchtigt, gebrochen und dadurch sind sie alle was Ordentliches geworden. Nebenbei war zu dieser Zeit die Selbstmordrate ca. 3 mal so hoch wie heute, die Psychiatrie erinnerte teilweise tatsächlich irgendwie an “Shutter Island” und früher war alles besser. ADHS gab es aber auch schon früher und zwar sehr viel früher:

Die bisher älteste bekannte kulturhistorische Schilderung von ADHS findet sich nicht erst im Struwwelpeter von 1844, sondern bereits um 250 v. Chr. in einer Ode von Herondas . Dort klagt eine Mutter über einen Jungen, der ihr den letzten Nerv raubt, nicht richtig lesen kann, die Tafel mehr verkratzt, als schön darauf zu schreiben, keine Hausaufgaben macht, mühsam Gelerntes schnell wieder vergisst, überall herumturnt, ständig irgendwelchen Blödsinn macht und falsche Freunde hat.

ADHS gibt und gab es seit Anbeginn der Menschheit, und auch schon zuvor, bei Tieren, gab und gibt es Äquivalente von ADHS – so z.B. den Zappelhund, der nur Gassi gehen kann, wenn er das Ritalin vom Herrchen frisst und spezielle “Persönlichkeiten” bzw. “Typen” bei Schimpansen . In der ADHS-Forschung wird auch sehr viel am Tier-Modell geforscht.

Das die komplexe Realität etwas simplifizierende Modell der Jäger und Sammler in einer Gesellschaft von sesshaften Bauern, auch damit wird ADHS beschrieben.



“Früher” gab es natürlich genau so viele Fälle von ADHS , wie heute. Das fiel aber zum einen in der Tat weniger auf oder entsprechende Person wurde als “einfach nur dumm” abgestempelt (was nicht heißt, das es nicht unzählige Personen gibt, die tatsächlich dumm sind, und es gibt sogar dumme Personen mit ADHS bei einer annähernd normalverteilten Intelligenz bei ADHS ) zum anderen ist die Sozialisation mit ADHS in einer Großstadt wie Berlin oder Seoul im 21. Jahrhundert mit Smartphone und Cybermobbing natürlich in der Tat bei ADHS eher suboptimal. Das bedeutet aber lediglich, das sich ADHS dadurch von der Latenz ins Pathologische und damit stärker Sichtbare verschiebt.

Ein Beispiel von ADHS , das als Kind übersehen wurde, weil das unbekannt war, ist Noah Gordon :

Und das ADHS eben nicht einfach mit dem 18. Lebensjahr verschwindet, sondern bis zum Lebensende besteht, sieht man z.B. am Medicus-Autor Noah Gordon, der erst im Alter von 70 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde: http://www.noz.de/deutschland-welt/kult ... -jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Trilogie, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben. “

Spätere Generationen von Ärzten werden sich fragen warum neue Erkenntnisse jahrzehntelang ignoriert werden konnten. Wie bei Semmelweiss. Siehe auch Semmelweissreflex. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Semmelweis-Reflex , ich habe das Gefühl , der nächste Fall oder das Pendant heute von Kindsbettfieber wie bei Semmelweis , das ist ADHS

ADHS ist zunächst mal keine Krankheit , sondern eine je nach Schweregrad Konstitution, Persönlichkeitsvariante oder eben doch Störung, die abhängig vom Umfeld, den Umweltbedingungen und der Sozialisation sowie etwaigen Primären Komorbiditäten ( Kurt Cobain hatte ADHS und parallele dazu als "primäre Komorbidität" Bipolare Störung , eine Freundin von mir hat Diagnose ADHS plus Diagnose Schizoaffektive Störung als "primäre Komorbidität" ) Krankheitswert erlangen KANN , aber nicht MUSS !

Mit gemischten Gefühlen muss man dagegen betrachten die Entwicklung des Attributs ADHS als Hipster- und Lifestyle-Thema. Die Dunkelziffer der Prominenten mit ADHS dürfte gigantisch sein, auch in Deutschland (zu Prominenten mit ADHS hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_ ... n_mit_ADHS )

ADHS wird mehr und mehr gebraucht eben als Hipster und Coolness-Attribut , das wird aber dem Leidensdruck und dem Krankheitswert von ADHS bei der Mehrheit der Fälle nicht gerecht , nichts desto trotz hat z.B. Hollywood in entsprechenden Kreisen schon den Beinamen ADHD City , auch der Faktor Neid ( und Hybris und Prahlerei von entsprechend Betroffenen ) erschwert die gesellschaftliche Akzeptanz von ADHS .

zu den Folgeerkrankungen bzw. gesellschaftlichen Kosten und volkswirtschaftlichen Kosten , die mit ADHS einhergehen:

ADHS laut Kennern in der Versicherungsbranche die teuerste Krankheit bzw. Konstitution überhaupt
Allein schon wegen der hohen Quantität aber auch im Verbindung mit den hohen volkswirtschaftliche Kosten durch das jeweilige Individuum... so etwa der ungesunde Lebensstil: https://de-de.facebook.com/Aufmerksam.f ... __tn__=K-R aber auch die häufigen Unfälle im Kindes- aber auch Erwachsenenalter (dass ich selbst nicht vor dem 10. Lebensjahr gestorben bin bzw. schwerst verletzt wurde, war reines Glück) plus z.B. auch die hohe Raten an Teenager-Schwangerschaften bei ADHS : Häufig beobachtet ist ein früherer Beginn sexueller Aktivität im durchschnittlichen Alter von 15 bis 16 Jahren bei beiden betroffenen Geschlechtern. Studien von Barkley und Murphy weisen zudem auf dreimal häufiger wechselnde Sexualpartner (Promiskuität) hin.[10]
Eine auffallend hohe Rate an unerwünschten Schwangerschaften wurde unter den weiblichen ADHS-Betroffenen festgestellt (38 % versus 4 %). Da gemäß der Studie Verhütungsmaßnahmen gehäuft mangelhaft waren, leiten die Autoren für ADHS-Betroffene zudem ein viermal höheres Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten ab.[11] Aus einer Rostocker Untersuchung aus dem Jahr 2003 geht hervor, dass mehr als die Hälfte der Kinder unter 18-jähriger Mütter mit einer ADHS-Diagnose nach ICD-10 geführt wurden, von den Kindern der unter 20-jährigen Mütter etwa 50 %.[11] ausführlich nachlesbar hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Sexualität und last but not least ADHS in der JVA : https://www.adhspedia.de/wiki/Kriminalität_und_ADHS dazu ein kurzer Auszug aus dem Link: "ADHS und Strafvollzug
Expertenschätzungen gehen von einer ADHS-Quote von 30 % - 50 % in deutschen Jugendstrafanstalten und bis zu 30 % unter den erwachsenen Inhaftierten aus.[11] Studien zeigen, dass sich inhaftierte mit ADHS im Vollzug häufig negativer entwickeln und häufiger rückfällig werden[12]. Eine Behandlung in Gefangenschaft gestaltet sich diffizil, eine abgesicherte Diagnostik ist schwierig durchzuführen. Im Strafvollzug fehlt zudem neben der Möglichkeit einer Durchführung evaluierter Behandlungsprogramme die Unterstützung des sozialen Umfelds. Insgesamt sind die Resozialisierungsmaßnahmen für ADHS-Betroffene in der Praxis momentan magelhaft, sodass die Entwicklungsprognose für die Betroffenen in der Regel negativ ist. "

Die Gesellschaft hat somit ein Interesse , sich der ADHS-Thematik bzw. eben auch -Problematik intensiver zu widmen, volkswirtschaftlich und kulturell bzw. was das Zusammenleben in Deutschland angeht...

zu ADHS und Essstörungen oder ADHS und insbesondere Magersucht / Anorexie :

https://www.youtube.com/watch?v=W27G1djHj4s

hier auch: https://steemit.com/adhs/@nightshadow12 ... -begegnung
und darin auch:

https://adhsspektrum.wordpress.com/tag/essstorungen/

http://www.spiegel.tv/videos/140142-leben-mit-adhs

in sehr hoher Anteil der Anorexie-Patientinnen hat primär ADHS
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von MiApp » 6. Juli 2019 10:45

Karris hat geschrieben:
5. Juli 2019 19:23
Einerseits freue ich mich irgendwie, endlich eine Diagnose bekommen zu haben und damit die Aussicht auf eine eventuelle Besserung meiner Zustände... andererseits kamen in den letzten Tagen so viele Zweifel und Fragen in mir auf.

Ich weiß grad einfach nicht wohin mit mir. Ja, ich habe Medikamente bekommen - aber das kann doch nicht alles sein? Ich weiß gar nicht richtig, was diese Diagnose jetzt für mich, mein Studium und mein restliches Leben bedeuten soll.
Ich bin furchtbar chaotisch und kriege nichts auf die Reihe... aber daran können Medikamente wohl kaum etwas ändern. Kann ich überhaupt irgendetwas daran ändern oder lernen, damit besser umzugehen?
Hallo Karris,

herzlich willkommen erstmal.
Ich kann verstehen, dass du dich gefreut hast, endlich eine Diagnose bekommen zu haben.
Bei mir Bestand auch schonmal der Verdacht auf Borderline, bzw. emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Diagnose habe ich aber keine* und ich denke bei mir auch nicht, dass es zutrifft).
Seit diesem Jahr, ich glaub April, hab ich nun auch eine ADHS-Diagnose und entsprechende Medikamente.
Daher möchte ich dir sagen, doch, die Medikamente können schon etwas bringen. Natürlich kann es sein, dass du trotzdem noch eine Therapie brauchst, aber mir helfen die Medikamente schon sehr. Komischerweise habe ich das am Anfang noch gar nicht gemerkt.... erst mit der Zeit. (Ich bekomme Ritalin adult und das ist ja kein Spiegelmedikament, daher ist es komisch.). Vielleicht ist das bei dir ganz ähnlich? Vielleicht muss man sich bei manchen Dingen auch erst "umgewöhnen" sozusagen, dass das eben auch nicht von heute auf morgen funktioniert?
Leider fällt es mir etwas schwer die Wirkung konkret zu beschreiben, sonst würde ich es dir gerne besser beschreiben. Aber ich fühle mich innerlich ruhiger und nicht so schnell überfordert. (Ich hab mehr ADS als ADHS, trotzdem ist das ruhiger fühlen die Hauptwirkung. Natürlich schafft man auch mehr, wenn man sich innerlich ruhiger fühlt. Besser konzentrieren kann ich z.B. mich leider nicht wirklich....).
Du wirst natürlich nicht ein ganz anderer Mensch werden, das wäre ja auch komisch... aber ich finde, es hilft schon, sich besser zu strukturieren, z.B. auch was die Zeiteinschätzung und so betrifft (was so erleichternd ist!).
Heißt jetzt nicht, dass das Leben plötzlich einfach wäre.... und wie gesagt, vielleicht möchtest du auch trotzdem zusätzlich eine Therapie machen, spricht ja nichts dagegen.



* außer von einem Nicht-Facharzt, der das mal in seine Diagnosen aufgenommen hat. Aber Diagnosen von Nicht-Fachärzten hab ich zig eingesammelt, das nem ich nicht ernst. Der kennt mich ja nicht und Diagnostik oder so hat er auch nicht gemacht. Er hat nur gesehen, dass ich (alte) Narben an den Armen hatte, und zack, Diagnose aufgeschrieben.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Overthesky » 6. Juli 2019 14:25

Um die 50% der Borderline-Patienten haben offensichtlich beides, ADHS und Borderline, bzw. ADHS als ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Falschparker » 6. Juli 2019 15:29

Overthesky hat geschrieben:
5. Juli 2019 23:20
ich habe mir es vor einiger Zeit herausgenommen, das in meinen Augen Relevante zu ADHS kompakt zusammenzuschreiben
Lieber Overthesky,

das ist ja schön und gut, aber du musst es doch nicht in jeden Thread hineinkopieren! Es geht völlig unter, worum es überhaupt geht, das ist sehr schade.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Karris » 6. Juli 2019 16:00

Overthesky hat geschrieben:
5. Juli 2019 23:16
"...60 Prozent der Borderline-Patienten sollen in ihrer Kindheit ADHS-Symptome zeigen – ein Hinweis darauf, dass sich in dieser Gruppe vermutlich etliche ADHS-Betroffene befinden (3)...." siehe hier: https://www.aerzteblatt.de/archiv/89284 ... -nicht-aus
Ah, interessant, danke!
Habe selbst leider keine Zahlen dazu gefunden.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Karris » 6. Juli 2019 16:19

Danke für deine Antwort!
Bei mir Bestand auch schonmal der Verdacht auf Borderline, bzw. emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Diagnose habe ich aber keine* und ich denke bei mir auch nicht, dass es zutrifft).
Zumindest bevor das ADS auf dem Tisch war, hat sich Borderline eigentlich schon sehr richtig für mich angehört. Aber AD(H)S hat doch mehr mögliche Symptome als ich vorher gewusst hätte, und da gibt es jetzt schon einige Überschneidungen...
Bis Borderline als Verdacht aufkam verging aber auch einige Zeit, eigentlich dachte man einfach, ich hätte Depressionen - habe ich aber vermutlich überhaupt nicht.
Seit diesem Jahr, ich glaub April, hab ich nun auch eine ADHS-Diagnose und entsprechende Medikamente.
Daher möchte ich dir sagen, doch, die Medikamente können schon etwas bringen. Natürlich kann es sein, dass du trotzdem noch eine Therapie brauchst, aber mir helfen die Medikamente schon sehr. Komischerweise habe ich das am Anfang noch gar nicht gemerkt.... erst mit der Zeit. (Ich bekomme Ritalin adult und das ist ja kein Spiegelmedikament, daher ist es komisch.). Vielleicht ist das bei dir ganz ähnlich? Vielleicht muss man sich bei manchen Dingen auch erst "umgewöhnen" sozusagen, dass das eben auch nicht von heute auf morgen funktioniert?
Vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt: Ich hoffe natürlich schon, dass die Medikamente mir helfen, aber bezweifle auch, dass sie jetzt plötzlich alle meine Probleme lösen werden.
Darf ich fragen wie lange das dann bei dir in etwa gebraucht hat bis du die Wirkung bemerkt hast? Ich hatte Medikinet adult zum Ausprobieren gehabt und das schien für mich schon eine Wirkung zu haben (war glaube ich nur noch nicht bei der richtigen Dosis angekommen), aber da ich abends danach immer furchtbare Kopfschmerzen hatte, habe ich jetzt Elvanse verschrieben bekommen. Ist ja soweit ich weiß auch kein Spiegelmedikament, daher frage ich mich, ob ich bei der richtigen Dosis in einem ähnlichen Zeitraum eine Wirkung spüren sollte wie beim Medikinet. Generell tue ich mich aber schwer damit zu sagen, ob ein Medikament wirkt oder nicht - daher befürchte ich jetzt, gar nicht mitzubekommen, wenn das Medikament wirkt :D
Leider fällt es mir etwas schwer die Wirkung konkret zu beschreiben, sonst würde ich es dir gerne besser beschreiben. Aber ich fühle mich innerlich ruhiger und nicht so schnell überfordert. (Ich hab mehr ADS als ADHS, trotzdem ist das ruhiger fühlen die Hauptwirkung. Natürlich schafft man auch mehr, wenn man sich innerlich ruhiger fühlt. Besser konzentrieren kann ich z.B. mich leider nicht wirklich....).
Du wirst natürlich nicht ein ganz anderer Mensch werden, das wäre ja auch komisch... aber ich finde, es hilft schon, sich besser zu strukturieren, z.B. auch was die Zeiteinschätzung und so betrifft (was so erleichternd ist!).
Es verwundert mich einfach, wie ein Medikament bspw. was an meiner schlechten Zeiteinschätzung ändern könnte. :)
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Elwirra » 6. Juli 2019 17:28

Falschparker hat geschrieben:
6. Juli 2019 15:29
Overthesky hat geschrieben:
5. Juli 2019 23:20
ich habe mir es vor einiger Zeit herausgenommen, das in meinen Augen Relevante zu ADHS kompakt zusammenzuschreiben
Lieber Overthesky,

das ist ja schön und gut, aber du musst es doch nicht in jeden Thread hineinkopieren! Es geht völlig unter, worum es überhaupt geht, das ist sehr schade.
Lieber Overthesky,

Ich sehe es ähnlich und vor allem wird es auch deinen tollen Beiträgen nicht gerecht, wenn man sie nur noch überfliegt.
Vor allem könnte man dann was neues von dir überlesen.

Kannst du nicht einen Overthesky Wissentrhread aufmachen , in dem du alles reinstellst und in Beiträgen dann darauf verlinken? Vor allem würden wir dann auch mitbekommen wenn du was Neues ergänzt.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Elwirra » 6. Juli 2019 17:32

Karris hat geschrieben:
6. Juli 2019 16:19
Es verwundert mich einfach, wie ein Medikament bspw. was an meiner schlechten Zeiteinschätzung ändern könnte. :)
Das hat es bei mir auch nicht groß verändert. Es hilft aber sich an Hilfssystemen zu orientieren , die man installieren kann . es hilft dabei doch mal öfter auf die Uhr zu schauen oder dran zu denken sich rechtzeitig fertig zu machen.
Es hilft bei dem Wissen das man keine Zeitgefühl hat und aufpassen muss.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von MiApp » 7. Juli 2019 18:44

Karris hat geschrieben:
6. Juli 2019 16:19
Zumindest bevor das ADS auf dem Tisch war, hat sich Borderline eigentlich schon sehr richtig für mich angehört.
Ist ja auch möglich, dass es bei dir passt. (Gerade) dann wäre sicher auch eine spezifische Behandlung dafür nicht schlecht (also im Sinne von Therapie..... von den Medikamenten die bei Borderline hauptsächlich eingesetzt werden halt nicht nicht so viel, aber das ist natürlich auch alles immer Abwägungssache).
Aber AD(H)S hat doch mehr mögliche Symptome als ich vorher gewusst hätte, und da gibt es jetzt schon einige Überschneidungen...
Bis Borderline als Verdacht aufkam verging aber auch einige Zeit, eigentlich dachte man einfach, ich hätte Depressionen - habe ich aber vermutlich überhaupt nicht.
Das Problem ist, dass sich die Symptome vieler psychischen Erkrankungen oft überdecken... und es gleichzeitig sehr viele Komorbiditäten gibt. Ich hatte auch schon Depressionen, aber derzeit glücklicherweise nicht. Ich kann dir natürlich nicht sagen, ob du Depressionen hast oder nicht.... Es ist möglich, oder es ist möglich, dass die Symptome (die auch zu Depression passen) in Wirklichkeit wo anders her kommen....
Vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt: Ich hoffe natürlich schon, dass die Medikamente mir helfen, aber bezweifle auch, dass sie jetzt plötzlich alle meine Probleme lösen werden.
Naja, das tun sie ja sicher auch nicht. Es ist mehr eine Unterstützung, wie andere Therapie auch.
Darf ich fragen wie lange das dann bei dir in etwa gebraucht hat bis du die Wirkung bemerkt hast?
Also die erste Woche hatte ich eine geringere Dosis, da hab ich noch gar nichts gemerkt. Und die zweite Woche mit einer höheren Dosis dann eigentlich auch nicht.... aber ab der dritten Woche habe ich schon gemerkt, dass etwas anders ist (unspezifisch).
Ich hatte Medikinet adult zum Ausprobieren gehabt und das schien für mich schon eine Wirkung zu haben (war glaube ich nur noch nicht bei der richtigen Dosis angekommen), aber da ich abends danach immer furchtbare Kopfschmerzen hatte, habe ich jetzt Elvanse verschrieben bekommen. Ist ja soweit ich weiß auch kein Spiegelmedikament, daher frage ich mich, ob ich bei der richtigen Dosis in einem ähnlichen Zeitraum eine Wirkung spüren sollte wie beim Medikinet. Generell tue ich mich aber schwer damit zu sagen, ob ein Medikament wirkt oder nicht - daher befürchte ich jetzt, gar nicht mitzubekommen, wenn das Medikament wirkt :D
Also ich kenne nur Ritalin adult. Aber Elvanse ist auch kein Spiegelmedikament, das stimmt. Ich habe aber gelesen (hier irgendwo), dass man wohl weniger deutlich merkt, wenn es zu wirken anfängt wie bei Ritalin oder Medikinet, weil es irgendwie "sanfter" wirken soll. (Bei mir wirkt Ritalin auch ganz sanft, daher kann ich mir den Unterschied jetzt vielleicht schlecht vorstellen). Das macht es dann natürlich evtl. noch schwieriger eine Wirkung zu bemerken.
Es verwundert mich einfach, wie ein Medikament bspw. was an meiner schlechten Zeiteinschätzung ändern könnte. :)
Ich weiß nicht wie das funktioniert... Einerseits stimmt bestimmt der Punkt den Elwirra geschrieben hat.
Andererseits denke ich auch, ich wusste schon immer, dass ich kein Zeitgefühl habe und ich hab auch ständig auf die Uhr geschaut, nur hat das nur begrenzt geholfen. (Also ich war nicht oft zu spät, aber ne Stunde oder noch mehr irgendwo zu früh zu sein, ist auch echt doof.... Wenn das dauernd ist, und man eh keine Zeit hat.) Jetzt funktioniert es besser. Auch bei so Dingen, wo ich denke "ich hab nur noch XX Minuten (wahlweise Stunden), lohnt sich nicht mehr damit anzufangen, schaff ich eh nicht", weiß ich besser, dass XX Minuten doch noch Zeit sind... Aber vielleicht ist das nur, weil es den Antrieb steigert und ich so deshalb leichter anfange, keine Ahnung... Auf jeden Fall ist das ja auch ne Wirkung.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Elementary » 7. Juli 2019 20:35

Von Martin Winkler gab es kürzlich ein tolles Webinar dazu, dass das Skills-Training der ursprünglich wohl auf Borderline abzielenden “dialektisch behavioralen Verhaltenstherapie”, kurz DBT, auch bei ADxS gute Erfolge zeigt. Zu Skills und DBT gibt es auch hier im Forum einige Beiträge, auch sonst online. Vielleicht kennst Du es längst. Ich könnte mir nur vorstellen, dass der Druck der Diagnosefindung/-unterscheidung nachlässt, wenn als Therapie das gleiche Training für beides helfen kann? Schön, dass Du ins Forum gefunden hast.
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von AlphaCentauri » 8. Juli 2019 16:52

Hallo Karris,

auch von mir noch ein Herzliches Willkommen. :)

Ich bin auch so ein Exemplar "Borderline (mittelgradig) mit ADHS-Diagnose vor zweieinhalb Jahren". Ich war mir bis 2017 auch ziemlich sicher, dass es das ist. Nicht allein zwar, da die Komorbiditätsrate bei Bordis ebenfalls recht hoch ist und sich mit (Major-)Depressionen und bspw. Suchterkrankungen überlappt, die jeweils auch eine Krankheit für sich darstellen.

Erst mein Therapeut (VT) jedoch äußerte 2016 den AD(H)S-Verdacht, der sich 2017 dann tatsächlich bestätigte. Insgesamt pass(t)en die Symptome bzw. Kriterien von ADHS (bei mir mit H) in der Tat besser als die von Borderline, dennoch lässt sich bei mir nicht alles auf die - bis dahin unbehandelte - ADHS zurückführen. Die Borderline-Diagnose bleibt also weiterhin auch stehen.

Andererseits werden unterdessen so viele Überschneidungen diverser Störungen und Krankheiten aufgeführt, dass nicht nur die Differenzialdiagnostik letztlich immer komplizierter wird, sondern vermutlich bald jeder Fragenkatalog zu einer Krankheit/Störung positiv ausfallen wird, so ungefähr, ... wonach ich dann quasi alles haben und gleichermaßen nicht haben kann.

Je mehr eindeutige Kriterien zusammengetragen werden, desto höher fällt konsequenterweise die Trefferquote aus, da das eine oder andere Symptom ja jeder Mensch irgendwann/irgendwo/irgendwie mal zeigt. Doch irgendwann/irgendwo/irgendwie stehen so viele Kriterien ... und Überlappungen ... "kreuz und quer" beieinander, dass die Trefferquote gar nicht anders kann als hoch auszufallen, ... im Grunde aber keiner mehr so wirklich weiß, wo der Hase nun eigentlich genau langhoppelt. Je detaillierter die Differenzialdiagnostik vorgehen muss, desto verwischter wird sie u.U. nämlich, ... weil "plötzlich fast jeder" von dem und/oder dem betroffen ist.

Doch wem mit dementsprechenden Ergebnissen am meisten in die Hände gespielt wird, ist die Pharmaindustrie, ... die an Allem Möglichen interessiert ist außer an der Heilung (des Einzelnen). Damit steche ich gewiss wieder mitten in ein Wespennest hinein. Möge man mich aber gerne - stichhaltig - vom Gegenteil überzeugen. Nichtsdestotrotz haben spezielle Medikamente auch ihre speziellen Wirkungen und ...

... um es an dieser Stelle abzukürzen:

Ich persönlich denke, dass man das Vorliegen - hier natürlich vorrangig einer AD(H)S-Symptomatik - an der guten, also gut verträglichen sowie längerfristigen, Wirksamkeit eines AD(H)S-Medis feststellen kann. "Paradebeispiele" könnten da etwa diejenigen unter uns sein, bei denen recht schnell sowohl das passende Medikament als auch eine gute Dosis gefunden ist und die Wirkung weitgehend dem entspricht, was der Hersteller im Beipackzettel angibt.

Als ein solches Beispiel komme ich selbst eher nicht in Frage. Zwar war das passende Medikament an sich recht schnell gefunden, aber die Dosisfindung zeigt sich als eine eher komplizierte Angelegenheit, die auch noch nicht abgeschlossen ist... ;)

Viele Grüße,
Alpha

(P.S.: 1111. Beitrag hiermit, ... will mir das jetzt irgendwas sagen? ;) )
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von Anders » 8. Juli 2019 17:07

AlphaCentauri hat geschrieben:
8. Juli 2019 16:52
1111. Beitrag
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Re: ADS-Diagnose mit 25 - nach vorigem Verdacht auf Borderline

Beitrag von AlphaCentauri » 8. Juli 2019 17:08

Danke, junger Mann, ... aber das war jetzt eher ein post scriptum off topic. ;)
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