Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
muckel
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 31. Juli 2006 10:45

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon muckel » 4. August 2006 11:15

hallo

also es ist zwar nicht immer einfach, aber es gehört halt dazu. bevor es schwarz auf weiss war, haben wir es ja auch gemeistert. allerdings bin ich diejenige, die sich darüber informiert. er eigentlich gar nicht. verlässt sich da ganz auf mich.
habe unseren sohn testen lassen und war überzeugt, das mein mann das auch hat. daraufhin hat er sich auch testen lassen. gehörte allerdings etwas überzeugungsarbeit dazu.
vielleicht klappt es auch, weil ich eher der ruhepol bin. nicht alles ist schlecht!

gruß muckel
Fee

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Fee » 5. August 2006 21:44

hallo
bin neu im forum. tut gut zu sehen, dass es noch andere in der gleichen situation gibt. seit einem halben jahr wissen wir, dass mein mann ads hat (hypo). trotzdem fällt es mir sehr schwer es nicht persönlich zu nehmen, wenn er mich oder unsere kinder einfach übersieht und nicht beachtet. meist fühle ich mich total einsam. gespräche sind nicht möglich er träumt dabei vor sich hin und ist für mich überhaupt nicht mehr erreichbar. ritalin hilft wenig. zurzeit fühle ich mich wie in einem käfig in den ich mich selber gesperrt habe.
leider kommt aus unserem umfeld kein verständnis. die leute kennen ads nicht und finden er solle sich etwas zusammen nehmen...
tja mal schauen wies weitergeht, schlimmer kanns ja nicht mehr kommen...
toxigenia
Andersweltler
Beiträge: 19
Registriert: 2. Mai 2007 19:17
Wohnort: FFM

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon toxigenia » 3. Mai 2007 14:26

denke , ich bin selbst betroffen da viele Parallelen zu meinem Kind existieren.
Es interessiert mich nicht wirklich da ich meine positiven Eigenschaften damit verbinde.
Brauche allerdings an meiner Seite einen ausgeglichenen selbstbewußten starken Partner, der mich so läßt wie ich bin....
er sagt dann immer es ist sehr "erfrischend" mit mir. Er lässt mich meine Fehler selbst machen und meine Erfahrungen sammeln und danach ist er ein Super Ratgeber.
Und ICH?? Werde weiter an mir arbeiten, das Leben ist schön und alles wird gut.
Auch mit meinem Kind. :)
lg toxi
hortensienfee

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon hortensienfee » 10. Mai 2007 11:59

hi zusammen,

mein mann wusste gar nicht,dass er ads hat; ich fand vom ersten kennenlernen an,dass er "anders" im positiven sinne war als andere männer. erst als wir zusammenlebten kamen auch "eigenarten" hinzu,die für mich nicht so prickelnd waren,ihn aber nicht zu stören schienen. erst als unsere jüngste tochter,heute 15,ca.1,5-2 jahre alt war und auch diese verhaltensweisen hatte,die mir "fremd" waren,machte ich mir gedanken,befragte den kinderarzt,der immer nur argumentierte,das sei eben ein powermädel mit sturem kopf etc,aber nichts sonst.im kindergarten aber wurde die lage richtig problematisch,ständig anrufe,ärger mit den eltern anderer kids etc...unser damaliger kinderarzt blieb bei seiner dg. wir wechselten den kinderarzt im interesse des kindes,denn glücklich war sie absolut nicht im kindergarten,sie verliess schon freiwillig den stuhlkreis,weil sie wusste "...ich störe ja doch nur und dann muss ich vor die türe,also gehe ich gleich weils mir zu langweilig ist"...die neue kinderärztin diagnostizierte dann nach einiger zeit ADS, mein mann wurde in gespräche mit eingebunden und irgendwann fiel es ihm und uns wie schuppen von den augen,er ist auch ads-ler.
die dg brachte mir irgendwie erleichterung,hört sich vielleicht komisch an,aber so wusste ich doch ,dass er dinge,die mir endlos nervten "nicht express/extra" machte...es ist für einen nicht ads-ler nicht immer leicht,sicherlich genauso wenig für einen ads-ler umgekehrt zusammen zu leben,wir sind zu viert,großte tochter 17,kein ads,kleine und männe ads.
wir sind nun 20 jahre verheiratet ,das ist doch in der heutigen zeit schon ne leistung.
ich selbst leide seit 4 jahren unter chronischen bandscheibenproblemen/bds.ischialgie und kenne keinen menschen,der soviel geduld und verständnis für mich aufbringt wie mein mann,der mir hilft wo er nur kann....trotz oder grade wegen ads?!.....klar liegen unsere nerven wegen der kleinen,die schon einige schulwechsel hinter sich hat,momentan schon wieder in der schwebe ist in sachen versetzung,möglicherweise die schule ganz verlassen muss,oft blank,aber wir berappeln uns immer wieder,keiner gibt auf...es gibt immer einen weg aus der misere,oft ist er nur nicht so gradlinig wie andere und schwieriger zu finden,

alles liebe wünscht euch
hfee
sardine
Forummitglied
Beiträge: 3
Registriert: 11. Mai 2007 21:37

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon sardine » 11. Mai 2007 21:58

Hallo Eva,

ich bin auch ganz neu hier und froh, eine Seite gefunden zu haben, wo ich mich als Angehörige sowohl austauschen, als auch meine Erfahrungen mit einem von ADS- betroffenen Partner berichten kann.
Zu Deiner Frage wie wir als Nicht-ADS-ler mit der Diagnose und dem Partner umgehen kann ich folgendes sagen: Ich liebe meinen Partner mit all seinen Symptomen und kleinen Macken, die er nun einmal hat. Mein Partner und ich lesen gemeinsam viel über ADS und versuchen im Alltag mit den "Auswirkungen" des ADs zurecht zu kommen. Ich habe zum Beispiel gelernt gelassener zu reagieren, wenn mein Partner aus heiterem Himmel und wegen einer Banalität wütend wird, gleich darauf aber alles so ist, als sei nichts gewesen. Ich vermittele ihm im Anschluß daran, wie ich mich fühle und rede mit ihm darüber. Auch habe ich gelernt damit umzugehen, dass mein Partner nicht unbedingt kuscheln mag u.s.w..
Wichtig ist für uns, dass wir reden, denn sonst kommt es zu großen Mißverständnissen.
Für meinen Partner und mich war es ein harter Weg bis zu dem Punkt, an dem wir jetzt sind und weiter gehen.
Ich kann aber immer wieder nur sagen, es lohnt sich zu kämpfen.
Und ist es nicht lustig, wenn andere Menschen komisch schauen, nur weil da einer  mitten im tiefsten Herbst mit nem T-Shirt auf der Straße läuft?
Ich amüsiere mich immer köstlich über diese Blicke.
Im übrigen ist ADS für mich keine Krankheit, sondern wie es ein Autor in einem Buch so toll ausgedrückt hat, eine "Besonderheit der Persönlichkeit"

In diesem Sinn, liebe Grüße und noch einen schönen Abend.
Bis bald
Wenn Du siebenmal hinfällst, so steh achtmal auf!!!
cocomaus
Andersweltler
Beiträge: 21
Registriert: 13. Mai 2007 14:53
Wohnort: Berlin
Alter: 46
Kontaktdaten:

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon cocomaus » 15. Mai 2007 18:05

Hallo...

auch ich bin noch recht neu... ich selbst habe kein ADS, mein Mann ist nicht diagnostiziert, aber die Symptome sind eigentlich eindeutig. Zwei unserer Kinder haben auch ADHS.
Wir sind seit knapp 20 Jahren zusammen.... ich habe erst während der Diagnostik des Sohnes erkannt... ahja... das ist eigentlich mein Mann in klein...
Wie ich damit umgehe???
Mein Mann ist wie er ist... ich liebe ihn mit all seinen Stärken und Schwächen.
Die treibende Kraft hier bin ich, ganz klar, ich organisiere, terminiere, erledige und schubs alle mal in die Richtiung, wenn sie mal wieder den Faden verlieren.....
In all den Jahren gab´s viele Schwierigkeiten zu meistern, mein Mann hat viel gelernt, viel an soich gearbeitet und sehr viel an sich getan..... vor vielen Jahren hätte ich nie gedacht, dass er zu so vielen Veränderungen fähig ist. Ich denke heute, wir sind ein supergutes Team...  ich kann seine  kleinen Macken und Fehler gut annehmen und muss auch öfter mal Lächeln, andererseits gibts natürlich auch Tage, wo mich seine Vergesslichkeit rasend macht... und das dann mal Drei, da kann auch ich manchmal nimmer grinsen....
Aber ich denke, wenn man weiß wieso es so ist, kann man lernen damit umzugehen und ich sage mal so....
Ich möchte meinen Mann nicht anders, als er ist.... denn dann wäre es nicht der Mann, den ich so liebe.....
Ich muss aber auch dazu sagen, dass er mich unterstützt in Bereichen, die er gut kann, auch wenn er manchmal nicht den nötigen Elan hat... einiges dauert etwas länger, einiges ist nicht so gemacht, wie ich es gerne hätte, aber er bemüht sich und ich finde das ist wichtiger als die Perfektion!.....

*mirgradeauffältdassichihmdasmalzeigensollteistjaneliebeserklärung*
Alles was im Leben geschieht, ist in drei Worte zu fassen:
Es geht weiter!!!
Nepo
Andersweltler
Beiträge: 18
Registriert: 7. Juni 2007 06:27

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Nepo » 15. Juni 2007 18:08

Hi Eva,

ich bin ja nun ganz frisch hier und mag Dir mal meine Meinung dazu schreiben.
Meine Frau hat kein ADS diagnostiziert, aber einige Symptomatiken weisen schon auf ADS hin.  Seitdem ich mich mit dem Thema beschäftige und auch einige Erzählungen fast komplett übernehmen könnte, sehe ich diese, im Moment gedachte, Diagnose als sehr positiv an, da sie einen Weg zum Verständnis gibt.
Ich bin dieser Standard-Überhebliche-Normalo, der durch seinen Erfahrungsschatz und dem Schablonendenken, einer anderes denken und empfinden lange Zeit ausgeschlossen hatte.
Nachdem wir uns lange Zeit die Köpfe heiß gestritten hatten, konnte ich erst erahnen wie sie denkt und mich mit zaghaften Versuchen auf ein Umdenken meinerseits, teils unter Protest  :icon_mrgreen: , darauf einlassen. Jetzt ergibt für mich alles ein Bild, eine geschlossene Einheit eines Anders-Denken, aber nicht eines abnormalen Gedankengutes. Zwei verschiedenartige Menschen reden vom Selben, denken aber in Details unterschiedlich. Beim Beitrag von Sturmwind ist mir das ins Auge gesprungen.
Ich persönlich sehe ADS als nichts Negatives an, das sie auch eine Plattform für Kompromisse bildet. Wenn ich weiß dass ein Mensch anders denkt, dann ist der Weg für einen gemeinsamen Weg in einer Berücksichtigung beider Seiten und Bedürfnisse zu finden.
Wiederum kann ich nicht von meinem Partner Dinge erwarten, die vielleicht unüberwindbar sind und selbst an meinen für mich unüberwindbaren Grenzen lässig und mit Akzeptanz des Gegenübers scheitern.  Beispiel: Wenn meine Frau ein Problem hätte an die Überweisung unserer Miete zu denken, so kann ich dann nicht von ihr erwarten dass sie das eigenverantwortlich tut. Es liegt an mir sie zu erinnern und vielleicht anzurufen damit sie direkt zu Bank geht. Unser gemeinsames Bedürfnis wäre dann nicht auf der Strasse zu sitzen, wegen der nicht gezahlten Miete. Unser Kompromiss wäre dann die Aufgabe die jeder dazu erfüllen könnte. Erinnerung und dann die Einzahlung.
Wie gesagt nur ein Beispiel, weil für so was gibt es ja Daueraufträge  :icon_mrgreen:

Ich hab hier auch den Punkt der Erziehungsversuche gelesen und den finde ich zum Teil unberechtigt, wiederum aber berechtigt. Einen vernünftigen Umgang mit Kindern, mit anderen Menschen usw. muss auch ein ADSLer lernen. Aggressionsschübe gegen Kinder, oder auch Existenzbedrohende Persönlichkeiten wie z.B. Chef, empfinde ich als sehr negativ besetzt und daher kann auch der Partner in der Bewusstseinsmachenden Rolle, oder auch Erziehungsrolle eine große Hilfe sein. Da gäbe es sicherlich noch mehr Beispiele, die die Normalo-Gesellschaft als zwingend sieht.

Ich kann aus einem Schiff kein Auto machen, aber das Schiff kann das Ufer erreichen, aber ich muss auch als Auto eine Vorrichtung bauen, damit ich im Wasser schwimmen kann.

Lieben Gruß
Nepo 
Marianne
Spezial User
Beiträge: 348
Registriert: 13. Oktober 2006 12:52

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Marianne » 15. Juni 2007 18:19

Sehr interessanter thread, eva,

ich wünschte hier würden noch mehr Partner von ADHS-lern antworten!

LG Andreanne
Welche Fragen können beantwortet werden? Alle, die Du stellst!
Eva
Foruminventar
Beiträge: 14887
Registriert: 1. August 2004 00:00

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Eva » 17. Juni 2007 20:58

Danke Marianne, das finde ich auch.  :icon_wink: Vielleicht kommen ja noch Beiträge dazu.
Manchmal wird im Forum noch auf Postings geantwortet die bereits irgendwann 2004 oder 5 geschrieben wurden ... lach.
Ich finde die bisherigen Beiträge zu diesem Thema hier auf jeden Fall sehr interessant. Vielen Dank an Euch.  :smt023:
LG  Eva
Nepo
Andersweltler
Beiträge: 18
Registriert: 7. Juni 2007 06:27

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Nepo » 18. Juni 2007 11:10

Sorry falsch gesetzt
Zuletzt geändert von Nepo am 18. Juni 2007 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
fancy16
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 20. Juni 2007 00:07
Alter: 50

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon fancy16 » 20. Juni 2007 01:04

hallo. ich kenne meinen mann seit 1999. dezember 2000 haben wir geheiratet. diese beziehung war und ist die größte herausforderung meines lebens. himmel und hölle in einer dimension. da ich aber meinen mann abgöttisch liebe habe ich mich nie damit anfreunden können diese beziehung zu beenden. die familie meinte ich hätte einen amokläufer geehelicht. die freunde mochten ihn nicht. bekannte gab es wenig. aber ich konnte und wollte einfach nicht aufgeben. dank meiner arbeit in einer psychiatrischen einrichtung dachte ich immer da stimmt was nicht. mein mann hielt aber leider nichts von "psycho-quatsch". das hieß für mich durchhalten bis er von selbst den ersten schritt macht und in die klinik geht. 2005 war es dann soweit!!! mit deppris ging er rein , mit ADHS kam er raus. welch ein aha-erlebnis in mir und bei meinem mann aufkam ist unbeschreiblich. endlich konnten wir die vielen kleinen puzzelteile zu einem gesamtbild zusammensetzen. bei meinem mann setzte endlich der lernprozess ein der eigendlich schon bei zwanzigjährigen vorhanden ist. seine entwicklung geht irgendwie ständig weiter. viele probleme verschwanden einige kamen hinzu. denn ich mußte lernen das er diese krankheit hat. bei seiner entlassung dachte ich nee das ist nicht mehr mein mann. ich mußte ihn neu kennenlernen was nicht einfach war. es gab auch überlegungen ob meine liebe zu ihm nicht durch dieses verdammte adhs schon zu zerrüttet war. dann kam die angst in mir zu welchen menschen er sich letzendlich entwickelt. egal was andere dazu sagten REDEN war die LÖSUNG!!!!!! wir hören nicht auf zu reden. jeden tag stehen wir situationen gegenüber die von adhs überschattet werden. der alltag kann mit einem adhsler echt scheiße sein. oft wurden gefühle in mir geweckt die mich glauben ließen wenn er mich liebt warum denkt er nicht z.B. an termine die wichtig sind? wenn ich mich auf ihn verlassen hätte wäre ich verlassen. zeitweise habe ich diese krankheit gehasst. mittlerweile komme ich eigendlich recht gut damit zurecht weil ich weiß wie sie zuhand haben ist. finanzen sind mein ressort. hausarbeiten werden aufgeschrieben weil er sie sowieso vergißt zu erledigen wenn ich sie ihm nur sage. stück für stück erarbeiten wir so unser zusammenleben. nun sind wir im verflixten 7ten Ehejahr und ich bin für jeden tag dankbar den ich mit ihm zusammen verbringe. ich wurde noch nie im leben (außer von meinen eltern) so innig geliebt wie von meinem kleinen adhsler und wir sind beide stolz darauf der familie, den bekannten und freunden die stirn geboten zu haben. 
cocomaus
Andersweltler
Beiträge: 21
Registriert: 13. Mai 2007 14:53
Wohnort: Berlin
Alter: 46
Kontaktdaten:

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon cocomaus » 21. Juni 2007 17:26

Hallo,

auch ich bin nicht ADSlerin und habe einen Partner mit ADHS.
Wir sind seit knapp 20 Jahren zusammen, haben drei Kinder. Erst als unser ältester Sohn(heute 14) auffällig wurde wurde uns nach und nach bewußt, dass auch mein Mann ADS haben muss. Er hat sich nie testen lassen, aber die Smptomatik sprich für sich. Tja... wie gehe ich damit um?
Ich habe viel erreicht bei meinem Mann, er hat sehr viel an sich gearbeitet. Früher war er schnell aus der Fassung zu bringen, wurde schnell laut. Im Lauf der Jahre hat er gelernt ruhiger zu bleiben, auch bei den Großen (beide ADHS). Wie ich damit umgehe??? Also bei meinem Mann hat wie gesagt viel Übung geholfen. Auch in der Hinsicht auf Ordnung, nur als Beispiel... früher flogen die KLamotten da hin, wo er sie auszog, heute räumt er sie gleich weg. Das ist nur ein kleines Teil des Puzzles, was er geschafft hat.... ich denke, dazu gehören beide Partner. Allerdings bin ich diejenige, die organisiert, termininiert und alles in der Hand hat, denn da hören seine Fähigkeiten auf. Bevor wir wußte, warum er so ist, hab ich natürlich auch versucht, ihn an gewissen Dinge zu gewöhnen... aber ich muss auch dazu sagen, dass mein Mann sehr sehr viel an sich gearbeitet hat und auch heute immer wieder arbeitet. Über ADS wußten wir damals nichts.... angelesen habe ich mir alles und es ihm dann erklärt. Wir sind druch viele Höhen und tiefen gegangen, besonders bei den Kindern. Aber ich glaube wir sind ein gut eingespieltes Team, können uns hundertprozentig drauf verlassen, dass Verabredungen laufen auch im Punkt Erziehung.
Klar nerven mich auch manchen Dinge, aber auch "normale" Partner haben Fehler und wenn es wieder so ist, dass es mir zu bunt wird, sag ich ihm das und dann bemüht er sich auch....
Ich nehme meine Chaoten (liebvoll gemeint) so wie sie sind.... manchmal fällt mir die Decke auf den Kopf und ich hab das Gefühl ich schaff das alles nicht mehr, aber es geht immer irgendwie weiter.
Wenns ganz hart kommt... dann telefoniere ich erstmal mit meiner Freundin, auch mal mit den Familienhelfern oder sonst wem... aber es hilft Entscheidungen zu treffen oder einfach Dampf abzulassen.... ohne meine Freundin wäre ich oft nicht so schnell mit den Entscheidungen wie ohne.... und ohne sie würde ich sicher manchmal einfach weglaufen....

Bei den Großen habe ich mir wirklich ein recht dickes Fell angelegt, weil wenn ich die Dinge immer so nah an mich ran lassen, egal, ob sie schreien, toben, schimpfen oder bocken, egal ob die Pubertät dran schuld ist oder ne schlechte Note, ob es regnet oider nicht.... ADSler und Pubertierende Jugendliche sagen und tun viele Dinge, die sie nicht so meinen und das versuche ich zum Größten Teil zu bedenken und lass einiges nicht so nah an mich ran.
Und ich glaube, wir haben ein gutes Rezpt gefunden.... sonst wären wir sicher nicht mehr zusammen....

Wenn Du noch was genaueres wissen magst, frag einfach...
Alles was im Leben geschieht, ist in drei Worte zu fassen:
Es geht weiter!!!
biber
Andersweltler
Beiträge: 11
Registriert: 21. Mai 2007 15:30

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon biber » 26. Juni 2007 08:11

Hi,

ich habe zwar keinen Partner mir ADS(aber ein Kind) und selbst auch nicht, jedoch eine Meinung dazu:

Eine Partnerschaft mit ADS (oder Hochbegabung etc) ist für mich nichts anderes als zu akzeptieren, dass der andere nicht so ist oder denkt wie ich.

Das es schwierig ist steht ausser Frage, aber dafür gibt es ja die Kommunikation in vielfältiger Form. Schliesslich liebt man nicht nur einen Teil eines Menschen (zumindest sollte es so sein). Sehr häufig ist es Desinteresse sich damit auseinander zu setzen und gemeinsam einen Weg zu finden - und dazu braucht man Kommunikation! Aber das Problem haben doch auch Normalos unter einander, sich nicht verständlich machen zu können - und zwar so, dass es bei dem anderen auch ankommt. Partnerschaft heisst doch auch sich zu ergänzen und zu tolerieren - lasst andere doch anderes sein - dafür ist der Mensch doch ein Individuum und damit einzigartig - sonst könnten wir uns doch gleich perfekt klonen lassen! Wenn kein Verständnis für Anderesartigkeit da ist, ist es auch keine Liebe (meine Meinung) - es liegt doch an mir (als Normalo) mich für meinen Partner zu interessieren, was nicht heissen soll, dass es keine Probleme mehr gibt... Z. B. ist ads doch nicht der einzige Wesenszug und nicht unbedingt negativ - im Gegenteil - ein ads'ler und ein Normalo können sich doch ergänzen - jeder macht (im Rahmen der Möglichkeiten) das, was er am besten kann. Ja ads'ler, ihr seid anders, aber deswegen doch nicht schlechter - ich bewundere meinen Sohn für Dinge, die ich nicht kann und ich sage ihm das auch! Nehmt doch das mal als positiv und nicht als negativ. Ihr seid doch wegen ads nicht schlechter als andere Menschen - ihr seid nur(vielleicht) in der Minderheit.

Partnerschaft/Kinder/Welche-Form-auch-immer-des Zusammenlebens, ist geprägt von Kompromissen.

Also, stellt euer Licht nicht immer unter den Scheffel - ich habe auf dem Forentreffen so viele Menschen mit ADS kennen gelernt, und für mich sind das keine Menschen 2. Klasse, sonderen einfachen Menschen, die anders sind als ich, viele Dinge besser können als ich, so wie ich viele Dinge besser kann als sie - aber ist nicht gerade das die Individualität?

Nur die gesellschaftlichen Normen beschreiben euch als "krank", und das nur, weil ihr in der Minderheit seid - aber seid ihr das wirklich???? Jäger (ADS, oder Andersartigkeit) und Sammer (Normalos) hat es doch schon immer gegeben... Wissen kann manchmal ein Fluch sein...

Biber
enidan

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon enidan » 31. Juli 2007 23:14

hallo,
also ich bin nicht betroffen, sondern mein lebensgefährte und vater meiner tochter.
für uns ist es ehr schwer damit umzugehen, ehrlich gesagt wissen wir gar nicht mehr, wie es weitergehen soll.
er ist keinerlei eine unterstützung im haushalt, er gibt sein ganzes geld aus ohne mit der wimper zu zucken und nur für mist, nicht mal für was, was für uns alle gut wäre. nein, er ist nur egoistisch.
das schlimmste ist, er kümmert sich nicht um unsere 2 jährige tochter. er spielt nicht, er geht nicht spazieren, nein, ganz im gegenteil. er schreit mit ihr rum, schickt sie wegen jedem mist in ihr zimmer und wenn sie beim essen nicht sitzen bleibt, bis alle fertig sind, rastet er völlig aus (hallo, sie ist 2, er erwartet zuuu viel) unsere kleine geht ihrem vater schon aus dem weg und sagt sogar, dass papa immer böse ist. das kann alles nicht gut sein und wir wissen einfach nicht, wie wir mit allem umgehen sollen.
iso ist es für uns, das zusammenleben mit einem adhs- partner
enidan
arslan
Andersweltler
Beiträge: 20
Registriert: 15. September 2007 18:37

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon arslan » 19. September 2007 10:08

Ich hoffe, dass die EInträge hier noch gelesen werden.

Nun ja, ich selber habe kein ADHS. Aber bei meiner Freundin wurde es diagnostiziert und Depressionen tauchen als Begleiterscheinung bei ihr auf. Am Anfang konnte ich gar nichts damit anfangen. ADHS war für mich nur ein Begriff. Hat man irgendwo mal aufgeschnappt. Vieles,was mir einfach fällt, fällt ihr schwer. SIe hat versucht es mir zu erklären, aber verstanden habe ich es nicht wirklich. Aber für mich stellte das kein Problem dar. Ich liebe sie so wie sie ist. Zur Zeit ist meine Freundin in der Rehbergpark Klinik in Herborn. Kennt jemand die Klinik? Der Klinik aufenthalt war schon länger geplant. DIeser Tag X hat sie immer wieder motiviert. War für sie ein Notnagel. Leider begreife ich jetzt erst was in ihr vorgegangen sein muss. Ich muss durchhalten, denn das ist DIE FRAU für mich.
Nepo
Andersweltler
Beiträge: 18
Registriert: 7. Juni 2007 06:27

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Nepo » 20. September 2007 07:18

Hi Arslan,
was musst Du denn durchhalten?

Nepo
arslan
Andersweltler
Beiträge: 20
Registriert: 15. September 2007 18:37

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon arslan » 20. September 2007 09:41

Hallo Nepo,

damit meine ich, dass ich zu ihr stehe.
Nepo
Andersweltler
Beiträge: 18
Registriert: 7. Juni 2007 06:27

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon Nepo » 20. September 2007 11:03

Hi Arslan,

achte auf Dich, denn Du kannst leider nichts zur Heilung beitrage.
Das kann alles sehr langwierig sein und darauf sollte man gefasst werden.
Außerdem können die Ergebnisse auch sehr abweichend von den Erwartungen sein.
Ich mag Dich nicht demotivieren, mag Dir einfach nur ein Stück Realismus mit auf dem Weg geben.
Da ich selber Mitbetreiber eines anderen Forums bin, konnte ich einen tiefen Einblick in Erwartungen von Partner gewinnen.
Meist ist der Gedanke, das eine psychische Erkrankung wie Depressionen sowas wie eine Grippe ist und sie bei guter Pflege schnell wieder weg geht. Viele verzweifeln ab einem gewissen Zeitpunkt an der Langwierigkeit und geben sich selbst zum Wohl des Partners auf. Mein Statement hat nichts mit ADS zu tun, nur mit den Begleiterkrankungen, dessen Folgen eben auch belastend für beide sein können. Auch wenn Du sie jetzt erst verstanden hast, so bereue nichts von dem was du getan und wie Du gehandelt hast. Wenn Du die Schablone ihrer Probleme, über dein zukünftiges Sein und Handeln in der Partnerschaft stellst, tust Du euch beiden keinen Gefallen. Du würdest nur ein Spiegel ihrer Problematik und es wäre keine Notwendigkeit weiterhin am Glück eurer Liebe zu arbeiten, denn Dein Verhalten kann zwar in gewissem Maße Sicherheit geben, aber heilen kann sie nur von innen. Sicherheit reicht da leider allein nicht aus.

Lieben Gruß
Nepo
arslan
Andersweltler
Beiträge: 20
Registriert: 15. September 2007 18:37

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon arslan » 20. September 2007 13:28

Hallo Nepo,

du hast in allen Punkten recht. Ich möchte einfach mit ihr zusammen durch diese schwierige Zeit gehen. Sie braucht mich jetzt.
jdee
Pagemaster
Beiträge: 243
Registriert: 1. Juli 2007 14:21

Re: Frage an die Nicht - ADSler hier ...

Beitragvon jdee » 20. September 2007 23:18

Hallo

Ich habe mir diesen thread nun rausgesucht, weil ich merke, wie unsicher es mich macht, was zwischen meinem partner mit adhs und mir abgeht, und ich gerne mal drüber schreibend nachdenken würde. Ich futtere nämlich im moment wesentlich mehr als sonst und frage mich, ob es damit zu tun hat, dass ich irgendwie glaube, viel verantwortung für diese beziehung übernehmen zu müssen und ihn irgendwie bemuttere.

Er weiss erst seit ende Juli 07 von seiner diagnose adhs.

Wir kennen uns bereits seit vier jahren, doch ich interessierte mich nie für ihn als mann - bis zu ostern 07.
Ich fand ihn vorher immer sehr sympatisch, mit interessanten ansichten, rücksichtsvoll, verspielt - jedoch verwirrte er mich in vielem heillos. Seine unentschlossenheit, häuffige sprachlosigkeit und langsamkeit, sein jammern und doch nichts anpacken, brachten mich manchmal zur verzweiflung. Ich hätte ihn oft schütteln können.
Wir sprachen sogar analytisch darüber, warum zwischen uns kein erotischer funke flog. Auch nicht bei nacktbaden, lustigem theaterspielen oder sonstigen adventures - mehr wollte nicht werden. Ich hatte in dieser zeit zwei beziehungen mit andern partnern.
Die beziehung zwischem ihm und mir war trotzdem intensiv, weil wir zusammen in einer kommunikationsgruppe waren, wo wir regelmässig über sehr persönliches austauschten. Ich sagte ihm immer gnadenloser direkt, wenn mir etwas auf den keks ging, weil seine schusseligkeit im laufe der zeit für mich auf keine kuhhaut mehr ging. Vor allem natürlich dann, wenn ich involviert war: bezüglich seiner unpünktlichkeit; seinem fehlenden taktgefühl in gewissen bereichen; seiner feigheit, wie er sich aus konflikten raushielt und sich rausredete aus jedem fehler; etc.

Als er mir letzten spätsommer 06 unvermittelt sagte, er wolle nun den kontakt mit mir abbrechen, da er mich liebe und ich jedoch nichts von ihm wissen wolle, fiel ich buchstäblich aus allen wolken!
Er hatte in der zeit, wo wir uns kannten mit zwei frauen versucht eine partnerschaft einzugehen und ich war mit 100% iger überzeugung davon ausgegangen, für ihn der völlig falsche typ frau zu sein.
Mein antwort an ihn war: Wie ich mich denn in ihn verlieben hätte sollen - so wie er mich behandle (unpünktlichkeit, nicht festlegen wollen) und kein wort von verliebtheit oder zeichen von persönlichem interesse an mir zeige?
Danach war er erst ein halbes jahr beleidigt; was er jedoch nicht sagte, sondern sich mit einer schlechten ausrede vor versprochenen verpflichtungen in der kommunikationsgruppe zurückzog.

Doch dann kamen plötzlich mails, wo er sich sehr persönlich nach mir erkundigte. Vor allem wollte er einen alten konflikt zwischen uns klären. Ich war bezüglich des konflikts sehr sauer und gnadenlos in meiner stellungnahme dazu und konfrontierte ihn ehrlich mit allen meinen gefühlen. Er fragte zu meiner überraschung geduldig nach und entschuldigte sich schliesslich, indem er eines tages einen riesenstrauss rosen schickte. Ich war masslos überrascht und kam nicht klar damit - fühlte mich gekauft und fragte schliesslich, ob das ein friedensangebot sei.
Worauf er schrieb, nein, das sei viel mehr.

Da machte ich die augen auf - und aus dem frosch war ein prinz geworden!

Seither hören die überraschungen nicht mehr auf.
Ich hatte noch nie eine derart innige, zärtliche und erotische beziehung zu einem mann. Plötzlich sah ich, dass seine macken sehr viel mehr damit zu tun hatten, dass er nicht anders konnte und nicht einfach damit, dass er faul, stur und arrogant war - wie ich es bisher angenommen hatte. Die diskrepanz zwischen seinen erstaunlichen talenten - sich im gespräch für andere zu interessieren, in konflikten dritter zu vermitteln, fragen zu stellen, seinen philosophischen, psychologischen und chemischen fachkenntnissen, seine musikalität, etc. - und seinen defiziten, welche die betriebsführung seines bauernhofes in einen sumpf verwandelt hatten, waren mir ein riesenrätsel.
Ich forschte in foren nach, wie ich mir selber helfen könne: nicht einfach seine verantwortung mir aufzuhalsen, sondern partnerschaftlich und nicht therapeutisch vorzugehen. Schliesslich erzählte ich mehr zufällig auch einer neuen bekannten von meinen problemen - worauf sie sagte, sie hätte adhs bei erwachsenen und einiges, was ich von ihm erzählen würde, klinge nach ähnlichen symptomen wie bei ihr.

Als ich ihm dies sagte, war sein interesse sofort geweckt, er leitete umgehend alles für eine adhs-abklärung ein, bekam innert wenigen wochen die diagnose. Seither schluckt er regelmässig ritalin und versucht, seinen betrieb und seine persönlichen schwierigkeiten mit hilfe eines coaches anzupacken.

Natürlich bin ich enorm froh darüber, denn er steckt tief in wirtschaftlichen problemen. Sowohl planung wie abstrakte organisation scheinen eine unglaubliche qual für ihn zu sein. Mit hilfe von ritalin ist seine verarbeitungskapazität und damit seine ausdauer, sich mit abstraktem auseinanderzusetzen, wesentlich grösser. Sein arbeitswille ist enorm, so sehr, dass es mich oft schmerzt, wie er sich verausgabt und doch relativ wenig erreicht. Ich hoffe: im moment noch, wenig erreicht.

Unsere zukunft scheint mir unangenehm ungewiss, weil mich die vorstellung belastet: Was passiert, wenn er trotz ritalin und coaching eines tages einfach zusammenbricht: psychisch, körperlich oder finanziell - weil die aufgabe, einen eigenen betrieb zu leiten, doch zu gross war für ihn?
Ich mache mir sorgen, wir könnten alles falsch machen und den richtigen zeitpunkt verpassen, kinder zu haben. (Bin 40). Freundinnen sagen mir: mensch, mach es nicht kompliziert, du liebst deinen partner, andere haben es mit wesentlich schlechteren voraussetzungen auch geschafft, kinder zu haben. Doch ich stelle mir vor, wie das leben zur hölle werden kann, wenn die verantwortung oder aufgabenstellung zu gross ist.
Was soll es bringen, eine schöne partnerschaft auf's spiel zu setzen, nur weil das eigensüchtige wunschbild einem süsse babies, daddies und mummies vorgaukelt?

Natürlich habe ich eine gute ausbildung und bin wirtschaftlich eigentlich nicht abhängig von ihm. Was mache ich mir eigentlich für sorgen? - spotten stimmen in mir. Doch meine psyche macht kapriolen: Ich habe einen job, der mir viel abverlangt und in dem ich absolut zuverlässig, souverän  und konzentriert dranbleiben muss. Irgendwie scheint mir jedoch, dass es mich von meinem partner 'wegtreiben könnte', wenn ich genau dies tue.
Wegtreiben im sinne von: Damit mein alltag funktionieren kann, bin ich darauf angewiesen, dass alles reibungslos läuft. - Und genau hier machen mir die macken meines partners angst. Ich stelle mir vor, dass er wichtige abmachungen vergisst und er damit meine ganzen pläne über den haufen wirft und ich selber auch noch wirtschaftlich ins strudeln komme, weil ich fehler mache.

Gut möglich, dass mein denken falsch ist und absurde bilder malt. Jedenfalls sind wir im moment so verblieben, dass ich nicht zu ihm ziehe, bis 'sein sumpf trockengelegt ist'. Zwar wünschen wir es uns beide, da wir die gegenseitige nähe sehr geniessen. Doch da ist ein abhängigkeitsgedanke in uns beiden, der uns enorm verunsichert: Ich habe die tendenz, ihm in sein geschäft reinzureden - er geht auf rückzug, wenn es ihm oder mir schlecht geht. Und je mehr schiefläuft und ich mich ärgere, umso mehr mache ich natürlich die klappe auf und meckere.

Gleichzeitig liebe ich ihn sehr und ich fühle mich auch von ihm geliebt. Und ich möchte ihm so gerne vetrauen zeigen können. Er scheint irgendwie so darauf angewiesen zu sein, jetzt wo er täglich mehr über seine misswirtschaft herausfindet, weil er nach jahren endlich mal genauer hinschaut. Ich fühle mich emotional sehr von ihm gehalten, seine sanfte art tut mir enorm gut.

Mein rezept im moment ist, ein tag nach dem andern zu nehmen und mir zu sagen: andere schaffen es auch! Mich selber zu beruhigen und mir zu sagen, es könnte alles auch ganz, ganz anders organisiert sein - job, familie  - jetzt bleib flexibel und mal dir nicht horrorbilder ins herz.

Zurück zu „Board für Nicht – ADSler, Interessierte, Freunde und Partner*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste