Diagnose AD(H)S - Umgang mit dem Kinderwunsch

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Eddy52
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Re: Diagnose AD(H)S - Umgang mit dem Kinderwunsch

Beitragvon Eddy52 » 4. März 2009 17:46

[quote="Bleu-de-Q"]
Für mich wieder so ein Punkt der Verdrängung.
Der Gedanke an Kinder macht mich traurig. Ich hätte gerne einen kleinen Sohn gehabt.
Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich keine Kraft habe. Das macht mir Angst...
Ich will keinem Kind eine überforderte Mutter zumuten. Eine, die genervt ist, weil sie zuwenig Schlaf hatte.
Eine Mutter, die zu nichts zu gebrauchen ist. Die zuviel Zeit für sich beansprucht, zuviel Ruhe braucht.
Ich kann nicht mal Verantwortung für mich selbst tragen - wie soll ein zweiter Mensch in meinem Leben Platz haben, der auf mich angewiesen ist?
[/quote]Hallo erstmal !!! bin neu im Forum ! Ich bin kein ADHS ler, aber mein 10 Jahre junger Enkel u. lt. Diagnose seit dem vierten Lebensjahr bestimmt der Alltag sein und unser Leben. Weder mein Sohn, noch meine Schwiegertochter hatten ADHS und unser Enkel- Diagnose = ADHS. Ein weitere Kinderwunsch = Nein. Diese Entscheidung muss man Vielschichtig betrachten. Ein ADHS Kind braucht eine ganze Portion an Aufmerksamkeit u. wenn beide Partner Berufstätig sind, ist eine gesunde Tagesplanung von höchster Priorität gefortert. Nein, es ist kein Punkt der Verdrängung, es ist eine klare Entscheidung über das Bewusste an Verantwortung zu sagen: Ich habe Angst, ich trau mich nicht. Das ist keine Schwäche, im Gegenteil, es ist von höchster Erlichkeit u. mit Respekt gekrönt. Ihr Kinderwunsch ist alleine Ihre Entscheidung und Risiken prägt unser Leben in guten u. in schlechten Zeiten. Solidarität u. Zusammenhalt untereinander,das müssen wir heute neu lernen!!!

in diesem Sinne
Eddy
joo
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Re: Diagnose AD(H)S - Umgang mit dem Kinderwunsch

Beitragvon joo » 17. März 2009 23:50

hallo,
ohne alles gelesen zu haben...
ich habe zwei diagnositzierte kinder von zwei männern, denen ich unterstelle ads zu haben... ich selber hab keines... als ich von dem dritten mann schwanger hätte werden können, befiel mich extreme panik, dass ich wieder ein kind mit ad(h)s bekommen könnte, das war ein punkt mehr auf der contra seite.
wissentlich ein kind zu bekommen, das früher oder später probleme mit sich und der gesellschaft haben würde, immer irgendwie am kämpfen ist... das ist hart! für mich würde es noch mehr arbeit und weniger eigene zeit bedeuten. noch mehr sorgen, noch mehr, was vom eigenen leben ablenkt.

und wenn es später als erwachsener schwer depressiv wäre, dann wäre ich auch noch traurig, weil es meinem kind nicht gelingt irgendwie sein leben halbwegs zufrieden zu meistern, vermutlich bin ich dann auch noch schuld... denn am ende ist immer die mutter schuld  :eins:

dennoch ist gerade ein ad(h)s kind doch total witzig und oft sehr intelligent, charismatisch und einfühlsam.

je älter mein schwieriger sohn wird, desto neugieriger bin ich auf sein älterwerden, desto toller finde ich ihn und insgeheim ist er irgendwie heldenhaft.
trotz aller schwächen und schwierigkeiten, er fällt doch scheinbar irgendwie auf die füsse und steht immer wieder auf - und er ist erst 12 - toi toi toi!!!!

mein tochter hat sich von einem verschlafenen mauerblümchen zu einer persönlichkeit gemausert - hätt ich nie gedacht, dass sie mir mal LAUT widerspricht  :icon_redface:

aber das sind entwicklungen, die durch ständige begutachtungen, therapien und ratgeber warscheinlich erst möglich waren. ich hatte immer zu tun.

aber gerade bei diesen kindern ist es toll zu beobachten, wie sie sich verändern, mitmachen und (bei meinen beiden so) bereit sind mit mir über ihr ads zu reden, gerade weil es für mich manchmal so schwer ist.

die beiden sind schon toll  :ja:

missen will ich sie auf keinen fall, aber ein kind mit diesem klaren bewußtsein zu bekommen ist schon eine deutliche stellungnahme zu kommenden problemen.
diese kinder laufen nie einfach nur mit dir mit, im schlimmsten fall läufst du mit dem kind mit  :zwink: wenn du verstehst  :zwink:

LG und viel Glück
joo
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aj82
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Re: Diagnose AD(H)S - Umgang mit dem Kinderwunsch

Beitragvon aj82 » 19. Mai 2009 18:42

Hallo liebe Omis, Mamas und andere ;-)

Ich werde 27 und habe ADHS. Somit stehe ich irgendwo zwischen dem Kind mit ADS und einer Frau, die selbst gerne mit Ende 20 ein Kind bekommen würde. Vorausgesetzt die Umstände stimmen. Aber was sind die richtigen Voraussetzungen?

Zunächst: Ja, jemand der sich kein Kind zutraut, der sollte keines kriegen. Es kommen aber mindestens genauso viele Kinder mit Behinderungen, schlimmen Krankheiten etc. auf die Welt wie mit ADS. Meine Meinung hierzu ist, wer nicht glaubt, dass er stark genug ist eine große Belastung in Kauf zu nehmen, der sollte generell keine Kinder bekommen. Was ist, wenn man ein gesundes Kind bekommt, das hat einen Unfall und ist gelähmt. Dann ist es zu spät "nein" zu sagen. Dann kann man nicht mehr sagen "Ich bin nicht stark genug". Ja, wenn man sagt "ich will nicht riskieren, dass ich ein Kind bekomme das leidet", dann verstehe ich das. Aber wenn man meint, man ist nicht stark genug für so eine Situation, dann ist man eh nicht geeignet. Denn es gibt noch viel Schlimmere, die auf einen zukommen können.

Ich verstehe aber den Gedanken. Auch ich frage mich, hätte mein Kind unter mir zu leiden. Aber ich glaube, dass ein Kind alles verändert. Ich will kein Kind, damit ich verantwortungsvoller bin. Aber ich glaube, sobald man Verantwortung für jemand anderen übernimmt, stellt man seine eigene chaotische Art automatisch ein wenig ein. Ich bin zum Beispiel bei meinen eigenen Angelegenheiten ziemlich unzuverlässig und chaotisch. Aber mein Partner kann sich absolut auf mich verlassen. Ich nehme in Kauf mir selbst zu schaden, aber nicht ihm.

Meine Eltern und ich wussten bis ich 17 war z.B. nicht mal von ADS. Und trotzdem haben sie im Prinzip immer alles richtig gemacht. Sie  haben mich nie unter Druck gesetzt. Immer gefördert, aber auch nicht alles durchgehen lassen. Wenn man richtig mit dem Thema umgeht, dann kann man so ein tolles Leben führen. Natürlich habe ich auch ich fast täglich kurze Momente wo ich sage "oh man, das Leben ist ja so blöd. Wieso lebe ich eigentlich". Total bescheuert. Und eigentlich weiß ich das auch. Aber man kann an ADS so so gut arbeiten. Und gerade sind die Möglichkeiten unendlich. Ich war ein schwieriges Kind. Wutausbrüche ohne Ende, "Ich hasse dich, Mama", ständige Streits überall, von der Schule geflogen, unglücklich sein ohne Ende.... alles war dabei. Das war hart für alle Beteiligten. Und heute? Ich habe so gearbeitet und die Sachen viel besser im Griff. Inzwischen bekomme ich Jobs, für die ich eigentlich total unterqualifiziert bin, weil ich überzeuge. Ich schaffe Dinge, die niemand sonst schafft. Ich packe die Dinge an. Ich bin nicht mehr von Selbstzweifeln zerfressen, ich schmeiße keine Jobs mehr hin, ich beschimpfe meine Mutter nicht mehr.

Ja, mein Partner hat oft unter meinen Stimmungsschwankungen zu leiden. Aber wie bei allen anderen Themen arbeite ich (und in dem Falle auch er) daran das zu verbessern. Wie auch Leute ohne ADS versuchen an ihren Schwächen zu arbeiten. Und ich schaffe das wahrscheinlich sogar viel besser als jemand ohne ADS. Denn gerade ich sage nie "ich habe halt ADS" oder "ich bin halt so" - wie jemand ohne ADS vielleicht sagen würde. Ich weiß, dass ich Schwächen habe und da arbeite ich dran und wende sie zum Vorteil. Und auch bei allen extrem - ich darf es mal so sagen - echt beschissenen Situationen, die es gibt und mein Leben lang geben wird, gibt es noch viel, viel mehr richtig, richtig tolle Situationen, die jemand anderes nie so haben wird. Es gibt Leute, die finden einen blöd, weil sie mit der großen Klappe nicht umgehen können. Aber wer einen richtig kennt, der sieht mich so, wie ich bin. Manchmal extrem ätzend, aber auch extrem witzig, hilfsbereit, kreativ, intelligent, stark, verrückt... mein Freund leidet echt manchmal unter meiner Impulsivität, aber er sagt er war noch nie so glücklich wie jetzt in seinem Leben. Weil einfach alles so unglaublich intensiv ist. Ja, auch die Streits, aber daran arbeitet eine ADSler doch sein Leben lang. Früher bin ich ständig hoch gegangen, inzwischen habe ich mich selbst in schwierigen Situationen oft total im Griff.

Ich habe viele Einträge bei diesem Thema gelesen hier. Und gerade die ADSler, die ihrem Kind das nicht zumuten wollen möchte ich sagen: Verdammt, hört auf euch selbst zu bemitleiden und ADS als Verurteilung zu sehen. Ja, es ist schwierig, aber ich glaube alle Menschen haben ihre Probleme. ADS ist oft ein Problem, aber gleichzeitig auch so eine Gabe und bietet so viele Möglichkeiten.

Ich schreibe hier nicht so, weil mir alles so zugeflogen ist. Ich habe gelitten, ich habe mich scheiße gefühlt und kenne alle Probleme. Ich bin von der Schule geflogen, habe Beziehungen zu Freunden und dem Freund kaputt gemacht. Aber ich habe so hart an mir gearbeitet. Und plötzlich kommen all diese positiven Aha-Erlebnisse.

Ich erzähle nur wenigen von ADS, weil man so viel darüber lesen kann - viel wahres, aber auch viel Schrott. Und es gibt ja auch unterschiedliche Ausprägungen und Eigenschaften, die nicht auf jeden zutreffen. Aber wer hier schreibt, dass man lieber kein Kind kriegt, als diesem armen Geschöpf ADS zuzumuten, der sollte auch mit einem Partner, der kein ADS hat und somit vielleicht weniger eher vererbt keine Kinder kriegen. Schwierig sind sie nämlich alle. Und ich bin überzeugt, dass man heute die besten Möglichkeiten hat optimal auf ADS zu reagieren.

Meine Eltern sind heute so unglaublich stolz auf mich. Sie haben eine hübsche, intelligente, beliebte und zudem im Job sehr erfolgreiche Tochter. Das sage ich nicht, um mich zu loben. Ich war nämlich mal genau das Gegenteil (bis auf das intelligent vielleicht ;-)) und bin zu dem geworden. Durch Hilfe meiner Eltern. Durch meine harte Arbeit. Sicher auch durch Tabletten und Training. Aber das ist ja auch nicht schlimm. Ich habe einen sehr gut aussehenden Freund, der ebenfalls sehr erfolgreich ist und absolut kein ADS hat. Der klassische Musterschwiegersohn. Witzig, intelligent, sportlich, beliebt. Wo man sich fragen könnte "was will der mit der Chaostante". Aber unter'm Strich wünsch sich doch jeder jemanden mit Charme, Witz, Engergie, Leidenschaft und zugleich unendlich viel Zuneigung. All das haben ADSler in Unmengen und meist viel intensiver als Menschen ohne. Wenn man es schafft die negativen Seiten wie Impulsivität, Chaos, Selbstmigleid etc. in den Griff zu kriegen, dann kann sich jeder glücklich schätzen, der ein ADSler als Kind oder Partner hat.

Ich sage das alles so hart, weil ich genau eines der leidenden Kinder war. Und ich fand's toll zu leiden. Gott ist das schön sich selbst zu bemitleiden und die ganze Welt gegen sich zu sehen. Alle hassen mich, keiner mag mich. Jeder ist gegen mich. Eigentlich hat sich die ganze Welt gegen mich verbündet. Man, das ist nicht so. Das ist so so hart zu lernen. Aber es geht. Auch, wenn ich es jetzt noch viel persönlich nehme, wenn mich jemand schneidet auf der Autobahn - aber ich glaube das ist kein ADS-Problem. ;-)

Einen Tipp habe ich aber für alle Betroffenen oder Angehörigen noch - er hat mein Leben verändert! Wenn man einmal in einer Schublade ist, dann ist man da. So ist das Leben leider. Ich hatte das Glück, dass meine Eltern umgezogen sind als ich 17 war. Nicht wegen ADS, aber somit musste ich mit umziehen. Da wusste ich auch noch gar nichts davon. Aber das nur nebenbei. Letztendlich ist das ein sensibles und ganz wichtiges Alter. Die "Kindheit" hört auf und man wird wirklich erwachsen. Volljährigkeit, Ausbildung oder Studium. Neue Menschen. Neue Herausforderungen. Wenn man da als die ungeliebte Person rein geht, die man meint zu sein oder meint als diese gesehen zu werden, dann hat man es schwer etwas zu ändern. Ich hatte jedoch die Chance neu anzufangen. Niemand kannte mich. Gott, ich erinnere mich als wäre es heute, wie ich in die neue Schule gegangen bin. Zum Klassenraum und da stand genau ein Mädel. Diese Situation war für mich immer schlimm. Am liebsten wäre ich umgedreht und hätte getan als hätte ich sie nicht gesehen. Aber ich habe mich zusammen gerissen, bin hingegangen und habe gesagt "Hallo, ich bin Andrea. Ich bin neu hier." Wäre ich gegangen, hätte sie sich gedacht "was war das denn" und hätte sich später gedacht "unhöflich", wenn ich dann in die Klasse gekommen wäre. So hat sie mich super nett begrüßt. Mir gleich die nächsten vorgestellt, die gekommen sind. Alle waren so unglaublich nett, weil ich einfach freundlich und aufgeschlossen war. Dieses Aha-Erlebnis hat mir geholfen mich immer häufiger zu trauen. Und nicht immer zu denken die Leute mögen mich schon aus Prinzip nicht. Aber diese Chance hätte ich nie gehabt, wenn ich nicht umgezogen wäre. Da kannte mich niemand. Ich war in keiner Schublade und habe mich also auch nicht so verhalten oder gefühlt.

Was ich damit sagen möchte: Wenn ihr oder euer Kind, Partner etc. unter seinem Selbstwertgefühl leidet und sich in seiner Umgebung nicht wohl fühlt, dann hilft oft wirklich ein Ortswechsel. Plötzlich nicht nur ein neuer Ort und neue Leute, sondern ein ganz anderes Gefühl zu sich selbst. Wie sollte ich früher selbstbewusst auftreten, wo jeder wusste, dass ich in der fünften Klasse so gemobbt wurde und einen dicken Hintern hatte. Da hilft einem auch nicht das Selbstbewusstsein, das einem alle zusprechen, obwohl man es gar nicht hat.

Packt die Sachen an. Wenn ihr oder euer Kind unglücklich ist (egal ob mit oder ohne AD(H)S), dann ändert was. Neue Schule, neuer Job, Therapie... jeden Tag ist das harte Arbeit. Aber die hat jeder. Mein Freund hat auch Macken und dem fällt es genauso schwer die ändern wie mir mit meinen ADS Macken. ADS ist kein schlimmes Urteil. Es ist halt da. Und dann kann man sich überlegen ob man sich ewig selbst bemitleidet und sich immer als Zumutung für andere sieht oder sich mal ein Herz fasst und damit offensiv umgeht. Und es sind doch kleine Tricks. Mein Freund ist gestern total hoch gegangen (auch ohne ADS ;-)) und irgendwann habe ich gesagt "entweder beruhigt du dich jetzt oder du gehst erstmal in die Wuthöhle oder auf die stille Treppe". Da musste er so lachen, dass die Wut weg war... und wir in Ruhe über das eigentlich Problem reden konnten.

Und auch was das Thema Konzentration und Schule angeht. Jeder Mensch hat etwas, wofür er sich begeistert. Und worin er echt gut ist. ADSler meist überdurchschnittlich. Und dann ist es egal, ob man in der Schule nun toll war oder nicht. Ich habe vier Mal die Schule gewechselt, bin einmal Sitzen geblieben und wegen Nicht-Anwesenheit zwei mal von der Schule geflogen. Gut, Arzt werde ich damit nicht, interessiert mich aber auch nicht. Sonst wäre ich garantiert in Bio, Mathe und Physik brillant gewesen. Ich auch mehrfach Klassenbeste. Da hatte ich dann grad mal Lust zu. Man muss sich davon frei machen alles perfekt regeln zu wollen.

Ich bin so froh, dass ich bin wie ich bin. Manchmal nicht. Aber das sind nur kurze Momente. Wenn ich mir ansehe wie lange sich andere bewerben und nichts finden. Bei mir klappt es immer sofort, weil ich einfach gut bin in dem was ich mache. Mein Freund ist so glücklich wie noch nie, obwohl er vorher in seinen Beziehungen viel weniger Streit hatte. Seine Ex ist auch Ärztin. Und auch hübsch. Und schlau. Aber jeder hier wird wissen, wie intensiv alles mit jemandem wie uns sein kann. Man muss nur die Seiten, die einem und anderen das Leben schwer machen in den Griff kriegen, dass es ok ist. Und das ist machbar. Hart, aber machbar. Aber wenn man mal ehrlich ist, hat jeder Mensch diesen harten Kampf eigentlich. Denn jeder sollte an sich arbeiten. Nur viele denken über ihre negativen Eigenschaften, "so schlimm ist es ja nicht". Würden sie den Kampf aufnehmen wäre es genauso schwer. Denn es ist immer schwer gegen einen inneren Trieb anzukämpfen. Aber so so ein gutes Gefühl, wenn man es tut und sieht, dass sich was bewegt.

Um auf's eigentliche Thema zurück zu kommen - jeder muss selbst entscheiden ob er ein Kind will oder auch stark genug dafür wäre. Aber wenn man meint man ist es nicht, dann sollte man dran arbeiten es zu werden. Schluss mit dem Selbstmitleid. Wie sage ich immer:

Mund abwischen, weiter geht's!!! ;-)

LG AJ82
lausmaus3
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Re: Diagnose AD(H)S - Umgang mit dem Kinderwunsch

Beitragvon lausmaus3 » 28. März 2012 10:54

Hallo Zusammen,

eine interessante Diskussion hier-
meine Meinung dazu ist, wenn die Partnerschaft stabil ist, und beide mit den Dingen des täglichen Lebens klar kommen trotz ADHS, kann man auch an Kinder denken. Man wächst ja auch mit den Aufgaben. Und ein unerfüllter Kinderwunsch wird langfristig eine Partnerschaft auch belasten. Irgendwann kommt ja beim nichtbetroffenenen Partner der Gedanke, mit einem anderen Partner hätte ich vielleicht jetzt ein Kind...Und das Leben kann einem ohnehin viele Herausforderungen bringen, die man nicht erwartet hat, wie Arbeitsplatzverlust, schwere Krankheiten, Tod etc. was man auch nicht planen kann.

Bei uns ist es so, das wir zwei Kinder haben, eins davon mit ADHS, und eigendlich würde ich gerne noch ein drittes Kind haben. Aber leider wird mein Sohn in seinem Verhalten immer schlimmer (er nimmt Medis, und macht seit Jahren diverse Therapien), sodaß ich befürchte, ein drittes Kind verkraftet unsere Familie nicht. Es ist ja jetzt schon so, das die nicht betroffene Tochter ständig leidet unter Ihrem Bruder. Bei uns wäre das Risiko, das ein drittes Kind ADHS hätte, allerdings gering, weil wir auf Eizellspende angewiesen sind und mein Mann definitiv kein ADHS hat.

LG Claudia
Apfelgriebs
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Re: Diagnose AD(H)S - Umgang mit dem Kinderwunsch

Beitragvon Apfelgriebs » 4. März 2014 11:11

Hallo Leute,

interessante Diskussion. Ich habe ADS, bin noch ein bisschen jung (24) und mein Kinderwunsch liegt noch in weiter Ferne, aber ich möchte auch etwas dazu sagen. Wenn ich bis jetzt daran gedacht habe, später einmal Kinder zu bekommen hatte ich immer nur den Wunsch, dass sie gesund sind. Einfach weil ich denke, dass sie es dann einfacher haben im Leben. Das war bis jetzt immer mein größter Wunsch, falls ich einmal Kinder haben sollte.
Mir kam nie auch nur der Gedanke meinen Kinderwunsch und den Wunsch nach einer eigenen Familie zurück zu stellen, nur weil ich ADS habe (mein Bruder übrigends ADHS). Vielleicht liegt das auch daran, dass meine Mutter das als Alleinerziehende mit zwei AD(H)slern sehr gut gemeistert hat. (Muss man schon sagen, wenn man z.B. an eingetretene Türen denkt)! Natürlich war es nicht einfach und das ist es heute auch noch nicht, aber sie liebt uns von ganzem Herzen und würde uns für nichts auf der Welt hergeben. Danke Mama! <3  :wu:

Mir käme nie der Gedanke auf Kinder zu verzichten, nur weil die Gefahr besteht, dass sie eventuell AD(H)S bekommen.
Es ist ja nicht so, dass das eine schwere Behinderung ist!!!! Im Gegenteil, ich finde wir haben sehr schöne und positive Eigenschaften und ohne Herausforderungen wäre das Leben langweilig. :)
Natürlich ist es schlussendlich jedem selbst überlassen wie abenteuerlich er sein Leben gestaltet.  :breitgrinse1:

LG

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