wie bremst man einen ADSler...

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mesme
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wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von mesme » 27. Februar 2008 11:25

Hallo,

gibt es eigentlich irgendwas, wie man einen ADSler davon abhalten kann, anzuecken?

Also, wenn der einen bestimmten Plan hat, und man weiss als Normalo ganz genau - das kommt jetzt garantiert nicht so perfekt an, weil er damit gewisse Tabuthemen berührt...

Wie kann man ihn dann überzeugen, das bleiben zu lassen, damit er sich und seinem Ansehen nicht selbst schadet (die Einsicht dafür scheint irgendwie gering zu sein...)

Danke

mesme
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jagodom01
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von jagodom01 » 27. Februar 2008 11:33

hallo,

also, wenn du das irgendwann mal rausfindest, lasse es mich wissen  :icon_mrgreen:

ich muss sagen, bei meinem 6jährigen adhs'ler ist das ein täglicher kampf des versuchs der überzeugung und jedesmal wieder anders. ich habe noch kein patentrezept gefunden, dass es immer rund läuft. das einzige, was wirklich wichtig ist, dass man ihn die konsequenzen seines handelns spüren lässt. natürlich mit vorwarnung, was passieren wird.

ansonsten ist es bei ihm so, dass er mit 6 jahren grundsätzlich alles besser weiss. einsicht, was ist das?  :eusa_doh:

also, wir versuchen, einen weg zu finden. und immer wieder reden, reden, reden  :fr:

alles liebe
karola
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Rubenslady

Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von Rubenslady » 27. Februar 2008 11:41

Wenn das so ginge, würde ich als erwachsene Frau nicht in Fettnäpfchen treten, weil mal wieder der Mund schneller reagiert als das Hirn :icon_redface:

Wirklich ausbremsen kann man da eher nicht. Wäre schön, wenn....

LG
Ruby
mesme
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von mesme » 27. Februar 2008 11:46

-hallo nochmal,

es geht um einen Erwachsenen... Nicht um ein Kind!
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bellaria

Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von bellaria » 27. Februar 2008 11:47

Ich halte diese Fähigkeit, unkonventionell zu denken und handeln, nicht für etwas, das man bremsen sollte. Noch dazu, wo es kaum Erfolgsaussichten gibt  :icon_wink:

Wenn es im Raum ein Tabu oder einen Fettnapf gibt - sder AD(H)S-ler wird ihn instinktiv wahrnehmen und mitten rein tappen. Und zwar ohne dass er sowas will oder plant oder irgendwie unter Kontrolle hat.

Was kann man also machen? Man kann dem ADHS-ler Charme antrainieren. Liebenswert und entzückend, wie wir nun mal sind, wird uns so mancher Fettnapf verziehen. Ich gehe offensiv mit sowas um, mache meine Späße über mich selber, kündige es an, dass ich alle verletzen werde und einfach peinlich bin - lächle entzückend dabei und lade alle auf eine Runde ein. Prophylaktisch  :icon_wink:

Bringt Euren Kindern bei, dass sie vermutlich immer wieder von anderen als peinlich und schockierend empfunden werden. Und bringt ihnen auch bei, mit diesen Reaktionen umzugehen, sich zu entschuldigen, charmant zu sein, durch (ebenfalls angeborene Hilfsbereitschaft) manches auszugleichen, was sie so anstellen werden.

Aber bremst sie nicht - das tut ihnen weh und funktioniert sowieso nicht.
bellaria

Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von bellaria » 27. Februar 2008 11:53

Ok, also ein Erwachsener. Gilt dasselbe wie oben, nur mit Zusatzfrage: Wieso wilst Du einen Erwachsenen erziehen?  :icon_wink:

Geht es darum, dass er sich selber schadet - muss er sowieso selber ausbaden?

Oder geht es darum, dass er Dir schadet - weil er Dir peinlich ist oder Deine Freunde vergrault? Auf Dauer wird ein Mensch, der sehr viel Wert auf gesellschaftliche Konventionen und deren Einhaltung legt, mit einem AD(H)S-ler ziemlich unglücklich werden, fürchte ich.

Für Notfälle hab ich mit meinem Aspie-Partner (der noch um einiges peinlicher werden kann, als das ein AD(H)S-ler je schaffen kann) einen Code abgemacht: Wenn ich sage "STOP, Schatz. JETZT SOFORT bleiben lassen. Ich erklär Dir nachher zuhause, warum" dann lässt er alles bleiben, was er gerade macht oder diskutiert. Hat aber 1-2 Jahre gedauert, bis er mir so weit vertraut hat  :icon_wink:
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papillonindigo
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von papillonindigo » 27. Februar 2008 12:06

Hallo mesme,

Ausser ganz klare kommunikation kenne ich keine lösung. Du kannst deine nasicht erklären mit die konsequenzen, und wenn es trotzdem macht, muss er es erleben. Alos, muss nachher nicht du die konzequenzen tragen, aber er!

Er kann davon profitieren dass du solche sachen weisst.

Ich bin selber tollpatschig und oft bin ich froh wenn ein mensch (oft eine normalo) mich die sache freundlich erklärt.

Nur funktionniert nur gut, wenn dein mann auch bereit ist zu lernen, und dass du es freundlich und mit humor machst.

lg
:vier: So geht es mir beim Rebound oder nach einem langen Stadtbummel
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von mesme » 27. Februar 2008 12:39

Hm, tja, ist schwierig...

Aalso, er hat jetzt eine neue Stelle bekommen, seine berufliche Situation ist halt etwas schwierig, und ich möchte nicht, dass er sich das vermasselt. Ist halt blöd, dass man mit 40 schon eher zum alten Eisen gehört, aber so ist es nun mal. Vielleicht seine letzte Chance, eine Festanstellung zu kriegen.

Für mich selber wär es aber auch peinlich, da mich die Leute kennen.
Ach je...

mesme
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von maerenthaler » 27. Februar 2008 16:14

Hallo mesme,

erst wollte ich mit karola einstimmen und sagen,
wenn Du was gefunden hast, sag mir Bescheid.

Bin 54 jähriger ADS-ler und könnte diese Information gut gebrauchen.
Selbst hier im Forum habe ich mich schon ein paar mal
für meine Ölwannen (das sind die großen Fettnäpfchen) entschuldigen müssen.

Aber nach Deinem letzten Posting sage ich Dir ganz klar: Laß ihn machen!!!

Er hat seinen neuen Job bekommen, so wie er ist.

Und fast möchte ich wetten, weil er so ist, wie er ist.

Ich habe selbst auch schon tausende Jobs durch.

Aber ich habe mich im Grunde nie beworben,
man hat mich gewollt, weil ich anders bin.

Das hat mit Überheblichkeit nix, aber auch gar nix zu tun,
viele Arbeitgeber sind dankbar für Mitarbeiter,
die sich unterscheiden von all den Ja-Nickern und Befehlsempfängern.

Laß ihn machen, er kann da endlich auch mal seine Stärken ausleben
und ein (paar, oder ganz viele) Erfolgserlebnis(e) mit nach Hause holen.

Ich behaupte mal, mit 40 hat er auch gelernt,
daß es manchmal nötig ist, sich den Mund zu verbrennen,
wenn man was erreichen will.

Und sich natürlich entschuldigen muß,
wenn er über's Ziel hinausschießt.

Hab' ruhig auch mal ein wenig Vertrauen.

LG
Christian
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von Madmartin » 27. Februar 2008 18:10

Wenn man mit ADSlern zu tun hat,
muss man einfach Peinlichkeiten mit einkalkulieren.

Ich halte mich schon für einigermaßen Klopffest.
Doch einmal wollte ich es in einem Thread richtig geregelt kriegen.
Es waren in Vorposts zu lesen, das die Nerven bei mir blank lagen und trotzdem
wurde er mit unqualifizierten Texten vollgespamt.

ADSler gehören nun mal zu den berüchtigsten Schwätzern.

Die Königin von England ist sehr bedacht, das sie nicht in eine peinliche Situation kommt.
Wenn sie Einladungen verschickt, wird schon genau voraus geplant wer wo sitzen darf und mit der Königin ein paar Worte wechseln kann.

Ihr Ehemann geht nicht immer glatt durch.
Dem wird auch nachgesagt das durch ihn immer wieder mal "Querschläger" entstehen.
Doch sie weiss genau wie sie damit umgehen kann.
Weil sie ihren Mann ja auch nicht seit gestern kennt.

Ich hoffe, ich habe die mesme ein wenig schlauer gemacht.

Gruß Madmartin
Besser hypoaktiv als gar nicht aktiv.
mesme
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von mesme » 27. Februar 2008 18:13

Hi Christian,

tja, das Vertrauen hätt ich gerne. Aber ich kenn ihn ja... Hauptsache, mit den Hörnern irgendwo rein gerannt, so kommt er mir manchmal vor, und dann auch nicht wie 40, sondern eher wie 4...

Und ich finde es sehr optimistisch zu sagen - die wollen ihn genau wie er ist. Ich finde nicht, dass diese Eigenschaft gleich zu erkennen ist, das kommt dann erst nach und nach raus. Und entweder, sie akzeptierens, oder eben nicht. Mir wärs ja auch lieber, wenn sie ihn genauso akzeptieren würden, aber häufiger merkt man ja, dass viele was Glattgebügeltes erwarten, halt jemanden, der den Betrieb nicht stört.

:icon_rolleyes: Halt mir / uns mal die Daumen, dass es trotzdem was wird...

MAdmartin: leider sind wir aber nicht dir royals... Die sich ja, wenn sie denn wollten, benehmen könnten, wie sie wollten, denn Asche haben die auf jeden Fall genug...
Danke
mesme
bellaria

Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von bellaria » 27. Februar 2008 20:07

[quote="mesme"]
Und ich finde es sehr optimistisch zu sagen - die wollen ihn genau wie er ist. I
[/quote]

Was mich zu der Frage bringt - ist es auch sehr optimistisch zu sagen, dass DU ihn genauso willst, wie er is?
Mjöllnir
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von Mjöllnir » 27. Februar 2008 21:43

hm, Madmartin,
Schwätzer bin ich zwar keiner (na, vielleicht ist das H im ADS ja dran schuld?), aber ich kann einfach keine Wahrheit hinterm Berg halten, und sei sie noch so schwer zu ertragen -
das mach ich obendrein auch noch schriftlich!  :eusa_doh:
das bringt mich vor Anwälte und Gerichte - aber es nützt wenig, nicht umsonst sind die 40 Jahre, die ich bald zähle, in der Quersumme nur 4.  :icon_rolleyes:

Tia, mich hat nie ein Arbeitgeber beim Vorstellungsgespräch so eingeschätzt, wie ich wirklich bin, daher hatte ich immer nur sehr kurze Arbeitsverthältnisse.
Tia, dafür aber kann ich ohne Probleme arbeitsfrei (nicht "-los") sein, mache dabei viele interessante Dinge und muss nicht mit Bierflasche, Feinrippunterhemd und TV-Dauerlaberödsendungen den Vollfrust bekommen.

ADHS kann auch Vorzüge haben.
mesme, ich kenne eure Vorgeschichte nicht, aber mir hilft schon desöfteren, wenn mich mein Liebstes rechtzeitig aufmerksam macht, wenn eine meiner Absichten/Ansichten beim normalen Volk nicht gut ankommt. Es verzögert manchmal nur den Kopfsprung in die Ölwanne, hält mich aber manchmal am Rand balancierend vor schlimmerem Ausglitschen bewahrt.
Beib also eine Vertrauensperson erster Güte für deinen Göga, damit er dir vorher erzählt, was ihn umtreibt, und du ihn ggf rechtzeitig auf den Teppich runter bringen kannst.
Soweit mein Tipp dazu.
LG, Mjöllnir
Es ist ein Jammer, dass die Dummen so selbstsicher und die Klugen so voller Zweifel sind. (Bertrand Russel)
maerenthaler
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von maerenthaler » 27. Februar 2008 22:42

Hallo mesme.

[quote="mesme"]
tja, das Vertrauen hätt ich gerne. Aber ich kenn ihn ja... Hauptsache, mit den Hörnern irgendwo rein gerannt, so kommt er mir manchmal vor, und dann auch nicht wie 40, sondern eher wie 4...

Und ich finde es sehr optimistisch zu sagen - die wollen ihn genau wie er ist.  [/quote]

immerhin ist er nicht nur 40 geworden,
ohne daß man ihm den Hals rumgedreht hat,
er hat auch ein Mädel, das sich Sorgen um ihn macht
und dem anscheinend was an ihm liegt.

Das ist mehr, als andere haben, und es ist absolut nicht selbverständlich.

Und erzähl mir nicht, Du bist mit ihm zusammen,
weil er dieses oder jenes hat oder kann oder was auch immer.

Seine Person drückt sich in einer Gesammtheit (incl. ADS) aus,
die entweder sympathisch oder unsymphatisch rüberkommt.

Und das nehmen auch andere wahr. - Auch neue Chefs.

LG
Christian
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freies Radikal
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von freies Radikal » 28. Februar 2008 00:08

hallo mesme,

ich kenn das auch von mir, dass ich genau weiss, ich brech hier ein Tabu oder das gibt Stress...und trotzdem muss ich es machen...es grummelt so lange im Bauch, bis ich es tue...

allerdings schaffe ich es oft, nicht sofort zu reagieren, sondern etwas Zeit verstreichen zu lassen... dadurch kann ich dann die Situation reflektierter betrachten und mich besser ausdrücken, also weniger angreifen sondern mehr meine Situation darstellen...damit bleibe ich mir treu, richte aber nicht so viel Schaden an.

Lieben Gruss
Freies Radikal
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von lea78 » 28. Februar 2008 07:16

Ich habe ja ADS und mein Mann ADHS, ich kenne das auch ehrlich gesagt besonders von ihm.

Ich meine es ist schon besser geworden, aber er sagt halt auch oft einfach was er denkt, was ich einerseits auch recht gut finde er verstellt sich halt nicht, sondern sagt einfach seine Meinung dazu. Er ist auch ziemlich schlagfertig aber auch sehr impulsive, er hat sich recht oft mit seinem Meister bei seiner Arbeitsstelle in den Harren, sowie er mir das beschreibt, ist er auch meistens im Recht, trotzdem habe ich Angst, das er wegen seiner Impulsivität irgendwann gewaltige Schwierigkeiten an seinem Arbietsplatz hat. Aber er ist halt wie er ist und ich dnek das wird sich auch nicht ändern, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt, sagt er einfach was er denkt.

So ist es auch zwischen uns. Bevor ich dieses FOrum kannte hat mich das jedesmal sehr verletzt, also wenn wir uns gestritten haben oder ich seiner Meinung nach, ihn angemacht habe, was ich dann meiner Meinung nach nicht habe, er wird dann recht schnell sauer und ist manchmal auch stundenlang "bockig".

Früher habe ich dann immer versucht direkt nach der Auseinandersetzung mit ihm zu reden aber jetzt lass ich ihn erstmal in ruhe und später können wir dann nochmal in Ruhe darüber sprechen.

Ich bin genau das Gegenteil, wenn mich jemand ungerecht behandelt, bin ich nicht so schlagfertig, später fallen mir etliche Sachen ein die hätte erwidern können aber in dem Moment bin ich meist so perplex das ich garnicht weiß wsa ich sagen soll. :fr:

Naja vielleicht war das ein ganz wenig am Thema vorbei aber das war das was mir spontan dazu eingefallen ist.

lg lea
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von mesme » 9. März 2008 14:31

Hi ihr,

danke für eure Antworten. Tja, mal gucken, ob sich seine kollegen an seinen vorzügen freuen können und seine kleine´n Spinnereien hinnehmen. Ach mensch, Bella, was heisst hier, ob ich ihn will wie er ist - es ist nicht gerade erfreulich, wenn man mit jemandem lebt, der sich sein Leben ein Stück weit selbst versaut oder schwer macht, weil er sich nicht anpassen mag oder kann und immer wieder aneckt. :icon_redface:

Ich gucks mir ja schon ne Weile an, und er hat viele Qualtitäten, aber schafft sich eben durch seine Art und sein Auftreten und Aufmachung auch schnell Feinde und Kritiker, und das sind dann eben auch ganz gerne mal die Vorgesetzten...
Und häufig wäre es so leicht, sich in bestimmten Punkten einfach anzupassen und ein Anecken zu vermeiden - aber nein, er siehts nicht ein und rennt weiter rum wie ein Schulbub, mit aufgerissenen Klamotten etc. ... Und er rennt halt nicht auf dem Bau rum, sondern im "akademischen Milieu", sag ich mal. Und wundert sich dann, wieso die Leute ihn gleich als irgendwie anders ausmachen, ohne, dass er überhaupt den Mudn aufgemacht hätte.

Und wenn ich dann sage, dass es mit diesen Äußerlichkeiten anfängt, guckt er mich an wie ein Auto. :eusa_doh:


Na ja, das leben bleibt wohl weiter eine Baustelle, und ich kann halt nur gucken, dass die wesentlichsten Sachen für mich laufen.

danke

mesme
bellaria

Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von bellaria » 9. März 2008 14:39

[quote="mesme"]

Und häufig wäre es so leicht, sich in bestimmten Punkten einfach anzupassen und ein Anecken zu vermeiden...

[/quote]

Ich glaube, dass da ein Knackpunkt liegt: Es ist eben nicht leicht und einfach. Das sieht nur von außen so aus, wenn man "normal" ist. Wenn man AD(H)S hat, isses manchmal sogar lebensgefährlich - das mein ich ernst.

Wir sind peinlich, wir fallen auf, wir ecken an, wir verbauen uns Chancen, wir nutzen Möglichkeiten nicht, wir stehen uns selber im Weg rum, wir verletzen uns und andere und wir lernen nix draus. Genau das bedeutet es, ADHS zu haben. AD(H)S ist nicht heilbar, Medikamente sind kein Normalin.

Es ist nicht einfach, da zuzusehen - aber es ist unmöglich, das zu ändern, wenn man da drin is. Weil man es eben ist, mit jeder Faser seines Lebens, in jedem Moment, mit jedem Atemzug. Und wenn man von jemandem verlangt, dass er genau das nicht sein soll, was er nun mal is - dann geht das nicht. Zumindest nicht lange und nicht gut.

Sagt und schreibt eine, die es selber hat - und die 2 Kindern und einem Partner dabei zusieht...
Taschka

Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von Taschka » 9. März 2008 17:26

hab erst kürzlich bei der Arbeit das heulende Elend gekriegt,
weil jemand geschimpft hat, ich solle nicht immer dazwischenreden!

Weiß ja, das tut man nicht!
Bin 49 Jahre, kann es mir nicht abgewöhnen, das fühlt sich an wie:

"Lebe nicht, sei nicht du!"

wie soll ich das machen? Wie redet man nicht dazwischen?
Was ich nicht gleich sag, hab ich doch sonst vergessen.
Wenn ich nicht rede, hab ich das Gefühl, nicht da zu sein.

Ich kann eine Weile ruhig sein, aber mehr ist nicht drin, auch nicht nach Pille und Therapie.

Unbremsbar, jedenfalls fast.

Taschka
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Re: wie bremst man einen ADSler...

Beitrag von papillonindigo » 9. März 2008 20:32

Hallo alle,

Ich finde Bella, du erklärt sehr gut! Diese aussage "es ist doch nicht so schwierig" kenne ich sehr gut! Aber eben, was einfach ist für "normale" leute, kann sehr schwierig sein für ADSler... Ich weiss schon lang wo ich überall ecke, aber dazu dass es sehr schwierig ist mich zu beheerschen, muss ich noch mit unverständnis leben...

Mesme, ich glaube, es wäre für dich und deine mann sehr wichtig dass du versteht dass was er bis jetzt nicht geschaft hast, hat er einfach nicht geschaft, nicht aus mangelende wille, aber weil es ihm sehr sehr schwer fählt! Wie würdest du dich fühlen in eine welt wo viele leute etwas gut können dass du gar nicht kann und noch von dich erwarten dass du es gut meistert? Ist nicht böse gemeint, aber ich hoffe dass du damit etwas nachspüren kann wie es ist ADS zu haben.

lg
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