Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

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Kurtel
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Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von Kurtel » 6. Dezember 2007 10:31

Hallo, ich brauche Dringend und Infos!
Wie komme ich an eine Kontaktperson, wenn mein volljähriges Kind nicht mit mir über seine Therapie spricht. Mein Sohn hat seit ein paar Monaten eine eigene Wohnung, da es zu Hause immer wieder zu Problemen gekommen ist.  Nun hat er mir mitgeteilt, dass ADHS bei ihm vorliegt und er in Behandlung ist. Zu weiteren Infos ist er nicht bereit. Da es nun aber offensichtlich größere Probleme in seinem Ausbildungsbetrieb gibt (geht event. schon in Richtung Kündigung) versuche ich krampfhaft einen Ansprechpartner zu finden. Allerdings ohne Erfolg, da mein Kind ja volljährig ist und ich keinerlei Auskunft bzw. Infos bekomme. Ich habe wirklich Angst, dass aus der Situation heraus etwas schlimmes mit meinem Kind passieren kann. Es kann doch nicht sein, dass man als Mutter so hilflos ist????????????
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speedy
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von speedy » 6. Dezember 2007 15:08

Hallo und herzlich Willkommen Kurtel,

will Dein Sohn Deine Hilfe?

Wenn ja, könnte er Dich von der Schweigepflicht entbinden...äh, die Ärzte...
Während der Ausbildung kündigen geht nicht so ohne Weiterés..

Habt Ihr einen Ansprechpartner bei der IHK????

lg
Stefanie
Sobald du dir vertraust, so bald weißt du zu leben jwg
sandie_16

Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von sandie_16 » 6. Dezember 2007 15:22

Hi

ja, wichtig wäre zu Wissen, ob dein Sohn Hilfe mir, so wie cih das lesen redet er nicht und will keine Hilfe(vielleicht auch wegen den Problemen zu Hause, die zum Auszug führten?)

An sich liegt es nur an deinem Sohn, aber er dich an seinem Leben teilhaben lässt und das muss er nicht, wenn er das nicht will. da bist du dann leider machtlos. so schei** das auch für dich ist!

Wegen der Ausbildung, da kannst du als Mutter eigentlich auch nichts machen, aber so einfach kann man ihn nicht kündigen während der Ausbildung..

Eine Kontaktperson wird es da nicht gebe und eigentlich rate ich davon ab zu seinen Freunden zu gehen (falls du das in Erwägung gezogen hast) weil ich glaube, dass das alles nur noch schlimmer machen würde. würde mir jedenfalls so gehen.

Wenn du dich über Adhs informieren willst  bist du hier genau richtig und eins steht fest: Über seine Therapie MUSS er NICHT mit dir reden.. ich hab über meine Therapie auch nicht mit meiner Mutter geredet. Der Arzt wird dir da auch nichts sagen, es sei denn dein Sohn entbindet diesen von der Schweigepflicht dir gegenüber...

Klingt alles grad ziemlich hart und kann mir vorstellen, wie sich das für dich anfühlt.. das ist nicht gefühlskalt von mir, sondern eigentlich nur die Wahrheit...

Wünsche dir alles Gute und hoffe, dass sich dein Sohn dir gegenüber doch noch öffnet...

Liebe Grüße,
Sandie
nixe
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von nixe » 6. Dezember 2007 16:28

Hallo Kurtel,

erstmal herzlich willkommen hier : )

Das Beste, was Du für Deinen Sohn tun kannst, ist, ihm zu zeigen, dass Du ihm vertraust. Zeig´ihm, dass Du immer für ihn da bist, wenn er um Rat oder Hilfe fragt, aber dass Du auch respektierst, wenn er es allein versuchen will.

Es ist hart, als Mutter zusehen zu müssen, wie das eigene Kind negative Erfahrungen macht. Nur gehört das leider zum Erwachsenwerden dazu und Du kannst und darfst es ihm nicht ersparen.

Dass er eine Therapie macht, zeigt, dass er sich verantwortungsvoll um sich kümmert und an sich arbeitet. Toll finde ich es auch, dass er Dir von sich aus davon erzählt hat. Wenn Du mich fragst, wünscht er sich Verständnis für seine Eigenarten und Schwächen, aber auch den Freiraum, damit selbstständig umzugehen.

Wenn er Probleme in der Ausbildung hat, ist das sehr arg. Aber das muss er leider selbst ausfechten. Er ist ja kein Grundschüler, dem die Mutti die vergessenen Butterbrote in der Pause bringt.

Dein Sohn ist allein schon durch sein Alter, durch die veränderten Lebensumstände (eigene Wohnung) und jetzt auch noch durch die Diagnose in einem Umbruch, er muss sich neu orientieren und herausfinden, wohin er will. In so einem Chaos wird es sicherlich auch zu Fehlern kommen, alles andere wäre übermenschlich perfekt. Selbst als seine Mutter kannst Du nicht in allem voraussehen, was die beste Lösung für ihn ist und ihn dann vor allen Alternativen bewahren.

Er hat professionelle Unterstützung und eine Mutter, an die er sich jederzeit wenden kann. Letztendlich wird es bestimmt gut. Vertrau ihm und lass ihm Freiraum. Je freier er sich fühlt, um so eher kann und wird er sich an Dich wenden : )


Woher ich das "weiß" ? Mein eigener Sohn ist zwar erst 16 Monate alt, aber mein Bruder ist 36....und meine Mutter auch eine Mutter *g


LG, nixe
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
h.matata
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von h.matata » 6. Dezember 2007 17:33

auch wenn das jetzt etwas grob klingt....

dein sohn ist volljährig...nabelt sich von mama ab....muss seinen weg gehen ...und wird ihn gehen.

wenn du als mama nun anfängst in sein leben "zu pfuschen" (so wird er das sehen) zieht er sich von dir zurück und du hörst garnichts mehr.
lass deinem sohn zeit...er wird auf dich zukommen wenn er dich braucht.


kleine kinder brauchen ein nest---große kinder brauchen flügel.
stutz ihm die flügel nicht...dann stürzt er und kann nichtmehr fliegen.
manchmal müssen kinder eine bauchlandung machen...denn lernen tut man nur aus erfahrung.
Eine lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die wahrheit die Schuhe anzieht! (M.Twain)
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von Traumtänzer » 6. Dezember 2007 20:26

Ich stelle mal eine Vorbemerkung voran, weil mein Beitrag nun doch ein bissl lang geworden ist, und da muss ich doch gleich mal einem der gängigsten Missverständnisse vorbeugen:

Wie hart das vielleicht klingen mag, was Du gleich liest - falls Du es liest -:

Es hat ABSOLUT NICHTS zu tun mit VORWÜRFEN ODER SCHULDZUWEISUNGEN an Dich !!!!

[quote="Kurtel"]
Wie komme ich an eine Kontaktperson, wenn mein volljähriges Kind nicht mit mir über seine Therapie spricht.
[/quote]

Hallo Kurtel,

es klingt sicher sehr hart. Es ist auch so gemeint - aber nicht, um Dich zu ärgern oder zu frustrieren: Wenn Dein Kind mit Dir nicht darüber sprechen will, wie kommst Du darauf, dass er will, dass Du mit einer "Kontaktperson" mittelbar über ihn sprichst? Und dieses "Wie kommst Du darauf?" ist erstmal wirklich als Frage gemeint. Wenn Dir darauf keine ziemlich konkrete Antwort einfällt, dann solltest Du wohl davon ausgehen, dass er das nicht will. Und wenn er das nicht als Hilfe erlebt, dann musst Du Dich fragen, warum es ihm dann helfen sollte.

[quote="Kurtel"]
Es kann doch nicht sein, dass man als Mutter so hilflos ist????????????
[/quote]

Doch. Jedenfalls scheinst Du - und sein Vater? Gibt's den auch? - ihm in der Vergangenheit nicht oder nicht genügend geholfen und/oder ihn daneben in seiner Entfaltung/Entwicklung behindert, übergangen, verletzt, missachtet zu haben. In irgendeiner Weise passiert das wahrscheinlich allen Eltern, jedenfalls fällt mir von den Leuten, über deren Verhältnis zu ihren Eltern ich etwas weiß, niemand ein, der davon nichts zu berichten wüsste, und bei kaum einem wird das je vollständig aufgearbeitet. Aber für die meisten ist die Beziehung zu den Eltern auf die Dauer trotzdem etwas wichtiges und im Ganzen eher positives, bzw. sie lernen, mit dem Schlechten zu leben und von dem Guten zu profitieren.  Bei Euch scheint das momentan wohl nicht der Fall zu sein.

Ich kenne natürlich Dich, Ihn und Eure Geschichte nicht. Und natürlich spreche ich aus meiner eigenen Erfahrung als Sohn von Eltern, von sehr, sehr wohlmeinenden Eltern. Mit denen habe ich seit langem keinen Kontakt mehr. Ich war schon eine Weile volljährig, als ich den Kontakt schrittweise reduziert und schließlich ganz abgebrochen habe, und ich glaube, ich hätte das schon viel früher tun sollen, dann wären die Chancen größer gewesen, inzwischen mit etwas Neuem zu beginnen. Ja, mit etwas Neuem, denn die Kommunikation in unserer Familie war für mich (und ich habe ein paar Jährchen gebraucht, um das klar zu sehen) ein Konstrukt aus Pseudogesprächen, faulen Kompromissen, Scheinlösungen (und vielen anderen, noch treffenderen Bezeichnungen, die ich inzwischen dafür gefunden, aber gerade nicht parat habe).

Andere nennen den jetzigen Zustand z.B. "Sprachlosigkeit". Ich antworte darauf immer, dass wir noch wesentlich sprachloser waren, als wir noch akustische Signale und beschriebenes Papier ausgetauscht haben. Andere finden das schrecklich, furchtbar, bedrückend....Ja, finde ich auch. Finde ich nicht nur, sondern erlebe ich. Aber es ist ganz sicher besser als vorher.

Nochmal: Ich kenne Euch nicht. Aber ich vermute mal, dass Du keine Mutter bist, die noch nie auf die Idee gekommen wäre, mit ihrem Kind mal zu reden, und die das nun, wo es Probleme gibt, nachholen will (soviel Selbstreflexion traue ich Dir ohne weiteres zu, dass Du das in Deiner Geschichte erwähnt hättest). Wenn das doch so sein sollte, und Deine jetzigen Kontaktversuche für Euch beide etwas ganz neues sein sollten, dann vergiss alles, was ich geschrieben habe, dann kann ich zu Deinem Problem nix sagen.......

....aber ich gehe eher davon aus, dass Du Dich immer nach Kräften bemüht hast, mit ihm Kontakt zu haben und für ihn eine echte Ansprechpartnerin zu sein. Wenn es trotzdem zu der jetzigen Situation gekommen ist, warum und wie in aller Welt soll es Euch dann weiterbringen, die Lösung in der selben Richtung wie bisher zu suchen?

(Mann, schreib ich mir hier schon wieder einen ab.....aber so richtig kurz fassen kann ich mich bei dem Thema halt doch nicht....)

Keine Ahnung, ob Du Dir schon jemals vorgestellt hast, dass es ernsthaft schlecht für ihn sein könnte, wenn Du versuchst, unter allen Umständen irgendwie irgendeinen Kontakt herzustellen. Dagegen (Anm.: dagegen, dass Du Dir das schonmal vorgestellt hast!) spricht, dass Du als Eingangsfrage formulierst:

[quote="Kurtel"]
Wie komme ich an eine Kontaktperson, wenn mein volljähriges Kind nicht mit mir über seine Therapie spricht.
[/quote]

Ich musste das jetzt nochmal im Wortlaut zitieren, denn bei der Formulierung geben in mir sämtliche Alarmglocken alles, was sie haben.

Gefühlsmäßig und spontan würde ich sagen: Es ist Zeit für beide von Euch (und, so vorhanden, für seinen Vater, oder wer sonst für ihn noch eine elternähnliche Stellung hatte), jeder erstmal für sich, die Beziehung aufzuarbeiten - auch für Dich. Er ist schon in einer Therapie; wenn die Indikation dafür in erster Linie ADS war, dann ist zwar nicht gesagt, dass darin Beziehungen aufgearbeitet werden, aber auch wenn die Therapie hauptsächlich auf konkrete, aktuelle Probleme, Verhaltens- und Denkmuster, Alltagsbewältigung und sowas abzielt, ist der Anfang gemacht...

Ich kann Dir nur vage aus der eigenen Erfahrung andeuten, was für Fragen da drinhängen könnten. Bei uns im trauten Heime wurde z.B. offiziell eine offene Diskussionskultur hochgehalten. Abgeblockt wurde aber, und zwar in einem Ausmaß, das ich erst in den letzten Jahren erst langsam erfasst habe, alles, was dem emotionalen Kern bei meinen Eltern nahekam. Da lag die Unsicherheit mit Händen zu greifen in der Luft, aber als gelehriger Imitator meiner Eltern habe ich gut gelernt, diese Wahrnehmung zu verdrängen, bzw. hatte gar keine Gelegenheit, sie in Worte zu fassen, und was man nicht ausdrücken kann, bleibt auch im Inneren ungreifbar und spukt als unerlöstes Gespenst durch die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen. Einer der entscheidenden Mechanismen ist dabei, die Auseinandersetzung auf die Ebenen von Vorwürfen (und damit von Schuld) zu schieben......naja, im Grunde auch etwas ganz normales, das in jeder Familie mal vorkommt.....: Kritik an den Eltern oder die Äußerung von irgendetwas negativen wird mit irgendetwas à la "Aber wir meinen es doch so gut" beantwortet, schwupps, hat das Kind den schwarzen Peter, es hat den Eltern die unglaubliche Enttäuchung bereitet, ihre Liebe in Frage zu stellen......so weit, so banal....... :fr: ....naja, diese und ähnliche Muster können eben mehr oder weniger drastisch ausgelebt werden, und mehr oder weniger gut verschleiert werden.....meine Eltern haben das halt - beide jeweils auf individuell sehr unterschiedliche Art - wirklich zur Perfektion getrieben......

....ich mache an dieser Stelle mal einen Punkt, ich werde langsam müde und unkonzentriert, es würde nicht unbedingt besser verständlich, wenn ich weiterschreiben würde, obwohl das Thema unerschöpflich ist; ich hatte ja eigentlich die Absicht, ein paar Dinge auf den Punkt zu bringen.......und der letzte Absatz über meine Familienerfahrung war ein Beispiel, in welcher von mehreren Richtungen die Gründe für eine Situation wie die Eurige liegen können.

Eins noch: Ich glaube im Zweifel nicht daran, dass eine solche Situation irgendwelchen Einflüssen von außerhalb der Familie zuzuschreiben ist ("falsche Freunde"; irgendwelche Bücher, aus denen er krude Ideen hat....weswegen sich Eltern halt auch gerne Sorgen machen)

Und nochmal: Mein intuitiver Tip, ohne genauere Kenntnis der handelnden Personen und der Umstände, nur aufgrund Deines Hilferufs:

- Kümmere Dich um Dich, um Deine Gefühle, sei ehrlich zu Dir und in den Beziehungen, die sonst für Dich wichtig sind (Mann, Freund, Ex, eigene Eltern, weitere Kinder???? - wer auch immer), und bereite Dich so auf den Moment vor, in dem Dein Sohn sich wieder reif für einen Kontakt fühlt.

- Bis dahin: lass ihn in Ruhe, Annäherungsversuche nur so, dass sie ihm allen Freiraum lassen (und denke jetzt nicht sowas wie: "Das tue ich doch, das habe ich immer getan." Wenn Du Dir nicht sicher sein kannst, lass es ganz bleiben); versuche nicht, Leute für den Kontakt einzuspannen, die in seinem aktuellen Leben wichtig sind (Freunde, Kollegen, Chef, Therapeut....). Die gehören jetzt in SEIN Leben; wenn er Dich darin gerade nicht haben kann, hast Du auch bei denen nix verloren. Wie Sandie schon geschrieben hat:

Eine Kontaktperson wird es da nicht gebe und eigentlich rate ich davon ab zu seinen Freunden zu gehen (falls du das in Erwägung gezogen hast) weil ich glaube, dass das alles nur noch schlimmer machen würde.


Ich würde auch nicht andere Leute über ihn befragen, selbst wenn Du das nicht mit einem Versuch verbinden  würdest, direkt oder indirekt Kontakt zu ihm aufzunehmen, oder mir sonst über Umwege Informationen über ihn beschaffen.

Noch ein kleiner Merksatz, den ich sehr schön finde, und verstehe ihn bitte richtig, s. a. die Vorbemerkung, die ich gerade noch am Anfang eingeschoben habe:

Das Gegenteil von Gut ist Gut gemeint.

Es grüßt Dich
hart und herzlich

Traumtänzer

P.S.: Ich weiß, es heißt üblicherweise "hart aber herzlich"; aber das würde suggerieren, dass da eigentlich ein Gegensatz besteht.....nein, der besteht in dem Fall nicht: hier IST hart = herzlich.
Zuletzt geändert von Traumtänzer am 6. Dezember 2007 20:54, insgesamt 1-mal geändert.
Kurtel
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von Kurtel » 6. Dezember 2007 22:35

Erst mal allen einen lieben Dank für die Antworten!

Für mich als Mutter ist es etwas neu, so zu über meine Probleme zu schreiben. Bis jetzt hatte ich über viele Jahre nur Ansprechpartner wie Förderlehrer, Lehrer, Direktoren, Beratungslehrer, Mitarbeiter von schulpsychologischen Dienst usw....
Leider hat über viele Jahre hinweg mir bezüglich eines ADHS keiner den Hinweis gegeben, dass das für mein Kind zutreffen könnte. Geschweige denn zu einem Therapeuten verwiesen. Für alle war mein Kind das nette, wohlerzogene Kind mit kleineren Problemen in der Schule.
Das einzige was bei meinem Kind mit zirka 12 Jahren diagnostiziert wurde, war eine Diskalkulie (Rechenschwäche). Mein Kind erhielt dabei große Unterstützung bei einem privaten Förderinstitut, allerdigs lag in der Schule dafür sehr wenig Verständnis vor.

Ich brauche euch sicher allen nicht zu erklären bzw. zu schildern wie man sich fühlt, wenn man ständig auf Unverständnis stösst. Ich denke mein Kind ist viele Jahren sehr gelassen und ruhig mit seinen Problemen umgegangen. Als jüngeres Kind kann man diese Probleme sicher auch nicht so einschätzen und vieles ist sicherlich auch von mir als Mutter abgefangen wurden.
Die größeren Probleme traten erst so zirka mit 16/17 Jahren auf. Von da an war mir als Mutter klar, dass mein Kind selber die Entscheiden treffen muss, wann er Hilfe annehmen will.
Und ihr könnt mir glauben, ich bin stolz auf mein Kind, dass es jetzt nach 2 Jahren soweit ist, sich alleine Hilfe zu suchen und diese auch zu nutzen.
Mir ist schon sehr bewusst, dass ich als Mutter bei dieser Hilfe nicht zusuchen habe, sondern nur Zuhörerin bin, wenn mein Kind mich braucht!

Ich mache mir nur sehr viele Gedanken um den momentanen Ausbildungsplatz, welcher offensichtlich in Frage gestellt wird durch die hohen Ausfallzeiten wegen Krankheit und auch durch das Verhalten (Ausraster) meines Kindes in der Ausbildungsstätte. Es wir vermutet, mein Kind bummelt oder hat einfach keine Lust zum arbeiten.
Ich weiss, ich bin als Mutter nicht diejenige welche den Ausbildungsbetrieb informieren wird, dass es Gründe für das Verhalten meines Kindes gibt. Da habe ich einfach nicht mehr zusuchen bei einem 19jährigen Kind!!
Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass mein Kind zu seinen Arbeitgeber geht: "Hallo, ich habe ADHS, bitte haben sie Verständnis, sie brauchen keine Angst vor mir haben , ich bin manchmal eben so..!" (würde ich ja auch nicht machen)

Vielleicht hat von Euch mal jemand ähnliches erlebt und kann mir in der Richtung weiterhelfen, wie es gehen könnte!
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von norkdog » 8. März 2008 20:06

Wir haben ein ähnliches Problem mit unserem 19 jährigen Sohn.Nur das er noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz hat und der auch noch in weiter Ferne zu sein scheint,bedingt durch fehlende schulische Qualifikation und mangelndes durchhalte vermögen.Hilfe bekommt man,ja wo bekommt man denn Hilfe?Muß denn jeder der von ads betroffen ist das rad selber erfinden.Egal wo man hier im Forum nachliest ,irgendwie ist man immer an der falschen Adresse.Kinder kann man sich selber überlassen ,wenn diese die Reife dazu haben,eine 23 jährige Tochter haben wir auch noch,ist Krankenschwester.Töchterchen hätte man schon mit 16 sich selbst überlassen können und hätte noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben müssen,sie hätte es geschafft.Beim Sohn siehts anders aus,der wird noch ein paar Jahre bei uns sein.
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von Findus » 8. März 2008 20:32

Hallo norkdog,

ich denke, dass Deine Situation anders ist als die von Kurtel, weil Deinem Sohn ja bereits einiges fehlt und daher kann es natürlich weiterhin notwendig sein ihn zu unterstützen.

Bei Kurtel würde ich allerdings alles vorangegangene unterstützen, da Kurtels Kind offenbar recht selbstständig ist (Ausbildung selbst Diagnosestelle gefunden und Therapie in Angriff genommen).

Es wäre vielleicht schön, wenn Du einen eigenen Thread aufmachst und Deine Sachlage schilderst, dann könnte man dort detailliert auf Eure Situation eingehen und Du könntest etwas mehr über Euch erzählen, damit Du zu Deiner Situation passenden Rat erhälst.

Es ist nicht generell so, dass alle "erwachsenen" Kids allein ihren Weg machen, aber meist ist da weniger mehr und Ausnahmen gibt es überall. Oder eben Hilfe muss gut getarnt werden, so wie man früher ungeliebtes Gemüse püriert hat, so muss man dezent unterstützen.

wichtig ist eben immer daran zu denken: Egal wie kindisch die Großen sind, sie fühlen sich erwachsen und das Gesetz gibt Ihnen Recht... notfalls versuchen sich an die eigene Zeit des erwachsen werdens zu erinnern.

LG Findus
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von KleineFeder » 9. März 2008 03:08

Also was mir bei dem ganzen etwas aufstößt, ist dass Kurtel ihren Sohn immer noch als "Kind" bezeichnet. Ich mein ich kenn das auch von meiner Mutter, die sagt auch immer noch ich sei ihr Kind.... :motz: ....aber ich (fast 37 Jahre alt) finde das echt ätzend....

Also Kurtel, ich kann Dir nur raten, informiere Dich gründlich über Adhs, komme erstmal mit Deinen Gefühlen in Ordnung und erkenne, dass Dein Sohn zwar Dein Sohn ist, aber kein Kind mehr.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Dein Sohn Dein Mit-Leid nicht ertragen kann. Bei mir ist es wenigstens so....Meine Mutter kriegt ja schon schier die Krise, wenn sie hört, dass ich bloß ne Erkältung habe und hat mir letztens sogar gesagt, dass es gut gewesen ist, dass sie nicht mitbekommen hat, dass ich wieder erkältet war. Wenn sie schon leidet und sich hilflos fühlt, wenn ich nur ne banale Erkältung habe, wie würde sie erst reagieren wenn ich ihr reinen Wein einschenken würde und ihr wirklich erzählen täte wie es mir geht....da wer sie total überfordert und könnte mich nicht verstehen....und ich habe nicht auch noch die Kraft das (Mit-)Leid meiner Mutter mitzutragen.....hab da leider schon genug Erfahrung in diese Richtung - leider!

Also ich könnte mir vorstellen, dass es Deinem Sohn ähnlich geht.

Sorry für meine harten Worte, aber das mußte sein!

LG, KleineFeder
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Re: Was kann ich meinen volljährigen Sohn helfen??

Beitrag von Findus » 9. März 2008 03:21

Kann das unterschreiben, sowas darf man als Elternteil nur denken, auch wenn mein Kleiner noch klein ist, wahrscheinlich wird er immer mein Kind bleiben nur das ist wie mit öffentlich Kuscheln und Küssen - Wahrscheinlich einfach nur noch Bäh...

Ach ja, ich werde morgen mal wieder jemanden ganz arg knuddeln, weil er noch klein ist und noch darf er mein Baby sein.

*G Allerdings möchte ich es eben von meiner Mutter auch nicht hören.

LG Findus
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