Private Krankenversicherung

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Isabell
Forummitglied
Beiträge: 1
Registriert: 31. Oktober 2007 17:10

Private Krankenversicherung

Beitragvon Isabell » 31. Oktober 2007 17:14

Ich bin Mutter eines 16-jährigen Jungen mit ADS-Symptomen, Diagnose erst vor ungefähr einem Jahr. (Ich hab's vielleicht auch...).

Gibt es eine Private Krankenversicherung, die Menschen mit ADS versichert? Bislang nur Absagen erhalten.

Vielen Dank für alle Antworten!!!
Benutzeravatar
Bruja
Foruminventar
Beiträge: 780
Registriert: 6. Januar 2007 19:42
Wohnort: Sachsen
Alter: 52
Kontaktdaten:

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Bruja » 31. Oktober 2007 18:18

Ich würde garnichts davon sagen - ist doch eigentlich keine Krankheit...
nixe
Foruminventar
Beiträge: 2397
Registriert: 7. Januar 2006 17:53

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon nixe » 31. Oktober 2007 19:31

Bruja,

super Idee. Funktioniert allerdings eher dann, wenn man anschließend auch keine Leistungen der Krankenkasse hinsichtlich ADS erwartet.

LG, nixe
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
Benutzeravatar
Bruja
Foruminventar
Beiträge: 780
Registriert: 6. Januar 2007 19:42
Wohnort: Sachsen
Alter: 52
Kontaktdaten:

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Bruja » 31. Oktober 2007 19:41

Hm :icon_rolleyes:, klingt logisch...

Aber ich wäre trotzdem nie auf die Idee gekommen es anzugeben... Allerdings sind wir auch nicht privat krankenversichert.
2811
Pagemaster
Beiträge: 69
Registriert: 16. Juni 2007 14:33

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon 2811 » 31. Oktober 2007 20:01

Es kommt natürlich immer auf die konkrete Gesundheitsfrage im Versicherungsantrag an.

In aller Regel wird aber nach behandlungsbedürftigen Krankheiten oder nach - sinngemäß - die Gehirnfunktion betreffende Störungen gefragt. Grund ist, dass psychische Krankheiten wohl einen immer größeren Stellenwert bei den Leistungen einnehmen. Im Hinblick auf ADHS ist hier in erster Linie an die Komorbiditäten zu denken.

Wer dann ADHS im Antrag nicht angibt, riskiert den Rücktritt vom Vertrag durch die Versicherung, auch wenn es im Leistungsfall um eine andere Krankheit geht. Das dürfte entsprechend auch für Berufsunfähigkeitsversicherungen gelten.

Wer aus der privaten Krankenversicherung rausgeflogen ist, dürfte enorme Schwierigkeiten haben, wenigstens wieder in der gesetzlichen Versicherung unterzukommen.

Ich würde es - wenn sinngemäß danach gefragt wird - nicht riskieren, ADHS zu verschweigen.

Ob es was bringt, ärztliche Unterlagen einzureichen, aus denen hervorgeht, dass die Behandlung erfolgreich ist und keine Defizite mehr vorliegen, muss im Einzelfall ausgetestet werden.

Viele Grüße
2811
Benutzeravatar
basti81de
Pagemaster
Beiträge: 27
Registriert: 10. Januar 2008 14:28
Wohnort: Halle
Alter: 36

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon basti81de » 17. Januar 2008 18:10

Ich würd eh die XXX wählen, selbst wenn ich die Kohle für ne PKV hätt.

Kann für ADHSler die XXX nur wärmstens empfehlen. Die Zahlen bei mir sogar ohne Probleme MPH, obwohl ich erst mit 26 diagnostiziert worden bin.

XXX = Edit
bitte schickt doch eine Pn, es könnte echt Probleme geben, da andere Kassen nicht zahlen und dann bekommst du deins auch nicht mehr bezahlt.
LG
Heike
Zuletzt geändert von basti81de am 17. Januar 2008 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
Vadik
Spezial User
Beiträge: 346
Registriert: 15. Dezember 2007 15:37

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Vadik » 3. Februar 2008 23:24

spätestens seit die kassen wissen, dass ads sich bis ins hohe alter halten kann gehen die auf distanz.

vadik
Cruzader
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 1. August 2006 22:47

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Cruzader » 4. Juni 2011 19:19

Heyho!

So, ich muss den Thread  leider mal hoch holen, weil die Diskriminierung nun auch mich erreicht hat :icon_rolleyes:. Soll heißen: Der Mann saß hier, hat Stories erzählt was alles besser ist und einen heiss drauf gemacht, zumal preislich auch alles ganz gut passte. Und heute kommt ein Brief wo es nach zwei Absätzen "wir sind ja so toll" heißt "und SIE wollen wir leider nicht!". Verd***** ADS - so ging es auch schon bei der BU, weil angeblich bei ADS'lern mehr Suizide auftreten, als bei "Normalos". Wer's glaubt....

Daher konkret die Frage: Kennt ihr PKV oder meinetwegen auch nur private Zusatzversicherungen, die einen behandelten und gut eingestellten ADS'ler als das sehen was er ist: Einen etwas quirligeren Menschen, der sich sonst nicht von anderen unterscheidet. Klar hab' ich von denen, die keinen Fuß auf den Boden bekommen in Kursen o.Ä. schon reichlich getroffen. Aber wenn ich in die PKV möchte werd' ich wohl auch entsprechend verdienen, sprich mich nicht wegen Geldsorgen von der Brücke stürzen... oder... ?!?!? Und verletzen geht auch nicht so einfach bei einem Job, der zu 99% am Computer statt findet. Die Versicherungen sollen endlich mal anfangen, individuell zu entscheiden - sonst könnte man auch Kreuzchen setzen und direkt im Anschluss die Entscheidung erhalten!!

Bitte alle Tipps die ihr habt, da ich mit Kündigungsfrist etc. in spätestens 2 Monaten eine Entscheidung bräuchte, um noch im aktuellen Lebensjahr rein zu kommen. Es soll eine Versicherung sein, die in Tests gut abschneidet und die mich für Frau und ein Kind nicht mehr, als 400€ Zuzahlung kostet und nicht DeBeka heißt. Wenn hier jemand mitliest oder jemanden kennt, der jemanden kennt, der helfen könnte ruhig auch melden. Wenn noch 5 Jahre vergehen müssen, damit undere Rechte anerkannt werden, kann ich die PKV aufgrund meines Einstiegsalters nicht mehr bezahlen...

Vielen Dank und Grüße,
Dennis
Ninetta
Foruminventar
Beiträge: 823
Registriert: 27. August 2008 14:45

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Ninetta » 4. Juni 2011 19:51

Hallo!

Tja, die privaten Versicherungen sind halt Wirtschaftsunternehmen und ADHS ist eine psychische Vorerkrankung. Wenn sie dich nehmen, dann mit einem gehörigen Risikozuschlag. Wenn du nur noch zwei Monate Zeit hast, würde ich bei allen erdenklichen Versicherungen Anträge ausfüllen und dann warten, ob dich vielleicht doch eine nimmt. Aber es sieht wahrscheinlich seeeeehr finster aus. Vorerkrankung ist Vorerkrankung und die Versicherungen sehen halt nicht, dass du ein "gut eingestellter, quirliger" Mensch bist, sondern geben gleichzeitig eine Prognose ab und sehen in 15 Jahren einen eventuellen Klinikaufenthalt, Psychotherapien, Ausfallzeiten, Berufsunfähigkeit und und und, wenn es mit der Einstellung mal nicht mehr so gut ist. ADHS ist und bleibt für Versicherungen ein Risiko.

Viele Grüße
Ninetta
Falschparker
Foruminventar
Beiträge: 4726
Registriert: 28. Mai 2008 13:37
Wohnort: Kleinstadt
Alter: 52

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Falschparker » 4. Juni 2011 21:54

Und gesetzliche KVen sind auch nicht so schlecht. Zumal wenn du Frau und Kind hast.
<><
ADHDgoesto11
Foruminventar
Beiträge: 1334
Registriert: 12. Januar 2011 20:31

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon ADHDgoesto11 » 4. Juni 2011 22:31

[quote=&quot;Isabell&quot;]Gibt es eine Private Krankenversicherung, die Menschen mit ADS versichert? Bislang nur Absagen erhalten.[/quote]

Wenn es die gibt, dann vermutlich nur zu Beiträgen, bei denen man nur mit den Ohren schlackern kann.

Das Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherungen funktioniert nur dann, wenn sie mögliche Problemfälle erst gar nicht versichern. Leute mit Vorerkrankungen fallen in diese Kategorie.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
Benutzeravatar
agathe
Spezial User
Beiträge: 386
Registriert: 13. April 2009 09:52
Alter: 58

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon agathe » 5. Juni 2011 10:06

hinweis eines befreundeten versicherungsmaklers vor etlichen jahren, als ich wg. existenzgründung auch kurz an einer PK interessiert war :

informieren, informieren, informieren und die anträge an sämtliche kassen, die in frage kommen, unbedingt zeitgleich stellen!!

wenn nämlich eine PK dich erstmal abgelehnt hat,werden es alle anderen auch tun, da es wohl so eine art interne "blacklist" gibt, auf die bei neuanträgen zugegriffen wird..
insofern denk ich, deine chancen sind nach der ersten absage eher gering

ps:grade mit frau und kind spricht (auch als selbständiger) alles für GKV, da lohnt sich eine PK wirklich nicht...
Zuletzt geändert von agathe am 5. Juni 2011 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
I generally avoid temptation ----------- unless I can`t resist it..... (Mae West)
ADHDgoesto11
Foruminventar
Beiträge: 1334
Registriert: 12. Januar 2011 20:31

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon ADHDgoesto11 » 5. Juni 2011 10:19

Und nochwas: Nicht von irgendwelchen windigen Versicherungsverkäuftern in den "Basistarif" eine PKV drängen lassen. Der hat nämlich mit dem, was man sonst unter privater Krankenversicherung versteht, überhaupt nichts zu tun. Er bietet "nur" die Leistungen, wie sie auch eine GKV bieten würde - allerdings muss man erstmal mit dem Arzt reden, ob er sich darauf einlässt, bei einem "Privaten" nur die niedrigsten Sätze abzurechnen. Macht er das nicht, dann darf man plötzlich die Hälfte der Rechnung aus eigener Tasche bezahlen.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
Cruzader
Pagemaster
Beiträge: 25
Registriert: 1. August 2006 22:47

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Cruzader » 11. Juni 2011 23:46

Moin moin,

entschuldigt bitte die verspätete Antwort - ohne Benachrichtigungsmail verschwitz' ich gerne die Threads regelmäßig zu öffnen zumal ich im Moment auch recht wenig Freizeit habe...

Zur PKV: WENN sie ne Blacklist haben ist es a) eh schon zu spät weil 3 Wochen her und b) gebe ich ADS natürlich an, schließlich möchte ich auch die Medis bezahlt haben. Dennoch finde ich es nicht richtig eine "Erkrankung", die einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Bevölkerung wissentlich oder unwissentlich betrifft nur anhand des Namens als Grund zu nehmen. Ich war mein gesamtes Leben nicht einmal im Krankenhaus, habe außer Zahnarzt, Hausarzt (beides Vorsorge) und halt dem Neurologen alle 3 Monate keinerlei Arztbesuche im letzten Jahrzehnt und einen Job, nach dem sich auch "gesunde" Menschen alle 10 Finger lecken. Dazu kommen nachweislich keinerlei Psychologen, Entzüge oder was man sonst häufig bei Unseresgleichen sieht. Dann sollen sie 'nen Online-Formular machen oder es gleich in die Informationen schreiben aber einen nicht erst Umfangreich beraten und dann als "Gefährdung für die Risikostruktur" bezeichnen. Dem Vertreter war die Sache zwar sehr unangenehm, ich habe ihn aber trotzdem deutlich wissen lassen, dass das einfach nur unverschämt ist. Ich behaupte mal, fast jeder hat heute irgendein Wewehchen, die Frage ist nur, wie teuer. Und wenn sie einen Bekannten mit Herzfehler und regelmäßigen Krankenhausaufenthalten nehmen....... Naja - nützt nichts, sich aufzuregen.

Ihr sagt also, ich soll in der GKV bleiben Muss ich ja wohl leider. Die Private wäre trotz Frau und Kind nur 65€ teurer gewesen und ich hätte sie einzig wegen dem "Zweiklassengesellschafts-Vorteil" haben wollen, sprich beim Arzt den Termin morgen bekommen und nicht erst in zwei Wochen. Auch das ist IMHO eigentlich nicht in Ordnung aber wenn es so ist und man es sich leisten kann... Ändern kann man es ja eh nicht.

Viele Grüße,
Dennis
ADHDgoesto11
Foruminventar
Beiträge: 1334
Registriert: 12. Januar 2011 20:31

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon ADHDgoesto11 » 12. Juni 2011 10:29

[quote=&quot;Cruzader&quot;]Dennoch finde ich es nicht richtig eine "Erkrankung", die einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Bevölkerung wissentlich oder unwissentlich betrifft nur anhand des Namens als Grund zu nehmen.[/quote]

Sorry, aber du scheinst immer noch nicht ganz draufgekommen zu sein, wie das Geschäftsmodell privater Krankenversicherungen funktioniert.

Deren idealer Kunde ist jung und vollkommen gesund. Alles andere ist schon ein Risiko für sie. Risiken kosten extra, werden aus dem Vertrag ausgeschlossen (wenn möglich) oder werden erst gar nicht versichert.

ADHS ist ein ziemlich unkalkulierbares Risiko für eine private Krankenversicherung, da neben eventuellen Kosten für die Grunderkrankung auch noch das Risiko weiterer, mit der Krankheit zusammenhängender Kosten (z.B. Unfälle, andere Komorbiditäten) von der Versicherung getragen werden müsste. Dabei ist es vollkommen egal, wieviel % der Gesamtbevölkerung von dieser Krankheit betroffen sind - private Krankenversicherungen wollen solche Leute nicht versichern, weil das direkt ihr Geschäftsmodell gefährdet.

Je besser eine private Krankenversicherung ihre Kunden auswählt, desto niedrigere Prämien kann sie verlangen, die wiederum ein direktes Werbeargument für weitere solche Kunden sind.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
Benutzeravatar
Hanghuhn
Foruminventar
Beiträge: 4093
Registriert: 24. Oktober 2010 03:29

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon Hanghuhn » 12. Juni 2011 10:52

[quote=&quot;Cruzader&quot;]
Zur PKV: WENN sie ne Blacklist haben ist es a) eh schon zu spät weil 3 Wochen her und b) gebe ich ADS natürlich an, schließlich möchte ich auch die Medis bezahlt haben. Dennoch finde ich es nicht richtig eine "Erkrankung", die einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Bevölkerung wissentlich oder unwissentlich betrifft nur anhand des Namens als Grund zu nehmen. [/quote]
Das WENN kannst Du Dir sparen, es gibt sie. Eigentlich ist sowas ein Grund, vor das Bundesverfassungsgericht zu gehen. Weil es aber immernoch anerkannte Mediziner gibt, die die Existenz von AD(H)S verneinen, weil die Ausprägungen einerseits und Auswirkungen auf das Leben / Berufsleben andererseits so unterschiedlich sind, sie deshalb für eine Versicherungso unkalkulierbar machen, wirst Du kaum jmd. finden, der sich für dieses Thema ins Zeug schmeißt.
Bedenke, dass Du Deine Familie mitversichern willst, dass für die Leute, die die Existenz von AD(H)S anerkennen, auch klar ist, dass sich AD(H)S vererbt!
LG Hanghuhn
ADHDgoesto11
Foruminventar
Beiträge: 1334
Registriert: 12. Januar 2011 20:31

Re: Private Krankenversicherung

Beitragvon ADHDgoesto11 » 12. Juni 2011 10:58

[quote=&quot;Hanghuhn&quot;]Bedenke, dass Du Deine Familie mitversichern willst, dass für die Leute, die die Existenz von AD(H)S anerkennen, auch klar ist, dass sich AD(H)S vererbt! [/quote]

Ja ... und falls die Eltern privat versichert sind, müsste die Versicherung die Kinder ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen. Noch ein weiterer Grund für private Krankenversicherungen, Leute mit bekanntem ADHS nicht zu versichern.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus

Zurück zu „Board für Nicht – ADSler, Interessierte, Freunde und Partner*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste