An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

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Eva
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Eva » 13. Dezember 2007 11:14

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Hallo Ihr's. Wenn ich lese was in diesem Board so geschrieben wird, bekomme ich einen Kloß im Hals, der so dick ist wie ein Wackerstein.  :baw:

Ich bin eine ADSlerin und mein Mann ein "Normalo" der es mit mir aushalten muß.  :icon_redface: Betonung auf "aushalten", denn ganz offensichtlich sind wir ADSler einfach nur furchtbar, eine Belastung und oft wie ein zusätzliches "Kind" das man immer wieder an die Hand nehmen muß, damit es nicht zuviel Sch....e baut.

So oft wie Ihr Eure Partner nicht versteht, genauso oft verstehe ich meinen Normalo - Partner nicht.  :icon_rolleyes:

Ich habe vielleicht eine andere Gewichtung wenn es um Probleme oder Ärger geht. Bei meinem Mann hab ich dann oft das Gefühl Dinge ganz einfach zu laff zu betrachten, oder sie nicht ernst zu nehmen.

Wenn mich etwas berührt, oder verärgert .... dann berührt oder verärgert es mich sehr tief. Ich suche mir das nicht aus, es ist einfach so. Ich kann dann nicht einfach wieder in kürzester Zeit "runterschalten", dafür sitzt das vielleicht einfach zu tief. Nur weil er / Ihr das nicht nachempfinden könnt, sind wir "schlimm"?
Aber wer bewertet beurteilt was nun "richtig" oder "falsch" ist in der Form des Umganges mit diversen Problemen?

Lese ich hier wie zb. Reaktionen beurteilt werden, oder reflektiere ich die Reaktion / Bewertung meines Mannes was mich betrifft, komme ich mir vor wie ein Monster, die personifizierte Zumutung.

Wie soll man damit leben??  :icon_redface:

LG  Eva
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
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nordische Prinzessin
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von nordische Prinzessin » 13. Dezember 2007 11:34

Hallo Liebe Eva!!!
Hast du auch meinen Beitrag weiter oben gelesen???
Ich liebe meine "ADS"-ler-Familie!!!
Und meinen Mann immer mehr!!!
Ich bin sooooo froh, dass ich keinen "Stino"=Stinknormali, geheiratet habe, und genau deshalb bin ich noch immer so gerne mit ihm zusammen, obwohl es auch schon die "Hölle" war (leider)
Liebe Grüße! :knuddel: :056: :s18:
"Lass die Leute reden, sie reden über jeden!"

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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Rubenslady » 13. Dezember 2007 11:59

Ich habe mit dem Thema inzwischen ein ganz anderes Problem.

Ich lese so oft: Die müssen doch Verständnis haben, ich bin eben mal so, ich kann ja nix dafür.... usw.

Ja, stimmt. Für vieles kann ich nix.
Dennoch arbeite ich daran und es fällt mir sicher nicht leicht.

Aber, irgendwie sträubt sich in mir inzwischen alles hoch, wenn ich immer les: Ich habe ADS, dass muss man doch verstehen, da muss man doch Rücksicht nehmen!

Warum?

Nehmt ihr auch Rücksicht auf alle anderen, die mit auch nur irgendwas ein Problem haben?

Schön wärs... dann wäre die Welt viel friedlicher.

Ich wünsche mir von meinem Umfeld, dass sie MICH sehen. MICH -> Ruby!

Nicht die Ruby mit ADS, oder gar die ADS-Ruby. Bild

Naja und da jeder Mensch eben anders ist und jeder andere Macken hat, wünsche ich mir von den Menschen die mir etwas bedeuten, dass man mich sieht. Mit allen positiven Seiten und mit all meinen Macken.

Dass man auch sieht, wie sehr ich mich auch bemühe, mir manche Fehltritte verzeiht und mir auch mal zur Seite steht. Mir aber auch nicht alles immer gleich verzeiht, nur weil ich schmoll oder tobe.

Ich möchte als Mensch behandelt werden, eben weil ich ein Mensch bin. Ein Unikat  :icon_mrgreen:

Natürlich kann man Dinge erklären, verstehen, indem man weiß, ich habe ADS.

Aber andere Leute haben auch ihre Probleme, ihre "Gründe". Hat nicht jeder sein Päckchen zu tragen?

Dazu passt evtl. der Thread hier besser, als den Thread den ich hier grad zweckentfremde... :rot:

http://www.adhs-anderswelt.de/http://lo ... ic.php?t=8

LG
Ruby
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nordische Prinzessin
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von nordische Prinzessin » 13. Dezember 2007 15:36

Hallo Ruby!
So wie du das hier siehst, versuche ich ja auch zu sehen.
Ich bin nicht gesund!!!
Und ich bin dankbar, dass meine Kinder und mein Mann mich "ertragen", wenn es mir schlecht geht.
Das ist nun mal ein Board für die Nicht-AdSler, wo sonst sollen die sich mal was von der Seele reden!
Warum wird das denn so überbewertet?
Warum bin ich denn in diesem Forum?
Es gibt auch Menschen, die ein offenes Herz für alle haben, ob nun mit oder ohne ADS oder sonstirgendwas!
Ich grüße hirmit alle im Forum, egal was sie haben oder wer sie sind  :winken:!!!
Und ich bin nun mal eine ohne ADS, aber mit allesmöglichem.....
"Lass die Leute reden, sie reden über jeden!"

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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Kiki » 13. Dezember 2007 19:03

...jawoll, stimmt genau!
....und ich grüße auch alle Teilnemer und ganz besonders Dich!

L.G., Kiki
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von nordische Prinzessin » 13. Dezember 2007 19:09

...Ich dich auch!!!!
Und denk dran: "lebender Hund"  :icon_wink:
:knuddel:
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Keyoo » 8. Januar 2008 02:41

Hi!

Die andere Seite ist halt die, dass wenn man "anders" ist, man sehr schnell den Eindruck gewinnt, dass immer alle auf einem rumhacken, weil man dies und das nicht macht. Teilweise kann man die Konsequenzen einfach nicht abschätzen man denkt halt einfach nicht daran.

Dann kommt noch dazu das man einen liebevollen Partner hat der "gerne" bzw regelmäßig an einem rumnörgelt, man aber selten mitkriegt wieso, das reibt einen mit der Zeit einfach richtig auf, und iergendwann kommt es zu einem richtigen Ausraster wo man seinem geliebten Partner alles negative vorhält was einem gerade einfällt. Das bemerkt man natürlich schon in der Aktion und verflucht sich selbst dafür. Da man gegen diesen "Drang" fast immer machtlos ist verwünscht man dann seinen Partner.

Wenn man dann in einem Disput versucht die Sache zu klären kann man nur noch scheitern.

Ich für meinen Teil habe, meiner Freundin  zu liebe schon monatelang den Haushalt geführt, bis ich eines Morgens einfach nicht mehr konnte. Egal wie ich versuchte mich zu motivieren, es half alles nichts.
So nun war ich natürlich frustriert und besorgt. Dieser persönliche Zwist wird meines Erachtens zu gerne und zu oft übersehen. Als meine Freundin nach ein paar Tagen das nahende Chaos bemerkte fing sie schon an beim nach hause kommen das Gesicht zu verziehen, ich eh schon voll drauf ticke natürlich gleich mal voll ab und frage sie: Ey was passt dir denn schon wieder nicht, kannst du nicht normal bei der Tür rein kommen. Den weiteren Zwist will ich nicht kommentieren.

Vllt hilft dieser Text, dem einen oder anderen sogar.

Ich wünsche euch allen mal ne Große Portion Kraft.
bine82
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von bine82 » 14. Januar 2008 22:33

Hallo!

Ich bin ja ein Neuzugang hier und ich kann sagen, dass seit mein Mann diagnostiziert wurde (adhs) und auch behandelt wird, unser Leben endlich wieder in vernünftigen Bahnen verläuft!

Zuvor war der Alltag ein ständiger Spießrutenlauf! Wie sage ich was und wann, damit er es nicht gleich wieder als beleidigend oder Kritik an seiner Person auffaßt?
Wir sind schon seit einiger Zeit zusammen und bevor ich schwanger wurde war auch alles gar kein so großes Thema. Er war am Ausrasten und ich blieb ruhig und holte ihn wieder runter von der Palme.

Kompliziert wurde es erst, als ich ihn gebraucht hätte. Meine Schwangerschaft war eine Katastrophe von Anfang an, Gott sei Dank ist unsere Tochter aber kerngesund geboren worden (bis vielleicht eine adhs von der wir noch nichts wissen, was ich in anbetracht der damaligen umstände aber als nicht so dramatisch ansehen würde).
Dann wäre er dran gewesen mich zu unterstützen und mir einiges abzunehmen, doch nach der Geburt ist es dann leider immer schlimmer geworden. Er war gereizt vom Babygeschrei und ich war müde und konnte eben nicht alles gleichzeitig!

Ich konnte nicht mehr jede Entscheidung und jeden Wutausbruch abfangen, ich hatte nicht die Kraft jeden Morgen mit ihm nach den Schlüsseln zu suchen bzw. sie abend für ihn herzurichten, ich konnte nicht mehr ständig jede Frage von ihm sofort und gleich überdenken und ihm sagen was er zu tun hat, ich wollt es auch nicht mehr, denn ich war der Meinung er solle endlich mal erwachsen werden.
Es eskalierte jedoch und während einer Trennung auf Zeit, habe ich mir den ganzen Haufen Beziehungsmüll vorgenommen und zu suchen begonnen. Erfolgreich! Seit einem halben Jahr ist er diagnostiziert! :hurra:

In gewisserweise war ich wohl der gesicherte Raum mit den Regeln und Fixpunkten die er so dringend brauchte, in dem er sich sicher bewegen konnte und als ich damit aufhörte war er verloren!


Abschließend muß ich sagen, dass ich meinen Mann auch mit seinen ganzen Macken liebe, ich habe ihn ja auch so kennen gelernt, aber es ist einfacher wenn man weiß woher sie kommen!

Die adhs hat nicht nur schlechte Seiten!!!
Er ist sehr gefühlsbetont, aber so sehr sich das in Wutanfällen ausdrückt, so sehr kann er auch ein einfühlsamer und liebevoller Partner und Vater sein! Er kennt mich wie kein anderer, er war der erste Mensch von dem ich mich so richtig verstanden gefühlt habe!
Er ist unglaublich kreativ und wenn er etwas erreichen will, dann schafft er es auch (jetzt leichter als zuvor), er ist ein sehr guter Motorradfahrer, er kann unglaublich gut mit Geschwindigkeit umgehen, hat viel Gefühl für die Technik beim Fahren!

Ich denke als Partner eines Adhs-lers sollte man sich selbst sehr gut kennen und dem Partner die Möglichkeit geben auch sich selbst kennen zu lernen!
Das sollt man zwar in jeder Partnerschaft, aber in diesen ganz besonders.
Man braucht Geduld, Humor und Verständnis, aber es lohnt sich alle mal, denn er ist ein wirklich großartiger Mensch!!! :inlove: :inlove: :inlove:  :herz: :herz: :herz:

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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Verwirrt » 26. Januar 2008 14:14

Hm, gleich mal als erstes: Irgendwo wurde zart darauf hingewiesen, dass das ja ein Forum für die Mitlebenden von AD(H)Slern ist und nicht für die Betroffenen selbst. Nun ist es aber einfach so, dass auch die AD(H)Sler lesen können, was die "nur" Miterlebenden schreiben. Konsequenz: So manch einer fühlt sich "angegriffen". Nicht weil er sich so fühlen will, sondern weil er einfach so fühlt. Und ich denke, eine normale Reaktion auf einen Angriff ist schlicht die Verteidigung. Wenn zb ein Land ein anderes angreift wird das doch auch nicht den Bombenhagel auf sich herabregnen lassen und lediglich die Bewohner des Landes davor warnen dass da was vom Himmel fällt. Das sehn die Bewohner ja auch. Nein, jedes halbwegs gescheite Land wird selbst zu seinen Bomben greifen und Attacke reiten gegen den Angreifer.

Ich will nicht die Lager spalten in die bösen Angreifer und die armen Angegriffenen. Aber ich finde, man muss damit rechnen bei einer solchen Frage und bei den folgenden (richtigen) Antworten, dass sich einige verteidigen wollen. Erklären wollen warum es so ist wie es ist.

Ich will bestimmt nicht jemanden in Schutz nehmen, das wäre falsch. Ich denke aber, es sollte sich bewusst gemacht werden, dass eben so ein Tread mit den dazugehörigen Antworten auch Reaktionen hervorruft. Ihr alle wisst, dass AD(H)Sler ihre Gefühle nicht steuern können. Impulsiv auf das reagieren was geschieht.

Ich selber merke gerade halt auch zb dass ich dabei bin, mich um Kopf und Kragen zu schreiben. Daher hör ich lieber auf ehe ich mich unbeliebt mache  :icon_wink:. Aber ich wollte halt doch auch, dass sich die Miterlebenden dessen bewusst werden, dass das, was sie schreiben auch AD(H)Sler lesen und entsprechende Reaktionen auslösen (können). Was nciht bedeuten soll, dass Ihr damit aufhören sollt weil Ihr ja vielleicht, eventuell, gegebenenfalls einen Betroffenen verletzen (könntet). AD(H)Sler müssen halt auch die Möglichkeit haben, sich selbst reflektiert zu sehen, auch um die Möglichkeit zu bekommen es vielleicht doch beim nächsten Mal besser zu machen. Aber ganz ehrlich, wundern darf sich keiner...
Was ist Gott?
Das ist der, der Dich ignoriert wenn Du die Augen schliesst und Dir ganz fest was wünschst...
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von tschuli » 13. Februar 2008 21:30

Hallo bin neu hier und hoffe auf Hilfe.
Mein Partner hat Ads und unsere Ehe steht momentan unter keinem sehr guten Stern.
Da mir momentan die Kraft fehlt seine Wutausbrüche abzufangen habe ich ihm nahegelegt sich helfen
zu lassen da ich ihm im Moment nicht helfen kann (seine Worte) und etwas hilflos bin.
Kann mir hier jemand Tips geben wie die ersten Schritte aussehen.
ich
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von ich » 13. Februar 2008 22:15

jetzt melde ich (seit kurzem verdacht auf ads) mich auch mal zu wort.

mein männe ist ein stino, der auch oft grosse probleme mit mir hat. grade das chaos, was ich in minuten um mich herum verbreiten kann und meine unpünktlichkeit sind für ihn das schlimmste - glaub ich. oft meint er einfach, ich wäre faul. ja, das trifft mich - meist sogar tief. auch, dass ich immer an allem schuld sein soll, finde ich ungerecht, denn wenn ich wirklich mal die schuldige bin, dann habe ich auch das rückrat, dazu zu stehen. das nörgeln, meckern und bevormunden ... ich halte es manchmal einfach nicht mehr aus! zumal er auf dem standpunkt steht, dass nicht geschimpft schon gelobt genug ist und ich oft auch die "vernünftige" sein muss.

manchmal habe ich das gefühl, ich zerbreche ... manchmal denke ich einfach, ich kann nicht mehr ...

allerdings kann ich sagen, dass ich mich nie auf meinen "fehlern" ausgeruht habe. ich habe immer versucht daran zu arbeiten, leider dauert es halt unheimlich lange, bis sich ein (für die anderen) sichtbarer erfolg einstellt und oft möchte man einfach alles hinschmeissen!

dennoch muss ich sagen, dass er mit lob (manchmal macht er das ja schon), verständnis (wenn mal wieder was/alles schief ging oder ich mich mal wieder hemmungslos verplant habe) und anerkenntnis, ja manchmal auch nur mit der freude darüber, dass ich was geschafft habe, das beste aus mir rausholen kann. das spornt mich an und hilft mir durchzuhalten.

männe, ich danke dir dafür und hoffe nur, dass du den weg, den wir gemeinsam eingeschlagen haben, nicht verlässt. versuche weiter an dir zu arbeiten und ich werde auch weiter an mir arbeiten.

sieh bitte, was es für mich bedeutet und wie es mich anstrengt, den alltag einigermassen über die runden zu bringen und nicht vollends zu versagen. und lass mich weiterhin bitte nicht an allem schuld sein und glaube nicht, dass ich mich immer ausruhe oder faul bin ...  :icon_wink:

ich denke, wir schaffen das, nachdem wir schon ganz andere sachen gemeistert haben.
:inlove:
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von lilli24 » 26. März 2008 15:36

dein bericht gibt mir ein wenig mut!

auch meine beziehung steht vor dem aus, weil mein partner mit meinen symptomen überfordert ist.
die ganze opfer-haltung hat sich eingestellt, schuld hab immer ich und kleine erfolge, die für mich toll sind kann er schon garnicht mehr wahrnehmen....

ich bin noch nicht getestet, termin ist mitte mai, aber das bekannte rote band zieht sich noch aus grundschulzeiten durch mein leben, depressive phasen, wegen der verzweiflung wichtige dinge nicht erledigt zu haben, kamen immer wieder dazu und verschlimmern dann alles.
momentan hab ich auch so eine phase, gleichzeitig bin ich meinem partner dankbar, dass er mich immer wieder aufmerksam macht, sonst würde ich wohl ewig so weitermachen....

mein partner fürchtet ich sei beziehungsunfähig....
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Judith
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Judith » 26. März 2008 16:11

Ich bin noch kein echter ADSler. (also noch nicht diagnostiziert)
Mein Mann ist auf keinen Fall einer.

Aber er ist unter ganz besonderen Einflüssen aufgewachsen. In einer Alkoholokerfamilie mit mehreren Kindern und unter ständiger Gewalt.

Für ihn ist Ordnung sehr wichtig. Aber nicht unbedingt die Ordnung im Haushalt(die auch, nur die bekomm ich nicht hin), sondern eher die familiäre Ordnung.

Durch seine schlimmen Erfahrungen weiß er unser gemeinsames Familienleben sehr zu schätzen. Auch wenn ich wirklich nicht einfach bin, ist er sehr glücklich mit mir und meinem Chaos.

Wenn ich ihn Frage, was ihn an mir stört, dann sagt er : NICHTS ! Eigentlich gibt´s genug was ihn stören dürfte. Ich bekommden Haushalt nicht ordentlich hin, habe nicht immer ein tolles Abendbrot vorbereitet wenn er von der Arbeit kommt, er muß sehr viel mehr im Haushalt tun, als er es wahrscheinlich bei jeder anderen Frau tun müßte.
Aber ich liebe ihn. Bin sehr glücklich so eine tolle Familie zu haben.

Bei irgendwem habe ich gelesen, dass es keine perfekte Beziehungen mehr gibt...

Doch, wir haben hier eine. :inlove:
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Bille
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Bille » 5. April 2008 09:08

Hallo,
ohne jetzt alles gelesen zu haben. Tja, wie leben wir?
wir sind ein 3-Personenhaushalt Mann (nicht-diagnostizierter ADSler) , Sohn ADSler,
ich (nicht ADSler):
- die Vorgeschichte: mit knapp 30 Jahren war ich ziemlich schräg drauf, fand, dass es wohl keinen Mann gäbe, der meinen Anspruchen genügen könne. Dann begegnete mir mein Mann. Er hat mich spontan angezogen. Obwohl er jetzt nicht außergewöhlich schön, reich oder was auch immer war. Aber er hatte etwas. Ich mochte seinen Charme, sein Einfühlungsvermögen, seine Herzlichkeit, seine Spontanität und Begeisterungsfähigkeit. Vorallem mochte ich seine Lebensfreude. Ich neige manchmal etwas zur Schwermut und übergroßer Gewissen- und Ernsthaftigkeit.
.Habe mich sofort entschieden, dass er der Mann meines Lebens ist. Nun sind wir schon 9 Jahre verheiratet.
Und zwar überwiegend glücklich. Ja, wir streiten uns (rasch, heftig) und versöhnen uns schnell wieder. Allerdings denke ich manchmal, dass Dinge nicht wirklich geklärt werden. Und beim nächsten Mal eben wieder aufbrechen (ist das jetzt ADS oder ist das nicht in fast jeder Ehe so?).
Wenn ich mit ihm etwas z. B. Organisatorisches klären möchte, muss ich schon aufpassen, dass er nicht auf ein Stichwort anspringt, mich unterbricht und wir bei einem ganz anderen Thema landen.
Etwas schwierig ist schon, sein Hüpfen von Projekt zu Projekt. Manchmal ohne das vorhergehende beendet zu haben. DA bringe ich dann manchmal etwas Struktur rein, was mein Mann als durchaus hilfreich empfindet.
Ich beteilige mich übrigens nicht mehr an der Suche nach verlorenen, vergessenen Gegenständen wie Schlüsseln, Geldbeuteln... (habe nur 3 Jahre und den Hinweis einer Freundin gebraucht, um mich da zurückzunehmen  :00000285:)
Und das Chaos, das er in der ganzen Wohnung verbreitet, weil er alles fallen läßt, ist nun auch nicht mehr so schlimm. Ich packe eben alles zusammen und schaffe es in sein Zimmer. Damit können wir beide leben.
Auf seine spontanen Eingebungen (z. B. er holt mich von einer Fortbildung ab und sagt mir, Du ich habe ein Wohnmobil geliehen, wir fahren morgen in die Bretagne) kann ich mich mal mehr mal weniger gut einlassen...
Aber, alles in allem, machen meine beiden ADSler- Männer mit ihrer Eigenwilligkeit, Herzlichkeit und Spontanität mein Leben sehr bunt und reich.
Vielleicht ist es wichtg zu erwähnen, dass mein Partner eine langjährige Therapie gemacht hat. Weil er sich als junger Erwachsener nicht liebenswürdig fand, sehr eifersüchtig war und seinem Leben mit Hilfe seines Motorrades fast ein Ende gesetzt hat.
Schön, dass ich mir diese Prachtexemplar von Mensch schnappen konnte :icon_wink:.
Durch sein ADS haben wir sicher nicht mehr und nicht weniger Probleme als andere Paare. 
Herzliche Grüße
Sybille
Fridolin
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Fridolin » 18. Mai 2008 01:54

Hallo Morgenstern,
vielen Dank für Dein Posting,
hat mir in meiner momentanen Situation einfach nur "sau-gut" getan. Alles Liebe und Gute für Dich
wünscht Fridolin,
Witch
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Alter: 29

Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Witch » 1. Juni 2008 14:25

Tag allerseits,

Wow hab mich jetzt durch ca. 70% eurer Beiträge gelesen und (abgesehen vom Buchstabensalat in meinem Kopf  :icon_mrgreen: ) bin ich für diesen thread gerade wirklich dankbar.
Ich für meinen Teil bin wirklich froh auch ADSler-Stimmen dazu gelesen haben zu dürfen, das gibt dem ganzen einfach mehr Dichte und Substanz - Dankeschön^^

Noch vielleicht kurz zum besseren Verständnis: Ich bin seit längerem angemeldet, hab aber jetzt (PC endlich wieder funktionsfähig UND verfügbar) erst die Gelegenheit UND die Zeit mich hier durchzuklicken.
Mein Freund und ich (nicht-ADSlerin, aber... ach dazu später^^) sind seit ziemlich genau 1 Jahr zusammen, vor knapp nem Jahr wurde ADS bei ihm diagnostiziert. Nun war das natürlich gerade zur Zeit des Frischverliebtseins wo man ja eh nicht ganz knäcke ist und sowieso alles am neuen Partner irgendwie toll findet. Am meisten gefreut hat mich aber schon damals, dass sich seine Vermutung entgegen der Meinung einiger seiner Familienmitglieder ("Ach jaa komm man kann auch für jede Faulheit Gründe finden..." <-- so nach dem Motto) bestätigt hat, mit konkretem Wissen kann man konkreter umgehen.

Wenn ich so auf dieses Jahr zurückblicke - um auf die eigentliche, anfängliche Frage mal zurückzukommen - fällt mir als aller, aller erstes auf, dass es in unserer Beziehung eigentlich keine Probleme mit solchen Killern wie Routine oder Langeweile gab... Im Gegenteil...

Dazu muss ich sagen, dass ich mich selbst nicht als Stino bezeichnen würde. Ich konnte ihn zum Beispiel mehr als gut verstehen als er mir erklären wollte wie das ist wenn man 100 Gedanken auf einmal im Kopf hat - bin ja selbst oft verwirrt weil ich in manchen Momenten das Gefühl hab bei meinem Gedanken-Highway nicht mehr hinterher zu kommen. Auch die Tatsache, dass ich so viele Kleinigkeiten einfach völlig ungewollt vergesse nimmt er mir irgendwie nicht übel  :icon_wink:

Natürlich gibt's gewisse Reibereien - es ist schon nicht immer leicht und auch ich kenne das Gefühl, sich sehr stark verbiegen und extrem vorsichtig sein zu müssen. Gut, Dinge wie Zuspätkommen usw kommen halt vor. Mei. Das merkt er selbst, oft kann er auch nix dafür - wenn ich bloß denk wieviele "Normalos" andere versetzen... Im Gegensatz zu vielen anderen hier im Thread kann ich wohl in vielerlei Hinsicht aber auch gar nicht mitreden, da wir beide nicht zusammen wohnen und sich so ein Haufen 'Konfliktpotenzial' gar nicht ergeben kann. Sprich ausgenutzt fühl ich mich nicht, schließlich macht er sein Zeug selbst, und wenn ich ihm was helfen kann, kommt das Angebot von meiner Seite. Umgekehrt aber genauso.

Wenn ich meinen Freund jetzt mit anderen aus meinem Bekanntenkreis vergleichen sollte, müsst ich gleich mal sagen, dass er der wohl hilfsbereiteste Mensch ist, den ich kenne. Leider manchmal auch etwas zu hilfsbereit. Tausend andere Sachen sind wichtig, da wird ein Treffen halt mal aufgeschoben, schließlich darf eine Beziehung ja nicht einengen usw.
Völlig klar, aber hin und wieder macht mich das traurig, wenn ich auf die "Freundin nervt"-Schiene geschoben werde, nur weil ich der Ansicht bin, Freunde und Engagement sind zwar gut und wichtig, aber dafür dass ich ihm freie Hand lasse wo's nur geht wär's mir auch recht wenn er merken würde dass es für mich ein gewisses Opfer darstellt.
Hm... also ich hoffe irgendjemand versteht mich richtig bei diesem Kauderwelsch -.-

Eigentlich darf ich mich momentan ja nicht beschweren, erst neulich hatten wir nen wirklich schönen Abend, als er mich bei ner technischen Anschaffung begleitet hat und wir dann noch essen waren usw. Das sind so die Momente, in denen ich mich wieder über mich ärgere, weil ich mir schlecht vorkomm. 'Du weiß dass er viel zu tun hat, und er hat sich trotzdem die Zeit genommen, was willst du eigentlich?' - 'Es war nur so selten oder kurz in letzter Zeit'.

Generell hab ich mich nur teilweise (teilweise, nicht ständig aber zeitweise einfach häufiger!) als ein Nebenprojekt von vielen gefühlt, zwischen denen er rumspringt. Weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann.
Andererseits stell ich an anderen Tagen fest 'hey, wir fahren weg und er hat schon alles organisiert und gemanagt, wenn ich ihn machen lasse (und darauf vertrau dass sein System auch tatsächlich als System funktioniert - was aber zu 98% wirklich der Fall ist!) klappt alles bestens und er freut sich ja auch wenn keiner rumzickt und nörgelt.

Ich glaub ich war zwischenzeitlich keine gute Partnerin für einen ADS-ler... Als es noch nicht sicher war und ich mich einfach schlechter zurückhalten konnte. Ich fürchte ich hab ihn damit mehr unter Druck gesetzt als er zugibt  :umpf:
In dieser Beziehung hab ich aber selbst erst festgestellt, dass manche Macken bei mir stärker ausgeprägt sind als ich dachte, daher: Geduld haben...
Übrigens weigere ich mich ihn für tausend Kleinigkeiten zu loben wie's mir mal (nicht hier, von ner Bekannten deren Bruder AD(H?)S hat) empfohlen wurde!
Ich bin doch kein Hundehalter, sondern mit einem wunderbaren Menschen zusammen!
Klar hat er Dinge, die für ihn organisatorische Großprojekte sind, aber sofern sie nicht direkt unsere Beziehung betreffen lass ich ihn machen, versuch ihn anzuspornen und freu mich mit ihm. Und da es mit meiner Gesundheit wieder bergauf geht (Schilddrüse) kann ich glaub ich (bzw. hoff ich^^) auch gelassener sein. ('Der macht das schon... vielleicht anders als ich es machen würde, aber er macht es')

O Gott. was für ein Beitrag...Sorry -.-
Eigentlich wollt ich ja nur schildern, dass gewisse Seiten an ihm schwierig sind und, ja, manchmal auch traurigerweise verletzend, aber unsere Beziehung möchte ich trotzdem nicht missen, weil er besagte Seiten nicht aus Arschlochtum, sondern einfach so hat und es ihm dann selbst leid tut. Daher gehören auch wir zu den Schnell-wieder-Versöhnern (zum Glück...).
Das letze Jahr war das schönste in meinem (zugegebenermaßen noch jungen  :icon_mrgreen: ) Leben, wir haben so viel gemeinsam - meinen ADSler würd ich gegen keinen saubermännischen, dauerpünktlichen, gesprächszirkelführenden, unkreativen "Normalo" tauschen, der mich ja dann doch nicht versteht, nee nee das is schon richtig so, 'das ADS' gleicht zumindest rein auf unsere Partnerschaft angewendet in meinen Augen die Macken ja hinreichend selbst wieder aus und das macht ihn wiederum so besonders :inlove:
"Werde, was du bist" (F. Nietzsche)
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von feierflo » 2. Juni 2008 13:12

meiner meinung nach gibt es 2 sorten von AD(H)Slern

einmal den der es weiss und als chance sieht an sich zu arbeiten ,sich selbst so mit seinen macken akzeptiert und so reflektiert um anderen helfen zu können wie man mit ihm umgehen kann ,und auch erkennt das es für andere schwierig ist mit sich umzugehen ,denn wer erkennt das man macken hat der hat auch probleme (gehabt) mit sich selbst umzugehen

und es gibt die AD(HSler die sich auf der diagnose aussruhen ,so nach dem motto ich habe AD(HS und kann tun und lassen was ich will weil ich nichts dafür kann

zu der ersten sorte gehöre ich ,ich weiss das mein umfeld schwierigkeiten haben muss mit mir umzugehen ,ich vergesse ständig thermine ,raste schnell aus ,fühle mich oft unverstanden und bekomme oft von gesprächen nur die helfte mit
aber ich ruhe mich nicht darauf aus ... ich habe selber probleme damit das ich so bin wie ich bin
aber ich habe gelernt damit zu leben ,das heisst aber net das es mir egal ist was ich tue ,wenn mich jemand an einen thermin erinnert bin ich dankbar dafür und sage es auch ,wenn ich mal wieder ohne grund (für andere) ausgerastet bin (ich für meinen teil hatte in dem moment nen grund aber das können die anderen ja net immer nachvollziehen) versuche ich mich wieder runterzubringen und es den anderen zu erklären
es fällt mir nicht leicht und ich bin oft am boden weil ich gesselschaftsfähig sein möchte
fehler einzusehen und anzuerkennen fällt mir wohl schweerer als anderen ... aus fehlern zu lernen dauert bei mir länger ,aber gerade weil ich weisss das ich AD(H)S habe ich auch eine verantwortung den anderen gegenüber und kann mich net auf der diagnose ausruhe ,arbeiten muss jeder an sich
ob nun AD(H)Sler oder nicht
uns fellt es schweerer und es dauert länger ,aber wir müssen es auch tun
als nicht AD(H)Sler kann man einen AD(H)Sler nur unterstützen indem man ihm dabei hilft
es bringt nichts alles durchgehen zulassen und sich selber zurückzustellen weil er ja nun mal so ist
das wird auch dem partner mit AD(H)S nichts bringen
ich bin für kritik an mir im nachhinein immer dankbar auch wenn ich im ersten moment an die decke gehen und mich echt mies fühle weil mir kritik weh tut ,aber es ist nur zu meinem besten denn dann kann ich mich und meinen partner besser einschätzen
an einer beziehung müssen beide arbeiten ob man AD(H)S hat oder nicht
AD(H)Sler sind schwierig da muss tolleranz auf beiden seiten sein
ich muss tollerieren das ich schwierig bin und mein partner probleme mit mir hat
und er muss tollerieren das meine aussraster nicht immer wirklich ernst zunehmen sind ,ich net absichtlich manche dinge vergesse ich ihm net absichtlich nicht zuhöre
aber ich muss auch tollerieren das es ihm schweer fällt meine unbeständigkeit auszuhalten ,mein kaos mitzutragen
und das tue ich ,ich danke ihm dafür das er mich so annimmt wie ich bin
denn es ist keine selbstverständlichkeit ,er muss es nicht ,aber er will es
klar haben wir probleme ,wir streiten uns manchmal sehr helftig und ich kann dann überhauptnicht verstehen warum er so gemein zu mir ist und hasse ihn dafür das er so ist wie er ist und meinen gedankengängen nicht volgen kann
und irgenwann weiss ich es auch wieder das er nicht volgen kann weil er nicht in meinen kopf gucken kann
aber dann den arsch in der hose zu haben und das zuzugeben fällt mir sehr schweer
mich zu entschuldigen das ich gemein war ist hart ,aber es muss sein
ob ich nun AD(H)S habe oder net ,entschuldigen muss man sich für fehlverhalten ob man nun was dafür kann oder nicht
und das muss man sich bewust machen und dann kann auch eine beziehung funktionieren

und an alle die zur zweiten gruppe von AD(H)Slern gehört :
ja ihr seit anders und ihr könnt nichts dafür aber jemanden zu haben der euch liebt so wie ihr seit ist nicht selbstverständlich
seit dankbar dafür und macht es denen nicht schweerer als unbedingt notwendig
reflecktiert euch selber und gebt auch fehler an euch zu ,und versucht mal auf dem teppich zu bleiben auch wenn es schweer fällt
es dauert lange bis man was verändern kann ,aber das schafft man auch als AD(H)Sler
man kann nicht alles ändern aber man sollte es immer versuchen
Zuletzt geändert von feierflo am 2. Juni 2008 13:30, insgesamt 1-mal geändert.
rechts in der ecke steht ein sack mit buchstaben
bitte die die zu viel sind reinschmeissen und wenn einer fehlt raussuchen
dann sind meine texte besser zu lesen ;-)
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Daggi
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Daggi » 2. Juni 2008 13:54

Kann dem was Feierflo  geschrieben hat ,nur zu stimmen, denn mir geht es genauso. Nur so zu beschreiben wie sie das kann, kann ich leider nicht. Tut mir sehr schwer damit, Sätze richtig zu schreiben und zu formulieren. Meist fange ich den Satz von hinten an zu schreiben.
Dafür habe ich andere Stärken.
Liebe Grüße
Daggi
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von visionblue » 3. Juni 2008 14:59

[quote=&quot;feierflo&quot;]
meiner meinung nach gibt es 2 sorten von AD(H)Slern

einmal den der es weiss und als chance sieht an sich zu arbeiten ,sich selbst so mit seinen macken akzeptiert und so reflektiert um anderen helfen zu können wie man mit ihm umgehen kann ,und auch erkennt das es für andere schwierig ist mit sich umzugehen ,denn wer erkennt das man macken hat der hat auch probleme (gehabt) mit sich selbst umzugehen

und es gibt die AD(HSler die sich auf der diagnose aussruhen ,so nach dem motto ich habe AD(HS und kann tun und lassen was ich will weil ich nichts dafür kann

[/quote]

Hallo feierflo, ich bin Nicht-ADSler und habe seit drei Monaten eine ADHS-betroffene Freundin. Bei ihr muss ich zwischenzeitlich einschätzen, dass sie leider zur zweiten Kategorie gehört. Die Gefühlschwankungen und das zeitweilige völlige Abblocken (Ich-Bewusstheit) machen mich völlig fertig. Es ist tage- und wochenlang wunderschön mit ihr (ich liebe sie!!!) und dann von jetzt auf gleich werde ich "in die Ecke" gestellt wie ein Spielzeug. "Ich möchte für mich allein sein!" OK kann ich mal akzeptieren, wenn ich weiß, dass das auch mal wieder aufhört. Der Spruch: "Bezieh das bitte nicht auf dich! Nimm es nicht persönlich! Ich bin halt so!" bringt mich nicht weiter und zeigt mir, dass bei ihr nicht ansatzweise die Einsicht gegeben ist, dass man sich vielleicht mit dem Syndrom selbst auseinandersetzen muss. Zur Zeit ist jedenfalls die ganze Beziehung eine Einbahnstraße was die Kommunikation betrifft. Für mich ist ADHS ziemlich heftig im Erleben ... ich will sie aber auch nicht hängen lassen und mich wieder trennen. Ich aber weiß aber nicht, wie lange ich dieses ständige An- und Ausschalten noch ertragen kann.

Danke für euren Rat - Jens
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von Witch » 3. Juni 2008 19:37

Hi Jens,

Das Gefühl, in gewissen Momenten nur der "Partner in der Warteschleife" zu sein, hatte ich auch schon und andere sicher auch.
Hast du deiner Freundin gesagt dass es zwar leicht ist zu sagen "nimm's nicht persönlich", aber für dich eben schwierig, sowas auch zu akzeptieren wenn's häufiger so vorkommt, und dass sie dich damit in eine ganz komische Rolle bringt? (So hab ich das zumindest empfunden: Er ist mir nicht egal, drum kann ich nicht einfach schulterzuckend 'ja klar ok mach du nur' sagen, aber auf die nörgelnde und um Zeit und Gehör "bettelnde" oder "pochende" Freundin bzw. Freund möcht man sich auch net herabstufen lassen)
Hatte da mit meinem Freund auch mal sehr schlechte Stimmung weil er dachte, es sei mit so nem Satz alles getan und bestens...
Wenn er das Alleinsein braucht, ist das auch kein Thema, ich weiß zwar dass er dann wahrscheinlich den Nachmittag vorm PC verbringt und ich bei schönstem Wetter dann halt doch mit Freunden was unternehm, aber das kommt net oft vor und wenn, dann isses meinstens wegen irgendetwas konkretem und er entschuldigt sich ganz ehrlich...
Wenn ich mich dann zurückgezogen hab kommt dann meistens doch von ihm die Initiative :icon_wink:
Allerdings muss ich dazusagen, dass er eindeutig der "ersten Kategorie" (s.o.) angehört.

Dass du dich "an- und ausgeknipst" fühlst kann ich verstehn :-(
Ratschläge find ich für andere Beziehungen immer sehr schwierig(Man kann sich ja so leicht ungewollt zum möchtegern-Klugschwätzer machen^^)
Oft hört man ja so kluge Sachen wie "halt dich zurück, dann merkt er/sie schon was ohne dich is" - hat mir noch nie geholfen, mag keine Hin-und-Her-Spielchen; aber seit wir genau darüber reden konnten können beide spezifischer auf den anderen Rücksicht nehmen und er muss sich nicht eingeengt oder unter Druck und ich mich nicht "abgestellt" oder "zurückgesetzt" fühlen...

Ich hoff ganz arg dass ihr das noch gut hinbekommt und doch noch einen Weg findet, dass deine Freundin die Problematik auch einsieht!

Viel Erfolg beim Dran-Arbeiten  :smt023:

Lg Heike
"Werde, was du bist" (F. Nietzsche)
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitrag von papillonindigo » 3. Juni 2008 20:01

Hallo jens,

"Ich möchte für mich allein sein!" OK kann ich mal akzeptieren, wenn ich weiß, dass das auch mal wieder aufhört. Der Spruch: "Bezieh das bitte nicht auf dich! Nimm es nicht persönlich! Ich bin halt so!" bringt mich nicht weiter und zeigt mir, dass bei ihr nicht ansatzweise die Einsicht gegeben ist, dass man sich vielleicht mit dem Syndrom selbst auseinandersetzen muss.


Für mich ist die reaktion von deine freundin noch keine beweis dass sie nicht an sich arbeitet... Sie ist zwar (in moment so), und kann dich wahrscheinlich es alles nicht besser erklären. Ist so bei ADS dass man auch so oft versucht etwas zu erklären und dann auf unverständniss gestossen dass man einmal vielleicht aufgiebt.

Ich kenne auch diese bedürfniss nach rückzug und muss sagen dass es schwierig es zu erklären warum. Erstauntlichweise brauche ich mehr solche momente, weil ich an mich arbeite...

Sonst wie witch dir sagt, kannst du immer noch deine freundin erklären wie du dich dabei fühlst.

lg
:vier: So geht es mir beim Rebound oder nach einem langen Stadtbummel
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