An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

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Hyper@fokus
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An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Hyper@fokus » 1. April 2007 12:16

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin betroffener von ADS.

Für meine "Leidensgenossen"  :) und natürlich auch mich wäre es sehr interessant zu Wissen,

wie denkt Ihr so über uns?

Was stört euch denn am meisten im Hinblick auf die zwischenmenschliche Beziehung?

Ihr dürft ehrlich, offen und herzlich posten...

Vielen Dank!

MFG Hyper@fokus
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Hyper@fokus » 2. April 2007 00:43

Bitte entschuldigt meine höfliche Anrede! :fr:
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Eva
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Eva » 2. April 2007 00:52

:icon_wink: :icon_mrgreen: Ist ok, nur bei uns etwas sehr, sehr ungewöhnlich. Beim Lesen in diesem Board wirst Du übrigens auch viele Antworten auf diese Frage finden.  :icon_wink: LG  Eva
Zuletzt geändert von Eva am 2. April 2007 00:55, insgesamt 1-mal geändert.
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Hyper@fokus » 2. April 2007 01:47

OK! DANKE
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sassa
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon sassa » 2. April 2007 07:08

guten morgen,

Ich bin betroffener von ADS.

Für meine "Leidensgenossen"  und natürlich auch mich wäre es sehr interessant zu Wissen,

wie denkt Ihr so über uns?

Was stört euch denn am meisten im Hinblick auf die zwischenmenschliche Beziehung?


wenn ich deine bitte hier lese frage ich mich wieso ??

zwischenmenschliche beziehung ? adsler / und nicht adsler???

mal ehrlich perfekte beziehungen gibt es nicht und für mich ist es irrrelevant ob ads oder nicht sondern ob mir die beziehung gut tut . oder ob ich immer nur gebe mich drehe biege und dennoch nichts zurückbekomme.

es ist für einen partner ein leichtes in dem fall ein nicht adsler auf einen adsler rumzuhaken.
wieso ? weil adsler im grunde stets bemüht sind anderen gerecht zu werden sie sehr offen sind und somit sich auch leicht zum opfer machen können indem der andere sich darauf einschiesst das nur der adsler beziehungsunfähig ist .

was tun adsler??? sie gehen in therapie.....erlernen neue verhaltensregeln.....nehmen medis (meistens) .....sind z.t. sehr kommunikativ.....entschuldigen sich ständig.....haben oftmals mehr feingefühl.....und versuchen krampfhaft jedem und allem gerecht zu werden.

was tut der *normalo* nichts mehr denn im grunde haben diese eigentlich ein mehr als bequemes leben mit einem adsler denn ich vergass das adsler multitask fähig sind.

ein normalo muss sich nicht mehr selbst reflektieren wozu auch denn sein opfer ist ja da ....der adsler der eh immer an sich selbst zweifelt und diese opferrolle gerne übernimmt vielleicht weil er es nie anders erlernt hat.

bitte entschuldige aber ich kriege krätze bei solchen fragen denn werdet euch mal klar das adsler KEINE beziehungsunfähigen menschen sind. sondern diese oftmals an den normalos scheitern weil adsler sich in beziehungen eben sehr oft zum opfer machen.

dies ist eine antwort von einer adslerin die seit jahren medis nimmt wo viele die mich kennen meinen ich wäre zu *normal* und die an ihrer beziehung zu einem normalo gescheitert ist weil sie wiedermal sich zum opfer gemacht hat.

ganz liebe grüsse *sassa* 
Die Kunst des Lebens besteht darin, die Höhen unseres Denkens mit den Tiefen unserer Gefühle in Einklang zu bringen.
sandie_16

Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon sandie_16 » 3. April 2007 18:33

hallöle  :icon_wink:

also eigentlich finde ich die Frage jetzt nicht so schlimm

im gegenzug könnte man fragen: Was stört einen Ads´ler an einem sogenannten Normalo?!

wer trägt schuld, das beziehungen nicht funktionieren find ich ehrlich gesagt überflüssig zu fragen

@sassa: hyper@fokus ist selbst ads´ler. wenn du das von ihm also so verstanden hast, dass er ads´ler nur kritisieren will, dann kritisiert er sich doch selber

ich denke, dass man zwischen "normalo" und ads´ler nicht so viele Unterschiede machen sollte, denn beide "gruppen" haben vor-und Nachteile. Beide ergänzen sich und ein Mittelweg muss gefunden werden, wie in jeder andren Beziehung doch auch, oder irre ich mich?!

Ich finde ads´ler sind super Menschen und genauso beziehugnsfähig wie "normalos". )ich hasse dieses wort, denn wer ist schon normal?!  :icon_mrgreen:)
und ads´ler haben genauso ihre tollen Eigenschaften und ihre schlechten , egnauso kann das aufbrausende Gemüt bei manchen doch auch mal gut sein in einer Beziehung, denke ich


LG sandie
Morgenstern

Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Morgenstern » 3. April 2007 20:54

Hallo


Ich finde es ist einfach zu einfach auf die Schiene zu laufen daß Beziehungen von ADS´ler nicht klappen weil sie ADS haben !!

Jeder Mensch ist einzigartig , egal wie er aussieht , was er macht , welche Hautfarbe er hat oder so .

Es klappen beziehungen von ADS genauso , wie Beziehungen von Nicht ADS´lern in die Brüche gehen .

Ich denke es macht keinen Unterschied !!

man muß in allen Lebenslagen kämpfen und arbeiten und ne Beziehung an der nicht gearbeite wird wird irgendwann mal in die Brüche gehen .

Jeder der an sich und an der Beziehung arbeitet wird davon profitirern - egal wie .

TOLLERANZ IST DAS WORT !!


Gruß Morgensetrn
Spinoza
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Spinoza » 4. April 2007 10:29

[quote=&quot;Morgenstern&quot;]

Ich denke es macht keinen Unterschied !!

man muß in allen Lebenslagen kämpfen und arbeiten und ne Beziehung an der nicht gearbeite wird wird irgendwann mal in die Brüche gehen .

Jeder der an sich und an der Beziehung arbeitet wird davon profitirern - egal wie .

TOLLERANZ IST DAS WORT !!


Gruß Morgensetrn
[/quote]

Guten Morgen Ihrs,

ich schließe mich hier den Worten von Morgenstern an.

Es ist doch oft so, dass es sich etwas vorgenommen wird. Aber; Was man sich vornimmt, das hilft nichts.

Die Erwartungen an den Partner werden in unrerreichbare Höhen geschraubt, er wird glorifiziert, und durch die Liebe, oder besser Verliebtheit, sieht man oft nur dass was man sich selbst vorhält. Den Liebsten oder die Liebste werden nicht so gesehen wie sie wirklich sind. Man sollte besser hinschauen.

Es wird vorausgesetzt, das alles so ist oder wird, wie man sich es erträumt. Und dann, plötzlich kommt das Erwachen, die harte Landung. Oft weil man von sich Selbst und natürlich deshalb auch von dem Anderen, zu viel erwartet.

Aber um meiner Meinung nach eine erfüllte Partnerschaft, Liebesbeziehung oder Ehe zu führen, sollte man erkennen was zentral ist, nämlich:

"Der Hund an der langen Leine kommt lieber zurück!"

Das hat nichts mit ADS(H) zu tun, meiner Meinung nach.

Ich wünsche jedem einzelnen von Euch, eine glückliche und erfüllte Partnerschaft
Zuletzt geändert von Spinoza am 4. April 2007 10:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Sammy » 4. April 2007 12:54

Ich (als Partnerin eines ADSlers) finde deine Frage ein bisschen allgemein. Was genau willst du eigentlich wissen? Und aus welchem Grund?

An alle: mir fällt hier immer wieder auf, dass Leute sich konkret an die "normalen" Partner wenden, und dann von denen, die gar nicht angesprochen waren, ziemlich angegriffen werden. Um einen der vorherigen Beiträge noch aufzugreifen: Toleranz ist das Wort !!

Aber eigentlich will ich ja versuchen, auf die Frage zu antworten. Für mich gibt es keinen Zweifel, dass im Allgemeinen eine Beziehung mit einem ADSler schwieriger ist, als eine Beziehung zu einem Nicht-ADSler. Bei uns entstehen die größten Probleme dadurch, dass es ihm so schwer fällt, Vereinbarungen einzuhalten. Dadurch, dass er unpünktlich ist. Dadurch, dass ich mich nicht meistens nicht auf ihn verlassen kann. Dadurch, dass ich ständig damit rechnen muss, dass er wegen eines spontanen Einfalls jede Planung über den Haufen wirft. Wenn er dann noch sein Handy vergisst, sitze ich zuhause, habe keine Ahnung, wo er steckt und mache mir Sorgen, weil er schon wieder Stunden zu spät ist. Besonders schön ist es auch nicht, dass er zuhause ständig Chaos um sich herum verbreitet. Um aufgeregte Kommentare zu vermeiden, ja, ich mag es gerne aufgeräumt  und habe keine Lust, in einem Saustall zu leben. Und ja, ich räume es dann eben selbst weg. Ist auch nicht unser größtes Problem.

Gerade aktuell geht es mir furchtbar auf die Nerven, dass wir eigentlich schon heute in den Urlaub fahren wollten, das aber wieder nicht klappt, weil er ohne Absprache mit mir einen Auftrag angenommen hat, (wir sind gemeinsam selbständig) der jetzt erst fertig werden muss. Wenn wir dann (morgen oder sonstwann) endlich abfahrtbereit (nachdem Einpacken und Kofferschleppen sowie Einladen meine Aufgabe war)  im Auto sitzen, muss ich damit rechnen, dass ihm in letzter Minute noch was einfällt und er eine weitere Stunde einfach mit unserem zweiten Auto verschwindet, um noch schnell was zu erledigen. Ohne Bescheid zu sagen, versteht sich.

Reicht das fürs Erste? Ich kann diese Liste noch beliebig weiterführen, dann sitze ich morgen noch hier.

Und eigentlich bin ich tatsächlich der Meinung, dass mein Mann (zumindest zur Zeit noch) beziehungsunfähig ist. Weil eine Beziehung eben ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist und davon lebt, dass man sich auf den anderes verlassen kann.

Wir sind trotzdem seit 17 Jahren zusammen und werden es sicher auch weiterhin sein. Aber eine große Herausforderung ist es schon.

LG, Sammy
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon mesme » 8. April 2007 00:00

Hi,

ich kann mich Sammy nur anschließen. Bin ziemlich sicher nicht-ADSlerin, mein Mann ziemlich sicher schon.

Was soll ich sagen, unsere Ehe sah bis vor kurzem nach Scheidung aus, wegen genau der Probleme, die Sammy geschildert hat. Ich kam mir ziemlich vera... und ausgenutzt vor als Organisatorin, Geldgeberin und Hinterherräumerin, die auch noch Schuld daran sein sollte, dass Schatzi nicht das LEben führt, das er gerne führen würde, sprich, auch noch als Sündenbock.

Bis ich dann auf Beschreibungen von ADSlern gestoßen bin und mit einem Riesenseufzer feststellen konnte, woher ziemlich viele unserer Probleme stammen. Mein Mann hat es dann auch recht schnell nachvollziehen können, und seitdem geht es nach 4 echt quälerischen Jahren mit unserer Ehe wieder aufwärts.

Trotzdem sind oben erwähnte Macken immer noch da, Ritalin hat noch nicht so viel geändert, und wir brauchen meiner MEinung nach eine ADHS-spezifische Paartherapie -- die normale hat überhaupt nichts genutzt, da ich dort eigentlich nur eine Bestätigung meiner Sichtweise (er solle mal im hier und jetzt ankommen und seine Träumereien der Realität anpassen) gefunden habe. Hat ihm -  und damit uns - natürlich null geholfen.

Es schreiben hier ja einige - egal ob ADHS oder nicht, jeder hat halt liebenswerte und nicht so liebenswerte Seiten -- das stimmt natürlich auch, aber für mich war es erstmal ein Schock,  Beschreibungen von ADHSlern zu lesen, die ja auhc viele positive Seiten enthalten (Spontanität, Kreativität, extreme "liebheit" zu Kindern, Tieren, Hilfsbedürftige) und mich fragen zu müssen -- moment, wo bleibt eigentlich die Person von meinem Mann hinter diesen ADS-spezifischen Eigenschaften. 

Und wenn sich ADSler als Opfer ihrer Partner fühlen, kann ich nur sagen, ich hab mich oft genug selber als Opfer gefühlt und ausgenutzt -  siehe oben.

Ganz klar, zur Partnerschaft gehören zwei, zu den Problemen auch, aber viel wichtiger als die Suche nach "Schuldigen" ist die Anerkennung, dass beide häufig unter so einer Beziehung (solange die Problematik nicht klar ist) leiden, und dass beide sich bemühen müssen, einen gemeinsamen Weg zu erarbeiten. Und das gelingt nur, oder deutlich besser, wenn beide das Problem ADHS erkennen und anerkennen. Amen.

So, jetzt wär ich auch daran interessiert, was die ADSler an den Normalos so hauptsächlich stört (und ob jetzt das gleich kommt, was mein Mann immer an mir kritisiert.... :-)

Sorry, der Ton ist sicher nicht 100%ig diplomatisch, aber wie man sieht, muss ich noch einiges aufarbeiten...

mesme
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lola57
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon lola57 » 8. April 2007 06:40

@mesme

wo bleibt eigentlich die Person von meinem Mann hinter diesen ADS-spezifischen Eigenschaften. 


Das kannst du nicht trennen, es ist ein Teil seines Wesens.
Was jetzt nicht heissen soll, dass er Sklave seiner Macken ist.
Wer ein höllisches Temperament hat, muss Beherrschung lernen, und wer Chaos im Kopf hat, muss Ordnung lernen bzw. Dinge bewusst delegieren.

Wir Alle haben unsere Anlagen, mit denen wir geboren sind - und die Option, was wir daraus machen. Beim ADSler sind manche Lernprozesse aber oft erst nach der Diagnose und damit verbundenen Selbsterkenntnis möglich.

Ach ja, ich bin Mischtyp und habe 49 Jahre lang nicht gewusst, was mit mir los ist.

lg

lola
Nur weil etwas einfach ist, muss es noch lange nicht leicht sein.

Ich vergesse nur wichtige Dinge - Details merke ich mir ewig.
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Birk » 9. April 2007 17:37

[quote=&quot;sassa&quot;]

was tun adsler??? sie gehen in therapie.....erlernen neue verhaltensregeln.....nehmen medis (meistens) .....sind z.t. sehr kommunikativ.....entschuldigen sich ständig.....haben oftmals mehr feingefühl.....und versuchen krampfhaft jedem und allem gerecht zu werden.

was tut der *normalo* nichts mehr denn im grunde haben diese eigentlich ein mehr als bequemes leben mit einem adsler denn ich vergass das adsler multitask fähig sind.

ein normalo muss sich nicht mehr selbst reflektieren wozu auch denn sein opfer ist ja da ....der adsler der eh immer an sich selbst zweifelt und diese opferrolle gerne übernimmt vielleicht weil er es nie anders erlernt hat.
 
[/quote]

Hi ihr

Das trifft zumindest für meine Erfahrungen nicht zu! Warum sollten nur ADSler Therapien machen, während der Nicht-ADSler sich selber nicht reflektieren muss?

Ich erlebe es in meiner Beziehung jedenfalls nicht so. Mein Partner ist ADSler, bei mir wurde es nicht ärztlich bestätigt (habe es nie abklären lassen), vermute aber, dass es zumindest in einigen Bereichen zutrifft, in anderen wiederum fühle ich mich als Nicht-ADSLerin.

Ein bequemes Leben? Nee, das ist es bestimmt nicht. Ich habe oft den Eindruck, dass ICH  diejenige bin, die reflektiert, an der Beziehung versucht zu arbeiten ("versucht", weil ich mich da ziemlich alleingelassen fühle) und ziemlich erfolglos immer wieder versuche, Gespräche  zu führen, zu fragen, zu verstehen, zu klären - mit nur mässig Resonanz. Oft fühle ich mich schlecht, weil ich merke, dass ICH mich verbiegen muss, bloss, damit kein Streit entsteht - und in aller Regel bin ich diejenige, die sich entschuldigt, wenn was schief gelaufen ist...

Pauschal zu sagen, ADSler sind immer die Opfer, die Therapien machen, sich hinterfragen, neue Verhaltensregeln lernen wollen, beziehungsfähig weil sensibel sind, während Nicht-ADSler sich bequem zurücklehnen können, weil sie ja sog. "gesund" sind, das ist für mich ZU einfach. Ich erlebe es jedenfalls ganz anders....

Ich bin überzeugt, dass die Fähigkeit, Beziehungen aktiv gestalten zu wollen, die Bereitschaft, sein eigenes Handeln zu reflektieren, an der Beziehung gemeinsam zu arbeiten, dass dies schlicht eine Charakterfrage ist. Und vielleicht auch eine Frage der sozialen Kompetenz und der inneren Reife. Aber bestimmt nicht einer Frage, ob ADS oder Nicht-ADS!

LG
Birk
Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.

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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Sternchen1209 » 9. April 2007 20:34

Ich bin am ende,

Warum immer ich!!!!

Ich habe über eine Stunde einen sehr gelungenen Beitrag votmuliert.
Auf den ich mehr als stolz war.
Und als ich schreiben drücken wollte ist der Pc abgestürzt!
Ich weis nicht was das nun wieder zu bedeuten hat?

Aber alles in allem
ging es mir darum das ich finde viele von uns Erwachsenen haben keine realistische chance
in einer Partnerschaft klar zu kommen.
Da nicht erkannt, unbehandelt und von der vergangenheit meist negativ geprägt, unser eins (ich habe selbst ADHS)
zu sehr unter ADS(H) leidet oder den Komotbitäten.
Und mit dem willen allein nichts zu verändern ist.

Allso setze ich meine Hoffnung und die zuversicht auf die kommenden Generationen.
Die, so hoffe ich, durch mehr wissen und verstendniss,
Führung, bestärkung, früh entwickeln von Strategien mit dem wissen um die defiziette,
ein gutes, positives Selbstbewustsein erlangen.
Um dann als etwas ganz besonderes, mit vielen guten positiven eigenschaften,
ein erfülltes, glückliches leben auch in einer Partnerschaft führen zu können.

Darum werde ich nicht aufgeben!
Auch wenn es mir und meiner Ehe nur wenig weiter hilft.
Denn oftmals ist ADS(H) doch eine sehr schwere krankheit mit ungeanten auswirkungen
und kaum zu meisternden Schwächen, Fehlfunktionen und komorbitäten denen wir nicht gewachsen sind
Und schon garnicht eine Partnerschaft mit 2 betroffenen Erwachsenen und von 3 Kindern bis her einem Diaknostiezierten Kind.

So steht es auch um meine Ehe nicht wirklich gut!
Aber ich will mit meinem wissen und dem verständnis um ADS(H) meinen kindern
einen positiven start in ihr leben ermöglichen.
Und vieleicht, so den grungstein legen für eine tolle Partnerschaft mit einem ausergewöhnlichen, besonderen, sehr viel stärken habendem Menschen. Der in seinem Leben mit ADS(H) glücklich ist und seinen Platz finden.

Das hoffe ich, ist die zukunft.
Und für die realität sehe auch ich oft nur unüberwindbare Hürden.
Da fast jeden von uns ADS(H)ler eine eher negative vergangenheit prägt.

Schade der bericht den ich geschrieben habe war ein teil von mir und meinem Gefühlen, Sichtweisen zu diesem Thema!
Nun nur das vieleicht wesentlichste.
LG Sternchen1209
Heute schon gelacht,
das Leben ist zu kurz um es zu hassen!
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon mesme » 14. April 2007 22:27

HI,

ich bezieh mich gerade hauptsächlich auf das Posting von Birk...

Fiel mir so ein, weil ich gerade Zoff mit meinem Ehemann habe... Auch bei ihm ist es so: Man kracht sich, (vielleicht hat ER ja auch mal Scheiße gebaut?), und auf einmal bin ich Schuld. Obwohl es eigentlich so angefangen hat, dass ich ihm einen Vorwurf gemacht habe oder sauer auf ihn war.

Und wenn ich will, dass wieder alles halbwegs ins Lot kommt, darf ich mich noch entschuldigen. Zumindest ist das so mein Eindruck.

Ich finde, es ist so eine komische Mischung bei ihm aus übersensibel sein, viel auf sich beziehen (aber leider nicht das richtige...) und Schuld gerne auf andere abwälzen.

Es gibt zwar schon Momente, wo er durchblicken läßt, dass ihm schon klar ist, dass er Mist macht, aber in den Situationen selber ist er die Unschuld in Person und läßt gar nichts an sich ran. Klar, wer kommt schon gut mit Kritik klar, aber im Brustton der Überzeugung mir vorwerfen, ich habe was weggeschmissen, (wohlgemerkt, eigentlich ja wissend, dass er selber der Schussligere in der Beziehugn ist), wo sich dann rausstellt, dass er selbst es war und sich dann nicht entschuldigen und hinterher nicht mal dran erinnern können, was er da erzählt hat...


Na, das ist schon die Härte.

Bäh. Was macht man da? Ausser versuchen, nicht auszurasten (was mir nur teilweise gelingt) und seine gespielte Coolheit zu übersehen, weiss ich da echt nicht weiter. Immerhin bin ich ganz froh, inzwischen zu wissen, dass es ja wohl nicht nur an mir, sondern auch an seinem ADS liegt.

mesme, die grad echt... :aufsmaul_2: und gleichzeitig kotzen könnte
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon joyce » 27. April 2007 17:27

Leute... habe ich die Nase voll

Ich darf mich eben vorstellen? ...Ich bin das arroganteste, eingebildeteste und egoistischste Wesen auf dem Planeten,
( laut Aussage meines ADSler Partners)

Es reicht eben nicht wenn man seinem Partner mit Liebe und Verständnis entgegen kommt, seine Unordnung beseitigt, ihn versorgt, ihm geduldig zuhört ( obwohl, ich verstehe ja doch immer alles falsch), rücksicht auf ihn nimmt, weil, er hat ja ADS, muß wohl was ganz besonderes sein.

Ich könnte ein Buch schreiben über seelische Verletzungen die ich erfahren durfte.
Ist schon interessant was ADSler hier über die sogenannten " normalos" schreiben. Ich sehe mich inzwischen nicht mehr als "normal", dafür hat mein Partner schon gesorgt, vieleicht kann mir ja mal jemand von ihnen sagen wo ICH Hilfe finden kann.
Falls jetzt jemand auf die Idee kommt das ich wütend bin,......... JA, stimmt.

Es geht in meinem Kopf nicht rein, das ich wie ich mich auch drehe und wende alles verkehrt mache.
Er braucht so viel Aufmerksamkeit, alles muß sich um ihn drehen, jeder muß rücksicht nehmen, wann fängt ER mal an rücksicht zu nehmen? Wenn sich nicht alles um ihn dreht, dann folgt ein Wutanfall.
Ich nehme mich selbst schon bald garnicht mehr wahr, habe selbst angst mit ihm über Banalitäten zu sprechen, je nach Laune kann der Schuß nach hinten losgehen und die nächsten 4 bis 5 Tage bin ich an allem Elend dieser Welt schuld.
Angeblich tue ich nichts für ihn,....aber er trägt mich auf Händen ( warum merke ich davon nichts?)
Aber einen Vorteil habe ich... ich kann mich von ihm trennen, er sich von sich nicht.
in diesem Sinne
joyce
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Sternchen1209 » 28. April 2007 11:49

joyce,
die worte haben mich bewegt ja du bist Sauer,
Sicherlich auch zu recht.
Aber ich selbst habe einen so Ähnlichen Mann.
Verstehe die selben dinge nicht.
Mit dem unterschied ich habe es selbst.
Und auch ich habe gelernt.
Von mir und meinem Schicksal mich trennen
kann ich nicht aber viele ander auch nicht.
Ich kann es annehmen.
Und Ich bin so weit zu sagen,
Das wir besondere Menschen sind
viel leisten und geben können.
Wenn wir verstehen und annehmen.
Um so wege und Strategien zu finden
mit unseren Schwächen klar zu kommen.
Ich wünsch dir Kraft und Gelassenheit,
Und Hoffnung nicht die Überzeugung ist,
das etwas gut aus geht,
sondern die gewissheit, das etwas Sinn hat,
egal wie es Ausgeht.
GLG Sternchen1209
Heute schon gelacht,
das Leben ist zu kurz um es zu hassen!
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon biber » 26. Juni 2007 10:38

Hi,

omg, es regt mich auf das ADS immer als Krankheit angesehen wird! Es wurde zur Krankheit gemacht, aber eigentlich hat es das doch immer schon gegeben... Für mich ist das eine Mücke einen Elefanten machen (seit dem Forentreffen) und nicht zuletzt tragen ADS'ler dazu bei!!! Stellt euch doch nicht immer als minderwertig dar!!! Hochbegabung wird von der gEsellschaft akzeptiet als positiv! Aber leichter haben sie es in unserer Gesellschaft auch nicht! Was absormal ist fällt durch das raster so einfach ist das!!! Aber liebe ADS'ler es gibt auch Normalos die Interesse an euch haben... sei es durch eigen Kinder oder die Umgebung. Nach dem Forentreffen sind mir 3  Erwachsene aufgefallen die möglicherweise ads haben können, aber sie sind trotzdem meine Freunde. Ihr ads'ler müsst lernen, dass es auch ein leben ohne ads gibt - und es geht doch - ich habe mit meinem sohn ausser dem Forentreffen noch nie erlebt, dass er keine gurppe sprengenkann, warum ist es dann sooooo wichtig was normalos über euch denken???

Ich habe mich in eurer Gruppe wohler gefühlt als alles für mich bisher dawesene!!!
Mein Sohn konnte endlich mal mit 14 Jahren alleine bleiben (ja er hat scheisse gebaut) aber er hat einen Rüffel bekommmen und dann war gut ohne jahrelange Vorhaltungen.
Mein Sohn würde es nie zugeben , aber ich weiss dass er viel Spass gehabt hat , endlich mal keine Dauervorhaltungen, was er nciht richtig gemacht hat!!!!

An dieser Stelle ein besonderer Dank an Klaus (Mann von Putte) der durch "ist mir doch scheissegeal was du für probleme hast" meinem Sohn in mancher Beziehung die Augen geöffnet hat (Rückfahrt von Warburg nach Lippstsadt) nämlich die Verantworutung für sich selbst zu übernehmen...

Leute, ADS ist keine Seuche - und mein leitspruch ist : es gibt nichts Uninteressantes sondern nur Uninteressierte

so long
biber
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Nepo » 26. Juni 2007 13:02

Also irgendwie finde ich diesen Thread amüsant.
Fast jeder ADSler meldet sich zu Wort um seinen eigenen Standpunkt darzustellen.
Die Frage ging doch an die NICHT-ADSler und wie sie damit zurecht kommen.
Irgendwie will das aber keiner hören. Auch der Punkt der Hochbegabung bringt keinen weiter wenn Intelligenz nicht gebündelt werden kann und Emotionale Eben als Mitgefühl für den anderen fehlt. ADS kann nicht rausreden wenn der Geburtstag des Partners, oä. Vergessen wird. Was nutzt es also das man Potentiale hat, die in der Verstrickung enden . Die Beispiele die hier angeführt worden sind, würden mich auch zur Weißglut bringen, wenn meine Frau bei geplanter Reise mal eben für ne Stunde verschwindet. Wir haben solche Probleme gottseidank nicht. Standardstrukturen muss eben auch ein ADSler lernen und wenn es anhand von Verhaltenstherapien und Coaching ist. Wenn ADS die Ausrede für alles ist, was ich nicht kann, dann haben 99% aller Leute ADS.
Hier wird den Partnern am besten die Therapie für die eigene Person aufgedrückt, na ja da kann ich nur sagen das man mal den Holzpfahl aus dem Auge nehmen sollte.

Es gibt Verhalten die mich an ADS einfach nur wütend machen und die man auch nicht eben wegwischen kann. Meine Frau hat definitiv ADS, ob sie nun endgültig diagnostiziert ist, oder nicht. Eigentlich fiel es mir auf, da ihr Bruder diagnostiziert ADHS seit seiner Kindheit hat und die Symptomatik bei beiden ziemlich gleich ist.

Ein Beispiel:
Ich bin mittlerweile seit fast 1 Jahr zuhause, da ich einen heftigen Bandscheibenvorfall hatte und auch Lähmungen eines Armes vorhanden waren. Meine liebe Frau macht grad eine Ausbildung und hat einen Job von 9-18 Uhr und muss auch so noch ne Menge lernen.
Als ich mich dann irgendwann wieder ein wenig Bewegen konnte, habe ich bei uns angefangen unseren Haushalt zu übernehmen. Jeden Morgen ins Fitnessstudio, danach vollkommen fertig nach hause, ne Stunde schlafen und dann aufgeräumt, einkaufen, Wäsche gewaschen, geputzt usw. Als es dann mit meinen Schmerzen mal wieder heftig war, sagte ich ihr das ich langsam keine Kraft mehr habe und sie bat wieder ein wenig mitzuhelfen und z.B. ihre Klamotten, benutzte Teller usw. wegräumen sollte. Ich hatte einfach keine Lust mehr
mit meinen Schmerzen, den durch die situationsbedingten Depressionen, mich einfach nur noch als Putzfrau für uns zur Verfügung zu stellen. Die so empathischen ADSler merken ja scheinbar überhaupt nicht, wenn jemand über seine eigenen Grenzen geht, damit es dem anderen gut geht. Ich habe ja ihre Belastung wahrgenommen und dann mit meiner Unterstützung, also dem Freischaufeln des Haushaltes, versucht sie zu entlasten.
Bei diesem Streit erntete ich nur absolutes Unverständnis für meine Situation.
Ich muss dazu sagen, das ich immer versuche bei einem Streit sehr ruhig und sachlich zu bleiben, bin also kein sehr schnell aufbrausender Mensch.
Mich hat dieses Nichtwahrnehmen als Partner total gekränkt und ich war stinkesauer und kam mir echt ausgenutzt vor. Wir haben es lösen können und ich hätte ehrlich gesagt als Summe meiner Erfahrung auf Dauer auch meine Konsequenzen gezogen.
Dieses Beispiel und auch die geforderte Toleranz der ADSler finde ich ehrlich gesagt nicht grade prickelnd. Ich toleriere indem ich jemandem eine erneute Chance gebe, meine Kritik am anderen ist berechtigt wenn sie nicht aus der Luft gegriffen ist und diese Überheblichkeit der Intelligenz und des EQ finde ich schon ziemlich fragwürdig. Ich selbst liege wenige Punkte vor der Hochbegabung, habe einen hohen EQ, bin empathisch und habe kein ADS. Es gibt bei mir Punkte in denen ich faul bin und ich bewerte auch mein Gegenüber mit meinen Maßstäben die ich lernte. Wenn es an meine körperliche Ebene geht, dann hat der andere sich gefälligst um mich zu kümmern, sonst ist dieser Mensch ein Egoist und Narzisst fürs Lehrbuch.
Empathie bei ADS kann doch nicht heißen, das man weiß wie schlecht es dem anderen geht und mit seinem schlechten Gewissen das Kissen voll heult, aber nichts tut um die Situation zu ändern. Da nutzt auch kein IQ wenn das Bewusstsein für das Handeln fehlt.
Es liegt wirklich in der Freiwilligkeit einen ADsler zu unterstützen, es ist kein muss der Gesellschaft dies zu tun. Ich habe auch eine große Gabe und die heißt Realismus und sich nicht selbst bescheißen. Erstmal muss man selber sehen was man ist und danach kann man mit Hilfe des Partners sehen, wie man Dinge verbessern kann. Auch die Normalos müssen keine Vorbilder, oder perfekte Menschen sein. Normalos sind Menschen die auch Schwächen und Stärken haben, aber sie werden sofort disqualifiziert weil sie nicht das Optimum der Struktur sind. Aber eins können die meisten, ihre Rechnung bezahlen, den Müll wegbringen und vielleicht noch den Adslern ein wohliges zuhause bereiten.
Die Selbstlüge bringt einen weg vom anders denken, sie gibt nur ein verzerrtes Spiegelbild was man denn erreichen könnte, wenn man nicht ADS hätte.

Das war die Antwort auf den gestellten Beitrag, wie Normalos ADSLer sehen.

Nepo
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon mesme » 28. Juni 2007 19:27

HI Hyperfokus und alle anderen ADSler, die hier auch mitgelesen haben:

anders als Nepo sagt, haben sich ja doch 3-4 Nicht-ADSler geäußert und teils ziemlich klar gesagt, was ihnen an ihrem Partner stinkt.

Und ich hätte meinerseits die Frage (denn in allen Antworten der Partner kann ich auch störende Verhaltensweisen meines Partners wiederfinden -- insofern gleichen sich die Probleme wohl schon):

Könnt ihr das verstehen, dass jemandem die genannten Verhaltensweisen zum Teil ziemlich auf den Keks gehen?

Wie z. B. Sich-nicht- Einfühlen in den Partner; Im-Mittelpunkt-Stehen-müssen; Keine Rücksicht nehmen; Termine verschlonsen; das Chaos und Hinterherräumen-müssen; keine Einsicht in eigenes Fehlverhalten und sich daher glauben, nie entschuldigen zu müssen; fehlender Realismus...

Findet ihr das bei euch auch wieder, oder denkt ihr - nee, das bin ich nicht? ODer erkennt ihr euch wieder und kommt in den Situationen nicht aus eurer Haut raus? Ich weiss nämlich bei meinem Partner z.B. echt nicht, wenn ich ihm sage, er muss Verantwortung übernehmen (für das was er sagt, tut und will), versteht er mich da???? :fr:

Oder blockt er nur, weil er sich zu oft hat im Leben rechtfertigen müssen und quasi aus Selbstschutz sich schon nicht mehr mit den eigenen Fehlern auseinandersetzen kann?

Würd mich echt interessieren...

mesme
Savitri
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Re: An alle Lebenspartner von ADS(H)lern!!!

Beitragvon Savitri » 29. Juni 2007 13:16

Liebe ForumlerInnen,

bitte nehmt meinen Beitrag nicht sofort auseinander - es ist für mich das erste Mal, dass ich überhaupt in einem Forum was schreibe und das Thema ADS ist für mich auch so gut wie völlig neu, ich lese und lese und surfe und lese, weil ich (als Nicht-ADSlerin) über meinen Partner mit den Auswirkungen konfrontiert bin. Sollte ich in einen Fettnapf treten oder zu viel Jammerton absondern - sorry, sorry, sorry...

Achwas, neu hier und dann springt sie gleich auf das Thema: Was mich so stört. Na toll!!! Nun, wenn alles klar wäre, dann würde ich nicht hier nach... ja was denn, am meisten vermutlich das Gefühl, nicht allein damit zu sein, suchen.

Ich fühle mich wohl mehr überfordert, als gestört. Da ist ein Partner (die Partnerschaft ist etwa dreiviertel Jahr alt), der nicht arbeiten KANN, weil er, wenn er sich an die Arbeit begibt, in panikartige Zustände gerät, von Tränen bis nahezu selbstzerstörerischen Fressattacken, unüberwindlicher Müdigkeit, Masturbation, physischer Unruhe oder Internet-Rumklicker-Zwang... Er ist viel unglücklicher darüber als ich. Doch, das stört mich, weil seine Trauer, seine Selbstvorwürfe und seine Seufzer mich mit runterziehen, die täglichen fruchtlosen Versuche (Euphorie) und die damit zusammenhängenden Rückschläge (Depression).

Die Verschusselei - ab dafür, is egal, das Chaos und Herumstreuen mit den Sachen - wurscht, räume ich's halt weg und alles nur halb machen - kann ich mit leben. Heimlich spüle ich eben das Geschirr noch mal, wenn er dran war und es nicht merkt, dass ich "verbessere", weil es echt noch halb verkleistert ist. Ich will ihn nicht frustrieren - etc. Er entschuldigt sich eh andauernd und hat kaum noch Selbstwertgefühl.

Aber was mich echt stört - das ist, das IGNORIEREN der Besonderheiten und der Möglichkeiten, die wohl aus dem ADS resultieren (gibt keine Diagnose, aber wenn ich lese, wie es anderen geht und wie es sich bei anderen äußert, kommt es mir sowas von vertraut vor...). Er "hat sich schon genug damit beschäftigt", hat ihm nicht geholfen, sagt er.  Er will nicht über ADS reden, hat wohl mal Ritalin von seinem Sohn genommen, das aber nix gebracht habe. Ich kann nicht glauben, dass die Möglichkeiten, etwas zu tun, "ausgereizt" sind. Das Ignorierenwollen, das stört, ja.

Es geht nicht darum, eine wunderbare Persönlichkeit zu verbiegen (es gibt vieles, warum ich ihn liebe) und auf mainstream zu trimmen. Aber das Unglück, dieses tägliche Dauerdrama, dass er nicht in der Lage ist, sich selbst zu erhalten, das raubt mir langsam die Kraft. Ich kann das nicht ignorieren und manchmal habe ich Angst, dass er sich in seinem Willen, es mir (aus seiner Sicht, was ich will) recht zu machen und es nicht zu können, so festnudelt, dass er daran zerbricht und sich schlimmstenfalls was antut.

Für Eure Aufmerksamkeit dankt

Savitri

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