(SCT) Sluggish cognitive tempo

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Nando
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(SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon Nando » 9. April 2015 02:18

Hallo,
ich hab ein Wikipädiaeintrag auf   http://de.wikipedia.org/wiki/Sluggish_cognitive_tempo  folgendes über '(SCT) Sluggish cognitive tempo' gelesn und mir ist da gleich ein Mädchen aus der ersten Klasse in erinnerung gekomen, die ebenso sonderbar war. Da ich selber ADHS habe konnte ich sie nie so richtig zuordnen. Sie war kein halber ADHSler, - aber auch kein ganzer. So ein 'Subding'.

Wir waren Sitzpartner. Sie war sehr schüchtern, introventiert und hatte oft geweint, Sie tat mir immer sehr leid, denn sie wurde permanent gemobbt und gehänselt.Sie brachte kaum ein Wort heraus. Und wenn, dann nur sehr langsam und sehr leise und Zeitverzögert Oft habe ich mich auch für sie eingesetzt, was mich wiederum selber zum Opfer der Klasse machte.

Leider hatten wir nur sehr unpofessionelle Dumpfbacken Als Lehrer, die von Sachen Eriehungspädagogik noch nie was hörten. Ich habe einen riesengroßen Hass auf alle Lehrer, da sie Ihre Arbeitnicht ernstnahmen und permanent in Ihrer Aufsichtspflicht versagten.

Nun  zm Artikel von Wikipedia.:

[font=Verdana]"Als Sluggish cognitive tempo (SCT, „Träges kognitives Tempo“) wird ein Symptommuster bezeichnet, das bei einigen Menschen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vorkommt. Es ist dort vor allem beim unaufmerksamen Subtyp zu sehen. SCT wurde erstmals um 1980 bei der Erforschung von ADS ohne Hyperaktivität entdeckt. Bisher ist unklar, ob es sich dabei um eine spezielle ADHS-Variante handelt oder eventuell um eine zweite eigenständige Aufmerksamkeitsstörung.

Kinder und Erwachsene mit diesem Symptomprofil zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

- usgeprägte Verträumtheit und geistige „Benebelung“
- Hypoaktivität und langsame Bewegungen, Energielosigkeit
- starren häufig geistesabwesend vor sich hin
- wirken oft sehr lethargisch, träge und schläfrig
- sind mitunter leicht irritierbar und durcheinander zu bringen
- haben in vielen Situationen Mühe, sich rasch zu orientieren und geschwind einen Überblick zu verschaffen
- haben Schwierigkeiten, wachsam und aufgeweckt zu registrieren, was in ihrer Umgebung um sie herum passiert

(Wie bei ADHS sind diese Symptome dabei meist situationsübergreifend und über lange Zeit hinweg stabil vorhanden.)
Menschen mit SCT haben im Vergleich zu typischen ADHSlern in mancher Hinsicht gegenteilige Symptome: Anstatt als hyperaktiv, extrovertiert, störend, risikofreudig und offensiv aufzufallen, sind Personen mit SCT zurückhaltend, in Gedanken versunken, nach innen gewandt und oft geistig „nicht ganz da“ und fühlen sich ständig „wie hinter einer Nebelwand“ (obwohl sie sich – wenn sie sich in einem angeregten Zustand befinden – gelegentlich durchaus exaltiert verhalten). Sie haben vermutlich auch nicht die gleichen Risikofaktoren wie ADHS-Betroffene. Jedoch begeben sie sich trotz ihres introvertierten Temperaments manchmal in Situationen, die sie mental und emotional stark stimulieren, um so ihrem untererregten Zustand entgegenzuwirken."
[/font]

Den vollständigen Bericht könnt Ihr euch auf WIKIPÄDIA durchlesen:  QUELE: http://de.wikipedia.org/wiki/Sluggish_cognitive_tempo

Vielleicht kennt Ihr ja ähnliche Fälle. Ich kante bis vorhin noch nicht diese Sonderform und Unterform des ADHS.

Danke im Voraus für Eure Kommentare
Zuletzt geändert von Nando am 7. September 2015 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
Geb. 1974, m., AD(H)S-Diagnose seit 05.08.2013
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- HSP (hochsensibel)
- ADS als Kind
- ADHS als Erwachsener

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Hanghuhn
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Re: (SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon Hanghuhn » 9. April 2015 03:13

Ja, mich.

[quote=&quot;Nando&quot;]
sind mitunter leicht irritierbar und durcheinander zu bringen
[/quote]
- Das ist mein größtes Handicap bei Diskussionen: Ich habe einen guten Gedanken, der mir schnell wieder abhanden kommt, wenn ich ihn nicht sofort äußern kann. Deshalb quatsche ich auch "gern" dazwischen.

Witzig (für andere) war, wenn ich mir als Kind weh getan hatte. Bis ich anfing zu weinen oder irgend eine andere Reaktion zu zeigen, ist ca. eine halbe Minute vergangen. Die anderen Kinder dachten schon, mir wäre nichts weiter passiert. Dabei bin ich eine halbe Minute in Schreckstarre verharrt.

[quote=&quot;Nando&quot;]
wirken oft sehr lethargisch, träge und schläfrig
[/quote]
- Das war bei mir vor allem im Kindesalter so - hat sich etwas "verwachsen", wobei ich "schläfrig" prinzipiell streichen würde.

[quote=&quot;Nando&quot;]
haben Schwierigkeiten, wachsam und aufgeweckt zu registrieren, was in ihrer Umgebung um sie herum passiert
[/quote]
- Das ist von Situation zu Situation unterschiedlich , hab ich eigentlich nur in der "Träumphase"

[quote=&quot;Nando&quot;]
Sie haben vermutlich auch nicht die gleichen Risikofaktoren wie ADHS-Betroffene. Jedoch begeben sie sich trotz ihres introvertierten Temperaments manchmal in Situationen, die sie mental und emotional stark stimulieren, um so ihrem untererregten Zustand entgegenzuwirken.
[/quote]
Ich bin insgesamt ein eher vorsichtiger Mensch, aber auch bei mir sind manchmal Kopf und A... eins. Ich habe es nur ( :froi1:) auf etwa die Hälfte Unfälle wie mein Bruder gebracht. Damit bin ich höchstwahrscheinlich immer noch über dem gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt.

[quote=&quot;Nando&quot;]
"... Sluggish cognitive tempo... (SCT, „Träges kognitives Tempo“) wurde erstmals um 1980 bei der Erforschung von ADS ohne Hyperaktivität entdeckt.[/quote]
Nee, das habe ich schon längst an mir selbst entdeckt - lange vor 1980.
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Re: (SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon Menolly » 9. April 2015 08:57

moin moin,
ich habe die mal zusammengefügt.


Nur lesen mach ich nachdem ich wach bin....

...und Hexe76 hat aufgeräumt  :ichboss:

:hexe76:
Zuletzt geändert von Menolly am 7. September 2015 21:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: (SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon laetitia » 9. April 2015 10:38

Beschreibt mich ziemlich gut...aber ist das nicht einfach eine andere Formulierung für den hypoaktiven und verträumten Typ von ADS?

Und ja, wenn meine Unaufmerksamkeit präsent ist, dann bin ich wie hinter einer Nebelwand und ich kann sehr gut Löcher in die Luft starren. In der Pubertät war das sehr susgeprägt. Aber wenn mich etwas interessierte, konnte ich gut mithalten. Ansonsten, langsam, scheu, introvertiert, Passt. Ist zwar viel besser geworden, aber manchmal überschatten mich diese Symptome und dann fühle ich mich nicht wirklich mich selbst und irgendwie gefangen in dieser Persönlichkeit.
Wenn ich mich ganz wohl fühle, kann ich auch sehr schlagfertig sein und extrovertiert und das gefällt mir. Diese zwei Gegensätze haben mich lange verwirrt...wer bin ich nun, die scheue, introvertierte, langsame...oder die schlagfertige, humorvolle, die gern unter Menschen ist und es spannend findet, neue Leute kennen zu lernen?

Tue ich etwas, das mir Angst macht, fühle ich mich lebendig. Bis ich aber etwas tue, das mir Angst macht, braucht es eine Weile. Als Kind machte ich aber alles mit, Unfälle gab es trotzdem wenig. Ausser den üblichen Schrammen und Schnitten sowie blauen Flecken. Vielleicht hatte ich da einfach Glück.
Zuletzt geändert von laetitia am 9. April 2015 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: (SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon Hanghuhn » 10. April 2015 01:41

In seinem 1. (unfertigen) Posting hat Nando einen Link verfasst. der auch wirklich funktioniert. Wenn Du dem nachgehst, stellt sich das nicht so einfach dar. Wissenschaftler sind sich selbst nicht im Klaren, ob SCT ein Subtyp von ADS ist. Der Artikel selbst nervt mich.an den Stellen, an denen Vergleiche zu AD(H)S angerstellt werden.

Es wird immerhin für möglich gehalten, dass SCT ein ganz eigenes Störungsbild ergibt, dass es u. U. sogar SCT ohne ADS geben kann
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Re: (SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon Hanghuhn » 26. April 2015 12:14

Da es auch mich selbst betrifft, versuche ich herauszufinden, was genau dieses SCT ausmacht.

Wenn es tatsächlich SCT ohne AD(H)S geben sollte, dann haben mein Sohn und ich beides.

Die Schwierigkeiten bei SCT liegen eher im Wahrnehmungsbereich. Ich habe an mir im Jugendalter festgestellt, dass ich kurze Sätze nicht oder schlecht 1.1 wiedergeben konnte. In der Zwischenzeit kann ich das ziemlich gut. An meinem Sohn ist mir etwas Ähnliches aufgefallen. Er hat sich die Aussage gemerkt, nicht den Wortlaut. Nun kann man das auf sein sprachliches Problem schieben. Ich glaube eher, dass dieses Aussage-Wiedergeben durch sein sprachliches Problem verstärkt wird, also auch ohne sein sprachliches Problem in abgeschwächter Form da wäre.

Ich kann mich erinnern, dass ich im Kindesalter "nicht aus dem Quark" kam. Ich komme auch jetzt manchmal "nicht aus dem Quark". Das hat jetzt aber eine andere Dimension. Ich merke zumindest, dass ich nach Worten suche, nach einer gescheiten Antwort, dass mich Ja-Nein-Fragen, die ich mit "Jein" beantworten würde, aus dem Konzept bringen. Im Kindesalter fühlte sich das irgendwie anders an, ich kam wirklich bei jeder kleinsten Aufforderung aus dem Mustopf. Es hatte eine Weile gedauert, bis die Aufforderung überhaupt in mein Bewusstsein vorgedrungen war.

Dass ich (unverändert) Dinge nicht wahrnehme, die direkt vor meiner Nase liegen, stehen, hängen oder sonstwas, ghört in welche Ecke? ADS oder SCT?

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Was denkt Ihr über SCT?
Zuletzt geändert von Hanghuhn am 26. April 2015 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: (SCT) Sluggish cognitive tempo

Beitragvon hansmayer » 7. September 2015 20:14

Hey, ja ich hab das über SCT auch auf Wikipedia gelesen, und hab mich gleich wiedererkannt!
langsam, verträumt...das bin genau ich!

Aber tatsächlich bin ich mit ADHS (kombinierter Typ) diagnostiziert worden - wobei ich mir eine exaktere Diagnostik gewünscht hätte!

Also da sollte auf jeden Fall noch mehr geforscht werden!

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