Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Esperanza77
Andersweltler
Beiträge: 15
Registriert: 22. August 2013 10:59
Wohnort: Potsdam

Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon Esperanza77 » 21. November 2013 17:14

Ich finde bipolar ist wie ADHS... aber nicht jedes bipolar, nur das rapid cycling, also rasche Stimmungsschwankungen. Mich behandelt man als beides, einmal mit nem Neuroleptkum und einmal mit Medikinet. Aber es kommt mir trotzdem alles spanisch vor, weil sone richtige Manie hatte ich noch nie, eher hatte ich ne zeitweilig stark ausgeprägte Zielverfolgung meiner Interessen. Bissel egoistisch, chaotisch, planlos, unorganisiert. Trotzdem glaube ich, dass sone totalen kurzfristig aufkommenden Realitätsverluste bei ADHS wohl eher nicht vorkommen... oder sind das eher Impulse bei ADHS, dass man manchmal was Spontanes nicht abweisen kann? Sonen schönen Reiz meine ich auszuhalten und zu widerstehen.... aber bei ADHS hat man sicher nicht sone komischen Selbstmordgedanken manchmal, oder kann das auch kommen, wenn man sich von allem überfordert fühlt und sein Chaos nicht in Griff bekommt?

Vielleicht ist die Bezeichnung auch egal.... halte mich jedenfalls für nen sehr komischen Menschen. Aber manisch-depressiv, ich weiß nicht.... in meinem Buch über ADHS wird genau so über Stimmungsprobleme geredet.... über Extreme halt... sone schöne Borderlinestörung könnte manchmal auch zu mir passen. Finde es furchtbar, dass man überall son bisschen rein passt.
Sohn * 1998 Asberger-Autist mit oppositioneller Störung, noch Verdacht auf ADS
Sohn * 2008 bisschen hyperaktiv, aber kein ADHS
Icke * 1977 ADHS und bisschen Borderline
Weil
Foruminventar
Beiträge: 517
Registriert: 18. Dezember 2008 21:04

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon Weil » 21. November 2013 18:46

[quote="Esperanza77"]
Ich finde bipolar ist wie ADHS...
[/quote]
Neenee, das ist schon was anderes. Sonst könnte man ja alles in einen Topf schmeißen, nur weil einige wenige Symptome ähnlich aussehen mögen.
Benutzeravatar
Angie
Foruminventar
Beiträge: 9127
Registriert: 5. Oktober 2008 21:06
Alter: 2014
Kontaktdaten:

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon Angie » 22. November 2013 00:15

Obwohl viele ADHSler erstmal fälschlicher Weise die Bipolardiagnose bekommen.
Wollten die mir damals auch aufschwatzen............ habe mich über Bipolar informiert und denke so........naja vielleicht so einige Symptome aber nicht alles, kann ich nicht 100% zustimmen.
Wo es also nicht 100% passt, ist nix damit mit mir.  :breitgrinse1:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
graffiti
Foruminventar
Beiträge: 3498
Registriert: 10. März 2009 10:25

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon graffiti » 22. November 2013 12:01

bipolar ist wie ADHS

definitiv nein.
ich war jahrelang auf der suche danach, was denn mit mir los ist.
habe zwangsläufig auch irgendwann manische depression in erwägung gezogen.
nachdem ich zum ersten mal den diagnosekatalog aufmerksam :icon_mrgreen: gelesen hatte, war klar: das ist es mit sicherheit nicht.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
ADHDgoesto11
Foruminventar
Beiträge: 1336
Registriert: 12. Januar 2011 20:31

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon ADHDgoesto11 » 22. November 2013 12:37

[quote=&quot;Esperanza77&quot;]
Ich finde bipolar ist wie ADHS... aber nicht jedes bipolar,
[/quote]

Ich habe in einem Buch mal ein schönes Kriterium gelesen, warum das nicht so ist: Ein "Normalo" kann das Aktivitätsniveau eines ADHSlers für eine Weile nachahmen, aber einen Patienten mit bipolarer Störung in einer manische Phase (extremes Aktivitätsniveau, stark reduzierter Schlafbedarf, etc) kann man nicht imitieren.

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
Benutzeravatar
Angie
Foruminventar
Beiträge: 9127
Registriert: 5. Oktober 2008 21:06
Alter: 2014
Kontaktdaten:

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon Angie » 22. November 2013 18:11

Ich habe da eine schöne Antwort darauf, von der Reha-Klinik damals bekommen, warum Bipolar nicht zu trifft ............. ( Angie kramt mal eben)

Patientin berichtet von immer wieder auftretenden euphorischen/ fraglich manischen Phasen, wobei 2005 die längste Phase über 8 Monate gewesen ist. Da sie sich mit Ausnahmen von 2005 immer wieder auf ein durchschnittlichen Maß einpendeln würde, wurde die Diagnose einer bipolaren Störung nicht gegeben.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
cajo81
Spezial User
Beiträge: 406
Registriert: 2. April 2011 17:59

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon cajo81 » 13. Februar 2014 01:25

[quote=&quot;Esperanza77&quot;]
Ich finde bipolar ist wie ADHS... aber nicht jedes bipolar, nur das rapid cycling, also rasche Stimmungsschwankungen. Mich behandelt man als beides, einmal mit nem Neuroleptkum und einmal mit Medikinet. Aber es kommt mir trotzdem alles spanisch vor, weil sone richtige Manie hatte ich noch nie, eher hatte ich ne zeitweilig stark ausgeprägte Zielverfolgung meiner Interessen. Bissel egoistisch, chaotisch, planlos, unorganisiert. Trotzdem glaube ich, dass sone totalen kurzfristig aufkommenden Realitätsverluste bei ADHS wohl eher nicht vorkommen... oder sind das eher Impulse bei ADHS, dass man manchmal was Spontanes nicht abweisen kann? Sonen schönen Reiz meine ich auszuhalten und zu widerstehen.... aber bei ADHS hat man sicher nicht sone komischen Selbstmordgedanken manchmal, oder kann das auch kommen, wenn man sich von allem überfordert fühlt und sein Chaos nicht in Griff bekommt?

Vielleicht ist die Bezeichnung auch egal.... halte mich jedenfalls für nen sehr komischen Menschen. Aber manisch-depressiv, ich weiß nicht.... in meinem Buch über ADHS wird genau so über Stimmungsprobleme geredet.... über Extreme halt... sone schöne Borderlinestörung könnte manchmal auch zu mir passen. Finde es furchtbar, dass man überall son bisschen rein passt.
[/quote]

Also ADHS und Borderline kommen definitiv häufig gemeinsam vor. Borderline ist ja im Endeffekt eine Personlichkeitsstörung; und diese treten allgemein häufig bei ADHS auf.


Ich persönlich habe auch schon mal die Diagnose "bipolar" erhalten. Im Endeffekt haben sich meine Ärzte in der Klinik dann aber auf ADHS+ schwere Depression geeinigt.
Grundsätzlich gibt es auch bei depressiven Menschen häufig Stimmungsschwankungen. In der Klinik habe ich aber gelernt dass es dabei auf die Stärke der Schwankungen ankommt.
Manisch Depressive scheinen da wohl wirklich deutlich abzuheben - ganz nach dem Motto ich bin der Größte und Schönste. Ein normal Depressiver ist einfach mal positiv gestimmt. Dabei geht sein Selbstvertrauen und die Stimmung zwar durchaus auch
mal hoch aber nicht in der Form dass er größenwahnsinnig wird. Er fühlt sich einfach mal gut und schaut positiv in die Zukunft.


Bei sehr schweren Depressionen wie ich sie habe welche sich über lange Zeiträume halten kommt es im schlimmsten Fall auch zu psychotischen Anfällen. Ich hatte so eine Psychose 2012 und die war wirklich sehr sehr heftig - ging über Monate.
In dieser Zeit litt ich unter Verfolgungswahn und dem Wahn Parkinson zu haben. In solchen Phasen kann der Kopf einfach nicht mehr mit Stress umgehen und dreht durch. Obwohl diese Psychose bei mir nun fast 2 Jahre her ist habe ich mich bis heute trotz
Klinik nicht von ihr erholt. Lustlosig- und Motivationslosigkeit steht quasi bei 0. Freude kann ich nur noch sehr selten empfinden. Ich fühle mich ein bißchen wie ein Zombie.  :icon_rolleyes:
Das einzig "Positive" an der Psychose ist dass sie mich emotional schützt. Ich habe jedenfalls dass Gefühl dass ich durch meine Gefühlslosigkeit objektiver denken kann und nicht mehr wie früher sofort emotional durchdrehe (Panik, Angst, Trauer...)
Ich mache mir weniger Sorgen weil mir schlichtweg alles egal ist. Ich denke persönlich dass die Natur eine Psychose also als Schutzfunktion bei uns eingebaut hat ... eine Art von Sicherung die rausspringt wenn´s zu viel wird.



Grundsätzlich glaube ich dass zusammen mit ADHS viel mehr Störungen auftreten können als man denkt und dass bei allen Störungen einzeln betrachtet definitiv auch der Dopamin- und Noradrenalinspiegel betroffen ist.
Dadurch entstehen verwandte Erscheinungsbilder und man kann nur noch schwer voneinander trennen. In den USA werden deshalb z.B. Depressionen OHNE ADHS teilweise dennoch mit Amphetamin behandelt !
Ziel bei allen Behandlungen ist es im Endeffekt den Botenstoffspiegel wieder auf Normalniveau zu bringen - egal wie die Erkrankung nun heißen mag !  :zwink:
StellaS
Pagemaster
Beiträge: 214
Registriert: 10. März 2009 10:13
Wohnort: BaWü

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon StellaS » 13. Februar 2014 10:28

Bei meiner ersten Psychotherapie mit Tiefenpsychologischen Hintergrund stand die Bipolare  Störung auch im Raum. Ich konnte mich aber nie so recht damit identifizieren. Meine ADS wurde damals nicht erkannt. Als ich vor 5 Jahren eine Verhaltenstherapie machte, sagte er mir nach einer Stunde auf den Kopf zu die Verdachtsdiagnose ADS und empfahl mir Bücher.  Die hab ich gelesen und nur noch geheult vor Erleichterung. Da trifft auf mich einfach fast alles zu.

Über Borderline hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Es gibt Teilbereiche, die total zu mir passen wie Topf auf Eimer. Aber andere, die ich 0.0 besitze.

Ließ Dir verschiedene psychische Erkrankungen durch und Du wirst immer einen Teilbereich finden, der zu Dir passt. Aber wenn Du Dich mir Deiner wirklichen Diagnose beschäftigst, fällt es Dir wie Schuppen von den Augen.

So geht es mir jedenfalls.
Benutzeravatar
Angie
Foruminventar
Beiträge: 9127
Registriert: 5. Oktober 2008 21:06
Alter: 2014
Kontaktdaten:

Re: Bipolar vs. ADHS vs. Borderline

Beitragvon Angie » 14. Februar 2014 11:21

Genauso  :top:
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.

Zurück zu „ADHS - ähnliche Erscheinungsbilder*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste