Unterschiede Schilddrüsen-Unterfunktion und ADHS

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nicola2012
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Unterschiede Schilddrüsen-Unterfunktion und ADHS

Beitragvon nicola2012 » 27. September 2012 13:01

Hallo zusammen

Meine Mutter leidet an Hashimoto, einer Schilddrüsen-Unterfunktion, die sehr vererblich sei. Früher leidete ich ab und zu an Durchfall und dachte deshalb, dass bei mir eine Schilddrüsen-Unterfunktion ausgeschlossen sei, da man dort Verstopfung hat. Doch nun habe ich L-Tryptophan genommen, weil dies gegen Angst gut hilft. L-Tryptophan erhöht den Serotonin-Spiegel im Gehirn. Bei Ängstlichkeit ist oft ein Serotonin-Mangel der Grund. Tatsächlich bin ich weniger ängstlich und vor allem bin ich seither immer verstopft. Der Serotoninmangel war anscheinend der Grund für die Ängstlichkeit. Ängstlichkeit dürfte auch Durchfall ausgelöst haben. Nun bin also ständig verstopft und eine Schilddrüsen-Unterfunktion ist wieder ein Thema.

Ich habe Konzentrations- und Fokussierungsprobleme, innere Unruhe, feinmotorische Probleme (hässliche Schrift) und bei ein Chaot. Impulsivität, mangelnde Selbstdisziplin und mangelnde Selbstkontrolle sind aus meiner eigenen Beurteilung und aus der Beurteilung Dritter wie Familie und Lehrer weniger oder nicht mein Problem. Ich komme im Alltag eigentlich gut mit meinen ADHS-Symptomen klar.

Sind meine Symptome nur auf ADHS zu schliessen oder könnte auch eine Schilddrüsen-Fehlfunktion als Ursache zu diskutieren sein? Ich verstehe nie genau, welche Kriterien klar für ADHS und gegen Schilddrüsen-Probleme sprechen. Eine ausführliche Schilddrüsen-Untersuchung kostet halt immer viel und wenn meine Symptome eh schon nicht dafür sprechen, dann möchte ich das Geld nicht ausgeben.
Zuletzt geändert von nicola2012 am 27. September 2012 13:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Angie
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Re: Unterschiede Schilddrüsen-Unterfunktion und ADHS

Beitragvon Angie » 27. September 2012 14:47

Ist die Schilddrüse erstmal mit einen Medikament eingestellt und es sind immer noch ADHS-Symptome vorhanden, dann ist es ADHS.
So ist es bei mir.  :breitgrinse1:
Ich nehme seit 26 Jahren Jodthyrox 100mg und seit 2007 habe ich die ADHS-Diagnose, seit 2009 ADHS-Medikamente.

Hier hat Michael die Symptome beschrieben:

http://www.adhs-anderswelt.de/http://lo ... ic.php?t=1

Ich war noch 17 Jahre kurz vorm 18. , als es Anfing mit:
innerhalb 3 Wochen 17kg zugenommen, trotz dass ich wegen einer Gastritis nur trockene Brötchen ass.
- Frieren
- Haarausfall
- Gefühl wie ersticken im Hals, Kloßgefühl, keine Rollkragenpullover mehr erträglich
- Antriebsmangel, Stimmungsschwankungen
- Talkige Haut
- Blutdruckabfall - langsamer Puls
- Lippen und Zunge angeschwollen
- heisere leise Stimme
- Verstopfung
- Verlangsamte Reflexe
- Edit: beinahe das Kribbeln in den Händen vergessen........ ja ist ja schon lange her.  :6094:

bis heute habe ich eine niedrige Körpertemperatur, selbst bei baktirieller Erkrankung habe ich gerade mal eine leicht erhöhte Temperatur.
Vor 3 Jahren habe ich glatt eine Lungenentzündung verschleppt, hatte ja nur 38 Grad Fieber, bis ich Blut spuckte, dann bin ich endlich hin zum Arzt.  :icon_rolleyes:
Aber Virenerkrankungen, die schlagen mit voller Härte zu, da kann ich 40 Grad Fieber bekommen.

P.S. scheint wohl vererblich zu sein, meine Schwester hat Schilddrüsenunterfunktion, meine Mutter auch, mein Paps hatte Schilddrüsenüberfunktion.
Mein Jüngster hat kalte Knoten in der Schilddrüse, aber noch keine - zum Glück - Fehlfunktion.
Zuletzt geändert von Angie am 27. September 2012 14:55, insgesamt 1-mal geändert.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
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Re: Unterschiede Schilddrüsen-Unterfunktion und ADHS

Beitragvon Leo7 » 28. September 2012 18:24

Hallo!

Also mein Sohn leidet an einer Schilddrüsenunterfunktion und auch an ADS/ADHS (Mischtyp). Wir doktern jetzt seit 9 Monaten an der richtigen Einstellung mit Schilddrüsenhormonen rum, damit wir ihn endlich vernünftig auch auf MPH einstellen können bzw. sehen können, ob es nötig ist oder nicht. Soweit wie ich weiß, kann eine Schilddrüsenerkrankung so ziemlich alle psychischen Probleme machen, die möglich sind - muss aber nicht. Mein Sohn hat nicht an Verstopfung gelitten und auch sein Appetit war nicht sonderlich schlecht. Er hat seltsamerweise auch stark geschwitzt, was ganz atypisch ist. an den Symptomen allein kann man es sicher nicht festmachen.

Wenn du genau wissen willst, ob deine Schilddrüse dir Probleme macht, musst du sie untersuchen lassen. Der TSH-basal-Wert und der fT4-Wert wurden bei meinem Sohn routinemäßig vor der Mediverordnung untersucht. Da mein Mann eine Hashimoto hat, reagierte der Kinderarzt sofort und machte gleich den Antikörpertest mit. Der sagt aus, ob du an einer Hashimoto leidest.

Normalerweise müsste eine solche Untersuchung problemlos von der Kasse gezahlt werden. Ich nahm mir mit meinem Sohn dann einen Termin in der Kinderendokrinologie, dort untersuchte man die Schilddrüse ganz genau auf Hashimoto und stellte nichts fest. Die Ärzte reagieren immer sehr alarmiert, wenn eine Hashimoto in der Familie liegt und dann hat man normalerweise auch kein Problem an eine Überweisung zu kommen. Zumindest meine Erfahrungen waren so.

Leider musste ich auch erfahren, dass viele Ärzte wenig Ahnung von Schilddrüsenerkrankungen haben. Es ist sehr wohl möglich, dass man noch normale Werte hat und schon Beschwerden, aber auch umgekehrt gibt es Menschen, die sehr schlechte Werte haben und nichts davon bemerken. Nicht jeder Arzt behandelt versuchsweise mit Hormonen.

LG Leo7
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Re: Unterschiede Schilddrüsen-Unterfunktion und ADHS

Beitragvon Angie » 28. September 2012 18:30

:ja1: Leo, meine Hausärztin hat mal mein Medikament wegen der Blutwerte von 100 auf 75mg runter gesetzt.
So, ich 50 Tage lang 75mg genommen, die Folge war: ich habe 8kg zugenommen und bekam wieder Haarausfall.  :108:
Danach wieder die Dosis von 100mg erhalten.

Ich war beim Radiologen, wegen der Schilddrüsenuntersuchung. Die erste Untersuchung sogar noch mit Radiojod.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.

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