Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

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mic92
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Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von mic92 » 10. August 2011 14:20

Liebe Forumsmitglieder,
ich bin neu in diesem Forum und habe mich mit dem Thema bis jetzt nicht vernünftig auseinandergesetzt.
In meiner Lehre sind mir meine Aufmerksamkeitsstörungen erst so richtig bewusst geworden.
Ich habe so viel vergessen, vertauscht und wieder vergessen das es etwas krankhaftes hatte.
Vor dem Fernseher sitze ich mit einer Freundin und frag diese. Nun wie läuft es so mit den Bewerbungen und nach 3 Sekunden Wartezeit sagt sie "ja ganz gut soweit" und ich sage darauf "Sorry, ich hab vergessen was ich dich eben gefragt habe und hab keine Ahnung wovon du redest.". Sowas passiert mir andauernd und es macht mir langsam Angst und meine Job hab ich dadurch auch verloren (nach der Lehre natürlich).
Ich weiß nicht was ich machen soll oder welche Sorte von Arzt mir helfen könnte.
Vielleicht kann man eine Diagnose stellen und mit einem Medikament helfen aber meine Mutter (Krankenschwester) ist total dagegen vielleicht hat sie in mancher hinsicht recht aber so kann ich ja nun auch nicht weiterleben.

Ich würde mich sehr über eure Meinung freuen.
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papillonindigo
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von papillonindigo » 10. August 2011 14:38

Hallo mic,

Zuerst mal willkommen auf der forum!

Also, ei was du schildert und wenn es dich im leben stört, würde ich es einfach mal abklären lassen. Auf diese forum ist ein board für ärzteadresse anfrage.

Leider sind wartezeit oft lang, darum nicht warten damit.

Es kann ADS sein, aber es kann auch einiges anders sein. Wichtig ist zu wissen was es ist, damit man es auch richtig behandeln kann.

Medis nehmen machen viele leute angst und deine mutter gehört wohl dazu. Aber du kannst dich dafür auch zeit lasse, medis probieren und wieder weglassen wenn es dich nichts bringt.

Vielleicht kannst du mit deine mutter noch ein wenig reden, ihr fragen wieso sie angst hat und ihr mit einige beispielen zeigen wie deine leben so ist. Was du uns erzählt sind sehr gute beispielen.

Danach, wenn du über 18 j. alt bist, darfst du wirklich selber entscheiden. Es gibt hier andere leute wo die eltern sich gegen medis geweigert haben, bei erwachsenen. Es tut zwar weh, aber erwachsen werden ist auch mal etwas machen dass eltern nicht passt, weil wir zu der überzeugung sind dass es doch richtig ist.

lg
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agathe
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von agathe » 10. August 2011 17:00

hallo und willkommen..

WER sagt, daß es kein ADS, sondern "nur" eine aufmerksamkeitsstörung ist??
bist du jemals getestet worden?
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mic92
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von mic92 » 10. August 2011 21:15

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Na also das ich ADS/ADHS habe glaube ich mal weniger weil ein entscheidendes Symptom die Hyperaktivität und Impulsivität oder dauernder Bewegungsdrang und Energie was bei mir noch nie war nicht zu erkennen ist.
Naja es gibt zigtausend Krankheiten also warum sollte es ausgerechnet ADS sein müssen.
Meine Symptome grenzen eher an Senilität obwohl das natürlich nicht sein kann aber es ähnelt dem sehr stark.  :schluck:
Ich glaube Medikamente die in Richtung Ritalin gehen würden mich eher noch ruhiger machen oder sogar apathisch aber nicht umbedingt konzentrierter.
Was bei mir ungewöhnlich ist ich kann ganz ruhig und ohne jede Ablenkung vor eine Sache sitzen und vergesse den Inhalt trotzem einfach wieder ohne Lärm, ohne Stress, ohne "Ich will aber jetzt was anderes machen". Und stotzdem vergesse ichs.
Bei welchem Arzt kann man den auch z.b. Gehirntests machen lassen also eine Art Gehirnscan und kann ich mir eine Therapie ohne Unterstützung der Krankenkasse überhaupt leisten?
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Lovrel » 10. August 2011 21:53

War das denn schon immer so, oder ist das erst seit einiger Zeit?
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Falschparker » 10. August 2011 22:13

[quote="mic92"]
Na also das ich ADS/ADHS habe glaube ich mal weniger weil ein entscheidendes Symptom die Hyperaktivität und Impulsivität oder dauernder Bewegungsdrang und Energie was bei mir noch nie war nicht zu erkennen ist.
[/quote]

Hallo Mic,

du schreibst oben, du hast dich noch nicht viel mit dem Thema auseinandergesetzt. Mach das mal.

Nein, Hyperaktivität oder Impulsivität und Bewegungsdrang ist kein entscheidendes Symptom. Deswegen ist das H auch in Klammern oder man schreibt es mit Schrägstrich wie du.

Natürlich muss es nicht ADS sein, aber es kann. AD(H)S ist sehr häufig, die meisten anderen Störungsbilder (die natürlich trotzdem ausgeschlossen werden müssen bei der Diagnostik) nicht. Und wie Ritalin bei dir wirkt, weißt du vorher auch nicht. Apathisch macht es nur bei zu hoher Dosierung.

Wieso ohne Unterstützung der Krankenkasse? Du bist doch krankenversichert, oder nicht? Und deine Eltern müssen bei Jahrgang 1992 auch nicht mehr gefragt werden.

Viele Grüße
Falschparker
<><
mic92
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von mic92 » 10. August 2011 22:59

ja das ist bei mir eigentlich schon immer so.
aber in der Schulzeit ist das nicht so aufgefallen da habe ich das einfach durch exzessive Lernerei kompensieren können und hatte so mit 3-5 Stunden lernen am Tag trotzdem irgendwie ganz gute Noten immer so 2,3 oder so.
Ja also eine Krankenversicherung hab ich selbstverständlich schon.
TK Versicherung aber ich hab gehört das man sich Medikamente selber Zahlen muss und nicht jede Therapie getragen wird.
Also ich hab zwar viel über das Thema gelesen bin aber trotzdem nicht ganz schlau geworden wie das dann mit mir genau zusammenhängen könnte da muss ein Experte her.
Was mein Alter angeht ich bin zwar schon volljährig aber müsste Tablettenverstecken und Arztbesuche verheimlichen und so weiter so eine Lügerei ist anstrengend und ich habe darin :zwink: keine Übung
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Farah
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Farah » 11. August 2011 13:09

Hallo Mic,

erstmal  :Hi:

Wie Falschparker schon schrieb: es gibt die Hyperaktiven ADHS-ler, die keine Minute stillsitzen können, zusätzlich zum Aufmerksamkeitsproblem einen unendlichen Bewegungsdrang haben.

Und es gibt die Hypoaktiven ADS-ler. Bei denen fehlt die äußerliche Unruhe, bzw. sie ist nicht so stark ausgeprägt. Mein Sohn ist zum Beispiel so ein Kandidat. Er ist sehr ruhig, ihm fehlen (sehr oft) Antrieb und Motivation. Allerdigs kann er seine Finger nie stillhalten, muss immer etwas zum Spielen in der Hand halten; wenn nichts da ist - dann dreht er eben Haarsträhnen um die Finger.

Was Du über Dich schreibst, könnte schon in die Richtung ADS gehen.

Mach doch erstmal den ersten Schitt: such Dir einen Arzt für die Diagnostik bei Erwachsenen. Empfehlungen für Ärzte in Deiner Nähe bekomst Du hier: http://www.adhs-anderswelt.de/http://lo ... .php?f=3.0 , wenn Du die ersten beiden Ziffern Deiner Postleitzahl eingibst.

Die Wartelisten sind lang, also geh die Suche bald an  :zwink: .

Wennn (falls) Du dann eine Diagnose hast, kannst Du Dir immer noch überlegen, ob Du mit Deiner Mutter sprichst, und ob Du dich vielleicht für Medikamente entscheidest.

Die Medikamente könnten Dir (wenn Du ADS haben solltest) dabei helfen, auf Arbeit Deine Schussligkeit in den Griff zu bekommen, und eine Arbeitstelle länger zu behalten.
Sie könnten Dir auch helfen, Dich auf Gespräche mit Freunden zu konzentrieren, ohne Dich durch zuviele äußere Reize ablenken zu lassen.

Deswegen nochmal: geh den ersten Schritt, such Dir einen Arzt, der sich mit ADS/ADHS auskennt!

Viel Grüße
Farah
:biene: 2
mic92
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von mic92 » 11. August 2011 14:46

Gott sei Dank geht das in meiner Stadt extremst schnell habe gestern um 22.30 Uhr eine E-Mail geschickt und habe heute schon einen Termin. Die Ärzte quetschen sich alle immer in Richtung Innenstadt und stappeln sich dort fast.
Ja so antriebslos bin ich nicht und auch nicht hyperaktiv es ist ein Rätsel aber bin schon gespannt was sich heute so ergibt.
Schreib ich dann gleich im Forum was sich ergeben hat.
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von agathe » 11. August 2011 14:50

[quote=&quot;mic92&quot;]
Gott sei Dank geht das in meiner Stadt extremst schnell habe gestern um 22.30 Uhr eine E-Mail geschickt und habe heute schon einen Termin.
[/quote]

halt! das klingt nach "einem" arzt....
was du brauchst, ist aber ein arzt, der sich mit ads/ adhs testung auskennt, das sind wirklich nicht viele..
(nicht mal alle, die das angeblich können und empfohlen werden)
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papillonindigo
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von papillonindigo » 11. August 2011 18:23

Hallo Mic,

ADS ohne hyperaktivität und ohne impulsivität gibt es auch. Dabei kann auch sein dass man seine eigene impulsivität nicht ganz bewusst ist. Es kann sich in viele verschiedene art zeigen. Meinstens ist impulsiv wenn man spontan handelt ohne lang zu überlegen und danach oft bereut. Ich war als ADS ohne hyperaktivität mit impulsivität diagnostisiert, obwohl dass "mit impulsivität" mich überrascht hatte. Aber bei genau hinschauen habe ich gemerkt dass ich eigentlich mehr impulsiv bin als unaufmerksam. Meine impulsivtät zeigt sich auch dadurch dass ich jede interessante reiz einfach nachgehen muss...
Auch wenn ich nicht hyperaktiv bin, merke ich dass ich ohne medis dort nicht lange wirklich still sitzen kann... Ich muss irgendetwas mit meine hände fummeln oder einfach beschäftigt sein (auch lesen ist gut). Aber der bewegungsdrang ist einfach nicht sehr stark und fällt nicht sofort auf.

Wegen verstecken zu deine mutter: Mein freund hatte auch angst von ritalin. Ich hatte zwar immer wieder mit ihm geredet, aber hat nicht viel gebracht. Irgendeinmal nehme ich es heimlich und sage ich ihm nach 6 monaten, wenn er vorschritten angesprochen hatte. Dann hat er schon seine meinung geändert wenn er gesehen hat wie es wirklich ist bei mich.
Er hatte einfach angst, weil es eine BTM ist.

Ich denke, es kann bei deine mutter auch so werden: wenn sie sieht dass es dich besser geht, es ist noch der beste argument die du liefern kann.

lg
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Chaos-Weib
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Chaos-Weib » 11. August 2011 18:49

Hallo Mic,

wie du siehst bist du mit dem Problem mit deiner Mutter nicht alleine. Und soll ich dir was sagen? Ich bin schon 24 Jahre alt (alte Schachtel) und muss leider immer noch bei meinen Eltern wohnen... aber das ist ne andere Geschichte, dafür mach ich ja jetzt mein Abitur bei einer Fernschule und danach studieren um aus diesem Sumpf rauszukommen.

Ich weiß es ist sehr hart, wenn man sich gegen seine Eltern stellen muss. Vor allem wenn die Eltern sehr sehr stur sind und gar nicht zuhören und sich nicht informieren und bei jedem Mist rumbrüllen wie die verückten. Meine Eltern wissen gar nicht mal genau, was ich habe. Meine Mutter hat mich ja gar nicht ausreden lassen, sondern sofort rumgebrüllt und mir den Arzt verboten. Aber ich lasse mir nichts verbieten. Teilweise ist meine Mutter bei der Arbeit, das erspart mir den Stress, teilweise bekommmt sie es auch mit, dass ich zum Arzt gehe, da ich leider auch ein sehr sehr schlechter Lügner bin, dann sag ich es ehrlich und gehe einfach, egal, was sie mir hinterherschmeißt...
Seit ich 15 Jahre alt bin, ist es sowieso ein ganz kleines bisschen einfacher geworden mit meiner Mutter, da sie mich nicht mehr bei jedem Furz verprügelt, was früher immer der Fall war, ein falschen Mux und ich habe sofort eine geschossen bekommen, oder wenn ich mit ner 2 oder schlechter heim gekommen bin (wobei ich da nix dafür konnte, ich habe TAG und NACHT gelernt wie eine gestörte... wusste ja nix von ADHS).

Nunja, also wenn ich das packe, dann packst du das auch. Ich wünsche dir gaaanz viel Kraft und Energie, die wirst du brauchen, ich weiß dass es sehr sehr schwer ist.

Zu dem Arzt wo du sofort einen Termin bekommen hast... ähm, also das kam mir auch sehr sehr komisch vor. Welche Art von Arzt ist das? Psychiater? Neurologe? Allgemeinarzt? Normalerweise hat man einige Monate bis zu einem Jahr Wartezeit (Psychiater) oder sogar länger. Anhören würde ich mir den aber evtl. schon. Kritisch muss man aber immer alles sehen. Vor allem, wenn er sofort eine Diagnose stellt. SOLLTE, es sich um ADS handeln, so ist das eine sehr schwierige Diagnose, das geht nicht von heute auf morgen. SOLLTE es was anderes sein, dann ist das mit Sicherheit auch nicht in 5 Minuten festzustellen. Es sei denn, man sieht irgendwas an den Gehirnströmen etc. (ADS sieht man nirgens, deswegen die schwierige Diagnose).
Was auch immer der Arzt zu dir sagt, lass dir das durch den Kopf gehen, informier dich (aber bitte auch im Internet aufpassen, da steht viel Mist drin, was gar nicht stimmt), im Zweifel einen anderen Arzt aufsuchen.

Du packst das
Viele Grüße
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Chaos-Weib
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Chaos-Weib » 11. August 2011 18:53

Jetzt fällt mir gerade noch was ein. Den Tipp habe ich von einer Freundin bekommen, die im medizinischen Bereich arbeitet. Sie sagte zu mir:
Frag den Arzt ob er sich mit ADS/ADHS auskennt. Das wird er vermutlich bejahen. Dann frag ihn ob er eine Standardbehandlung durchführt, wenn er diese Frage bejaht, bist du definitif beim Falschen.
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papillonindigo
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von papillonindigo » 11. August 2011 19:03

Hallo Chaos-Weib,

:aufsmaul_2: Puh, mit deine mutter scheint gar nicht so einfach zu sein... Naja, hatte ich ähnlich mit mein vater und deswegen ziemlich früh (mit 18 jahren) gegangen... Spuren davon habe ich immer noch, mit 40 jahren (obwohl ich mich doch gut entwicklet habe, finde ich).

Frag den Arzt ob er sich mit ADS/ADHS auskennt. Das wird er vermutlich bejahen. Dann frag ihn ob er eine Standardbehandlung durchführt, wenn er diese Frage bejaht, bist du definitif beim Falschen.


:fr: Ich verstehe nicht ganz... Zuerst finde ich gut wenn eine sich mit ADs sich auskennt, aber es auch nicht als modediagnose sieht. Da mit der standardbehandlung weiss ich nicht ob ich richtig verstehe: würde heissen im fall dass er zu wenig auf die einzelle eingeht, da jeden ADSler doch einzigartig ist?

lg
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Falschparker » 11. August 2011 21:01

Wenn man als Erwachsene(r) noch bei den Eltern wohnt, heißt das ja nicht, dass man sich rechtfertigen muss. Die Entscheidungen trifft man selbst, die Termine macht man selbst, die Arztgespräche führt man selbst und die (Zu)zahlungen trägt man natürlich auch selbst. Man kann die Eltern über seine Schritte informieren oder es sein lassen.

Natürlich sind Diskussionen unvermeidlich, weil Eltern einfach mehr mitkriegen als wenn man weit weg wohnt.

Aber welche Machtmittel haben eure Eltern denn? Euch anbinden, damit ihr einen Arzt nicht aufsucht? Eure Tabletten wegsperren? Werden sie wohl kaum tun. Oder den Arzt anrufen und sich einmischen? Das wird kein Arzt mitmachen. Und das wissen die Eltern auch. Also ist nerven, diskutieren, herumschreien das Einzige, was sie machen können, und das werden sie nach einer Weile aufgeben.

Natürlich haben Eltern oft auch recht.  :breitgrinse1:

Bei mir war es in dem Alter umgekehrt. Ich habe mich für Vollwerternährung und Alternativmedizin interessiert und meine Eltern haben mir das auszureden versucht.

Ich bin heute immer noch Öko, Vegetarier und Vollkornesser  :pizza: , aber der Frischkornbrei  :kotz111: meiner jungen Erwachsenenjahre war eine unsinnige Mode, die mir vor allem Verdauungsprobleme brachte. Und der Esoterik-Arzt, den ich damals besuchte, war alles Andere als hilfreich.  :upsi:

Aber seine eigenen Erfahrungen zu machen, gehört ja zum Erwachsenwerden.

Jetzt ist meine Mutter 78 und wohnt 500 km entfernt, und von meiner ADHS-Behandlung habe ich ihr nichts erzählt.  :8:
Zuletzt geändert von Falschparker am 11. August 2011 21:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Chaos-Weib » 12. August 2011 20:14

Hallo zusammen,

[quote=&quot;papillonindigo&quot;]

Frag den Arzt ob er sich mit ADS/ADHS auskennt. Das wird er vermutlich bejahen. Dann frag ihn ob er eine Standardbehandlung durchführt, wenn er diese Frage bejaht, bist du definitif beim Falschen.


:fr: Ich verstehe nicht ganz... Zuerst finde ich gut wenn eine sich mit ADs sich auskennt, aber es auch nicht als modediagnose sieht. Da mit der standardbehandlung weiss ich nicht ob ich richtig verstehe: würde heissen im fall dass er zu wenig auf die einzelle eingeht, da jeden ADSler doch einzigartig ist?

lg
[/quote]

Ja, Papillon, das hast du richtig verstanden. :ja:  Bei ADHS kann es keine Standardbehandlung geben. Jeder ist anders, braucht andere Medikamente, andere Dosis etc.
Wenn der Arzt also sagt, er macht eine Standardbehandlung, dann kann er sich nicht mit AD(H)S auskennen. Nur zugeben tun das viele Ärzte leider nicht. Ist leider fast überall so, wenn man irgendwas hat und der Arzt kennt sich damit nicht aus, oder weiß nicht mehr weiter, dann doktort der halt irgendwas zusammen und macht alles noch schlimmer.
Da muss man froh sein, wenn man einen Arzt hat, der sich entweder wirklich auskennt, oder dann ehrlich zugibt, dass er nicht mehr weiter weiß und den Patienten an einen Kollegen überweist.

Viele Grüße
:winken:
mic92
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von mic92 » 15. August 2011 00:06

Vielen Dank für die vielen Antworten war sehr Aufschlussreich.
Ja also ich habe mich entschlossen meiner Mutter irgendwas vorzulügen bin zwar nicht so geübt darin aber sowas muss man lernen.
Wenn ich ehrlich bin ist Lügen schon fast so etwas wie eine berufliche Kernkompetenz.  :8:

Also ich war beim Neurologen/Psychater (der hat beides fertigstudiert) und der hat mich an das nächste
Uniklinikum weitergeleitet und da kann ich mir eine Diagnose geben lassen.
Er hat gleich irgendwas von Ritalin gesagt aber dass, das eher einer Drogentherapie gleichkommt Ritalin zu nehmen.
Gibt es nicht irgendwas softeres als Ritalin ich meine das haut einem doch die Birne weg.
Ich will kein Zombie werden obwohl ich mich schon auf die vielen Bücher freue die ich in 48 h am Stück durchlesen kann ;)
Bin halt jetzt schon ein exzessiver dauerlerner mit Ritalin würde ich sicher Tag und Nacht
lernen und es nur als Lerndopping missbrauchen so viel steht fest. Eigentlich ziemlich aufregend ich bin es gewöhnt mein Leben lang keinen echten Lernerfolg zu sehen und mich mit allem abzuplagen und nun sehe ich da eine Möglichkeit richtig durchzustarten.
Eigentlich ziemlich gefährliche Sache.
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Chaos-Weib » 15. August 2011 09:05

[quote=&quot;mic92&quot;]

Er hat gleich irgendwas von Ritalin gesagt aber dass, das eher einer Drogentherapie gleichkommt Ritalin zu nehmen.
Gibt es nicht irgendwas softeres als Ritalin ich meine das haut einem doch die Birne weg.
Ich will kein Zombie werden obwohl ich mich schon auf die vielen Bücher freue die ich in 48 h am Stück durchlesen kann ;)
Bin halt jetzt schon ein exzessiver dauerlerner mit Ritalin würde ich sicher Tag und Nacht
lernen und es nur als Lerndopping missbrauchen so viel steht fest. Eigentlich ziemlich aufregend ich bin es gewöhnt mein Leben lang keinen echten Lernerfolg zu sehen und mich mit allem abzuplagen und nun sehe ich da eine Möglichkeit richtig durchzustarten.
Eigentlich ziemlich gefährliche Sache.
[/quote]

Drogentherapie??? Muss ich das verstehen?
Nunja, also das mit dem Zombie ist ein Vorurteil, dass von ahnungslosen Leuten verbreitet wird und den Menschen Angst machen vor Medikamenten  :aufsmaul_2:

Also lass dich da mal nicht verunsichern, nur weil irgendjemand so einen Blödsinn von sich gibt.
Aber zu deiner Frage: Es gibt verschiedene Medikamente gegen AD(H)S.
Das wäre einmal
- Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta, Equisam (oder so ähnlich), etc.)
- Atomoxetinhydrochlorid (Strattera)
- Bupropionhydrochlorid (Elontril) (dieses Medikamen habe ich)
- und vielleicht noch mehr, weiß ich jetzt nicht auswendig.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Finden des richtigen Medikamentes für dich (falls es denn auch wirklich AD(H)S sein soll)

Viele Grüße
mic92
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von mic92 » 15. August 2011 12:49

Also der Neurologe/Psychater meinte Ritalin ist eher eine Drogentherapie also
krasse Nebenwirkungen und ist eher Droge als Medikament.

Wem soll ich den nun glauben  :icon_eek:

Ich würds gar nicht nehmen aber ich will auch mal einen Job länger als 6 Monate behalten.
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Farah
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Re: Kein ADHS aber Aufmerksamkeitsstörung. Was tun?

Beitrag von Farah » 15. August 2011 13:47

Hallo mic,

grundsätzlich ist der Wirkstoff MPH schon verwandt mit Amphetaminen. Aber eben nur verwandt, nicht wirkungsgleich.

Und: bei AD(H)S-lern wirkt es ganz anders, als bei Gesunden Menschen.

Man bekommt eben keinen Kick davon, wird auch nicht matschig in der Birne, sondern im Gegenteil: man wird äußerlich und innerlich ruhiger davon. Kann seine Gedanken sortieren. Gibt nicht mehr jedem Impuls nach.
Weil das Gehirn plötzlich wichtige von unwichtigen Reizen trennen kann. Aber keinesfalls wird man zum zombihaften Dauerlerner, wie leider einige Medien immer wieder behaupten.

Und es macht definitiv nicht süchtig, sonst würde mein Sohn zum Beispiel nicht andauernd vergessen, die Tabletten zu nehmen.

Krasse Nebenwirkungen? Welche denn genau? Also ich merke (seit 7 Monaten) keine Nebenwirkungen, außer Appetitmangel während der Wirkdauer. Und das finde ich für mich eher positiv.

Probier es doch einfach aus, wenn es mit der Diagnose soweit ist.

Wem Du glauben sollst? Lies mal im Forum herum, was über 9.000 Mitglieder für Erfahrungen mit MPH gemacht haben, und dann entscheide selbst, wem Du glaubst.

Viele Grüße
Farah

Btw: ich bin ja froh für Dich, dass der Arzt Dich an eine Uniklinik zur Diagnostik schickt, und das nicht mit seinem (Halb-?)wissen und seiner negativen Grundeinstellung zu ADHS selbst macht.
:biene: 2
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