Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

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Löwenmutter
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Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 29. April 2011 10:54

Hallo,

ich habe mal wieder einige Fragen, die mich beschäftigen, wobei ich jedoch nicht sicher bin, ob sie hier richtig gestellt sind oder in der Rubrik Medikamente gehören. Gern hätte ich eure Meinungen zu meinen Fragen.

Ich habe gelesen, dass hochsensible Menschen unwahrscheinlich viel wahrnehmen, schnell abgelenkt sind, unruhig, Schwierigkeiten mit der Konzentration haben, oft unglücklich sind und sich zurückziehen.
Wenn dieser Mensch AD(H)S hat und Medikamente bekommt, wie wirken die Medikamente dann? Verschwinden die Symptome bzw. werden abgeschwächt, oder haben die Medikamente auf die Symptome überhaupt keinen Einfluss und daher wirken sie diesbezüglich nicht?

Ich frage daher, da mein Sohn AD(H)S hat und eine emotionale und soziale Störung, er ist in vielen Wahrnehmungsbereichen auffällig, Autismus wurde jedoch ausgeschlossen. Er ist sehr sensibel und auch oft ängstlich. Seine Medikamente wirken sich nur auf das Sozialverhalten aus, nicht auf die Konzentration. Er ist oft weinerlich, zieht sich auch häufiger zurück, hat unwahrscheinlich schnell Mitleid und nimmt Dinge wahr, die andere gar nicht bemerken, z. B. beim Spaziergang sieht er die Ein-/Ausgänge von Wildbienen oder Erdhummeln, er sieht Eichhörnchen etc. Nun frage ich mich, ob er auch hochsensibel ist und deshalb die Medikamente keinen Einfluss auf die o.g. Symptome haben.

Ich denke sensibel zu sein ist eine schöne Eigenschaft, aber ich habe auch Angst, dass mein Sohn mit für ihn schwierige Lebenssituationen allein nicht zurecht kommen wird. Er macht eine Verhaltenstherapie und hat auch schon viele Fortschritte gemacht und die Therapeutin meint, dass er erst einmal eine Pause machen soll. Ich sehe aber immer noch, dass er Probleme hat. Es macht mich sehr traurig, wenn er sagt er sei dumm, weil er sich nicht konzentrieren kann oder wenn er meint keiner würde ihn mögen etc.

Selber habe ich heute mal den "Hochsensibilitäts"-Test gemacht, auf dem hier im Forum verwiesen wird. Demnach wäre ich auch hochsensibel, meine Punktzahl lag über 200. Ich denke ich kann sagen, dass ich nicht diese Symptome habe. Diese Symptome müssten sich doch dann auch bei mir zeigen, auch wenn ich nicht AD(H)S habe, oder treten diese Symptome nur in schwierigen Lebenssituationen auf?

Viele Grüße

Löwenmutter
Frosch
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 30. April 2011 18:35

Hallo Löwenmutter,

die Zitate sind alle von Dir, so muss ich es nicht auf jedem Zitat erwähnen.  :zwink:
Ich habe gelesen, dass hochsensible Menschen unwahrscheinlich viel wahrnehmen, schnell abgelenkt sind, unruhig, Schwierigkeiten mit der Konzentration haben, oft unglücklich sind und sich zurückziehen.
Wenn dieser Mensch AD(H)S hat und Medikamente bekommt, wie wirken die Medikamente dann? Verschwinden die Symptome bzw. werden abgeschwächt, oder haben die Medikamente auf die Symptome überhaupt keinen Einfluss und daher wirken sie diesbezüglich nicht?
Ich frage daher, da mein Sohn AD(H)S hat und eine emotionale und soziale Störung, er ist in vielen Wahrnehmungsbereichen auffällig, Autismus wurde jedoch ausgeschlossen. Er ist sehr sensibel und auch oft ängstlich. Seine Medikamente wirken sich nur auf das Sozialverhalten aus, nicht auf die Konzentration. Er ist oft weinerlich, zieht sich auch häufiger zurück, hat unwahrscheinlich schnell Mitleid und nimmt Dinge wahr, die andere gar nicht bemerken, z. B. beim Spaziergang sieht er die Ein-/Ausgänge von Wildbienen oder Erdhummeln, er sieht Eichhörnchen etc. Nun frage ich mich, ob er auch hochsensibel ist und deshalb die Medikamente keinen Einfluss auf die o.g. Symptome haben.
Ich nehme an Dein Sohn bekommt MPH (Methylphenidat) ?
Das Medikament reguliert den Stoffwechsel, seine ADHS Symptome werden somit gemildert.
Vorausgesetzt er hat ADHS (Hyperaktiv), bei den ADS`ler (Träumlele) ist es der umgekehrte Fall.

Aber ganz weg sind sie nicht, Dein Sohn wird immer hochsensibel bleiben, aber es wird ihn nicht mehr sooo sehr belasten, wie es ohne Medikamente wäre.
Ich denke sensibel zu sein ist eine schöne Eigenschaft, aber ich habe auch Angst, dass mein Sohn mit für ihn schwierige Lebenssituationen allein nicht zurecht kommen wird. Er macht eine Verhaltenstherapie und hat auch schon viele Fortschritte gemacht und die Therapeutin meint, dass er erst einmal eine Pause machen soll. Ich sehe aber immer noch, dass er Probleme hat. Es macht mich sehr traurig, wenn er sagt er sei dumm, weil er sich nicht konzentrieren kann oder wenn er meint keiner würde ihn mögen etc.
So sensibel zu sein, ist sicherlich eine schöne Eigenschaft, kann aber auch seine "Schattenseiten" haben.
Man ist wesentlich schneller verletzt und traumatisiert.

Schön, das er eine Verhaltenstherapie macht und lernt wie er mit seiner Sensibilität (und allen anderen ADHS Symptomen) umgehen kann, und auch wie er sich schützen kann, damit er nicht so sehr verletzt wird.
Probleme kann er trotz der Therapie immer wieder einmal bekommen, dazu verändert sich im Leben zu viel, es gibt immer wieder neue Situationen.
Aber die Therapeutin spricht doch auch nur von einer Pause, das heißt nicht, das er dann nie mehr eine neue Therapie machen kann, wenn es erforderlich ist.
Außerdem kannst Du ihn doch sicherlich auch weiterhin unterstützen?
Selber habe ich heute mal den "Hochsensibilitäts"-Test gemacht, auf dem hier im Forum verwiesen wird. Demnach wäre ich auch hochsensibel, meine Punktzahl lag über 200. Ich denke ich kann sagen, dass ich nicht diese Symptome habe. Diese Symptome müssten sich doch dann auch bei mir zeigen, auch wenn ich nicht AD(H)S habe, oder treten diese Symptome nur in schwierigen Lebenssituationen auf?
Ich weiß nicht mehr wie hoch die höchste Punktzal bei dem Test war, aber ich denke, das ist nicht ausschlaggebend.
Vielleicht ist Dein Sohn noch etwas sensibler als Du, oder empfindet andere Dinge schlimm, die Du nicht so schlimm findest.
Oder vielleicht hast Du auch einfach schon für Dich Wege gefunden damit umzugehen.

Du hast auch sicher nicht den ganzen Tag ein identisches Umfeld mit Deinem Sohn, oder?
Vielleicht, fühlt er sich in seinem Umfeld  auch nicht wohl und nimmt sich auch deshalb alles noch mehr zu Herzen, weil er oft verletzt wird?

Ich habe die Erfahrung gemacht, das wenn ich mich in meinem Umfeld wohl fühle, es mir auch wesentlich besser geht.
Vor allem mit Menschen die mich so akzeptieren wie ich bin, und mich nicht verletzen.

Den umgekehrten Fall hatte ich sehr sehr viele Jahre zuvor, und es hat sehr geschmerzt.
Was aber nicht heißt, das mir heute meine Sensibilität nicht mehr im Weg steht.

Ohne Medis, würde ich auch viele Dinge nicht ertragen können, mir sehr vieles noch mehr zu Herzen nehmen, und hätte mit Sicherheit auch wieder sehr viele Ängste, durch meine große Wahrnehmung.
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Löwenmutter
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 3. Mai 2011 11:29

Hallo Frosch,

danke für deine Antwort.
Ich nehme an Dein Sohn bekommt MPH (Methylphenidat) ?
Das Medikament reguliert den Stoffwechsel, seine ADHS Symptome werden somit gemildert.
Vorausgesetzt er hat ADHS (Hyperaktiv), bei den ADS`ler (Träumlele) ist es der umgekehrte Fall.
Mein Sohn ist ein sogenannter Mischtyp. Die hyperaktive Seite zeigt sich bei ihm nur durch eine innere Unruhe.
Aber ganz weg sind sie nicht, Dein Sohn wird immer hochsensibel bleiben, aber es wird ihn nicht mehr sooo sehr belasten, wie es ohne Medikamente wäre.
Gut zu wissen. Da ich selber nicht betroffen bin weiß ich nicht wie mein Sohn die Wirkung spürt. Ich weiß lediglich, wie sich das Medikament auswirkt. Ist das jetzt unklar was ich meine? Versehentlich habe ich mal die Tablette von meinem Sohn geschluckt, ich hatte die mit meiner verwechselt, konnte aber keine Wirkung feststellen, mir war es nur ein wenig schwummerig und ich hatte leichte Kopfschmerzen.
Du hast auch sicher nicht den ganzen Tag ein identisches Umfeld mit Deinem Sohn, oder?
Vielleicht, fühlt er sich in seinem Umfeld  auch nicht wohl und nimmt sich auch deshalb alles noch mehr zu Herzen, weil er oft verletzt wird?
Nein, natürlich haben wir nicht ein identisches Umfeld. Ich denke die Schwierigkeiten bei ihm liegen in der Schule. Er geht eigentlich gern zur Schule, hat jedoch Angst vor einigen Jungen. Er lässt sich vieles gefallen und hat Angst sich zu wehren, sagt aber auch der Lehrerin nichts. Ich denke das er teilweise ganz schön unter Druck steht und ihn das so belastet, dass er sich dann auf den Unterricht nicht mehr konzentrieren kann. Daher wirkt sich wahrscheinlich Methylphenidat nicht so wie gewünscht auf seine Konzentration aus. Die Konzentration richtet sich danach, wie er sich gerade fühlt. Nur was kann ich daran ändern? Ich bin nicht in der Schule und kann ihm dort nicht helfen. Er muss lernen sich selber zu helfen. Bestimmt helfen ihm die Medikamente, denn sie wirken sich positiv auf sein Sozialverhalten aus, aber trotz Verhaltenstherapie traut er sich immer noch nicht sich zu wehren. Daher finde ich es auch nicht richtig zu pausieren. Er hat Freunde in der Schule, aber scheinbar meint mein Sohn, dass er bei jedem Kind beliebt sein muss, aber das ist er nicht und damit kommt mein Sohn nicht gut zurecht.

Viele Grüße

Löwenmutter
Zuletzt geändert von Löwenmutter am 3. Mai 2011 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 3. Mai 2011 19:23

@ Löwenmutter,

gerne  :zwink:

Zitat: Löwenmutter
Mein Sohn ist ein sogenannter Mischtyp. Die hyperaktive Seite zeigt sich bei ihm nur durch eine innere Unruhe.
Innere Unruhe kann sehr schlimm sein, wenn man die den ganzen Tag hat, sie macht unglaublich aggressiv auf Dauer. Es ist ein unglaublicher innerer Druck.  :baw:
Und man kann sie nicht immer ausleben, sonst müsste man den ganzen Tag nur aktiv sein - und überhaupt nicht still sitzen. Was dann wieder Hyperaktiv wäre.
Ich nehme an, er schafft es bis zu einem gewissen Punkt sich ruhig zu verhalten, und muss sich dann ausleben.

Zitat: Löwenmutter
Gut zu wissen. Da ich selber nicht betroffen bin weiß ich nicht wie mein Sohn die Wirkung spürt. Ich weiß lediglich, wie sich das Medikament auswirkt. Ist das jetzt unklar was ich meine? Versehentlich habe ich mal die Tablette von meinem Sohn geschluckt, ich hatte die mit meiner verwechselt, konnte aber keine Wirkung feststellen, mir war es nur ein wenig schwummerig und ich hatte leichte Kopfschmerzen.

Nein, das ist nicht unklar. - Hoffe ich. Wenn Du der Meinung bist, wir reden aneinander vorbei - dann sag einfach Bescheid.
Die Wirkung des Medikamentes ist bei mir (ich bin Hyperaktiv) so, das ich davon wesentlich ruhiger werde, und auch nicht diesen innerlichen Druck habe - also die innere Unruhe - solange das Medi wirkt - danach ist sie wieder da.
Ebenso ist es mit allen anderen ADHS Symptomen, sie sind dann nicht mehr so schlimm. Und ich bin allgemein strukturierter in dem was ich mache.
Meine Gefühle (die als Beispiel, mit den anderen Symtomen ist es ebenso)  habe ich immer noch, und auch intensiv, aber ich kann sie besser steuern. Ich kann mir darüber klar werden was ich fühle, und auch ob die intensität angemessen ist.
Das kann ich ohne Medis nicht, ich habe dann nur extreme Gefühle, oder gar keine und kann sie weder steuern, noch in Zwischentönen benennen.
Da ich meine Gefühle besser steuern kann, und sie nicht gleich von 0 auf 100 % schießen, sind sie auch nicht mehr ganz so schmerzhaft wie sie ohne Medis sind.
Aber in extrem Situationen machen sie mich schier Handlungsunfähig. Ich bin dann sehr durcheinander und kann mich kaum mehr konzentrieren, außer auf den Gefühlsschmerz.

Ups - das mit dem Medi von Deinem Sohn, war nicht so gut. Sollte nicht passieren, denn das kann auch ganz schön gefährlich sein, wenn man kein ADHS hat.

Zitat: Löwenmutter
Nein, natürlich haben wir nicht ein identisches Umfeld. Ich denke die Schwierigkeiten bei ihm liegen in der Schule. Er geht eigentlich gern zur Schule, hat jedoch Angst vor einigen Jungen. Er lässt sich vieles gefallen und hat Angst sich zu wehren, sagt aber auch der Lehrerin nichts. Ich denke das er teilweise ganz schön unter Druck steht und ihn das so belastet, dass er sich dann auf den Unterricht nicht mehr konzentrieren kann. Daher wirkt sich wahrscheinlich Methylphenidat nicht so wie gewünscht auf seine Konzentration aus. Die Konzentration richtet sich danach, wie er sich gerade fühlt. Nur was kann ich daran ändern? Ich bin nicht in der Schule und kann ihm dort nicht helfen. Er muss lernen sich selber zu helfen. Bestimmt helfen ihm die Medikamente, denn sie wirken sich positiv auf sein Sozialverhalten aus, aber trotz Verhaltenstherapie traut er sich immer noch nicht sich zu wehren. Daher finde ich es auch nicht richtig zu pausieren. Er hat Freunde in der Schule, aber scheinbar meint mein Sohn, dass er bei jedem Kind beliebt sein muss, aber das ist er nicht und damit kommt mein Sohn nicht gut zurecht.
Wenn er so unter Druck steht und der Lehrerin nichts von den Problemen sagt - kann es sein, das er auch unter Druck gesetzt wird - von diesen Jungen?
Wäre vielleicht gut, das mit der Lehrerin zu besprechen - vielleicht fällt Ihr etwas auf -?

Das die Konzentration sich danach richtet wie man sich fühlt, habe ich weiter oben hoffentlich gut beschreiben können?
Bei mir ist es auch so, meine Konzentration hängt von meinem Emotionalem empfinden ab - oder besser gesagt vom allgemein befinden.
Wobei wirklich die Emotionen die größte Rolle spielen, und alles andere auch steuern.

Wenn die Medis gut auf sein Sozialverhalten wirken, dann werden sie auch Ihre Wirkung erzielen. Das Problem sehe ich in der Schule. (So wie Du beschreibst und ich verstanden habe)

Das er sich selber helfen muss, ist schon richig, Du bist nicht dabei. Was Du machen kannst, ist guten Kontakt mit der Lehrerin zu halten - gelegentlich nachfragen.
Und wenn sich das Problem nicht verringert ist vielleicht auch ein Klassen - oder Schulwechsel vorteilhaft.
Aber auch dann, muss er dort natürlich auch schauen, das er einen Weg findet.
Das wäre nur sinnvoll, wenn es so große Diskrepanzen gibt die scheints nicht zu beheben sind.

Ich kann mir Vostellen, das es für Deinen Sohn schwer ist, nicht bei jedem beliebt sein zu können. ADHSler sind sehr harmoniebedürftige Menschen, Unstimmigkeiten können sehr weh tun, besonders wenn man nicht weiß, warum diese Unstimmigkeiten sind.
Vielleicht, findet Ihr gemeinsam einen Weg wie er Unstimmigkeiten ausräumen kann. Eventuell einfach mal fragen, warum sein Klassenkamerad, "schlecht gelaunt" ist, oder ihn nicht mag - sollte das sein empfinden sein.

Vielleicht, kannst Du ja noch mal mit der Therapeutin reden, und vielleicht kann die Therapie fortgesetzt werden, wenn Du Ihr es SO berichtest.
Hast Du denn mal gefragt, aus welchem Grund eine Therapie Pause in Ihren Augen sinnvoll ist?

LG
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 5. Mai 2011 10:32

Hallo Frosch,
Meine Gefühle (die als Beispiel, mit den anderen Symtomen ist es ebenso)  habe ich immer noch, und auch intensiv, aber ich kann sie besser steuern. Ich kann mir darüber klar werden was ich fühle, und auch ob die intensität angemessen ist.
Das kann ich ohne Medis nicht, ich habe dann nur extreme Gefühle, oder gar keine und kann sie weder steuern, noch in Zwischentönen benennen.
Da ich meine Gefühle besser steuern kann, und sie nicht gleich von 0 auf 100 % schießen, sind sie auch nicht mehr ganz so schmerzhaft wie sie ohne Medis sind.
Aber in extrem Situationen machen sie mich schier Handlungsunfähig. Ich bin dann sehr durcheinander und kann mich kaum mehr konzentrieren, außer auf den Gefühlsschmerz.
Mensch das ist alles so kompliziert. Ich weiß einfach nicht ob er richtig eingestellt ist oder nicht. Definitiv befindet er sich in einem Gefühlschaos. Er möchte bei möglichst allen Kindern beliebt sein. Wenn ihm ein Kind dann mal den Mittelfinger zeigt oder was blödes zu ihm sagt, dann war das schon zu viel. Weghören fällt ihm schwer, er traut sich aber auch nicht sich zu wehren oder zu einer Lehrerin zu gehen und ich befürchte das er bald mal explodiert, wenn er für sich keine Lösung findet. Er hat Freunde, aber eher oberflächlich, die Jungen spielen wohl nur Fußball und die Mädchen spielen Gummitwist oder springen Seil. Beides findet er blöd. Er will lieber die Natur erkunden (sein Wortlaut), aber das finden die anderen langweilig, daher ist er dann in den Pausen oft allein. Er will dazu gehören, sondert sich aber ab. Wenn er nicht mit den anderen Kindern spielt, ist er natürlich auch nicht so eng mit denen befreundet, dass habe ich ihm auch so erklärt. Er wird akzeptiert und einige mögen ihn auch, aber einige Kinder finden ihn auch eigenartig und provozieren ihn und mein Sohn ist dann todunglücklich.
Das die Konzentration sich danach richtet wie man sich fühlt, habe ich weiter oben hoffentlich gut beschreiben können?
Bei mir ist es auch so, meine Konzentration hängt von meinem Emotionalem empfinden ab - oder besser gesagt vom allgemein befinden.
Wobei wirklich die Emotionen die größte Rolle spielen, und alles andere auch steuern.
Ja das habe ich verstanden und ich denke meinem Sohn geht es auch so, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es allein an den Emotionen liegt oder ob er noch nicht richtig eingestellt ist. Er selber meint, dass er nachmittags nichts mehr weiß, da fällt ihm noch nicht mal mehr ein wo er wohnen würde und die einfachsten Matheaufgaben könnte er dann nicht mehr und dann kommt er sich so dumm vor und das macht ihn zusätzlich so traurig.

Mit der Lehrerin bin ich in Kontakt und sie berichtet von heftigen Stimmungsschwankungen und das sich die Konzentration eben danach richtet, wie gereade seine Stimmung ist. Manchmal wäre er richtig verzweifelt, weil die Luft wirklich absolut raus wäre und er dann nichts mehr weiß. Sie sagt in seiner Klasse wird er akzeptiert und es gibt keine größeren Probleme, allerdings manchmal einige Streitigkeiten, die unter Jungen normal wären.
Vielleicht, kannst Du ja noch mal mit der Therapeutin reden, und vielleicht kann die Therapie fortgesetzt werden, wenn Du Ihr es SO berichtest.
Hast Du denn mal gefragt, aus welchem Grund eine Therapie Pause in Ihren Augen sinnvoll ist?
Die Therapeutin meint es wäre sinnvoll mal zu pausieren, damit unser Sohn nicht den Eindruck hätte das etwas nicht mit ihm stimmen würde. Außerdem hätte er gute Fortschritte gemacht. Mein Sohn war früher ein Schulverweigerer, inzwischen ist er jedoch sehr bemüht, das sagt auch die Lehrerin, abgesehen davon, hat es mein Sohn in der Klasse nicht ausgehalten, er hat sich häufig entzogen, in dem er auf die Toilette ging, in der Sporthalle sich hinter der Turnmatte versteckte, in den Pausen in den Büschen saß etc. Natürlich sehe ich diese Fortschritte und er hat wirklich große Entwicklungsschritte gemacht, aber trotzdem hat er noch große Probleme. Ist es dann richtig zu pausieren? Mein Sohn erzählt der Therapeutin allerdings jedesmal, dass es ihm gut gehen würde.
Ich glaube was meinem Sohn viel bringen würde, wäre so ein Verhaltenstraining in einer Gruppe unter Gleichaltrigen. Wo bestimmte Situationen in Rollenspielen eingeübt werden. Die Therapeutin meinte, die Situationen hätte er ja den ganzen Tag in der Schule, aber da wehrt er sich ja nicht und das wird ja nicht unter Aufsicht geleitet.

Lieben Gruß

Löwenmutter
Zuletzt geändert von Löwenmutter am 5. Mai 2011 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 5. Mai 2011 12:19

Hallo Löwenmutter,

Zitat: Löwenmutter
Mensch das ist alles so kompliziert. Ich weiß einfach nicht ob er richtig eingestellt ist oder nicht. Definitiv befindet er sich in einem Gefühlschaos. Er möchte bei möglichst allen Kindern beliebt sein. Wenn ihm ein Kind dann mal den Mittelfinger zeigt oder was blödes zu ihm sagt, dann war das schon zu viel. Weghören fällt ihm schwer, er traut sich aber auch nicht sich zu wehren oder zu einer Lehrerin zu gehen und ich befürchte das er bald mal explodiert, wenn er für sich keine Lösung findet. Er hat Freunde, aber eher oberflächlich, die Jungen spielen wohl nur Fußball und die Mädchen spielen Gummitwist oder springen Seil. Beides findet er blöd. Er will lieber die Natur erkunden (sein Wortlaut), aber das finden die anderen langweilig, daher ist er dann in den Pausen oft allein. Er will dazu gehören, sondert sich aber ab. Wenn er nicht mit den anderen Kindern spielt, ist er natürlich auch nicht so eng mit denen befreundet, dass habe ich ihm auch so erklärt. Er wird akzeptiert und einige mögen ihn auch, aber einige Kinder finden ihn auch eigenartig und provozieren ihn und mein Sohn ist dann todunglücklich.
Ist es auch, wenn man kein passendes Umfeld hat. Befindet man sich aber in einem Umfeld das passend und verständnisvoll ist, und in dem man sich zugehörig fühlt und auch Leute mit gleichen Interessen findet, ist es das nicht.

Ist sein Verhalten denn während der Ferien anders gewesen als sonst? Es müsste sich schon bemerkbar gemacht haben, wenn das schulische Umfeld ihn sonst belastet und das für eine Zeit wegfällt.

Wie war seine Symptomatik in den Ferien? Oder sein gesamtes befinden?

Daran kannst Du auch auch erkennen, ob seine Einstellung ok ist. Wenn es in den Ferien besser war als zu Schulzeiten, dann muss in der Schule eine Veränderung vorgenommen werden.
Letztlich muss Medikation und Umfeld stimmen, es ist nicht sinnvoll, die Medikamentation über einen langen Zeitraum so zu erhöhen das der betroffene Mensch in ein Umfeld passt das ihm nicht gut tut, dort wird er immer unglücklich sein, egal wie hoch die Medikation ist.
Medikation ist eine Unterstützung mit der Symptomatik klar zu kommen, ein zusätzlicher  Weg besser zurecht zu kommen ist ein besseres Umfeld, in dem er sich wohl und verstanden fühlt.

Er muss lernen sich mit den Kindern anzufreunden die ihn mögen und die ähnliche Interessen haben, zu den anderen Kindern keinen oder nur begrenzten Kontakt zu haben, muss ihm egal werden.

Was mir aufgefallen ist: Du sagtest am Anfang des Threads, das Autismus beim ihm ausgeschlossen ist.
Meiner Meinung nach, ist genau das was Du beschrieben hast - das "ausschließen" auf dem Schulhof und die liebe zur Natur - schon ein "autistischer Zug".
So ganz außer acht lassen, sollte man den nicht.

Hast Du Dich schon mal mit Autismus befasst?
Sonst hier mal ein Link:

http://www.tokol.de/content/view/119/187/


ZItat: Löwenmutter
Ja das habe ich verstanden und ich denke meinem Sohn geht es auch so, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es allein an den Emotionen liegt oder ob er noch nicht richtig eingestellt ist. Er selber meint, dass er nachmittags nichts mehr weiß, da fällt ihm noch nicht mal mehr ein wo er wohnen würde und die einfachsten Matheaufgaben könnte er dann nicht mehr und dann kommt er sich so dumm vor und das macht ihn zusätzlich so traurig.
Vielleicht reicht die Medikation am Nachmittag nicht mehr, und er muss noch einmal nachdosieren. Hat er ein Retard Medikament und welches Medikament bekommt er?

ZItat: Löwenmutter
Mit der Lehrerin bin ich in Kontakt und sie berichtet von heftigen Stimmungsschwankungen und das sich die Konzentration eben danach richtet, wie gereade seine Stimmung ist. Manchmal wäre er richtig verzweifelt, weil die Luft wirklich absolut raus wäre und er dann nichts mehr weiß. Sie sagt in seiner Klasse wird er akzeptiert und es gibt keine größeren Probleme, allerdings manchmal einige Streitigkeiten, die unter Jungen normal wären.
Wenn er so sensibel ist, dann können diese Streitigkeiten bei ihm schon eine heftige Emotionslage auslösen, die auch mit starken Stimmungsschwankungen einhergeht.

ZItat: Löwenmutter
Die Therapeutin meint es wäre sinnvoll mal zu pausieren, damit unser Sohn nicht den Eindruck hätte das etwas nicht mit ihm stimmen würde. Außerdem hätte er gute Fortschritte gemacht. Mein Sohn war früher ein Schulverweigerer, inzwischen ist er jedoch sehr bemüht, das sagt auch die Lehrerin, abgesehen davon, hat es mein Sohn in der Klasse nicht ausgehalten, er hat sich häufig entzogen, in dem er auf die Toilette ging, in der Sporthalle sich hinter der Turnmatte versteckte, in den Pausen in den Büschen saß etc. Natürlich sehe ich diese Fortschritte und er hat wirklich große Entwicklungsschritte gemacht, aber trotzdem hat er noch große Probleme. Ist es dann richtig zu pausieren? Mein Sohn erzählt der Therapeutin allerdings jedesmal, dass es ihm gut gehen würde.
Das hört sich doch an, als wenn er wirklich schon enorme Fortschritte gemacht hat.  :smt023:
Vielleicht sieht die Therapeutin die Therapie Pause auch so, das er weiterhin üben soll, und damit er sieht, das ihm die Therapie auch etwas gebracht hat. Auch wenn es sicherlich noch einige Probleme gibt.

Wobei im Rücklick auf die Probleme sicher auch eine Überlegung wäre, keine Pause zu machen, sondern die Abstände der Therapie Stunden zu vergrößern - so das er weiter üben kann, aber auch immer noch den therapeutischen Rückhalt hat.
Außerdem können so auch noch die Probleme in Angriff genommen werden, die noch zu bewältigen sind.

Ich denke, das würde Deinem Sohn und auch Dir entgegen kommen, denn Du hast ja auch die Möglichkeiten mit der Therapeutin zu besprechen was Dir Sorgen macht, nicht nur Dein Sohn.

Ich glaube was meinem Sohn viel bringen würde, wäre so ein Verhaltenstraining in einer Gruppe unter Gleichaltrigen. Wo bestimmte Situationen in Rollenspielen eingeübt werden. Die Therapeutin meinte, die Situationen hätte er ja den ganzen Tag in der Schule, aber da wehrt er sich ja nicht und das wird ja nicht unter Aufsicht geleitet.
Das wäre sicherlich eine gute Idee, denn das ist etwas anderes wie in der Schule. In einem Verhaltentraining in einer Gruppe Gleichaltiger die therapeutisch geleitet ist, kann man viel eher den Mut aufbringen sich zu wehren, weil man weiß das man übt und nicht für das was man sagt "verurteilt" wird.

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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 6. Mai 2011 12:01

Hallo Frosch,
Ist sein Verhalten denn während der Ferien anders gewesen als sonst? Es müsste sich schon bemerkbar gemacht haben, wenn das schulische Umfeld ihn sonst belastet und das für eine Zeit wegfällt.

Wie war seine Symptomatik in den Ferien? Oder sein gesamtes befinden?

Daran kannst Du auch auch erkennen, ob seine Einstellung ok ist. Wenn es in den Ferien besser war als zu Schulzeiten, dann muss in der Schule eine Veränderung vorgenommen werden.
Letztlich muss Medikation und Umfeld stimmen, es ist nicht sinnvoll, die Medikamentation über einen langen Zeitraum so zu erhöhen das der betroffene Mensch in ein Umfeld passt das ihm nicht gut tut, dort wird er immer unglücklich sein, egal wie hoch die Medikation ist.
Medikation ist eine Unterstützung mit der Symptomatik klar zu kommen, ein zusätzlicher  Weg besser zurecht zu kommen ist ein besseres Umfeld, in dem er sich wohl und verstanden fühlt.
Sein Verhalten in den Ferien war gut, es gab keine Probleme. Er hat sich auch verabredet - allerdings nie mit Kindern aus seiner Schule - und ist sogar mit einer Freundin und deren Eltern im Freizeitpark gewesen. Es war alles gut. Kaum fing die Schule wieder an, hatte er Streit mit einem Jungen und er war total traurig, weil er sich nicht konzentrieren konnte und sich total dumm vorkam. Gestern und vorgestern war es wieder anders. Er war super gelaunt, wurde von einem Mädchen zum Geburtstag eingeladen und hat, auf mein anraten, mit den anderen Kindern in der Pause gespielt. Da war wieder alles super. Bzgl. der Konzentration kann ich nicht so leicht eine Aussage treffen, da er in den Ferien nicht schulisch gefordert wurde.

Mein Sohn geht als Tagesschüler auf ein Privatinternat. Er ist nach der Antragstellung beim Jugendamt (§ 35 a) dorthin gekommen, sonst wäre er wahrscheinlich auf eine E-Förderschule gelandet. Mit der jetzigen Schule und den Lehrern sind wir sehr zufrieden. Die Klassen sind sehr klein, die Lehrer sind konsequent, aber sehr verständnisvoll, gut geschult und informiert, wir arbeiten gut zusammen und ich denke eine bessere Schule hätten wir für ihn nicht finden können. Er mag seine Lehrerin sehr gern und wie bereits erwähnt, hat er ja schon enorme Fortschritte gemacht. Wir möchten die Schule nicht wechseln. Die Probleme die mein Sohn aktuell hat, wird er auch an jeder anderen Schule finden, daher meine ich ja auch, dass es für ihn sehr gut wäre, bestimmte Verhaltensweisen in einer Gruppe mit Gleichaltrigen einzuüben.
Er muss lernen sich mit den Kindern anzufreunden die ihn mögen und die ähnliche Interessen haben, zu den anderen Kindern keinen oder nur begrenzten Kontakt zu haben, muss ihm egal werden.
Ja da sagst du was. Gesagt haben wir ihm das auch schon x mal. Wir bestärken ihn auch immer wieder darin, sich auch mal mit seinen Schulfreunden zu verabreden. Er ist nur leider sehr unsicher und will selber nicht anrufen, weil er Angst hat, dass die nicht wollen. Wenn ich ihn abhole frage ich oft nach, ob er sich verabredet hat und jedesmal sagt er, er hätte vergessen zu fragen? Er ist jetzt 9 Jahre alt, da muss er doch selber seine Verabredungen treffen! Ich habe ihm auch schon so häufig gesagt, dass man nicht mit allen befreundet sein kann und es immer Leute gibt die man nicht mag und das man sich mit denen ja nicht abgeben muss, aber wenn die Kinder ihm was blödes zurufen, ist mein Sohn nicht in der Lage das zu ignorieren.
Was mir aufgefallen ist: Du sagtest am Anfang des Threads, das Autismus beim ihm ausgeschlossen ist.
Meiner Meinung nach, ist genau das was Du beschrieben hast - das "ausschließen" auf dem Schulhof und die liebe zur Natur - schon ein "autistischer Zug".
So ganz außer acht lassen, sollte man den nicht.
Mein Sohn war letztes Jahr für 4 Monate in der ambulanten Tagesklinik. Er wurde dort beobachtet, es wurden Fragebögen ausgefüllt und man kam zu dem Schluss, dass er nicht autistisch ist. Er hat eine emotionale und soziale Störung und diese Kinder würden sich ähnlich auffallend verhalten wie autistische Kinder. Bei einem autistischen Kind wären allerdings diese "schnellen Fortschritte" nicht möglich, abgesehen davon war bei den Tests die Punktzahl viel zu gering. Ich bin froh, dass wir überhaupt eine Diagnose haben, denn mein Sohn hat sich bei sämtlichen Tests verweigert, so bestand immer der Verdacht auf ADHS, aber wir hatten keine genaue Diagnose.
Vielleicht reicht die Medikation am Nachmittag nicht mehr, und er muss noch einmal nachdosieren. Hat er ein Retard Medikament und welches Medikament bekommt er?
Mein Sohn bekommt im Moment 20 mg Ritalin LA retard und 5 mg Medikinet retard.
Wobei im Rücklick auf die Probleme sicher auch eine Überlegung wäre, keine Pause zu machen, sondern die Abstände der Therapie Stunden zu vergrößern - so das er weiter üben kann, aber auch immer noch den therapeutischen Rückhalt hat.
So läuft es im Moment ab. Mein Sohn hat alle 3 bis 4 Wochen einen Termin bei der Therapeutin.

Lieben Gruß

Löwenmutter
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 6. Mai 2011 12:37

Hallo Löwenmutter,

Zitat: Löwenmutter
Sein Verhalten in den Ferien war gut, es gab keine Probleme. Er hat sich auch verabredet - allerdings nie mit Kindern aus seiner Schule - und ist sogar mit einer Freundin und deren Eltern im Freizeitpark gewesen. Es war alles gut. Kaum fing die Schule wieder an, hatte er Streit mit einem Jungen und er war total traurig, weil er sich nicht konzentrieren konnte und sich total dumm vorkam. Gestern und vorgestern war es wieder anders. Er war super gelaunt, wurde von einem Mädchen zum Geburtstag eingeladen und hat, auf mein anraten, mit den anderen Kindern in der Pause gespielt. Da war wieder alles super. Bzgl. der Konzentration kann ich nicht so leicht eine Aussage treffen, da er in den Ferien nicht schulisch gefordert wurde.
Hört sich doch so an, als würde es wirklich an den Konflikten an der Schule liegen.

Zitat: Löwenmutter
Mein Sohn geht als Tagesschüler auf ein Privatinternat. Er ist nach der Antragstellung beim Jugendamt (§ 35 a) dorthin gekommen, sonst wäre er wahrscheinlich auf eine E-Förderschule gelandet. Mit der jetzigen Schule und den Lehrern sind wir sehr zufrieden. Die Klassen sind sehr klein, die Lehrer sind konsequent, aber sehr verständnisvoll, gut geschult und informiert, wir arbeiten gut zusammen und ich denke eine bessere Schule hätten wir für ihn nicht finden können. Er mag seine Lehrerin sehr gern und wie bereits erwähnt, hat er ja schon enorme Fortschritte gemacht. Wir möchten die Schule nicht wechseln. Die Probleme die mein Sohn aktuell hat, wird er auch an jeder anderen Schule finden, daher meine ich ja auch, dass es für ihn sehr gut wäre, bestimmte Verhaltensweisen in einer Gruppe mit Gleichaltrigen einzuüben.
Das sind super Voraussetzungen die er hat. Da wäre es sicher schlecht die Schule zu wechseln, zumal es ja nicht immer Probleme zu geben scheint und auch dort sehr fähiges Personal zu sein scheint.
Sonst hätte er diese Fortschritte nicht gemacht.

Das mit der Gruppenübung wäre bestimmt eine gute Sache, und würde ihn unterstützen. Aber das sagte ich ja bereits.  :zwink:

Zitat: Löwenmutter
Ja da sagst du was. Gesagt haben wir ihm das auch schon x mal. Wir bestärken ihn auch immer wieder darin, sich auch mal mit seinen Schulfreunden zu verabreden. Er ist nur leider sehr unsicher und will selber nicht anrufen, weil er Angst hat, dass die nicht wollen. Wenn ich ihn abhole frage ich oft nach, ob er sich verabredet hat und jedesmal sagt er, er hätte vergessen zu fragen? Er ist jetzt 9 Jahre alt, da muss er doch selber seine Verabredungen treffen! Ich habe ihm auch schon so häufig gesagt, dass man nicht mit allen befreundet sein kann und es immer Leute gibt die man nicht mag und das man sich mit denen ja nicht abgeben muss, aber wenn die Kinder ihm was blödes zurufen, ist mein Sohn nicht in der Lage das zu ignorieren.
Schön, das Ihr ihn bestärkt sich zu verabreden. Vielleicht vergisst er auch manchmal sich zu verabreden, weil ihm das nach der Schule einfach zu viel ist?
In den Ferien und zu besonderen Gelegenheiten wie dem Geburtstag, macht er es doch. Allerdings sind da auch die Ansprüche an ihn geringer.
Er hat dann nicht schon den ganzen Tag in einer Reizvollen Umgebung verbracht und ist nicht so gefordert worden.
Wenn die Kinder ihm was blödes zurufen, wird ihn das auch erst mal ziemlich aus der Bahn werfen - kann ich verstehen.
Vielleicht, braucht er da einfach noch ein wenig Zeit.
Es ist ja auch schon ganz schön viel was er (Ihr natürlich auch) schon geleistet hat.

ZItat: Löwenmutter
Mein Sohn war letztes Jahr für 4 Monate in der ambulanten Tagesklinik. Er wurde dort beobachtet, es wurden Fragebögen ausgefüllt und man kam zu dem Schluss, dass er nicht autistisch ist. Er hat eine emotionale und soziale Störung und diese Kinder würden sich ähnlich auffallend verhalten wie autistische Kinder. Bei einem autistischen Kind wären allerdings diese "schnellen Fortschritte" nicht möglich, abgesehen davon war bei den Tests die Punktzahl viel zu gering. Ich bin froh, dass wir überhaupt eine Diagnose haben, denn mein Sohn hat sich bei sämtlichen Tests verweigert, so bestand immer der Verdacht auf ADHS, aber wir hatten keine genaue Diagnose.
Ok, das ist ein ganz anderer Aspekt. Dann wird das wohl so sein, aber vielleicht, sind gerade die anderen Dinge bei denen er noch Schwierigkeiten hat und die nicht so schnelle Fortschritte machen, doch schon sehr autistische Tendenzen?
Es heißt ja nicht gleich, das er autistisch ist, es können ja auch "nur" autistische Tendenzen (bzw. Verhaltensweisen) sein, die eben doch schon sehr nah im Autistischem Bereich sind.

Zitat: Löwenmutter
Mein Sohn bekommt im Moment 20 mg Ritalin LA retard und 5 mg Medikinet retard.
Vielleicht, ist die Dosierung am Nachmittag zu niedrig? 20 mg, und 5 mg sind ein erheblicher Unterschied - wobei auch zu bedenken ist, das z.B. 5 mg. Ritalin LA und 5 mg. Medikinet retard nicht gleich die gleiche Wirkung erzielen - das nur als Beispiel ich hoffe das ist verständlich ausgedrückt?

Vielleicht, kannst Du mit dem Arzt überlegen ob es sinnvoll wäre die Medikation in kleinen Schritten am Nachmittag zu erhöhen. Einen Versuch wäre es sicherlich Wert.

LG
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 10. Mai 2011 11:01

Hallo Frosch,

es tut gut deine Beiträge zu lesen. Manchmal bin ich einfach so verunsichert und dann ist es gut noch eine andere Meinung zu hören/lesen.

Die letzten Tage verliefen wieder richtig super. Er teilt sich jetzt auch öfter mit, wenn ihn etwas bedrückt, oder er fragt uns, was er in bestimmten Situationen machen kann. Das finde ich sehr gut, früher hat er nie etwas gesagt. Er ist auch sehr unsicher und traut sich auch vieles einfach nicht. Als Kind war ich sehr ähnlich und unsicher bin ich in Bezug auf meinem Sohn immer noch.

Das mit der Gruppenübung werde ich bei der Therapeutin meines Sohnes auf jeden Fall ansprechen. Ich bin gespannt was sie davon hält. Ich denke wirklich das ihm das sehr helfen würde.
Vielleicht vergisst er auch manchmal sich zu verabreden, weil ihm das nach der Schule einfach zu viel ist? In den Ferien und zu besonderen Gelegenheiten wie dem Geburtstag, macht er es doch. Allerdings sind da auch die Ansprüche an ihn geringer. Er hat dann nicht schon den ganzen Tag in einer Reizvollen Umgebung verbracht und ist nicht so gefordert worden.
Daran habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Vielleicht ist das ja wirklich so. Ich denke immer er traut sich nicht zu fragen. Die Verabredungen, die er mit den anderen Kindern hat, sind regelmäßig. Sie haben einen bestimmten Wochentag, an dem sie verabredet sind. So kann er nicht vergessen sich zu verabreden, da es regelmäßig wöchentlich ist.
...aber vielleicht, sind gerade die anderen Dinge bei denen er noch Schwierigkeiten hat und die nicht so schnelle Fortschritte machen, doch schon sehr autistische Tendenzen?
Es heißt ja nicht gleich, das er autistisch ist, es können ja auch "nur" autistische Tendenzen (bzw. Verhaltensweisen) sein, die eben doch schon sehr nah im Autistischem Bereich sind.
Ja das mag sein, dass es autistische Tendenzen sind, aber selbst in den Bereichen muss er doch Fortschritte machen können. Autismus heißt ja nicht, dass diese Kinder nicht lernfähig sind. Bestimmte Verhaltensweisen fallen ihnen enorm schwer und es dauert eben länger, bis sie bestimmte Verhaltensweisen eingeübt haben. Und da sind wir wieder bei der Gruppenübung, die ich sehr sinnvoll finde.

Ich will dir mal 2 Beispiele nennen, womit mein Sohn Probleme hat bzw. hatte. Er verabredet sich am Freitag immer mit seinem Freund. Der hat eine enorme Phantasie und erzählt unheimlich viele Dinge, die meinem Sohn Angst machen, z. B. das einer im Bett mit einem langen Messer aufgeschlitzt wurde. Mein Sohn hatte danach Albträume und traute sich nicht mehr einzuschlafen, weil er Angst hatte jemand würde mit einem Messer kommen. Mein Sohn hat seinem Freund gesagt, dass er nicht mehr so schaurige Geschichten erzählen soll, dass die ihm Angst machen. Sein Freund hat sich darüber amüsiert und weiter Schauergeschichten erzählt.
Ja was macht man da? Sollen wir Eltern uns einmischen? Mein Sohn muss lernen mit Konflikten umzugehen. Die Konsequenz wäre eigentlich, dass sich mein Sohn mit dem besagten Freund nicht mehr verabredet, wenn der nicht damit aufhört. Diese Konsequenz will mein Sohn aber nicht aussprechen, da er nicht so viele Freunde hat und seinen Freund nicht verlieren will. Was soll man als Eltern da raten? Sollen wir heimlich mit der Mutter des Freundes sprechen, damit die mit ihrem Sohn redet?
Das andere Beispiel: Mein Sohn war in der Schule mit einem anderen Jungen befreundet. Der wollte jedoch, dass mein Sohn nur noch mit ihm spielt und bei dem drehte sich auch alles nur ums kämpfen. Das wollte mein Sohn nicht und deshalb hat er nicht mehr mit ihm gespielt. Der andere Junge war daraufhin sauer und hat meinen Sohn nur noch beleidigt. Dies führte dazu, dass mein Sohn wütend war, aber auch sehr traurig und sich da reinsteigerte, dass ihn niemand mag. Gestern kam mein Sohn aus der Schule und erzählte mir, dass er sich mit dem Jungen wieder vertragen hätte. Mein Sohn hatte meinen Rat befolgt und zu dem Jungen gesagt, dass er wieder mit ihm spielt, wenn der ihn nicht mehr beleidigt, aber nur unter der Bedingung, dass mein Sohn auch mit anderen Kindern spielen darf. Der Junge war damit einverstanden und nun sind sie wieder befreundet. Ich war richtig stolz, dass mein Sohn den Konflikt so toll gelöst hat.
Vielleicht, ist die Dosierung am Nachmittag zu niedrig? 20 mg, und 5 mg sind ein erheblicher Unterschied - wobei auch zu bedenken ist, das z.B. 5 mg. Ritalin LA und 5 mg. Medikinet retard nicht gleich die gleiche Wirkung erzielen - das nur als Beispiel ich hoffe das ist verständlich ausgedrückt?
Hier habe ich mich nicht verständlich ausgedrückt. Mein Sohn nimmt einmalig morgens 20 mg Ritalin LA und 5 mg Medikinet als retard zusammen. Ritalin gibt es als retard nur mit 10 mg. Bei 30 mg war er scheinbar überdosiert, daher hat die Ärztin zu den 20 mg Ritalin noch mal 5 mg Medikinet, das es als retard gibt, aufgeschrieben. Mit 20 mg Ritalin LA war er scheinbar unterdosiert. Ob die Dosierung im Moment stimmt weiß ich nicht. Die Lehrerin sagt, dass seine Konzentration sich nach der Stimmung richtet. Nur wie soll man da medikamentös einstellen? Bei 30 mg war er abwesend, total verträumt, hat nichts mitbekommen, musste extra angesprochen werden, war sehr langsam und hatte extreme Einschlafprobleme. Bei 20 mg sagte die Lehrerin, dass er sehr albern wäre und extreme Stimmungsschwankungen hätte und sich danach die Konzentration richtet. Langsam wäre er zwar auch noch, aber nicht so extrem wie mit 30 mg. Nun bekommt er also insgesamt 25 mg, geht aber erst wieder seit 1 1/2 Wochen in die Schule, davon war er 2-3 Tage richtig schlecht drauf, danach wieder super. Nächste Woche haben wir einen Termin bei der Ärztin, kurz davor wollte ich mit der Lehrerin sprechen, aber ob die nach solch einer kurzen Zeit schon was sagen kann? Es scheint mir immer noch auf seine Stimmung anzukommen.

Lieben Gruß

Löwenmutter
Zuletzt geändert von Löwenmutter am 10. Mai 2011 11:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 10. Mai 2011 13:40

Hallo Löwenmutter,

das ist schön zu hören. Danke! Das kann ich gut verstehen, das Du manchmal verunsichert bist, ist ja auch nicht einfach.

Die letzten Tage, waren dann doch ziemlich erfolgreich - super.

Bin mal gespannt was Eure Therapeutin zu den Gruppenübungen sagt - ich hoffe Du wirst berichten?

Zitat: Löwenmutter
Daran habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Vielleicht ist das ja wirklich so. Ich denke immer er traut sich nicht zu fragen. Die Verabredungen, die er mit den anderen Kindern hat, sind regelmäßig. Sie haben einen bestimmten Wochentag, an dem sie verabredet sind. So kann er nicht vergessen sich zu verabreden, da es regelmäßig wöchentlich ist.
Bei den festen Wochentagen, an denen er die anderen Kinder sieht, braucht er nicht zu denken - und kann es auch nicht vergessen - das sind feste Termine in seiner Wochenstruktur.
Die hat er sich sicherlich außer diesen Terminen so eingerichtet, das er auch genug Ruhe und Zeit für sich hat.
Wobei er sicherlich noch den ein oder anderen "Freundetermin" einschieben könnte - nur - das sind dann ja keine festen "Freundezeiten".

Zitat: Löwenmutter
Ja das mag sein, dass es autistische Tendenzen sind, aber selbst in den Bereichen muss er doch Fortschritte machen können. Autismus heißt ja nicht, dass diese Kinder nicht lernfähig sind. Bestimmte Verhaltensweisen fallen ihnen enorm schwer und es dauert eben länger, bis sie bestimmte Verhaltensweisen eingeübt haben. Und da sind wir wieder bei der Gruppenübung, die ich sehr sinnvoll finde.
Er macht doch schon Fortschritte. Wenn es wirklich autistische Tendenzen sind, dann solltest Du auch daran denken, das Autisten (auch wenn es nur die Tendenz ist) eine bestimmte Struktur brauchen, und diese schwer veränderbar ist, da sie sonst unsicher werden und nicht mehr zurecht kommen - Ihre Welt gerät aus den Fugen. Das macht ängstlich und aggressiv.
Also kannst Du auch nur langsam diese Struktur verändern, zu schnell ist nicht gut, denn das würde Überfordern.
Und Du kannst auch nicht abschätzen, wie er mit dem "neuem Reizvolumen" zurecht kommt - kommt er damit gut klar, oder ist es ihm zu viel und er überfordert sich.

ZItat: Löwenmutter
Ich will dir mal 2 Beispiele nennen, womit mein Sohn Probleme hat bzw. hatte. Er verabredet sich am Freitag immer mit seinem Freund. Der hat eine enorme Phantasie und erzählt unheimlich viele Dinge, die meinem Sohn Angst machen, z. B. das einer im Bett mit einem langen Messer aufgeschlitzt wurde. Mein Sohn hatte danach Albträume und traute sich nicht mehr einzuschlafen, weil er Angst hatte jemand würde mit einem Messer kommen. Mein Sohn hat seinem Freund gesagt, dass er nicht mehr so schaurige Geschichten erzählen soll, dass die ihm Angst machen. Sein Freund hat sich darüber amüsiert und weiter Schauergeschichten erzählt.
Bei einer Bildlichen Vorstellungskraft die sehr real ist, kann das auch beängstigend sein - wie würdest Du empfinden, wenn Du solche Dinge erzählt bekommst und Du nachempfindest als wäre es real?
Ich finde es auch ganz schön fies von seinem Freund das er trotz das Dein Sohn ihn bittet ihm nicht mehr so etwas zu erzählen, einfach Rücksichtslos weiter macht.

Zitat: Löwenmutter
Ja was macht man da? Sollen wir Eltern uns einmischen? Mein Sohn muss lernen mit Konflikten umzugehen. Die Konsequenz wäre eigentlich, dass sich mein Sohn mit dem besagten Freund nicht mehr verabredet, wenn der nicht damit aufhört. Diese Konsequenz will mein Sohn aber nicht aussprechen, da er nicht so viele Freunde hat und seinen Freund nicht verlieren will. Was soll man als Eltern da raten? Sollen wir heimlich mit der Mutter des Freundes sprechen, damit die mit ihrem Sohn redet?
Was Ihr machen könnt, ist Eurem Sohn zu lehren, das es sich bei diesem Freund sicherlich um keinen Freund handelt - denn sonst würde er Rücksicht nehmen.
Letztlich muss Eurer Sohn merken und sich entscheiden, ob es ein Freund ist, oder nicht.

Zitat: Löwenmutter
Das andere Beispiel: Mein Sohn war in der Schule mit einem anderen Jungen befreundet. Der wollte jedoch, dass mein Sohn nur noch mit ihm spielt und bei dem drehte sich auch alles nur ums kämpfen. Das wollte mein Sohn nicht und deshalb hat er nicht mehr mit ihm gespielt. Der andere Junge war daraufhin sauer und hat meinen Sohn nur noch beleidigt. Dies führte dazu, dass mein Sohn wütend war, aber auch sehr traurig und sich da reinsteigerte, dass ihn niemand mag. Gestern kam mein Sohn aus der Schule und erzählte mir, dass er sich mit dem Jungen wieder vertragen hätte. Mein Sohn hatte meinen Rat befolgt und zu dem Jungen gesagt, dass er wieder mit ihm spielt, wenn der ihn nicht mehr beleidigt, aber nur unter der Bedingung, dass mein Sohn auch mit anderen Kindern spielen darf. Der Junge war damit einverstanden und nun sind sie wieder befreundet. Ich war richtig stolz, dass mein Sohn den Konflikt so toll gelöst hat.
Das war doch der richtige Weg den Du vorgeschlagen hast, und Dein Sohn hat ihn auch befolgt und es scheint zu klappen -  :smt023:

Zitat: Löwenmutter
Hier habe ich mich nicht verständlich ausgedrückt. Mein Sohn nimmt einmalig morgens 20 mg Ritalin LA und 5 mg Medikinet als retard zusammen. Ritalin gibt es als retard nur mit 10 mg. Bei 30 mg war er scheinbar überdosiert, daher hat die Ärztin zu den 20 mg Ritalin noch mal 5 mg Medikinet, das es als retard gibt, aufgeschrieben. Mit 20 mg Ritalin LA war er scheinbar unterdosiert.
Bin ja kein Arzt und weiß auch nicht ob man die 10 mg. Ritalin Tablette eventuell teilen kann? Dann wäre sie halb und hätte dann in etwa die Wirkung von ca. 5mg. Ritalin.
Ich persönlich halte nichts von 2 verschiedenen Präparaten zur gleichen Zeit - nach Möglichkeit sollte man selbst bei 2 mal gaben bei einem Präparat bleiben.
Die verschiednen Präparate haben eine unterschiedliche Galenik (Zusatzstoffe) von daher wirken sie trotz des gemeinsamen Wirkstoffes an sich - anders.

Eventuell würde ein Präparat Wechsel vielleicht gut sein, vielleicht komplett auf Medikinet denn das gibt es in 20 mg. und in 5 mg.
Aber das musst Du mit dem Doc besprechen.
Denn so wie es sich anhört, wäre 25 mg in Ordnung.
Allerdings ist das die Frage ob es so bleibt, wenn wirklich ein anderes Präparat (z.b. nur Medikinet ) in Frage kommen würde. (Es wirkt wahrscheinlich anders.)

Eine Rücksprache mit der Lehrerin wäre sicher okl vor dem nächsten Arzt Termin, und dann solltet Ihr mal mit dem Doc überlegen, was sinnvoll wäre.

LG
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 23. Mai 2011 12:01

Hallo Frosch,

ich wollte dir mal einen kurzen Zwischenbericht geben, da ich mich länger nicht gemeldet habe. Ich habe im Moment 3 Fortbildungen gleichzeitig laufen und bin daher ganz schön im Stress.

Meinem Sohn geht es im Moment richtig gut.  :froi1: Er ist gut gelaunt, war auf einem Kindergeburtstag eingeladen, demnächst steht wieder einer an und letzte Woche hatte er sich am Donnerstag und Freitag mit 2 Kindern aus seiner Schule verabredet und die Kinder haben wirklich schön miteinander gespielt. Ein drittes Kind hat auch schon gefragt, wann mein Sohn Zeit hat und ob er sich nicht auch mal mit ihr verabreden will. Heute und Mittwoch ist mein Sohn wieder verabredet und für Donnerstag, Freitag und Samstag wollte er sich wieder mit Kindern aus der Schule verabreden. Ich bin ja mal gespannt, ob er wirklich daran denkt, denn bei seinen letzten Verabredungen habe ich schon sehr dahinter gestanden, damit er sich traut und es geklappt hat. Auf jeden Fall läuft es im Moment richtig gut und er ist super drauf.

Was mir allerdings aufgefallen ist, dass er immer noch sehr unsicher ist. Zum Beispiel habe ich gestern mit ihm geschimpft, weil er wieder so extrem getrödelt hat. Ich war nicht laut oder so, trotzdem hat ihm das schon wieder gereicht. Er reagiert dann total beleidigt, ist sofort den Tränen nahe und glaubt, dass man ihn nicht mehr lieb hat. Er steigert sich da unwahrscheinlich rein und ich denke das braucht einfach noch seine Zeit, bis er sicherer wird. Ich bin ihm dann hinterher gegangen und habe ihm gesagt, dass ich ihn sehr lieb habe, dass alle Eltern mal schimpfen und das es nicht bedeutet, dass ich ihn nicht mehr lieb habe, sondern ich mich lediglich über das Verhalten geärgert habe. Ich habe ihm gesagt, dass er mich fragen soll, wenn er sich nicht sicher ist, ob ich ihn noch lieb habe. Das sind immer Situationen, wo ich mich selber hilflos fühle und denke, was kannst du noch machen/sagen. Er muss doch wissen das wir ihn lieben.

In der Schule wird übrigens verhaltenstherapeutisch gearbeitet. Lt. Lehrerin werden die Vorkommnisse dort geklärt, daher hält sie ein Verhaltenstraining in der Gruppe nicht für notwendig. Ich sehe das etwas anders, denn die Vorkommnisse können ja nur geklärt werden, wenn das Kind auch darüber spricht. Wenn er jedoch nichts sagt, kann die Lehrerin nichts klären. Morgen haben wir den Termin bei der Therapeutin. Ich bin gespannt, was sie dazu sagt.

Bzgl. der schulischen Leistungen kann ich leider nicht über Fortschritte berichten. Mein Sohn hat in der letzten Mathearbeit eine 5 + geschrieben. Er hatte den Mathezettel nur bis zur Hälfte bearbeitet und dann ist ja klar, dass da keine gute Note bei rauskommen kann. Die Lehrerin sagte, dass es aber nicht daran liegen würde, dass er es nicht könnte, er hatte auch ausreichend Zeit, aber die Konzentration ist einfach nicht ausreichend lang bei ihm vorhanden, er traut sich nicht so richtig etwas zu und wenn er abgelenkt wird, vergisst er praktisch weiter zu arbeiten. Der Test war in der Zeit, wo er super gut gelaunt war. In der Zeit haben sie auch noch einen Deutsch-Test geschrieben, da weiß ich aber noch nicht, wie der ausgefallen ist.
Meine Schlussfolgerung ist jedenfalls, dass er wirklich nicht richtig eingestellt ist, denn nun war er gut drauf und trotzdem konnte er sich nicht konzentrieren. Die Lehrerin ist immer vorsichtig und sich nicht so ganz sicher und meint, wir sollten mit einer anderen Medikation noch warten. Er bekommt die jetzige Dosierung nun schon seit 5/6 Wochen. Sollte man da nicht schon etwas bemerken? Die Ärztin meinte, nach 4 Wochen würde man eigentlich schon sagen können, ob die Einstellung sich positiv auf die Konzentration verändert hat. Sie wollte es beim nächsten Mal mit 20 mg Medikinet retard versuchen und wenn das auch nicht besser ist, Strattera aufschreiben, wobei man da wohl die Dosierung sehr niedrig und langsam beginnt.

Liebe Grüße

Löwenmutter
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 24. Mai 2011 14:23

Hallo Löwenmutter,

Zitat: Löwenmutter
ich wollte dir mal einen kurzen Zwischenbericht geben, da ich mich länger nicht gemeldet habe. Ich habe im Moment 3 Fortbildungen gleichzeitig laufen und bin daher ganz schön im Stress.
Wie schön von Dir zu hören. Ist das nicht ganz schön viel? 3 Fortbildungen auf einmal? Puh!

Zitat: Löwenmutter
Meinem Sohn geht es im Moment richtig gut.  :froi1: Er ist gut gelaunt, war auf einem Kindergeburtstag eingeladen, demnächst steht wieder einer an und letzte Woche hatte er sich am Donnerstag und Freitag mit 2 Kindern aus seiner Schule verabredet und die Kinder haben wirklich schön miteinander gespielt. Ein drittes Kind hat auch schon gefragt, wann mein Sohn Zeit hat und ob er sich nicht auch mal mit ihr verabreden will. Heute und Mittwoch ist mein Sohn wieder verabredet und für Donnerstag, Freitag und Samstag wollte er sich wieder mit Kindern aus der Schule verabreden. Ich bin ja mal gespannt, ob er wirklich daran denkt, denn bei seinen letzten Verabredungen habe ich schon sehr dahinter gestanden, damit er sich traut und es geklappt hat. Auf jeden Fall läuft es im Moment richtig gut und er ist super drauf.
:smt023:
Was mir allerdings aufgefallen ist, dass er immer noch sehr unsicher ist. Zum Beispiel habe ich gestern mit ihm geschimpft, weil er wieder so extrem getrödelt hat. Ich war nicht laut oder so, trotzdem hat ihm das schon wieder gereicht. Er reagiert dann total beleidigt, ist sofort den Tränen nahe und glaubt, dass man ihn nicht mehr lieb hat. Er steigert sich da unwahrscheinlich rein und ich denke das braucht einfach noch seine Zeit, bis er sicherer wird. Ich bin ihm dann hinterher gegangen und habe ihm gesagt, dass ich ihn sehr lieb habe, dass alle Eltern mal schimpfen und das es nicht bedeutet, dass ich ihn nicht mehr lieb habe, sondern ich mich lediglich über das Verhalten geärgert habe. Ich habe ihm gesagt, dass er mich fragen soll, wenn er sich nicht sicher ist, ob ich ihn noch lieb habe. Das sind immer Situationen, wo ich mich selber hilflos fühle und denke, was kannst du noch machen/sagen. Er muss doch wissen das wir ihn lieben.
Hast Du ihm erklärt, warum Du mit ihm geschimpft hast? Und was Dich an seinem Verhalten so gestört hat?
Denn dann wäre es sicherlich für ihn besser verständlich.
Wenn Du "nur" sagst, ich schimpfe weil Du trödelst  :icon_eek: Könnte er denken, warum, ich trödele öfter. Aber sonst schimpft Mama auch nicht - also hat sie mich sicher nicht mehr lieb.

Sagst Du aber, ich schimpfe, weil Du trödelst und ich einen wichtigen Termin habe, den ich sonst nicht einhalten kann, weil wir zu spät los gegangen sind, aber das ist nicht Deine Schuld, denn ich hätte mit Dir früher losgehen können. 
Dann weiß er - ok - trödeln, nicht gut, aber Mama hat mich lieb, weil ich keine Schuld habe.

Wichtig ist wirklich ihm alles "haarklein" zu erklären. Dazu natürlich wichtig, immer genügend Zeit zu haben.

Was bei ihm sicher auch den Gedanken auslöst, das Du ihn nicht mehr lieb hast, ist das er im Moment ziemlich viel unterwegs ist.
Im Gegensatz zu früher, ...und das schimpfen, wovon er nicht weiß warum?

Würde bei mir gedanklich auch die Frage offen lassen, nicht liebenswert zu sein. Wie würdest Du das denn sehen, wenn Du in seiner Position wärest?

Zitat: Löwenmutter
In der Schule wird übrigens verhaltenstherapeutisch gearbeitet. Lt. Lehrerin werden die Vorkommnisse dort geklärt, daher hält sie ein Verhaltenstraining in der Gruppe nicht für notwendig. Ich sehe das etwas anders, denn die Vorkommnisse können ja nur geklärt werden, wenn das Kind auch darüber spricht. Wenn er jedoch nichts sagt, kann die Lehrerin nichts klären. Morgen haben wir den Termin bei der Therapeutin. Ich bin gespannt, was sie dazu sagt.

Das stimmt, Du solltest das Gespräch abwarten, vielleicht, kommen dabei noch neue Erkenntnisse.

Zitat: Löwenmutter
Bzgl. der schulischen Leistungen kann ich leider nicht über Fortschritte berichten. Mein Sohn hat in der letzten Mathearbeit eine 5 + geschrieben. Er hatte den Mathezettel nur bis zur Hälfte bearbeitet und dann ist ja klar, dass da keine gute Note bei rauskommen kann. Die Lehrerin sagte, dass es aber nicht daran liegen würde, dass er es nicht könnte, er hatte auch ausreichend Zeit, aber die Konzentration ist einfach nicht ausreichend lang bei ihm vorhanden, er traut sich nicht so richtig etwas zu und wenn er abgelenkt wird, vergisst er praktisch weiter zu arbeiten. Der Test war in der Zeit, wo er super gut gelaunt war. In der Zeit haben sie auch noch einen Deutsch-Test geschrieben, da weiß ich aber noch nicht, wie der ausgefallen ist.
Meine Schlussfolgerung ist jedenfalls, dass er wirklich nicht richtig eingestellt ist, denn nun war er gut drauf und trotzdem konnte er sich nicht konzentrieren. Die Lehrerin ist immer vorsichtig und sich nicht so ganz sicher und meint, wir sollten mit einer anderen Medikation noch warten. Er bekommt die jetzige Dosierung nun schon seit 5/6 Wochen. Sollte man da nicht schon etwas bemerken? Die Ärztin meinte, nach 4 Wochen würde man eigentlich schon sagen können, ob die Einstellung sich positiv auf die Konzentration verändert hat. Sie wollte es beim nächsten Mal mit 20 mg Medikinet retard versuchen und wenn das auch nicht besser ist, Strattera aufschreiben, wobei man da wohl die Dosierung sehr niedrig und langsam beginnt.
Man sollte nach 4 Wochen wissen ob er richtig eingestellt ist.

Das soll jetzt kein Vorwurf sein, nur ein Denkanstoß, also nicht übel nehmen.  :zwink:

Aber es hat sich auch einiges daheim verändert, was ihn auch beschäftigt - nicht vergessen.
Das wirkt sich auch in der Schule aus. Er kann auch dadurch abgelenkt sein.

Vielleicht, ist das auch alles ein bisschen viel? Hast Du denn mal mit ihm geredet, ob er das auch so toll findet so oft unterwegs zu sein?
Vielleicht macht er das auch, weil er weiß das Du viel zu tun hast und möchte Dir helfen, in dem er sich verabredet, obwohl ihm das zu viel ist und er lieber mehr Ruhe möchte.

Im Gegensatz zu früher ist er ja jetzt jeden Tag nach der Schule unterwegs.  :fr:

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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 26. Mai 2011 11:59

Hallo Frosch,
Ist das nicht ganz schön viel? 3 Fortbildungen auf einmal? Puh!
Ja das ist es wirklich. Ich bin halbtags im öffentlichen Dienst tätig. Als ich mich zu den Fortbildungen angemeldet hatte standen die Termine noch nicht fest. Englisch sind 10 Termine, Buchhaltung 2 Termine und Typo 3 sind 3 Termine. Zu meiner Überraschung überschneiden sie sich in einigen Wochen, z. B. habe ich Donnerstags von 9 - 11 Uhr Buchhaltung und von 12 - 13:30 Uhr Englisch, Freitag von 9 bis 12 Typo 3. Von Montag bis Mittwoch kann ich dann sehen wie ich alles wieder aufarbeite, weil ich in der Zeit am Arbeitsplatz fehle.
Hast Du ihm erklärt, warum Du mit ihm geschimpft hast? Und was Dich an seinem Verhalten so gestört hat?
Denn dann wäre es sicherlich für ihn besser verständlich.
Wenn Du "nur" sagst, ich schimpfe weil Du trödelst  icon_eek Könnte er denken, warum, ich trödele öfter. Aber sonst schimpft Mama auch nicht - also hat sie mich sicher nicht mehr lieb.
Ja, ich habe ihm schon gesagt, dass ich mich ärgere, weil er so lange Zeit u.a. beim Ausziehen vertrödelt hat und wir nun keine Zeit mehr hatten noch zusammen zu lesen (unser Abendritual). Nun konnten wir nicht mehr lesen, weil es sowieso schon zu spät war, er hat nämlich auch vorher schon beim Abendessen, beim Zähneputzen usw. getrödelt, zwischendurch hat er noch mit den Meerschweinchen gespielt, egal wieviel Zeit ich ihm gebe, am Ende ist es immer zu spät, obwohl ich ihn mehrmals daran erinnere.
Was bei ihm sicher auch den Gedanken auslöst, das Du ihn nicht mehr lieb hast, ist das er im Moment ziemlich viel unterwegs ist.
Im Gegensatz zu früher, ...und das schimpfen, wovon er nicht weiß warum?

Würde bei mir gedanklich auch die Frage offen lassen, nicht liebenswert zu sein. Wie würdest Du das denn sehen, wenn Du in seiner Position wärest?
Er weiß warum ich schimpfe, ich erkläre es ihm doch. Warum soll er denken nicht liebenswert zu sein?
Vielleicht, ist das auch alles ein bisschen viel? Hast Du denn mal mit ihm geredet, ob er das auch so toll findet so oft unterwegs zu sein?
Vielleicht macht er das auch, weil er weiß das Du viel zu tun hast und möchte Dir helfen, in dem er sich verabredet, obwohl ihm das zu viel ist und er lieber mehr Ruhe möchte.
Im Moment ist er auch wirklich ziemlich häufig unterwegs, aber das möchte er auch, ich zwinge ihn nicht dazu sich zu verabreden, aber wenn er das möchte, unterstütze ich ihn. Ich habe ihn auch schon gefragt, ob ihm das nicht zuviel wird und habe ihm auch gesagt, dass er sich nicht jeden Tag verabreden muss, nur wenn er will. Von meinen Fortbildungen bekommt er nicht viel mit, da die in der Firma sind, nicht noch zusätzlich zu meiner Arbeitszeit. Ich lerne ab und an zu Hause für Englisch, aber das war es auch schon.
Man sollte nach 4 Wochen wissen ob er richtig eingestellt ist.

Das soll jetzt kein Vorwurf sein, nur ein Denkanstoß, also nicht übel nehmen.
Ich sehe es überhaupt nicht als Vorwurf. Die vorherige Ärztin hatte immer so lange Pausen, bis wir wieder einen Termin hatten. Da wir mit ihr nicht zufrieden waren, haben wir die Ärztin gewechselt und erst diese sagte mir, dass man nach 4 Wochen die Wirkung merken müsste. Da wir zu Hause keine Probleme haben, er dort aber schulisch nicht gefordert wird, wussten wir nicht ob die Dosierung nun stimmt oder nicht, da gerade die Osterferien waren. Wir sind auf die Meinung der Lehrerin angewiesen und die schien zu glauben, dass man erst nach 8 Wochen eine Aussage machen kann.

Viele Grüße

Löwenmutter
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Selenia » 26. Mai 2011 19:45

Sorry, ich hab jetzt nicht alles durchgelesen...

Habe strukturiertes ADS und HS.
Ich kann auf die einleitende Frage folgendes sagen:
mph wirkt bei mir nur auf das ADS. Für die HS habe ich einmal Kinesiologie bezogen (da hat mir mal jemand eine Therapeutin empfohlen) und das hat sehr gut gewirkt, allerdings eher all die Verletzungen geheilt, die ich in meinem langen Leben ohne mph erlebt habe.

Bei mir wirkt mph so wie ein stützendes Korsett. Fühle mich dann sicher, getraue mich mehr aus mir heraus zu gehen, weiss, dass ich weniger Leute verletze, weiss, dass ich weniger vergesse und weniger schwallrede.

Ich denke nicht, dass irgendeine Tablette bei mir wegen HS stärker wirkt. Ich sehe HS auch nicht als diese Art Sensibilität an, die gewisse Frauen ab mittlerem Alter entwickeln und mit Esotherik benannt werden könnte.
HS ist eher so, dass ich selber nicht empfindlich bin, aber empfindlich reagiere. Also ungewaschene Erdbeeren ess und Extremsport mache, aber verzieht jemand sein Gesicht, ich schon in die Ecke krieche, weil ich all seinen Frust fühlen kann wie einen nassen Lappen, der mir ins Gesicht geschlagen wird.
sollte es das Edison-Gen sein?
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 26. Mai 2011 19:46

Hallo Löwenmutter,

Zitat: Löwenmutter
Ja das ist es wirklich. Ich bin halbtags im öffentlichen Dienst tätig. Als ich mich zu den Fortbildungen angemeldet hatte standen die Termine noch nicht fest. Englisch sind 10 Termine, Buchhaltung 2 Termine und Typo 3 sind 3 Termine. Zu meiner Überraschung überschneiden sie sich in einigen Wochen, z. B. habe ich Donnerstags von 9 - 11 Uhr Buchhaltung und von 12 - 13:30 Uhr Englisch, Freitag von 9 bis 12 Typo 3. Von Montag bis Mittwoch kann ich dann sehen wie ich alles wieder aufarbeite, weil ich in der Zeit am Arbeitsplatz fehle.
Puh ! Hast Du denn Unterstützung von Deinem Mann? Es ist ja nicht so, das außer der Arbeit, den Fortbildungen und dem Sohni nichts zu tun wäre.

Zitat: Löwenmutter
Ja, ich habe ihm schon gesagt, dass ich mich ärgere, weil er so lange Zeit u.a. beim Ausziehen vertrödelt hat und wir nun keine Zeit mehr hatten noch zusammen zu lesen (unser Abendritual). Nun konnten wir nicht mehr lesen, weil es sowieso schon zu spät war, er hat nämlich auch vorher schon beim Abendessen, beim Zähneputzen usw. getrödelt, zwischendurch hat er noch mit den Meerschweinchen gespielt, egal wieviel Zeit ich ihm gebe, am Ende ist es immer zu spät, obwohl ich ihn mehrmals daran erinnere.
Kannst Du ihn denn verstehen? Er ist auch den ganzen Tag unterwegs, und wenn er nach Hause kommt, möchte er auch all das machen, was er vorher nicht machen konnte.
Oder auch einfach nur mal trödeln.

Vielleicht wäre eine Möglichkeit eine feste Zeit in der Woche auszumachen, die nur ihm und Dir gemeinsam gehört - muss ja nicht ein erzwungener ganzer Tag sein, halt so wie es passt - z.B. am ...Tag, machen wir etwas schönes gemeinsam - z.b. spielen, etwas zusammen unternehmen, etc.

Zitat: Löwenmutter
Er weiß warum ich schimpfe, ich erkläre es ihm doch. Warum soll er denken nicht liebenswert zu sein?
Im Moment ist er auch wirklich ziemlich häufig unterwegs, aber das möchte er auch, ich zwinge ihn nicht dazu sich zu verabreden, aber wenn er das möchte, unterstütze ich ihn. Ich habe ihn auch schon gefragt, ob ihm das nicht zuviel wird und habe ihm auch gesagt, dass er sich nicht jeden Tag verabreden muss, nur wenn er will. Von meinen Fortbildungen bekommt er nicht viel mit, da die in der Firma sind, nicht noch zusätzlich zu meiner Arbeitszeit. Ich lerne ab und an zu Hause für Englisch, aber das war es auch schon.
Weil sich vieles geändert hat. Das braucht auch wieder einen festen Rhythmus.
Bei Veränderungen geht die Sicherheit verloren, die durch die Struktur gegeben ist. Es muss eine neue Struktur her.  :ja:

Zitat: Löwenmutter
Ich sehe es überhaupt nicht als Vorwurf. Die vorherige Ärztin hatte immer so lange Pausen, bis wir wieder einen Termin hatten. Da wir mit ihr nicht zufrieden waren, haben wir die Ärztin gewechselt und erst diese sagte mir, dass man nach 4 Wochen die Wirkung merken müsste. Da wir zu Hause keine Probleme haben, er dort aber schulisch nicht gefordert wird, wussten wir nicht ob die Dosierung nun stimmt oder nicht, da gerade die Osterferien waren. Wir sind auf die Meinung der Lehrerin angewiesen und die schien zu glauben, dass man erst nach 8 Wochen eine Aussage machen kann.
Die Lehrerin kann nur Ihre Position beurteilen, wie Du Deine, und die Ärztin Ihre.

Die Ärztin sagt das das Medi wirkt - und MPH wirkt von der ersten Einnahme an, also geht es letztlich "nur" darum, welche Dosierung und welches Präparat.

Ein Optimum ist aber nunr gegeben, wenn zusätzlich zur Einstellung auch die äußeren Faktoren stimmen.
Und dazu gehört nun mal eine feste Struktur und kein Stress.

Den hat Euer Sohn im Moment aber - er merkt auch den Stress der daheim durch die Veränderung ist. Das kann schon ausreichen, um emotional sehr belastet zu sein.

Und das wiederum ist mit ausschlaggebend für die "stärke" der ADHS Symptome, (Symptomatik stärker, Medikation womöglich nicht mehr ausreichend, und es wäre eine Überlegung, wenn dies andauert die Dosierung zu ändern)
Was ich für meinen Teil nicht gut heiße - Medikation klar, wenn es erforderlich ist, aber: so viel wie nötig und so wenig wie möglich!

Ich denke, Ihr solltet dann erst mal sehen das sich das Stressvolumen daheim senkt und es dort wieder einen ausgeglichenen Tagesablauf gibt.
Und vor allem kein stressiges miteinander.

Ich kann wirklich gut verstehen, das Du Dir so viel berufliches vorgenommen hast, aber wenn es auf dem Rücken von Sohni ist?  :108:
Wäre die Überlegung da, etwas kürzer zu treten, und Deinen Mann mit einzubinden, sollte er Dir jetzt nicht schon helfen.

LG
:frosch2:
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 26. Mai 2011 20:02

@ Selenia,

das hast Du wirklich gut beschrieben, so kann ich es auch für mich annehmen.  :ja:


@ Selenia & Löwenmutter,

Zitat: Selenia
Ich denke nicht, dass irgendeine Tablette bei mir wegen HS stärker wirkt. Ich sehe HS auch nicht als diese Art Sensibilität an, die gewisse Frauen ab mittlerem Alter entwickeln und mit Esotherik benannt werden könnte.
HS ist eher so, dass ich selber nicht empfindlich bin, aber empfindlich reagiere. Also ungewaschene Erdbeeren ess und Extremsport mache, aber verzieht jemand sein Gesicht, ich schon in die Ecke krieche, weil ich all seinen Frust fühlen kann wie einen nassen Lappen, der mir ins Gesicht geschlagen wird

Genauso ist es.
Es ist in dem Moment nicht nur das sehen sondern auch das erspüren, von Stimmungen und jeglichen Kleinigkeiten, die sehr aufwühlend sein können.

Wenn ich rausgehe, unter Menschen, dann weiß ich das, bereite mich darauf vor und weiß - das ich daheim mittlerweile ein ruhíges zuhause habe.
Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich zu Hause auch zuviel Stress ertragen müsste.

Sicherlich kann nicht jede Stunde daheim, absolut Stressfrei sein, das geht nicht, zumal jeder seine Launen hat.
Aber man kann! sich danach richten, und so leben, das das für alle ein "erträgliches Pensum" hat.

z.B.
mit genügend Rücksicht, Akzeptanz und Respekt aufeinander
ausreichend Rückzugsmöglichkeit zum Stressabbau
u.s.w.

So das man entsprechend miteinander umgehen kann - und nicht so viel auf den anderen überträgt, was zwangsläufig passiert, wenn jeden Tag, z.B jemand sehr gestresst nach Hause kommt, der andere jeden Tag trödelt, man sich immer um jemanden sorgen muss, weil man auf Antwort bei Verspätung warten muss, etc.  - denn das ist zu sehen und zu spüren, und wühlt einen HSP unglaublich auf.
(Zusätzlich zu dem, was "draussen" erlebt wird).

Zuhause sollte und muss ein sicherer, stressfreier Ort sein.
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 1. Juni 2011 17:33

Hallo!

@ Selenia

Danke Selenia, das hast du wirklich gut beschrieben.

Bei meinem Sohn erlebe ich das so, dass er selber äußerst empfindlich ist, aber einiges bei seinen Mitmenschen nicht so richtig wahrnimmt. Er ist schon sehr mitfühlend, gerade wenn etwas offensichtlich ist, aber manchmal muss er auch darauf aufmerksam gemacht werden, wie dieses oder jenes vielleicht bei einem anderen Kind angekommen sein könnte.

@ Frosch
Hast Du denn Unterstützung von Deinem Mann? Es ist ja nicht so, das außer der Arbeit, den Fortbildungen und dem Sohni nichts zu tun wäre.
Ja ich bekomme Unterstützung von meinem Mann. Natürlich bleibt der größte Teil an mir hängen, da ich auch nur halbtags arbeite. Außerdem bin ich auch etwas zu pingelig und mein Mann macht mir einiges nicht schnell oder gut genug und dann mache ich es doch lieber selbst. Ich weiß, dass ich lernern muss in dieser Hinsicht gelassener zu sein, aber es fällt mir schon schwer.

Ich war schon immer beruflich sehr engagiert und auch privat aktiv. Ich bin einfach nicht der Typ, der den Tag einfach so vergeudet oder mal ein Wochenende rumgammelt. Das ist mir zu langweilig und ich bekomme schlechte Laune. Zur Entspannung lese ich mal ein Buch, oder arbeite im Garten. Vor kurzem habe ich mit Yoga angefangen, aber Atemübungen allein sind mir auch zu langweilig, daher mache ich PowerYoga. Ich finde es blöd, einfach nur ruhig dazuliegen und tief zu atmen.

Im Moment empfinde auch ich die Zeit als etwas stressig, aber eigentlich ist das aus meiner Sicht nur im Moment und nicht immer.
Kannst Du ihn denn verstehen? Er ist auch den ganzen Tag unterwegs, und wenn er nach Hause kommt, möchte er auch all das machen, was er vorher nicht machen konnte.
Oder auch einfach nur mal trödeln.
Mein Sohn ist gegen 16:30 Uhr zu Hause, wenn er nicht verabredet ist. Da er erst um 20:15 Uhr ins Bett muss, hat er doch noch genügend Zeit zu trödeln. Seine Freizeit ist nicht verplant, er hat keine festen wöchentlichen Termine, außer seine Verabredungen und das möchte er ja auch.

Eine feste Tagesstruktur haben wir und wir unternehmen am Wochenende immer etwas. Abgesehen davon, nehmen wir uns auch abends Zeit, wir haben ein festes Abendritual. Mein Sohn ist auch in einem Alter, wo er von Mama nicht mehr bespaßt werden möchte, wenn er von der Schule nach Hause kommt. Er hat dann keine Lust mit mir etwas zu spielen. Er macht dann das, was ihm Spaß macht.
Ich kann wirklich gut verstehen, das Du Dir so viel berufliches vorgenommen hast, aber wenn es auf dem Rücken von Sohni ist? 
Wäre die Überlegung da, etwas kürzer zu treten,
Hier muss ich dir widersprechen. Ich habe mir beruflich nicht viel vorgenommen, die Fortbildungen waren unumgänglich, ohne die könnte ich meine Arbeit nicht richtig machen und auf den Rücken meines Sohnes mache ich das schon mal gar nicht. Die Fortbildungen sind während der Arbeitszeit, zu Hause ist es so wie sonst auch, keine Veränderung, außer dass ich abends, wenn mein Sohn im Bett liegt, vielleicht noch etwas lerne statt zu bügeln, zu lesen oder Fernseh zu schauen. Ich sehe das auch nicht so, dass ich mir überlegen sollte beruflich kürzer zu treten, dass würde nämlich bedeuten, dass ich gar nicht arbeiten könnte, da ich sowieso nur halbtags arbeite. Abgesehen von den finanziellen Einbußen, wäre ich damit auch nicht glücklich und wahrscheinlich noch gluckenhafter als ich eh schon bin und das würde meinem Sohn sicherlich auch nicht gut tun.

Trotzdem vielen Dank für deine Meinung und sicherlich ist Stress nicht gut, aber ich empfinde mein Leben nicht als furchtbar stressig (außer vielleicht im Moment) und ich glaube mein Sohn empfindet das auch nicht so. Wenn er es so empfinden würde, gebe ich dir recht, dann müssten wir etwas ändern.

Viele Grüße

Löwenmutter
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Selenia » 1. Juni 2011 23:43

@Löwenmutter
Moment.. das sensibel bezieht sich eher auf den Körper... man ist nicht wehleidig...
Aber... man ist sehr empfindlich, wenn man sich nicht verstanden fühlt oder etwas ausdrücken will was einem beschäftigt.
Solltest du "normal" sein, dann kann es sein, dass ihr euch wie eine doppelte Schlangenlinie immer wieder kreuzt.. aber ansonsten unterschiedlich fühlt. Und doch fühlt jeder quantitativ und qualitativ eine volle Welt. Und beides ist richtig...
sollte es das Edison-Gen sein?
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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Frosch » 2. Juni 2011 18:01

@ Löwenmutter,

Zitat: Löwenmutter
Ja ich bekomme Unterstützung von meinem Mann. Natürlich bleibt der größte Teil an mir hängen, da ich auch nur halbtags arbeite. Außerdem bin ich auch etwas zu pingelig und mein Mann macht mir einiges nicht schnell oder gut genug und dann mache ich es doch lieber selbst. Ich weiß, dass ich lernern muss in dieser Hinsicht gelassener zu sein, aber es fällt mir schon schwer.
Das ist doch schön. Sicher Du arbeitest weniger als er, und in Folge bleibt mehr an Dir hängen. Aber es ist doch wirklich lieb wenn er etwas macht, vor allem das er dazu bereit ist.
Vielleicht, würde es besser klappen, wenn Ihr Euch besser ansprecht. Wie ist Deine Vorstellung davon wie etwas am Schluss aussehen muss? Und wie ist seine? Gibt es da eine gemeinsame Vorstellung?
Oder kann er die Dinge übernehmen, bei denen Du nicht so pingelig bist?

Ist es von Dir denn wirklich Pingeligkeit oder kommst Du anders nicht zurecht, wenn er etwas anders macht als Du? Wenn das so ist, und Du ihm das sagen würdest, dann ist das etwas anderes wie Pingeligkeit und dann würde er sicherlich zusehen das er Dir so hilft das Du zurecht kommst.

Oder hast Du vielleicht einschlechtes Gewissen, wenn er mehr arbeitet, als Du und auch noch zu Hause hilft?
Kann ja auch sein.  :zwink:

Du solltest das ruhig annehmen, es gibt so viele Männer die nicht zu Hause helfen. Einen Weg wird es sicher geben.

Zitat: Löwenmutter
Ich war schon immer beruflich sehr engagiert und auch privat aktiv. Ich bin einfach nicht der Typ, der den Tag einfach so vergeudet oder mal ein Wochenende rumgammelt. Das ist mir zu langweilig und ich bekomme schlechte Laune. Zur Entspannung lese ich mal ein Buch, oder arbeite im Garten. Vor kurzem habe ich mit Yoga angefangen, aber Atemübungen allein sind mir auch zu langweilig, daher mache ich PowerYoga. Ich finde es blöd, einfach nur ruhig dazuliegen und tief zu atmen.

Im Moment empfinde auch ich die Zeit als etwas stressig, aber eigentlich ist das aus meiner Sicht nur im Moment und nicht immer.
Das könnte ich auch nicht, bin halt hyperaktiv und brauche was zu tun.  :breitgrinse1: Dennoch kann ich sicherlich auch mal das ganze Wochenende (oh ne :eusa_doh: das wäre zuviel :baw:) etwas machen das mich zwar beschäftigt, aber nicht zu sehr fordert.  - ich drücke es mal besser so aus, wenn es ein Wochenende ist, wo viel Bewegung drin ist, und ich ein Buch mit hätte,  dann würde es sicher klappen. Habe ich schon lange nicht mehr versucht.

Zitat: Löwenmutter
Ich finde es blöd, einfach nur ruhig dazuliegen und tief zu atmen.
Ich auch, das mache ich doch schon wenn ich schlafe  :icon_rolleyes:
Im Moment empfinde auch ich die Zeit als etwas stressig, aber eigentlich ist das aus meiner Sicht nur im Moment und nicht immer.
Solche Zeiten habe ich auch immer wieder - aber auch immer wieder mal Zeiten, wo es genau anders ist.

Zitat: Löwenmutter
Mein Sohn ist gegen 16:30 Uhr zu Hause, wenn er nicht verabredet ist. Da er erst um 20:15 Uhr ins Bett muss, hat er doch noch genügend Zeit zu trödeln. Seine Freizeit ist nicht verplant, er hat keine festen wöchentlichen Termine, außer seine Verabredungen und das möchte er ja auch.

Eine feste Tagesstruktur haben wir und wir unternehmen am Wochenende immer etwas. Abgesehen davon, nehmen wir uns auch abends Zeit, wir haben ein festes Abendritual. Mein Sohn ist auch in einem Alter, wo er von Mama nicht mehr bespaßt werden möchte, wenn er von der Schule nach Hause kommt. Er hat dann keine Lust mit mir etwas zu spielen. Er macht dann das, was ihm Spaß macht.
Hört sich doch gut an - sieht er das auch so?

ZItat: Löwenmutter
Hier muss ich dir widersprechen. Ich habe mir beruflich nicht viel vorgenommen, die Fortbildungen waren unumgänglich, ohne die könnte ich meine Arbeit nicht richtig machen und auf den Rücken meines Sohnes mache ich das schon mal gar nicht. Die Fortbildungen sind während der Arbeitszeit, zu Hause ist es so wie sonst auch, keine Veränderung, außer dass ich abends, wenn mein Sohn im Bett liegt, vielleicht noch etwas lerne statt zu bügeln, zu lesen oder Fernseh zu schauen. Ich sehe das auch nicht so, dass ich mir überlegen sollte beruflich kürzer zu treten, dass würde nämlich bedeuten, dass ich gar nicht arbeiten könnte, da ich sowieso nur halbtags arbeite. Abgesehen von den finanziellen Einbußen, wäre ich damit auch nicht glücklich und wahrscheinlich noch gluckenhafter als ich eh schon bin und das würde meinem Sohn sicherlich auch nicht gut tun.
Sorry, ich wollte Dir nicht zu nahe treten - es hörte sich für mich so an. Es gibt zwar wie Du sagst keine Veränderung die offensichtlich ist, aber eine die zu "spüren" ist - Du hast Stress und überträgst ihn.
Du musst beruflich doch nicht kürzer treten, wenn es weiterhin Stressfrei bleibt.

Sollte es dennoch so sein, und Du das eher wegen der finanzillen Einbußen machst...dann solltest Du Dir überlegen, was für Euch dauerhaft besser ist.

Vielleicht ist es ja schon viel geholfen, wenn Du mehr an Deinen Mann abgibst:
Letztlich stellt sich doch die Frage, was möchtest Du, was ist umsetzbar und wie?

Zitat: Löwenmutter
Trotzdem vielen Dank für deine Meinung und sicherlich ist Stress nicht gut, aber ich empfinde mein Leben nicht als furchtbar stressig (außer vielleicht im Moment) und ich glaube mein Sohn empfindet das auch nicht so. Wenn er es so empfinden würde, gebe ich dir recht, dann müssten wir etwas ändern.
:ja:

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Re: Hochsensibel / ADHS - Symptome / Medikamente

Beitrag von Löwenmutter » 3. Juni 2011 10:27

@ Selenia
Moment.. das sensibel bezieht sich eher auf den Körper... man ist nicht wehleidig...
Aber... man ist sehr empfindlich, wenn man sich nicht verstanden fühlt oder etwas ausdrücken will was einem beschäftigt.
Oh, da habe ich dich wohl doch etwas missverstanden. Ich kann nicht behaupten, dass mein Sohn nicht wehleidig ist. Aber vielleicht ist es auch nicht wehleidig, sondern eher seine Ängstlichkeit. Vor einem Jahr war es noch so, dass er Panik bekam, wenn er mal geblutet hat, weil ihm eine Junge erzählt hatte, dass man bei einer Blutvergiftung sterben könnte. Er hat eine Spritzenphobie, immer wenn er zur Blutabnahme geht, müssen wir ins Krankenhaus und dort lässt er sich auch nur Blut von einer bestimmten Ärztin abnehmen und er braucht ein Emla-Pflaster, ohne dem geht gar nichts. Da haben wir schon einiges durch. Bei Augentropfen ist er auch äußerst empfindlich, das geht nur, wenn ich die Tropfen in den Augenwinkel tropfe, wenn das Augenlied zu ist und er dann das Auge aufmacht und der Tropfen reinläuft.


@Frosch
Vielleicht, würde es besser klappen, wenn Ihr Euch besser ansprecht. Wie ist Deine Vorstellung davon wie etwas am Schluss aussehen muss? Und wie ist seine? Gibt es da eine gemeinsame Vorstellung?
Oder kann er die Dinge übernehmen, bei denen Du nicht so pingelig bist?
Also im Moment ist es so, dass mein Mann 1 x wöchentlich den Großeinkauf macht, den Müll rausträgt, er meistens Staub putzt und saugt, ab und zu mal Wäsche in den Trockner schmeißt oder Wäsche aufhängt, oder den Geschirrspüler mal ein- bzw. ausräumt. Wenn ich ihn im Garten brauche hilft er mir auch. Außerdem führt er die Haushaltskasse, damit meine ich jetzt die Belege sammeln und notieren etc. In Notfällen bügelt er auch mal.

Gern lasse ich ihn allerdings nicht die Wäsche aufhängen, weil er es jedesmal vergisst die Wäsche auszuschlagen und sie dann krauser ist als wenn ich sie aufhänge, außerdem hängt er sie so eng auf, dass sie nicht so schnell trocknen kann. Die Wäsche lässt er im Trockner liegen, wenn die Wäsche aber noch warm ist und gleich rausgenommen und zusammengelegt oder gebügelt wird, ist sie auch nicht so kraus. Bei der gebügelten Wäsche sieht man auch sofort wer die wohl gebügelt hat. In den Geschirrspüler bekomme ich wesentlich mehr Geschirr rein als er und wenn der Geschirrspüler gerade ausgelaufen ist, ist das Besteck oft noch feucht, aber mein Mann trocknet es nicht ab sondern schmeißt es gleich in den Besteckkasten. Beim Saugen oder Staub putzen achtet er nicht darauf, ob in irgendeiner Ecke vielleicht Spinnweben hängen (wir wohnen auf dem Land). Gartenarbeit hasst er, wenn ich ihn kochen lasse gibt es nur Fertiggerichte oder FLEISCH. Die Blumen ertränkt er oder lässt sie vertrocknen. Wenn ich ihm sage, dass das Obst oder Gemüse, dass er eingekauft hat, aber nicht so toll aussieht meckert er, dass ich dann selber einkaufen müsste. Wenn er 1 x die Woche den Großeinkauf übernimmt, klingelt mindestens 3 x das Telefon, weil er die Lebensmittel im Supermarkt nicht findet etc.

Jetzt hast du einen Einblick, wie das bei uns zu Hause ist. Ich bin viel zu pingelig, überlasse ihm aber trotzdem Aufgaben, wo ich der Meinung bin ich würde es gründlicher oder beser machen, aber wenn ich alles machen würde, wäre ich bald am Ende. Abgesehen davon habe ich auch ein schlechtes Gewissen, wenn er zu Hause noch so stark eingebunden wird, da es für meinen Mann schnell zu stressig wird und er mit Stress nicht gut umgehen kann.


Meinen Sohn habe ich übrigens gefragt, ob er es zu Hause stressig findet und lieber mehr Ruhe hätte. Mein Sohn meinte daraufhin, dass er gerne träumt und sich Geschichten ausdenkt, sich aber auch schnell langweilt und Bewegung braucht. Er würde sich gern noch mehr verabreden, aber ich denke 3 Verabredungen pro Woche, vielleicht auch mal 4 sind vollkommen ausreichend. Er ist richtig unglücklich, wenn er einen Tag mal nicht nach draußen kann. Er fühlt sich manchmal gehetzt, wenn er nur 30 Min. fürs Essen hat, nur 15 Min. hat um sich die Zähne zu putzen und auf die Toilette zu gehen, 20 Min. Zeit zum An- oder Ausziehen sind ihm auch zu wenig. Er fühlt sich bei seinen Hausarbeiten und Klassenarbeiten gehetzt. Also eigentlich möchte er für alles mehr Zeit, aber der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und wenn er mehr Zeit fürs Essen etc. braucht, hat er weniger Zeit zum Spielen.
Hier muss ich dir widersprechen. Ich habe mir beruflich nicht viel vorgenommen, die Fortbildungen waren unumgänglich, ohne die könnte ich meine Arbeit nicht richtig machen und auf den Rücken meines Sohnes mache ich das schon mal gar nicht. Die Fortbildungen sind während der Arbeitszeit, zu Hause ist es so wie sonst auch, keine Veränderung, außer dass ich abends, wenn mein Sohn im Bett liegt, vielleicht noch etwas lerne statt zu bügeln, zu lesen oder Fernseh zu schauen. Ich sehe das auch nicht so, dass ich mir überlegen sollte beruflich kürzer zu treten, dass würde nämlich bedeuten, dass ich gar nicht arbeiten könnte, da ich sowieso nur halbtags arbeite. Abgesehen von den finanziellen Einbußen, wäre ich damit auch nicht glücklich und wahrscheinlich noch gluckenhafter als ich eh schon bin und das würde meinem Sohn sicherlich auch nicht gut tun.

Sorry, ich wollte Dir nicht zu nahe treten - es hörte sich für mich so an.
Tut mir leid, bei diesem Thema bin ich etwas empfindlich, da mir häufiger vorgeworfen wurde, dass mein Sohn so "auffällig" ist, weil ich arbeiten würde und daher selber Schuld daran bin. Mittlerweile haben einige akzeptiert, dass er ADHS hat, aber manche wollen es immer noch nicht wahr haben und meinen er hat nichts, das liegt daran, dass sich die Frauen heute alle selbst verwirklichen wollen, nur an ihre Karriere denken und die Kinder dabei auf der Strecke bleiben. Ich sehe da einfach rot. Ich bin garantiert nicht so. Zugegeben, ich mag meinen Beruf und ich arbeite gern, aber ich arbeite nicht nur deshalb, ich arbeite auch, weil ein Einkommen in der heutigen Zeit oft nur noch für das nötigste ausreicht, man sich nichts mehr erlauben kann wenn die Frau nicht mitarbeitet und wenn ich warte, bis mein Sohn volljährig ist, ich in meinen Beruf keine Chance mehr hätte.

Viele Grüße

Löwenmutter
Zuletzt geändert von Löwenmutter am 3. Juni 2011 10:35, insgesamt 1-mal geändert.
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