"Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

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Kayla
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"Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Kayla » 21. März 2011 10:19

Hallo zusammen,

mein 11 Jahre alter Sohn scheint extrem auf Stress zu reagieren, den andere nicht als solchen empfinden würden (Beispiel: es stehen Klassenarbeiten an, er muss den Tornister "entmüllen", sich in der Schule auf ein Thema konzentrieren, halt eher "normale" Sachen).

Es ist, als würde im Hirn eine Sicherung durchbrennen und er läuft dann praktisch nur noch auf "Notstrom". Er ist sonst in ziemlichem Maße hyperaktiv, aber wenn er das hat, wird er leichenblass, ihm ist schwindelig, er ist regelrecht stuporös, reagiert kaum auf Ansprache, starrt nur, kann nicht richtig laufen- es sieht echt schlimm aus!

In der Kinderklinik wurden körperliche Ursachen soweit ausgeschlossen, normale Blutwerte, MRT mit und ohne Kontrastmittel o.B., EEG normal, die Befundung vom Schlafentzugs EEG habe ich noch nicht.

Dieser Zustand ist beängstigend und ich kann mir nun wirklich nur noch vorstellen, dass er in diesem extremen Maße auf Stress reagiert. Aber er ist ja nun erst im 5. Schuljahr, wie soll das erst später werden?!

Im Alltag hat er, was PC und Fernsehen angeht, feste Regeln (gerade bei ADHS halte ich eine Beschränkung für wichtig), er macht einmal die Woche Sport und hat zudem auch die Möglichkeit, seine Freunde zu treffen, also eigentlich alles ausgeglichen und auch kein zu voller, privater Wochenplan. Ich mache auch keinen Stress, wenn's mal eine weniger gute Note gibt, ich gucke eher, wo und wie wir die Lücke sinnvoll schließen können.

Was kann ich noch tun? Nächste Woche haben wir einen Termin beim behandelnden KJP, den ich mal auf spezielle Stressbewältigungsprogramme für Kinder ansprechen wollte- gibt es sowas überhaupt?!

LG,
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Donovan
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Donovan » 21. März 2011 14:52

Nimmt er Medikamente?

ADHS ist also diagnostiziert?
Gruss, Donovan.

Ironie & rhetorische Fragen verstehe ich oft buchstäblich. Bitte um Verständnis, Verzeihung und falls möglich Vermeidung.

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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Kayla » 21. März 2011 15:46

Ja, er ist seit 4 Jahren diagnostiziert und wurde dann auch auf MPH eingestellt. Zur Zeit nimmt er Ritalin LA 30 mg morgens und 10 mg (unretardiert) abends. Diese Art "Anfall" hatte er erstmals im Januar, da hatte er aber noch Medikinet (gleiche Dosierung, wurde nur umgestellt, weil das Ritalin den Wirkstoff anders freigibt und bei ihm dann länger wirkt). Am MPH kann es also nicht liegen, denn das bekommt er ja nun schon lange und verträgt es auch gut.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 21. März 2011 17:40

Hallo Kayla,

ZItat: Kayla
Es ist, als würde im Hirn eine Sicherung durchbrennen und er läuft dann praktisch nur noch auf "Notstrom". Er ist sonst in ziemlichem Maße hyperaktiv, aber wenn er das hat, wird er leichenblass, ihm ist schwindelig, er ist regelrecht stuporös, reagiert kaum auf Ansprache, starrt nur, kann nicht richtig laufen- es sieht echt schlimm aus!


Kenne deine Beschreibung ganz gut von mir. Bin auch ziemlich Hyperaktiv aber wenn mich etwas psychisch stresst. Ist das wie ein Knock Out.
Kann dann auch keiner zusätzliche Belastung mehr annehmen, weil mich selbst ein Gespräch schon sehr anstrengt und schnell zu viel wird.
Habe dann aber auch körperliche Beschwerden, und phasenweise sinkt  die Körpertemperatur sehr ab.
Meist geht es aber nach ein oder zwei Tagen nach Stressreduktion besser.

Vom Medi kommt es aber nicht, bei mir kommt es durch den hohen psychischen Stress.

LG
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Donovan » 22. März 2011 01:16

Verzeih mir, wenn ich doch noch ein Bisschen weiterfrage in die Richtung der Medikamenten.

Bekommt er die "Anfälle" zu bestimmten Zeiten am Tag? ZB immer am Morgen oder am Mittag?

Wann bekommt er dann die letzte 10mg?

Kommt die Beschreibung die Du gegeben hast von ihm? ("leichenblass, ihm ist schwindelig, er ist regelrecht stuporös, reagiert kaum auf Ansprache, starrt nur, kann nicht richtig laufen").

Was sagt er selber zu solchen Momenten? Macht er sich dann tatsächlich Sorgen um diese Sachen? Oder macht er sich manchmal auch die gleichen Sorgen und passiert es dann nicht?

Schleicht sich das langsam ein? Oder kommt es ganz abrupt?

Wie lange dauert diesen Zustand?

Siehst Du eventuell einen Zusammenhang mit dem Essen? Hat er an dem Tag vielleicht kaum etwas am Morgen gegessen?

Passiert dies im Sitzen oder beim Aufstehen? Oder beides?
Gruss, Donovan.

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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Kayla » 22. März 2011 08:56

Er hatte das bisher "nur" zwei Mal. Einmal im Januar, den Tag, ehe die Schule wieder anfing und einmal letzte Woche während des Unterrichts, also einmal abends nach einem ganz normalen Sonntag (stressfreies "chillen") und einmal vormittags während des Unterrichts.
Beim ersten Mal sagte er, ihm sei "heiß im Gehirn" und schwindelig, kurz darauf war er nicht oder kaum mehr ansprechbar. Beim 2. Mal rief seine Lehrerin an, dass ich ihn abholen solle, er sei weiß wie ein Laken, klage über Schwindel und sähe "gar nicht gut aus". Abgeholt, auf's Sofa gelegt, starrer Blick und nicht mehr ansprechbar- wieder ins KH.

Die Beschreibung "schwindelig" und "heiß im Kopf/Gehirn" kommt von ihm, seine Blässe, den Stupor, das Starren nimmt ER in dem Moment natürlich nicht wahr, das sind meine Beobachtungen. Dass er nicht laufen kann sehe ich und merkt er- nicht in dem Moment, aber wenn er wieder ansprechbar ist halten die neurologischen Ausfälle in den Beinen noch 1-3 Tage an (beim 1. Mal war das erst am 3. Tag weg, beim letzten Mal konnte er am anderen Tag wieder normal laufen) und dann merkt er natürlich, dass ihm die Beine dauernd wegknicken.

Er bekommt morgens 1 h vor der Schule die LA 30 mg und 8 h später (wenn die Wirkung raus ist) die 10 mg, da er selbst den Rebound sonst kaum aushält, die rasenden Gedanken ihn vom schlafen abhalten usw. Sie machen ihn nicht müde (sollen sie ja auch nicht), aber sie fangen den Rebound ab und lassen ihn schlafen.

In Momenten, wo er das hat ist er zu passiv, um sich um irgendwas Sorgen zu machen, da scheint er kaum etwas mitzubekommen. Im Nachhinein sagt er nur, er möchte wissen, warum er das hat.

Es kam beide Male plötzlich, erst Schwindel, dann "warm/heiß im Kopf", dann extreme Blässe, Stupor...
Der akute Zustand dauerte beide Mal ca. 4 Stunden (bis er wieder normal ansprechbar war), wobei die Beine beim 1. Mal erst nach 3 Tagen wieder "richtig funktionierten", beim 2. Mal bereits am anderen Tag.

Gegessen hat er jeweils normal und nicht außergewöhnlich viel oder wenig oder Dinge, die es sonst nicht geben würde.

Sitzen oder stehen kann ich so nicht sagen, in der Schule saß er höchstwahrscheinlich, beim ersten Mal stand er im Wohnzimmer, als er Beschwerden äußerte.

Hoffe, ich habe jetzt keine deiner Fragen vergessen... Ich selbst bin immer noch ratlos...
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 22. März 2011 10:25

Ich bringe einfach mal meine persönlichen Erfahrungen "wertfrei" mit ein, vielleicht kannst Du einen Zusammenhang erkennen oder ihn auch gezielt fragen:

also einmal abends nach einem ganz normalen Sonntag (stressfreies "chillen") und einmal vormittags während des Unterrichts.


Was hat er an dem für Dich stressfreien Sonntag gemacht? Ist vielleicht etwas ausßergewöhliches vorgefallen - was sonst nicht ist.
Körperlich stressfrei - aber auch seelisch?

Was ist im Unterricht geschehen, die Tage zuvor, an dem Tag, in welcher Unterrichtsstunde bei welchem Lehrer?
Gab es Stress mit Mitschülern?

Beim ersten Mal sagte er, ihm sei "heiß im Gehirn" und schwindelig, kurz darauf war er nicht oder kaum mehr ansprechbar. Beim 2. Mal rief seine Lehrerin an, dass ich ihn abholen solle, er sei weiß wie ein Laken, klage über Schwindel und sähe "gar nicht gut aus". Abgeholt, auf's Sofa gelegt, starrer Blick und nicht mehr ansprechbar- wieder ins KH.


Es gibt doch ein Sprichwart das besagt das es einem die Beine wegschlägt.
So kommt es mir auch bei zu hoher Emotionaler Belastung vor.
Erklärt auch den schwindel und das heiße Gehirn.
Das habe ich dann auch.
Aber mit dem Gefühl verbunden das mir die Situation den Boden unter den Füßen entreisst, weil ich mich machtlos / hilflos fühle.
starrer Blick in dem Fall - ich kann mich nicht wehren - Angst? -  also erstarre ich damit mich keiner bemerkt.


Die Beschreibung "schwindelig" und "heiß im Kopf/Gehirn" kommt von ihm, seine Blässe, den Stupor, das Starren nimmt ER in dem Moment natürlich nicht wahr, das sind meine Beobachtungen. Dass er nicht laufen kann sehe ich und merkt er- nicht in dem Moment, aber wenn er wieder ansprechbar ist halten die neurologischen Ausfälle in den Beinen noch 1-3 Tage an (beim 1. Mal war das erst am 3. Tag weg, beim letzten Mal konnte er am anderen Tag wieder normal laufen) und dann merkt er natürlich, dass ihm die Beine dauernd wegknicken.


Das  nehme ich auch nicht gleich wahr, dauert seine Zeit. Der Zustand verschlimmert sich, Anfangs geht es und alles scheint noch ok zu sein, und erneute Konfrontation mit dem was mich so beschäftigt macht es schlimmer wenn ich keine Lösung für mich erkennen kann.

Die neurologischen Ausfälle sind vielleicht aufgrund des Gefühls was man hat, Hilflosigkeit und etwas "wackelig" auf den Beinen zwecks Unsicherheit?

In Momenten, wo er das hat ist er zu passiv, um sich um irgendwas Sorgen zu machen, da scheint er kaum etwas mitzubekommen. Im Nachhinein sagt er nur, er möchte wissen, warum er das hat.


Emotionaler Overload
Mit der Passivität könnte er seine Emotionen ausschalten - wenn man passiv ist, dann nimmt man auch keine neuen Aufgaben mehr an, weil diese zu viel wären.
Das was gerade so beschäftigt, reicht vollkommen aus.

Bei mir weiß ich genau das es nicht von den Medikamenten kommt, weil ich das immer Situationsbezogen habe.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Kayla » 22. März 2011 11:23

Genau in die Richtung denke ich ja- ich bin Psychiatrie Fachkrankenschwester, solche Überlegungen sind mir also nicht fremd und ich weiß eigentlich auch, wie ich was fragen muss und wo ich nach Stressauslösern suchen muss, wo andere keine sehen.

Aber ich finde nichts. Er ja auch nicht. Allerdings meine ich, er ist mit dem Lärmpegel in seiner Klasse überfordert (das sagt er auch selbst) und Termine für Klassenarbeiten stressen ihn. Er weiß beim gemeinsamen lernen gut Bescheid, aber nicht während der Arbeit, die er dann vor lauter Nervosität versiebt (vor allem in Englisch und Mathe, wobei allerdings auch eine Dyskalkulie diagnostiziert ist, da mache ich also erst recht keinen zusätzlichen Stress).

An dem besagten Sonntag war wirklich nichts, weder psychischer noch physischer Stress- was ihn wohl (meiner Ansicht nach) gestresst hat, war, dass die Ferien zu Ende waren.

An dem Tag in der Schule meinte er, es sei alles ok gewesen, das "kam einfach".
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Donovan » 22. März 2011 14:12

Was sagt der Arzt dazu?

Vielleicht ist die 30mg zu hoch oder wird aus irgend einer Ursache nicht gleichmässig freigegeben?

Ich hatte selber 2x etwas ähnliches, was bei mir aber mit einer Überdosierung MPH zusammen hing. Das erste Mal, weil die 2. Dosis (nicht retard) zu schnell genommen wurde und sich so zu der 1. Dosis addierte. Das zweite Mal, weil die 1. Einzeldosis zu hoch war.

Beide Male etwa 45 Minuten nach der Einahme.

Bei mir hielt der Zustand das erste Mal 1 Stunde an (genau die Zeit, worin sich die Dosis überlappten), das zweite Mal 2 Stunden, weil nicht-retard MPH dann (bei mir) die Maximalsättigung erreicht haben und die Wirkung abnimmt...

Ich würde dies trotzdem mit Deinem Arzt besprechen.

Was gegen Stress spricht, ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass es ihm scheinbar ohne Grund überfällt.
Gruss, Donovan.

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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 22. März 2011 14:29

@ Kayla,

Zitat Kayla
Genau in die Richtung denke ich ja- ich bin Psychiatrie Fachkrankenschwester, solche Überlegungen sind mir also nicht fremd und ich weiß eigentlich auch, wie ich was fragen muss und wo ich nach Stressauslösern suchen muss, wo andere keine sehen.


Das wusste ich nicht, aber es ist sicherlich nicht schlecht andere Überlegungen mit einzubeziehen, oder?

Zitat: Kayla
An dem besagten Sonntag war wirklich nichts, weder psychischer noch physischer Stress- was ihn wohl (meiner Ansicht nach) gestresst hat, war, dass die Ferien zu Ende waren.

An dem Tag in der Schule meinte er, es sei alles ok gewesen, das "kam einfach".


Überlegung würde meinerseits dahin gehen:

- veränderte Situation (Ferienende / Schulanfang)
- Erwartungsdruck, Bewusstheit das wieder Siutationen kommen die nicht einfach werden.

@ Donovan und Kayla

Zitat: Donovan
Vielleicht ist die 30mg zu hoch oder wird aus irgend einer Ursache nicht gleichmässig freigegeben?


- überdosiert, vielleicht auch nur bei diesem Präparat?
- Hormonumstellung (11 Jahre, ist Anfang Pubertät)

Zitat: Donovan
Ich hatte selber 2x etwas ähnliches, was bei mir aber mit einer Überdosierung MPH zusammen hing. Das erste Mal, weil die 2. Dosis (nicht retard) zu schnell genommen wurde und sich so zu der 1. Dosis addierte. Das zweite Mal, weil die 1. Einzeldosis zu hoch war.

-
Das kann vorkommen, wenn man nicht die genaue nachdosierzeit trifft. Und die hängt von mehreren Faktoren ab.

- Stressvolumen
- Nahrungsmittel
- Hormone
- allgemein Zustand

Zitat: Donovan
Ich würde dies trotzdem mit Deinem Arzt besprechen.

:ja:

Zitat: Donovan
Was gegen Stress spricht, ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass es ihm scheinbar ohne Grund überfällt.
.

Könnte allerdings dagegen sprechen. Wenn andere Faktoren nicht zutreffen (oder nicht in einem extremen "Maß")

Zutreffen könnte auch  (habe ich w.o. schon angedeutet) das vielleicht die Dosierung DIESES Präparates zu hoch ist.
Aber generell die Dosierung an sich schon erforderlich ist - d.h. bei einem anderen Präparat nicht diese "Auswirkungen" hätte.








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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Kayla » 22. März 2011 15:08

Als er das das erste Mal hatte, hatte er aber noch Medikinet, es liegt also nicht an der Freisetzung. Und mit der Dosierung waren wir ja vorher viele, viele Monate gut zurechtgekommen, also daran kann es m.E. keinesfalls liegen. Zudem wurde er nach dem ersten "Ausfall" ja auf 20 mg (Ret.) "zurückgestuft", aber da sagte er selbst, dass es nicht geht (und wir haben das auch so beobachtet).

Beginn der Pubertät wäre eine interessante Idee (auch wenn er noch recht kindlich ist und auch aussieht, aber die Hormone fangen ja auch schon an zu arbeiten, ohne, dass man es "von außen" so direkt sieht...), das werde ich auf jeden Fall ansprechen, der Termin ist ja nächste Woche.

Übrigens achte ich immer ganz genau darauf, dass die 8 h um sind (er nimmt sie nicht immer zur gleichen Zeit, da er morgens auch schon mal ein oder zwei Stunden frei hat und dann nachmittags länger Unterricht hat), ehe er die 2. Tablette bekommt- eben, damit sich da nichts addiert.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Professor » 22. März 2011 16:32

Diesen Situationsbedingten Ausfall kenne ich. Panik in einer Klassenarbeit, weil man fest hängt. Ich habe dann immer versucht, mich innerlich zu beruhigen. Aber nicht immer hat es funktioniert.
Ich sage dann immer zu mir selbst "keine Panik".

Mittlerweise hab ich es ganz gut im Griff, will ich meinen.

Aber wenn nicht, gleicht es einem innerlichem Panikgefühl, warum auch immer. Zuletzt, als ich meine EC-Karte verloren hatte. Das ist wie ein Aufzug, der in die Tiefe saust, ohne bremsen. Aber nur, wenn es mich persönlich betrifft.

Eine innerliche Panik, das habe ich oft am Ende meiner Ehe gemerkt, entweder stand ich versteinert da oder bin zusammengebrochen.

Beim erste Hilfe leisten, was ich schon mehrfach gemacht habe, da ich früher viel mit dem Auto unterwegs war, ist das nie passiert. Das lasse ich anscheinend nicht richtig an mich ran.

Das ist merkwürdig.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 22. März 2011 18:41

@ Kayla,

Zitat Kayla
Beginn der Pubertät wäre eine interessante Idee (auch wenn er noch recht kindlich ist und auch aussieht, aber die Hormone fangen ja auch schon an zu arbeiten, ohne, dass man es "von außen" so direkt sieht...), das werde ich auf jeden Fall ansprechen, der Termin ist ja nächste Woche.

Übrigens achte ich immer ganz genau darauf, dass die 8 h um sind (er nimmt sie nicht immer zur gleichen Zeit, da er morgens auch schon mal ein oder zwei Stunden frei hat und dann nachmittags länger Unterricht hat), ehe er die 2. Tablette bekommt- eben, damit sich da nichts addiert.


Überlegung mit Deinem Doc wäre auch, ob eine Dosisänderung sein muss, wenn diese "Ausfälle" "nur" gelegentlich sind, und keine Regelmässigkeit werden.
Denn sonst könnte es auch sein, das die Dosierung dann auch wieder nicht passend wäre.

Kann sich durchaus auch nur um eine kurzzeitige Hormonschwankung handeln, und auch gerade in diesem Moment die "Außenbedingungen" nicht günstig sind.

@ Proffessor,

Zitat: Proffessor
Aber wenn nicht, gleicht es einem innerlichem Panikgefühl, warum auch immer. Zuletzt, als ich meine EC-Karte verloren hatte. Das ist wie ein Aufzug, der in die Tiefe saust, ohne bremsen. Aber nur, wenn es mich persönlich betrifft.


Ich habe das auch nur wenn es mich persönlich betrifft, denn dann sind es auch meine Emotionen und ICH muss für mich handeln, und wenn erforderlich auch gegen MEIN Gefühl.

Gleiche Situation ohne selber Betroffen zu sein, bin ich dann die Gelassenheit in Person. Und kann auch nur mit meinem Verstand handeln, das Gefühl in dem Moment weniger beachten - mir tut es nicht sooo weh.

Zitat Proffessor
Eine innerliche Panik, das habe ich oft am Ende meiner Ehe gemerkt, entweder stand ich versteinert da oder bin zusammengebrochen.


Das meine ich, in dem Fall musst Du für Dich eine optimale Lösung finden, aber Verstand, und Mitgefühl zu einer einmal nahestehenden Person passen nicht überein.
Und der eigene Gefühlsschmerz und die Panik, wie es weitergehen soll, kommt auch noch hinzu.
Am Ende hat man dann nur noch Existenzangst.

Zitat Professor
Beim erste Hilfe leisten, was ich schon mehrfach gemacht habe, da ich früher viel mit dem Auto unterwegs war, ist das nie passiert. Das lasse ich anscheinend nicht richtig an mich ran.


In dem Fall würde ich sagen, das Du ruhig handeln kannst, da zwar emotionale Betroffenheit und Mitgefühl, aber der Gedanke, das richtige zu tun vorhanden sind.
Das wiederum gibt auch Sicherheit, und diese Sicherheit hast Du bei den anderen Situationen nicht gehabt.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Professor » 23. März 2011 14:07

@Froch ...  jip fühle ich mich sicher oder bin ich meiner Sache sicher, dann passiert das nicht.

Werde ich unsicher, fährt der Fahrstuhl los, nach unten, von ganz langsam bis hin zum Absturz, alles ist drin, kommt auf die Situation an.Ich betreibe Meditation, hatte ich mal in der Behandlung und das hilft.... droht ein Absturz... Konzentriere ich mich so gut wie es geht und erlange die Kontrolle wieder... wie zuletzt bei der EC Karte... wenn auch aufm letzten Drücker.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 23. März 2011 14:52

@ Proffessor,

Zitat Proffessor
jip fühle ich mich sicher oder bin ich meiner Sache sicher, dann passiert das nicht.


Stimmt, in dem Fall passiert das nicht. Das Gefühl der Sicherheit ist sehr wichtig.

Zitat: Proffessor
Werde ich unsicher, fährt der Fahrstuhl los, nach unten, von ganz langsam bis hin zum Absturz, alles ist drin, kommt auf die Situation an.Ich betreibe Meditation, hatte ich mal in der Behandlung und das hilft.... droht ein Absturz... Konzentriere ich mich so gut wie es geht und erlange die Kontrolle wieder... wie zuletzt bei der EC Karte... wenn auch aufm letzten Drücker.


Wichtig ist dann, den Fahrstuhl anzuhalten bevor er schon in der obersten Etage ist.

Wenn Du Meditation machst und es Dir gelingt - super! 

Mir hilft es in solchen Momenten mich abzulenken oder abzureagieren, und mich auf das wesentliche zu konzentrieren. .

Alles andere scheint dann nicht mehr so wichtig.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon papillonindigo » 23. März 2011 19:16

Hallo kayla,

Aber ich finde nichts. Er ja auch nicht. Allerdings meine ich, er ist mit dem Lärmpegel in seiner Klasse überfordert (das sagt er auch selbst) und Termine für Klassenarbeiten stressen ihn. Er weiß beim gemeinsamen lernen gut Bescheid, aber nicht während der Arbeit, die er dann vor lauter Nervosität versiebt (vor allem in Englisch und Mathe, wobei allerdings auch eine Dyskalkulie diagnostiziert ist, da mache ich also erst recht keinen zusätzlichen Stress).


Es kénnte ihm schon stressen wenn er hohe ansprüchen an sich hat, wenn er mit seine sensibilitàt spürt dass es für andere kein problem ist oder sich als ausserirdisch fühlt. In seine alter ist auch manchmal der angst blossgestellt zu sein.

Mich kann es sehr stressen, wenn ich etwas nicht kann und der eindruck habe, der umfeld erwartet es einfach von mich. Aber es kann sein dass er dich so was nicht genau erklären kann.

Dabei ist ADS + hohe sensibilität + Dyskalkulie schon eine menge stress in sich und es braucht nicht sehr viel damit es zu viel wird.

lg
:vier: So geht es mir beim Rebound oder nach einem langen Stadtbummel
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 24. März 2011 13:13

Zitat Papillionindigo
Mich kann es sehr stressen, wenn ich etwas nicht kann und der eindruck habe, der umfeld erwartet es einfach von mich. Aber es kann sein dass er dich so was nicht genau erklären kann.

Dabei ist ADS + hohe sensibilität + Dyskalkulie schon eine menge stress in sich und es braucht nicht sehr viel damit es zu viel wird.


Kenne ich auch.
Er wird sich selber schon Stress machen, und die Erwartungshaltung von außen stresst zusätzlich.

Das zu erklären ist auch nicht einfach, besonders wenn man noch jung ist, und noch nicht so viele solcher Erfahrungen hat.

Besser ist doch dann einfach loben, für das was er macht und auch gut macht, und auch für die Mühe die er sich gibt, auch wenn die  nicht für jeden nach außen ersichtlich ist.

Das honoriert seine Arbeit und spornt ihn an.

Zitat: Papillionindigo
Dabei ist ADS + hohe sensibilität + Dyskalkulie schon eine menge stress in sich und es braucht nicht sehr viel damit es zu viel wird.


Genau.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Donovan » 25. März 2011 15:19

Mir gefällt halt nicht was Kayla berichtet über wie das Ganze abläuft.

Das kommt mir eher vor als eine "Attacke", es kommt plötzlich, hört nach ein Paar Stunden wieder auf und hat auch mal motorischen Störungen zufolge gehabt, die ein Paar Tage anhielten.

Das kommt mir nicht so vor wie eine Stress-Reaktion.

Ich tippe weiterhin auf folgen der Medikation, deren Wirkung vielleicht durch die Pubertät geändert wurde.

Würde Dir empfehlen dies trotzdem mit dem Arzt zu besprechen.
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Kayla » 25. März 2011 16:53

Huhu,

natürlich werde ich das auch ansprechen. Ob das halt eben möglich ist, auch wenn er bisher bestens damit zurecht kam. Ich denke auch nicht, dass da direkt abgewunken werden würde, denn ich halte unseren KJP für wirklich kompetent.

Werde dann am Dienstag nach dem Termin berichten!

LG,
Kayla
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Re: "Kabelbrand" durch zu hohe Sensibilität?!

Beitragvon Frosch » 26. März 2011 08:27

Zitat: Donovan
Das kommt mir eher vor als eine "Attacke", es kommt plötzlich, hört nach ein Paar Stunden wieder auf und hat auch mal motorischen Störungen zufolge gehabt, die ein Paar Tage anhielten.


"Seltsam" ist das schon. Bedenklich finde ich nur das dies die ganze Zeit bei gleichem Praparat nicht vorgekommen ist.
Vielleicht wäre das möglich durch eine Dosierungsänderung in letzter Zeit oder auch durch Hormonschwankungen?

Ich bekomme 2 Präparate und mit dem einem, das ich von Anfang an als, ich nenne es mal "Hauptpräparat" bekomme, komme ich nach wie vor gut zurecht.

Das andere Präparat das ich als Zusatz /Bedarfsmedikament bekomme, macht mir auch Schwierigkeiten, wenn es zu hoch dosiert ist, oder ich jeden Tag damit nachdosieren muss. 

Habe damals aus Dosierungs - und Kostengründen auf das 2. Präparat umsteigen müssen, und hatte in höherer Dosierung nur Schwierigkeiten - zu viele Nebenwirkungen.

Zitat: Donovan
Das kommt mir nicht so vor wie eine Stress-Reaktion.


Das könnte dennoch der Fall sein. Das eine schließt das andere nicht aus.

Zitat: Donovan
Würde Dir empfehlen dies trotzdem mit dem Arzt zu besprechen.


Das auf jeden Fall, vielleicht, wäre ein Präparat wechsel einen Versuch Wert.

@ Kayla,

Zitat Kayla
natürlich werde ich das auch ansprechen. Ob das halt eben möglich ist, auch wenn er bisher bestens damit zurecht kam. Ich denke auch nicht, dass da direkt abgewunken werden würde, denn ich halte unseren KJP für wirklich kompetent.

Werde dann am Dienstag nach dem Termin berichten!


Gut, das Du es ansprechen wirst.
Bin gespannt, auf Deinen Bericht am Dienstag. :zwink:

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