Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

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chaosprinz
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Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon chaosprinz » 4. Mai 2008 23:23

Tja, letztens noch eine Diskussion mit ner Arbeitskollegin gehabt.

Da hat mir die Kollegin doch ne Email geschickt, die so undeutlich war, dass ich tausend Dinge da rein interpretiert habe.

Woahh Hyperfokus, Hineinsteigerities und Kopfwuseln..

Nächste Supervision hatte ich mir schon genug schreckliches und positives ausgemalt - hypersensibel wie ich bin - um fast die ganzen 3 Stunden damit zu füllen.

Ich habe so viel sehr da rein interpretiert, habe Wut, Angst und Misstrauen gehabt.

Lange drüber geredet, alle Szenarien ausgearbeitet, und was war am Ende??
Ich hatte einen Termin mit ihr und sie hat mich für meine "geniale" Arbeit so gelobt und den Chef darum gebeten, mir ein Zertifikat auszustellen.

:eusa_doh: :eusa_doh: :eusa_doh: :eusa_doh: :eusa_doh: :eusa_doh:
Hab ich mich an den Kopf gepackt.

Nächste Supervision erzählte ich davon. Sehr zu Verwunderung der Teilnehmer.
Daraufhin hat mir eine Teilnehmerin folgende Email geschickt. Es brachte diese 

GESCHICHTE MIT DEM HAMMER

alles eleganter und humorvoller auf den Punkt:

"Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber nicht den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt der Mann, hinüber zugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel:

Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war seine Eile nur vorgeschützt und er hat etwas gegen mich. Und was?

Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen so einfach ein Gefallen abschlagen?

Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat.

Jetzt reicht' s mir wirklich. Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann schon an: "Behalten Sie doch Ihren Hammer, Sie Rüpel!"


P. W.

Ja ne klar... lol  :winken:
Zuletzt geändert von chaosprinz am 4. Mai 2008 23:30, insgesamt 1-mal geändert.
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sepia
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon sepia » 5. Mai 2008 10:25

wenn man ständig daran denkt,
was der Andere wohl denkt,
fühlt man sich sehr schnell gekränkt,
wenn er doch was andres denkt.

Denn, was andre Leute denken,
kannst du sowieso nicht lenken,
das solltest du einmal bedenken.

Das Gedicht ist mir grad so aus dem Stegreif eingefallen. Ich kenn diese Geschichte; ich las sie bereits irgendwo.
Zuletzt geändert von sepia am 5. Mai 2008 10:28, insgesamt 1-mal geändert.
das tao, über das man reden kann, ist nicht das tao.
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Lysann
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Lysann » 5. Mai 2008 20:27

Hallo Chaosprinz,

dazu könnte ich dir folgendes Buch wärmstens empfehlen:

http://www.amazon.de/d%C3%BCmmsten-Fehler-klassischen-Denkfallen-entgeht/dp/3492240283


Ich tappe so ziemlich in alle Denkfallen. Mir hat es sehr viel Einsicht in meine falschen Denkmuster vermittelt.
Und wenn ich mich richtig erinnere, dann ist auch diese Geschichte aus dem Buch.  :icon_wink:

VG  Lysann  :winken:
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Fast but not furious » 5. Mai 2008 21:18

Kenne das auch sehr gut, könnte aber noch soviel darüber lesen und es würde mir doch nichts bringen, da sich diese Gedanken einfach aufzwängen. Mein Verstand sagt mir du spinnst und ich weiß auch das die wahrscheinlichkeit unglaublich groß ist, dass ich in einen unbedacht gesprochenen Satz eines anderen tausend Dinge hineininterpretiere, die alle Blödsinn sind. Aber dann kommt mein innerer kleiner Paranoiker und sagt buh: "Aber was ist, auch wenn die wahrscheinlichkeit gering ist, dass er es tatsächlich so meint, wie ich es interpretiert habe".  :hang:
Hatte das früher sehr extrem und dadurch auch heftige soziale Probleme, da ich oft ein bestimmtes Verhalten an den Tag gelegt habe, dass ausschließlich auf solchen interpretationen meiner Seits gefusst hat.
Erst seit dem ich Medikamente nehme, kann ich glaube ich behaupten, dass ich damit keine außergewöhnlichen Probleme mehr habe, und ich mich damit in einem relativ normalen Rahmen bewege.
Aber auch da gibts natürlich immer noch gute und es gibt schlechte Tage.
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon daSchäf » 5. Mai 2008 21:56

[quote="Fast but not furious"]
Erst seit dem ich Medikamente nehme, kann ich glaube ich behaupten, dass ich damit keine außergewöhnlichen Probleme mehr habe, und ich mich damit in einem relativ normalen Rahmen bewege.
Aber auch da gibts natürlich immer noch gute und es gibt schlechte Tage.
[/quote]
Mhm. Jeder Tag ist ein neuer Tag - und keiner wiederholt sich, aber alle wiederholen sich...
So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.
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Tulpe
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Tulpe » 10. Mai 2008 14:14

@fast but not furios: Inwieweit hat sich das mit den Medikamenten geändert, was meinst du mit "relativem" Rahmen - also im Vergleich zu vorher?

Hast du denn auch "Komorbitäten"? Ich kenn dieses zwischenmenschliche Problem auch nur allzugut - und die Folge ist leider, dass ich ein kleiner Komplexhaufen bin  :icon_rolleyes: der ständig alles (negativ) auf sich bezieht und leider nicht in der Lage ist, wirklich objektiv zu urteilen bzw. zumindest dem anderen seine Meinung zu lassen .... wenn sich die Meinung nicht deckt, geh ich meist davon aus, dass ich "falsch" dran bin .... was natürlich zu weiteren Grübeleien führt. Und zu Depressionen, weil man ja ständig meint, man denkt/macht alles falsch - zudem weiß man nicht, was man sagen soll, wie man reagieren soll etc. Fällt mir sehr oft auf, dass mich das wiederum runterzieht.. Voll der Kreislauf  :eusa_doh:

Ist das bei dir auch so (gewesen) und inwieweit ist da ne Verbesserung zu merken? was für ein Medikament nimmst du denn?
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon jaMoin » 11. Mai 2008 15:31

die hammergeschichte hat mir ne therapeuse auch ans herz gelegt... bzw. das buch, aus welchem sie entstammt: anleitung zum unglücklichsein
(oder so ähnlich)
:108:
ich kann nicht aufzählen, wie viele sachen ich NICHT gemacht habe, weil ich stundenlang damit beschäftigt war, zu überlegen, was die leute denken könnten, wenn ich dies oder jenes sage und was ich dann am besten sagen kann usw. usf.
oder wie oft n streit wegen nix war, weil ich mich wahnsinnig gemacht habe wegen ner kleinigkeit und mir sonstwas ausgemalt habe und dann (wie die hammersache) stinksauer wurde und entsprechend die leute angefahren hab. wie gesagt: wegen ner kleinigkeit....
mir wirds im nachhinein immer bewusst und es is mir manchmal echt peinlich. :icon_redface:
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon ex0tic » 12. Mai 2008 00:40

wenn ich hier jetzt so die threads lese merk ich doch das ich vielleicht 20% wissen über und an adhs habe  :icon_mrgreen:
Sagt mal, kann das auch nur an ADHS liegen das ich mir immer Gedanken mache z.b. im Straßenverkehr .. was denkt er jetzt oder warum hat er gehupt .. und mache mir dann noch 2h später gedanken dadrüber...  oder liegt das am Hochsensibel sein? Oder ist man automatisch Hochsensibel wenn man ADHS hat?(Bin Hypoaktiv)
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon daSchäf » 12. Mai 2008 02:10

[quote="ex0tic"]
(Bin Hypoaktiv)
[/quote]
Dann hast du aller Wahrscheinlichkeit nach schon mal gute Chancen um dauernd am Nachdenken zu sein :icon_mrgreen:
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon ex0tic » 12. Mai 2008 17:06

ja aber ich meinte, ich denk immer sofort das alles auf mich bezogen ist und das ich einen Fehler gemacht habe  :icon_wink:
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Fast but not furious » 13. Mai 2008 01:44

Also genau das, was hier alle beschreiben: Sich jede Menge Gedanken wegen nix zu machen, zu denken etwas falsch gemacht zu haben, etwas falsches gesagt zu haben, was andere deshalb von mir denken u.s.w. hatte ich früher sehr intensiv. Auch sich kacke fühlen, weil ein anderer Autofahrer, den man gar nicht kennt und der einem allein schon deshalb am A... vorbei gehen sollte, hupt. Man denkt man hat irgendwas falsch gemacht, aber wahrscheinlich hat der Typ einfach nen schlechten Tag und du bist ihm nicht schnell genug abgebogen... oder er ist Mercedes, BMW oder Audifahrer, die haben die Vorfahrt eh schon im Wagen eingebaut und die Lizenz zum hupen, drängeln und Lichthupe betätigen  :aufsmaul_2:

Ich hab mal ein Buch ca zur hälfte gelesen, "Zart besaitet", mit Thema Hochsensibilität. Für mich wurde da einfach aus der Literatur von ADS abgeschrieben und das ganze anders, mit ein wenig Esoterik, begründet. Als der Autor dann anfing davon zu schreiben, dass er bei "anekdotischen Umfragen" in seinem Freundeskreis herausgefunden hat, das Menschen mit diesen und jenen Sternzeichen, diese und jene Eigenschaften haben, flog das Buch bei mir im hohen Bogen in die Ecke.

Seit ich Medikamente verschrieben bekomme (hab schon mehrere mit MPH durch, wirken im grunde genommen alle gleich, nur Nebenwirkungen und Wirkungsdauer sind da sehr unterschiedlich), mach ich mich nicht mehr in dem Maße selbst bekloppt, kan mich und meine Fähigkeiten selbst besser einschätzen, hab mehr Selbstvertrauen bzw. habe endlich überhaupt etwas Selbstvertrauen gefunden und trete selbstsicherer auf, hab seltener depressive Verstimmungen, weniger und weniger heftige Stimmungsschwankungen, aber bekloppt bin ich trotzdem noch. \:D/

Denke das hat aber nicht nur mit den Medis zu tun, sondern auch allein mit der Erkenntnis was ich habe und was es mit sich bringt und durch den Austausch mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfegruppe oder auch hier.

Aber ich habe natürlich immer noch gute und schlechte Tage wie jeder andere auch und ich muss immer noch mit einer Psychotherapie anfangen bzw. mir überhaupt erst mal nen Therapeuten suchen. Es ist nicht so das Probleme die ich hatte verschwunden sind, sie sind nur schwächer geworden.
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Siri » 13. Mai 2008 01:59

Zu diesem Thema (was grad auch mein Thema ist  :umpf:), möchte ich euch gerne einen Link zeigen:

Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung

LG Siri  :winken:
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Karrenschieber » 13. Mai 2008 13:49

Ich hänge auch nur noch herum, mit Mädels läuft faktisch nichts mehr.  Aber habe ich deswegen eine Persönlichkeitsstörung?  Ich fühle mich zwar kacke, aber mit meinem Aussehen, mit meiner Intelligenz kann ich bei so manch einer landen.  Es ist einfach so  und das weiß ich auch. 

Nur,wenn man sich nicht konzentrieren kann und Opfer depressiver Verstimmungen geworden ist, kann man halt nicht sagen, wie man in 2 Tagen bei einem Date so drauf ist. Deswegen lässt man es sein, weil man sich selbst nicht mehr glauben kann und sich das nicht beim ersten Mal gleich kaputt macht wie bei den anderen Malen.

Ich lege erstmal alles auf Halde, Frauen, Erfolg im Fußballverein etc. sind erst nach meiner Threapie, die auf ADHS und Drepressionen abzieht wieder ein Punkt auf meiner Liste.

Klar, gibt es auch Kunden, vor denen  ich sprichwörtlich weglaufe! :) 

Aber nur dann, wenn ich greade wegen ADHS nicht kann. Also ein permanent Zustand ist es nicht bei mir.
Zuletzt geändert von Karrenschieber am 13. Mai 2008 14:16, insgesamt 1-mal geändert.
http://gehirn-tuning.blogspot.com/ 

Lest mit, wie ich mein Gehirn ändere.^^
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon ex0tic » 13. Mai 2008 16:54

Hab mir den Link grade mal durchgelesen, ich muss sagen, manches trifft auf mich zu aber irgendwie kann ich mich doch nicht damit identifizieren. Ich werde schnell Verlegen, stimmt, aber ich vermeide eigentlich keine sozialen Kontake weil ich Angst habe abgelehnt zu werden, eher große Menschenaufläufe weil ich mir Gedanken machen was die denken wenn ich um die Ecke komme (eigentlich purer schwachsinn :icon_mrgreen:) und habe auch ein sehr gutes verhältniss zu meinen eltern!

mit verlegen mein ich, ich fühl mich schnell "hingezogen" zu personen die mir positiv gegenüber treten.
Zuletzt geändert von ex0tic am 13. Mai 2008 17:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Fast but not furious » 13. Mai 2008 21:01

Also ich erkenne mich da sehr gut wieder und auch meine Eltern und Geschwister.
Meine Mutter, meine Brüder und ich passen am besten auf den Typ "nachgiebig ausnutzbar", mein Vater auf "kühl distanziert".
Sehe auch sonst viele Parallelen zu ADS z.B.
Zitat:
"Betroffene Kinder z.B. fallen entweder durch ein schnell reizbares und überdrehtes ("cranky") Interaktionsmuster oder aber durch ein verschlossenes und in sich gekehrtes Verhalten auf".

Passt eindeutig zu Hyper- und Hypoaktivität.

Zitat:
"Es handelt sich bei den beiden Gruppen um Idealtypen. In der Praxis ist eine scharfe Trennung nur schwer möglich, sodass es zu Mischtypen kommt".

trift soweit ich weiß auch bei ADS zu.

Außerdem
Zitat:
"Eine hohe Sensibilität und Erregbarkeit sind angeboren"

Unter dem Weblink auf der Seite findet man dazu noch
Zitat:
"- Biosoziale Lerntheorien: Immer häufiger werden aber auch so genannte biogenetische Ursachen diskutiert, vor allem eine persönlichkeitstypische Vulnerabilität (= Verwundbarkeit) in Form innerer Unruhe, Anspannung, Nervosität und damit mangelhafter Reagibilität und schließlich Verletzbarkeit.

Oder kurz: Eine genetische Prädisposition (erblich bedingte Anlage), die bei ungünstiger Kombination durch die drohenden psychosozialen Konsequenzen im Alltag schließlich lebenslang belastet.

So wird beispielsweise diskutiert, dass solche Menschen bereits als Kind entweder durch ein höchst "überdrehtes" bis reizbares zwischenmenschliches Kontaktmuster auffallen oder durch ein verschlossenes und in sich gekehrtes Verhalten irritieren. Die Folgen sind in beiden Fällen Zurückweisung, Abwertung, ja Ablehnung, ständige Kritik, Missbilligung, Einschränkungen, Benachteiligungen u.a."

Bei ADS heißt es auch, dass es schon seit der Kindheit vorliegt, und das ADS eine bedeutende genetische Komponente hat, also angeboren ist, aber sich unter günstigen Lebensumständen nicht negativ auswirken muss.


Und zu guter letzt
Zitat:
"Pharmazeutika können in Ausnahmefällen genutzt werden, stellen aber auf keinen Fall ein zentrales Therapiemittel dar."
und
Zitat:
"- Therapeutische Möglichkeiten: je nach Art der Persönlichkeitsstörung Schwerpunkt auf Psychotherapie (insbesondere stützende Verfahren, Verhaltenstherapie, Entspannungsmethoden, und zwar in Einzel- und Gruppentherapie ferner soziotherapeutische Hilfen und Korrekturen sowie ggf. Pharmakotherapie, z. B. Neuroleptika (Antipsychotika) und/oder Antidepressiva."

eine Ansicht, die Kritiker der Medikamentösen Behandlung bei ADS wohl auch recht häufig vertreten. Die Therapeutischen Möglichkeiten entsprechen wohl auch weitest gehen denen von ADS, was die Neuroleptika anbelagnt hab ich allerdings keinen blassen schimmer.

Was die Ursachen, die auf den beiden Internetseiten angebracht sind angeht, bin ich allerdings etwas skeptisch, an ADS haben die Autoren jedenfalls mit Sicherheit nicht gedacht, da es mit keinem Wort erwähnt wird.

Ich bin kein Arzt, aber ich glaube, dass so manche Störung, die unabhängig von ADS beschrieben wird, im Grunde genommen mit ADS Hand in Hand geht.
Andere wiederum kommen auch separat vor und sind für sich allein genommen, nur eins der Symtome, die vorliegen müssen, damit die Diagnose ADS gestellt werden kann.
Ich finde, dass zeigt mal wieder wie schlecht ADS erforscht ist und wie wenige die Existens von ADS anerkennen. Und ich bin mir Sicher, das so manchen Arzt, der auf ADS spezialisiert ist, solche Themen nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde, da es auch so schon genug Kritik gibt.
Aber im Grunde genommen hab ich ja auch keine Ahnung und versuch mir nur so gut es geht ein eigenes Bild zu machen.

Wenn also gleich jemand schreibt: Hey, das ist doch nen alter Hut, dass "Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung" und "ADS" das selbe sind oder das es nur mit "ADS" zusammen auftritt, werd ich sauer, weil alles umsonst geschrieben  :up_to_something:

Zum Schluss noch:
Was da beschrieben wurde ist auch nur ein Idealtyp und jeder Mensch entwickelt sich anders. Meinen Vater hab ich so lang ich noch bei meinen Eltern gelebt habe fast schon gehasst, danach hab ich ein gutes Verhältniss zu ihm entwickelt und er tut mir inzwischen eigentlich nur noch leid.
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Tulpe » 13. Mai 2008 21:14

also ich finde mich in dem Artikel auch sehr wieder  :icon_rolleyes: und ich stimme auch fast but not furious zu mit den Ausführungen! Wenn ich jetzt nur den Artikel kennen würde, würd ich mir echt Gedanken machen, weil das so zutrifft.

Aber nachdem ich mich mit ADHS auch schon ausführlich beschäftigt hab, stelle ich fest, dass dieser Artikel nur einen Teil der Beschwerden abdeckt; gerade das charakteristische Hyperfokussieren und die Konzentrationsprobleme etc. tauchen da gar nicht auf ....
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon ex0tic » 13. Mai 2008 22:15

also beschreibt der artikel nur symptome die eigentlich begleitend zu adhs erscheinen?
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon daSchäf » 13. Mai 2008 23:20

Der Link...
Ich lese nur die Überschrift, den ersten ausschlaggebenden Satz, und was mir sofort in den Sinn kommt ist das Wörtchen "Komorbidität".
Ich lese weiter, was mir dazu einfällt, bezeichnet auch der Ausdruck "Postttraumatische Belastungsstörung".
Was mir als letztes auffällt ist der Link auf "Soziale Phobie".

Viele dieser Diagnosen nach ICD-10 liegen so nahe beieinander, dass ich echt kein Psychiater sein möchte. Um die Wirkung zu verstehen, muss man die Ursache(n) erkennen und nachvollziehen.  Bei so vielen verschieden definierten, und doch so nahe beieinander liegenden Wirkungen...

FBNF muss ich definitiv zustimmen. Auch wenn ich ein Kritiker von Medikamenten im Allgemeinen, und von Psychopharmaka im Besonderen bin. Dazu kann ich nur sagen, ich passe mich nicht an, ich füge mich ein. Flexibles Puzzlestück.
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Fast but not furious » 13. Mai 2008 23:46

Hab grad nochmal ein bisschen gegoogelt, aber finde leider keine Ergebnisse, bei denen beides in Zusammenhang gebracht wird.
ADS ist sehr komplex, nur dürftig erforscht, kontrovers diskutiert und man hört immer wieder von Fakten, die eine gewisse Zeit später keine mehr sind, z.B. welche Krankheiten mit ADS gemeinsam auftreten können und welche sich mit ADS gegenseitigh ausschließen.

Komorbide Störungen, also Krankheiten, die zwar allein auftreten, aber in Zusammenhang mit ADS häufiger auftreten, wären zum Beispiel Depressionen und Drogensucht.

Ob bei einer Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADS nun eine komorbidität vorliegen kann oder ob sich beides gegenseitig ausschließt, kann wohl ertsmal nur ein Arzt beantworten, da es einige Störungen gibt, deren Symptome ADS ähneln, aber lt. welchem Arzt auch immer nicht zu vereinbaren sind.
Ich blick da nicht mehr wirklich durch.

Für mich als Laien stecken zu viele ADS typische Charakteristika in der Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung, wie sie in diesem Artikel beschrieben ist, als das es ein eignenes Krankeitsbild sein könnte, insbesondere die wohl bekanntesten Symtome bei ADS schnell reizbar überdreht (hyperaktiv) und verschlossen in sich gekehrt (hypoaktiv).

Aber womöglich ist es ein eigenes Krankheitsbild, dass in diesem Artikel nur mit ADS speziefischen Symtomen vermischt wurde. Zu dem Zeitpunkt, als das Buch, auf den sich der Artikel beruft, geschrieben wurde (2001), war noch nicht anerkannt, das ADS auch im Erwachsenenalter fortbestehen kann.

Am besten jemand fragen, der sich wirklich damit auskennt...
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Re: Wenn man ständig daran denkt, was der andere wohl denkt!

Beitragvon Karrenschieber » 14. Mai 2008 00:21

Aber ist nicht einfach nur von ADHS die Rede? Ich lasse mir hier jedenfalls keine Persönlichkeitsstörung unterjubeln, jedenfalls so schnell nicht!
Zuletzt geändert von Karrenschieber am 14. Mai 2008 00:28, insgesamt 1-mal geändert.
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