ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

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Stina1801
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ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon Stina1801 » 1. November 2007 17:02

Hallo Ihr,

mein Sohn 12, Hochbegabung mit wahrscheinlicher ADS-Symptomatik, d.h. jeder würde ihn als weitgehend desorganisiert beschreiben, ständiges vergessen von Arbeitsmaterial und HA.... Im Unterricht macht er einen abwesenden Eindruck, bekommt aber beim Nachfragen doch erstaunlich viel mit.

Das Problem ist, das er zum Beispiel in Kunst die ganze Stunde nichts aufs Papier bringt, weil ihm alles nicht gut genug erscheint!
War jetzt zum Gespräch bei der Lehrerin, da er am Di wegen dieser Frau und Ihren Bemerkungen nicht in die Schule wollte, er hatte Magenschmerzen... .
Sie meinte dann, sie würden ihn ja schon mit Samthandschuhen anfassen, da sie die Problematik ja wisse, aber man müßte ja auch den anderen gegenüber gerecht bleiben, und wenn er eben nichts abliefere, dann müßte es eben ein Monita geben.

Hab das auch als provokant empfunden, was soll das mit Samthandschuhen anfassen,
war schon ne Anmaßung oder seh ich das falsch...?! :icon_rolleyes:

Wer hat ne Anmerkung hierzu?

LG
Stina
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Talker74
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Re: ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon Talker74 » 6. November 2007 16:30

Ich bin "ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression".

Zuerst einmal sei gesagt, das es natürlich kein Sinn macht, wenn man einen Hochsensiblen Menschen (in diesem Fall ein Kind) mit Samthandschuhen anfasst. Viel mehr sollte man versuchen etwas Verständnissvoller damit umzugehen und sich "normal" zu verhalten. Wenn sie sagt, sie fasst ihn schon mit Samthandschuhen an, hat sie KEINE Ahnung, wie es ihm eigentlich geht. Schließlich sind hochsensible Menschen nicht aus Glas. Gerade wenn er ADS hat, braucht er manchmal auch einen Ar***tritt.

Die Bemerkung, man müßte auch den anderen gegenüber gerecht bleiben (auf die Leistung/Unterricht bezogen) könnte ich an die Decke gehen. Gerade weil bei mir damals immer Rücksicht auf die anderen genommen wurde, hatte/hab ich ja diese Probleme. Wenn ein Hochbegabter Mensch gezwungen wird, sich dem Durchschnitts Tempo zu fügen, macht ihn das auf dauer krank. In diesem Fall ist es wichtig, das er a) die Schule wechselt, oder b) nach der regulären Schule gefördert (ergo gefordert) wird. Zum Beispiel in einem Bereich der ihm besonders interessiert/Spaß macht. Dort bekommt er dann die Erfolgs Erlebnisse, die er braucht um wenigestens einigermaßen Selbstbewußt zu entwickeln.

Meine Mutter z.B. wußte auch immer, das ich seehr sensibel war/bin. Leider hat sie mich deshalb auch manchmal zu oft beschützt, war manchmal etwas zuu fürsorglich. Dabei reicht es, wenn man nur etwas freundlicher ist. Nicht "Das hast du ja wieder toll falsch gemacht!", sondern vielleicht eher "Hättest du das so gemacht, wäre es besser geworden!".....

Ist vielleicht ein blödes Beispiel, aber stelle mir das gerade mal ganz angenehm vor  :icon_wink:

Aber wichtig ist, das er in irgendeiner Form gefördert/gefordert wird, sonst geht er bei diesem langsamen Tempo ein.

Was Kunst im Detail angeht. Er muß nur lernen, überhaupt was zu malen. Welche Note er in Kunst hat spielt ja nun wirklich keine Rolle   :icon_wink:

Gruß Talker

P.S.: Natürlich bin ich kein Fachmann auf diesem Gebiet. Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten.
Zuletzt geändert von Talker74 am 6. November 2007 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Stein fällt...,
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Katrin75
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Re: ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon Katrin75 » 24. Januar 2008 17:03

Hi!

[quote="Talker74"]
Ich bin "ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression".
[/quote]


Ich auch, nur die Depression war auch schon nicht mehr beginnend.

Ich kann Talker nur zustimmen, dass gerade das "an andere anpassen" was Lernen/Schule angeht so ziemlich das schlimmste ist was mir widerfahren ist.

Habe die Schule auch mit "halben Ohr" gemacht bis in die Oberstufe wo ich dann doch mal nen Tag vorher gelernt habe um dann ein 1,7er Abi in A Ba-Wü zu machen (Zentralabi!).

Doch im Studium stand ich dann da und wusste nicht wie ich lernen soll, da ich das ja noch nie vorher gemacht hatte (mit 21 Jahren!!!).


Also ich denke es gibt was das angeht heutzutage viel mehr Möglichkeiten auf die kinder einzugehen und sie Begabungsmäßig zu fördern, dass solche und die daraus folgenden psychischen Probleme durch das vorprogrammierte "Versagen" vermeiden werden können.

Bei mir wurde damals nur auf die Verhaltensprobleme eingegangen und der IQ-test  nur gemacht um zu schauen ob sie mich in ne Sonderschule abschieben können.

Das hat sich ja zum Glück schon etwas geändert.

Wünsche dir und deinem Sohn alles Gute!

LG
Katrin
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Re: ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon Stina1801 » 12. April 2008 15:21

Hallo,

weiß schon, ist etwas her,
allerdings hat sich nichts geändert, bzw. haben wir wieder einiges hinter uns:

1 Woche Probeunterricht auf einer Privatschule (Anspruch war noch niedriger, ging gar nicht!!!!)

1 Fehlversuch bei einer  "Kinderpsychiaterin"....

Schule: In Kunst nach wie vor schlimm.
Mein Sohn würde sich wie Talker schreibt ein wenig Unterstützung wünschen. Stattdessen sagt sie:
Du weißt ja, wenn du nichts machst bleibst du sitzen.... :aufsmaul_2:

Er hat in letzter Zeit auch in Latein und Englisch ne 5 gehabt,
da er einfach keinen Antrieb mehr hat.

_Hoffnung:
Im Mai neuer Termin in k.psychiatrischer Praxis, hoffentlich haben die einen Ansatz...
Weiß manchmal nicht was es soll, mein Sohn sagt oft, er habe keine Fantasie (Kunst).... :fr:

Ok,
leider nichts besser geworden....

LG
Stina
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Re: ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon ego » 12. April 2008 15:51

so nebenbei:

Das Problem ist, das er zum Beispiel in Kunst die ganze Stunde nichts aufs Papier bringt, weil ihm alles nicht gut genug erscheint!


ich habe das genau gleiche problem, vor jahren war dies noch viel viel schlimmer!
immerhin bin ich nicht die einzige... war zwar schon etwas geschockt! :icon_eek:

lg
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Re: ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon Märlin » 25. Mai 2008 23:23

als wenn ich es wäre. Bin nun 25 und studiere, also man kann es schaffen.
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Re: ADS, Hochbegabung, Hohe Sensibilität mit beginnender Depression

Beitragvon englishrose » 21. April 2009 12:56

Hallo zusammen

Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschliessen...

Meine Schulzeit war das perfekte Grauen und führte bei mir letztendlich zur totalen Verweigerung....

Anfangs wollte man mich gleich ins zweite Schuljahr packen, doch eine blöde Lehrerin hatte Bedenken, weil ich ihrer Meinung nach zu jung war...

Also musste ich mein Tempo den anderen anpassen, was mir mehr als schwer fiel...

Als ich dann nach der Grundschule unbedingt aufs Gymnasium wollte, war es wieder diese eine Lehrerin, die half, es zu verhindern. Meiner Mutter das Gymnasium wegen den Kosten ein Dorn im Auge, Als dann diese dumme Kuh von Lehrerin Zweifel äusserte, war es für meine Mutter der Aufhänger. Ich kam auf die Realschule, natürlich auf eine katholische und nur für Mädchen...

Meine Klassenlehrerin hatte einen wundervollen Standesdünkel und benotete nach Beruf der Väter...

Ich war das einzige Arbeiterkind in der Klasse und bekam trotz guter Leistungen immer nur vergleichsweise miese Noten von ihr, die mir daheim ständig Ärger einbrachten. Meine Mathelehrerin, die ich anfangs noch nett fand, machte mich dann komplett fertig. Wenn sie eine Aufgabe stellte, bei deren Lösung die Klasse grosse Probleme hatte, nahm sie mich an die Tafel und hatte so Begleitsätze wie : "Na, dann schaut jetzt mal alle her, wie unsere clevere D... das macht...

Bei den Klassenkameradinnen war ich damit natürlich unten durch, hinzu kam, dass ich von zuhause aus nie mal wen mit nach Haus bringen durfte und ich auch nie bei einer Freundin übernachten durfte (der Hintergrund ist bekannt, spielt hier aber eher eine untergeordnete Rolle)...

Dann trug ich abgelegte Kleidung von Cousinen, während die anderen stets neueste und modernste Klamotten hatten. Ausserdem bin ich Linkshänderin, was mir im Handarbeitsunterricht stets eine fünf auf dem Zeugnis einbrachte, da meine Arbeiten zwar immer sehr sauber und ordentlich, aber eben alle seitenverkehrt waren...

So fing ich an die Schule zu hassen, was eben bis zur totalen Verweigerung führte...

Jetzt lese ich hier, fast vierzig Jahre später, dass es immer noch solche Möchte-gern-Lehrerinnen wie zu meiner Zeit gibt. Hört das denn nie auf?

In mir kocht die alte Wut gerade wieder hoch...

Am liebsten würde ich mal die verstaubten und vergreisten Uni-Professoren so richtig aufmischen...

Man sollte meinen, es gäbe an Unversitäten kein Internet. Dabei ist es wirklich egal, ob es sich um sogenannte Lehrer, Ärzte, Psychologen oder Psychiater handelt...

Hoch lebe die Pharmaindustrie, die ja genug Mittelchen im Gepäck hat, um unser marodes Gesellschaftssystem wohlwollend zu unterstützen.

Sorry, Leute, aber mir stellen sich grad die Nackenhaare hoch...

Lieben Gruss
Englishrose

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