Aktive Musiktherapie

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Eva
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Aktive Musiktherapie

Beitragvon Eva » 26. September 2006 09:45

Die aktive Form der Musiktherapie steht im Gegensatz zur rezeptiven Musiktherapie.
Hierbei bilden das Musizieren des Patienten und des Therapeuten den Ausgangspunkt für eine Therapie. Anwendungsfelder sind vor allem psychoneurotische Störungen, wie Depressionen und Zwänge, die Psychosomatik und psychotische Erkrankungen.

Seit kurzer Zeit wird diese Therapieform aber auch bei der Behandlung von Drogenabhängigen eingesetzt. Aufgrund ihrer Anwendungsfelder wird aktive Musiktherapie auch als angewandte Psychotherapie bezeichnet. Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Ebenen der musiktherapeutischen Arbeit:

Musiktherapie als Aktivierung
Zur Korrektur von Verhaltensweisen
Zum Wiederaufbau eines gestörten Lebens

Die aktive Therapie kann in zwei unterschiedlichen Arten erfolgen. Die erste wird als Einzelmusiktherapie bezeichnet. In dieser Form stehen sich nur ein Patient und der Therapeut gegenüber und kommunizieren miteinander. Diese Art von Therapie wird häufig dann verwendet, wenn erst eine gewisse Vertrauensbasis zwischen dem Patienten und dem Therapeuten aufgebaut werden muss und der Patient noch nicht in der Lage ist, sich in eine Gruppe einzufügen.

Die zweite Art wird Gruppenmusiktherapie genannt. Hierbei kommunizieren mehrere Patienten mit dem Therapeuten zusammen.
Die musiktherapeutische Arbeit bietet den Mitgliedern die Möglichkeit eines Übungsfeldes der sozialen Kommunikation, ohne dabei gleich das volle soziale Risiko übernehmen zu müssen. Dies bedeutet, dass in der Gruppe zunächst einmal verschiedene Formen von Kommunikation probeweise "ausprobiert" werden können, ohne dass deren Konsequenz gleich direkt auf das familiäre Umfeld übertragen werden.

Die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient ist der Ausgangspunkt der Therapie, wobei die Sprache durch musikalische Elemente ersetzt wird. Die Musikinstrumente, mit denen der Patient musikalisch improvisiert, stellen eine Art Brückenfunktion dar, d.h. sie sind das Medium, mit denen der Patient Kontakt aufnimmt und so seine eigenen Gefühle zum Ausdruck bringt.
Die Auswahl der dabei zu verwendeten Instrumente spielt deshalb eine entscheidende Rolle. Es ist wichtig in welcher Relation das Instrument dabei zum Patienten steht. Als ideal wird ein Verhältnis von 1:1 angenommen, was zum Beispiel bei körpereigenen Instrumenten (Singen, Klatschen, Stampfen) der Fall ist. Weitere beliebte Instrumente sind Trommeln, Xylophone etc. Ebenso werden oft selbstgebaute Instrumente in der Therapie verwendet, wobei die Bauphase bereits schon einen Teil der Therapie darstellt. Wichtig ist immer, dass sich der Patient mit dem jeweiligen Instrument identifizieren und somit seine Gefühle besser zum Ausdruck bringen kann.
Ungeeignet sind Instrumente, bei denen der Klang elektronisch erzeugt wird und außerdem diejenigen, welche Vorkenntnisse und Technik voraussetzen, wie Streich- oder Blasinstrumente, Klavier etc.

Der aktive Prozess der Musiktherapie macht sich die kommunikative Seite der Musik zu Nutze und bietet auf unterschiedlichen Ebenen die Möglichkeit, Kommunikationsstörungen zu überwinden. Der Patient kommuniziert dabei anhand von Symbolen. Diese Symbole können Bilder, Klänge oder Objekte sein, die an die Stelle einer Sache, Person, Ereignis oder Erfahrung tritt, meist aus der Vergangenheit.
Die Symbolebene ist die Wirklichkeit, die eine andere Wirklichkeit sichtbar bzw. hörbar darstellt. Somit kann Musik als eine Wirklichkeitsebene angesehen werden, die eine andere Wirklichkeit darstellen kann. Die Musikelemente setzen dabei Gefühle frei, indem sie beim Patienten bestimmte Assoziationen hervorrufen.
Dies bedeutet, dass bei der Person bestimmte Vorstellungen und Gedanken erzeugt werden. Diese unterschiedlichen Gemütszustände, die dabei vom Patienten durchlebt werden, werden von ihm anhand von musikalischen Parametern im Improvisationsspiel ausgedrückt und dem Therapeuten mitgeteilt. Jeder Gefühlszustand steht mit bestimmten musikalischen Parametern im Zusammenhang, wie zum Beispiel Dynamik, Artikulation und verschieden Tempi.

Der musikalische Improvisationsprozess gliedert sich meist in vier Phasen:

Exploration, d.h. die Auswahl und das Kennen lernen der Musikinstrumente.
Differenzierung, d.h. der Therapeut strukturiert das Improvisationsspiel durch die Vorgabe von Regeln.
Kommunikation, d.h. die Kontaktaufnahme zwischen den Patienten
Spezialisierung, d.h. das Spiel differenziert sich, vorgegebene Themen des Therpeuten werden im Detail behandelt.

In einer anschließenden Phase, versucht man die entstehenden symbolischen Darstellungen der musikalischen Improvisation verbal in der Gruppe zu interpretieren. Aktive Musiktherapie wird häufig mit weiteren Kommunikationsmedien wie Bewegung (Tanztherapie) oder Gestaltung (Kunsttherapie) verknüpft, um über andere Sinne wie Sehen und Fühlen einen weiteren Zugang zum Patienten zu finden. ( Wikipedia )
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
Eva
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Re: Aktive Musiktherapie

Beitragvon Eva » 26. September 2006 09:47

Forum für Musiktherapie:

http://www.musiktherapie-foren.de/    :eusa_boohoo:

( Dieses Forum ist dient dem Austausch zwischen Musiktherapeuten und allen, die an Musiktherapie interessiert sind. )
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brittan
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Re: Aktive Musiktherapie

Beitragvon brittan » 30. September 2006 19:40

wenn jemand Fragen hat, ich bin Musiktherapeutin und arbeite auch mit ADHS und ADS Kindern.
Aschenbecher

Re: Aktive Musiktherapie

Beitragvon Aschenbecher » 30. November 2014 08:06

:froi1:
Musiktherapie habe ich bereits gemacht und würde auch gerne wieder...
Besonders hat mir gefallen, dass man auf die musikalischen Gedanken der Gruppenteilnehmer eingehen kann... Sonst sind meine sozialen Kompetenzen recht gestört... Das inspiriert und macht einfach Spaß, wenn man sein Instrument gefunden hat... Meine waren Schlitztrommel und Gitarre...
Wie oft kann/darf man eigentlich Musiktherapie machen, wenn es die Krankenkasse zahlt?

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