Ergotherapie

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Eva
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Ergotherapie

Beitrag von Eva » 25. September 2006 22:26

Die Ergotherapie  ist ein medizinisches Heilmittel und wird bei gesundheitlich beeinträchtigten Menschen mit motorisch-funktionellen, sensomotorisch-perzeptiven, neuropsychologischen, neurophysiologischen oder psychosozialen Störungen eingesetzt.

Ziele der Ergotherapie ist es, durch den Einsatz von Aktivitäten, Betätigung und Umweltanpassung dem Menschen eine größtmögliche Handlungsfähigkeit im Alltag, Lebensqualität und gesellschaftliche Partizipation zu ermöglichen." (Definition lt. Deutschem Verband der Ergotherapeuten e.V.)

Die Ergotherapie ist eine Wissenschaft, die Sozialwissenschaften und Medizin miteinander verbindet.
Die ergotherapeutische Behandlung umfasst handwerkliche, gestalterische sowie spielerische Übungen. Einen elementaren Bereich stellt das Üben von Tätigkeiten (Activities of daily living) dar.

Durch Verbesserung, Wiederherstellung oder Kompensation der beeinträchtigten Fähigkeiten soll dem Patienten eine möglichst große Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit im Alltag ermöglicht werden.
Neben geeigneten Übungen soll auch der Einsatz von Hilfsmitteln dazu beitragen, dass die verbleibenden Fähigkeiten angepasst werden und so ein Optimum an Rehabilitation erreicht wird.
Zuletzt geändert von Eva am 21. März 2008 01:57, insgesamt 1-mal geändert.
Alles über Deichhöhe ist überflüssig! :winy:
Stefan SRO
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Re: Ergotherapie

Beitrag von Stefan SRO » 22. November 2018 12:05

Hallo in die Runde,

ich würde hier gern aktiv werden, da die Medikamente allein ja keine bleibende Wirkung haben.

Zufällig habe ich eine Ergotherapeutin gefunden, die bisher nur Erfahrung mit Kindern hat.

Was wird da im allg. gemacht, wenn es eben nicht um ein Kind, sondern einen "alten Herr´n" handelt?

VG
Stefan
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Re: Ergotherapie

Beitrag von Drei » 22. November 2018 15:17

Also bei mir habe ich vor allem Gespräche gehabt und das Angebot, dass ich nach Situationen, die für mich anstrengend waren, mein Verhalten in der Situation niederschreiben und mit ihr dann in der nächsten Sitzung reflektieren kann (sehr hilfreich).
Und es gab diverse Tips, wie ich bestimmte Alltagssituationen trotz ADHS meistern kann.
Oh, und ich bekomme Neurofeedback (das ist auch hilfreich bei mir) über die Ergotherapie-Verordnung.

Ein Bekannter, der bei der gleichen Therapeutin ist, wurde von ihr zu Hause besucht damit sie gemeinsam eine Ordnung in seinem Chaos finden.
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Re: Ergotherapie

Beitrag von ULBRE » 22. November 2018 21:26

Hallo,

ich würde eher Neurofeedback empfehlen.
Verschriebene Ergotherapie kann nach freier Entscheidung des Ergotherapeuten auch als Neurofeedback ausgeführt werden und ist damit kassenabrechenbar.

Und zwar in der Kombination und Reihenfolge
1. Frequenzbanddtraining SMR
2. Frequenzbanddtrainuing Beta / Theta (ADHS: Beta runter, Theta rauf; ADS: Betau rauf,. Theta runter)
3. SCP-Training (Slow Cortical Potentials, sauanstrengend auber nach dem Frequenzbandtraining sehr hilfreich)

Beste Grüsse

UlBre
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Re: Ergotherapie

Beitrag von Stefan SRO » 23. November 2018 07:33

Ich kann einen Teilerfolg vermelden.

Gestern war ich bei einer Ergotherapeutin die nach den zwei Stunden Gespräch total fertig war.

Sie ist die Arbeit mit ADS- / ADHS-Kindern gewöhnt und war total geplättet, dass ich ihr jedes Gefühl, jeden Gemütszustand, jede irrationale Reaktion aus meinem Erleben wiedergeben und erklären konnte.
Der SCHEINBAR zwischen 65 und 140 schwankende IQ. Die nicht steuerbare emotionale Reaktion auf das Umfeld...
In Sachen Medikament und deren Wirkung, bzw. Dosierung, Wirkverlauf, Rebound, ... fast kein Wissen vorhanden.
Sie meinte, mein Kopf sei viel zu voll und man müsse eine Art "reset" drücken, um die hell summende Festplatte runter zu fahren.

Schlussendlich haben wir als "Hauptbaustelle" meine fehlende Selbststeuerung ausgemacht und ich habe nun einen Verordnungsvorschlag für den Doc, um in Wöchentlichen Sitzungen daran zu arbeiten. ENDLICH!


Übrigens bringt mir die o.g. "Redetherapie" bringt mir FAST nichts. Meine Defizite kenne ich selbst sehr genau. Ein "Du muss aber..." bei einem Gespräch ist sicher toll gemeint, hilft mir aber nicht mich regelmäßig und selbst zu motivieren bzw. zu mobilisieren. Einzig das "drüber reden" hat den Effekt eigene Vermutungen und Ableitungen bestätigt zu bekommen, wobei ich selbst sehr manipulativ veranlagt bin (Karriererezept;) und so die Psychologin ungewollt in die falsche Richtung "schiebe".

VG
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Re: Ergotherapie

Beitrag von Raupi » 23. November 2018 16:59

Ja dann bin ich auf deine Erfahrungen gespannt!!

Vielleicht frag ich sowas dann auch mal an...
LG, Raupi
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Re: Ergotherapie

Beitrag von ULBRE » 23. November 2018 21:36

Stefan SRO hat geschrieben:
23. November 2018 07:33
Sie meinte, mein Kopf sei viel zu voll und man müsse eine Art "reset" drücken, um die hell summende Festplatte runter zu fahren.

Das ist meines Erachtens eine sehr sehr passende Definition von ADHS (mit Hyperaktivität) ;-)
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Re: Ergotherapie

Beitrag von Stefan SRO » 24. November 2018 07:26

das "H"....
, ist bei mir eher temporär vorhanden. Bis vor 4 Jahren war ich 80% Duracel-Häschen und 20% Trauerklos.
Bis zum Sommer 2018 hat sich das zu 60:40 verschoben. Die ersten Monate nach dem Burny sogar 90% Trauerklos.

Der Eindruck der Ergotherapeutin entsprang wohl eher dem wachen und inhaltsvollen Dialog. Ich kann kaum dosieren, wenn mich ein Thema interessiert.
Das war beruflich lange ebenso. Ich habe Kunden, Kollegen und Geschäftsführer mit meinem Wissen und meinen Gedanken überflutet ohne das zu wollen. Alles was Tagelang zwischen meinen Ohren herum gekullert ist, konnte nun endlich raus.
Da hat mir eine tolle fachliche Karriere ermöglicht, die dann mit o.g. Burny vor 4 Jahren vorbei war.

Seit Diagnose und Medikation scheint das "H" wieder zu zunehmen. Wichtig: ich habe das "H" nur im Kopf. Ich kann sehr lange ruhig sitzen und zuhören, (wenn mich ein Thema fesselt). Wenn mich etwas um- oder antreibt dann sind das Gedanken an etwas, das ich gern machen will oder noch machen muss.

Kurzum: ein Mischtyp.

VG
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