Impulsivität, Diagnosen und Wechsel der Therapieform zur analytischen Psychotherapie?

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herthinhobaer
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Impulsivität, Diagnosen und Wechsel der Therapieform zur analytischen Psychotherapie?

Beitrag von herthinhobaer » 9. Februar 2017 23:23

Liebe Forenmitglieder, ich bitte Euch um ganz ganz viele Rückmeldungen und Hilfestellungen, für die ich mich schon mal im voraus bedanken möchte. Mein Name ist Andreas Scheibner, ich bin 42 Jahre alt und lebe heute in Berlin-Marzahn. Seit frühester Kindheit leide ich unter psychischen Problemen, die ich durch verschiedenste Therapien und Medikamente allerdings nie in den Griff bekommen habe. Dies führte unter anderem im letzten Jahr zu einer Beleidigungsanzeige gegen mich und einem Strafbefehl über 1000 € + Gerichtskosten + Kosten für die 2. Instanz + Kosten für einen Anwalt in der 2. Instanz.

Als ich 1975 geboren wurde, litt ich unter einem Sauerstoffmangel bei und nach der Geburt. In meiner frühen Kindheit war ich sehr häufig wegen verschiedenster Probleme im Krankenhaus unter anderem hatte ich damals eine chronische Bronchitis. 1980 hatte ich 2 Schiel-OP's. 1982 erkrankte ich dann an einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Die ADHS - Problematik zog sich an sich von der 1. bis zur 10. Klasse in den Zeugnisbeurteilungen durch, trotzdem wurde es bei einem 3 jährigen Aufenthalt in der Kinderpsychiatrie in Wülfingerode bei Nordhausen nicht erkannt, eventuell auch deshalb nicht, weil die DDR dieses Syndrom entweder nicht kannte oder aber die entsprechenden nötigen Medis nicht zur Verfügung hatte. In der 5. Klasse unternahm ich meinen ersten Suizidversuch, dem noch ca. 10 weitere folgen sollten. Nach dem Abschluss der 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule der DDR kümmerte ich mich sehr sehr lange überhaupt nicht um die körperliche und seelische Gesundheit, bis ich dann 1994 in die Sozialtherapeutische Einzelbetreuung aufgenommen wurde. Während dieser Zeit kümmerte ich mich allerdings überhaupt noch nicht um irgendwelche Diagnosen. Damit fing ich dann erst im Jahre 2003 an, als ich das erste Mal den Bericht einer Therapeutin der psychosomatischen Klinik des Theodor-Wenzel-Werkes gelesen hatte. Dieser ging von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und einer undefinierten Essstörung aus. Aber nach diesem Aufenthalt kümmerte ich mich dann weitere Jahre nicht um irgendwelche Diagnosen obwohl ich ja eine ambulante Verhaltenstherapie machte. Im Jahre 2007 dann nach einem Aufenthalt auf der Verhaltenstherapiestation der Uniklinik fing ich dann an, mich tatsächlich und bis heute mit meinen Diagnosen zu beschäftigen.

Meine heutigen Diagnosen sind:

1. ADIPOSITAS Grad III
2. Binge – Eating
3. ADHS
4. Emotional-Instabile Persönlichkeitsstörung
5. PTBS
6. Unbewältigte Trauer nach 3 Suiziden und 2 natürlichen Toden im Freundes- und Familienkreis in den letzten 6 Jahren

7. Schwere Depressionen ohne psychotische Symptome

Therapieerfahrungen mit Verhaltenstherapien:

1. 1986 – 1989 Kinderpsychiatrie in Wülfingerode
2. 1992 Aufenthalt in der Pfalzklinik Landeck
3. 2003 Aufenthalt in den Kliniken des TWW- Berlin
4. 2003 – 2004 ambulante Verhaltenstherapie
5. 2004 Kurmaßnahme DBT in Zell am Harmersbach (Verrentung)
6. 2007 Aufenthalt auf der Verhaltenstherapiestation Uni Würzburg
7. 2009 Aufenthalt auf der Verhaltenstherapiestation Uni Würzburg
8. 2012 Aufenthalt auf der Verhaltenstherapiestation Uni Würzburg
9. 2012 Aufenthalt auf der Verhaltenstherapiestation Uni Heidelberg
10. 2012 – 2013 Adula Klinik Oberstdorf
11. 2013 ambulante Verhaltenstherapie
12. 2014 Aufenthalt in der MediClin Seepark-Klinik in Bad Bodenteich
13. 2016 Aufenthalt auf der Verhaltenstherapiestation der Charite CBF
14.2016 – 2017 Aufenthalt in der Verus-Privatklinik für Intensive Einzelpsychotherapie

Und nun fange ich natürlich mal an, vielleicht doch die Therapieform zumindest ambulant mal zu wechseln und denke darüber nach eine analytische Therapie zu machen, da ich ja doch ein einerseits sehr komplexes Krankheitsbild habe und andererseits trotz 60 mg Medikinet adult die ganzen stationären und ambulanten Verhaltenstherapien nix aber auch gar nix gebracht haben. Mein letzter psychosomatischer Krankenhausaufenthalt in der Verus-Privatklinik in Todtmoos hat mich vor allem hierzu bewegt, denn dort war die Therapieintensität sehr sehr hoch und hat mir erstmals wohl auch richtig etwas gebracht, und das war eine Mischung aus verhaltensmedizinischer, analytischer, tiefenpsychologischer und Körperpsychotherapie.Auch ist im nächsten Monat noch eine Rehabilitation in der Klinik Schwedenstein in Pulsnitz (Tiefenpsychologische Ausrichtung) geplant. Ich bitte Euch um Eure Ratschläge dazu, weil ich mir eben

1. nicht sicher bin, ob diese Denkweise richtig ist
2. die Therapieintensität bei einer analytischen Therapie fast genauso hoch ist, wie in der Verus- Klinik
3. im Hinblick auf die vielen Begleiterkrankungen des ADHS. Vor allem der 5. und 6. Punkt
4. Traumatische Erfahrungen in der Familie (Misshandlung durch den Stiefvater, welcher bei der Stasi arbeitete und Aufenthalt in der Kinderpsychiatrie in der DDR)

Vielen lieben Dank für Eure Antworten!!!

Gruß herthinhobaer
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Menolly
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Re: Impulsivität, Diagnosen und Wechsel der Therapieform zur analytischen Psychotherapie?

Beitrag von Menolly » 10. Februar 2017 10:34

Hallo herthinhobaer,
hm... ausschlaggebend würde ich ja deinen Satz hier nehmen..
denn dort war die Therapieintensität sehr sehr hoch und hat mir erstmals wohl auch richtig etwas gebracht, und das war eine Mischung aus verhaltensmedizinischer, analytischer, tiefenpsychologischer und Körperpsychotherapie.
Da macht es wirklich Sinn, auf sein Gefühl zu hören. besonders wenn du deine ganzen Baustellen ansiehst, scheint diese Kombi für dich ja die richtige zu sein.

Also ja, deine Denkweise ist schon ganz richtig.

Liebe Grüße
Menolly
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