LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

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Liane
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LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Liane » 22. Januar 2017 11:47

Hallo,

ich habe bei dem LRS-Institut für meinen Sohn (Bruder von dem ADHS-betroffenen Sohn) eine Bescheinigung für die Schule erbeten, damit er dort zum einen vom LRS-Förderkurs befreit wird und zum anderen einen Nachteilsausgleich erhält. Allerdings ist er ja auch in der Schule getestet worden, so dass die LRS schon festgestellt wurde. Die LRS-Therapeutin unseres Instituts schrieb nun nach einer kurzen Einleitung und folgenden Absatz in der "Teilnahmebestätigung", damit er den Nachteilsausgleich erhält:

"Nach der Feststellung der Testergebnisse durch standatisierte Lese- und Rechtschreibtests war eine intensive Förderung der Lese-Rechtschreibleistung durch eine spezielle, einübende Therapie unbedingt und dringend notwendig. Da die Gefahr bestand, dass sich als Folge der Lese-Rechtscheibschwäche Verhaltensauffälligkeiten entwickeln; bzw. bestehnden Verhaltensauffälligkeiten manifestieren, war es angezeigt, neben den erforderlichen erzieherisch-pädagogischen Maßnahmen eine verhaltenstherapeutische Unterstützung einzuleiten. Prinzipiell beinhaltet das Training in unserem Institut verhaltenstherapeutische Bausteine"

Ich bin ziemlich irritiert oder sehr ich das nur durch die "Mama-Brille"? Mein Großer geht auf die Realschule. Nach der Testung in der Schule war keine zusätzlichen Anträge erforderlich. Er besuchte allerdings auch den LRS-Förderkurs der Schule.

Nun meine Fragen:
1. "...bestehende Verhaltensauffälligkeiten"?: Mein Jüngster hat nur LRS, er hat keine Verhaltensauffälligkeiten, im Zusammenhang mit der LRS-Stunden! Oder muss das darin stehen?
2. Welche "erzieherisch-pädagogischen Maßnahmen" meint sie sinngemäß und wieso diese Kombination der Begriffe?
3. Wieso kann sie eine verhaltenstherapeutische Unterstützung einleiten?
4. Was gehört alles in einen solchen Antrag, damit man den Nachteilsausgleich bekommt?

Es liest sich für mich auch so, als hätte er eine allgemeine Psychologische Testung gehabt und sie habe daraufhin diese Maßnahmen vorgeschlagen...

Danke Euch

Liane
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Roosvelt
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Roosvelt » 22. Januar 2017 14:12

Hallo Liane,

meine Kinder haben beide LRS und Rechenschwäche Therapie. Ein Nachteilausgleich habe ich nie beantragt, da meine Töchter eine Waldorfschule besuchen. Mein Mann ist aber Lehrer am staatlichen Gymnasium und meint, du brauchst nur die Diagnose bei der Schulleitung ein zu reichen mit einer Nachteilausgleich Anfrage. Zumindest ist es in seiner Schule so.

Was die Therapie angeht, ich habe es so verstanden. Es ist nicht, dass das Kind zurzeit tatsächlich Verhaltensauffälligkeiten hätte. Gemeint ist eher, dass Verhaltensauffälligkeiten sich entwickeln könnten falls die LRS nicht rechtzeitig behandelt wird. So wurde es mir im Fall meiner Töchter erklärt.
In sich ist die LRS Therapie also kein globale Verhaltenstherapie. Das heißt, wenn ein Kind wie meine jüngere Tochter Roosvelt tatsächlich Verhaltensauffälligkeiten zeigt, muss dazu eine parallele Therapie statt finden. Das macht meine Tochter bei der Psychiaterin und das brauchst du also scheinbar für deine Sohn gar nicht.
Bei der LRS Therapie werden, so weit ich weiß, nur einzelne Elemente von Verhaltenstherapie eingesetzt um das Lernprozess zu verbessern, mehr nicht. Psychologische Test gehören in der Tat zur LRS Diagnose.

Viele liebe Grüße,
Charlie
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Gutemiene » 22. Januar 2017 19:50

Hallo Liane,

natürlich kannst du auch die LRS-Therapeutin deines Sohns fragen, was sie mit ihren Worten meint.

Vermutlich wird sie dir das erklären, was Roosvelt schon geschrieben hat: Ohne den Zusatz mit der Notwendigkeit, irgendwelche therapeutischen Maßnahmen anzubieten, kann es schwer werden, die Kosten der LRS-Therapie vom Jugendamt erstattet zu bekommen.
Hast du nicht bereits für deinen anderen Sohn eine Maßnahme nach § 35 a usw. bekommen und war es da nach deiner Beschreibung bereits zum "Auslaufen" der Maßnahme gekommen, ohne dass das erklärte Ziel in Sichtweite ggekommen war?
Dann wäre ein Hinweis des LRS-Instituts (es kann sich ja auch um lern- oder arbeitstherapeutische/motivationstherapeutische Maßnahmen handeln) hilfreich, um eine Kostenübernahme für deinen legasthenen Sohn zu bekommen. Oder ist das geklärt? Eventuell wäre es natürlich hilfreich für die Weiterführung der Maßnahme.

Also wollte die LRS-Therapeutin vielleicht nur helfend tätig werden. Möglicherweise jedoch überschätzt sie ihre Kompetenzen auch ganz gewaltig.
In eurer familiären Situation ist man leicht zu verunsichern, nicht wahr?
Evtl. geht eine Abklärung auch telefonisch?, dann hast du es etwas einfacher.

Jetzt zur letzten Frage:
Du stellst den Antrag auf Nachteilsausgleich bei nachgewiesener chronischer Erkrankung oder anderer Behinderung. Diese sollen durch ärztliches Attest belegt sein.
Du solltest auch die Art des Ausgleichs beantragen und den eintrag in die Schülerakte, sonst fängt bei einem Lehrerwechsel manchmal das Spiel von vorne an.
Mögliche Ausgleiche bei Legasthenie sind: Schreibunterstützung z.B. durch Tablet oder Laptop bei Graphomotorikstörung, Zeitzugaben, Berücksichtigug des LRS-Erlass-falls in deinem Bundesland vorhanden -, zurückhaltende Wertung des rechtschreibteils in Deutsch und den fremdsprachen, ggfs. mündliche Prüfung statt schriftlicher Prüfung (Vokabeln). Das sind nur Beispiele, wie gesagt.
Vielleicht gibt es an eurer Schule eine Beratungslehrerin/Lehrer, der euch weiterberaten und betreuen kann.
Meist wird nach 1 Jahr nachgeschaut, ob die Bedingungen für einen Nachteilsausgleich noch vorliegen. Dafür wäre so eine Bescheinigung des LRS-Instituts sehr gut einsetzbar.


Gruß!
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Liane » 22. Januar 2017 21:41

Hallo,

also, habe ich wohl doch eher die "Mama-Verteidigungsbrille" aufgehabt. Die Formulierung erschien mir etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt, für eine LRS-Therapeutin. Aber gut, ich frage mal in der Schule nach, was sie im Detail haben möchten, zumal Sie ihn ja schon getestet haben. Ggf. kann ich eine andere Bestätigung ausstellen lassen. Sie bekommt es ja von uns bezahlt. Interessant fand ich die Aussage, dass LRS-Training bezahlt wird. Ich hatte bei der heilpädagogischen Förderung meines Erstgeborenen mal angefragt, weil er ja auch davon betroffen ist und erhielt die Antwort, dass das "wohl" nicht so ist. Ist das in Baden-Württemberg möglich?

Viele Grüße

Liane
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Roosvelt
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Roosvelt » 23. Januar 2017 07:05

Hallo Liane,

das ist theoretisch möglich aber schwierig zu bekommen. Es geht über die Eingliederungshilfe und muss beim Jugendamt beantragt werden. Dafür braucht man eine Diagnose von einem Psychologe, dass das Kind ohne Hilfe sich in der Gesellschaft nicht richtig integrieren kann. Bei uns ist das Jugendamt total unfreundlich, gar nicht hilfsbereit und besteht auf eine Diagnose beim interne Psy. Wir haben nach 2 Versuche deshalb aufgegeben und zahlen selber. Ich habe in meinem Leben zu oft kämpfen müssen, habe jetzt keine Kraft mehr vor Gericht gegen das Jugendamt zu gehen. Es kann aber sein, dass da wo du wohnst das Jugendamt besser ist.
Wenn du selber zahlst, darfst du aber die Kosten in deiner Steuererklärung vom steuerpflichtig Betrag abziehen. Es gilt als Sonderbelastung. Das machen wir.

Liebe Grüße,
Charlie
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Liane » 23. Januar 2017 15:23

Danke Charlie,

ja, wir zahlen auch selbst. Meinen Sohn jetzt durch die Mühlen des Jugendamtes zu quälen, ohne das ensprechende Gründe vorliegen und sich nun etwas aus den Fingern zu saugen, halte ich für nicht angemessen. So werden wir doch die Kosten weiterhin selbst tragen müssen. Es ist echt wahnsinn, was man dafür zahlen muss. Je nachdem, ob Gruppen- oder Einzeltherapie und wie umfangreich die Wochenstundenanzahl ist, muss man mit 125 bis 210 Euro pro Monat und mindestens 1 1/2 Jahre rechnen. Wenn auch noch, wie bei uns, zwei oder mehr Kinder betroffen sind, braucht man eigentlich nicht mehr in Urlaub zu fahren. :(

Es sind so viele Kinder betroffen, dass LRS-Förderungen automatisch ab Grundschule kostenlos durchgehend in der Schule angeboten werden müsste. Wer eine Bürgerinitiative kennt, der man sich anschießen kann, um das voranzutreiben, sagt mir bitte Bescheid.

Bei uns an der Schule wird es zwei Jahr lang angeboten. In der Realschule zweimal pro Woche morgens, was super ist, weil alle Kinder parallel Förderunterricht haben (Mathe, Englisch, Deutsch, LRS) oder die, die nichts davon benötigen, auch betreuut werden. Im Gymi ist es einmal die Woche am Nachmittag.

Viele Grüße

Liane
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Roosvelt » 23. Januar 2017 16:15

Ja, wie die Familien dadurch belastet sind, ist wahnsinnig.
Nun meiner Meinung nach, die Kosten für die Therapie sind in der Regel angemessen. Die Therapeuten sind selbständig und müssen davon leben können. 125 bis 200€ pro Kind und pro Monat finde ich recht günstig. Früher waren wir in Tübingen, dort hatte die Therapie pauschal 365€ pro Monat und pro Kind gekostet, egal wie viele Mal man tatsächlich dort war. Als es sich heraus stellte, dass das zweite Kind ebenso betroffen war, konnten wir uns die mehr als 800€ im Monat (wenn man die Fahrkosten und das Parken mit rechnet) nicht lang leisten. Wir haben durchgehalten bis wir eine andere gute Therapeutin gefunden haben. Die aktuelle hat ihr Praxis in der Stadt, wo meine Töchter auch zur Schule gehen, also kein Benzin und kein Parkticket mehr. Außerdem ist sie günstiger und flexibler: sie verlangt 40€ pro Therapie Einheit (45Minuten). Ich bezahle also maximal 200€ pro Kind pro Monat.
Wenn ich vergleiche mit dem Gesangunterricht, das eine meiner Töchter bekommt von einem Rock Sänger: 70€ pro Stunde bei ihm gegen 40€ bei der Lerntherapeutin, finde ich passend.

Was aber tatsächlich wahnsinnig ist, ist erstens dass das Jugendamt so viele Macht hat und zweitens das es oft gegen das Interesse des Kindes arbeitet. Außerdem auch das überall gespart wird, vor allem da wo nie gespart werden sollte, sprich bei der Gesundheit und der Ausbildung. Auf Urlaub verzichten zu müssen ist auch ein großer Nachteil für die Kinder: Ferien sind nämlich eine weitere Bildungsmöglichkeit. Das wollen die Entscheidungsträger leider nicht begreifen.

Das mit der Therapiedauer, ich will dich nicht entmutigen, aber ich glaube nicht dass 1,5 Jahre realistisch sind. Natürlich weiß ich nicht wie sehr deine Kinder betroffen sind aber bei mir ist es so, dass meine Töchter schon 4 Jahre Therapie hinter sich haben und sie immer noch brauchen :?
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Liane » 23. Januar 2017 21:25

Ja, dass glaube ich auch nicht, dass es mit 1 1/2 Jahren getan ist, weil er ja kein Einzeltraining hat, sondern nur Gruppe, aber die Hoffnung stirbt zuletzt :-). Wahnsinn! 800 Euro. Wer hat denn so viel Geld "übrig". Es ist wirklich heftig, dass man damit alleine gelassen wird.

Viele Grüße

Liane
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Gutemiene » 24. Januar 2017 22:27

Eine relativ neue Initiative: (bitte nachgooglen)
Laslegas (Raum Düsseldorf)


und noch
Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL)
sowie
Legakids

Weitere Links unter BVL, nach Bundesland gesondert aufgeführt.
Wichtig sind noch: Leitlinien der AWMF zur Legasthenie
und
"Handreichung" zur Legasthenietherapie bei Beachtung des § 35a KJHG


Ein diagnostizierender Arzt ODER Psychotherapeut für Kinder & Ju. mit besonderer Erfahrung bei Legasthenie muss den Eltern auf Antrag beim §35 a genannt werden. Die Eltern dürfen dann einen von mehreren genannten aussuchen oder ihren eigenen Arzt nennen.
Kosten für Lega-Therapie werden übernommen bei seelischer Beeinträchtigung (deshalb vielleicht die seltsame Bemerkung - oben - der Therapeutin !) oder drohendem seelischem Leiden wegen der Rechtschreibstörung/Rechenstörung.

Also, überlegt euch noch mal, ob ihr Vater Staat nicht doch noch an den Kosten beteiligen möchtet. Immerhin ist es ja eigentlich Aufgabe der Schulen, den Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. Deshalb ist es eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, einer Legasthenie zu begegnen. Ich finde, wir Eltern leisten schon einen großen Beitrag bei der Erziehung der kommenden Generation.
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Gutemiene » 24. Januar 2017 22:38

Ach ja, ich habe als Mama mit den Jungs trainiert, Förderunterricht in der Schule eingefordert, 3 Jahre und 3 Monate außerschulischen Förderunterricht bei einem L.O.S.-Institut bezahlt und unzählige Beleidigungen, Verdächtigungen und Herabsetzungen von meinen Söhnen abgewehrt.
Es gab auch ein paar nette Lehrkräfte, sonst hätte ich irgendwann Bomben geschmissen, glaub' ich.
Dann habe ich eine Beratung durch den BVL bekommen und den Antrag auf Förderung nach §35a gestellt. Wieder Spießrutenlauf, diesmal durch das Jugendamt. Dann Diagnostik (nach inzwischen 4 Jahren Förderung), die zuerst "Rechtschreibschwäche" ergab, bis ich auf die Barrikaden ging.
Wenn er nach so langer Förderzeit keine Fortschritte gemacht hätte, wäre das doch sehr, sehr unglaubhaft gewesen. Dann erst bekam "ich" die Diagnose einer LRS (dazu müssen zwei Kriterien erfüllt sein: Die Intelligenz muss so gut sein, dass die fehlerhafte Rechtschreibung nicht auf kognitive Schwächen zurückgeführt werden kann, und die Fehleranzahl muss höher liegen, als sie nach Alter, Schuljahr und Intelligenzquotient zu erwarten gewesen wäre).

Es gibt übrigens auch eine Rehaklinik, die sich auf Legakids spezialisiert hat. Müsste nur sehr sehr lange wühlen, bis ich den Link dazu finde (mein eigenes ADS/Messiesyndrom steht zur Zeit dagegen :oops: ).
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Gutemiene » 25. Januar 2017 19:27

Wenigstens etwas habe ich inzwischen zusammengekratzt:

http://schule-bw.de/schularten/sondersc ... en/35a.pdf

https://www.anwalt.de/rechtstipps/-a-sg ... 13973.html

https://www.bvl-legasthenie.de/bundesve ... aende.html



Im ersten Link steht zwar "Autismus", es gilt aber für alle "Besonderheiten" bei Ki & Jugendlichen.

LGruß!
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Liane » 28. Januar 2017 09:29

Gutemine, ich bin überwältigt. Du bist ja eine Kämpferin 1. Ranges und hast meine wertschätzende Anerkennung. Wahnsinn, was Du geleistet hast. Ich muss mich erst einmal intensiv mit all' Deinen tollen Tipps und HInweisen beschäftigen. Was Du für Vorarbeit geleistet hast!!!! Toll! :stolz:

Du hast recht, mit Deinem Statement, die Schule ist dafür verantwortlich, unseren Kindern Lesen und Schreiben beizubringen. Das wäre auch mein Wunsch, auch im Hinblick drauf, dass mein Sohn bis zur Umsetzung wahrscheinlich schon eigene Kinder hat ;) . Auch
Individuelle Lernkonzepte müssten selbstverständlich sein. Der angebotete Förderunterricht in den Schulen (jedefalls bei uns), ist wie ein methodisch-didaktisches "Gießkannenprinzip" gestaltet und hat somit meines Erachtens kaum Lerneffekt für den Einzelnen.

Danke für Deine Mühe

Liane
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Re: LRS-Therapie = auch Verhaltenstherapie?

Beitragvon Gutemiene » 28. Januar 2017 19:09

Liebe Liane,

vielen Dank für deine warmen Worte! So viel Lob und Anerkennung hatte ich gar nicht erwartet, tut natürlich doppelt gut :)

Aber es ist doch sicher für viele Eltern, die hier auch schreiben und mitlesen und mitberaten, der normale Schul-Alltags-Wahnsinn, den ich beschrieben habe.

Ich habe im letzten Frühjahr an einer Veranstaltung zu Autismus ( ist ja oft Ko-Morbidität bzw. manchmal nicht klar abgrenzbar von ADHS, wie bei uns z.B.) im NRW-Landtag teilgenommen. - Bevor jemand Schnappatmung bekommt: Passiv! -
Es war sehr informativ, aber auch an wenigstens einem Punkt traurig: Viele Eltern, die ein Kind mit ADHS/Autismus bekommen, schließen danach ab mit der Familienplanung!

Ein solches "besonderes" Kind kann - auch wenn es gut intelligent sein sollte - alle Ressourcen einer Familie aufbrauchen, aber das geschieht teilweise auch deshalb, weil die offiziellen Stellen wie KiGa/KiTa, Schule, Sportverein, Jugendamt, Versorgungsamt (Schwerbehindertenausweis) und Krankenkassen so unbeweglich, langsam und teils sogar hemmend sind.Leider manchmal auch die Ärzte.

Noch immer lerne ich dazu, aber ich gebe auch gerne das Ergebnis meines "privaten Feldzugs" an andere interessierte Eltern weiter.

http://www.legakids.net/

Ist auch für Lehrer und für Eltern geeignet!!!
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:

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