Wer hat Erfahrung mit einer Schulbegleitung?

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Mila_mutig
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 17. Januar 2017 21:48

Wer hat Erfahrung mit einer Schulbegleitung?

Beitragvon Mila_mutig » 18. Januar 2017 00:13

Hallo liebe Leute :)

Bin ganz neu hier :mrgreen:
Und unter anderem, es könnte sein, nach vielen weiteren Baustellen nehmen wir auch das mit dem ADHS weiter unter die Lupe...

Vorweg: ich brauche dringend Rat von erfahreneren Eltern! :roll:
Ich bin sauer und enttäuscht, versuche klar und sachlich zu bleiben. Als hätte man nicht schon genug zu tun...

Ich habe einen 7-jährigen Sohn dem eine pädagogische Fachkraft zugesprochen wurde. Er hat eine ganze Wagenladung Pakete (körperlich wie psychisch) zu tragen und wir haben endlich, nach 4 Monaten, die ersten Bewerber zum Gespräch eingeladen. Natürlich in der super speziellen Schule (10 Kinder, 1 Leher + 1 Pädagoge) inkl. Probetag.

Ich bin heilfroh, nicht zuletzt weil mein Sohn durch Aufsichtspflichtverletzung während der Pause und heftigen Schlag mit einem Metallrechen eine bleibende Narbe im Gesicht davon getragen hat was als völlig normal hingestellt wurde oder gezwungen wird zu essen.

Nun meine Frage, da die Bewerberin, die für uns/ihn passend war (!) von der Schule abgelehnt wurde:

- Welche Aufgaben hat so eine Schulbegeitung denn praktisch?
Theoretisch sind sie MIR klar. (Hoffe ich doch...? :? ) Anscheinend hat da nämlich die erfahrene Schulleitung völlig andere Vorstellungen wie z.B. Wikipedia und Co.
Auch die vermittelnde Organisation sitzt schon mit im Boot, als wäre jung und alleinerziehend gleich nicht entscheidungsfähig!! Darum, wie ist es denn in der Praxis?

- In wie weit hat die Schule da ein Mitspracherecht um lediglich von ihrem "Hausrecht" Gebrauch zu machen?
Immerhin darf sie sich eine SB rechtlich gesehen ja gar nicht um andere Kinder kümmern und soll sich eher im Hintergrund halten, ist also keine weitere Fachkraft für die ganze Klasse und hat so auch nicht mehr mit der Schule zu tun als mit den Eltern oder?

- Wie oder wann arbeiten denn Schulbegeitung und Schule zusammen?

- Und darf eine Schulbegeitung einfach so auch als Schulwegsbegleitung (mit)eingesetzt werden da sich das bei meinem Sohn wg den anderen Kindern im Bus leichter "anknüpfen" lässt?

- Grund der Ablehnung übrigens: mein Sohn sei bevorzugt worden und man suche eher jemanden fürs Team (???) Hab ich da jetzt was falsch verstanden? Ist eine Schulbegeitung nicht in jedem Punkt ein Vorzug, theoretisch?

- Die Schule hat die Bewerberin gleich direkt bei der Organisation die sie uns vorgestellt hat nach dem Probetag abgelehnt, ohne noch mit mir vorher zu sprechen, wer hat denn da jetzt das sagen? Ich bin damit jedenfalls nicht einverstanden!

- Was sind ganz klar meine/unsere Rechte?

- Es ist dringend. Mein Sohn hat auch durch Chemotherapie eine Darmschädigung, mehrere Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Enkopresis. Er wechselt seine Kleider/teilweise auch Windel selbst im Schulklo und braucht dringend Unterstützung.
Es zehrt eh schon an den Nerven, an der Psyche des Jungen und die betonte "Zeit" in den nächsten Wochen weitere Bewerber vorzuladen, wie von der Schule behauptet, haben wir meiner Meinung nach nicht! Wir, vor allem mein Sohn, sind mit der letzten Bewerberin völlig zufrieden. Ist es normal dass die Schule da so mitmischt? Immerhin ist es ja ein Vertrag zwischen der Schulbegleiterin und uns?

- Was gibt es zu beachten, was muss ich mir alles gefallen lassen und was darf ich mir auf keinen Fall gefallen lassen?

- Wie sind eure Erfahrungen mit Schulbegeitungen ganz allgemein?

Freue mich auch riesig auf eure Meinungen und TIPPS!!!

Fühle mich überrollt, hintergangen und total frustriert... Wer hatte auch schon mal so massive Probleme oder Unstimmigkeiten mit der Schule? Wie lässt sich das am schonensten lösen?

Ich hoffe mein Problem ist für euch ersichtlich und ihr versteht meine Angst und meinen Zorn darüber.
Ich weiß nur nicht ob ich überreagiere?

Gleich die Schule wechseln... :lol:

Vielen Dank und liebe Grüße

Mila
Mila_mutig
Forummitglied
Beiträge: 2
Registriert: 17. Januar 2017 21:48

Re: Wer hat Erfahrung mit einer Schulbegleitung?

Beitragvon Mila_mutig » 18. Januar 2017 00:16

Man merkt schon es gibt bereits ganz allgemein Unstimmigkeiten mit der Schule :|
Benutzeravatar
Sheherazade
Foruminventar
Beiträge: 2550
Registriert: 19. Februar 2012 16:20

Re: Wer hat Erfahrung mit einer Schulbegleitung?

Beitragvon Sheherazade » 18. Januar 2017 09:37

Mila_mutig hat geschrieben:Ich habe einen 7-jährigen Sohn dem eine pädagogische Fachkraft zugesprochen wurde.

Von wem, bzw. welchem Amt nach welchen Paragraphen und wegen welcher Einschränkung deines Kindes?

Er hat eine ganze Wagenladung Pakete (körperlich wie psychisch) zu tragen und wir haben endlich, nach 4 Monaten, die ersten Bewerber zum Gespräch eingeladen. Natürlich in der super speziellen Schule (10 Kinder, 1 Leher + 1 Pädagoge) inkl. Probetag.


Warum in der Schule? Unsere "Vorstellungstermine" fanden bei uns zu Hause statt, schließlich müssen in erster Linie Kind und SB (und Eltern) einen Draht zu einander finden.

Nun meine Frage, da die Bewerberin, die für uns/ihn passend war (!) von der Schule abgelehnt wurde:

- Welche Aufgaben hat so eine Schulbegeitung denn praktisch?
Theoretisch sind sie MIR klar. (Hoffe ich doch...? :? ) Anscheinend hat da nämlich die erfahrene Schulleitung völlig andere Vorstellungen wie z.B. Wikipedia und Co.
Auch die vermittelnde Organisation sitzt schon mit im Boot, als wäre jung und alleinerziehend gleich nicht entscheidungsfähig!! Darum, wie ist es denn in der Praxis?


Was heißt "vermittelnde Organisation", bekommt ihr die Schulbegleiter von einem Verein gestellt? Normalerweise sollte dieser Verein aber mit den Eltern im Konsens sein. Unser letzter und bester Schulbegleiter war übrigens auch jung (21 Jahre alt), zwar nicht alleinerziehend, aber "nur" gelernter Ergotherapeut. Er hat unseren Jüngsten (Autist mit ADHS) 3 Jahre allerbestens begleitet.

- In wie weit hat die Schule da ein Mitspracherecht um lediglich von ihrem "Hausrecht" Gebrauch zu machen?


Kommt darauf an, wie du meine erste Frage beantwortest.

- Grund der Ablehnung übrigens: mein Sohn sei bevorzugt worden und man suche eher jemanden fürs Team (???) Hab ich da jetzt was falsch verstanden? Ist eine Schulbegeitung nicht in jedem Punkt ein Vorzug, theoretisch?


Nicht theoretisch, auch nicht in der Praxis. In erster Linie ist eine Schulbegleitung wie ein Nachteilsausgleich zu sehen und nicht als Bevorzugung. Das haben allerdings bei uns auch so einige Eltern anders gesehen.Auf keinen Fall ist eine Schulbegleitung ausschließlich ein verlängerter Arm der Lehrkräfte.

- Die Schule hat die Bewerberin gleich direkt bei der Organisation die sie uns vorgestellt hat nach dem Probetag abgelehnt, ohne noch mit mir vorher zu sprechen, wer hat denn da jetzt das sagen?


Auch die Antwort hängt davon ab, wie du meine erste Frage beantwortest. In der Regel sind die Eltern Antragsteller beim Sozial- oder Jugendamt für das Kind und erhalten auch den Bewilligungsbescheid. Somit ist die Schule nur peripher mitspracheberechtigt.
Natürlich muss es irgendwie passen, ein Schulbegleiter hat einen permanenten Drahtseilakt zwischen KInd/Schule/Eltern zu vollbringen ohne dabei die Interessen des Kindes aus den Augen zu verlieren.
Gutemiene
Pagemaster
Beiträge: 150
Registriert: 21. Dezember 2016 11:50

Re: Wer hat Erfahrung mit einer Schulbegleitung?

Beitragvon Gutemiene » 19. Januar 2017 20:05

Hallo Mila,

das hört sich für mich wie eine Reaktion einer Privatträger-Schule an, die sich Eltern, Kinder und andere Angestellte (!!!) aussuchen will.
Da die betroffenen Kinder ein Anrecht auf inklusive Beschulung haben und dem Grundgestz nach keine Diskriminierung wegen einer Behinderung vorgenommen werden darf und die Fachkraft für die Schulbegleitung in allererster Linie für das Kind da sein soll, kann ich mir die Reaktion der Schule überhaupt nicht bzw. nur mit profundem Unwissen erklären.

Die Aussage seitens der Schule, dass die Person mehr "ins Team passen" soll, ist ebenfalls einfach nur doof ! (Sorry) Eben das sollen I-Helfer nicht, nämlich Aufgaben der Lehrkräfte übernehmen, auch wenn es de facto der gesamten Klasse gut tun kann, wenn jemand beim Strukturieren einzelner SchülerInnen hilft.

Ob die Schulwegbegleitung mit vom I-Helfer übernommen werden kann, hängt von eurer Vereinbarung bzw. von der Kostenzusage ab. Bei manchen Kindern ist die Wegbegleitung bitter nötig, bei anderen hilft es mehr, wenn die volle Stundenzahl vom I-Helfer abgedeckt wird, andere wiederum bekommen einen Freizeitbegleiter zusätzlich bezahlt.

Mein Rat lautet, dich vor Ort mit der genehmigenden Stelle flott auszutauschen über die Befugnisse, die die Schule hat.
Grundsätzlich ist natürlich informative, gewaltfreie Kommunikation das beste Mittel,um Unstimmigkeiten zu beseitigen, aber es gibt auch Rechtsansprüche, s.o. (zum Beispiel.Der Bundesverband ADHS wird evtl. noch mehr dazu wissen. Vielleicht gibst du deine Frage auch noch in eine Suchmaschine, es gibt bestimmt noch mehr Infos über die letzten Jahre dazu).

Es hat sich oft bewährt, vor dem ersten Einsatz des Schulbegleiters auf einem Elternabend allgemeine Infos an die anderen Eltern abzugeben. Manche empfinden eine Schulbegleitung als "Bevorzugung". Hoppla - möchten diese Eltern auch einen Rollstuhl für ihr Kind, nur weil eines der anderen Kinder einen Rolli benötigt?!?!
Ich glaube wohl kaum...!

Bleibt am Ball, es lohnt sich

Lieben Gruß
Gutemiene (auch zum bösen Spiel:)...)
"Mach' GUTEMIENE zum Besenspiel" :lol:

Zurück zu „ADHS - Therapien*“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 24 Gäste