Reha Widerspruch abgelehnt

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emily03
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Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 17. Februar 2016 18:45

Hallo zusammen ,

keine Ahnung ob das hier richtig ist , muss mir aber mal Luft machen.

Nach einem stationären Aufenthalt unseres Sohnes( damals 19J, jetzt 20 ) ( Depressionen , Ängste ) , wurde von der Klinik eine
berufliche Reha vorgeschlagen , das war im Oktober.

Haben dann passende Klinik gefunden , Gespräch mit Therapeuten dort , diese stimmen der Behandlung zu.
Wartezeit mittlerweile bis Juni 2016.

Erster Antrag gestellt , mit Schreiben vom Jugendpsychiater , LWL-Klinik und Mitarbeiter der Rehaeinrichtung - abgelehnt.
Widerspruch eingereicht , mit Schreiben vom behandelnden Jugenpsychiater  ( leider nicht mehr von der Klinik , die haben
sich einfach nicht mehr gemeldet obwohl wir es oft versucht haben , aber immer nur vertröstet wurden )

Widerspruch jetzt erneut abgelehnt , Begründung , ambulante Therapie reicht und unser Sohn sei ja nicht !!! in fachärztlicher
Behandlung , dann kann es ja nicht so schlimm sein  ( steht da wirklich so drin ) und andere Therapien hätte er ja auch noch nicht
gemacht.

Sohnemann ist seit seinem 6.Lebensjahr beim Kinder - und Jugenpsychiater in Behandlung und dieser ist ja auch noch für einen
20 jährigen zuständig .  :grübel:
Er hatte Ergotherapien , Neurofeedback , Aufenthalt Tagesklinik , Psychotherapie , stationäre Behandlung und regelmäßige
Besuche bei seinem Psychiater.

Ambulante Therapien sind hier zur Zeit nicht möglich , er kommt nichtmal auf Wrtelisten , haben bei der Kassenärztlichen
Vereinigung angerufen und Vorschläge abtelefoniert , kein Termin . ( zumindest keine die für unseren Sohn erreichbar wären )
Wir fahren zum Psychiater schon immer 50km.

Aber in einem Gutachten zu lesen unser Sohn ist ja nicht in fachärztlicher Behandlung , da fällt mir nichts mehr zu ein.
Wollen die einen ver..... ,  :kk:

Wenn wir jetzt wieder einen Widerspruch einlegen , vergehen noch mehr Wochen , und die erneute Absage gibtunserem Sohn
wieder einen Dämpfer , er will ja Hilfe.

Er ist jetzt für eine Tagesklinik auf einer Warteliste !!!

Sorry,  langer Text , aber ich fühle mich hilflos , vor allem bei solchen Gutachten .

Vielleicht gibt es hier jemanden der noch eine Idee hat .
Was macht z.B. der sozialpsychiatrische Dienst eines Gesundheitsamtes ? Gibt es Möglichkeiten Hilfe
vom Jugenamt zu bekommen wegen  drohende seel. Behinderung.

Seit letzten Sommer ist Sohn krankgeschrieben , hatte eine schulische Ausildung angefangen, war dann aber nicht
mehr hingegangen.

Dankeschön

LG emily 03
Ilayda
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von Ilayda » 17. Februar 2016 18:53

Widerspruch geht eh nicht mehr, da hilft nur eine Klage beim Sozialgericht.

Das wird ohne Fachanwalt schwierig werden und "aus der Ferne" (also quasi hier im Forum) da ne Begründung abliefern ist auch schwierig.
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emily03
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 17. Februar 2016 19:24

Laut KK geht unser erneuter Widerspruch dann zur Hauptgeschäftsstelle der KK ,
Laut Mitarbeiter dauern die Überprüfung da noch länger.

Therapeuten könnte die KK uns übrigens auch keine nennen.

Wahrscheinlich müssen wir dann jetzt auf den Platz in der Tagesklinik warten und dann einen neuen Antrag stellen .

Das wird wieder Wochen dauern .
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Roosvelt
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von Roosvelt » 17. Februar 2016 19:35

Ich würde mich an euer Stelle einen Anwalt auf jeden Fall suchen.

LG,
Charlie
Mist! Ich habe mein Einhorn im Raumschiff vergessen :o
Eule
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von Eule » 17. Februar 2016 19:56

Sozialpsychiatrischer Dienst ist reegional  sehr unterschiedlich fit. Würde ich  auf  jeden Fall probieren. Manchmal haben die auch Möglichkeiten einen Akuttermin zu organisieren  oder sie haben eigene Sozialarbeiter bzw gute Kontakte zu kompetenten Beratungsstellen die wenigstens im Kampf mit den  Anträgen  unterstützen können. 

Anrufen, möglichst konkret schildern  welche Hilfe ihr braucht,  was und  wo ihr schon  versucht habt, fragen wer und wo sonst noch  unterstützen kann.

Und  wenn da erst mal nur ein paar Termine mit einem Sozialarbeiter bei raus kommen  oder vielleicht ein offener Nachmittagstreff in einer  Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen.  Das ersetzt  keine Therapie -  aber es hilft  vielleicht die Zeit bis es eine gibt zu überbrücken und zu verhindern dass Rückzugstendenzen etc die ja  typisch für Depris und Ängste sind sich weiter verstärken.
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emily03
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 17. Februar 2016 20:09

Danke , dass hört sich doch ganz gut an.


Mit Anwalt wäre erst wenn die Hauptstelle auch ablehnt , und das wird alles sehr lange
dauern . Unser Sohn braucht aber möglichst schnell Hilfe.
Trotzdem Danke
Ilayda
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von Ilayda » 17. Februar 2016 20:58

Hi, Emily.
Sorry, dass ich eben so kurz angebunden war, ich hatte noch einen Termin. Hätte vielleicht lieber nichts geschrieben und dann jetzt erst richtig...  :schäm:

Also, der Rechtsweg in Deutschland ist da einheitlich und darum wundert mich das Vorgehen ein bisschen...

Die Krankenkassenrechtlichen Angelegenheiten werden im SGB V geregelt. "Eingerahmt" werden die speziellen Sozialgesetzbücher vom SGB I (allgemeiner Teil, der für alle Sozialgesetzbücher die Strukturen regelt) und SGB X (Sozialverwaltungsverfahren wird hier geregelt).

Wenn Dir ein Antrag abgelehnt wird, dann ist das ein Verwaltungsakt (§§ 31 ff SGB X). Gegen diesen gibt es den Rechtsweg. Das ist in der ersten Instanz der Widerspruch, falls dieser abgelehnt wird, dann steht der Klageweg bei der Sozialgerichtsbarkeit offen. Da gibt es keinen Anwaltszwang, es hilft aber ungemein, da die Anwälte sich in der aktuellen Rechtsprechung und damit auch in der Begründung der Klage besser auskennen.

Hier mal ein schematischer Ablauf des Rechtsweges:
http://www.sozialleistungen.info/medien ... recht.html

Da Du jetzt heute nachmittag meintest, dass der Widerspruch schon abgelehnt wurde, bleibt nur die Klage. Unter dem Widerspruchsbescheid müsste auch eine Rechtsbehelfsbelehrung stehen, falls Du magst, kannst Du mir die ja mal hier eintippen, dann schau ich mir das mal an.

Es kann halt sein - wenn die Dir mündlich eine falsche Auskunft geben - dass Du die Klagefrist verpasst und danach kannst Du nur noch neu beantragen. Das verlängert das Verfahren unter Umständen massiv. Um Deinem Sohn schnell zu helfen, kann es daher sinnvoll sein, sofort zu klagen, anstatt sich da in die Behördenmühle zu geben.

Lieben Gruß
Susanne
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 17. Februar 2016 21:21

Hallo Susanne

Gerne , bin für jede Hilfe dankbar . Stutzig gemacht hat mich auch , dass der Mitarbeiter am Telefon meinte , wir bräuchten nicht nochmal schriftlich antworten.

" Informieren sie mich in den nächsten drei Wochen darüber , ob sie die empfohlenen Alternativen In Anspruch nehmen oder ob Sie Ihren Widerspruch aufrecht erhalten wollen.
Haben Sie noch Fragen ."

Hatten wir , Alternative 1:ambulante Therapie - können sie uns auch keinen Therapeuten nennen
Alternative 2 : betreutes Wohnen - ergibt für die Behandlung von Depressionen und Ängsten , für unseren Sohn , keinen Sinn.

Darauf , dass die Aussagen des Gutachters schlicht falsch sind , zudem die KK ja auch die Kosten für den Psychiater und Behandlung übernehmen ,wurde nicht geantwortet.

Dann wurde und gesagt , dass ginge jetzt zur Haupgeschäftsstelle.
Wir werden aber trotzdem schriftlich noch Stellung nehmen.
( wir haben eine Vollmacht unseres Sohnes , so dass wir den Kontakt zur KK haben )

Vielleicht kannst du damit ja etwas anfangen.

LG Emily
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 17. Februar 2016 21:26

Danke auch für den Link.  Werde ich mir morgen in Ruhe ansehen.
Darf mich jetzt um mein krankes Töchterchen kümmern.
Ilayda
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von Ilayda » 17. Februar 2016 22:11

Ja, jetzt seh ich klarer.

Also, Euer Widerspruch ist noch nicht abgelehnt, die Krankenkasse "droht" Euch aber damit. Sie gibt Euch aber gleichzeitig nochmal die Möglichkeit, die Ansicht der Krankenkasse zu entkräften.

Ich würde an Eurer Stelle
* den zeitlichen Verlauf und die bisher in Anspruch genommenen ambulanten Therapien nochmals auflisten

* den behandelnden KJP nochmals namentlich benennen und darauf verweisen, dass es sich hierdurch selbstverständlich um eine fachärztliche Behandlung handelt

* Betreutes Wohnen hat mit einer medizinischen Behandlung nichts zu tun und sollte beim Sozialhilfeträger beantragt werden ist auf jeden Fall etwas komplett anderes (SGB XII; hier: §§ 54 ff, also Eingliederungshilfe bei seelischer Behinderung)

* nochmal auf das Gutachten des Therapeuten verweisen, der offensichtlich eine medizinische Behandlung für sinnvoll erachtet hat und nicht eine Eingliederungshilfe vorrangig angesehen hat.

Das wäre, was ich raten würde.
Lieben Gruß
Susanne
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 18. Februar 2016 07:59

Guten Morgen !

Danke Susanne , das werde ich auf jeden Fall so machen und gleich ein Schreiben erstellen.
Aus der Klinik , in der er stationär war , wurde diese Therapie ja auch vorgeschlagen.

Liebe Grüße
Emily
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von emily03 » 19. Februar 2016 08:50

Hallo ! :)

Schreiben ist raus , bin gespannt wie es weiter geht .

Gestern rief noch eine Mitarbeiterin der KK an , dass unser Sohn natürlich bis zum 21.Geburtstag beim Jugenpsychiater behandelt werden kann , auf Antrag auch länger.
Hab mich bedankt aber gesagt , dass es dem Gutachter scheinbar nicht bekannt ist .

Gestern kam aber auch ein Anruf aus der Tagesklinik , dass unser Sohn Anfang März aufgenommen wird .Das freut uns , den dann geht zumindest die Behandlung weiter .

LG Emily
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Re: Reha Widerspruch abgelehnt

Beitrag von Alina Licht » 21. Februar 2016 12:01

Hallo Emily!
Das klingt doch schon mal nach einem guten Anfang.
Wünsche euch viel Glück. Das wird schon!  :zwink: :wu:
Liebe Grüße, Alina
Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden! ;)

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