Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

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Kerstin
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Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Kerstin » 6. April 2012 15:10

Hallo

Eine Frage, wer hat schon mal eine Therapie gemacht? Unsere Therapeutin bot mir diese Neurobiofeedback-Therapie an. Unser Sohn macht bei ihr eine Verhaltenstherapie (seit 1 Jahr) und weil seine aggressiven Handlungen im letzten viertel Jahr zunahmen, machte sie mir diese Vorschlag, mit ihm eine Therapie anzufangen. Die Therapie würde dreimal die Woche je 20 Minuten stattfinden.

Die Therapeutin ist mir .... naja ja, sie sagt halt in jedem Elterngespräch mehrmals, dass unser Sohn mir sehr ähnlich ist.
Was meint ihr soll ich mich auch testen lassen? Ich komme aber echt gut im Leben klar.

Die Therapeutin zieht mich echt immer sehr nach unten. Wenn ich über Probleme spreche, bekomme ich nur so Antworten wie: Naja ja, sie müssen noch mit mehreren solchen Dingen rechnen. Letzt sagte sie sogar, sie müssen auch damit rechnen, dass ihr Kind einmal ein Auto zerkratzt und die Polizei vor der Türe steht.
Wenn man eh schon am Ende ist und dann noch von einer ausgebildeten Fachkraft solche Kommentare   :confused:


Da es aber bei uns in der Gegend leider nur wenige Therapeuten gibt ( und wenn dann mit einer ewig langen Wartezeit) Werden wir bei ihr bleiben müssen, Unser Sohn geht gerne zu Ihr.

DANKE UND ADE Kerstin
Zuletzt geändert von Kerstin am 15. April 2012 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
Kerstin
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Re: Neurobiofedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Kerstin » 14. April 2012 14:55

Hallo ihr ALLE :winken:, kennt wirklich niemand die Neurofeedback Therapie

oder hat diese sogar schon gemacht.

Ich hoffe auf Antwort

            DANKE Kerstin  :winken:
Zuletzt geändert von Kerstin am 15. April 2012 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Neurobiofeddback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon No User » 14. April 2012 15:36

Neurofeedback haben zwei meiner Kinder gemacht.

Neurobiofeedback sagt mir aber nichts.

"Biofeedback" ist eher als Scharlatanerie bekannt, ohne wissenschaftlichen Wirkungsnachweis. Das hat vor allem damit zu tun, dass man es sich dabei zu einfach macht. Einfach nur Hautwiderstand messen ist zu ungenau, um den Zustand der Aufmerksamkeit festzustellen, feuchte Hände sind eher ein Zeichen von Aufregung,...

Es gibt aber das relativ neu auch seriös wissenschaftlich untersuchte Neurofeedback. Dabei wird ein EEG abgeleitet oder mindestens eines, das sich auf die Elektroden an den Schläfen beschränkt. Aus den EEG-Daten kann die Software in Echtzeit Marker für den Stand der Konzentration ermitteln und mit der Steuerung der eigenen Konzentration steuert der Patient ein einfaches Computerspiel.

Das hat tatsächlich einen Trainingseffekt und hilft, die Steuerung der Aufmerksamkeit zu verbessern.

Leider bleibt diese Verbesserung ohne regelmäßige Auffrischung im Alltag nicht sehr lange erhalten.

Weil sich die patentierten Geräte nebst Software gut verkaufen lassen und auch die Therapie damit, wird Neurofeedback gelegentlich mit etwas zu optimistischen Versprechen vermarktet. Das tut der Neurofeedbacktherapie unrecht, denn dann ist ja Enttäuschung vorprogrammiert. Wenn man aber nicht gerade erwartet, das könnte z.B. Medikation ersetzen oder so, dann kann diese Therapie durchaus einen hilfreichen Beitrag leisten.

Meine Kinder fanden die Sitzungen etwas anstrengend und langweilig, aber das sollte kein Hinderungsgrund sein.

LG
Steffchen
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Re: Neurobiofedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Kerstin » 14. April 2012 18:13

Hallo Steffchen,
ja sorry, die Therapeutin sprach von Neurobiofeedback, ich fand darunter auch nichts.
Sie hatte jetzt Urlaub.

Du schreibst, dass deine beiden Kinder diese Therapie machten.
Wie alt waren deine Kinder da?
Hat es irgendwie was bewirkt?
Die Therapie soll 3 mal die Woche stattfinden und ich befürchte, dass es sehr stressig wird.

So wie ich diese Sache lese hat es ja nur mit der Konzentration zu tun- ODER?
Wir haben aber mit Aggressionen zur Zeit Probleme. In diesem Zusammenhang kann ich gar nichts finden.

Wenn du noch was dazu schreiben kannst wäre ich sehr dankbar.

Ade freue mich von dir zu lesen :winken: Kerstin
Zuletzt geändert von Kerstin am 15. April 2012 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
Falschparker
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Re: Neurobiofeddback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Falschparker » 14. April 2012 23:45

Das sehe ich auch so, ist doch eher für die Konzentration bzw. Aufmerksamkeit, aber weniger gegen Impulsivität. Vielleicht kann Steffchen dazu noch etwas schreiben?

Nein, wenn sie dich runterzieht solltest du ihr das deutlich sagen. Das stimmt schon, dass Eltern von ADHS-Pubertierenden, v. a. wenn sie zu Aggressivität neigen, einige schlimme Dinge erleben können. Was wir mit unserem Sohn zur Zeit mitmachen ist viel schlimmer als zerkratzte Autos, leider.

Aber sorry, ich möchte nicht noch mehr in diese Kerbe hauen. Wichtig ist ja nicht, wie schlimm die Pubertät wird, sondern dass man sie unbeschadet übersteht.

Wenn wir wüssten, dass die Probleme unseres Sohnes nach der Pubertät besser sind, wären wir beruhigter. Das kann bei seiner Grundstörung (ich meine nicht die ADHS, die ist ja Peanuts) nur leider niemand sagen.  :baw:

Wenn die Therapeutin Verhaltenstherapie macht, gehört das Thema Aggression doch eigentlich dort hin, oder?
<><
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Re: Neurobiofeddback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon No User » 15. April 2012 10:39

Söhnchen war beim ersten Mal 6 3/4 und beim zweiten Mal 9 1/2. Die eine Tochter hatte mit knapp 11 das Vergnügen. Während Söhnchen noch mit Mama verreist ist (die bei beiden Reha-Aufenthalten dabei war, in deren Rahmen Neurofeedback gemacht wurde), konnte ich meine Töchter zu ihren Erfahrungen damit interviewen. Naja, Sohnemann ist da sowieso nicht so auskunftsfreudig. Meine Große konnte da auch einiges dazu beisteuern, nicht als Betroffene, sondern weil sie als junge Erwachsene Kinder in einem ADHS-Camp betreut hat, wo auch Neurofeedback gemacht wurde. Und natürlich hat sie bei der Gelegenheit das auch mal selbst ausprobiert.

Meinen Sohn haben die beiden Reha-Aufenthalte jeweils einen großen Schritt nach vorn gebracht. Dabei war allerdings das Neurofeedback (an dem er im Rahmen einer Studie teilnahm) nur ein Baustein intensiver Therapie von vielen. Unmöglich zu sagen, welchen Anteil am Behandlungserfolg nun das Neurofeedback hatte.

Bei meiner Tochter hat man vor und nach der Behandlung Konzentrationstests gemacht und daraus abgelesen, dass sie vom Neurofeedback profitiert hat. Es ist schwer zu sagen, wie lange dieser Gewinn im Alltag - vor allem im Schulalltag - noch nachwirkte, denn dort wird das von ganz anderen Einflüssen überdeckt und so genaue Rückmeldungen bekommt man ja auch nicht. "Geheilt" von ihren Problemen war sie natürlich nicht.

Sie konnte sich auch nach fünf Jahren noch detailliert erinnern, wie das damals funktionierte, so genau wollte ich das gar nicht wissen. Aber sie sagte auch, hinterher oft Kopfschmerzen gehabt zu haben.

Der Großen fiel auf, dass die so behandelten Kinder nach der Therapiesitzung im Schnitt ruhiger, ausgeglichener, friedlicher, gelassener und entspannter wirkten. Im schlechtsten Fall unverändert zu vor der Sitzung, im besten mit überraschender, erstaunlicher Wirkung auf zuvor extrem hyperaktives Kind, dass hinterher stundenlang bei der Sache blieb.

Dabei fällt auch im schlechtesten Fall der Unterschied zu nichttherapeutischen Computerspielen oder TV-Konsum auf, der in ähnlichem zeitlichen Umfang konsumiert die selben Kinder ganz offensichtlich hibbeliger, aufgedrehter und aggressiver macht.

Das Verfahren lässt sich an verschiedene Altersgruppen anpassen und das Prinzip der Steuerung durch den Aufmerksamkeitszustand wird da nicht nur in verschiedenen Spielen eingesetzt, es kann auch ein Film angeschaut werden, bei dem mit nachlassender Konzentration stufenweise zunächst der Ton und dann auch das Bild ausgeblendet werden.

Ich denke schon, dass es dabei um mehr geht als nur um Konzentration. Zunächst einmal hilft das Feedback, die unterschiedlichen Bewusstseinszustände überhaupt wahrzunehmen, wobei die Verknüpfung mit Belohnungsreizen gar nicht voraussetzt, dass die Wahrnehmung und Steuerung bewusst erfolgen muss.

Besonders männliche ADHS'ler können auch ohne schwerwiegende Begleitstörungen eine scheinbare Aggressivität zeigen, hinter der sie oft Ängste verstecken. Solche werden vom Neurofeedback kaum angesprochen. Andererseits tragen auch Impulsivität und mangelhafte Wahrnehmung der eigenen Gefühle ihren Teil dazu bei und ich glaube schon, dass Neurofeedback auch dort etwas wirkt. Dazu kommt, dass die Konzentrationsprobleme natürlich auch ständige Quelle negativer Erfahrungen sind, die dem Sozialverhalten auch nicht gut tun.

Ich warne nur davor, zuviel davon zu erwarten. Neurofeedback wird als alleinige Therapie Aggressionen als Schwerpunktthema nicht beseitigen können, glaube ich jedenfalls. Sozialverhalten lässt sich sicher besser in Verhaltenstherapie (Gruppentherapie) trainieren, wobei es nicht darum gehen sollte, das eine durch das andere zu ersetzen, sondern aufeinander aufzubauen.

So wie ein Tennisspieler Kraft und Kondition auch ohne Tennisschläger trainieren muss, das allein aber auf dem Platz nicht ausreicht. Da wäre Neurofeedback das Konditionstraining, Verhaltenstherapie die Ballmaschine, die echten Trainingspartner wären aber Mitschüler und Co. Und dass in dieser Aufstellung der Trainer (Therapeut) nur neben der Ballmaschine steht, zeigt, wie wichtig hier Lehrer und Eltern als Co-Trainer sind.

Dreimal wöchentlich wird es brauchen, damit sich da etwas nachhaltiger einschleift. Bei wöchentlichem oder gar 14tägigen Neurofeedback würde man jedes Mal wieder bei Null anfangen. Auch das ist wieder wie im Sport. Um da leistungsmäßig was zu reißen, braucht es mehr Training.

Und JA, DAS WIRD STRESSIG und anstrengend, allerdings wäre es auch keine gute Idee, Anstrengung und (positiven) Stress von unseren Kindern fernzuhalten. Auch da käme im Sport niemand auf die Idee.

LG
Steffchen
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Re: Neurobiofedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Kerstin » 15. April 2012 11:35

Danke, Steffchen damit kann ich jetzt echt was anfangen :smt023:

Ade Kerstin :winken:
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon andere.Welt » 4. Mai 2012 23:27

Hallo,

ich interessiere mich selbst für Neurofeedback, eher weniger wegen ADS, sondern wegen einer Schmerzstörung, die direkt ADS- bedingt ist. Die Schmerzstörung wurde bei mir durch eine Art Unfall durch Überflutung mit äußeren Reizen ausgelöst, sodass bei mir eine Körperseite auf Schmerz, Druck und Kälte überempfindlich ist. Teilweise habe ich seitdem auch auf der anderen Körperseite Schmerzen.
Es geht also um die Regulierung von Wahrnehmungsreizen im Gehirn bzw. eine gesenkte Reizschwelle/ Überempfindlichkeit. Bisher wurde mir empfohlen, koordinativ etwas zu tun, damit sich die Gehirnhälften verbinden - ich bin dabei koordinative Übungen zu machen und merke nachher, dass da einiges im Kopf umgeht.

Wo und in welchem Rahmen kann ich Neurofeedback machen und wie viel kostet es? Ich habe derzeit leider eine Therapiesperre von 2 Jahren für Verhaltenstherapie, da ich gerade eine Verhaltenstherapie beendet habe.
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon rosenrot15 » 6. Mai 2012 08:58

Hallo Kerstin,

mit Neurofeedback kann man tatsächlich ganz gute Erfolge erzielen, ein Wundermittel ist es aber nicht. Bei meinem Sohn hat es zeitweise ganz gut geholfen, unsere Tochter sagt heute noch er sollte unbedingt wieder Neurofeedback machen, er wäre dann viel besser zu ertragen. Leider lehnt er das mittlerweile ab, weil er keinen Bock darauf hat und das obwohl ich die ganze Gerätschaft dafür zuhause habe und eine Ausbildung zur Neurofeedbacktherapeutin gemacht habe. Allerdings nur die Grundversion, da ich es nur für den Hausgebrauch erlernt habe. Wenn ihr es machen solltet schau dir die Therapeutin genau an, setzt sie die zu trainieren Punkte individuell fest? Macht sie vorher ein grosses Assesment, d.h. misst sie die Gerinströme deines Kindes durch um genau zu sehen wo seine Auffälligkeiten sind? Es gibt in Deutschland zwei sehr gute Neurofeedbacktherapeuten, und zwar Dörte Klein (Psychologin, Wennigsen/Hannover) und Thomas Feiner (München/Regensburg), dort kannst du sicher die Adressen von guten Therapeuten in Deiner Umgebung erfahren. Ansonsten kannst du dir im Internet jede Menge Info´s über Neurofeedback googlen. Ich würd´s versuchen wenn ich an deiner Stelle wäre, denn schaden kann es nicht. In der Praxis in der ich damals ein Praktikum gemacht habe waren die Zensuren nach erfolgter Therapie der Kinder im Schnitt 1 - 2 Noten besser geworden. LG Martina
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon caithlin » 6. Mai 2012 10:59

@Martina,
Ihr habt das Neurofeedback zuhause gemacht und selber die Geräte dafür gekauft. Und du hast eine spezielle Basisausbildung dafür gemacht? Kannst du mir sagen wo du das gemacht bzw gekauft hast. Um welche Geräte und Ausbildung geht es? Wie teuer ist es und wie lange geht der Ausbildung?
Wie häufig habt ihr das zuhause angeboten?

Ich frage nach, weil wir etwas frustriert sind. Sohn (jetzt 10) hat etwa 18 Einheiten NF gemacht in der Klinik im Rahmen einer Studium. Beim Training hat er sich gut steigern können, es hapert aber noch an der Umsetzung in der Praxis. Die nächste Einheiten (Blöcke von 10 mal) kosten ziemlich viel und unsere Versicherung und Zusatzversicherung wollen nicht zahlen. Dabei wollten wir es unsere ADS-Tochter auch anbieten.  :baw:

Unser Sohn kriegt übrigens weiter MPH, bei unsere Tochter (gerade Diagnose erfahren) haben wir noch eine Versuchsperiode ohne (dafür mit andere Maßnahmen), aber es müsste sich schon was verbessern...

LG, caithlin
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Kerstin » 6. Mai 2012 11:32

Hallo Martina

Danke!
Ich möchte mich der cathlin anschließen,
mich würde es auch sehr interessieren, was die Anschaffung kostet, ob das jeder erlernen kann, braucht man bestimmte Voraussetzungen,bitte schreibe alles was du darüber weißt danke :ja1:
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon rosenrot15 » 6. Mai 2012 22:25

Die Kosten sind recht hoch, der Anschaffungspreis richtet sich nach dem Dollarkurs. Ich habe damals ca. 3.500€ bezahlt. Es können noch weitere Kosten entstehen für die Einweisung und Schulungen. Am besten ihr nehmt Kontakt mit Dörte Klein (Diplom-Psychologin), Barsinghausen auf, sie kann euch bestens beraten und verleiht diese Geräte auch.
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon rosenrot15 » 6. Mai 2012 22:35

Also bestimmte Voraussetzungen muss man nicht erfüllen, nur ein gewisses Durchhaltevermögen. Meine Wunschvorstellung war, das mein Sohn 2 - 3 mal wöchtenlich trainert, was wir teilweise auch durchgehalten haben. Eigentlich kam ihm das Training sogar recht entgegen. Wir haben über das Neurofeedback-Gerät seine Lieblingsserien geguckt, die je nach seiner Konzentration flüssig zu sehen waren und stockten wenn die Konzentration nicht gut war. Man kann auch den Verlauf eines jeden Trainings ansehen und als Dokument speichern, so das man sehr gut erkennen kann welche Fortschritt erzielt wurden, abgesehen von denen die man auch selbst bemerkt. Neurofeedback hilft übrigens nicht nur bei ADHS, die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Ich selbst habe mal ein Training zur Tiefenentspannung gemacht, habe mich danach unglaublich entspannt gefühlt, Martina
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Kerstin » 7. Mai 2012 20:23

Danke Martina, werde mich da mal noch beraten lassen. Finde es eine sehr interessante Sache.

:winken: Kerstin
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon caithlin » 19. Mai 2012 22:52

Also, das mit den selber ausbilden wir mir doch zu teuer (hab mich erkundigt).

Und wir haben gute Nachrichten: Tochter hat jetzt ihre erste NF-Sitzung beim Ergotherapeuten gemacht. Sie hat super mitgermacht.  :smt023: Er meinte, ihre Werte wären jetzt noch viel zu Hoch, aber sie hat es schon ganz gut umgesetzt. Jetzt noch 4x ausprobieren, dann kann er uns sagen ob es wirklich was für sie ist.

Eigenartig: er meinte: von de Gehirnwellen her ist sie definitiv ADHS, nicht ADS (wie getestet). Sie war aber da schon im Grenzbereich.
Was so was ja alles hergibt. :zwink:

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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon plexi » 23. Mai 2012 11:34

Hallo Kerstin!

Unser Sohn (gerade 13) konnte innerhalb der verschriebenen Ergo ein Neurofeedbacktraining machen. Die Ergo ging 1 Jahr (2011 komplett) mit insgesamt 60 Zeitstunden. Er hat zu Anfang der Therapie aber zuerst 3 Monate je 2x pro Woche was für die sensorische Integration (Motorik) gemacht. Schon das war beeindruckend, z.B. hat er auf einem Schaukelbrett (Brett mit 4 Seilen an der Decke befestigt) gelegen und wurde in verschiedene Richtungen bewegt. Am Anfang ist ihm sehr schwindelig und manchmal sogar schlecht geworden. Das war dann später weg und er hat sehr gern geschaukelt.

Ich bin eigentlich zu der Praxis gegangen, weil es die einzige war, die NFB (ich kürz das mal ab :zwink: ) "im Programm" hatte und für uns noch zeitlich einigermaßen erreichbar war (60 Minuten Hin- u. Rückfahrt). Zugleich waren die da dann auch super mit den Kindern, sehr fröhlich, entspannt und positiv. Das hat uns gut gefallen und mein Sohn ist wirklich immer gerne hingegangen, auch wenn die Fahrerei stressig war.

Zum NFB kann ich sagen (ich hol mal weiter aus... :breitgrinse1: ): Erst mal gibt es 2 verschiedene Arten des NFB:
1. Das klassische, welches die Gehirnströme misst (und da gibt es nochmal mehrere Unterteilungen, je nachdem, welche Ströme gemessen werden sollen)
2. das HEG (Hämoencephalographie: Hämo = Blut, Encephalon = Gehirn, Graphie = Aufzeichnung)-NFB, welches die Durchblutungsstärke im Stirnbereich misst.

Das HEG wird auch HEG-Biofeedback, das klassische NFB EEG-basiertes Biofeedback genannt. Also ein ziemliches Kuddelmuddel mit Bio und Neuro... :icon_rolleyes:
Biofeedback und Neurofeedback hängen stark ineinander, messen aber unterschiedliche Dinge: Das Biofeedback misst Körpersignale wie Pulsfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur, elektrische Aktivität der Muskeln und die Leitfähigkeit der Haut. Das Neurofeedback misst über die Hirnströme die Gehirnaktivität. Das HEG ist so ein Zwischending, weil es über die Stirntemperatur die Gehirnaktivität in diesem Bereich misst. Möglicherweise meinte eure Therapeutin das mit NeuroBIOfeedback. Frag doch mal, ob es das HEG ist.

Und wo ist da jetzt der Unterschied??? :icon_eek:
Also, das ganze ist wirklich eine Wissenschaft für sich und ich glaube, jeder, der das einigermaßen seriös durchführen will, braucht eine fundierte Ausbildung. Sowas geht auch nicht in Wochenendkursen...
Im Grunde wird beides - das klassische NFB + das HEG-NFB - für die Behandlung bei AD(H)S genutzt, nur werden verschiedene Hirnareale trainiert. Beim HEG der Stirnbereich, beim klass. NFB auch noch andere Hirnbereiche. Was wann besser zum Einsatz kommen sollte - da bin ich überfragt. Und was besser hilft - keine Ahnung.

Mein Sohn hat über ein halbes Jahr lang 1x pro Woche etwa 40 Minuten pro Termin das HEG gemacht. Innerhalb des Trainings waren am Computer die Verbesserungen der Konzentration und die Eigensteuerung deutlich zu erkennen. Am Ende war er ein wahrer Meister darin sein Gehirn "an und ab zu schalten".
Übertragung in den Alltag? Ja, war bemerkbar. Er nahm bereits 3 Monate Medis, bevor er die Ergo begann. Das war schon eine deutliche Besserung in seinem Verhalten. Aber etwa 6 Monate nach Therapiebeginn machte sich besonders in der Schule eine weitere Verbesserung in der Organisation, Arbeitshaltung und der Aufmerksamkeit bemerkbar. Hält auch jetzt noch nach 5 Monaten nach Ende der Ergo an, so dass er in den Unterbereichen Zielorientierung, Sorgfalt und Selbständigkeit jeweils ein A hat, was gleichbedeutend mit 1 oder "Verdient besondere Anerkennung" ist. Kopfnoten waren noch vor 1 1/2 Jahren echt arg (zwischen c und e oder 3 und 5). Ich bin echt platt!! :smt023:

Ohne Medis ist er aber einfach zu unruhig und fällt doch wieder in sein altes Verhalten, nur nicht ganz so extrem. Die Ergo hat auch einen ordentlichen Schub für's Selbstvertrauen geleistet, da er in der Therapie erlebt hat, dass er durch Übung in vielen Dingen tatsächlich besser wird. Man muss nur nicht gleich aufgeben....

Soweit unsere Erfahrungen!
LG
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon plexi » 23. Mai 2012 11:43

Ach, fällt mir grad noch ein:

Der Ergotherapeut bietet auch das klassische NFB (das mit dem Gehirnströmemessen...) an und sagte, dass das über einen längeren Zeitraum (mind. 1 Jahr) gehen muss und am besten 2x pro Woche. Das erfordert außerdem eine hohe Motivation und Durchhaltevermögen, so dass er das fast ausschließlich mit Jugendlichen durchführt. Allerdings hat er damit tatsächlich sehr gute Erfahrungen gemacht.
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Mittelmeerstrand » 5. September 2014 17:30

Hallo,
diese Gesprächsrunde ist zwar schon ein bisschen her, allerdings die frischeste zum Thema Neurofeedback. Inzwischen gibt es ja Neurofeedback Heimgeräte, die man auch ohne Therapeuten nutzen kann:http://www.konzentration.org/adhs Ich denke zum Üben der Konzentration und Aufmerksamkeit ist es sehr hilfreich. Vor allem aber sind die Geräte nicht so klinisch und haben einen Spaßfaktor, was man vom Therapeuten nicht immer behaupten kann.
Was haltet ihr davon?
Falschparker
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Re: Neurobiofeedback, wer kennt sich da aus oder hat schon Erfahrungen damit gemacht

Beitragvon Falschparker » 5. September 2014 20:36

Wenn ein neuer Teilnehmer in seinem ersten Beitrag zu einer kommerziellen Seite verlinkt, halten wir prinzipiell wenig davon, das tut mir leid.
<><

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