Klettern und Stimmung: Eine Studie über Klettern als Therapie bei Depressionen

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chaoten-tom
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Klettern und Stimmung: Eine Studie über Klettern als Therapie bei Depressionen

Beitrag von chaoten-tom » 16. Oktober 2018 16:17

Hallo zusammen!

Nachdem Depressionen eine der häufigen Komorbiditäten bei AD(H)S sind und wie bei AD(H)S eine ähnlich verminderte Anhäufung von Neurotransmittern nachzuweisen ist, halte ich die Ergebnisse dieser Studie in hohen Maß auch für uns relevant.

Ich persönlich habe (völlig unabhängig von der Studie) vor ca. 2 1/2 Jahren mit dem Klettern begonnen.
Für mich ist das Klettern in besonders hohem Maß mit meinem AD(H)S kompatibel, da kaum eine andere Sportart eine derartige Kombination aus physischer und psychischer Forderung bietet. Das klare kurzfristige Ziel, das durch das aneinanderreihen von kleinen Teilschritten erreicht wird. Die zwangsläufige Beschäftigung mit Angst und deren Bewältigung. Der Umgang mit Scheitern, die Euphorie bei Erfolg liegen nah beieinander und ergeben ein großes Spektrum an Emotionen, dem man sich kaum entziehen kann. Die Möglichkeit sich durch die unbegrenzt steigenden Schwierigkeitsgrade immer an der Grenze der eigenen Fähigkeiten bewegen zu können, ist bestens geeignet um den Reiz dieser Sportart über lange Zeiträume aufrecht zu erhalten.

Zeitlebens hatte ich immer wieder Phasen mit starker Hypochondrie bis hin zu Panikattacken und Erschöpfungszuständen an der Grenze zum Burn-out.
Instinktiv war ich immer auf der Suche nach Beschäftigungen die intensiv genug sind um meine ganze Konzentration auf sich zu ziehen. Nur während der Ausübung von solchen ist bei mir eine wirkliche Entspannung durch das Unterbrechen des ständigen ungefilterten Eindrucks- und Gedankenflusses möglich. Mittlerweile habe ich eine ausreichende Auswahl solcher Aktivitäten angesammelt. Diese, und in ganz besonders hohem Maß das Klettern, haben für mich zu einer deutlichen Verbesserung meiner Lebensumstände geführt, die ich mir für die vielen anderen Betroffenen auch wünschen würde.

Infos zu der Studie unter:
http://kletternundstimmung.de/
Am Ende der Website sind Links zu Interviews und Artikeln zum Thema.

Liebe Grüße, Chaoten-Tom
Stefan SRO
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Re: Klettern und Stimmung: Eine Studie über Klettern als Therapie bei Depressionen

Beitrag von Stefan SRO » 17. Oktober 2018 15:42

Hallo Tom,

"...Instinktiv war ich immer auf der Suche nach Beschäftigungen die intensiv genug sind um meine ganze Konzentration auf sich zu ziehen..." das ist wie bei mir. Ich habe mich dann oft mit den Projekten übernommen, weil im "Hoch" begonnen und im "Tief" war alles zu viel.

Was meinst Du, wie lange "befreit" Dich eine Klettersession?
Kommt man da mit 1x Kletterhalle pro Woche hin?

VG
Stefan
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chaoten-tom
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Re: Klettern und Stimmung: Eine Studie über Klettern als Therapie bei Depressionen

Beitrag von chaoten-tom » 17. Oktober 2018 17:48

Stefan SRO hat geschrieben:
17. Oktober 2018 15:42
Was meinst Du, wie lange "befreit" Dich eine Klettersession?
Kommt man da mit 1x Kletterhalle pro Woche hin?
Hallo Stefan,
das Klettern im Rahmen der Studie findet 1x Wöchentlich statt. Was und wieviel es einem bringt ist sicher individuell sehr verschieden und hängt auch von der momentanen Belastung ab. Auch wird sich nicht jeder im gleichen Maß und der gleichen Intensivität darauf einlassen können. Jeder hat andere Vorlieben.
Ich persönlich klettere im Schnitt 2x pro Woche, und das Gute daran ist, dass ich mich nicht dazu aufraffen muss, sonder mega angefressen bin wenn da mal irgendetwas dazwischen kommt. Bei mir Klettern das, was in der 50 Tipps-Liste unter Punkt 32 beschrieben ist:

32. Legen Sie sich "gute", nützliche Süchte zu, zum Beispiel körperliche Bewegung. Viele Erwachsene mit ADHS neigen zu Suchtverhalten oder Zwangsverhaltensweisen, so dass sie immer von irgendetwas abhängig sind. Sorgen Sie dafür, dass dies etwas Positives ist.

Das trifft es bei mir sehr gut. Ich bin seit Jahren frei von meinen Erschöpfungs-Panik-und hypochondrischen Anfällen. Das Liegt zum einen an einer besseren körperlichen Gesamtverfassung und an den positiven Auszeiten, die mir meine Freizeitaktivitäten bescheren. Das ist wie Kurzurlaub von AD(H)S. Während der Ausübung ist von AD(H)S zumindest bei mir nichts vorhanden. Und wie bei jedem anderen Urlaub kann ich davon eine weile zehren und Kraft schöpfen.
Inwiefern das für einen selbst funktioniert, muss jeder für sich herausfinden. Ich kann nur jedem zu dem Versuch raten! Aus meiner Sicht passen AD(H)S und klettern aus den im ersten Beitrag beschriebenen Gründen perfekt zusammen.

Liebe Grüße, Chaoten-Tom
Stefan SRO
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Re: Klettern und Stimmung: Eine Studie über Klettern als Therapie bei Depressionen

Beitrag von Stefan SRO » 18. Oktober 2018 08:03

Na dann bin ich ja mit dem Geocaching (GC, "Im Wald Tupperdosen sammeln.") schon mal gut aufgestellt. Das betreibe ich als Sucher und als Owner.

Allerdings ist es körperlich meist nicht sehr anspruchsvoll, da ich keine T5-er, also Klettercaches mache. Vlt ändern wir das und ich fange damit an.

GC ist was für alle Sinne, da die Dosen nur mit scharfem Blick, körperlicher Fitness und überhaupr viel Aufmerksamkeit gewunden werden können. Der überwiegende Teil liegt außerhalb von Städten und wird erwandert. Es gibt auch sehr viele verlassene Orte, die ergründet werden müssen/können.

VG
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