Neurologische oder psychologische Ursache?

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Löwenmutter
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Neurologische oder psychologische Ursache?

Beitrag von Löwenmutter » 28. Mai 2014 10:12

Hallo,

ich war schon länger nicht mehr im Forum aktiv und ich weiß gar nicht genau wo mein Beitrag hingehört, da es so viele Kategorien hier im Forum gibt die auch passen könnten. Ich hoffe trotzdem auf eure Antworten.

Wahrscheinlich muss ich etwas ausholen. Mein Sohn, inzwischen 12 Jahre alt, ist ADHS diagnostiziert, wobei er auch nicht typisch ADHS hat sondern eher eine Mischform ADHS/ADS, denn die Hyperaktivität ist bei ihm nur durch seine innere Unruhe bemerkbar, ansonsten ist er eher verträumt.

Vor ca. 1 Jahr haben wir im Autismuszentrum abklären lassen, ob er auch das Asperger Syndrom hat, denn dies kam immer wieder zur Sprache. Die Psychologen waren sich selber uneinig. Die dortige Psychologin sagte, dass sie verstehen kann das der Verdacht immer wieder zur Sprache kommt, dass er aber nicht Asperger hat.

Mein Sohn ist jedenfalls sehr ängstlich und hat einen Händewaschzwang entwickelt. Inzwischen ist seine Ängstlichkeit nicht mehr ganz so schlimm, aber er sprach immer schon davon, dass er so ein komisches kribbeln in den Beinen hätte und so ein komisches Gefühl in der Herzgegend, so wie Kälte- u. Wärmeschauer. Wir waren mit ihm beim Hausarzt, beim Kardiologen, beim Orthopäden und beim Chirurgen, aber keiner konnte etwas feststellen. Seine damalige Psychologin riet uns, dies nicht mehr Beachtung zu schenken, damit wir nicht seine Aufmerksamkeit darauf noch mehr lenken und bei Fragen ihm nur sagen sollen das alles in Ordnung sei, er sei gesund und der Körper ist lebendig und jeder spürt mal irgendwo etwas. Die Therapie bei der Psychologin ist inzwischen beendet und ich kann auch nicht behaupten das sie etwas gebracht hat, da mein Sohn, obwohl er sie mochte, sich nicht anvertraut hat, aus Angst, dass man ihn für gestört hält und er dann in die Tagesklinik muss.

Inzwischen mache ich mir aber wirklich Sorgen, denn ich habe jetzt mehrfach erlebt, wie mein Sohn aussah als er wieder "sein Gefühl" bekam. Sein ganzer Körper war angespannt, er war stocksteif, total verkrampft, den Rücken durchgebogen und hatte die Augen dabei halb zu. Das hat mich total geschockt, denn frührer habe ich das in dieser Form nicht erlebt und ich dachte er hätte einen epileptischen Anfall. Scheinbar hat er das inzwischen auch viel häufiger. In der Schule ist es auch schon aufgefallen, obwohl mein Sohn sich bemüht sich das nicht anmerken zu lassen.

Wir mussten damals, im Rahmen der ADHS-Diagnose, zum Neurologen, aber da war alles unauffällig. Kann das sein, dass man auch später noch epileptische Anfälle bekommen kann, oder liegt das wohl an seine Ängstlichkeit? Ich weiß gerade gar nicht was ich machen soll.

Viele Grüße

Löwenmutter
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Re: Neurologische oder psychologische Ursache?

Beitrag von Elchi » 28. Mai 2014 11:49

Hallo Löwenmutter,

woran das genau nun liegt, kann man aus der Ferne sicher nicht beurteilen.

Ich kann mich nur erinnern, dass ich selber auch solche "einfrier" Erfahrungen gemacht habe, als ich in der Lehre war. Ich habe Technische Zeichnerin gelernt und dabei naturgemäß auch am Zeichenbrett gezeichnet. Wenn ich gemerkt habe, dass mir die Ausbilderin über die Schulter schaut, konnte ich mich auch nicht mehr bewegen. Es war tatsächlich wie ein Einfrieren.

In so fern könnte es natürlich an der Ängstlichkeit liegen.

Habt Ihr mal darüber gesprochen, ob er dieses Gefühl in bestimmten Situationen hat? Ich würde es auf jeden Fall nochmal ärztlich abklären lassen. Kündigt sich das irgendwie an? Vielleicht hast Du mal die Gelegenheit, so eine Situation mit der Kamera aufzunehmen, damit Ihr beim Arzt nicht nur beschreibt, was da los ist. Eine Aufnahme ist sicher aussagekräftiger.

LG
Elchi
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Löwenmutter
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Re: Neurologische oder psychologische Ursache?

Beitrag von Löwenmutter » 28. Mai 2014 12:23

Hallo Elchi,

mein Sohn beschreibt das Gefühl wie ein Wechselbad in der Brust (also nicht nur kalt) und es kommt in allen möglichen Situationen vor, auch dann, wenn er gar keinen Stress hat, z. B. abends im Bett. Er merkt schon, wenn das Gefühl wieder kommt. Er setzt oder legt sich dann hin, weil er das Gefühl hat umzukippen. In solchen Momenten ist er nicht in der Lage auf Fragen zu antworten, er ist aber auch nicht vollkommen weggetreten.

Aus meiner Sicht macht ihm im Moment nur das Gefühl zu schaffen. Ansonsten läuft es gut, auch mit den Mitschülern, Freunden, Schule. Er ist aber auch sehr verschlossen und erzählt nicht unbedingt, was ihm so gerade durch den Kopf geht.

Ich habe am Montag ganz kurzfristig einen Termin beim Neurologen bekommen. Wenn da nichts festgestellt wird, muss ich wohl wieder mit ihm zum Psychiater/Psychologen. Medikamente bekommt er im Moment nicht, weil die sich auf seine Konzentration bzw. Verhalten wenig bis gar nicht ausgewirkt haben, daran kann es also schon mal nicht liegen.

Ich frage mich immer was noch alles kommt. Ich hoffe nicht, dass er jetzt auch noch eine Form der Epilepsie o.ä. hat.

Viele Grüße

Löwenmutter
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Löwenmutter
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Re: Neurologische oder psychologische Ursache?

Beitrag von Löwenmutter » 3. Juni 2014 11:42

Hallo,

gestern hatte ich einen Termin mit meinem Sohn beim Neurologen. Es wurde ein EEG durchgeführt, dass unauffällig war. Nun sagte aber der Neurologe, dass das auch nur eine Momentaufnahme sei und noch ein CT gemacht werden soll. Außerdem empfahl er einen stationären Aufenthalt in einer Neurologischen Kinderklinik für 2 - 3 Wochen. Die nächste Klinik von uns ist 100 km entfernt.

Ich weiß gerade nicht wie ich das einschätzen soll. Mein Sohn war mal für 6 Wochen zur Kur und kam total verstört und ängstlich wieder. Wenn das CT unauffällig ist, ist das dann nicht übertrieben ihn dann in eine neurologische Kinderklinik für 2 - 3 Wochen stationär aufnehmen zu lassen?

Hat hier jemand Erfahrungen?

Viele Grüße

Löwenmutter
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