Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

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No User
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Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von No User » 27. März 2014 20:01

Unter dem Titel "Autismus: Störungen in Cortex-Architektur deuten auf pränatale Entwicklungsstörung" berichtet das Ärzteblatt über vergleichende histologische Untersuchungen, die weitere Indizien für eine vorgeburtliche Entstehung von Autismus liefern:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58119

LG
Steffchen
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von No User » 28. März 2014 19:20

Hier selbiges in "DIE WELT"-Deutsch übersetzt und mit videoanimierter Veranschaulichung:
http://www.welt.de/gesundheit/psycholog ... eburt.html
An prominenter Stelle dort auch nochmals der Hinweis, dass Autismus bei Kindern wohl weit häufiger vorkommen könnte als bislang gedacht.

LG
Steffchen
Zuletzt geändert von No User am 28. März 2014 19:21, insgesamt 1-mal geändert.
Ginger123
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Ginger123 » 28. März 2014 20:47

Jetzt haben wir hier doch das gleiche Problem wie bei adhs, oder?!

wo sind die ganzen unentdeckten Erwachsenen, die sich durchs Leben quälen?

einen hab ich schon gefunden: meinen Mann! Echt. Den verdächtige ich da schon lange....

:aufsmaul_2:

aber ich mein das jetzt wirklich ernst :ja1:
Sei da, der Rest wird folgen

glaube nicht immer was du denkst...
Elchi
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Elchi » 28. März 2014 20:58

Meine Mutter und ich haben meinen Vater auch schon vor einiger Zeit "diagnostiziert"  :zwink:
Wird jetzt nichts mehr ändern (er ist 86 Jahre), lässt einen aber manche Eigenarten leichter ertragen.

LG
Elchi
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von ADHDgoesto11 » 28. März 2014 21:04

[quote="steffchen"]Unter dem Titel "Autismus: Störungen in Cortex-Architektur deuten auf pränatale Entwicklungsstörung" berichtet das Ärzteblatt über vergleichende histologische Untersuchungen, die weitere Indizien für eine vorgeburtliche Entstehung von Autismus liefern:[/quote]

Naja, da es eine signifikante erbliche Komponente gibt, entsteht Autismus zwingenderweise pränatal, und zwar ungefähr neun Monate vor der Geburt.  :breitgrinse1:

Tochter *2007 ... ADHS
Sohn *2005 ADHS+Autismus
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Sheherazade
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Sheherazade » 29. März 2014 08:59

[quote="Ginger123"]
wo sind die ganzen unentdeckten Erwachsenen, die sich durchs Leben quälen?
[/quote]

Hier ist einer. Ich quäle mich aber (nicht mehr) durchs Leben, ich habe mich mit mir selbst arrangiert. Ebenso wie mein Vater und dessen Vater.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
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Hanghuhn
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Hanghuhn » 29. März 2014 11:13

[quote="ADHDgoesto11"]
Naja, da es eine signifikante erbliche Komponente gibt, entsteht Autismus zwingenderweise pränatal, und zwar ungefähr neun Monate vor der Geburt.   :breitgrinse1: [/quote]
Das zeigt, dass Hirnforschung ein sehr weites Feld ist.

Allein der Befund der Abweichungen, wie sie im Artikel beschrieben wurden, sagt nichts darüber aus, warum diese Abweichungen entstanden sind.
  • Gibt es ursächliche Gene für alle Abweichungen? Wohl nicht (s.u.)
  • Gibt es ursächliche Gene für Abweichungen, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, diese Abweichungen zu bilden?
  • Gibt es Gene, die die Entstehung der Abweichungen begünstigen, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, diese Abweichungen zu bilden?
Da es erklärbar war (wahrscheinlich Fehldiagnose), dass ein Kind angeblich autistisch war und bei ihm trotzdem keine solche Abweichungen entdeckt werden konnten, alle anderen Kinder mit Autismusdiagnose diese Abweichungen hatten, könnte es sein, dass nur diese Art Abweichungen für Autismus verantwortlich sein könnten.

weiterer Link zu Autismus
Zu den Folgen der Contergan-Einnahme während der Schwangerschaft gehört auch schwerer Autismus.
Zuletzt geändert von Hanghuhn am 29. März 2014 11:16, insgesamt 1-mal geändert.
LG Hanghuhn
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Angie » 29. März 2014 21:49

Ich habe die seltene Unterblutgruppe Kell-Positv, soll das Gen Allel 7 zuständig sein, der ist auch für Autismus zuständig.
hmmmmmmmmmmmmm
mein mutiertes Gen daran schuld?  Oder doch vererbt durch meine Schwie-Mu wie ich vermute?


Und wenn ihr mal bei Ärzteblatt runter blättert, was noch alles Autismus auslösen könnte  :icon_rolleyes: Valporinsäure, Antidepressiva ...........

achja, ich wusste es doch, wir sind alle nicht normal, wir laufen alle wie die depressiven Zombies durch die Welt, (weils alle sind, ist es für uns normal) weil ja irgendetwas ja immer irgendeine Krankheit auslöst, da ist ja nicht mal der Naturbursche, der im Wald wohnt, verschont von.


Na sieh an, habe ich mir gut gemerkt....... ( hab grad die Seite überflogen)
Eine mögliche Ursache für Autismus kann auch eine genetische Variante auf

  dem Chromosom 7 sein. Durch Forschungen fand man heraus, "dass die

  Region  des Chromosoms 7 anfällig dafür ist, wegzubrechen und sich dann

  mit  seinem Chromosomenpaar wieder zu  verbinden
http://www.schreiben10.com/referate/Deu ... n-reon.php
Zuletzt geändert von Angie am 29. März 2014 22:00, insgesamt 1-mal geändert.
Ich habe nix Schlimmes, ich habe....eij gugg mal nen Eichhörnchen.
Sheldon
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Sheldon » 24. Dezember 2015 18:40

Theoretisch gibt es einige mögliche Ursachen für "Autismus", z. B.:

- Gene, die vererbt werden und von vornherein aktiv sind
- Gene, die anfangs inaktiv sind und durch bestimmte Faktoren (z. B. Medikamente, Drogen, Chemikalien, Bakterien, Viren, Pilze, Hormone, welche die Mutter "angelegt" hat (Darmflora), aufnimmt (Schadstoffe, Krankheitserreger) bzw. ausschüttet (Hormone)) im Laufe der embryonalen Entwicklung aktiviert werden
- physische Einwirkungen wie z. B. das Umschlungensein des Halses des ungeborenen / neugeborenen Kindes mit der Nabelschnur (Folge: mangelnde Durchblutung, Sauerstoffmangel) oder Stöße gegen den Bauch der Mutter

Weiterhin halte ich es für möglich, dass "Autismus" eine natürliche Strategie darstellt, um das Überleben und ggf. die Vermehrung der Art (evt. in Krisenzeiten) zu sichern. Denn "autistische" Menschen sind nicht einfach nur "gestört", sondern besitzen oft Charakteristika, die unter besonderen Umständen sehr vorteilhaft sein könn(t)en.

Man sieht anhand der Evolution, dass biologische Vielfalt essenziell ist für den Fortbestand einer Art. Es wäre verhängnisvoll, wenn alle Individuen "genormt" wären, da nicht alle unter allen möglichen (nicht zu extremen) Lebensbedingungen bestehen könnten. Denn die Art und der Grad der Anpassung an die (sich wandelnde) Umwelt ist immer von den individuellen Anlagen abhängig.

Das ist eine Hypothese, die mir sehr plausibel erscheint. Was meint ihr?

LG, Sheldon
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von ADHDgoesto11 » 24. Dezember 2015 20:02

[quote="Sheldon"]
Weiterhin halte ich es für möglich, dass "Autismus" eine natürliche Strategie darstellt, um das Überleben und ggf. die Vermehrung der Art (evt. in Krisenzeiten) zu sichern. Denn "autistische" Menschen sind nicht einfach nur "gestört", sondern besitzen oft Charakteristika, die unter besonderen Umständen sehr vorteilhaft sein könn(t)en.
[/quote]

Es könnte auch wie bei der Sichelzellenanämie sein .. "ein bisschen" ist unter bestimmten Umständen sehr vorteilhaft; die volle Ausprägung dagegen eher nicht so.

Tochter *2007 ... ADHS
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Sheldon
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Re: Neue Hinweise aus der Hirnforschung auf pränatale Entstehung von Autismus

Beitrag von Sheldon » 25. Dezember 2015 15:35

[quote="ADHDgoesto11"]
[quote="Sheldon"]
Weiterhin halte ich es für möglich, dass "Autismus" eine natürliche Strategie darstellt, um das Überleben und ggf. die Vermehrung der Art (evt. in Krisenzeiten) zu sichern. Denn "autistische" Menschen sind nicht einfach nur "gestört", sondern besitzen oft Charakteristika, die unter besonderen Umständen sehr vorteilhaft sein könn(t)en.
[/quote]

Es könnte auch wie bei der Sichelzellenanämie sein .. "ein bisschen" ist unter bestimmten Umständen sehr vorteilhaft; die volle Ausprägung dagegen eher nicht so.
[/quote]

Das ist sicher richtig. Im Fall der Sichelzellenanämie bestimmt die Ausprägung das Risiko für Durchblutungsstörungen und Thrombosen auf der einen und den Vorteil durch eine gesteigerte Resistenz gegen Malaria auf der anderen Seite. (Letzterer ist natürlich nur ein Selektions- und damit Evolutionsvorteil, wenn überhaupt eine Gefährdung durch Malaria vorliegt. Folglich ist der Grad der Vererbung des Sichelzellenallels in typischen Malaria-Gebieten höher als in Gegenden, die (weitestgehend) von Malaria unberührt sind.)

Es ist wie schon Paracelsus sagte: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist."
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