Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

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maerenthaler
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 20. August 2012 13:15

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[quote="graffiti"]
... meinen kopf leer machen zu können.

bisher war die einzige möglichkeit, zumindest ruhe reinzubringen, ihn mit etwas beruhigendem zu füllen.  [/quote]

So würde ich das von mir auch behaupten.

Der Fehler an diesem System liegt aber zumindest in seiner Nachhaltigkeit,
weil ich mich spätestens, wenn ich diese was-auch-immer-Tätigkeit beende,
wieder auf dem gleichen Unruhelevel wie vordem befinde.

Und noch viel schlimmer ist es, wenn ich dabei gestört werde.

Ich denke, dieses mein auf diese Weise Ruhe zu finden,
hat auch sehr viel mit einem Hyperfocus zu tun,
der mir letztendlich nur eine Ruhe vorgauckelt.

Ruhe im Kopf ist nicht das gleiche wie Entspannung und Ruhe in (m)einer Ganzheit.

:Möhrchen:
nixe
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 20. August 2012 13:33

[quote="graffiti"]
was für mich nach wie vor unvorstellbar (aber ein lang gehegter wunsch) ist:
einfach rein gar nichts denken.
[/quote]


Das reine Sein, oder die reine Leere. Der Weg zur Erleuchtung ist ein Übungs-weg.

Das Sitzen beim Zazen ist eine Übung. Es geht um die Gegenwart und darum, einfach immer wieder zur Gegenwart zurückzukehren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Übung auch wirkt.
Es bringt leider nicht, aus der Übung einen Erfolgsdruck zu zimmern. "Wie viele Stunden muss ich noch üben, bevor ich so und so viele Momente ohne Gedanken schaffe....." Beim Üben geht es nicht um Abwehr, sondern um Annahme : )

Je weniger Bedeutung ich meinen Gedanken und oberflächlichen Regungen gebe, umso mehr verebbt die Unruhe.
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. (Ingeborg Bachmann)
graffiti
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von graffiti » 20. August 2012 13:43

maerenthaler schrieb:
Der Fehler an diesem System liegt aber zumindest in seiner Nachhaltigkeit,
weil ich mich spätestens, wenn ich diese was-auch-immer-Tätigkeit beende,
wieder auf dem gleichen Unruhelevel wie vordem befinde.

Und noch viel schlimmer ist es, wenn ich dabei gestört werde.

Ich denke, dieses mein auf diese Weise Ruhe zu finden,
hat auch sehr viel mit einem Hyperfocus zu tun,
der mir letztendlich nur eine Ruhe vorgauckelt.

Ruhe im Kopf ist nicht das gleiche wie Entspannung und Ruhe in (m)einer Ganzheit.
eben so bzw. ebenso.
es ist eine erholungssequenz - bringt auch was, aber nicht das gewünschte.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
rager

Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von rager » 20. August 2012 13:45

Erfahrung: Es gab bisher einen einzigen Moment in meinem Leben, in dem ich absolut nichts gedacht habe/quasi nciht existent war: Narkose.

Als ich davon aufgewacht bni... Alter Schwede... Ich hab' mich wie neugeboren gefühlt. Ich bin aufgesprugnen, als ich auf mein Zimmer kam, sofort Liegestütze geamcht und trianiert. Das war ... so krass. So extrem erholt hab ich mich in meinem Leben noch nie gefühlt. Ich hät' gern' nochmal eine Narkose  :nachdenk2:
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von graffiti » 20. August 2012 13:48

nixe schrieb:
Beim Üben geht es nicht um Abwehr, sondern um Annahme : )

Je weniger Bedeutung ich meinen Gedanken und oberflächlichen Regungen gebe, umso mehr verebbt die Unruhe.
wie bringt man es fertig, anzunehmen ohne weiter zu verfolgen?
denn annehmen bewirkt bei mir, daß ich den gedanken nachgehe ... + im sattsam bekannten kopfkino lande.

aber wahrscheinlich kann man das nur erfahren, indem man es "gelenkt" ausprobiert ... d.h. es würde erfordern, sich auf einen längeren versuch einzulassen  :ichboss:

rager schrieb:
Erfahrung: Es gab bisher einen einzigen Moment in meinem Leben, in dem ich absolut nichts gedacht habe/quasi nciht existent war: Narkose.
die assoziation ging mir auch durch den kopf - aber das meine ich nicht.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 20. August 2012 21:23

Zwischen selbstbestimmter Ruhe-im-Sein und Betäubung liegen Welten, das kann ich aus eigener hinreichender Erfahrung sagen : )

Gedanken und Affekte sind wie die Wellen oben auf dem Meer: sie gehen nicht in die Tiefe. Beschäftige ich mich zu intensiv mit ihnen, statt in das Meer auch mal hineinzutauchen, verpasse ich für meinen Teil eine ganz wichtige Erfahrung.

Ich BIN nicht meine Gedanken und meine Gedanken sind nicht ICH - Ich BIN auch nicht meine Gefühle und meine Gefühle sind nicht ICH : )
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maerenthaler
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 20. August 2012 22:12

[quote="nixe"]
Ich BIN nicht meine Gedanken und meine Gedanken sind nicht ICH - Ich BIN auch nicht meine Gefühle und meine Gefühle sind nicht ICH : )  [/quote]

Hmmm...

wer war das noch, der da sagte: "Ich denke, also bin ich!" ?

Nein, ich bin nicht meine Gedanken und ich bin auch nicht meine Gefühle.

Aber bin ich ICH, ohne meine Gedanken und ohne meine Gefühle?

Wenn nicht das warum ich was denke und warum ich was fühle, mein Ich ausmachen,
worüber sonst sollte ich mein ICH definieren?

Was weißt Du da anders (besser?) als ich?
rager

Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von rager » 20. August 2012 23:34

das wird mir jetzt zu philosophizistissimolistisch oder so :D

Hm, mist, jetz hats mich doch gepackt. Warum soll man sein Ich definieren? Ich bin einfach.
Unabhängig davon ist ein Wir-Bewusstsein vll gar erfüllender? Sein Ich-Bewusstsein also aufgeben und sich für ein Wir-Bewusstsein/größeres Bewusstsein, Erkenntnis dass andere genau gleich sind, öffnen.

kA, das geht jetzt bissel weg von der Philosophie und hin zur Spiritualität oder sowas. Keine Ahnung, in welcher Bezeichnung man das wiederfinden würde. Buddhismus, Esoterik, Spiritualität, Philosophie...Egal. Denkstop :)

Ich erkenne mich seitdem in anderen sehr wieder, manchmal denke ich, ich bin die andere Person. Naja, über diesen Weg habe ich die Verbundenheit mit anderen Menschn wieder gefunden, die ich bis dato nie hatte, mich eben immer als Alien und total anders wahrgenommen habe. Schweift aber nun sehr vom thema ab, denke ich?


[quote="nixe"]
Zwischen selbstbestimmter Ruhe-im-Sein und Betäubung liegen Welten, das kann ich aus eigener hinreichender Erfahrung sagen : )[/quote]

Galub ich gern, aber inwiefern? Also ganz ehrlich, dieses Aufwachen nach de rNarkose war das Zweitbeste Gefühl meines Lebens. Kann mir außer der praktischen Ausführung der Arterhaltung nicht viel besseres vorstellen... Hm, obwohl... Erleuchtung ist wohl noch besser, aber vorstellen kann mans sich nicht, solange man sie nicht hat.

Naja, ich hab da schon eineiges an ERfahrung gemacht muss ich "gestehen", aber hat jetzt nicht mehr viel mit Meditaion zu tun ^^

Gruß
Zuletzt geändert von rager am 20. August 2012 23:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 21. August 2012 11:31

Wenn es wirklich das zweitbeste Gefühl Deines Lebens war, per chemischer Keule ausgeschaltet zu sein, ist das sicherlich ein Grund zum Nachdenken.

Was fehlt in Deinem Leben, dass der Zustand einer Narkose so erstrebenswert erscheint ? War es die Ruhe vor der Reizüberflutung, oder endlich mal genug Schlaf oder einfach eine stimulierende Nebenwirkung des Narkotikums ?

Vielleicht fehlen Dir Ruhezeiten im Alltag, die Möglichkeit, kleine Pausen zuzulassen ?
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 21. August 2012 12:20

maerenthaler,

das war der hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Cogito_ergo_sum

Ich kann jetzt beim besten Willen nicht von mir behaupten, auf dem Übungsweg so weit fortgeschritten zu sein, dass ich darüber lehren könnte. Aber natürlich möchte ich mich den Fragen hier auch nicht einfach entziehen. Von daher kann ich es nur versuchen, ganz grob und ungefähr in Worte zu kriegen, Andere können da weitaus besser antworten als ich.

Also, mein dürftiger Versuch:

z.B. Gefühle. Da gibt es das, was ich hier jetzt mal Affekte nenne, Stimmungen. z.B. mein Mann war heute morgen mies gelaunt und hat mich angeblafft, deswegen bin ich gerade genervt von ihm.
Das ist nur eine vorübergehende Erscheinung.

Das, was ich Gefühl nenne, geht in die Tiefe, hat Bestand, gehört wirklich zu meinem Selbst, z.B.: ich liebe meinen Mann, ich fühle mich ihm verbunden. Das hat nichts mit dem Knatsch von heute morgen zu tun, wird davon eigentlich auch nicht berührt.

Jetzt ist die Frage, wie geht man damit um. Hänge ich mich ganz an die Stimmung ? Und an die Gedanken, die dabei entstehen ? Also: "dieser Idiot, warum muss er immer........jetzt schon wieder...... kann er das nicht mal lassen....... es ärgert mich, dass ich mich darüber ärgere......... warum verderbe ich mir jetzt auch noch den Tag damit........wie sollen wir den Streit lösen........ was soll ich heute abend zu ihm sagen....... wann wird es wohl wieder passieren...... er kann es bestimmt nicht lassen........ besser ich passe auf, damit ich nächstes mal gleich zurückbelle....... so etwas kann ich mir doch nicht gefallen lassen....... "

Und so weiter und so fort. Be-lie-big fortsetzbar.

Oder setze ich mich anders damit auseinander. Ich kann z.B. die Gedanken / Stimmungen einfach mal als das betrachten, was sie sind. Vorbeiziehende Wolken, den Fluß hinabtreibende Schiffe, nichts von Substanz. Ohne zu werten. Einfach beobachten, was in mir auftaucht, welche Stimmungen und Gedanken entstehen und vergehen. Ohne eine Lösung zu suchen oder zu bewerten, ob das jetzt "gute" oder "schlechte" Gedanken sind.

Dabei stelle ich fest, wie wenig Bedeutung diese vorbeiziehenden Erscheinungen haben.

Ich bin nicht wirklich ein Bündel zusammenhangloser Gedankenfetzen, die mal hierhin und mal dorthin treiben. Ich bin nicht wirklich ein Gefühl, das gerade zufällig entsteht, weil XY schief geguckt hat - oder habe ich nur geglaubt, XY hat schief geguckt - kann XY eigentlich schief gucken, hat XY ein Recht dazu, MICH schief anzugucken ?

Du siehst, es ist leicht, sich von jedem kleinen Hirnbläschen davonziehen zu lassen, wirklich jeden kleinen Wahrnehmungspartikel kann man bis ins Unendliche zu einem Drama aufblasen.

Der Mensch liebt das Drama. Grundsätzlich. Drama gibt uns das Gefühl, die Hauptdarsteller in einer aufregenden Inszenierung zu sein. Aber wem schmeichelt das Drama wirklich ? So weit ich bisher erkennen konnte, dient Drama dem EGO. Dem Konstrukt in uns, das sich gerne aufspielt und gerne so tut, als sei es das ganze Selbst.

Das Ego will ständig mit Aufmerksamkeit und Drama gefüttert werden. Die ganze Zeit will es Leckerli bekommen und die Rückversicherung, dass es das Aller-aller-wichtigste in der Welt ist. Ich, ich, ich, ich - ja, ich bin noch da, ich existiere noch, der Tod ist noch weit weg, Anerkennung muss her und Beweise für die Existenz......

Damit drehen wir uns im Kreis. Das Ego wird nie satt, je mehr wir Aufmerksamkeit aufbringen, umso mehr verlangt es nach weiteren Beweisen.

Ruhe lässt sich da nur ´reinbringen, indem wir erfahren, was es in uns noch alles gibt, unter oder hinter dem Ego. Sich Selbst begegnen auf dem Übungsweg heißt zuerst einmal, hinter den Vorhang der plappernden Gedanken zu schauen.

Das Ziel ist nicht die Selbstverleugnung, auch nicht die Auflösung des Egos. Sondern die Erfahrung des ganzen Selbst. Dabei findet das Ego ganz von alleine zu seinem angemessenen Platz: ein Teil von uns, aber nicht der einzige. Willigis Jäger vergleicht das Ego immer mit einem Hausmeister, der so tut, als sei er der Schlossbesitzer : )

Wenn ich Affekte von den in die Tiefe gehenden Anteilen unterscheiden lerne, lerne ich, ihnen keine übermäßige Bedeutung mehr zuzuschreiben. Stimmungen lassen sich loslassen, sie wirken nicht mehr unkontrolliert, überproportioniert nach. Sie haben mich nicht mehr in der Hand. Dazu führt die Beobachtung, der Blick nach Innen.

Das meine ich mit: ich BIN nicht meine Gefühle, ich BIN nicht meine Gedanken. Ich BIN die, die diese Gedanken und Gefühle denkt und fühlt. Ich BIN die, die diese Gedanken und Gefühle vorbeiziehen lassen kann, annehmen kann, loslassen kann. Ich BIN nicht die Wellen, ich BIN das Meer.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von graffiti » 21. August 2012 12:31

ich war sehr gespannt auf die antwort, die du maerenthaler geben würdest, nixe.

grund:
der satz "ich habe gefühle, aber ich bin nicht meine gefühle" ist nämlich immer wiederkehrender diskussionsanlaß zwischen meinem mann + mir.

ebenso wie du habe ich "gefühle" mittlerweile für mich in "affekte" übersetzt - damit sehe ich es dann exakt genauso, wie du im letzten beitrag schreibst.

so verstehe ich allerdings nicht die buddhistische sicht, die ja den arten der meditation zu grunde liegt, die auf leere abzielen.
diese sicht ist ja wohl tatsächlich so, daß wie maerenthaler schrieb:
Wenn nicht das warum ich was denke und warum ich was fühle, mein Ich ausmachen,
worüber sonst sollte ich mein ICH definieren?
daß also das ich, die individualität - wenn schon nicht ausschließlich zum überwinden da (der buddhismus ist ja chronisch tolerant), so doch kinderkram ist.

für mich bedeutet eine solche sichtweise, dieses leben, die dreidimensionalität, die fähigkeit zum fühlen, die fähigkeit zur individualität gering zu achten.
eine form der lebensverschwendung.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
rager

Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von rager » 21. August 2012 12:38

[quote="nixe"]
Wenn es wirklich das zweitbeste Gefühl Deines Lebens war, per chemischer Keule ausgeschaltet zu sein, ist das sicherlich ein Grund zum Nachdenken.

Was fehlt in Deinem Leben, dass der Zustand einer Narkose so erstrebenswert erscheint ? War es die Ruhe vor der Reizüberflutung, oder endlich mal genug Schlaf oder einfach eine stimulierende Nebenwirkung des Narkotikums ?

Vielleicht fehlen Dir Ruhezeiten im Alltag, die Möglichkeit, kleine Pausen zuzulassen ?
[/quote]

ja, sehe ich genauso, aber ich dachte eben, dass würde bei allen adhslern so aussehen, wenn sie von einer narkose aufwachen? Eben weil sie erst dnan wirklich Ruhe finden. Warst du schonmal in Narkose? Es war auf jeden Fall die Ruhe vor der Reizüberflutung. Selbst im träumenden Schaf gibt es ja tausende Reize, die man wahrnimmt, zumindest bei mir. Ich wünschte echt ich hätte 1x im Monat son Totalausfall xD Wie neu geboren fühlt man sich.

Naja, ich habs akzeptiert, dass mein Leben teilweise deutlich anstrengender ist, als das von anderen. Ich konnte bisher nix dran ändern... Damals wusste ich ncihts von adhs, aeber das war die erkenntnis, dass ich eben nie zur Ruhe komme(n kann).
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von graffiti » 21. August 2012 12:46

rager schrieb:
ich dachte eben, dass würde bei allen adhslern so aussehen, wenn sie von einer narkose aufwachen?
aufwachen ist bei mir scheußlich.
trotzdem kann ich nachvollziehen, was du meinst + erinnere mich immer wieder an ein gutes gefühl, wenn ich bei einsetzen der narkose ins nichts gekippt bin.

nur hat dieser zustand einen schönheitsfehler:
man könnte genausogut tot sein.
da ist überhaupt keiner mehr zu hause.
das hat nichts mit ruhe zu tun, auch nicht mit erlebbarer leere, sondern mit verbindung abhacken.
einfach funkloch.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 21. August 2012 12:55

Ich habe leider schon einige sehr heftige Narkosen hinter mir. Von grauenhaften Albträumen über Schmerzempfinden-wegen-zu-geringer-Dosis-noch-da bis hin zu "schöner Traumzustand" alles dabei.

Nichts davon möchte ich zur Gegenwart erheben.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 21. August 2012 13:09

graffiti,

erstmal vorab: ich bin keine Buddhistin und will auch keine werden. Nur, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen : )

Trotzdem entspricht die - wenn auch höchst holprige- Beschreibung genau so gut dem buddhistischen Weg. Zazen allerdings ist weder buddhistisch, noch christlich, noch atheistisch oder agnostisch: es ist, wenn man es unbedingt benennen möchte, ein transkonfessioneller Weg.

Mitgefühl ist allerdings auch im Buddhismus eine religiöse "Pflicht". Abgesehen davon ist jeder Übungsweg eine Sackgasse, der nicht zur Verbundheit mit Allem führt und ergo auch zu echtem Mitgefühl.

Es geht wirklich nicht darum, das ICH auszulöschen, sich in eine undefinierbare Entität aufzulösen. Die Überwindung gilt der angemaßten Alleinherrschaft des EGOS. Also gerade keine neue EGO-Zentrik, mit der man die vorangegangene, alltags-dramatische Egozentrik einfach durch eine ach-was-bin-ich-so-toll-ich-kann-viel-stiller-sitzen-als-die-anderen - Egozentrik ersetzt.

Wenn ich Dir ein Buch empfehlen darf dazu, dann wäre das:

Joko Beck - Zen im Alltag.

Habe ich hier im Thread, glaube ich, schonmal empfohlen, ich finde sie immer noch am ein-fachsten zugänglich. Eine echt pragmatische Frau war das, so welche sind mir immer besonders lieb : ))))))
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 21. August 2012 13:13

PS: Die eigentlich Frage lautet: WARUM meine ich, m-Ich ständig definieren zu müssen ?

Ich BIN doch schon da. Also kann ich SEIN, ohne mich mit der ständig wiederholenden Definition, also dem ständig wiederholten Erbringen eines Existenzbeweises meines Egos zu beschäftigen.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von rager » 21. August 2012 13:48

[quote="graffiti"]
nur hat dieser zustand einen schönheitsfehler:
man könnte genausogut tot sein.
da ist überhaupt keiner mehr zu hause.
das hat nichts mit ruhe zu tun, auch nicht mit erlebbarer leere, sondern mit verbindung abhacken.
einfach funkloch.
[/quote]

was ist daran schönheitsfehler? ^^ Ich fands gut (: Wenn ich cniht dabin, merk ich ja auch nicht, nicht da zu sein xD Von daher mir egal. Vergeht ja keine Zeit bis der Körper dann vll auch stirbt (auf ewig lebt er ja nicht weiter, auch ncht beim einfrieren denke ich), ist man eventuell woanders, kA ^^ Mir ists nicht wichtig, die Ruhe zu erleben. Dann ists ja auch gar keine Ruhe, wenn man etwas aerlebt, auch wenn das etwas das nichts ist ^^

Ok, ist dann doch eher individuell die Erfahrung nach einer Narkose, aber zumindest kann mans dann wohl nachvollziehen.

@nixe: dein letzter beitrag; seh ich genauso!
friljo
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von friljo » 16. April 2013 20:25

Hallo, war länger nicht mehr hier....
ich meditier eigentlich schon seit ich 20 bin oder so....

ich mag das einfach.
immer wieder Zeiten wo weniger Zeit dafür ist also unregelmäßig.
bin jedoch immer wieder zurück zum meditieren.
Bin jetzt 46
mit 35 oder so war ich mal 1 jahr in einer lockeren Zen gruppe.
seit 2 Jahren mach ich regelmäßig Yoga, da meditieren wir in Bewegung, ich habe ein sanfte bodenständige und kraftvolle Lehrerin die keine Perfektion anstrebt, sehr viel Eigenwahrnehmung wünscht.da bleib ich noch.
Meine Meditation ist sozusagen meine Eisscholle und ich liebe sie, sie macht mich auf unerklärliche weise stark , mit vergnügen ins eisige und tosende mehr zu springen und mitzuspielen.(klappt natürlich nicht immer)
Als Tip für einsteiger würde ich sagen: weniger ist mehr , dafür lebenslang.
friljo
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