Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

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eire
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Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von eire » 24. November 2011 11:25

Hi,

über unten stehendem Link findet ihr einen interessanten Artikel des FOCUS vom 22.11.2011 über Meditation und deren positive Wirkung auf psychische Erkrankungen. Laut Artikel hat Meditation auch lindernde Wirkung auf Konzentrationsstörungen und unserem Kopfkino welches wir ADSLer ja alle kennen.
Das Meditation für uns alle gut sein soll haben wir ja alle schon mal gehört, gelesen. Ich selbst habe aber meine Probleme damit, wenn mein Kopfkino läuft fällt es mir schwer mich fallen zu lassen und zu meditieren.
Interessant ist der Artikel alle mal und regt mich an doch nochmal über Meditation nachzudenken.

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber ... 86755.html

LG

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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 24. November 2011 11:38

Nun, das bringt mich zwangsläufig zu den Fragen:

Wer hier im Forum meditiert regelmäßig (sprich: ist erfahren?)

Welche Meditation wendest Du an?

Kannst Du das, was im Artikel beschrieben ist, bestätigen?

Und wenn ja, was machst Du dann hier?  :zwink:
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von eire » 24. November 2011 11:51

Hallo maerenthaler,

ich selbst kann dir schon ein paar Antworten zu deinen Fragen geben.

Meditation habe ich mal während einer psychosomatischen Kur versucht. Ging gar nicht. Fand die Ruhe in meinem Kopf nicht. Autogenes Training, PMR waren auch nichts für mich.

Bestätigen was im Artikel steht kann ich deshalb persönlich noch nicht. Aber vielleicht sollte ich es noch mal probieren und dann nach gegebener Zeit nochmal auf diesen Fred zurück kommen.

Was ich hier mache?    :icon_eek: Oooops, völlig vergessen Bin vom Türen Fred http://localhost/adhs_phpbb/viewtopic.php?t=6.new#new hier hin gelangt. Und habe dadurch vergessen was ich hier eigentlich will.  :schäm:

LG

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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 24. November 2011 12:06

[quote="eire"]
Meditation habe ich mal während einer psychosomatischen Kur versucht. Ging gar nicht. Fand die Ruhe in meinem Kopf nicht. Autogenes Training, PMR waren auch nichts für mich.

Bestätigen was im Artikel steht kann ich deshalb persönlich noch nicht.  [/quote]

Tja, das scheint in einen catch 22 zu münden:

Die, die nicht meditieren, bleiben auf ihrer ADS sitzen,
die anderen haben überhaupt keinen Anlass, hier in's Forum zu kommen.
Unverbesserlich, wie ich bin, hoffe ich aber trotzdem auf jemand, der andere Erfahrung hat als Du und ich.

:winken:
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 24. November 2011 12:19

JA, es hilft.

Seit Jahren meditiere ich unregelmäßig und es wird immer öfter und immer regelmäßiger. Inzwischen bin ich in einem Zenkreis und war dies Jahr zu zwei inhaltlich verschiedenen mehrtägigen Kursen (am Benediktushof, dem meine vorbehaltlose Empfehlung gilt). Mein Zenlehrer hier zu Hause ist weit in den 80ern und man braucht ihn nur anzusehen, um jeden Zweifel über die "Sinnhaftigkeit" von Meditation zu verlieren. Der hat beim Meditieren ein Lächeln, da fühlt man sich innerlich in Milch und Honig gebadet : )

Wenn man anfängt, dann geht sofort das Feuerwerk im Kopf los. Man denkt: grauenhaft, Meditation ist nichts für mich, ich bin viel zu sprunghaft dazu. Der Witz dabei ist: es geht wirklich JEDEM so. Jedem einzelnen Menschen, der sich jemals hingesetzt hat und versucht hat, "nichts" zu denken.

Es geht auch jedem Übenden immer wieder so. Jedes Hinsetzen ist eine Herausforderung und bleibt es auch. Meditation heißt nicht, hinsetzen, "genug wollen", "genug stillhalten" und dann kommt automatisch die Erleuchtung oder eine andere Belohnung.
Meditation ist aber ein Tun, was einem immer etwas gibt, immer wachsen lässt. Immer spiegelt, auch die Unzufriedenheit, die Ungeduld, die Anspannung. Alle Gefühle. Es hilft vor allem, die richtigen Proportionen der Dinge besser zu erkennen.

Ich merke gerade, ich könnte noch ewig weiter schreiben. Aber das muss gar nicht sein. Was ich sagen will, ist: JA, probiert es aus, es lohnt über alle Maßen.

Es gibt viele unterschiedliche Wege, die alle dasselbe Ziel haben. Kontemplation, Zazen, Vipassana, ......, ....... Da kann man ausprobieren, auch kombinieren. Schauen, welche Angebote es vor Ort gibt und welche Lehrer.

Für mich persönlich sind Yoga und Zazen ein sehr guter Weg, zur Zeit wesentlich mehr Zazen. Und Zen in der Kunst hilft mir enorm beim Erden, insbesondere Kado (meditatives Ikebana). Der Kopf glaubt, man tue "mehr" als nur beim Sitzen und voilá - schon ist er zur Ruhe verführt : )

Aber auch da kann man ehrlicherweise nur sagen: JEDE Tätigkeit kann achtsam vollzogen werden.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von eire » 24. November 2011 12:33

Hi,

@maerenthaler

ein Dilemma? Könnte man fast denken. Aber ich habe den Artikel dann doch so verstanden dass Mediation eine Hilfe sein kann. Heilen, ADS Symptome komplett ausschalten kann Meditation ADHS sicher nicht.

Aber, vielleicht sind wir zu festgefahren was unser Bild von Mediation betrifft.

Man sieht es ja an dem Beitrag von Nixe dass es die unterschiedlichsten Arten von Meditation gibt. Vielleicht sollten wir uns da mal mehr informieren, öffnen. Auch wenn es mir sicher schwer fallen wird, so viele andere interessante Dinge könnten mich davon abhalten <lach>,  aber ich werde mich mal über Mediation schlauer machen und so manches ausprobeiren.

@ nixe

Danke für deinen interessanten Beitrag, einige Sachen habe ich noch nie gehört und es scheint doch nicht unmöglich zu sein mit ADS zu meditieren.

LG

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Zuletzt geändert von eire am 24. November 2011 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 24. November 2011 12:37

Hi nixe, danke für Deine Antwort.

[quote="nixe"]
... es wird immer öfter und immer regelmäßiger. [/quote]

Wieviel Zeit wendest Du dafür auf?

Wie lange braucht man, um Meditation zu lernen?

Wieviel Zeit muß man aufwenden, um davon zu profitieren?

Wieviel profitierst Du im Sinne ADS-"Heilung" (sprich: (evtl) Symptomminderung bei (u.U. sogar) Mediverzicht) ?
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 24. November 2011 12:38

Eire,

versuche ´mal, Dir vorzustellen: das innere Universum ist genauso reich an Abenteuern, Entdeckungen, Erfahrungen wie das äußere : )
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von eire » 24. November 2011 12:43

Nixe,

ich bin einer von denen die schon als Kind ständig in den Himmel, ins Universum geschaut haben um dort nach Antworten, Ruhe, Heimat, Abenteuern zu suchen.
Ans innere Universum habe ich nie wirklich gedacht, vielleicht habe ich mich auch nicht getraut.

Ich werds mal versuchen.

LG

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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 24. November 2011 12:53

1) Soviel Zeit, wie ich schaffe. Weniger, als ich möchte, aber mehr als keine. Inzwischen schickt mich mein Sohn (5) schon zum Sitzen, weil er es liebt, wie ich danach bin : ) Ein kleines Beispiel: wenn ich es zum Zenkreis schaffe, das ist Dienstag abends und dauert mit An- und Abfahrt vielleicht anderthalb Stunden, merke ich das an mir noch die ganze restliche Woche.

2) Ein Leben lang. Man muss nirgendwo ankommen. Man sollte aber unterwegs sein.

3) Überhaupt Zeit. Man kann den ganzen Tag achtsam sein. Mir fällt es in tausend unterschiedlichen alltäglichen Situationen ein. Dann bringe ich plötzlich achtsam den Papiermüll weg. Oder räume das Geschirr meditativ weg. Oder ärgere mich -ganz bewusst- über einen haarsträubend blöden Idioten.

4) Ich profitiere davon als Mensch. Es ist meiner Meinung nach nicht sehr sinnvoll, da nach "ADS" oder "nicht-ADS"-Aspekten zu unterteilen.
Aber ich ahne, was Dich interessiert und versuche eine Antwort: es hilft mir, geduldiger zu sein, gelassener, weniger aufzubrausen, mich weniger zu ärgern (besonders über haarsträubend blöde Idioten), mehr darauf zu achten, was gerade anliegt, welche Situation -jetzt- ist und was meine Achtsamkeit benötigt. Ich kann mich besser bündeln. Zu Zen gehört auch das Lassen. Ich lerne daran, mich weniger hart zu geißeln wegen der Dinge, die unerledigt sind.

Zum Beispiel jetzt: mein Rücken tut weh. Mein Büro ist kalt, weil die Heizung entlüftet werden muss. Deswegen will ich dort heute eigentlich nicht hin und dort stundenlang sitzen müssen. Ich habe also beschlossen, heute nur das Allernötigste zu erledigen, obwohl die Liste der dringenden Dinge ansonsten sehr lang ist. Ich muss zB etwas wegbringen, was aber erst ab 13.30 Uhr wieder geht.

Ich habe den Thread hier gelesen und das Gefühl gehabt, etwas beitragen zu können. Die Dinge, die anstehen, sind wirklich dringend. Einiges könnte ich auch jetzt tun. Aber ich habe mich -bewusst- entschieden, hier erst meine Beiträge zu schreiben. Es ist okay : )
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 24. November 2011 12:55

[quote="eire"]
Nixe,

ich bin einer von denen die schon als Kind ständig in den Himmel, ins Universum geschaut haben um dort nach Antworten, Ruhe, Heimat, Abenteuern zu suchen.
Ans innere Universum habe ich nie wirklich gedacht, vielleicht habe ich mich auch nicht getraut.

Ich werds mal versuchen.

LG

eire

[/quote]

Ich hab´ ich auch lange nicht getraut. Ich hatte sogar unheimlich große Angst vor dem ersten Sitzen. Ich dachte, verdammt, ich muss bestimmt plötzlich losabern, alle anderen sitzen da schön konzentriert und nixe plappert und wackelt und raschelt und hampelt..... Und nichts davon ist passiert. Auch danach hatte ich stundenlang nicht das Bedürfnis, irgendetwas zu erzählen oder zu kommentieren. Inzwischen merke ich immer deutlicher, dass Innen und Außen eine Einheit sind.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 24. November 2011 12:58

[quote="nixe"]
Aber ich habe mich -bewusst- entschieden, hier erst meine Beiträge zu schreiben. Es ist okay : )  [/quote]

Danke, ich weis es zu schätzen.

Und ich fühle mich geschätzt. auch dafür danke!

:winken:
Soul
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von Soul » 20. Dezember 2011 13:04

Dicken Dank für Deine Beiträge Nixe, habe mir schon oft gedacht, dass es ja nicht von heute auf morgen klappen kann.
Ich meine, man muss für viele Fähigkeiten erstmal üben, üben und üben, bis sich erste Erfolge einstellen.

Ich hoffe, ich finde Zeit und Muse mich mal mit der Thematik zu befassen, würde mir wohl gut tun!

Edit: Hm... hier am östlichen Rande Düsseldorfs gibt es wohl kaum Jemanden, der entsprechende Kurse anbietet, was kann ich den autodidaktisch machen, oder wie und wo suche ich am besten nach einem passenden Kurs?
Zuletzt geändert von Soul am 20. Dezember 2011 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von loneranger » 20. Dezember 2011 16:02

Ja Meditation verändert das Gehirn unweigerlich. Egal welche periodische Handlung der Mensch ausführt die direkten Einfluss auf den Körper haben verändert uns zwangsläufig. Es ist das einfache System der Anpassung auf Leistungssteigerung.
- Wer Kraftsport macht bekommt mehr Muskeln.
- Wer viel Kampfsport macht bekommt mehr Körperkontrolle.
- Wer viel Sudoku macht der kann besser Sudoku :P
- Wer viel Yoga macht lernt Selbstbeherschung, Beweglichkeit, Konzentration und Körperruhe.
- Wer viel läuft bekommt Hornhaut an den Füßen.

All diese Wiederholungen verändern das Körpersystem so das man beim nächsten mal wieder auf mindest das selbe pensum Vorbereitet ist und sowas verändern das Gehirn!
Anderes beispiel:
Wenn ein Mensch Klavier spielen kann ( in gewissem maße gut ) oder gelernt hat ( musste.. war ja früher mal so ) mit beiden Händen zu schreiben weist eine bessere Verteilung der beiden Gehirnhälften auf. Wenn es dann z.B. zu einem Schlaganfall kommen sollte sind diese Personen schneller Genesen als Andere... da sie Bestimmte fähigkeiten mit beiden Gehirnteilen erlernt haben( ihr Gehirn wurde bereits dadurch verändert ), andere müssen es erst Lernen und das verändert das dann auch das Gehirn nachträglich.... ganauso wie wenn ich jetzt mit der Meditation anfangen würde. Auch eine normale Angsttherapie verändert das Gehirn... solche Veränderungen werden nicht in den Füßen gespeichert. Shaolin Mönche machen das seit Jahrtausenden! ich weis garnicht warum die darauf kommen das sowas neu wäre.

Das ADHS Problem ist nur leider nicht mit einer Stunde "OOOMMMM" gelöst ! es muss täglich gemacht werden... und genauso wie bei den Muskeln bilded sich das ohne "Wartung" wieder zurück.

Das nächste Veränderungsstadium wäre dann wohl auf Evolutionsebene. oder ?
nixe
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von nixe » 21. Dezember 2011 14:17

Soul,

das nur vorläufige Ergebnis:

http://www.zen-guide.de/zen/zentren/plz/4

Mein spontaner Rat wäre, mir die Zen-gruppe in Wuppertal anzuschauen, die zu der Richtung "Leere Wolke" gehört. ( http://www.ylea.de/zen/index.html )

Das ist aber nur meine ganz persönliche Sicht, ich habe sehr gute Erfahrung mit der http://www.ylea.de/zen/index.htmlon Willigis Jäger begründeten Richtung.
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von Mjöllnir » 9. August 2012 11:04

[quote="maerenthaler"]

Wer hier im Forum meditiert regelmäßig (sprich: ist erfahren?)

Welche Meditation wendest Du an?

Kannst Du das, was im Artikel beschrieben ist, bestätigen?

Und wenn ja, was machst Du dann hier?  :zwink:
[/quote]

Grüßt Euch,
ich war lange nicht hier, etwa drei Jahre ... ?  Weil ich in dieser Zeit das Meditieren und das Schamanisieren geübt habe. ;-)
Die Effekte von meiner relativ intensiven aber unregelmäßigen Meditation: Die Zappelei hat schlagartig und extrem nachgelassen, ist manchmal tagelang einfach WEG!
Wenn ich mich viel konzentrieren will, besonders Zuhören ist mein Problem, zappelte ich wieder. Anmerkung: ich nehme keine Medis, weil sie nicht so wirken, wie sie sollen und zu schlimme Nebenwirkungen haben.

Gedankenleere ist in meiner Meditation zwar Ziel, aber es läuft so, dass ich die kommenden Impulse = Gedanken, Gefühle, Geräuschewahrnehmungen usw. einfach dasein lasse und mich nicht darin zu verfange. Mein Meditationslehrer war das Buch von Rob Nairn "Mit dem Drachen fliegen" und das Folgebuch desselben Autors "Auf den Spuren des erleuchteten Drachen". Er erklärt es einfach und klar und kurz und verständlich! - Viel Lesen verwirrt mich nämlich nur.

Weitere Effekte meiner Meditationen in Kombination mit meinen schamanischen Visualisierungen erfolgt sind:
- Heilung von Allergien (Zöliakie, Gräserpollen nebst Kreuzallergien) Auffällig: gegen die Spritzmittel des Obstes bleibe ich allergisch, ungespritzte Äpfel vertrage ich, "industriell" gezogenes Obst juckt im Mund ... Für mich ein Indiz, dass Heilung auf sehr natürliche Art zu verstehen ist, und nicht auf Resistenz gegen unnatürliche Dinge.
- besser Schlafen: besser Einschlafen, weil ich gelernt habe, die Gedanken im Kopf nicht mehr weiter zu verfolgen, nicht mehr deren Sklave zu sein, sondern sie zu stoppen bzw. ihnen keine Aufmerksakeit mehr zu schenken; ich habe die Gedankenkreise, das Kopfkino entmachtet - ein Willensakt, der durch Meditationsübung möglich geworden ist
- besser Durchschlafen bzw. leichter wieder in den Schlaf finden, wenn nachts wach geworden.
Manchmal gönne ich mir aber, wenn ich nachts aufwache, den Luxus und Genuss, mich kurz bei wolkenlosem Himmel den Sternen zu widmen und mich "in die Sterne zu meditieren", als ob ich mich mit ihnen spürend verbinden wollte - das macht meistens ziemlich schnell so müde, dass ich gleich wieder schlafen kann.

Insgesamt habe ich eine gelassenere Haltung zum Dasein entwickelt, was auch mein Ziel war: ich wollte mich von meinem "Ich-Leid" befreien, nicht mehr so jammerig fühlen und so hilflos ausgeliefert dem Ganzen was so schlecht für mich hier in diesem Leben läuft. Ergebnis: Reduktion des Lebenshaders von 100% auf 20% !!! DAS ist ein echter Erfolg für mich.

UND: mittels Schamanisieren habe ich meine SOZIOPHOBIE KOMPLETT AUFGELÖST

Anderen Ängsten begegne ich gezielter, so dass sich schon Angst in Freude gewandelt hat!

Was ich in dem Focus-Artikel aber nicht verstehe: Da steht, Beschäftigung mit dem Inneren mache krank. Meine Erfahrung ist: Das gilt nur für "ständige Gedankenkreise um immer dasselbe Leiden". Wenn man aber in seine Schmerzen hineinmeditiert, dann erkennt man sie und erkennt auch ihre Auflösungen! So ging es mir, ganz intensiv habe ich mich sehr auf mein Inneres eingelassen und gerade dadurch diese besonderen Heilungen erlebt

Und warum bin ich jetzt wieder in diesem Forum? - Ich suche eine Antwort auf eine Frage zu perinatalem Parkinson, Dopanimagonisten und Erfahrungen mit L-Tyrosin, habe aber keine gefunden und mich beim Querlesen in diesen Thread "verirrt".

Herzliche Grüße
Mjöllnir
Zuletzt geändert von Mjöllnir am 9. August 2012 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist ein Jammer, dass die Dummen so selbstsicher und die Klugen so voller Zweifel sind. (Bertrand Russel)
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von rager » 19. August 2012 21:13

ich hab' doch gar keine Zeit um nichts zu denken ^^ Muss immer weiter gehen.. Gibt keine Pausen. Gibt viel zu viel zu tun. :p

Daher meditiere ich nicht. Vll in Zeiten, wo ich der Meinung bin, es gäbe icht ganz so viel zu tun. Dann werd ichs zwar nicht mehr brauchen, aber wohl versuchen  :ohmm:

ansonten bleib das meine Meditation: :drummer1: da lasse ich mich recht gehen und führe/drücke körperlich aus, was gerade in meinem Geist ist.

Früher war Krafttrianing für mich auch eine Art Meditation, aber dafür bin ich jetzt leider zu ehrgeizig und qüäle mich eher. Wobei ich die Qual beim Training auch liebe und suche ^^ Man braucht aber immer wieder Phasen, wo man 'runter schaltet, weil der Körper es sonst nicht aushält.  :icon_rolleyes: :breitgrinse1:

Gruß
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deirdre
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von deirdre » 20. August 2012 11:14

Ich hab mal einen Qi-Gong-Kurs mitgemacht.

Der war toll ... wenn ich innerlich dazu in der Lage war anständig mitzumachen.
Gebracht hat er auch eine Menge ... leider fehlte mir dann die Zeit für einen weiteren Kurs. :(
Alle Veränderung erzeugt Angst.
Und die bekämpft man am besten,
indem man das Wissen verbessert.
Ihno Schneevoigt
:willi:
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von graffiti » 20. August 2012 12:35

ich verfolge diesen fred bereits länger, weil ich ja auch bereits seit jahrzehnten auf der suche nach einer möglichkeit bin, meinen kopf leer machen zu können.

bisher war die einzige möglichkeit, zumindest ruhe reinzubringen, ihn mit etwas beruhigendem zu füllen.
lesen, handwerkliches, malen, fließbandarbeit, sport, arbeit mit pferden, kochen (bei allen tätigkeiten vorausgesetzt: es läuft ohne probleme).

sehr unterschiedliche tätigkeiten, aber allen ist gemeinsam, daß sie meine gedanken lenken, ohne anstrengend zu sein, ohne daß ich irgendwelche problemlösungen finden muß.

nixe schrieb (in dem fall ging es um ikebana):
JEDE Tätigkeit kann achtsam vollzogen werden
das ist vorstellbar für mich, das kenne ich (wie ja auch oben geschrieben).
konzentration aufs tun.
das erdet, das macht ruhig.
habe ich schon immer so empfunden, habe ich auch schon immer genutzt.
und auch bevor ich hier zum ersten mal gelesen habe, habe ich immer behauptet, z.b. kochen sei mein meditationsersatz.
so weit, so gut + klar.
ich hab also meditations-ersatz-möglichkeiten auf einem bestimmten level gefunden.

was für mich nach wie vor unvorstellbar (aber ein lang gehegter wunsch) ist:
einfach rein gar nichts denken.
bin ich froh, daß ich mir diese nachdenk-zigarette nicht angezündet habe, als ich die gasleitung abgemäht habe :icon_mrgreen:<br />oder: alles wird gut.
maerenthaler
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Re: Psychische Erkrankungen- Meditation verändert das Gehirn

Beitrag von maerenthaler » 20. August 2012 13:15

[quote="graffiti"]
... meinen kopf leer machen zu können.

bisher war die einzige möglichkeit, zumindest ruhe reinzubringen, ihn mit etwas beruhigendem zu füllen.  [/quote]

So würde ich das von mir auch behaupten.

Der Fehler an diesem System liegt aber zumindest in seiner Nachhaltigkeit,
weil ich mich spätestens, wenn ich diese was-auch-immer-Tätigkeit beende,
wieder auf dem gleichen Unruhelevel wie vordem befinde.

Und noch viel schlimmer ist es, wenn ich dabei gestört werde.

Ich denke, dieses mein auf diese Weise Ruhe zu finden,
hat auch sehr viel mit einem Hyperfocus zu tun,
der mir letztendlich nur eine Ruhe vorgauckelt.

Ruhe im Kopf ist nicht das gleiche wie Entspannung und Ruhe in (m)einer Ganzheit.

:Möhrchen:
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