diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

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Stefan SRO
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diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Stefan SRO » 29. November 2018 21:28

Vor ca. 8 Jahren hat bei mir eine Lebensabschnitt mit viel Konzentration, langen Fahrstrecken usw. begonnen.

Hier ist mir erstmalig aufgefallen, dass hin und wieder ein paar Tropfen im "Höschen" waren, bevor ich zum WC bin.

Das wurde kontinuierlich mehr, bis ich vor 6 Jahren erstmalig zum Urologen bin. Der hat mich sehr gründlich (max. unangenehm) untersucht und mich für körperlich gesund befunden. Ich bekam ein Antispasmin und wurde wieder weg geschickt.

Kurz vor meinem Burny vor 4 Jahren bin ich wieder hin weil es mehr wurde. Nun kam noch mehr unangenehme Untersuchungen in Spezialkliniken.
Gleiches Ergebnis. Körperlich bin ich 20 Jahre. Kern gesund. ---Totale Ratlosigkeit bei den Ärzten---.
Nach weiteren Untersuchungen kam eine Ärztin zu dem Schluß, dass ich mich nicht entspannen können und so die Entleerung gestört sei. Da ich mir damals sicher war, kein "Meise" zu haben, bin ich wieder abgetrabt. Ohne weitere Hilfe.

Zwischenzeitlich nahm das Problem unmerklich immer weiter zu. Im Winter leider schon sehr deutlich zu spüren und scheinbar nach langem konzentrierten Arbeiten im Sitzen besonders stark.

Nun mit der ADS-Diagnose sind eben diese Vermutungen wieder präsent, weil genau diese Dauerspannung auch eines meiner Hauptprobleme in der ADS-Behandlung ist.

Es ist komplett unmerklich und nicht der Klassiker, wie Husten oder Niesen. Das haben wir seit der Geburt unseres Sohnes bei meiner Frau. Wir können es also sehr gut unterscheiden.

Wer hat das schon erlebt oder Ideen dazu?
Ich vermute, es hängt mit der Selbststeuerung bei ADS zusammen und suche nach einem Ausweg, der nicht "Einlagen" heist.
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
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Daydreamer
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Daydreamer » 29. November 2018 21:45

Hallo Stefan,

So wirklich weiter helfen kann ich dir vielleicht nicht, aber ich möchte dir gern von meinen Erfahrungen berichten, vielleicht hilft es dir ja doch irgendwie.

Ich kenne das von mir so, dass ich sehr leicht ablenkbar bin. Beispiel:
Ich bin in der Bahn auf dem Weg in die Schule. Geht also nicht aufs WC zu gehen, frühestens in 15 Minuten. Also schnell an was anderes denken. Und rate mal wann es mir wieder einfiel - richtig. Gute 6h später auf dem Weg von der Schule. Dann war es allerdings höchste Eisenbahn. Mehr als Einmal ging dann das ein oder andere daneben :oops:

Was ich damit sagen will: kann es sein, dass du so angespannt und gedanklich abgelenkt bist, dass du nicht merkst, dass du zur Toilette musst? Und irgendwann läuft die Blase halt über ... ?
Das Leben ist ein Spiel. Wir spielen es nur mit höherer Schwierigkeitsstufe ;)
Raupi
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Raupi » 29. November 2018 21:51

Hm... das Thema Beckenboden ist bei mir ein sehr leidiges, wobei die Inkontinenz durch Bebo Training wieder besser geworden ist. Leider habe ich ein paar andere Schäden, ich erspare Euch lieber die Details.

Ich habe mal einen tolle Beckenbodenkurs nach dem "Bebo Konzept" gemacht, sehr empfehlenswert.

Aufgrund meiner Probleme habe ich auch schon auf eigene Rechnung Einzelstunden bei Krankengymnasten genommen.

Fazit: Das Entspannen des Beckenboden ist integraler Teil der Stärkung durch Muskeltraining. Aufgrund der meist vorhandenen Inkontinenz hat man ja Tendenz unten rum alles ständig anzuspannen. Aber es ist eben auch wichtig, es zu entspannen, auch Wärme und sowas ist gut, Badewanne...

Auf jeden Fall ist es beileibe nicht nur ein Frauenthema...
LG, Raupi
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von ULBRE » 29. November 2018 22:34

Hallo,

das ist ein durchaus typisches Phänomen beim älter werden von Männern. Hat nicht mal zwingend was mit AD(H)S zu tun, kann aber.
Beim nach Hause kommen oder aufstehen vom Schreibtisch gibt es eine Art innere Entspannung, die dann voll durchschlägt - vorher hat man stundenlang nichts gemerkt.
An der Blase liegt es nicht, eher an der Prostata - und am Beckenboden.
Manchen kann der Trick helfen, schnell an etwas zu denken, was jetzt unbedingt sofort gemacht werden muss (schafft wieder die bisherige Anspannung). Ald Dauertherapie ist das aber recht kontraproduktiv ;-)

Son ein Beckenboden Muskeltraining soll übrigens auch angenehmste Nebenwirkungen in Bezug auf das Erleben von Sexualität sein...

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Raupi » 29. November 2018 23:19

Ich hatte größte Probleme, überhaupt zu kapieren, welche Muskeln ich zu benutzen habe. Ich habe jahrelang genau verkehrt herum angespannt :o

Sehr gut fand ich nach langer Suche und vielen Enttäuschungen die Beckenboden Materialien von Benita Cantieni, auch Cantienica genannt. Da gibt es DVD und Videos... letztere sind manchmal gebraucht etwas billiger zu haben...
LG, Raupi
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Stefan SRO » 30. November 2018 10:16

Da organisch alles im grünen Bereich ist, hoffe ich mal auf den Erfolg der Ergotherapie.
Ich bin seit Jahren zu beschäftigt, um mich um mich selbst zu kümmern und dass wollen wir dort mal starten.

BeBo-Übungen hatte ich mal angefangen... so wie Vieles was man anfängt und schnell wieder aus den Augen verliert.
Ungeführt bin ich dazu nicht in der Lage.

Wer also schon Erfolge oder Erfahrungen in Sachen Selbststeuerung hat, hier gern beteiligen.
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Raupi » 30. November 2018 12:53

Wenn man einer DVD oder Video übt, ist es ja schon ein bisschen angeleitet...

Kurs nach "Bebo Konzept" kann man vielleicht über die Homepage der Vereinigung herausfinden...
LG, Raupi
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Stefan SRO » 30. November 2018 13:45

Das ist wie mit meiner Achtsamkeits-App...
Mache ich sie nicht an, kann ich sie nicht hören.

Ich habe so ein Startproblem. Immer zu beschäftigt.
Das funktionieren auch keine anderen Medien, nur eine Verbindlichkeit gegenüber Personen.
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Re: diskrete Inkontinenz als Komorbidität?

Beitrag von Sheherazade » 30. November 2018 14:13

Stefan SRO hat geschrieben:
30. November 2018 13:45
Ich habe so ein Startproblem. Immer zu beschäftigt.
Das funktionieren auch keine anderen Medien, nur eine Verbindlichkeit gegenüber Personen.
Dann versuche doch mal über deinen Arzt eine Verordnung für Funktionstraining zu bekommen. Bei uns macht das die Rheumaliga und es werden unter Anleitung einer Physiotherapeutin sehr viele nützliche Übungen (auch oder gerade für den Beckenboden) gemacht. Das mit den Verbindlichkeiten kenne ich (und mein Mann) nur zu gut. Unser innerer Schweinehund kann nur durch feste Termine überlistet werden.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
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