Verzweifelt...

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 12. Mai 2018 22:34

Hallo
Ich weiß garnich recht wo ich anfangen soll außer das ich mich vollkommen hilflos fühle.. Mein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt. Vor etwa 1 1/2 Jahren wurde ADHS diagnostiziert. Seit er Medikamente bekommt ist auch endlich die Schule recht zufrieden doch ich zuhause bekomme dafür die doppelte Ladung ab. Ich weiß es ist nicht so aber ich frage mich sehr oft warum er mich nur so hasst. Die ganze Welt muss sich nur um ihn drehen. Er WILL und er WILL. Er ist vollkommen auf sich bezogen. Egal ob sein kleiner Bruder schläft oder was auch immer. Es wird allem mit Geschrei und wütendem Getobe nachdruck verliehen. Ich werde mit den schlimmsten Ausdrücken beworfen und kann mich nicht wehren. Heute Abend hat er sich beim Gassi mit dem Hund auf den Boden geworfen und so laut geschrien das die Leute die Rollos hoch gezogen haben um zu sehen was los is. Die ganze Nachbarschaft hasst ihn weil er klaut was ihm gefällt und er alle beleidigt.
Ich weiß einfach nichtmehr weiter. Die Psychaterin hat ihn auch nur an einen von ihren Pädagogen weiter geschickt für ein Konzentrationstraining in einer Gruppe und der meinte wenns nich klappt mit seinem Verhalten sollten wir mal über Heime reden. Aber das will ich ihm und mir auch nicht antun.

Entschuldigt wenn das alles ein wenig wirr klingt aber ich bin gerade wirklich ziemlich fertig..

Ach ja und wenn er dann mal seinen einsichtigen Tag hat redet er vernünftig mit mir aber betont immer wieder das es davon kommt das er dumm sei... :cry: ich versuch ihm das auszureden aber er bleibt eisern dabei. Dann ist er lieb wie ein Engel für einen halben Tag umd darauf folgt der selbe Terror wie immer.
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von laetitia » 13. Mai 2018 01:03

Hallo Vega

Willkommen im Forum!

Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der selber Kinder hat. Aber was ich bisher so gehört habe von denen die Kinder haben, kann ich mal versuchen weiterzugeben.

Wie nimmt dein Sohn die Medis? Welche Medis? Hat er genügend Wirkung, über den ganzen Tag? Wenn die Wirkzeit gegen den Nachmittag hin zu Ende ist (was bei Methylphenidat gut sein kann, da es sehr rasch verstoffwechselt wird), kann es sein, dass er genau dann zuhause ist, wenn der sogenannte Rebound kommt. Das passiert, wenn die Wirkung nachlässt und die ADHS-Symptome wieder kommen. Die werden dann unter Umständen stärker erlebt, weil in Kontrast zu vorher. Dass es in der Schule gut läuft, dann aber wenn er nach Hause kommt nicht mehr, würde für eine ungenügend lange Wirkzeit und einen Rebound-Effekt sprechen. Der Rebound kann durch eine kleine Nachdosierung mit kurzwirksamem Methylphenidat aufgefangen werden.

Wie kommt es, dass es so tief in ihm drin sitzt, dass er denkt er sei dumm?
Benutzeravatar
Maya18Max
Foruminventar
Beiträge: 548
Registriert: 6. März 2016 14:59
Wohnort: in einem schwäbischen Dorf
Alter: 35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Maya18Max » 13. Mai 2018 01:37

Willkommen bei uns.

Mein erster Gedanke ist: Rebound und passt die Wirkdauer der Medikation.

Ich kann laetitia zustimmen. Nach diesen Infos kann man weiter schauen.

Deine Beachreibungen passen auch eins zu eins zu unserem Sohn. langsam bessert es sich.

Denke dran: auch wenn man es kaum glauben mag/kann. Diese Ausraster und Beschimpfungen sind nicht persönlich gemeint.

Er wird sich dermassen in der Schule zusammennehmen, dass er zu Hause einfach nicht mehr den nerv hat. Auch wenn es noch so schlimm ist, können wie ein,Stück weit froh sein, dass es,"nur" zu Hause passiert. Auch das ist schlimm, ich weiss wovon ich spreche. Schlimmer, wenn dadurch die Gegebenheiten in der Schule nicht angepasst werden, weil ja alles toll ist.

Lass ihn toben, provoziere/diakutiere in diesen Momenten nicht (heizt nur an). Ignoriere das fiese verhalten so gut es geht. Hinterher tut es ihnen i.d.R. Sehr leid. Versuche das positive zu verstärken, gebe auch sofort positive Rückmeldung (auch bei Ansprengungabereitschaft).

Wie haben nach der richtigen Einstellung (Präparat und Dosierung) nach einem halben Jahr (Einstellung 2 Jahre) tatsächlich sie schulischen sowie aber auch sozialen Erfolge, die Selbstzweifel sinken und die Motivation nimmt zu. Es gibt weniger Zoff und es macht wirklich richtig Spass weil wir wissen, dass Sohnemann ein toller Kerl ist und er weiss, dass wir hinter ihm stehen bei allem was kommt. Was wiederum nicht bedeutet, dass er jeden Mist machen darf, aber dass wir ihn einfach ernst nehmen!

Liebe Grüße und viel Kraft
Maya
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Caesi
Pagemaster
Beiträge: 97
Registriert: 6. April 2017 13:36
Wohnort: RheinMain-Gebiet

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Caesi » 13. Mai 2018 09:04

Maya hat schon wichtige Tipps gegeben, ich würd es gerne noch ergänzen.

Auch wenn es nur wenige Momente gibt, bestärke ihn wo es geht positiv, gibt ihm Lob bei allem was er gut macht und versuche das unerwünschte Verhalten so gut es geht zu ignorieren. Wir haben mit dem Kleinsten das Problem, das er irgendwann mal den Lerneffekt hatte, je mehr Lärm ich mache, umso besser bekomme ich was ich will. Einfach weil es für Eltern und Geschwister auch wirklich schwer auszuhalten ist. Seit wir begonnen haben, so schwer es ist auf unerwünschtes Verhalten nur mit dem Minimum an Aufmerksamkeit die nötig ist um Schäden an Wohnung und anderen Personen zu vermeiden und er die Aufmerksamkeit nur für positives Verhalten erhält, bessert es sich langsam immer mehr.

Zuhause ist eben der Rahmen wo die Kinder sicher sind. Sie wissen egal was kommt, meine Familie hat mich immer lieb.

Das stehlen und beleidigen der Nachbarn ist durchaus eine Schwierigkeit. Denn das sie ihn nicht mögen aus diesen Gründen spürt auch er. Du hast geschrieben das ihr zu einer Pädagogin geht. Habt ihr Kontakt zum Jugendamt? Welche Art pädagogischer Hilfe nehmt ihr in Anspruch? Ich habe mir übers Jugendamt Sozialpädagogische Familienhilfe geholt und es war das beste was ich tun konnte. Gemeinsam haben wir die ganze Familie durchleuchtet und sind dabei nach und nach die schwierigen Eckpunkte auszumerzen.

Alles gute für eure Familie <3
"Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Immanuel Kant)
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 13. Mai 2018 22:00

Mein Sohn bekommt nur morgens für die Schule 15mg Metylphenidat + 10 mg Straterra. Und das mit dem rebound hab ich gestern zum ersten mal gehört. Allerdings bin ich nicht sicher ob der es sein kann denn sein durchdrehen beginnt meist so gegen 3 bis 4. Die Wirkung der Medis sind ja schon um 11 ca. weg.

Warum er selbst so überzeugt ist das er dumm ist versuche ich rauszufinden. Aber er sagt immer nur das allein er das denkt.....
Lass ihn toben, provoziere/diakutiere in diesen Momenten nicht (heizt nur an). Ignoriere das fiese verhalten so gut es geht
Das versuche ich seit langem doch er hält es locker eine Stunde aus permanent neben mir Mama zu schreien... und wenn ich darauf dann iwann eingehe kommt nur "Ich will jetzt XY" ...

Zum Thema loben. Ich versuche schon seit der Diagnose ihn für wirklich jeden Pups zu loben... aber irgendwie bis jetz erfolglos...

Du hast geschrieben das ihr zu einer Pädagogin geht
Nein ich sagte wir sind bei einer Psychaterin.
Diese hat uns Praxisintern zu ihrem Pädagogen zum sehr erfolglosen Konzentrations Gruppentraining geschickt.

Vom Jugendamt halte ich absolut garnichts da ich persönlich 3 absolut unschöne Geschichten mit denen erlebt habe was meine Lebensgefährten, und eine bei den Nachbarn betrifft. Keine Ahnung ob nur das JuAmt hier so ist aber von denen halte ich Abstand.....

Kann es sein das ich seine Medis wohl oder übel auf den ganzen Tag packen muss?
Heute Abend wollte er mich zwingen ihn ans Handy zu lassen sonst "fackelt" er sich ab...... und dann wollte er am Sicherungskasten den Strom abstellen um mich zu erpressen..
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von laetitia » 13. Mai 2018 22:19

Nimmt er morgens retardiertes oder kurzwirksames Methylphenidat?
Und ja, es ist sinnvoll und gut, den ganzen Tag abzudecken.
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 13. Mai 2018 22:24

Er nimmt einfaches. Wir hatten das retard probiert doch daraufhin kamen Beschwerden aus der Schule das er wieder kaum beschulbar und vollkommen unkonzentriert wäre. Die Psychaterin meinte dann nir das retard bei ihm dann wohl keinen Sinn macht umd ist wieder auf das einfache umgestiegen.
Caesi
Pagemaster
Beiträge: 97
Registriert: 6. April 2017 13:36
Wohnort: RheinMain-Gebiet

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Caesi » 13. Mai 2018 22:49

Das du unschöne Erfahrungen mit dem Jugendamt hast tut mir leid. Aber bevor ihr übers Heim nachdenkt, was ja im ersten Beitrag erwähnt wurde, würde ich schon Familienhilfe versuchen.

Was du beschreibst ist recht heftig und von heute auf Morgen wird das nicht weggehen. Eine gute Begleitung ist für euch als Eltern auch ganz wichtig. Sonst geht ihr noch ein, als Familie.
"Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Immanuel Kant)
Benutzeravatar
Maya18Max
Foruminventar
Beiträge: 548
Registriert: 6. März 2016 14:59
Wohnort: in einem schwäbischen Dorf
Alter: 35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Maya18Max » 13. Mai 2018 23:48

Ich sehe es ähnlich wie Caesi.

Ein Heim wird dem Jungen nicht weiterhelfen. Ich denke, es wird erst etwas bringen, wenn er vernünftig medikamentös eingestellt und tatsächlich über den Ganzen (!) Tag abgedeckt ist.

Sorry, das wie ihr mit sen Medikamenten eindosiert wurdet, klingt ziemlich "plump". Kannst du näheres beschreiben? Viele Ärzte, haben leider (noch) keine Ahnung vom eindosiereb und sagen z.B. bei Medikinet nicht dazu, dass zwingend !!! gefrühstückt werden muss. Sonst verstärken sich die ADHS symptome sogar.

toll, dass du schon so viele Dinge, sie wir angesprochen haben, berücksichtigst. Halte durch und schaut, dass die Medikamente besser passen und gebt hier auch nicht auf. Beim richtigen Medikament werdet ihr eine deutliche Erleichterung spüren. Das war bei uns auch so.
Leider lernen Adhsler nicht aus Erfahrung. So können Veränderungen dieser Art auch nur lernen, wenn ihnen das Hilfsmittel gegeben wird. Sprich die korrekte Medikation und eine konsequente, authentische liebevolle Umgebung, die du schon geschaffen hast.

Holt euch trotzdem zusätzlich Hilfe. Vielleicht gibt es eine Selbsthilfegruppe, die gute Tipps und Ansprechpartner liefern können.
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Caesi
Pagemaster
Beiträge: 97
Registriert: 6. April 2017 13:36
Wohnort: RheinMain-Gebiet

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Caesi » 14. Mai 2018 06:42

Mag noch was nachtragen :)

Das du die Option Heim nicht als Sinnführend siehst und nicht möchtest habe ich gelesen, andere auch. Aber ich hab ihn nochmal aufgegriffen, weil es dir Gegenüber ja schon einmal angesprochen wurde und es sicherlich dann nochmal irgendwann fällt, wenn es schon einmal gefallen ist.

Was sind denn die positiven Eigenschaften deines Sohnes? Wenn die Kinder so zornen ist es schwer in dem Moment an das positive zu denken, aber sich daran zu erinnern hilft auch etwas die Kraft zu behalten, die man als Mutter und oder Vater benötigt.
"Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Immanuel Kant)
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 14. Mai 2018 07:59

Guten Morgen

Als erstes möchte ich sagen das ein Heim oder sonst was für mich nicht in frage kommt. Damit kam nur sofort dieser meiner Meinung nach unkompetenter Pädagoge direkt nach 2 oder 3 treffen.

Mit den Medis hat er zuerst nur 5mg und dann 10 mg Metyl bekommen.
Als ich erzählt hab das es in der Schule passt aber er noch so verbal agressiv ist hat sie uns zu Straterra geraten. Da wurde er genauso 1x erhöht auf 10mg nach einer Woche.
So ging es eine ganze Zeit lang gut.
Plötzlich gab es wieder Beschwerden aus der Schule das er kaum beschulbar war. Darauf wurde die Metyl Dosis auf 15mg erhöht. Nach Meinung der Psychiaterin verstofwechselt er allgemein auch sehr schnell.
Zuhause bin ich immer einigermaßen ohne Medis klargekommen. Es war als 3-fach Mama nich leicht aber es ging. Damit is mittlerweile Schluss umd meine Nerven liegen blank. Ganz zu schweigen von meinem Mann. Der ist leider mit wesentlich weniger Geduld gesegnet...

Ich fühl mich eig von Ärzten und Co ziemlich im Stich gelassen. Auch ausreden und genau schildern lässt mich kaum jemand.


Zu seinen Stärken das fragen mich so viele... Aber irgendwie finde ich selbst in aller Ruhe kaum welche... Er ist sehr neugierig umd beobachtet viel wenn Erwachsene iwas Reparieren oder Werken und macht da mit begeisterung mit.
Auch war er immer sehr hilfsbereit was aber schon länger iwie weg ist...
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 14. Mai 2018 08:42

Nochmal zu den Medis und Rebound.
Ich glaube ja wie gesagt nicht das er einen Rebound vom Metyl hat da dazwischen eine große Zeitspanne liegt. Aber kann es sein das er einen Rebound vom Straterra bekommen könnte?
Er bekommt das ja auch morgens vor der Schule und es ist zwar ein Dauermedi das er täglich nehmen muss, aber die Wirkung lässt im laufe des Tages ja auch nach.
Daher die Frage ob ich das Straterra vielleicht erst nach der Schule gebe um einen evtl Robound in die Nacht wenn er schläft verschiebe?
In der Schule dann morgens hat er ja das Metyl ich denke da ist das Straterra nicht gaaanz so zwingend frisch nötig.?
Benutzeravatar
Maya18Max
Foruminventar
Beiträge: 548
Registriert: 6. März 2016 14:59
Wohnort: in einem schwäbischen Dorf
Alter: 35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Maya18Max » 14. Mai 2018 10:10

Das hört sich wirklich ziemlich verzwickt an.

Welches Präparat habt ihr den von Methylphenidat? Ritalin, Medikinet? Waren die 10 mg ein Retardpräperat?

Frühstückt er denn dazu?

Methylphenidat wirkt ja nur eine gewisse Zeit zw. ca. 4 und 8 Stunden je nach Präparat und ob Kurzwirksam oder Retard.

Das Stratteta ist ein Medikament, das langsam aufdosiert wird und einen Wirkspiegel aufbaut. Das bedeutet, hier ist es egal, wann es eingenommen wird.

Ich habe schon bei einigen gehört, dass Strattera noch aggrssiver macht. Ich persönlich finde aus den vielen (Fach-) Vorträgen, dass Strattera nicht das passende Medikament bei ADHS ist.

Wichtig ist, dass ihr einen wirklich guten und langjährig erfahrenen Facharzt/Therapeuten für ADHS findet. Hier fahren viele Betroffene über 100 km einfache Wegstrecke hin. Er wird euch auch Ernst nehmen.
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Caesi
Pagemaster
Beiträge: 97
Registriert: 6. April 2017 13:36
Wohnort: RheinMain-Gebiet

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Caesi » 14. Mai 2018 10:24

Die Verzweiflung mit den Ärzten kenne ich sehr gut. Ich habe schon recht früh bemerkt das bei meinen Jungs was anders ist und kein Doc hat mich ernst genommen, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Von meiner Mutter weiß ich das sie mit meinen Brüdern Probleme hatte und ich habe aktuell mit der Englischlehrerin meines großen Schwierigkeiten, das sie absolut nicht mit ihm umgehen kann, obwohl er ein ganz lieber Kerl ist, der einfach nur langsamer arbeitet, aber eben auf stur schaltet, wenn jemand ihn zu sehr bedrängt oder gar angeht.

Habt ihr Kontakt zu einem Kinderneurologen? Wir gehen mit den Jungs in eine Kinder-neurologische Klinik in der nähe. Die erlebe ich wesentlich kompetenter als die anderen Ärzte die ich zuvor aufsuchte. Mein Jüngster war wegen seiner Aggressionen auch einmal 4 Wochen stationär. In der Zeit wurde er auch beschult, die Klinik hat sich von der Schule das Lehrmaterial geben lassen, damit er den Anschluss nicht verliert. Unser Problem war das er die ganze Zeit über keine Aggressionen zeigte, dafür kann die Klinik nichts. Als wir als Eltern merkten so langsam bricht seine Maske, meinte die Klinik das es keinen Sinn macht ihn weiter zu beobachten. Dennoch haben wir in der Zeit einige wichtige Erkenntnisse erlangt. Die Entscheidung ihn in die Klinik zu geben ist mir verdammt schwer gefallen. Ich hatte angst das er es so auffasst das wir ihn nicht mehr haben mögen und schlimmes Heimweh bekommt. Aber die Klinik war da wirklich gut und hat viele Regelungen die die Kinder und ihre Familie zusammenhält und nicht trennt.

Vielleicht könnte euch das helfen ihn besser einzustellen mit den Medikamenten und raus zu finden ob er vielleicht nicht noch andere Schwierigkeiten hat, die verhindern das die bisherige Therapie greift.
"Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Immanuel Kant)
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 14. Mai 2018 10:49

Nein zu Neurologen haben wir keinen Kontakt. Auf die Idee bin ich bisher nichtmal gekommen.

Momentan streben wir eine Ergo an zu seiner LRS und feinmotorischen Störung. Diese arbeiten mit ihm auch an Konzentrations und Impulskontrolle. Außerdem denke ich werde ich die Medis mal anders einstellen lassen wenn ich das nächste Rezept hole bzw halt auf ganztags. Und ob das Straterra jetz permanent wirkt oder doch wie die Psychaterin sagt absinkt gegen Ende spielt ja dann keine Rolle. Also kann ichs mal auf Nachmittags verlegen.

Sollte das alles keine Veränderung bringen werde ich mal zu einem Kinderneuro fahren. Wir haben in 50km eine recht gute Uni Klinik.
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von laetitia » 14. Mai 2018 10:55

Wie kann denn die Psychiaterin wissen, wie schnell einer etwas verstoffwechselt?

Kann auch sein, dass die Wirkung morgens gut ist, dann Nachmittags hat er noch genug Energie, sich so gut wie möglich zusammenzureissen und wenn er dann keine vorgegebene Struktur von der Schule mehr hat und sich auch nicht mehr zusammenreissen muss, dann keine Kraft mehr hat, sich zu kontrollieren. Den Rebound-Gedanken würde ich noch nicht so schnell fallen lassen.

Ich habe, bevor ich Elvanse verschrieben bekommen habe, es erst auch mit Methylphenidat probieren müssen. Da hatte ich, als die Wirkung bereits hätte weg sein müssen, dennoch mehr Energie als ohne Medi. Das schreibe ich dem Umstand zu, dass all die Kraft, die ich sonst den Tag über mit Copingstrategien vergeudet hatte, nicht mehr benötigt wurde und ich deshalb einfach weniger verbraucht war. Methylphenidat hatte bei mir aber zu starke Nebenwirkungen. Deshalb der Wechsel auf Elvanse.

Wie lange nimmt er die Medis schon? Es gibt auch einige, die erst einmal für ein halbes Jahr gut eingestellt sind, dann aber eine Dosisanpassung nötig wird. Meist ist das einmalig. Also nicht im Sinne einer Toleranzentwicklung.

Auf die Besonderheiten von Medikinet wurde ja schon hingewiesen...also das mit dem ausgiebig Frühstücken. Falls das Retardprodukt Medikinet war. Sonst gibt es ja noch weitere Möglichkeiten wie Ritalin LA, Concerta, etc. die probiert werden können.

Ein kompetenter Psychiater, welcher sich mit ADHS auskennt, ist ebenfalls das A und O. Für meine eigene Einstellung hatte ich Anfangs jede Woche einen Termin, bekam Medikamente für eine Woche um zu sehen, ob ich es vertrage...dann so alle drei Wochen, jetzt habe ich nach zwei Monaten dann erneut einen Termin. Fände ich noch wichtig, gerade bei Kindern.

Manche Psychiater verschreiben sehr ungern Stimulanzien. Dafür zögern sie nicht mit anderen Substanzen wie Antidepressiva oder Neuroleptika. Finde ich seltsam aber ist wohl so, weil Stimulanzien unters Betäubungsmittelgesetz fallen und das irgendwie den inneren Widerstand aktiviert...meine Theorie :geek: .
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 14. Mai 2018 11:41

Er bekommt Medikinet unrerardiert seit ca 1 1/2 Jahren. Retard hatten wir versucht aber wie oben schon erwähnt kamen dann wieder klagen aus der Schule das er unbeschulbar sei.
Er Frühstückt eher spärlich aber ich versuche ihn immer wieder zum essen zu bringen..
Mit anderen Medis kenn ich mich nicht wirklich aus und die Psychaterin bleibt iwie strikt nur bei den beiden...
Ich wüsste auch nicht wo ich sonst hin könnte. In unserer Gegend gibt es nicht gerade Auswahl an Psychatern...
Die kommt auf den schnellen Stoffwechsel weil die Wirkung bei ihm max. 3-4 Stunden hält.
Und Gezögert hat sie in keinster weise mit Betäubungsmitteln. Die hätte sie am liebsten beim ersten Vorstellen schon verschrieben. Aber ich hab mit Medis erstmal lange gezögert...
laetitia
Foruminventar
Beiträge: 1030
Registriert: 18. Februar 2015 20:35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von laetitia » 14. Mai 2018 12:12

Vega hat geschrieben:Er bekommt Medikinet unrerardiert seit ca 1 1/2 Jahren. Retard hatten wir versucht aber wie oben schon erwähnt kamen dann wieder klagen aus der Schule das er unbeschulbar sei.
Er Frühstückt eher spärlich ...
Eben...wenn er auch das Retard von Medikinet hatte, gleichzeitig spärlich frühstückt, kann es sein, dass es nicht die Wirkung hatte, die es hätte haben sollen.

Warum das bei Medikinet Retard so ist, weiss ich nicht, ist allerdings bekannt. Es braucht da eine gute Grundlage, die auch etwas fettreich sein darf. Wer morgens nicht frühstücken mag, fährt mit anderen Produkten wie Ritalin Retard oder Concerta besser.

Da würde ich darauf beharren. Manchmal muss man halt etwas Überzeugungsarbeit leisten. Als ich den ersten Versuch mit Medis wagte, da hat mir der Psychiater den ich hatte ein Generikum von Concerta verschrieben. Da hatte ich dann einerseits grobe Verdauungsprobleme und schlaflose Nächte. Hier im Forum habe ich dann gelernt, dass es besser ist, mit einem unretardierten Präparat einzusteigen. Das machte für mich auch Sinn, weil Concerta über ca. 12h wirken soll und wenn unerwünschte Wirkungen auftreten, ist das eine lange Zeit. Als ich den Doc um ein Rezept für kurzwirksames Ritalin bat, wollte er es erst auch nicht geben. Bis ich erklärte, warum ich das wollte. Da fand er dann auch, dass es wohl besser wäre.
Benutzeravatar
Maya18Max
Foruminventar
Beiträge: 548
Registriert: 6. März 2016 14:59
Wohnort: in einem schwäbischen Dorf
Alter: 35

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Maya18Max » 14. Mai 2018 13:44

ich seh es wie laetitia. vermutlich hat er mit dem Retard nicht genug gefrühstückt, dass es deshalb für die Schule und ihn nicht tragbar war.

Ich würde ebenso versuchen einen Wechsel auf z.B. Ritalin LA (Retard) anzustreben. Manche Ärzte weigern sich (so war es bei uns) statt Medikinet Ritalin zu verschreiben. Macht aber in vielen Fällen tatsächlich Sinn.
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
Vega
Andersweltler
Beiträge: 13
Registriert: 12. Mai 2018 22:17

Re: Verzweifelt...

Beitrag von Vega » 14. Mai 2018 14:35

Jetzt stellt sich die frage. Ritalin oder Concerta ....
Antworten

Zurück zu „Erziehungsfragen bei ADS und ADHS*“