Probleme mit 11jährigem ADHS-Kind

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Nadyle
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Probleme mit 11jährigem ADHS-Kind

Beitragvon Nadyle » 8. Januar 2017 21:41

Mein Stiefsohn Jonas hat ADHS und nimmt während der Schulzeit Medikinet Retard. In den Ferien nimmt er keine Medikamente.
Die Kinder sind montags nach der Schule, an den Wochenenden und in den Ferien bei uns.
Jonas ist jetzt in der 6. Klasse Gymnasium. Er hat massive Probleme mit dem Vokabellernen. Da er sich für Computer begeistert hat sein Vater ihm einen Vokabeltrainer programmiert, womit er sich seine Computerspielzeit erarbeiten muss. In englisch klappt das bisher gut, die Noten haben sich verbessert, aber in Latein geht irgendwie nix in sein Langzeitgedächtnis und mit den ganzen Konjugationen steht er eh auf Kriegsfuss.
Ich mache mir Sorgen, dass er die Defizite in Latein schon bald nicht mehr aufholen kann, denn Lernen führt regelmäßig zu Diskussionen. Ob seine Mutter so intensiv mit ihm lernt wie wir weiß ich nicht, sie ist berufstätig, wir sind selbstständig und nehmen uns die Zeit wenn die Kinder da sind, da arbeiten wir dann halt abends wenn die Kids im Bett sind.
Wie können wir Jonas zum Lernen motivieren oder effizient mit ihm lernen oder müssen wir einfach die Erwartungen zurückschrauben?
Was ich noch schwierig finde ist, dass Jonas keine Freunde hat und seine Freizeit am Liebsten vor PC oder Handy verbringt. Ich rekelmetiere das, aber wenn wir die Kinder abholen sitzen sie sehr oft vor der Glotze, normales Spielen mit anderen Kindern geht gar nicht.
Ich bin ja der Meinung, dass er in einen Verein gehen sollte, egal ob Sport, Schach, THW o.ä. damit er außerhalb der Schule Kontakt zu anderen Kindern hat und nicht vereinsamt. Sein Vater ist auch so ein Eigenbrödler und so soll Jomas ja auf Dauer nicht werden. Was kann ich tun, um dem Kind zu helfen?
minime
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Re: Probleme mit 11jährigem ADHS-Kind

Beitragvon minime » 17. Januar 2017 13:29

Hallo!

Na ja ich habe auch ein ähnliches Exemplar zu hause.

ENG 1 und Latein krebst er um die 4 rum. 6. und 7. Klasse hatte er Nachhilfe in Latein, 8. und 9. keine Nachhilfe - das Ergebnis war OHNE Nachhilfe besser.
Falls nur Latein so ein Problem-Fach ist, würde ich die Füße still halten, den Druck rausnehmen aber ihm realistisch die Konsequenzen klarmachen:
Latein muss immer zur Sicherheit mit einem anderen Hauptfach ausgeglichen werden können - also bei einer 6 muss er mindestens 2x2 oder 1x1 in einem anderen Hauptfach haben - sonst wird es bitter! Sollte er sein Latinum, d.h. 9,. oder 10. Klasse nciht durchgängig eine 4 Haben muss er die 3. Fremdsprache durchs Abi schleppen.
3. FS bedeutet, die gehen davon aus, dass bis dahin 2 FSen gelernt wurden, heißt Lernmethodikfehler gibt es nicht und entsprechend zackig geht es voran!

Bei meinem Sohn hilft das ungemein, besser als jeglich Predigt, besser als Nachhilfe, ....

Zu den ausserschulischen Aktivitäten: es gibt auch Stubenhocker, die finden Vereinsleben ultra-gräßlich. ICH auch, meine Kinder auch. Wieso dazu zwingen?!
Zudem haben die mit bekannten ADHSler nicht wirklich durchgängig Vergnügen an sozialen Kontakten - mitunter sind die sehr anstrengend. Also warum???
Sozial verarmen sollen die Kinder nicht, aber da helfen auch einfach so Treffen ....

LG, minime.
BAE2705
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Re: Probleme mit 11jährigem ADHS-Kind

Beitragvon BAE2705 » 19. Januar 2017 08:57

Hallo,

bei meinem ADHS Junior ist ebenfalls die "Eigenbrödlerei" ein Thema. Früher (vor Medikation) Hansdampf in allen Gassen, 3 x pro Woche Leistungssport - seitdem er Medikamente nimmt. nimmt er eine "Auszeit". Leistungssport hat er beendet, wenn er mit uns zu Freunden geht, die Kinder haben, spielt er mit diesen gerne und ansonsten hockt er in seinem Zimmer, liest, daddelt und chillt. Ich kann ihn jetzt nach gut einem Jahr (ab und zu) dazu motivieren Eislaufen zu gehen oder mal ins Kino, aber er hat einfach nicht mehr den Drang und Wunsch ständig "auf Achse" zu sein (auch am WE ohne Medikamente, 12 Jahre). Da er aber - und das ist für mich wichtig - jetzt seine Anerkennung in der Klasse bekommt, sich dort wohl fühlt und auch mal zu einem Geburtstag eingeladen wird, lass' ich ihn seine "Auszeit" nehmen. Es tut ihm einfach gut. Wie war es bei Euch vor der Medikation? Macht ihr als Familie etwas zusammen (schwimmen, Ausflug usw.?)? Macht er da mit?

Beim Lernenwar bei uns gefühlt "ewig" nörgeln und schieben nötig. Nur führte das zu immer größerem Widerstand - Sackgasse. Also wieder die Ansporntüte ausgepackt: Da er nunmal gerne "daddelt" und wir da klare Zeitbegrenzungen vorgegeben haben, kann er sich mit kontrolliertem Vokabellernen zusätzliche Spielminuten im Verhältnis 2:1 verdienen (10 min lernen - 5 min spielen) und siehe da - es funktioniert. Kontrolliert heißt: Er liest in meiner Anwesenheit die Vokabeln durch (immer 5 Stück) ich frage ab, in Franz (Latein hat er nicht) auch konjugierte Formen (in Latein würde ich auch die Deklinationen dazu nehmen). Das klappt fast jeden Tag, an Langtagen lass' cih's manchmal schleifen.

LG, BAE

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