Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

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Mondsternchen
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Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von Mondsternchen » 1. Februar 2016 07:32

Guten Morgen - ja, irgendwann ist auch mal Schluss ..... tägliche Beleidigungen "Du nervst", "Hör auf mich zu nerven" und diverse andere Dinge sind hier Alltag.
Aber heute morgen - nein, es geht so nicht mehr. Ich bin auch jemand, der das nicht mehr wegstecken will. Konkret der Vorfall ... Sohn trödelt - wie immer - Zähne putzen wieder mal nicht, Rumgeschreie und Bus verpasst.
Mit dem Topping heute "Blöde K...". Ich bin jetzt konsequent und fahre ihn nicht in die Schule.

Wie geht es Euch damit - generell ist ja kein Unrechtserkenntnis da (kenne ich ja täglich, immer die anderen), aber wie geht es Euch? Ist das auch Tagesordnung?
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Sheherazade
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von Sheherazade » 1. Februar 2016 08:41

[quote="Mondsternchen"]
Ich bin jetzt konsequent und fahre ihn nicht in die Schule.
[/quote]

Generell ist Konsequenz keine schlechte Idee, bei euch ist nur der Zeitpunkt, um damit zu beginnen, ein wenig schlecht gewählt. Dein Sohn hängt gerade richtig in den Seilen, Einsicht ist gerade jetzt eigentlich nicht zu erwarten.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
Sohn *2001 - ADS
2 Töchter *1998 und * 1989
Schmerz vergeht, aufgeben ist für immer.
ripley
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von ripley » 1. Februar 2016 09:12

Einsicht ist gerade jetzt eigentlich nicht zu erwarten.
Nein, Einsicht nicht. Zumindest nicht im Sinne von "ich hab mich (moralisch) falsch verhalten".
Aber Konsequenzen-Lernen sollte drin sein. "Wer A sagt ... bekommt B heraus"
Und ich bin der Meinung, je früher man dies ... veranlasst, desto früher lernen auch ADHSler ein halbwegs annehmbares Sozialverhalten. Das können sie nämlich. Ist nur "bisl" schwerer für sie (und für ihre Eltern).

Mondsternchen, lege bitte zunächst für DICH fest, a) welche Wortwahlen und Tonfälle für Dich okay sind, b) bei welchen Du es bei hochgezogenen Augenbrauen, einer Anmerkung o.ä. belassen kannst und c) WAS GAR NICHT GEHT. Die GEHTGARNICHTs werden ab sofort und konsequent mit Konsequenzen belegt. Bei UNS war und ist das zum Beispiel ein Verweis des Kindes aus gemeinsam genutzten Räumen. (Nicht in die Schule gefahren werden hätte Junior locker umgedreht: "prima. Bleib ich eben zuhause!"  :breitgrinse1:)
Das Zauberwort heißt Konsequenz! Will sagen, was immer Du als Konsequenz wählst, Du musst es unter Umständen zunächst auch gegen Widerstand durchziehen. (Glaub mal nicht, dass Junior anfangs das Zimmer freiwillig verlassen hätte ...) Erst nach und nach entwickeln sich Automatismen (auch im Sinne von "ich muss ja eh...") ... und schließlich auch die Fähigkeit, die Konsequenz zu umgehen, indem man von vornherein seinen Ton kontrolliert. Dauert aber, geht NICHT von heute auf morgen.
Deswegen ja: JETZT anfangen. Mit den Medis wird's dann leichter.
Mondsternchen
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von Mondsternchen » 1. Februar 2016 09:52

Einsicht - nee, das weiss ich ja schon seit Jahren. Es sind immer die anderen ...

Konsequenzen machen wir schon seit Jahren - immer im Zusammenhang und auch schon vorab als Info.
Bereits gemachte Versprechungen wie Ausflug, Kino etc. sind davon unberührt, weil diese Termine ja schon feststehen.

Und generell arbeiten wir in Schritten: nicht mache dich fertig, sondern putze deine Zähe.
minime
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von minime » 1. Februar 2016 10:19

Hallo!

Ganz ehrlich das hat nichts mit "ertragen" zu tun, sondern mit "ER kann das gar nicht!" und dafür sollte es mehr als nur Konsequenz geben. Findet einen Weg, der für beide gangbar ist. Erprobt ihn, ob der wirklich auch klappen kann. Und wenn der auch ein Mal geklappt hat, dann halte ihn mit Konsequenz auf diesem Weg. Ihm muss die Konsequenz aber vorab schon bekannt sein. Mit der Konsequenz "Nicht in die Schule bringen" schneidest Du Dir selber ins Fleisch - er lernt dabei wie einfach es ist eine Tag frei zu bekommen.
Was willst Du in die Entschuldigung für die Schule nun schreiben?
Soll es ein unentschuldigter Fehltag werden?
Mit wem meinst Du wird die KL darüber reden wollen?
Sollte sich so etwas ansammeln, was meinst Du wer im Ernstfall das Ordnungsgeld aufgebrummt bekommt?

Wir hat(ten) ein RIESEN-Problem mit dem morgendlichen Aufstehen mit meinem 13-jährigen. Er trödelt zwar nicht, aber er kann nicht aufstehen. Wir wecken ihn, er antwortet, ist aber nachweislich nicht bei Bewusstsein dabei. Mittlerweile haben wir durch diverse Maßnahmen und durch sein Einsehen, seine Mitwirkungsbereitschaft und seine Verantwortung das Problem gelöst. Klar gibt es da auch mal Ausnahmen, aber wir können mittlerweile darüber lachen und es händeln. Du kannst von einem Kind nur das einfordern, was es auch wirklich leisten kann, auch wenn es fürs Kind anstrengend ist.

Zum Thema: "Du nervst ..." und sonstige Betitulierungen ... Wenn das immer in derselben Situation (morgens beim Fertigmachen) auftritt, vielleicht nervst Du tatsächlich immer (alle meine Männer sind Morgenmuffel - sprich die ja nicht an!) und Du änderst auch nicht Dein Verhalten. Nerv dann halt nicht mehr, kündige ein anderes Verhalten an und nerv nicht!
Übrigens ich habe lange Zeit kein Verständnis gehabt, dass mein Mann 1,5h Stunden morgens braucht. Ich brauche  20 Min, Groß-Sohn braucht zum Wachwerden 3/4 h und zu Fertigmachen 10 Minuten, Klein-Sohn braucht zum Wachwerden 5 min und zum Fertigmachen ca. 30 Min. Jetzt akzeptiere ich das und jeder läuft in seinem Rhythmus.
Und noch eins: reduziert das morgendliche Getue wirklich auf das Notwendigste und wenn von dem Notwendigsten (Zähne putzen) nicht alles klappt, setzt die höchste Prio auf "Bus erreichen" - dann halt ohne Zähneputzen, oder Essen auf die Hand, etc. Irgendwann klappt das alles besser und Ausnahmen werden immer seltener.

LG, minime.
Falschparker
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von Falschparker » 1. Februar 2016 16:35

Nur mal damit ich mir das vorstellen kann: Was passiert denn wenn du deinen Sohn nicht zur Schule fährst? Muss er dann laufen oder Bus fahren oder was genau?

Im Prinzip ist es ja wichtig, Schulkindern die Gelegenheit sich zu bewegen nicht zu nehmen, indem man sie fährt. Und bei ADHS-lern ist es nochmal doppelt wichtig.
Zuletzt geändert von Falschparker am 1. Februar 2016 16:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von Sheherazade » 1. Februar 2016 19:39

[quote="Falschparker"]
Nur mal damit ich mir das vorstellen kann: Was passiert denn wenn du deinen Sohn nicht zur Schule fährst? Muss er dann laufen oder Bus fahren oder was genau?
[/quote]

Da sie von "Bus verpasst" geschrieben hat, nehme ich an, dass er den nächsten Bus nehmen muss und somit zu spät kommt, wenn sie ihn nicht mit dem Auto fährt. Ist jedenfalls bei meinen Jungs so. 15 Kilometer laufen wären auch für die zwei Energiebolzen zu viel.  :breitgrinse1:
Zuletzt geändert von Sheherazade am 1. Februar 2016 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
Sohn *2003 - Autist mit komorbider ADHS
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von Falschparker » 1. Februar 2016 20:45

Habe ich überlesen.  :upsi:

Finde ich aber richtig so. Wer gefahren werden will soll auch nett sein.
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paulchen
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Re: Wieviel als Mutter "ertragen" vom Kind?

Beitrag von paulchen » 15. Februar 2016 13:57

Mal so aus Interesse gefragt: was haltet ihr denn vom Spiegeln?
Mein Sohn redet auch so: du nervst, lass mich in Ruhe, ich will endlich mal.... allerdings sind das alles Dinge, die ich im Laufe meines Lebens auch öfter mal von mir geben. Er hat es dann einfach übernommen, weiß aber auch ganz genau, in welchen Situationen er das einsetzen muss um eine bestimmte Wirkung meinerseits zu erzielen. Heißt alos für mich: ICH muss erstmal an mir arbeiten.
Aber ich kann ihn auch spiegeln und neulich fragt er mich doch glatt, warum ich mich so seltsam verhalte  :grübel:
Meine Antwort war drauf: ich reagiere nur auf sein Verhalten. Hat ihn doch glatt ein bißchen zum Nachdenken angeregt, nicht dass das jetzt viel bewegt, aber mir reicht ja erstmal der kleine Schritt
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