Endlose Diskussionen

Dieses Board ist auch für Gäste sichtbar!
Benutzeravatar
vivaldi1969
Pagemaster
Beiträge: 113
Registriert: 9. Februar 2011 07:48
Alter: 48

Endlose Diskussionen

Beitrag von vivaldi1969 » 28. September 2011 08:03

Guten Morgen,

ich brauche Tipps zu o.g. Thema. Unser Sohn diskutiert über immer wieder die selben Themen, immer und immer wieder. Ich lasse mich oft auf seine Diskussionen ein und sage meinen Standpunkt, der sich auch nicht ändert, immer und immer wieder. Manchmal sage ich: "keine Diskussionen mehr, du kennst meine Meinung.", und gehe weg. Später fängt er wieder damit an. Wie kann ich das ändern, oder kann ich es überhaupt ändern?
Wer den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" kennt, weiß, wovon ich rede.

Danke im voraus für eure Ratschläge und Tipps.

Gruß vivaldi
ripley
Foruminventar
Beiträge: 1259
Registriert: 23. Oktober 2010 20:06

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von ripley » 28. September 2011 09:48

[quote="vivaldi1969"]
Unser Sohn diskutiert über immer wieder die selben Themen, immer und immer wieder. Ich lasse mich oft auf seine Diskussionen ein und sage meinen Standpunkt, der sich auch nicht ändert, immer und immer wieder. Manchmal sage ich: "keine Diskussionen mehr, du kennst meine Meinung.", und gehe weg. Später fängt er wieder damit an. Wie kann ich das ändern, oder kann ich es überhaupt ändern?[/quote]

Indem Du
a) frühzeitig erkennst, was da läuft, nämlich Elternbeschäftigungsprogramm
b) sofort (!) nach dieser Erkenntnis reagierst, indem Du Dich aus der Diskussion rausnimmst. Das KANN räumlich sein, das KANN aber auch dadurch erfolgen, dass Du einfach eisern (!) die Klappe hältst.

Diskussionen um von Junior zu erledigenden Dinge löse ich gerne auf mit "Du kannst da jetzt noch eine halbe Stunde drüber reden und mosern, dann dauert es eben umso länger bis du fertig bist. Deine Entscheidung". Und dann eben KEIN Wort mehr, außer "Mach es einfach!"
Benutzeravatar
vivaldi1969
Pagemaster
Beiträge: 113
Registriert: 9. Februar 2011 07:48
Alter: 48

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von vivaldi1969 » 28. September 2011 10:50

@ripley

Klingt easy, isses aber nicht. Versuche jeden Tag auf's Neue, "standhaft" zu bleiben, dann kommen neue Argumente hinzu und schwupps biste wieder in der Endlosschleife.
Danke für deine Tipps.
Gruß vivaldi
ripley
Foruminventar
Beiträge: 1259
Registriert: 23. Oktober 2010 20:06

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von ripley » 28. September 2011 11:01

Doch es IST einfach.
Wenn Du mal aufhörst, den Pimpf als gleichwertig und  gleichberechtigt anzusehen und auf der "Argumente-Ebene"  rumzuhängen. Geh auf die Meta-Ebene! DU bist die Mutter, ER ist das KIND. Und Ihr spielt mit Eifer ein Machtspielchen, bei dem er Dich mit seinen Argumenten am Nasenring durch die Gegend führt, statt dass Du Deinen Job machst und IHN anleitest und führst.

Mit einem Dreijährigen diskutiere ich nicht, ob es gut oder schlecht ist, auf der Bundesstraße zu spielen. Mit einem 13jährigen diskutiere ich nicht, wann der Rasen (von ihm) gemäht werden muss, wann der Tisch abgeräumt wird oder wann das Nintendo abgestellt werden muss. Diese Diskussionen sind nicht nur vollkommen überflüssig, sie sind kontraproduktiv für ein Verhältnis, in dem nunmal einer führt und einer sich führen LASSEN muss.

Ich diskutiere mit dem Filius GERNE über Gott, die Welt, Physik, Mathe, Philosophie etc. pp.
Aber ich diskutiere mit ihm NICHT darüber, dass ich bestimmte Dinge erledigt und andere unterlassen sehen will.

Hör auf zu diskutieren und fang an zu führen.
Zuletzt geändert von ripley am 28. September 2011 11:02, insgesamt 1-mal geändert.
Christina mit Flo
Pagemaster
Beiträge: 100
Registriert: 16. August 2011 20:42

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von Christina mit Flo » 28. September 2011 13:19

Oh nein nicht diskutieren!!!
Es ist wirklich schwer, mein zwerg versucht es auch immer wieder.
Es gibt eine Ansage und zur NOt lass ich ihn mit Ansage der Konsequenz (hat er keine HA, kanner nciht spielen bevor nicht erledigt) undder Aussage daran gibt es nix zu diskutieren stehen
Flo ist auch sehr wortgewandt, der könnte mich in Grund und Boden Diskutieren mit seinen 8 Jahren wenn ich das zulassen würde.
Versuchs vielleicht mal mit nem Verstärkerplan wo er belohnt wird wenn er NICHT diskutiert. Bei uns funktioniert viel mehr über Lob als über Konsequenzen und Tadel
Benutzeravatar
gel.ice
Foruminventar
Beiträge: 2123
Registriert: 6. Juni 2008 12:52
Wohnort: ostalbkreis

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von gel.ice » 28. September 2011 15:18

genau! einfach nicht mitdiskutieren. eine klare ansage machen und sagen "darüber diskutiere ich nicht. thema erledigt" und das reicht 1x!
wenn er gar nicht aufhören kann, dann einfach keine antwort mehr geben.

klar wird er es am anfang nicht akzeptieren und weiternerven, aber wenn du standhaft bleibst merkt auch er irgendwann, dass er nichts erreicht und es SEINE verschwendete zeit und energie ist.
ripley hat das sehr gut beschrieben.

es gibt dinge über die kann man diskutieren und es gibt dinge die hat er einfach zu akzeptieren solange du noch für ihn verantwortlich bist.

für ein kind ist es ja auch wichtig, dass es sich auf die aussagen seines vorbilds (und das sind eltern zwangsläufig) verlassen kann, denn dadurch bekommt es die sicherheit die es braucht.

lg
nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.
(erich kästner)
Benutzeravatar
vivaldi1969
Pagemaster
Beiträge: 113
Registriert: 9. Februar 2011 07:48
Alter: 48

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von vivaldi1969 » 28. September 2011 21:48

Da werdet ihr wohl alle recht haben. Theoretisch ist mir das auch alles klar und ich arbeite täglich daran, mich in keine Diskussion mehr einwickeln zu lassen.

Es wird über folgende Sachen diskutiert:
- Warum bekomme ich kein i-Phone? Andere haben auch eins. - Ich sehe darin keine Notwendigkeit und es ist viel zu teuer.
- Warum bekomme ich keine Soft-Air? Mein Freund hat auch eine. - Ich finde diese Dinge unmöglich, unsinnig und gefährlich.
- Warum darf ich keine Filme anschauen, die ab 16 sind (z.B. Horror-Filme)? Meine Mitschüler dürfen auch. - Er kann den Film meiner Meinung nach nicht verarbeiten.
- Warum muss ich unter der Woche so früh ins Bett (20.30 Uhr), warum darf ich am Wochenende NUR bis max. 23.00 Uhr aufbleiben. Meine Kumpels gehen unter der Woche spät und am Wochenende noch später ins Bett. - Er braucht seinen Schlaf, damit er am nächsten Tag fit in der Schule ist.
- Warum darf ich nur eine Stunde Gameboy/Wii o.ä. spielen. Mein Freund spielt den ganzen Nachmittag. - Wenn er länger spielt, wird er hibbelig und unerträglich anstrengend danach.
- Warum muss ich den Tisch schon wieder abräumen? Habe ich doch erst gestern gemacht. - Weil wir eine Familie sind, wo man sich gegenseitig hilft.

Alles Fragen, die ich TÄGLICH bekomme, die Argumente habe ich ja zusammengefaßt dazu geschrieben. Und das immer und immer wieder. Wie stelle ich das ab? Komplett auf Durchzug schalten? Dann geht er mir nicht mehr von der "Pelle". Kurze Ansagen, aber welche? Meine Argumente zählen bei ihm nicht, ich bin ihm viel zu streng. Und so versucht er mich, "weich zu kochen".

Ich kann mit ihm zur Zeit kein "vernünftiges" Wort reden.

Ich weiß, dass Diskussionen zu nichts führen. Habt ihr Tipps, wie ICH mich ein bisschen davor schützen kann. Man wird nämlich mit der Zeit aggressiv seinem Kind gegenüber und das will ich nicht.

@christina

Verstärkerplan, Lob und so weiter habe ich schon probiert. Er legt keinen besonderen Wert auf MEIN Lob. Ich bin wieder auf der Schiene - Konsequenz, seit Wochen..... und komme irgendwie nicht so richtig weiter.

Gruß vivaldi
Benutzeravatar
BlackLady
Foruminventar
Beiträge: 1730
Registriert: 23. Oktober 2010 23:12

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von BlackLady » 28. September 2011 22:24

Kurze Ansagen, aber welche?


Kurz und klar formulieren was man will, bzw was das Kind unterlassen soll.
Auf Nachfrage find ich kann man den Grund ruhig nennen.

Aber da reicht EIN mal aus.

Sollten weiterhin Fragen nach dem Warum kommen, oder versucht werden zu diskutieren, sind meine Standartantworten immer

"weil ICH das so will"
"weil ICH die MUTTER bin"

Wie meine Vorgänger schon schrieben, es gibt Dinge, da diskutiere ich gern, und ich steh meinem Kind auch grundsätzlich eine eigene Meinung zu, aber es gibt auch einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Eltern- und Kindebene.
Und es gibt Entscheidungen, die einfach ich treffe, und da gibts nichts zu diskutieren.
Und solang wie es immer wieder Kämpfe um solche Punkte gibt, sollte es auch vermieden werden "Ausnahmen" in welcher Form auch immer zu gewähren, denn die Kinder werden dann versuchen, ständig Ausnahmen durchsetzen zu wollen.

Der Anfang ist anstrengend, sogar sehr anstrengend.
Aber es lohnt sich.
Danach wirds einfacher.


Wie alt war nochmal dein Sohn?

Ich denk Fragen nach nem I-Phone, etc. würde ich einfach damit begründen, das es zuviel Geld kostet.
Wenn er selbst für sein Geld arbeiten geht, kann er das ja kaufen.

Was Filme und am WE weggehen angeht, würde ich mich an den geltenden Gesetzen orientieren.
Da habt ihr was in der Hand, was sogar noch von einer "höheren" Instanz kommt.
Und ansonsten gilt eben trotzdem noch, das ihr die Eltern seid, und letztendlich entscheiden könnt, selbst wenn ihr ein früheres Heimkommen, wie gesetzlich vorgesehen bedeutet.

Ansonsten könntet ihr die Gameboy / Wii -Zeit noch weiter begrenzen, und die restliche Zeit, bis er auf die 1 Stunde kommt, muß er sich verdienen, mit z.B. Dingen wie Tisch abräumen, oder was dir sonst noch wichtig ist.
Ich habe ein Motivationsproblem - solange bis ich ein Zeitproblem hab....


Wer mich für KOMPLIZIERT hält,
hat nur keine Lust
sich mit meiner EINZIGARTIGKEIT
auseinander zu setzen
ripley
Foruminventar
Beiträge: 1259
Registriert: 23. Oktober 2010 20:06

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von ripley » 28. September 2011 22:40

Kurze Ansagen, aber welche?


Weitere Möglichkeiten:
- "Darum!"
- "Weil ich das sage"
- "Weil ich eine böse Mama bin, die ihrem Kind jede Freude nimmt" (Achtung, dafür sollte der Sohn Ironie bereits sicher verstehen, sonst geht das nach hinten los. Klappt aber bei meinem, 13, ganz prima)

Danach: Klappe halten! Egal, was noch kommt!
Benutzeravatar
vivaldi1969
Pagemaster
Beiträge: 113
Registriert: 9. Februar 2011 07:48
Alter: 48

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von vivaldi1969 » 29. September 2011 08:14

@blackLady

Unser Sohn ist 12. Danke für deine Tipps. Da muss ich wohl die anstrengende Zeit überwinden und HOFFEN, dass es danach wirklich besser wird.

@ripley

"Weil ich das sage" - hört er von mir mehr als genug. Ich habe auch schon gesagt (wenn ich wütend oder verzweifelt bin), er solle seine Koffer packen und zu diesem Eltern ziehen, die ihren Kindern alles kaufen und erlauben. Na ja, ich denke kurz und klar ist wohl der einzige Weg, da werde ich noch eine ganze Weile kämpfen müssen. Kindererziehung habe ich mir wirklich nicht so anstrengend und nervaufreibend vorgestellt. Da kommen die schönen Zeiten zu kurz und das finde ich sehr schade.

Gruß vivaldi
Benutzeravatar
Menolly
Foruminventar
Beiträge: 4553
Registriert: 15. Dezember 2008 18:34
Alter: 50

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von Menolly » 29. September 2011 10:16

hehe, also bei den Argumenten, meine Freunde dürfen das auch, sag doch mal...
OK, dann rufe ich jetzt mal die Eltern deiner Freunde an und frag die mal ob das alles so stimmt.  :up_to_something:
Du sollst Deine Freunde nicht trocknen und rauchen.
Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigene Spur.
Wilhelm Busch
Bienchen geschafft 24x für 2016
Hier könnt ihr euch Smileys suchen.
ripley
Foruminventar
Beiträge: 1259
Registriert: 23. Oktober 2010 20:06

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von ripley » 29. September 2011 10:34

[quote="Menolly"]hehe, also bei den Argumenten, meine Freunde dürfen das auch, sag doch mal...
OK, dann rufe ich jetzt mal die Eltern deiner Freunde an und frag die mal ob das alles so stimmt.  :up_to_something:
[/quote]

Hm ... und dann sagt er irgendwann: "Du, Mama, ich möchte jetzt raus gehen, plündern und brandschatzen. Machen meine Freunde auch..." (Siehe London vor einigen Wochen.)

Nee, ich finde es besser, [u]meine elterliche Entscheidung OHNE "Rückendeckung" von anderen Eltern zu treffen und durchzusetzen. Das ist auch besser zur Förderung des vom Kind somit eingeforderten Respekts.
Benutzeravatar
Menolly
Foruminventar
Beiträge: 4553
Registriert: 15. Dezember 2008 18:34
Alter: 50

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von Menolly » 29. September 2011 10:54

ripley glaub mir, wenn die Kinder das Argument bringen meine Freunde dürfen auch und du sagst nur, ok ich frag die mal, sind sie ganz ganz schnell ganz still.  :icon_rolleyes:
Einfach weil es eben nicht so ist das die Freunde dürfen.
Du sollst Deine Freunde nicht trocknen und rauchen.
Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigene Spur.
Wilhelm Busch
Bienchen geschafft 24x für 2016
Hier könnt ihr euch Smileys suchen.
Benutzeravatar
vivaldi1969
Pagemaster
Beiträge: 113
Registriert: 9. Februar 2011 07:48
Alter: 48

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von vivaldi1969 » 29. September 2011 11:58

Ich bin da ganz eurer Meinung. Ich wollte nur die Argumentation meines Kindes demonstrieren.

Auf das "Das dürfen meine Freunde auch" höre ich schon lange nicht mehr und wenn es sich ergibt, frage ich auch mal bei den betreffenden Eltern nach. Erhalte aber aber auch ab und an mal die Antwort: Ich solle nicht alles so eng sehen (z.B. Soft-Air-Pistole), da passiert schon nichts.

Ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung und muss aber damit rechnen, dass mein Sohn die verbotenen Dinge dann heimlich macht. Das ärgert mich dann noch mehr, kann aber dann im Nachhinein nicht mehr viel beeinflussen. Sehr frustrierend für mich.

Gruß vivaldi
kaffeetasse
Spezial User
Beiträge: 390
Registriert: 27. November 2010 13:57
Wohnort: Berlin
Alter: 2014

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von kaffeetasse » 29. September 2011 12:19

[quote="ripley"]


- "Weil ich eine böse Mama bin, die ihrem Kind jede Freude nimmt" (Achtung, dafür sollte der Sohn Ironie bereits sicher verstehen, sonst geht das nach hinten los. Klappt aber bei meinem, 13, ganz prima)

Danach: Klappe halten! Egal, was noch kommt!
[/quote]

Oh ja, den Satz benutze ich gerne... Auch den Vorwurf: "DU bist soooooooooooooooooo gemein" beantworte ich (in solchen Fällen) gerne mit "Ja, bin ich!", wenns dann nicht aufhört, setze ich gerne noch ein "und es macht mir Spaß" hinzu.

Vivaldi: bei den von dir genannten Diskussionsthemen würde ich aber genauso antworten wie du. (Bzw. auch ne Spur krasser). Stark bleiben, nicht weich kochen lassen, du kannst ihm aber gerne mal erklären, wie sehr dich das nervt und du trotzdem nicht von deinem Standpunkt abweichen wirst in diesen Dingen. Dafür wäre es halt schön, wenn ihr andere Dinge finden würdet, bei denen du (ruhigen Gewissens) mit dir verhandeln lässt.

Übrigens wegen der achso harmlosen Softair... Die war ja bei mir vor 13 Jahren schon "in". Die macht häßliche blaue Aua-Flecke, wenn man die körpernah abschießt und einer meiner "Kumpel" damals fands lustig, Straßenlaternen etc. damit zu "erschießen". Die funktionierten danach natürlich auch nicht mehr. Aber vielleicht gibts ja bei euch sowas wie ein Softair-Feld, wo man hingehen, die Dinger ausleihen kann und dort "spielen" kann. Ich weiß aber nicht, ob man das schon mit 12 darf. (Das wäre zB so ein Kompromiss, den man eingehen kann, wenn man das will. )

Aber sonst kann ich dir auch nur 1. ruhig erklären, dann 2. ignorieren vorschlagen.
Große Tochter (2001): ADHS, isolierte Rechtschreibschwäche, Dykalkulie u.a.

Kleine Tochter (2011): Frühchen

Ganz kleine Tochter (2014): ...
reneh

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von reneh » 29. September 2011 17:40

Wenn er immer wieder die gleichen Fragen fragt, ihm klar sagen: das Thema hatten wir bereits, einen MP3Player aus der Tasche holen, mit einem süffisanten Lächeln die Kopfhörer in die Ohren proppen und Musik einschalten.
Wenn er dann immer noch weiter redet, mit einem Achselzucken auf die Ohrhörer deuten und ihn stehen lassen.
Hat bei meiner Tochter super funktioniert. Sie war meagsauer und hat das Spiel zweimal mitmachen "dürfen" danach hat sie diese Endlosfrageketten nachgelassen.
Benutzeravatar
gel.ice
Foruminventar
Beiträge: 2123
Registriert: 6. Juni 2008 12:52
Wohnort: ostalbkreis

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von gel.ice » 29. September 2011 21:19

[quote="BlackLady"]
Kurze Ansagen, aber welche?






[/quote][quote="vivaldi1969"]


Es wird über folgende Sachen diskutiert:
- Warum bekomme ich kein i-Phone? Andere haben auch eins. - Ich sehe darin keine Notwendigkeit und es ist viel zu teuer.
- Warum bekomme ich keine Soft-Air? Mein Freund hat auch eine. - Ich finde diese Dinge unmöglich, unsinnig und gefährlich.
- Warum darf ich keine Filme anschauen, die ab 16 sind (z.B. Horror-Filme)? Meine Mitschüler dürfen auch. - Er kann den Film meiner Meinung nach nicht verarbeiten.
- Warum muss ich unter der Woche so früh ins Bett (20.30 Uhr), warum darf ich am Wochenende NUR bis max. 23.00 Uhr aufbleiben. Meine Kumpels gehen unter der Woche spät und am Wochenende noch später ins Bett. - Er braucht seinen Schlaf, damit er am nächsten Tag fit in der Schule ist.
- Warum darf ich nur eine Stunde Gameboy/Wii o.ä. spielen. Mein Freund spielt den ganzen Nachmittag. - Wenn er länger spielt, wird er hibbelig und unerträglich anstrengend danach.
- Warum muss ich den Tisch schon wieder abräumen? Habe ich doch erst gestern gemacht. - Weil wir eine Familie sind, wo man sich gegenseitig hilft.


Gruß vivaldi
[/quote]

du hast ihm all die fragen schon hundert mal beantwortet und ihm argumente geliefert - meiner meinung brauchst du dich für deine entscheidungen nicht rechtfertigen. allerdings finde ich antworten wie "weil ich es sage!" oder "weil ich deine mutter bin " nicht so gelungen, dass fühlt sich für ein kind nach machtausleben der erziehungsberechtigten an und jedes vorher angebrachte noch so berechtigte argument wird da in den wind geschlagen. das schürt nur hass und frust.

wenn meine kids mal nerven weil sie meinen sie könnten mit einer endlos-diskussion was erreichen (grade im bezug auf solche dinge die ich pädagogisch nicht sinnvoll finde wie zu lange nintendo spielen, ein i-phone oder filme ab 16 ansehen...), dann sage ich zu ihnen:
"weißt du, ich weiß dass dies und das nicht gut für kinder ist, kinder davon beeinträchtigt werden, weil sie dann zu viel unnötigen mist im kopf haben so dass nichts wichtiges mehr rein passt. es gibt studien darüber, dass dies und das schädlich ist und und und... ich bin eine mutter der ihre kinder wichtig sind. die sie liebt und die möchte dass aus ihnen was wird und deswegen lasse ich es nicht zu, dass meine kinder verblöden weil ich nicht stark genug bin sie vor solchen sachen zu schützen - auch wenn es oft einfacher und angenehmer wäre einfach ja zu sagen"

da schauen sie dann erstmal dumm und dann ist ruhe.
oder ich sage sachen wie "bei uns ist das so, weil wir eltern das so richtig finden. es ist uns egal wie es bei anderen ist. für die kinder  von anderen eltern sind wir nicht verantwortlich - für euch schon" usw...

das zieht bei uns.

lg
nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.
(erich kästner)
Benutzeravatar
die.bergmeier
Foruminventar
Beiträge: 923
Registriert: 28. September 2008 13:28
Wohnort: Region Hannover
Alter: 50

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von die.bergmeier » 29. September 2011 22:37

ich reagiere da - ehrlich gesagt - nach Tagesform:

"Oh, hast du vergessen, was ich dazu bereits gesagt habe?"
"Mensch gut, dass du mich an das Thema erinnerst, ich habe dazu einen Riesenzeitungsausschnitt, den kannst du dir gleich durchlesen."
"Willst du jetzt die gleich Antwort wie beim letzten Mal oder willst du Aufmerksamkeit? Entscheide dich JETZT."
"Erinnere mich da bitte später noch Mal dran, jetzt habe ich keine Zeit, darüber zu reden." ...meist vergessen sie es
"Ob ich fies bin? Also wenn ich bisher nicht fies genug war, kann ich jetzt ja richtig gemein werden."
"Wenn X und Y das haben, musst du dich von deren/dessen Eltern adoptieren lassen. Ich kann und/oder will da nicht mithalten."
"Das ist eine Thema, das wir besprochen hatten und abgehakt haben. Darüber spreche ich nicht mehr mit dir."
LG Mutter mit Riesenherz für Großtochter (10/99) ads/hb und frech wie Humpatz und Kleintochter (10/04) noch frecher
Olav van Gerven
Pagemaster
Beiträge: 54
Registriert: 6. September 2011 09:54
Wohnort: Bremen
Alter: 58
Kontaktdaten:

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von Olav van Gerven » 30. September 2011 07:23

Eines Tages wurde ich vo einer der Nachbarn angesprochen, meine Erziehung wäre VIEL zu Autoritär! Nun, was war passiert:

In unserem Haushalt lebten zu der Zeit sechs sehr Diskussionfreudige Kinder. Drei eigene und drei in Pflege. Manches wurde tatsächlich besprochen, wenn es aber um wichtige Entscheidungen ging, kam irgendwann deutlich die Ansage "Dies ist eine Dienstanweisung, keine Diskussionsvorlage! Ende der Veranstaltung, erledige die Aufgabe!" Im Sommer im Garten war das natürlich auch für die Nachbarschaft wahrnehmbar.

Es mag sein, dass es Autoritär ist, es mag sein, dass die arme kleine Kinderseelen davon traumatisiert wurden, sicher ist aber, dass wir so den Haushalt geschafft haben und das die mögliche Traumata sich bis heute (18 Jahre später) nicht gezeigt haben. In Gegenteil, wir diskutieren auch heute noch gerne und viel, aber zu passende Themen. Nachwievor, dort wo ich verantwortlich bin, entscheide ich. Wo die (inzwischen alle Erwachsenen) Kinder verantwortlich sind, entscheiden sie.

Wie viele VorschreiberInnen schon gesagt haben - lasse Dich nicht auf die Disukussionen ein.

Zum Einen kostet wes viel Kraft (hast Du selbst schon festgestellt) und zum Anderen verlegt man sehr schnell eine Entscheidungskompetenz bei dem Kind und zwar zu einem Zeitpunkt, wo das Kind die Folgen der Entscheidung nicht annähernd abschätzen kann - auch wenn er gut diskutiert.

Olav
Jeder Mensch ist anders, lebt anders, denkt anders und empfindet anders. Deswegen ist gleiche Behandlung ungerecht
ripley
Foruminventar
Beiträge: 1259
Registriert: 23. Oktober 2010 20:06

Re: Endlose Diskussionen

Beitrag von ripley » 30. September 2011 08:41

Olav hat was Wichtiges angesprochen, nämlich unsere (elterliche) Angst, (zu) autoritär rüberzukommen. "Ihhh, bah, Autorität"! (Überlegt mal, was wir alles damit gedanklich verbinden!) 

Ich persönlich bin inzwischen zu der Auffassung gelangt, dass ein gewisses Maß an Autorität und auch an autoritärem Auftreten keineswegs schadet, sondern im Gegenteil sein FEHLEN ausgesprochen ungut ist für die Entwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen.

Wenn wir uns angucken, WIE viel Aufwand die lieben Kleinen betreiben, um ENDLICH feste, Orientierung gebende Grenzen zu spüren ... dann sollten wir ihnen einfach ein bisschen entgegenkommen ("Schnucki, HIER ist die Wand! Daran kannst du dich anlehnen oder abstützen")
Antworten

Zurück zu „Erziehungsfragen bei ADS und ADHS*“