Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

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Evie280778
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Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 7. Juni 2019 20:52

Hallo Ihr Lieben.

Nach Jahren der Abstinenz bin ich mal wieder hier - mit einem neuen Account, weil ich die alte Email-Adresse nicht mehr habe und das Passwort beim besten Willen nicht mehr auf die Reihe bekomme.

Die alten Hasen kennen mich unter Evie2807 mit Krümel ;)

Aus Evie2807 mit Krümel ist nun Evie280778 mit Schatz, Teenie-Krümel, 8 Monate altem Purzel und drei Bonussöhne geworden :D Patchwork Familie XXL eben.

Warum ich schreibe? Der Grund ist der fast 5jährige Bonussohn, der hier alles und jeden tyrannisiert und ein normales Familienleben unmöglich macht.

Krümel war damals schon nicht ohne, aber er toppt alles und ich bin da etwas ratlos. Er zeigt alle Anzeichen einer oppositionellen Verhaltensstörung und darunter leiden momentan alle.

Krümel wird von ihm ständig drangsaliert - ein hör auf interessiert ihn nicht und logischerweise explodiert das Pubertier dann irgendwann mal.

Der Kleine hält sich an keinerlei Regeln, alles was man ihm sagt, verläuft im Sande und man könnte auch mit der Wand reden. Bei jeder Kleinigkeit gibt es hier Geschrei und Wutausbrüche, selbst unser Purzel hat im Alter von zwei Wochen von ihm eine Ohrfeigen kassiert. Und wenn irgendwas kaputt ist, war er es sowieso nicht.

Die drei Jungs sind alle zwei Wochen und die Hälfte der Ferien bei uns und diese Zeit ist regelmäßig der reinste Horror.

Habt ihr Tips, wie ich diesen kleinen Satansbraten auf Spur bekomme, sodass hier ein ansatzweise normales Familienleben möglich ist?

Bin für alle Tipps dankbar :)
ULBRE
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von ULBRE » 8. Juni 2019 00:55

Hallo,

ich verstehe Deinen Post nicht ganz...
Du warst schon früher hier im ADHS-Andersweltforum und beschreibst uns ein AD(H)S-/ODD-Kind und fragst was Du machen sollst ?
Ist das eine rhetorische Frage oder möchtest Du hören, was Du schon längst glaubst, damit Du den Push bekommst, was zu tun ?

Nun denn:
Diagnostik incl Blutbild auf Mangel an Zink, Eisen, B12, B6, D3, Ausschluss von Schilddrüsenproblemen
Medikamentierung
Psychotherapie
Neurofeeedback
Nahrungsmittelverträchlichkeitenausschluss
etc...

(In dieser Reihenfolge, to be continued)

Best

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
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Elwirra
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Elwirra » 8. Juni 2019 08:13

oppositionellen Verhaltensstörung
??.? :?: :?:

hallo :!: der ist doch erst 5 Jahre alt und soll mal eben dass Leben in einer Patchworkfamilie geschissen kriegen ?
Wer weiß was dass alles mit ihm macht , was es vorher schon alles mit ihm gemacht hat.

Es tut mir in der Seele weh das Gefühl zu haben, wer bei euch die Rolle des schwarzen Schafes in der Familie tragen darf.

Neben allem was ULBRE benannt hat.

Als erstes bei Den Erwachsenen rund um den Burschen schauen . ihr seid die Stellschrauben die reflektieren und bewusst was ändern können wenn es möglich ist.

Holt euch als Familie Hilfe (Familientherapie / oder Familienhilfe) das ist bestimmt für alle eine gute Maßnahme .

geh los holt euch irgendwie Hilfe

Aber BITTE BITTE er ist doch erst 5 Jahre alt und auf ihm liegt jetzt schon die suggerierte Verantwortung für den Familienfrieden ??

Puh wie gut aber das du als Mutter siehst dass da was nicht in Ordnung bei ihm ist

Und selbst wenn dein Verdacht zur oppositionellen Verhaltensstörung sich bestätigt, ansonsten alles in Ordnung bei euch anderen ist selbst dann benötigt ihr ja ebenso Hilfe das zu Stemmen
„An alle die behaupten, sie wüssten wie der Hase läuft:.......... "Er hoppelt!“ ;)
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Sheherazade
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Sheherazade » 8. Juni 2019 10:35

Evie280778 hat geschrieben:
7. Juni 2019 20:52
Habt ihr Tips, wie ich diesen kleinen Satansbraten auf Spur bekomme, sodass hier ein ansatzweise normales Familienleben möglich ist?
Meine Erfahrungen mit Patchworkfamilien (bin selber in einer aufgewachsen und führe bereits die 2.): DU kannst da nicht viel machen, die Eltern des Kindes sind gefragt. Je nachdem wie die Trennung der Eltern verlief und wie lange du mit seinem Vater jetzt bereits eine Familie hast, kann es sein, dass der 5-Jähirge das alles noch nicht verarbeitet hat. Da sollte man ihm bei helfen - und das können erfahrungsgemäß am besten Mama und Papa und sei es, dass sie sich gemeinsam einen Arzt suchen, der sie alle dabei unterstützt.

Wie alt sind seine beiden Brüder?
Evie280778
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 8. Juni 2019 11:14

ULBRE hat geschrieben:
8. Juni 2019 00:55
Hallo,

ich verstehe Deinen Post nicht ganz...
Du warst schon früher hier im ADHS-Andersweltforum und beschreibst uns ein AD(H)S-/ODD-Kind und fragst was Du machen sollst ?
Ist das eine rhetorische Frage oder möchtest Du hören, was Du schon längst glaubst, damit Du den Push bekommst, was zu tun ?

Nun denn:
Diagnostik incl Blutbild auf Mangel an Zink, Eisen, B12, B6, D3, Ausschluss von Schilddrüsenproblemen
Medikamentierung
Psychotherapie
Neurofeeedback
Nahrungsmittelverträchlichkeitenausschluss
etc...

(In dieser Reihenfolge, to be continued)

Best

UlBre
Kein Grund gleich so scharf zu schießen :shock:

Ja ich habe mit meinem Krümel einiges durch gemacht inklusive Suizidgedanken und anschließender stationärer Therapie und auch heute läuft bei ihm noch nicht rund.

Und nein, es war keine rhetorische Frage, denn ich bin mit meinem Latein so ziemlich am Ende, weil alles, was bei Krümel funktioniert hat, bei ihm eben ins Leere läuft.

Und da die Jungs eben bei Ihrer Mutter leben und nicht dauerhaft hier, kann ich natürlich schlecht eine Diagnostik oder ähnliches anleiern.

Daher hatte ich nach anderweitigen Tipps gefragt.
Evie280778
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 8. Juni 2019 11:22

Elwirra hat geschrieben:
8. Juni 2019 08:13
oppositionellen Verhaltensstörung
??.? :?: :?:

hallo :!: der ist doch erst 5 Jahre alt und soll mal eben dass Leben in einer Patchworkfamilie geschissen kriegen ?
Wer weiß was dass alles mit ihm macht , was es vorher schon alles mit ihm gemacht hat.

Es tut mir in der Seele weh das Gefühl zu haben, wer bei euch die Rolle des schwarzen Schafes in der Familie tragen darf.

Neben allem was ULBRE benannt hat.

Als erstes bei Den Erwachsenen rund um den Burschen schauen . ihr seid die Stellschrauben die reflektieren und bewusst was ändern können wenn es möglich ist.

Holt euch als Familie Hilfe (Familientherapie / oder Familienhilfe) das ist bestimmt für alle eine gute Maßnahme .

geh los holt euch irgendwie Hilfe

Aber BITTE BITTE er ist doch erst 5 Jahre alt und auf ihm liegt jetzt schon die suggerierte Verantwortung für den Familienfrieden ??

Puh wie gut aber das du als Mutter siehst dass da was nicht in Ordnung bei ihm ist

Und selbst wenn dein Verdacht zur oppositionellen Verhaltensstörung sich bestätigt, ansonsten alles in Ordnung bei euch anderen ist selbst dann benötigt ihr ja ebenso Hilfe das zu Stemmen
Danke für deine Antwort.

Ich versuche hier in keinster Weise ein schwarzes Schaf auszumachen. Ich sehe, wie der Kleine leidet und nach Hilfe schreit, aber ich kann ihm nicht helfen :neiiin:

Es gelten feste Regeln, klare Tagesabläufe und trotzdem ist er so krawallig. Er hält sich an keine Regeln, sieht sein Fehlverhalten nicht ein, muss bei allem widersprechen. Und das ist bei mir noch nicht mal so schlimm, wie beim Papa und seinen Brüdern.

Bei mir hat er mittlerweile begriffen, dass ich konsequent bin und nicht nachgebe. Wenn ich etwas von ihm möchte, muss ich maximal 2x auffordern, dann macht er es.

Es ist nur so zermürbend, wenn hier 10 Minuten nach dem aufstehen schon Geschrei im Haus ist und das bis Abends so weiter geht.
Evie280778
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 8. Juni 2019 11:46

Sheherazade hat geschrieben:
8. Juni 2019 10:35
Evie280778 hat geschrieben:
7. Juni 2019 20:52
Habt ihr Tips, wie ich diesen kleinen Satansbraten auf Spur bekomme, sodass hier ein ansatzweise normales Familienleben möglich ist?
Meine Erfahrungen mit Patchworkfamilien (bin selber in einer aufgewachsen und führe bereits die 2.): DU kannst da nicht viel machen, die Eltern des Kindes sind gefragt. Je nachdem wie die Trennung der Eltern verlief und wie lange du mit seinem Vater jetzt bereits eine Familie hast, kann es sein, dass der 5-Jähirge das alles noch nicht verarbeitet hat. Da sollte man ihm bei helfen - und das können erfahrungsgemäß am besten Mama und Papa und sei es, dass sie sich gemeinsam einen Arzt suchen, der sie alle dabei unterstützt.

Wie alt sind seine beiden Brüder?
Hallo und danke für deine Antwort.

Die älteren Brüder sind 9,5 Jahre (hochbegabt und dementsprechend der Meinung, er ist der klügste) und 8 Jahre ( viele Baustellen - Sprachheilschule mit LRS, motorische Defizite und anscheinend auch kognitive Defizite) - aber ein liebenswerter kleiner Junge, der immer helfen will und sehr sozial ist. Leider hacken der Größe und der Kleine immer auf ihm herum, weil er ja "dumm" ist.

Die Trennung der Eltern lief glaube ich nicht gerade gut ab, da mein Partner Depressionen hatte (und auch noch hat-in Therapie) und die Mutter Hals über Kopf mit den Kids umgezogen ist - während der Papa stationär in Behandlung war.
Sie selber hat ein Trauma durch Vergewaltigung in der Jugend, will sich da aber nicht helfen lassen. Und auch eine Familie Hilfe lehnt sie ab. Sie ist zu stolz zuzugeben, dass sie überfordert ist. Die Jungs machen zu Hause, was sie wollen. Es wird nicht eingegriffen, wenn ein Streit eskaliert und das Verhalten des Kleinen wird nicht beachtet.

Meiner Meinung nach bräuchten die drei Jungs alle eine therapeutische Hilfe, um die Trennung zu verarbeiten, denn der Größe tut immer so, als wenn ihm nichts etwas ausmacht, aber innerlich weint er.

Ich finde es nur so schade, denn ich hab die drei wirklich gern und muss mit ansehen, wie sie leiden.
Der mittlere mag mich sehr, weil ich ihn so akzeptiere, wie er ist und ihn vor den anderen Beiden verteidige.

Ich bin mit meinem Partner seit 2,5 Jahren zusammen und wohne seit letztem Sommer mit ihm zusammen. Die Jungs haben wir ganz langsam darauf vorbereitet, indem wir einfach Unternehmungen als Freunde gemacht haben, also ohne Küssen oder umarmen.
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von ULBRE » 8. Juni 2019 13:18

Evie280778 hat geschrieben:
8. Juni 2019 11:14
Kein Grund gleich so scharf zu schießen :shock:
Entschuldige bitte, das kam ruppiger rüber als es gemeint war.

Wenn die Mutter sich nicht kümmert, obwohl es den Kindern schlecht geht, wäre es die Aufgabe des Vaters den Hintern hochzukriegen. Und wenn er es nicht alleine schafft und die Kinder bei der Mutter nicht ausreichend versorgt oder verstanden werden (Probleme geleugnet werden) gibt es so was wie Familienhilfe etc. Dann muss man das Jugendamt einschalten.

Toll, dass Du Dich sorgst und kümmerst !!!!!!
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Elwirra
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Elwirra » 8. Juni 2019 13:21

Ja Mist das ist echt ne verzwickte Situation für dich, vor allem wenn du so klar das Leiden siehst.
Ich meinte auch nicht dich grundlegend damit das du ihn zum schwarzen Schaf machst , sonder das die Situation es scheinbar von allen Seiten bedingt.

Ich wollte dich in dem Sinne nicht angreifen , aber es kristallisierte sich so klar heraus das wohl noch woanders so einige Baustellen sind für die du nicht mal was kannst aber es abpuffern musst.

Aber ich war schon im ersten Moment erschrocken darüber, wie du dich ausgedrückt hast und das warf alle Alarmglocken in mir an. jetzt ist es ja nachvollziehbar wo du es genauer erklärst. !! sorry !!

Aber vielleicht hilft trotzdem irgendwie Sowas wie ein Coaching oder so, der ganzen Patchworkfamilie mit den Gegebenheiten etwas besser klarzukommen .

Das hat auch nichts mit Erziehungsunfähigkeit zu tun etc... sondern das Kinder sich nicht das neue Leben aussuchen können sonder von Eltern dareingebracht werden und dann funktionieren sollen.

Wie ist der kleine denn im 1:1 Setting ?
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Evie280778
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 8. Juni 2019 14:38

Ich habe mich nicht angegriffen gefühlt, fand nur den Ton etwas derb.

Ich kümmere mich immer - zu viel wie mir manchmal scheint - Helfersyndrom lässt grüßen :D

Dadurch, dass ich mit meinem pubertären Krümel schon einiges durch habe, bin ich ziemlich sensibilisiert, was solche Sachen angeht.

Aber ich bin eben kein Spezialist und mit vielen Dingen stoße ich auch auf taube Ohren beim Papa.

Die Mama der Jungs ist meiner Meinung nach komplett überfordert und will es aber nicht zugeben.
Aktuell sind die Jungs wieder hier und in der Tasche mit den Klamotten sind wieder nur Sachen vom Großen, welche der Mittlere zur Not auch anziehen kann. Aber für den Kleinen ist nicht ein Teil an Wechselsachen dabei. Und nein, ich ziehe einem Kind von 1,10 m keine Sachen in 134/140 an. Also setze ich mich morgen wieder mal an die Nähmaschine und nähe für ihn noch ein paar Hosen, denn Stoff habe ich genug hier :D

1:1 ist der Kleine übrigens bei mir lammfromm, hilfsbereit, nicht aufsässig oder so. Ist er mit dem Papa alleine, spricht er fast nur im Befehlston, will alles bestimmen und wenn ihm was nicht passt, wird gehauen und geboxt. Wenn Papa dementsprechend reagiert oder versucht sich durch zu setzen, gibt es hier die reinste Schreiparade. Letztens fast drei Stunden lang, nur weil er seinen Joghurtbecher in den Müll bringen sollte. Anstatt dass der Papa sich dann mal durch setzt, redet er immer wieder.

Vor zwei Wochen habe ich mir den Kleinen über die Schulter geworfen und zum Nachdenken in sein Zimmer gebracht. Nach 10 Minuten kam er wieder runter und war nicht mehr bockig. Aber ich kann doch nicht immer sofort zum äußersten Mittel greifen.

Momentan mache ich hier den Spagat zwischen Baby, depressiven Partner, launischem ADHS-Teenager und drei Rabauken und versuche alle zusammen zu bekommen.

Ich möchte auch nicht zum Jugendamt rennen und als Außenstehende jemanden in die Pfanne hauen, nur ich glaub nicht, dass die Beiden sich da Hilfe holen werden :roll:
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Falschparker » 8. Juni 2019 17:55

Evie280778 hat geschrieben:
8. Juni 2019 14:38
Die Mama der Jungs ist meiner Meinung nach komplett überfordert und will es aber nicht zugeben.
Aktuell sind die Jungs wieder hier und in der Tasche mit den Klamotten sind wieder nur Sachen vom Großen, welche der Mittlere zur Not auch anziehen kann. Aber für den Kleinen ist nicht ein Teil an Wechselsachen dabei. Und nein, ich ziehe einem Kind von 1,10 m keine Sachen in 134/140 an. Also setze ich mich morgen wieder mal an die Nähmaschine und nähe für ihn noch ein paar Hosen, denn Stoff habe ich genug hier :D

1:1 ist der Kleine übrigens bei mir lammfromm, hilfsbereit, nicht aufsässig oder so. Ist er mit dem Papa alleine, spricht er fast nur im Befehlston, will alles bestimmen und wenn ihm was nicht passt, wird gehauen und geboxt. Wenn Papa dementsprechend reagiert oder versucht sich durch zu setzen, gibt es hier die reinste Schreiparade. Letztens fast drei Stunden lang, nur weil er seinen Joghurtbecher in den Müll bringen sollte. Anstatt dass der Papa sich dann mal durch setzt, redet er immer wieder.

Vor zwei Wochen habe ich mir den Kleinen über die Schulter geworfen und zum Nachdenken in sein Zimmer gebracht. Nach 10 Minuten kam er wieder runter und war nicht mehr bockig. Aber ich kann doch nicht immer sofort zum äußersten Mittel greifen.

Momentan mache ich hier den Spagat zwischen Baby, depressiven Partner, launischem ADHS-Teenager und drei Rabauken und versuche alle zusammen zu bekommen.
Hallo Evie,

na sorry, wenn die drei Geschwister sonst bei ihrer Mutter wohnen, warum müsst ihr denn immer drei (also zusammen fünf) oder keinen (bzw. eure beiden) da haben?

Ist es dann nicht viel besser, ihr nehmt abwechselnd einen, aber dafür öfter?

Und natürlich kann (und sollte!) dein Mann die Initiative für Diagnostik und Behandlung des Fünfjährigen übernehmen, auch wenn die Kinder nicht immer bei ihm leben. Er hat ja genauso die elterliche Sorge wie seine Exfrau.
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Elwirra » 8. Juni 2019 18:43

na sorry, wenn die drei Geschwister sonst bei ihrer Mutter wohnen, warum müsst ihr denn immer drei (also zusammen fünf) oder keinen (bzw. eure beiden) da haben?

Ist es dann nicht viel besser, ihr nehmt abwechselnd einen, aber dafür öfter?
Ja ist vielleicht gar nicht so eine schlechte IDEE. Dann bekommt auch jeder mehr Aufmerksamkeit .
Man darf auch nicht unterschätzen das die Kinder in der kurzen Zeit die Ihnen bleibt ihren Vater auch noch teilen müssen.

Wenn der Sohn von meinem Partner da war habe ich mich meist rausgezogen aus dem Geschehen, damit die einfach Zeit für sich haben. Ist aber bei Euch natürlich eine andere Situation.

Wenn der Vater dann auch noch wegen Depression in Therapie ist, ist er vielleicht auch nicht immer verlässlich.
Doch vielleicht könnt ihr trotzdem verlässliche Papazeiten mit dem Papa mal ganz alleine einplanen.
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Falschparker
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Falschparker » 8. Juni 2019 19:23

Mir fällt noch dazu ein, der Threadtitel Wie halte ich die Familie bloß zusammen? setzt einen Anspruch voraus, mit dem du dich überforderst. Ist es deine Aufgabe, die Familie zusammenzuhalten?

Du hast zwei Kinder, dein Mann hat vier. Der Einzige, der mit allen anderen Geschwistern verwandt ist, ist dein Jüngster. Schon klar, dass du den Jungs deines Mannes eine gute Gastgeberin sein und ihnen Wärme vermitteln willst. Dadurch wird aus dem Ganzen aber noch keine Familie, und die Frage ist ob es das muss.

Es geht mir jetzt nicht darum auf Begriffen herumzureiten, sondern Druck herauszunehmen.
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 8. Juni 2019 20:54

Die Kids aufzuteilen an den WE ist leider keine Option, da die Mama ja auch kinderfrei haben will, was ihr auch zu steht keine Frage.

Darum hatte ich schon letztes Jahr die Papazeit mit den Kindern abgemacht. Kurioserweise fordern die Kinder diese Zeit nicht ein und so ist es erstmal im Sande verlaufen.

Mein Partner ist oft schlichtweg genervt von den Dreien, aber wenn ich mal was anregen, muss ich ihn förmlich in den Hintern treten damit er was macht, leider noch nicht wirklich ausdauernd.

Den Titel hätte ich vielleicht anders formulieren sollen, aber irgendwie hatte ich diesen Muttertags-Spruch im Kopf : Mütter sind wie Knöpfe - sie halten alles zusammen

Ich will für die Jungs auf keinen Fall die Mutterrolle übernehmen und das habe ich Ihnen auch gesagt, aber dennoch möchte ich eine relativ stressfreie Umgebung schaffen, denn ich habe das Gefühl, dass das auch für die Jungs ganz gut wäre

Ja dann schau ich mal, wie ich dem Papa mal klar mache, dass er sich mit der Mama jetzt endlich mal zu dem Thema auseinander setzen muss.
Falschparker
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Falschparker » 8. Juni 2019 21:23

Evie280778 hat geschrieben:
8. Juni 2019 20:54
Die Kids aufzuteilen an den WE ist leider keine Option, da die Mama ja auch kinderfrei haben will, was ihr auch zu steht keine Frage.
Nee, sehe ich nicht so. Die Zeiten beim jedenfalls anderen Elternteil sind dafür da dass die Kinder was von beiden Eltern haben und umgekehrt natürlich auch, nicht dafür dass ein Elternteil "kinderfrei" hat!

Deswegen müssen die drei doch nicht als "Paket" verschoben werden. Sowohl für die Mutter als auch für euch ist es doch viel entspannender, mal einen oder zwei von den beiden bei sich zu haben. Klar, wenn die Mutter mal was vor hat oder sich dringend erholen muss, dann solltet ihr das machen, aber doch nicht alle zwei Wochen und die halben Ferien.

Sorry, ich habe keine Patchwork-Erfahrung, ich sehe das nur von außen, das muss ich einschränkend dazu sagen.
Evie280778
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 8. Juni 2019 21:44

@Falschparker Leider will die Mutter das so. Sie schiebt die Jungs oft ab, vielleicht weil sie überfordert ist.
Sie arbeitet halbtags und macht parallel eine Weiterbildung, damit Sie beim Kreis in eine höhere Gehaltsstufe kommt.
Das eine WE sind die Jungs bei uns und das andere dann zum Teil bei der Oma oder dem Patenonkel des Großen.

Ich würde mich da vielleicht nicht so einmischen, wenn nicht alle darunter leiden würden. Und es tut mir einfach in der Seele weh, dass die Kinder in der Situation so ziemlich alleine gelassen werden.
In dem Punkt kommt die Löwin in mir durch, die ihre Lieben beschützen will.
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Raupi
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Raupi » 8. Juni 2019 22:17

Wirklich keine einfache Situation... toll, wie Du Dich einsetzt!

... kann man vielleicht mit Oma Opa die Kinder etwas aufteilen...?

Das würde immer mal neue Konstellationen schaffen, insgesamt wäre es vielleicht auch ein klein wenig ruhiger...

Das die Kinder dann auch noch quasi ein drittes Zuhause und Bezugspersonen haben, macht es ja noch komplizierter...

Also da fällt mir auch nicht so viel ein... außer vielleicht mal zu einer städtischen oder kirchlichen Erziehungsberatung / Familienberatung zu gehen. Manchmal bieten die auch an, Einzelgespräche mit Kids zu führen, das kann sehr hilfreich sein. Für mich war es oft schon alleine hilfreich, die Geschichte dort überhaupt loszuwerden und die Tipps waren sehr brauchbar.
LG, Raupi

"Wait, have I been talking to myself this whole time? Well, that's embarrassing."
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von ULBRE » 8. Juni 2019 23:10

Evie280778 hat geschrieben:
8. Juni 2019 14:38

1:1 ist der Kleine übrigens bei mir lammfromm, hilfsbereit, nicht aufsässig oder so. Ist er mit dem Papa alleine, spricht er fast nur im Befehlston, will alles bestimmen und wenn ihm was nicht passt, wird gehauen und geboxt. Wenn Papa dementsprechend reagiert oder versucht sich durch zu setzen, gibt es hier die reinste Schreiparade. Letztens fast drei Stunden lang, nur weil er seinen Joghurtbecher in den Müll bringen sollte. Anstatt dass der Papa sich dann mal durch setzt, redet er immer wieder.
Aheäm...
...*räusper*...
...dann liegts doch nicht an dem Kind ? Das deutet doch viel mehr darauf hin, dass da der Vater seine Hausaufgaben machen muss ?
Und dazu braucht es also nicht mal die Mutter, sondern nur den Papa, der sich mal von einem Coach oder Therapeuten im Umgang mit dem Kleinen beobachten und unterstützen lässt. Ich würde einen systemisch orientierten Coach oder Therapeuten empfehlen,
So was vermittelt die Jugendhilfe auch.
Kostet nicht die Welt und kann Kinderleben und Familienzusammenhalte retten.

Und bis dahin: wenn nichts andres hilft, dann trainierst Du halt Deine Beinmuskeln, immer hübsch den Weg mit dem Zwerg in sein Zimmer zum abkühlen und nachdenken.
Das sollte nur nicht der Ersatz für das sein, was zwischen Papa und Kind schief läuft.

Viele Erfolg

UlBre
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Re: Wie halte ich die Familie bloß zusammen?

Beitrag von Evie280778 » 9. Juni 2019 20:43

Huhu und danke für die Antworten.

Ich habe heute mal mit meinem Partner geredet und ihm unmissverständlich klar gemacht, dass es so nicht weitergehen kann und dass er und seine Ex sich dringend Hilfe suchen müssen.

Mal davon abgesehen, dass der Papa sich dem Kind gegenüber verkehrt verhält zeigt der Junge dieses Verhalten ja auch im Kiga, bzw zu Hause bei der Mutter. Also liegt es ja nicht nur am Papa.

Heute war wieder so ein Tag zum abhaken. Das erste Theater schon beim Frühstück. Mittags wurde Krümel von ihm ohne Grund im vorbei gehen in die Weichteile geboxt und dann wurde wieder geschrien, dass einem das Trommelfell platzen könnte.

Nachmittags beim Spaziergang nichts, beim Waffelteig machen hat er geholfen und schon beim Waffeln Essen ging es wieder rund. Nach dem Abendessen ging es dann soweit, dass der Papa hinter ihm her rennen musste, weil er duschen sollte.

Ich halte mich jetzt erstmal raus, es sei denn er fragt. Denn sonst kann ich mich bald einweisen lassen. Hier herrscht 3/4 des Tages eine Lautstärke wie im Kiga und zwar nicht wegen lachenden Kindern.

Ich habe ihm passende Anlaufstellen mit Nummern raus gesucht und warte jetzt mal ab, was passiert.

Wenn nichts passiert, suche ich mir für die Sommerferien eine Ferienwohnung - ich glaube nicht, dass ich das drei Wochen lang ertrage
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