Zuspätkommen in schule aktueller anlass

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Msbean
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Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 12. Mai 2017 12:43

Hallo ihr lieben
Will mich grad einfach bisschen auskotzen. ...

Mein sohn kam 15 minuten zu spät in die mündliche englischschulaufgabe. Da genau seine gruppe als erstes dran war versäumte er diese also und die lehrerin bewertete mit 6 da er ja nicht entschuldigt war.
So erzählte er es mir. Ich fand das total übertrieben und zudem fies und da er ja seit einigen tagen ein attest vorliegen hat wollte ich mit der lehrerin reden.
Denn das war alles wieder typisch für ihn: erstens hatte er nichts von der Schulaufgabe gewusst da nicht gemerkt oder notiert. (Obwohl ich ihm das seit jahren sage. Er will nicht! ) zweitens viel pech gemischt mit ads eben. Sein Handy war bisher sein Wecker aber ging vor kurzem kaputt. Wir gaben ihm einen wecker. Diesen schaffte er nicht zu stellen obwohl we davon überzeugt war und folglich klingelte er nicht. Eine typische ads-unglückskette also eine mischung aus defiziten und unterlassungen bzw gewohnheiten.
....
Also nun zum Telefonat ...
da die lehrerin mir erst mit Regeln und paragraph etc kam war ich etwas ungehalten und sagte, dann bekommt er ein attest rückwirkend. Erst dann argumentierte sie pädagogisch und es kam auf, dass er sehr oft zu spät ist plus sich dann nie entschuldigt sondern ganz selbstverständlich hinsetzt etc
Mir war das in der häufung neu.
Dann kam noch der klassische eltern-lehrer-konflikt: sie fragt warum ich ich denn nicht entschuldige wenn ich merke er ist spät. Ich antworte weil er die konsequenz eben selbst ausbaden soll und frage andersherum warum ich seitens der schule denn nichts vom vielfachen zuspätkommen erfahre.
Sie torpediert ihre eigene argumentation mit der frage aber nun gut. Nebenschauplatz.
Letztlich einigen wir uns darauf, dass es als sanktion ok ist, zumal es seine note von 2,5 auf 3,3 ändert. Also gar nicht sozusagen. Ich bat drum, dass sie mich aber bitte über erneutes zuspätkommen informieren soll. Ich thematisierte auch seine neue Motivation gerade in englisch und dass ich hoffe dass diese nicht abflaut jetzt...
...
Der große Brocken kam noch, denn ich musste das nun meinem Sohn erklären. Seine Reaktion war:"ich dachte du bist auf meiner Seite!" Etc riesen Geschrei und er warf einen Gegenstand nach mir. Auf das mehrfache Zuspätkommen reagierte er mit seiner eigenen Argumentationsweise, nämlich Verharmlosung etc die Klassiker eben. Ich fühlte mich mal wieder wirklich zerrissen zwischen Verständnis mit ihm und meiner Pflicht, ihm einfach beim zurechtkommen in der Realität zu helfen. letztlich sagte ich ihm, er müsse alleine zum Arzt sich das Attest besorgen, wenn es ihm so wichtig ist. Und ihm müsste klar sein, dass er damit sowohl die Ärztin als auch die Lehrer anlügt. Ich halte mich da heraus. natürlich machte er gar nichts.
Ich hoffe sehr, dass die Geschichte wenigstens ein positives Ergebnis hat. das erste Mal überhaupt versprach er, Schulaufgaben fortan zu notieren. Das zumindest hat er wohl daraus lernen wollen. na immerhin...
Von euch erwarte ich nun keine Antwort auf eine spezielle Frage ich höre mir einfach nur gern eure Meinungen und Erfahrungen an. dafür danke ich schon einmal sehr!
ripley
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon ripley » 12. Mai 2017 14:50

Eine Leistung, die erbracht wird, wird benotet. Eine Leistung, die NICHT erbracht wird, ist schlicht KEINE Leistung. Wer unentschuldigt zu einer angekündigten Leistungsüberprüfung fehlt, der bekommt eine 6. Weil die Leistung eben tatsächlich schlicht nicht erbracht wurde. Das steht so wohl in so ziemlich jeder Schulordnung plus sämtlichen Verordnungen dazu. Das ist nicht fies und nicht ungerecht, das ist nun mal so. Und genau DAS kann/darf/soll dein Junior durchaus auch so erleben ... und daraus lernen. Schlimm genug, wenn er für diese Lerneinheit fast 17 werden musste. Noch schlimmer finde ich, dass Du deshalb mit der Lehrerin herumzackerst.

Der Bub hat ADHS, er ist aber nicht geistig behindert bzw. minderbegabt. Er ist auf der Realschule und will auf die FOS. Er ist nicht auf einer Schule für Lernbehinderte. Warum dann behandelst Du ihn so?

Okay, morgendliches Trödeln. Hatten wir auch. War blöd, weil Sohn mit dem Schulbus (Haltestelle gegenüber vom Haus) in die Schule fahren musste. Danach fuhr lange Zeit gar nix mehr. Und für Fahrrad ist die hiesige Verkehrssituation wenig geeignet.
Ich meine, so ab der 7. Klasse war es Junior freigestellt, rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein ... oder sich auf EIGENE Kosten ein Taxi zu rufen. Natürlich auch selbst in der Zentrale anzurufen. Bei um die 15 € Taxikosten (damals die Hälfte des monatlichen Taschengeldes) hat das richtig wehgetan. Es war dann auch nicht oft erforderlich - ich meine bis zum Abitur hat er nur dreimal diese Option nutzen müssen. Dafür hat er einen neuen Rekord aufgestellt, was die Zeit zwischen Bett und Haltestelle angeht - 7 Minuten. Man muss aber auch dazusagen, dass die hiesige Schule wirklich dahinter her war, dass alle Kinder entweder im Unterricht oder entschuldigt waren. Wer in der ersten Stunde unentschuldigt fehlte, dessen Eltern wurden direkt angerufen.

Und, nein, schlechte Noten für vergessene Hausaufgaben (nix anderes ist ja die verpasste mündliche Prüfung) habe ich niemals mit den Lehrern diskutiert. Auch wenn ich wegen anderer Themen durchaus häufiger mit Schule überkreuz war.

Fazit soweit: Dein Sohn will keine Medikamente. Schön. Dann muss er sich eben selbst so organisieren, dass er sein Leben und seine Schule ohne Medis auf die Reihe kriegt ... oder eben mit den Konsequenzen leben. In etwas mehr als einem Jahr hat er die volle Verantwortung für sein Leben, Tun und Lassen. Macht er dann auch den Führerschein, hat er nicht nur Verantwortung für sein eigenes Leben, sondern auch für das anderer Leute.
Es ist an der Zeit, dass er auch LERNEN darf, Verantwortung zu übernehmen.

Mein Rat: Hör auf, ihn vor den Konsequenzen seines Tuns und seiner Schlurfigkeit schützen zu wollen! Er ist ein junger Mann, kein Dreijähriger, den man an der Hand nimmt, damit er nicht über die Straße rennt.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Gutemiene » 12. Mai 2017 15:27

Ripleys Antwort ist sicher eine mögliche Sicht der Dinge, will heißen, man kann das so sehen, aber ich denke etwas anders.

Dein Sohn müsste lernen, angemessen zu reagieren, aber genau das fällt so vielen Jugendlichen sehr schwer.
Aus seiner Sicht hat er da viel zu regeln und war vermutlich schlichtweg überfordert. Ich denke auch, dass es jedem schwerfällt, einen Fehler einzugestehen, denn in deutschen Schulen (und nicht nur da!) wird keine gute Fehlerkultur gepflegt.
Meist gibt es nur drohende Konsequenzen, die eher an Rache erinnern.
Dabei wäre jedem geholfen, wenn es passgenaue Sanktionen gäbe, die wirklich eine Veränderung wirken können.

Die Belehrungen der Lehrerin über grundlegende schulische Verordnungen sind m.E. auch ein Zeichen dafür, dass sie sich zuerst mal aufs Formalistische zurückzieht.
Stattdessen könnte man ja auch mal fragen, ob es besondere Probleme bei dem Schüler oder in seinem familiären Umfeld gibt..?
Ein wirklich konstruktiven Miteinander zwischen Schule und Elternhaus/Schüler sieht m.E. anders aus. Da ist noch "Luft nach oben" ;)
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 13. Mai 2017 07:39

Hallo
Ripley. Es ist was dran mit "behandeln wie nen großen"
Nur ohne die Vorgeschichte ist diese sanktion zu krass. Zumal er locker am selben tag und sogar in der Stunde die prüfung hätte ablegen können.
Da wollte die lehrerin ihm was reindrücken. Ganz klar.
Nur wenn sie mich zuvor nie über das zuspätkommen informiert das derart gehäuft bei ihr vorkam wie soll ich die sanktion dann vestehen?
Gute miene du triffst auf nagel auf den kopf. Viel luft nach oben!!! Die frau hat nichtmal mit ihm geredet. Sanktion und basta. Das ist keine pädagogik! Sie hätte ihm das schon erklären müssen warum. Das musste ich dann.

Zum "wie behindert": laut attest ist er von behinderung bedroht. Er kann seit 4jahren schuhe binden und noch immer keine dose öffnen. Im bereich der Wahrnehmung hat er vergleichbare defizite. Mir fällt spontan nur kein Beispiel ein.
Fos deswegen weil eine ausbildung nicht vorstellbar ist mit einem reiferückstand von ca drei jahren und eben den beeinträchtigtigungen.
Dass er die fos ohne medis schafft bezweifle ich. Dank attest darf er sie zumindest in der doppelten zeit machen. Bzgl der medis: er will welche nehmen sogar aber will nicht zum arzt. Einfach weil er eigentlich nirgends hin will. Habe mir da aber bereits einen plan überlegt um das letzte noch in meinem einfluss stehende jahr zu nutzen: es gibt hier einen kinderarzt der ebenfalls psychologe ist und adhs behandelt. Da geht er bei der nächsten Erkrankung mit mir hin. Ungewarnt. Bevorzugt bei seiner "schulerkrankung" (in der früh totmüde und "mir gehts so schlecht"... )...
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Sheherazade » 14. Mai 2017 18:14

Msbean hat geschrieben:Zumal er locker am selben tag und sogar in der Stunde die prüfung hätte ablegen können.
Da wollte die lehrerin ihm was reindrücken. Ganz klar.

Du tust es aber schon wieder. Es MUSS einfach jemand anderes Schuld sein.

Kann es eigentlich sein, dass das eine mündliche Englischprüfung für den Abschluß war? Die sind bei uns auch jetzt durchgeführt worden und ALLEN Schülern wurde mehrfach und eindringlich klar gemacht, dass sie pünktlich zu erscheinen haben, auch wurde erklärt, was passiert, wenn sie zu spät oder gar nicht kommen.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 14. Mai 2017 18:59

Nein nur eine schulaufgabe die nichtmal seine note tangiert trotz 6.
Wer ist woran schuld bitte? Ist doof gelaufen.
Nachlässigkeit sohn plus schule.
Da war nix eindringlich. Waere er nicht in der zweiten gruppe gewesen waere we nichtmal zu spaet. Ich finde bei jedem normalen kind ist das zu streng. Ganz generell. Da er so oft zu spät war war die danktion angemessen. Nur hätte ih das gern gewusst.
Ich finde bei adhs muss man nicht noch strenger sein als bei neurotypischen kids.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 14. Mai 2017 19:17

Nein nur eine schulaufgabe die nichtmal seine note tangiert trotz 6.
Bitte genau lesen!
Wer ist woran schuld bitte? Ist doof gelaufen
Nachlässigkeit sohn plus schule.
Da war nix eindringlich. Waere er nicht in der zweiten gruppe gewesen waere er nichtmal zu spaet. Ich finde bei jedem normalen kind ist das zu streng. Ganz generell. Da er so oft zu spät war die sanktion angemessen. Nur hätte ich das gern gewusst. So stand ich doof da und musste mit lehrerin diskutieren um zu erfahren dass er speziell bei ihr oft zu spät war. Dass er dazu tendiert weiß ich. Bisher hielt ich es aber für noch im rahmen. Hatte ja extra mit dem rektor geredet und um sanktion und Austausch etc gebeten und dieser meinte mein sohn sei gar nicht auffällig. Insofern ging ich davon aus, die schule sei da entspannt. Aber ist lehrerabhängig. Seine Klassenleitung betonte er sei ein sehr gut erzogener sehr höflicher sehr intelligenter Schüler und nur etwas verplant aber das seien andere auch. Diese Frau hätte ihm niemals einen solchen Ärger gemacht Punkt was ich nicht gutheiße, denn genau diese Klassenleitung ist viel zu lasch. Dennoch sieht man hier wie sich die Lehrer eben unterscheiden. Mir ging es einfach um den fehlenden Austausch. Ansonsten hätte ich es von Anfang an gutgeheissen.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon ripley » 15. Mai 2017 09:30

Also ...
wir haben
- einen Sohn, der notorisch (?) unpünktlich ist
- eine Lehrerin, die gesetzliche Vorgaben nutzt und eine Konsequenz folgen lässt. Und, nein, sie muss NICHT warten, bis der gewogene Prüfling endlich geruht anzutanzen um sich die Prüfung abnehmen zu lassen. Unterrichtsbeginn ist Unterrichtsbeginn. Bei uns wurde die Türe geschlossen. Wer zu spät kam, blieb halt draußen, Sechs. Punkt. War allen klar. Schnell.
- eine Konsequenz (6), die in ihrer Konsequenz (Gesamtnote) wiederum nicht allzuviel, um nicht zu sagen GAR NICHTS, ändert
- und eine Mutter, die steil geht, weil ... ja, warum eigentlich? Weil Schule mit dem Sohn innerhalb des vorgegebenen Rahmens interagiert? Weil Muttern darüber nicht informiert wurde? Je nun, das Zuspätkommen ist doch eh seit längerem ein Thema. Und es WURDE doch drüber gesprochen. Und bislang hast DU es ja nicht geschafft, ihn diesbezüglich zu beeinflussen. Warum also ist Schule dann böse, wenn sie IHREN Hebel ansetzt? Der ja, s.o., noch nicht mal wirklich wehtut.

Und, doch, meiner Meinung nach muss man mit ADHSlern ganz erheblich konsequenter, wenn du so willst, auch strenger, umgehen als mit "Normalos". Weil sie Grenzen und Regeln weniger leicht erkennen und respektieren können. Nur wenn die Wand a) sehr stabil und b) immer an derselben Stelle ist, lernen sie, vorher die Richtung zu ändern.

Ganz ehrlich? Ich verstehe Schule hier ganz prima, dich aber überhaupt nicht. Aber ich habe langsam den Verdacht, dass die beklagte Unselbständigkeit und Unreife deines Sohnes nicht zuletzt dasmit zusammenhängt, dass du dich viel zu oft und viel zu eifrig zwischen ihn und die Welt klemmst.


Pfffrt! Und ich ärgere mich hier, dass Junior beim Fensterputzen weniger akribisch gearbeitet hat, als ich mir das gewünscht hätte. Kinkerlitzchen!
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 15. Mai 2017 10:53

Jetzt mal ganz ehrlich ...
ich habe ihn im Gymnasium richtig fallen lassen mit allen Konsequenzen bis er sitzen geblieben ist. ich habe mich zwischen gar nichts gestellt. Aber bis zum Schluss ist er nicht aufgewacht. er hat die Eigenschaft Konsequenzen zu ignorieren und sich depressiv zu vermauern. Ich denke da ist jedes Kind auch anders. Er verzichtet lieber. sogar auf Dinge die ihm wichtig sind.
SeiT er acht Jahre ist fährt er alleine mit dem Zug oder Fahrrad auch wenn es schon dunkel ist. Man kann jetzt nicht behaupten dass ich ihm alles abnehme. vor kurzem ist er alleine in die Schweiz gefahren. ich lasse ihn durchaus mit der Realität interagieren und bin keine helikoptermutter. Ich habe sogar den Rektor um mehr Konsequenzen gebeten. Ebenso seine Lehrerin. Diese stellte ihn aber als Musterschüler dar und mich als hysterische Mutter. Ich finde es ist Sache der Schule eine Verspätung zu sanktionieren. Ich wollte im Grunde lediglich mit der Lehrerin besprechen was überhaupt vorgefallen war. Mir erschien das zunächst übertrieben. Ist eben meine Meinung. Im Nachhinein sehe ich es wie du. Weh tut es ihm auch nicht. das ist wohl eher das Problem. Mit der Mauer ist was dran. Dennoch ist auch jedes ADHS Kind anders. Mit Depressionen sind Mauern nicht immer das Heilmittel.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 15. Mai 2017 11:09

Und nein er wird nicht vor allen Konsequenzen verschont. Da hast du vorschnell eine Schublade gebildet. Er hat sein Handy kaputt gemacht nun hat er eben keins mehr. Eine PS4 hat er erst nach 7 Jahren betteln bekommen und nur unter Auflagen. Einen PC bekommt er nicht mehr. In der Schule hatte er die Konsequenz, dass er fast ohne Abschluss dagestanden wäre.das hat geholfen. Plötzlich hat er gute Noten. Auch als er im Gymnasium das zweite Mal am sitzenbleiben war habe ich erstmal keine Nachhilfe beantragt da ich fand, dass seine Faulheit so unterstützt wird. Andere pudern ihren Kindern damit den Allerwertesten auch bei viel bessere Noten. Ich habe eine sehr sehr gute Beziehung zu meinem Sohn, so dass er mir auch Fehltritte offen erzählt. Z.b. dass er schon einmal viel Alkohol getrunken hat. Konsequenzen sind sehr wichtig, aber wer es damit übertreibt, riskiert evtl das Vertrauensverhältnis. Wenn er mir sowas aus Angst vor Sanktionen nicht erzählt, kann das auch gefährlich werden. So hatte er die automatische Sanktion, nämlich ein Blackout und sagte mir, daraus habe er gelernt. Als er mal betrunken zum Unterricht erschien da ein Mitschüler ihn angestiftet hatte, gab es einen Monat PS4 Verbot. das hat er auch akzeptiert. Diesmal hatte sogar die Schule Konsequenzen! Na immerhin!
Ich finde wie immer im Leben ist es hier die goldene Mitte.
Am PC hatten wir immer eine Abschaltautomatik nach einer Stunde. Da mussten wir keinen Stecker ziehen. das hat auch so geklappt.
Und ja Fenster nicht sauber putzen das ist wirklich eine Lappalie.
Warum ist euer Sohn notorisch unpünktlich trotz strenger Konsequenzen?
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon ripley » 15. Mai 2017 11:32

Msbean hat geschrieben:Warum ist euer Sohn notorisch unpünktlich trotz strenger Konsequenzen?


Ich sprach über DEINEN Sohn.

Aber lass mal. Ist ja eh alles schick.
Frage mich nur, warum du hier um Rat fragst, wenn du eh alles im Griff hast.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 15. Mai 2017 11:39

Meinungsaustausch
Und diese sind verschiedene
Not haben wir nicht. Das stimmt. Trotzdem interessant zu hören wie das bei andren so ist.
Habe den Eindruck dass viele adhsler trotz Konsequenzen so sind wie sie eben sind.
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Sheherazade
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Sheherazade » 15. Mai 2017 11:59

Msbean hat geschrieben:Habe den Eindruck dass viele adhsler trotz Konsequenzen so sind wie sie eben sind.


Sie sollen auch so sein können wie sie sind, sie müssen nur lernen, mit sich selbst und ihren Eigenheiten umgehen zu können, damit sie eben nicht überall anecken und negativ auffallen.
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Re: Zuspätkommen in schule aktueller anlass

Beitragvon Msbean » 15. Mai 2017 12:12

Ja genau so ist es. Hundert Prozent wird kein adhsler sich ändern.
Im Endeffekt muss der betroffene selbst wissen wo er eben betroffen ist plus leidensdruck hat.
Bei Kindern guckt die Mama noch. Jetzt mit einem bald erwachsenen muss dieser einbezogen werden und sein leidensdruck entscheidet. Will er zb gar keinen Schulabschluss dann helfen schulische Sanktionen zb nicht sondern bewirken das gegenteil.
Dann müsste man zuerst die Motivation für einen Schulabschluss bewirken. Wie bei uns der Fall.
Solange die eigene verplantheit nicht stört wird auch ritalin nicht genug helfen. Und auch Sanktionen nicht immer. Wie man die größtmögliche Anpassung erreicht und ob diese übethaupt wünschenswert ist bleibt individuell. Es gibt auch alternative erwerbsformen. Viele adhsler machen sich zb selbstständig. Dann spätestens kommt die Motivation weil Notwendigkeit organisieren zu lernen.
Oder man hat Glück und landet in einer Nische....

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