Stresspegel messen

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flori1994
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Stresspegel messen

Beitrag von flori1994 » 1. Juni 2019 18:06

https://www.heilpraxisnet.de/naturheilp ... 0601455667
Na das hier wäre doch was für uns, oder nicht? Immerhin sind wir ja ständig gestresst und die Möglichkeit zu kriegen rechtzeitig gegenzusteuern, bevor es kritisch wird wäre doch sicherlich sehr hilfreich.
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von ULBRE » 2. Juni 2019 13:24

Hallo,

der Test https://pubs.acs.org/doi/suppl/10.1021/ ... si_001.pdf
scheint zu messen:
Cortisol
Troponin
Dopamin
IL-6
NPY (Neuropeptid Y)
BDNF

Troponin und NPY sagt mir derzeit nix.

Cortisol ist das Stresshormon der 3. Stufe der HPA-Achse, das bei ADHS verringert und bei ADS vermehrt ausgeschüttet wird.
Nur bei Gesunden gibt es eine stabile mittlere Erhöhung auf einen starken Stressor.

Dopamin im Körper zu messen sagt gar nichts über das Dopamin im Gehirn. Und nur das Dopamin im Gehirn sagt was über Stress.
Ähnlich ist es mit IL-6, einem Zytokin (Immunsystem). Zytokine beeinflussen auch sehr stark das Verhalten und werden bei Stress erhöht ausgeschüttet. Zytokine im Gehirn und im Blut haben nicht zwingend was miteinander zu tun. Aber nur Zytokine im Gehirn beeinflussen das Verhalten und damit den Stress.
https://www.adxs.org/einzelne-zytokine- ... ngsmarker/

Stress (wenn auch nur des Vegetativen Nervensystems) lässt sich sehr viel einfacher messen:
https://www.adxs.org/herzratenvariabili ... -bei-adhs/
Das ist dann auch täglich nutzbar und kann wirklich helfen, den eigenen Stress zu kontrollieren und Stressoren zu identifizieren.
Ich empfehle eine Garmin vivosmart 4.

Viele Grüße

UlBre
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Was können wir noch besser machen ? Feedback sehr gerne dort auf Feedbackformular. Danke !
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von AlphaCentauri » 4. Juni 2019 17:09

flori1994 hat geschrieben:
1. Juni 2019 18:06
Immerhin sind wir ja ständig gestresst und die Möglichkeit zu kriegen rechtzeitig gegenzusteuern, bevor es kritisch wird wäre doch sicherlich sehr hilfreich.
* zustimmend nickend! ;)
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von AlphaCentauri » 4. Juni 2019 17:29

ULBRE hat geschrieben:
2. Juni 2019 13:24
1.) Troponin und NPY sagt mir derzeit nix.

2.) Dopamin im Körper zu messen sagt gar nichts über das Dopamin im Gehirn. Und nur das Dopamin im Gehirn sagt was über Stress.
Ähnlich ist es mit IL-6, einem Zytokin (Immunsystem). Zytokine beeinflussen auch sehr stark das Verhalten und werden bei Stress erhöht ausgeschüttet. Zytokine im Gehirn und im Blut haben nicht zwingend was miteinander zu tun. Aber nur Zytokine im Gehirn beeinflussen das Verhalten und damit den Stress.
https://www.adxs.org/einzelne-zytokine- ... ngsmarker/

3.) Stress (wenn auch nur des Vegetativen Nervensystems) lässt sich sehr viel einfacher messen:
https://www.adxs.org/herzratenvariabili ... -bei-adhs/
Das ist dann auch täglich nutzbar und kann wirklich helfen, den eigenen Stress zu kontrollieren und Stressoren zu identifizieren.
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Viele Grüße

UlBre

zu 1: Troponine sind Proteinkomplexe in Skelett- und Herzmuskel, die u.a. in Säugetieren, sprich: der Spezies Mensch vorkommen und bspw. auch in Meeresbewohnern. Zusammen mit Actin (Strukturprotein vornehmlich in Muskelzellen) und Myosin ("Motorprotein" als essentieller Muskelbestandteil) bilden sie den kontraktilen Teil unserer Muskulatur. (Quelle so auf die Schnelle: wikipedia).

zu 2: Gute Info, danke"

zu 3: Das kann ich, als "Laie", bestätigen, da ich mit meinem VNS schon so machen "Frontalcrash" hatte. ;)
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von flori1994 » 4. Juni 2019 20:51

ULBRE hat geschrieben:
2. Juni 2019 13:24
Cortisol ist das Stresshormon der 3. Stufe der HPA-Achse, das bei ADHS verringert und bei ADS vermehrt ausgeschüttet wird.
Nur bei Gesunden gibt es eine stabile mittlere Erhöhung auf einen starken Stressor.
Naja wenn man sein persönliche Wert ohne Stress kennt könnte man doch aus dem Anstieg doch sicherlich was herauslesen oder ist das bei uns völlig chaotisch?
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von AlphaCentauri » 4. Juni 2019 21:05

flori1994 hat geschrieben:
4. Juni 2019 20:51
[oder ist das bei uns völlig chaotisch?
Das kommt möglicherweise erschwerend hinzu...
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von ULBRE » 4. Juni 2019 22:59

flori1994 hat geschrieben:
4. Juni 2019 20:51
ULBRE hat geschrieben:
2. Juni 2019 13:24
Cortisol ist das Stresshormon der 3. Stufe der HPA-Achse, das bei ADHS verringert und bei ADS vermehrt ausgeschüttet wird.
Nur bei Gesunden gibt es eine stabile mittlere Erhöhung auf einen starken Stressor.
Naja wenn man sein persönliche Wert ohne Stress kennt könnte man doch aus dem Anstieg doch sicherlich was herauslesen oder ist das bei uns völlig chaotisch?
Bei Cortisol müssen wir den basalen Cortisolspiegel über den Tag (basal = Grundwert = im ungestressten Zustand) und die Cortisolstressantwort unterscheiden.

Für das "typische"Verhalten ist die Cortisolstressantwort relevant, nicht der basale Cortisolspiegel.
Die Cortisolstressantwort ist je nach Stressor, Tageszeit, Unterzuckerung, Gesundheitszustand, Laune, Östrogenspiegel, am Morgen getrunkene Kaffeesorte (Scherz) unterschiedlich. In Untersuchungen wird daher ein ganz exakt definierter Stressor verwendet, der TSST. Wo bei der auch nur innerhalb einer Untersuchung immer exakt gleich durchgeführt werden kann.
Damit kann man nun den Unterschied messen, ob eine Gruppen von Dingens (ADS, ADHS, melancholische Depression, psychotische Depression, atypische Depression, PTSD/PTBS) sich von anderen Dingens oder Nichtdingens unterscheiden.
Die Messung muss dann ab dem Ende des Stressors alle 20 Minuten erfolgen, 3 - 5 mal.
Die Aussagektraft liegt stets im Map der Erhöhung (oder Nichterhöhung) gegenüber dem vor dem Stressor festgestellten basalen Wert, der also auch gemessen werden muss.

Der mit Einzelmessungen erfassbare basale Cortisolspiegel ist bei ADHS im Vergleich zu Nichtbetroffenen genau so erniedrigt wie bei ADS.
Die individuellen Unterschiede sind so gross, dass das zuverlässig nur in Gruppen und kaum in Individuen festgestellt werden kann.
Eine Einzelmessung wäre daher nur mit dem eigenen Durchschnittswert vergleichbar, und auch das (wenn er immer genau zur selben Tageszeit gemessen würde und hätte dann doch kaum Aussagekraft.
Selbe Tageszeit aufgrund des circadianen Rhythmus: Nasch Aufwachen Höchstwert, Absinken bis kurz nach Mitternacht (mit kleinem Zwischenhoch MIttags), dann leichter Anstieg bis Aufstehen, dann wieder Höchstwert (CAR = Cortisolaufwachreaktion)

Es gibt mE nur einen sinnvollen Weg, mit Cortisol den Stresszustand zu messen. Dazu muss das Cortisol/Tagesprofil von morgens bis nachts gemessen werden. Dazu braucht es 5, 6 Messungen über den Tag.
Ein gesundes Tagesprofil hat eine hohe Dynamik. Je nach Maß der Stressbelastung in Richtung Krankheit und Burn-Out bricht das Tagesprofil immer mehr zusammen, es flacht ab.
Wenn diese Werte durch eine vernünftige Auswertungssoftware intelligent interpretiert werden könnte man vielleicht Hinweise ziehen.
Super Dargestellt sind die unterschiedlichen Cortisoltagesprofile hier bei Bieger, auf Seite 8:
https://dr-bieger.de/wp-content/uploads ... rz2011.pdf

Das ganze bezieht sich aber auf die Unterschiede zwischen Gesunden und Burnout-Betroffenen.
Wenn bei AD(H)S, wie ich annehme, die Stressregulation einen Schaden hat, dann nutzt es nur bedingt was, zu wissen: ich habe Stress.
Ja, hat man bei AD(H)S, gut.

Viel wichtiger ist es meines Erachtens die Unterschiede der Stressbelastung zwischen Stunden oder einzelnen Tagen zu sehen und diese auf einzelne Stressoren zurückführen zu können. Genau das aber bildet das Cortisoltagesprofil nicht ab, das zeigt eher den langsamen Zusammenbruch der HPA-Achse über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten.
Für eine laufende und zeitnahe Auswertung ist mE nur die Garmin-Lösung in der Lage. Einen Brustgurt mag man nicht 24 Stunden tragen, zudem muss er alle 23:59 abgenommen und ausgewertet und wieder aufgeladen werden.
Was die Apple 4 Watch abliefert (und nur die hat eine HRV-Messung) ist im Vergleich zur Garmin sehr viel grober und die Darstellung in der App ist unbrauchbar.

Viele Grüße

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Re: Stresspegel messen

Beitrag von K_Punkt » 4. Juni 2019 23:11

Was liefert denn ein BrustGurt, außer sie Herzfrequenz?
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von ULBRE » 4. Juni 2019 23:45

In diesem Fall die genauen Zeitpunkte jeden einzelnen Herzschlages über 24 Stunden als verarbeitbare Rohdaten.
Daraus dann mann dann ziemlich viel ermitteln.
Die Herzfrequenz wäre ja nur die Anzahl der Schläge pro Minute, also ein einzelner Wert der vielen möglichen Auswertungen.
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Re: Stresspegel messen

Beitrag von flori1994 » 5. Juni 2019 00:24

Naja ich habe (irgendwo :lol: ) einen Garmin Brustgurt vom Rennradln rumfliegen. Da muss gar nichts zurückgesetzt werden. Ist aber verflixt unangenehm zu tragen. Insbesondere im Sommer. Ne Zeitlang nutzte ich das Viech nachts zum Messen vom Ruhepuls. War total unbrauchbar, da der Gurt im Liegen "Falten" wurf und nur mit den Sensoren in der Luft rumhing. Als ich den Gurt enger stellte wurde es zwar besser, aber die Daten am Ende waren nutzlos. (Außer ich bin nen Zombi mit nem Ruhepuls von 0 :lol: )
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