Achtsamkeitsmeditation

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Marc1
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Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Marc1 » 8. August 2018 13:32

Hallo,

habe hier gehört, dass Meditation bei ADHS helfen kann. Habt ihr diese Erfahrung auch gemacht und gibt es gute Online-Möglichkeiten für Meditation bzw. für das Lernen von Meditation? Ich bin noch nicht diagnostiziert und würde gern bis dahin (noch eineinhalb Wochen zum Termin) schon etwas tun.
Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Raupi » 8. August 2018 19:33

Hallo,

Meditation ist immer gut, wenn man es für sich mag und hinbekommt.

Hier hat jemand davon berichtet :

viewtopic.php?f=35&t=56128&p=647274&hil ... ion#p64727

Über die Suchfunktion kannst du sicher noch mehr dazu finden.

Mich würde es sehr interessieren, ob ADHSler mit dem H drin sich auf sowas einlassen können.

Mein Sohn ist so ein Typ, der sich nicht mal auf Ausruhen einlassen kann, geschweige denn irgend etwas ähnliches wie Meditation.

Seit ein paar Wochen nimmt er MPH. Jetzt bin ich gespannt, ob er diesbezüglich offener wird.

Dir alles Gute!

Und bitte berichte über Deine Erfahrungen und auch die Diagnose!
LG, Raupi
Marc1
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Marc1 » 20. August 2018 20:35

Hallo,

meditiert hab ich zwar noch nicht, allerdings bin ich seit heute diagnostiziert und habe vorhin mein MPH abgeholt. Bin mehr vom unaufmerksamen, weniger hyperaktiven Typ. Ich hoffe, dass sich jetzt einiges ändert, auch wenn ich natürlich noch ganz am Anfang der Therapie stehe.
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undjetzterst
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von undjetzterst » 21. August 2018 09:38

Heyho,
ich meditiere seit 3 Jahren regelmäßig (bin vom hypoaktiven Typ) und es hilft mir sehr. Gerade was Selbstregulation bzgl. Emotionen angeht. Die Methode, nach der ich gehe, ist MBSR (Mindfulness-based Stress Reduction). Es gibt ein ganz gutes Buch über die neurobiologischen Auswirkungen des Meditierens ("Meditation für Skeptiker", Ulrich Ott). Das hat mich sehr ermutigt, dass ich damit etwas in meinem chaotischen Gehirn bewirken kann :)
Für Menschen, die erst einsteigen und Konzentrationsprobleme haben, empfielt sich eine angeleitete Meditation, zumindest am Anfang. Wer mit englisch kein Problem hat: Ich benutze meistens das hier https://www.youtube.com/watch?v=15q-N-_kkrU. Ist auch sehr entspannend.

(Hab mir die anderen Threads zum Thema noch nicht durchgelesen, aber sicher gibt es einiges an Erfahrungen... ).
Ich nehme Dexamfetaminsulfat bei Bedarf, während es wirkt, funktioniert die Meditation auf jeden Fall besser. Es braucht schon eine Menge Konzentration und für mich ist es eine der anstrengendsten Tätigkeiten, die es gibt - aber eben extrem hilfreich (ohne Achtsamkeitstechniken hätte ich die letzten Jahre kaum überstanden).

Wer eher unruhig ist und große Probleme hat, still zu sitzen, kann vielleicht Geh-Meditaion probieren (ganz langsam gehen und dabei auf z.B. das Abrollen der Füße achten). Achtsames Yoga ist auch eine Form der Meditation. Im Grunde bedeutet Achtsamkeit nur die absichtsvolle Lenkung der Aufmerksamkeit mit einer nicht-wertenden Haltung auf den gegenwärtigen Moment. Das kann man prinzipiell überall machen, auch beim Abwaschen oder so.
Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Raupi » 21. August 2018 11:10

Vielen Dank für den interessanten Post!

Ich selbst habe viele Jahre Taijiquan (Tai Chi) und Qigong geübt. Es tut mir extrem gut.

Sobald ich es weglasse, geht es mir schlechter und Erschöpfung macht sich breit.

Seit ich die Kinder habe, komme ich nicht mehr dazu und bin irgendwie auch zu unruhig, überhaupt anzufangen zu üben, obwohl ich an sich die Zeit dazu einräumen könnte.

Im Moment bekomme ich zunehmend den Eindruck, dass ich ich vielleicht doch ein ADS habe, dass ich aber durch Taijiquan und Qigong einen guten Ausgleich hatte. Seit ich berufstätig bin, ist mir ein normaler Arbeitstag schon immer zu anstrengend gewesen und ich habe noch andere Hinweise auf Reizüberflutung schon als Jugendlicher. Aber genauso kann es sein, dass die jetzigen vielen Symptome, die alle schwer nach ADS aussehen, vielleicht doch nur vom Kinder Stress kommen...

Wie auch immer, ich selber kann nur empfehlen, Meditation oder bewegte Techniken bzw Künste wie Taijiquan oder Qigong ist Yoga zu lernen und regelmäßig zu üben.
LG, Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Stefan SRO » 21. August 2018 12:12

Ich habe im Buch "und unzerstörbar ist mein Wesen" darüber gelesen.

Wir (Sohn7 + Vater45) werden Budo oder Judo beginnen, sobald wir bzgl. Anamnese /Diagnose etwas Ruhe eingekehrt ist.
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Chrüsi » 21. August 2018 12:23

Das tut bestimmt gut so Sachen.

Selber werde ich bald eine Ferienwoche mit Atmen - Bewegen - Entspannen (nach Athemschule Klara Wolf) besuchen. Bin sehr gespannt und hoffe dadurch - neben dem Abstand vom Alltag - mehr Ruhe/Ausgeglichenheit zu erhalten. (Medikation habe ich z.Z. noch keine (nur AD-Medi) - Psychiatertermin ist erst Mitte Oktober).

Liebe Grüsse,
Chrüsi
Zuletzt geändert von Chrüsi am 21. August 2018 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Chrüsi » 21. August 2018 12:24

Ups...wollte den Beitrag nur bearbeiten.... nicht doppelt.... :? Kann man Beiträge löschen?
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Stefan SRO » 8. September 2018 22:07

ich bin so ein "Hipplmonster" das nur eine halbe Stunde im Liegestuhl schafft. Mein Sohn ist mir leider sehr ähnlich.
Mit ihn fange ich demnächst diese Onlinemeditation an:
"...
Master der Psychologie an der Freien Universität Berlin einen Online Meditationskurs für Kinder mit ADHS mitentwickelt. Für diesen könnt ihr euch über https://aumio-studie.de/info.html kostenfrei informieren und registrieren lassen.
..."
VG
Stefan
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von ULBRE » 8. September 2018 23:06

Hallo,

MBSR (mindfulness based stress reduction) ist ein Achtsamkeitstrainiung, das man als eine Art kleine Meditation bezeichnen kann. Es ist keine Meditation, aber es bewirkt das selbe.
In Bezug auf AD(H)S ist die Wirksamkeit sehr hoch und durch etliche Studien nachgewiesen. Siehe hier:
https://www.adxs.org/adhs-behandlungsmo ... erapy_MBCT
Es bewirkt Veränderungen im Gehirn in genau den Bereichen, die bei AD(H)S verändert sind - und genau in dem Mass, wie sich die Veränderungen zeigen, gehen auch die Symptome zurück.

Die selben Veränderungen zeigten sich bei Leuten, die mehrere Jahre intensiv meditiert haben (2 Stunden aufwärts / Tag).

MBSR wird idR als 8-wöchiger Kurs angeboten und wird meist von den Krankenkassen gefördert.

Das Problem ist tatsächlich, dass insbesondere ADHS-Betroffene (mit Hyperaktivität) eine massive Aversion gegen Entspannung, Meditation, Yoga oder andere Achtsamkeitstechniken haben.
Meine Erklärung ist, dass der Stresslevel bei ADHS dauerhaft zu hoch ist (die Stresssysteme nicht mehr abschalten) während sie bei ADS zu leicht anspringen. Nicht entspannen können ist in meinem Bild ein funktionales Stresssymptom. Es sagt: bleibe aktiv, kämpfe gegen den Stressor, jetzt ist nicht die Zeit für Erholung und Entspannung. Deshalb ja auch die Dysphorie (Stimmungsabfall) bei Inaktivität.
Das Ganze mündet bei ADHS in eine Erholungsunfähigkeit.
Diesen Teufelskreis kann man durchbrechen, z.B. indem man sich dazu zwingt, Entspannungstechniken anzuwenden um den Stresslevel zu senken. Das Gute ist, dass die Aversion gegen Entspannung mit sinkendem Stresslevel nachlässt.

Viele Grüsse

UlBre
„Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was bedeutet dann ein leerer Schreibtisch ?“ Albert Einstein
Ich hab einen eher wissensorientierten Schreibstil. Als eine Stimme im Chor find ich das ganz ok. Mehr soll das auch nicht sein.
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Raupi » 9. September 2018 07:43

Das finde ich prima zusammengefasst, vielen Dank. Ich wollte immer schon mal etwas mehr über dieses Verfahren wissen.

Die Unfähigkeit zu entspannen kenne ich auch inzwischen. Wobei ich glaube, dass sie bei mir tatsächlich stress bedingt ist, weil ich es ja früher und dann zwischenzeitlich wieder konnte. Ich habe mir einige Sitzungen Akupunktur verordnet, um wieder runter zu kommen und dann wieder selber üben zu können. Es hat schon etwas geholfen.
LG, Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Stefan SRO » 9. September 2018 07:59

Wow, das schicke ich so meiner Psych.
Ich fühle mich in ULBREs Beschreibung recht gut getroffen.

Übrigens hatte das schon vor Jahren schon eine Neurourologin bei mir festgestellt, ohne dass dabei die Rede von AD(H)S war.
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Jizanthapus » 16. September 2018 14:24

Mal eine Frage an die Achtsamkeitsprofis:

Ich habe das Problem, dass die Meditation immer wieder durch aufkommende Gedanken unterbrochen wird. Soweit so normal, die soll man ja einfach vorbeiziehen lassen. Es ist mir aber jetzt schon oft passiert, dass der Gedanke wichtig war und ich ihn dann nach der Meditation einfach vergessen habe. Beispiel: Papiere aus dem Drucker nehmen und für die Arbeit einpacken. Wenn ich dem Gedanken nicht gleich nachgehe stehe ich am nächsten Morgen ohne die Unterlagen da.
Einzige Lösung die mir einfällt: Alle Aufgaben erledigt haben, dann erst meditieren. Wenn es mir gelingen würde, immer rechtzeitig alle Aufgaben erledigt zu haben, müsste ich aber glaube ich nicht mehr meditieren ^^
Oder noch gründlichere To-Do-Listen schreiben, die ich vorher nochmal checke? Erfordert leider auch ne Menge Diziplin, die ich nicht immer habe.
Zudem gibts ja auch andere wichtige Gedanken wie Termine, die man vergessen hatte und glücklicherweise wieder im Hirn erscheinen. Nach der Meditation ist der Gedanke aber vielleicht schon wieder weg.
Hat noch jemand das Problem und wie geht ihr damit um?
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Raupi » 16. September 2018 15:27

Leider habe ich das Problem inzwischen auch... seit ich Familie habe, ist es zu komplex geworden... ich habe früher viel Taijiquan und Qigong geübt. Heute renne ich oft zwischendurch los oder schreibe was auf. Aber ich habe auch wirklich stark erschwerte Bedingungen seit Jahren.

Wenn ich alles erledigt haben wollte vorher, würde ich nie dazu kommen, sowas zu üben.

Leg Dir einen Zettel hin neben deinen Übungsplatz und notiere bei Bedarf kurz was und übe dann weiter. Wenn Du mehr Übung hast, die sich durch regelmäßiges Üben auch weiter verstärkt, dann sollte es in Gang kommen.

Mich würde es mal interessieren, ob jemand Erfahrungen mit Meditation oder autogenem Training unter MPH während der Wirkzeit hat...
LG, Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Daydreamer » 16. September 2018 15:34

Raupi hat geschrieben:
16. September 2018 15:27
Mich würde es mal interessieren, ob jemand Erfahrungen mit Meditation oder autogenem Training unter MPH während der Wirkzeit hat...
Damit kenne ich mich nicht so aus, aber vielleicht kann ich dir demnächst was dazu sagen. Meine Cousine macht eine Fortbildung zur Meditation gerade und ich soll die Meditation testen .... mal sehen ob es klappt.
Das Leben ist ein Spiel. Wir spielen es nur mit höherer Schwierigkeitsstufe ;)
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von chaoten-tom » 16. September 2018 17:02

Jizanthapus hat geschrieben:
16. September 2018 14:24
Mal eine Frage an die Achtsamkeitsprofis:
Ich habe das Problem, dass die Meditation immer wieder durch aufkommende Gedanken unterbrochen wird. Soweit so normal, die soll man ja einfach vorbeiziehen lassen. Es ist mir aber jetzt schon oft passiert, dass der Gedanke wichtig war und ich ihn dann nach der Meditation einfach vergessen habe. Beispiel: Papiere aus dem Drucker nehmen und für die Arbeit einpacken. Wenn ich dem Gedanken nicht gleich nachgehe stehe ich am nächsten Morgen ohne die Unterlagen da.
Einzige Lösung die mir einfällt: Alle Aufgaben erledigt haben, dann erst meditieren. Wenn es mir gelingen würde, immer rechtzeitig alle Aufgaben erledigt zu haben, müsste ich aber glaube ich nicht mehr meditieren ^^
Oder noch gründlichere To-Do-Listen schreiben, die ich vorher nochmal checke? Erfordert leider auch ne Menge Diziplin, die ich nicht immer habe.
Zudem gibts ja auch andere wichtige Gedanken wie Termine, die man vergessen hatte und glücklicherweise wieder im Hirn erscheinen. Nach der Meditation ist der Gedanke aber vielleicht schon wieder weg.
Hat noch jemand das Problem und wie geht ihr damit um?
Ich bin da eher zufällig über einen Schnupperabend in Yoga reingeschlittert und dann ein paar Jahre dabei geblieben. Im Ansatz eigentlich nur um den altersbedingten Anflügen von Unbeweglichkeit entgegen zu wirken. Da habe ich schnell festgestellt wie gut mir die Entspannungsübungen tun. Einfach dem Strom seines Atem wie außenstehend zu beobachten oder alle Körperteile einzeln auf entspannte Muskulatur zu überprüfen macht meinen Kopf angenehm leer. Die ganzen unerledigten Dinge die ich ständig vor mir herschiebe stellen eine echte Belastung dar. Wenn ich etwas nicht erledige, ist es ja leider nicht aus meinem Kopf verschwunden sonder nagt ständig im Hintergrund und zehrt an den Kräften. Ich glaube dass einige unserer Begleiterscheinungen wie Ängste oder Süchte auch von der Flucht vor den Dingen genährt werden, die uns verfolgen.
In meinem Leben ein paar Möglichkeiten gefunden die dazu geeignet sind das alles für einen begrenzten Zeitraum abzustellen. Aus diesen Auszeiten kann ich die Kraft schöpfen, die nötig ist um mit dem Rest zurechtzukommen. Da gehören bei mir auch Achtsamkeitsübungen dazu. Solche Zeiträume haben höchsten Stellenwert da sie dazu beitragen psychisch gesund zu bleiben. Daher nach langer Vorrede die Antwort auf Deine Frage: Wenn man sich die Zeit für eine wie auch immer geartete Meditation nimmt darf für diesen Zeitraum nichts anderes wichtiger sein! Jegliche Gedanken wie "ach das muss ich erledigen", irgendwelche Einfälle oder Problemlösungen ersticke ich schon im Ansatz. Das geht natürlich nicht sofort und ist eine Frage der Übung, aber das ist der eigentliche Sinn an der Sache! Wenn man das in Frage stellt, kann man meiner Ansicht nach das Meditieren gleich sein lassen. Falls wirklich etwas soooo wichtig ist, wird`s mir auch nachher wieder einfallen. Und es während der Meditation auf einen Zettel zu schreiben, ist bei mir noch lange keine Gewähr, dass ich es dann auch wirklich erledige. Dazu ist es bei mir viiiiel hilfreicher einigermaßen ausgeglichen zu sein. Dann fällt es mir deutlich leichter ungeliebte Dinge zu Ende zu bringen.

Liebe Grüße, Chaoten-Tom
Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Raupi » 16. September 2018 19:27

Das hast du sehr schön beschrieben, Tom! Danke!
LG, Raupi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Stefan SRO » 17. September 2018 00:40

Hallo Tom, auch von mir ein DANKE! "...Leider habe ich das Problem inzwischen auch... seit ich Familie habe, ist es zu komplex geworden... " So ist es auch bei mir. Ich mache fast immer alles sofort und nix richtig. Was ich nicht sofort machen kann terminiere ich im Mobi. Dabei geht immer noch genug unter.

Vor Jahren wollte eine Ärztin wegen Schmerzen mal Hypnose bei mir probieren, das wurde nix. Ich war und blieb wach und konnte mich nicht auf ihrer Bilder einlassen. Die Neugier treib meine Wahrnehmung durch den Behandlungsraum und irgendwann resignierten wir.
So ist es bei mir auch bei Autosuggestion und Achtsamkeitsübungen. GEHT NICHT. Das Hirn ist einfach zu schnell für diese Welt und immer wenn es für einen bestimmte Aufgabe als langfristiger Unterstützer gebraucht wird ist er ratzfatz schon wieder um drei Ecken. Manchmal rede ich auch so und mein gegenüber muß mich dann erst mal wieder zurück holen.

Um zum Zitat zurück zu kommen. Ohne Kinder konnte ich in meiner Unstruktur leben und damit dass der Tag für mich mal 22 und mal36 Stunden hat. Jetzt muß ich einem Kind Halt geben, den ich eigentlich selbst kaum habe.

Eine schwere Aufgabe. Ich kann nur hoffen bald ein Medikament zu finden, das mich etwas "einspurt".
(es ist jetzt 00:40 und ich muß 05:00 zur Arbeit)
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Chrüsi » 17. September 2018 10:17

Stefan SRO hat geschrieben:
17. September 2018 00:40
Hallo Tom, auch von mir ein DANKE! "...Leider habe ich das Problem inzwischen auch... seit ich Familie habe, ist es zu komplex geworden... " So ist es auch bei mir.

Um zum Zitat zurück zu kommen. Ohne Kinder konnte ich in meiner Unstruktur leben und damit dass der Tag für mich mal 22 und mal36 Stunden hat. Jetzt muß ich einem Kind Halt geben, den ich eigentlich selbst kaum habe.

Eine schwere Aufgabe. Ich kann nur hoffen bald ein Medikament zu finden, das mich etwas "einspurt".
Hallo ihr Lieben,

Ja, das oben genannte kann ich auch unterstreichen.
Unsere Töchter sind zwar bereits 18+20 aber weil alle 4 chaotisch/schusselig sind ist es schwierig/anstrengend für mich....aber es fehlt mir auch die Disziplin/Selbsttruktur/Ruhe, wenn ich alleine bin.

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit, eine Atemgymnastikwoche zu besuchen. Diese Regelmässigkeit (strukturiert von aussen :lol: ) und die Übungen mit Bewegen, Klopfen, bewusst Atmen, Sprechen/Singen haben sehr gut getan. Bis Ende Woche war die Entspannung viel besser....

Nun sollte, möchte ich das Zuhause auch zwischendurch machen....ob mir das gelingt? :?

LG Chrüsi
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Re: Achtsamkeitsmeditation

Beitrag von Stefan SRO » 17. September 2018 10:50

es kann Dir nur gelingen, wenn Du einen Taktgeber hast.

Ich habe fixe Termine im Mobi. Das rappelt dann und ich kann reagieren oder ignorieren;)
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