Unordnung im Erwachsenenalter....

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Lily7
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Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von Lily7 » 23. Juli 2018 21:07

Hallo alle zusammen,

meine Tochter (21) lebt noch zu Hause und hat sich gut entwickelt.
Allerdings ist meine Sorge diese Unordnung in ihrem Zimmer, die einfachsten Dinge wie Schränke und Schubläden schließen, Bettwäsche von Boden aufheben.....ständig liegen Klamotten oder sonstiges am Boden herum.
Das Auto sieht auch nicht besser aus, sie räumt nicht auf.
Wird sich das je ändern?

Wir leben in einem Haus zu viert und es gibt natürlich Regeln, sie bemüht sich sehr in den anderen Zimmern Ordnung zu halten, aber es klappt.

Wie wird das mal sein, wenn sie eine eigene Wohnung hat?
Wird sie dann in ihrem Chaos versinken?

Liebe Grüße Lily
Falschparker
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von Falschparker » 24. Juli 2018 12:56

Ja, das wird voraussichtlich so bleiben. Ist bei mir mit 52 Jahren auch so. Und bevor ihr oder anderer Besuch kommt, wird in einer Wahnsinnsaktion aufgeräumt.
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Maya18Max
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von Maya18Max » 24. Juli 2018 13:22

Leider muss ich Falschparker etwas widersprechen. Es kann so bleiben, muss aber nicht. Manche lernen auch auch zu strukturieren und organisieren.

Klappt bei mir wunderbar, obwohl es früher das volle Chaos war. Einziger Haken: Es darf der Alltag nicht massiv stressig sein oder die Family ihren krempel nicht liegen lassen. Dann artet es wirklich im Chaos aus, wenn ich es nicht kompensieren (Zeit mässig) kann.
Eine völlig Chaotische Familie:
Und immer geht es Berg und Tal, wie bei einer Achterbahn :mrgreen:
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chaoten-tom
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von chaoten-tom » 24. Juli 2018 16:35

Ehrlich gesagt ist das was unsere Kinder in Ihren Bereichen an Chaos verursachen deren Sache. Ich gehe 1. nicht unaufgefordert in ihre Zimmer. Und 2. wenn ich bei ihnen bin, spare ich mir Kommentare über deren Unordnung. Da hat jeder eine andere Schmerzgrenze und auch bei mir und meinen Kindern ist irgendwann der Punkt erreicht wo wir freiwillig aufräumen. Etwas anderes sind gemeinsam genutzte Bereiche, da gibt es feste Regeln und es ist auch jeder mal mit sauber machen dran. AD(H)S hin oder her, in seinem Bereich sollte jeder, der aus dem Kindesalter heraus ist den Grad seiner Ordnung selbst entscheiden dürfen. 21 Jahre! Ich kann´s nicht fassen!
Und wenn jemand in seiner eigenen Wohnung nur aufräumt wenn Besuch kommt ist das auch ok.....
Und Leute die völlig ohne AD(H)S ihr Auto als reines Transportmittel betrachten und auch alles mögliche an Zeug drin lagern kenne ich auch genügend. Sollen die jetzt alle zur Therapie???
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Daydreamer
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von Daydreamer » 24. Juli 2018 17:17

Ehrlich gesagt ist das was unsere Kinder in Ihren Bereichen an Chaos verursachen deren Sache. Ich gehe 1. nicht unaufgefordert in ihre Zimmer. Und 2. wenn ich bei ihnen bin, spare ich mir Kommentare über deren Unordnung. Da hat jeder eine andere Schmerzgrenze und auch bei mir und meinen Kindern ist irgendwann der Punkt erreicht wo wir freiwillig aufräumen. Etwas anderes sind gemeinsam genutzte Bereiche, da gibt es feste Regeln und es ist auch jeder mal mit sauber machen dran. AD(H)S hin oder her, in seinem Bereich sollte jeder, der aus dem Kindesalter heraus ist den Grad seiner Ordnung selbst entscheiden dürfen.
Das finde ich super! Muss ich mir merken für den Fall, dass ich mal mein eigenes Reich habe (mein Traum bzw. meine Forderung wenn wir uns eine größere Wohnung zulegen: mein eigenes Zimmer, mein Rückzugsort in dem ich tun und lassen kann was ich will).

@Lily, ich kann dir nicht sagen ob es so bleiben wird, aber ich kann dir sagen wie es bei mir war/ist: Als Kind und Jugendliche war ich die totale Chaotin. Meine Mama hat mir mehr als 1x mit dem blauen Müllsack gedroht (wobei ich immer wusste, dass sie es eh nicht tun wird :lol: ). Inzwischen lebe ich mit meinem Freund seit mehr als 4 Jahren zusammen. Als ich meine eigene kleine Wohnung hatte, war es katastrophal - allerdings war ich auch undiagnostiziert - aber mittlerweile habe ich mein System gefunden und es klappt ganz gut.
Das Leben ist ein Spiel. Wir spielen es nur mit höherer Schwierigkeitsstufe ;)
EinMax
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von EinMax » 24. Juli 2018 18:27

Es kommt wahrscheinlich drauf an, welchen Stellenwert man der Ordnung und dem Ordnunghalten von sich aus einräumt. Wenn einem Menschen mit ADHS etwas wichtig ist, dann wird das auch irgendwann gemacht.

Solange für mich Ordnung etwas war, von dem vor Allem andere verlangen, dass ich es halte, habe ich das Aufräumen immer so lange herausgezögert, wie es ging, und dann auch eigentlich nur bei Strafandrohung gemacht und möglichst schnell und entsprechend schlurig hinter mich gebracht. Entsprechend sah mein Zimmer aus. Inzwischen weiß ich es zu würdigen, wenn die Dinge ihren Platz haben und da auch sind (und einigermaßen sauber dabei). Es ist immer noch schwer, das Ordnunghalten dann auch durchzuziehen, aber zumindest bin ich motiviert und tu dann auch gelegentlich etwas.

Aber:
  • Was ich Ordnung nenne, mag bei anderen nicht so heißen. Für mich gehört es zur Ordnung, dass z. B. im Winter überall Packungen mit Papiertaschentüchern rumliegen, damit ich jederzeit ohne Nachdenken eins greifen kann. Um mich herum, wenn ich am Schreibtisch sitze, sind alle Dinge, die ich schnell greifen können muss: Stifte, Notizbuch, Handy, Teetasse, Beeren oder Nüsse, Zeichenwerkzeug, DVDs, Lexika, noch mehr Notizbücher... der oberflächliche Beobachter mag da nur einen ziemlich vollgerümpelten Schreibtisch sehen. Aber bestimmt 75% des Zeugs gehört genau da hin.
  • Auch von den Sachen, die nicht zu meiner Vorstellung von Ordnung gehören, gibt es welche, die mich mehr stören und welche, die mich weniger stören. Es ist für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar, warum was zu welcher Kategorie gehört. Ich könnte es auch nicht erklären. Jedenfalls: Was mich stört, kommt bestimmt weg, was mich nicht so stört, ... vielleicht später.
  • Nur weil ich Ordnung gut finde, heißt das noch lange nicht, dass ich sie auch halte. Manchmal kann ich wochenlang am Schreibtisch arbeiten, während hinter mir mein Zimmer vermüllt und ich merke das nicht mal. Da braucht's noch einen Extra-Impuls. Besuch oder dass ich etwas nicht finde oder so.
  • Was bei meinem Zimmer gut klappt, einfach weil ich meistens da bin und sehe, wenn was nicht gut ist, klappt beim Rest der Wohnung weniger. Ich denke zwar, wenn ich im Bad bin, dass ich es mal wieder putzen sollte, aber wenn ich die Zeit hätte, es zu putzen, bin ich nicht im Bad und denke nicht unbedingt dran.
Wenn Ihr's eurer Tochter nicht verleidet, wird sie vielleicht auch irgendwann Ordnung schätzen lernen. Muss sie aber von selber tun, sonst wird das nie etwas Natürliches. Und wie das dann am Ende für euch aussieht, ist eine ganz andere Frage.
Lily7
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von Lily7 » 25. Juli 2018 20:55

Hallo alle zusammen,
vielen Dank für eure Feedbacks.
Meine Tochter sagt es ja selbst, dass ihr das schwer fällt....allerdings in den anderen Räumen wie Küche, Bad, Wohnzimmer bekommt sie es gut hin.
Nur ihr eigenes Zimmer ist das reinste Chaos und ich denke mir manchmal, das sie irgendwann nicht mehr weis wo sie noch anfangen soll aufzuräumen :D .
Das Zimmer von meinem Sohn gleicht eher einem Museum :D :D und dann ist noch das andere Zimmer :D :D , die absoluten Gegensätze.

Wie ihr schon sagtet, jeder hat seine eigene Ordnungund es tut gut zu sehen, dass es euch so ähnlich geht.
Danke und liebe Grüße Lily
zoraya
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Re: Unordnung im Erwachsenenalter....

Beitrag von zoraya » 27. Juli 2018 13:44

Jo, solange da nichts verwest und so gehts ja... :-)
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