Kopf im Kopf

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Uschumbel
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Kopf im Kopf

Beitrag von Uschumbel » 5. Juli 2018 15:52

Hi,

Wusste nicht in welche Rubrik dies passt deswegen einfach mal hierher geschrieben.

Kennt das jemand, dass man sich irgendwie wie ein Kopf im Kopf fühlt(Vll beste Beschreibung) sodass ihr alles wie in einem Film wahrnehmt?

Ähnlich wie wenn man Autofährt und an was denkt und dann garnicht bewusst ist wie man dahin kommt. Nur halt auf das gesamte Leben bezogen... man macht was unterbewusst und fühlt sich dabei wie ein Zuschauer der dies betrachtet. So in etwa... selbst bei Gesprächen antwortet man und nebenbei denkt man was ganz anderes ... richtig merken tut man es wenn man auf einmal einen wachen konzentrierten Zustand hat und alles viel deutlicher wahrnimmt und sonst eher alles wie ein stillleben sieh, wirklich schwer zu erklären

Aber so in etwa trifft das zu

LG
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Skuzy
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Re: Kopf im Kopf

Beitrag von Skuzy » 5. Juli 2018 21:05

Das ist ADS :) ich finde das Aufmerksamkeitsdefizit es nicht besonders gut beschreibt. Man ist wie ich finde eher viel viel viel zu aufmerksam und das Gehirn kann nicht so schnell verknüpfen weil das Dopamin fehlt. So kommt man sich wie ein Zuschauer vor. Mentale Entspannung ist ein absolutes Fremdwort und das ist sehr sehr anstrengend vielleicht ist man deshalb auch so impulsiv weil das Gehirn sich versucht zu entspannen indem es Explodiert und damit Dopamin oder Adrenalin produziert um einen Supereiz zu erstellen der Befriedigung erschafft. Was aber nicht der Fall ist weil in den meisten Fällen ein Explodieren auf Kosten eines Mitmenschen einher geht und sich ziemlich direkt ungut anfühlt man aber durchaus zugleich innehält und die Explosion geschehen lässt eben weil es ein REIZ auslöst.

Ich bin abgedriftet :)
SarahNe
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Re: Kopf im Kopf

Beitrag von SarahNe » 5. Juli 2018 22:54

Hi Uschumbel,

ja, das kenne ich auch :D . Dies war auch der Auslöser warum ADS bei mir festgestellt wurde. Ich ging zu meinem Arzt weil ich Konzentrationsschwächen im Studium festgestellt habe. Er wollte mir erst mal was homöopathisches verschreiben aber als ich ihm erzählte, dass ich meistens nicht mehr weiß wie ich mit dem Auto nach Hause gekommen bin, da ich so in Gedanken versunken war, verwies er mich gleich an einen Spezialisten.

Diesen Automatismus habe ich (fast) immer als etwas positives bewertet. Es hat mich von der Langeweile beschützt und (meistens) kann ich es auch recht gut steuer. 30 Jahre Übung ;). Es kommt in der Regel von alleine und schwach, so dass ich es, wie du es beschreibst, wie einen Film sehen kann. Lasse ich mich darin fallen und kämpfe nicht dagegen an kommt der komplette Automatismus. Dann kann ich mich überhaupt nicht mehr an das Gespräch/Film oder Autofahrt erinnern aber laut meinem Umfeld funktioniere ich ohne Probleme. Kennst du diese komplette Ausschaltung auch oder jemand anderes hier?

Liebe Grüße
Uschumbel
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Re: Kopf im Kopf

Beitrag von Uschumbel » 6. Juli 2018 10:14

Hi,

Ja klar dies geht soweit das ich beim lesen an etwas anderes denke aber weiterlese, und dann auf einmal merke hey du wolltest doch lesen:D das ich dann schon durch den halben Text durch ist dann Nebensache. Wobei dann wenigstens etwas hängen geblieben ist...

Habe manchmal irgendwie das Gefühl ist auch eine Art Schutzmechanismus ist.

Aber je nachdem wie tief man einsinkt fühlt sich die Umgebung separiert an.

Es ist auch Tagesabhängig manche Tage ist es so schlimm das man den Ganzen Tag wie eine Zusammenfassung erlebt...

Und man sich Fremd im eigenen Körper fühlt...
Maliiska
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Re: Kopf im Kopf

Beitrag von Maliiska » 29. Oktober 2018 12:12

Hallo Uschumbel!:)

"Sich wie ein Zuschauer fühlen", "sich fremd im eigenen Körper fühlen" und "alles wie einen Film wahrnehmen" kann auch Dissoziation oder Derealisation sein. Das kommt oft bei Menschen mit Trauma vor und ist tatsächlich eine Schutzfunktion.

Wenn das aber ohne Auslöser auftritt, ist es denke ich aber eher wegen ADS. Ich kenn das auch so ähnlich. Am schlimmsten war es, als ich zusätzlich noch eine Schilddrüsenunterfunktion hatte, weil da die Konzentration noch schlechter war. Bei ADS ist das denke ich eine Reaktion, auf Langeweile (immer das Gleiche) oder Überlastung. So als schaltet das Gehirn einfach ab. Äußerlich läuft alles aus Gewohnheit weiter, aber kriegst kaum was davon mit...

Liebe Grüße:)
Stefan SRO
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Re: Kopf im Kopf

Beitrag von Stefan SRO » 29. Oktober 2018 13:37

Uschumbel hat geschrieben:
6. Juli 2018 10:14
das ich beim lesen an etwas anderes denke aber weiterlese, und dann auf einmal merke hey du wolltest doch lesen:D das ich dann schon durch den halben Text durch ist dann Nebensache. Wobei dann wenigstens etwas hängen geblieben ist...
Das kenne ich aus der Zeit ohne Medikamente sehr gut. Das Bewusstsein spielt immer mehrere Filme parallel. Auf Arbeit ist oft das halbe Hirn beim Job und die andere Hälfte irgendwo anders. Dann kommen alle möglichen Geräusche und Gespräche dazu, die mich Garnichts angehen aber trotzdem im Speicher landen. Dabei passieren leider viele Fehler.

Mit Ritalin ist das etwas besser geworden, weil die ext. Reize weniger werden, aber wir haben gerade erst angefangen und steigern demnächst von 10 auf 20mg.

VG
Stefan
"Mein Hirn kann nicht still sitzen..."
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Was heute noch logisch und klar erscheint, ist morgen schon undurchsichtig rätselhaft.
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-Mal Einstein und mal taube Nuß.-
-Was man nicht all´s ertragen muß.-
Uschumbel
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Re: Kopf im Kopf

Beitrag von Uschumbel » 29. Oktober 2018 21:18

Hi,

Ein Auslöser wäre da schon vorhanden.

Aber habe oft einfach das Gefühl das man sich wie ein Beobachter im eigenen Körper zu sein... so als würde man sich überlegen was dieser zb sagen würde usw:/

Oder wenn man in den Spiegel starrt sich nicht das ich Gefühl einstellt sondern einfach die Beobachtung einer Person...

Aber weis was du meinst bei Stress reagiert man nur noch und ist Gedanklich ganz woanders... Die Medikamente haben schon geholfen, dass man eher bei der Sache bleibt und viel ruhiger ist.

Kennt ihr das wenn man sich fragt, wie man redet und etwas erklärt aber parallel darüber nachdenkt was „der“ da redet
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